Hallo,
Ich habe einen Nullkraftsockel im Design und da dieser eine gewisse Höhe
besitzt, ist es möglich unter diesem weitere Bauteile zu platzieren (auf
der gleichen Leiterplattenseite). Altium erkennt da natürlich einen
Fehler, wenn ich Bauteile quasi auf einem anderen Bauteil platziere
(Clearance Collision). Im angehängten Beispiel erzeugt das IC einen
Fehler.
Weiß jemand wie man das am elegantesten macht, dass er diese Platzierung
akzeptiert?
Danke und Grüße,
Rule unter Placement/Component Clearance erstellen.
"When the first object matches
[Footprint] [ersten Footprint auswählen]
When the second object maches
[any] oder [Footprint [zweiten Footprint auswählen]
"
Prioritäten entsprechend anpassen, so dass die neue Regel vor der
Default-Regel ausgeführt wird.
fchk
Den Fehler Waiven wäre mein Favourit.
Footprint anpssen würde ich nicht machen.
Alternativ könntest du noch eine eigene Regel für das Bauteil erstellen.
Machen wir schonmal bei Kühlkörpern. Schimpft sich vertical clearance
mode
(ObjectKind = 'Component') And (Footprin ='xxx')
Vertical clearance mode = specified
minium vertical clearance = 0mm
Der sauberste Weg wäre ein vernünftiges 3D-Modell des Nullkraftsockels,
damit die Regeln sauber durchlaufen (Vertikal clearance).
Falls nicht vorhanden eine Regel für genau diese eine Bauteilparung
definieren.
So macht man den DRC nicht blind für andere Probleme an der Stelle.
Ich habe jedem Bauteil in meiner Lib ein 3D Modell verpasst und wenn es
nur ein grauer Kasten ist. Egal, hauptsache man sieht ungefähr die
Bauteile. Kann ich nur empfehlen, geb euch keine große Mühe damit
sondern einfach nur Kisten.
Ohne Modell würde ich es wie Frank schon beschrieben hat, mit einer Rule
basierend auf den Footprints machen. (Nicht auf Designator)
Einen Fehler zu waiven wäre für mich nur das allerletzte Mittel, wenn es
keine Möglichkeit zu einer Rule gäbe. (Den Fall hatte ich noch nie)
Taz G. schrieb:> Ich habe jedem Bauteil in meiner Lib ein 3D Modell verpasst
Genau so, das ist der einzige vernünftige Weg. Fast jeder Hersteller
(außer solche Flitzpiepen wie Stäubli) liefert ein 3D-Modell, wenn nicht
gibt es Internetseiten wie 3Dcontentcentral.com.
Und wenn es zu einem Bauteil kein 3D-Modell gibt, gibt es zwei
Möglichkeiten:
a) Ich mache ein Bauteil, ausreichend detailiert, selber
b) Ich suche mir eine Alternative
Jedenfalls landet kein Bauteil ohne 3D-Modell in meinen Bibliotheken.
Beim Erstellen der Bibliothek macht das natürlich etwas Arbeit, aber das
ist eine Investition die sich vielfach bezahlt macht. Alles was
irgendwie mit Abstand in jeder Richtung zu tun hat, geht später um
Längen einfacher und automatisiert.
Wühlhase schrieb:> Beim Erstellen der Bibliothek macht das natürlich etwas Arbeit, aber das> ist eine Investition die sich vielfach bezahlt macht. Alles was> irgendwie mit Abstand in jeder Richtung zu tun hat, geht später um> Längen einfacher und automatisiert.
Wir gehen sogar so weit, dass wir auf einem anderen mechanischen Layer
Buchsengehäuse in die LP Steckverbinder gesteckt als 3D Part mit
abbilden (So kann ich dem LP Hersteller eine 3D Ansicht der Platine
zukommen lassen, ohne gesteckte Gegenstecker). Das hilft der Mechanik in
2 Punkten: Zum einen sieht man sofort Kollisionen mit Steckverbindern
und Gehäusewänden und zum anderen kann man so die Kabelverlegung nochmal
genau und besser Prüfen. Klar kann man das alles auch mit einem Ausdruck
des Bestückungsplans hin bekommen aber in der Vergangenheit gab es hier
immer wieder Probleme und seit wir das nutzen, ist hierbei keine
Kollision mehr aufgetreten. Das dauert beim Erstellen halt etwas länger,
aber diese Zeit ist gut investiert, wenn die Nullserie dann schon
richtige Ausschnitte und passende Gehäuse hat und man nicht erst mit der
Flex fehlende Ausschnitte nachsetzen muss. Das kostet unterm Schnitt
mehr Zeit, da man ja nicht nur den Ausschnitt einbauen muss, man muss
auch die Konstruktion samt Fertigungsunterlagen ändern. Deshalb: je
früher im Designprozess Fehlerquellen eliminiert werden, desto weniger
Arbeit hat man später mit dem Gerät.
Achja, und der LP Fertiger freut sich bei unklaren Markierungen auch
über eine korrekte 3D Ansicht der LP, weshalb diese immer ein 3D PDF von
uns mit bekommen bzw., wenn zu groß, einen Link zu einer Cloud. So kann
dort vor der Bestückung bzw auch während der Bestückung geprüft werden,
ob das fertige Produkt den Daten entspricht. Altium berücksichtigt
hierbei sogar Bestückungsoptionen. Allerdings ist es hierbei nicht
hilfreich, wenn die Bauteile nur aus grauen Quadern bestehen, das sollte
klar sein.
Christian B. schrieb:> Wühlhase schrieb:>> Beim Erstellen der Bibliothek macht das natürlich etwas Arbeit, aber das>> ist eine Investition die sich vielfach bezahlt macht. Alles was>> irgendwie mit Abstand in jeder Richtung zu tun hat, geht später um>> Längen einfacher und automatisiert.>> Wir gehen sogar so weit, dass wir auf einem anderen mechanischen Layer> Buchsengehäuse in die LP Steckverbinder gesteckt als 3D Part mit> abbilden
Genau das mache ich auch.
fchk
Flo schrieb:> Der sauberste Weg wäre ein vernünftiges 3D-Modell des> Nullkraftsockels,> damit die Regeln sauber durchlaufen (Vertikal clearance).> Falls nicht vorhanden eine Regel für genau diese eine Bauteilparung> definieren.> So macht man den DRC nicht blind für andere Probleme an der Stelle.
Vielen Dank für den Tip!
Ich habe jetzt ein 3D Modell hinzugefügt und der Fehler taucht nicht
mehr auf. Scheint wirklich eine saubere Lösung zu sein.
@All vielen Dank für die vielen hilfreichen Tips.
Lösung: 3D Modell hinzugefügt
Christian B. schrieb:> Wir gehen sogar so weit, dass wir auf einem anderen mechanischen Layer> Buchsengehäuse in die LP Steckverbinder gesteckt als 3D Part mit> abbilden
Clever...die Idee ist nicht schlecht. Ich überlege, ob ich das ebenfalls
aufgreife. Mal sehen...
Würth hat doch diese steckerlosen Stecker...wo sich zwei Federkontakte
in ein durchkontaktiertes Lötauge schneiden und man keine Buchse mehr
auflöten muß. Da habe ich das 3D-Modell des Steckers halbtransparent
drin, da der Stecker ja eigentlich nicht da ist. Aber trotzdem will ich
ja wissen ob der irgendwo anstößt. Da wäre das eine prima Lösung.
Vielleicht spendiere ich noch einen Zubehörlayer oder sowas.
Christian B. schrieb:> Deshalb: je> früher im Designprozess Fehlerquellen eliminiert werden, desto weniger> Arbeit hat man später mit dem Gerät.
Das ist auch meine Erfahrung. So richtig merkt man das vor allem dann,
wenn man mal mit einem System arbeiten muß das einen komfortablen
Bibliotheksaufbau nicht so unterstützt...wie z.B. CircuitStudio. Einfach
furchtbar, was da auf einmal für Fehler passieren.
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