Guten Tag,
ich habe eine Frage zu den Angaben im Datenblatt des N-Kanal-Mosfets
IRF7401.
Und zwar steht da, dass der Drain-Source-Widerstand 0,03 Ohm beträgt bei
2,7V Gate-Spannung und Pulse width ≤ 300μs.
Warum ist dort kein Drain-Source-Widerstand für kontinuierlichen Strom
(anstatt <300μs) angegeben?
Kann man damit 4 Volt (kontinuierlichen Strom) an einen 0,8 Ohm
Heizdraht mit 3,3V Gatespannung ein/aus-schalten?
Die 0.03 Ohm sind schon die "Static drain-to-source on-resistance". Die
(3) beschreiben die Bedingungen, unter denen das ermittelt wurde.
> Kann man damit 4 Volt (kontinuierlichen Strom) an einen 0,8 Ohm> Heizdraht mit 3,3V Gatespannung ein/aus-schalten?
Also 5A. Bei 0.03Ohm sind das 0.75W Verluste im MOSFET - schon ne
Menge, die du da wegbekommen musst (im Werbe-Bla-Bla: 0.8W is
possible!!1!).
Der IRF6201 z.B. hätte nur ein Zehntel der Verluste ...
Martin schrieb:> Warum ist dort kein Drain-Source-Widerstand für kontinuierlichen Strom> (anstatt <300μs) angegeben?
Wieso? Ist doch angegeben. Auch wenn bei der Fußnote was von Pulsen
steht, ist sie ganz klar als "static" markiert.
H. H. schrieb:> Gemessen wird mit sehr kurzen Impulsen, damit Tj=25°C bleibt.Diese Messungen (z.B. auch von Rθ_JA ("Thermal Resistance from
Junction to Ambient")) erfolgen wohl ohne Kühlkörperanbindung.
Martin schrieb:> Warum ist dort kein Drain-Source-Widerstand für kontinuierlichen Strom> (anstatt <300μs) angegeben?
Weil die Temperatur dabei ansteigt und damit auch der Innenwiderstand.
Das ist in einem separaten Diagramm dargestellt. Bei 130°C steigt der
Widerstand meist um Faktor 1,5. Bei den maximalen 175°C meist um Faktor
2.
Alfred B. schrieb:> Messung... von Rθ_JA ... ohne Kühlkörperanbindung
Wäre anders gar nicht möglich.
Für die R_ON Messung könnte man auch Dauerstrom nutzen, bloß
würde das die Kühlung dabei sicher extrem verkomplizieren.
Außer für Messungen von temperaturabhängigen Änderungen soll
bzw. muß die Temperatur ja konstant sein.
Und das noch bei z.B. -55°C (linkes Ende der Gerade in Fig. 4).
Bei der hohen Stromstärke in deinem Fall würde ich mal von viel Hitze
und demzufolge 0,045Ω ausgehen.
5A · 0,045Ω = 225mV
225mV * 5A = 1,125W
Das ist für diesen Transistor zu viel. Wenn du ihn auf maximal 100°C
halten kannst (was ich bezweifle), dann sind es 1W.
Deinem Transistor würde ich in einer realen Schaltung maximal 0,5W
zumuten, was schon einen Ventilator erfordern würde. Du brauchst einen
mit Kühlkörper oder Kühlfahne und einigen cm² Kupfer, um die Wärme
abzuleiten.
Oder (wie bereits gesagt wurde) nimm einen mit weniger Innenwiderstand.
Danke für die Beiträge. Haben mir sehr geholfen. Bestes Forum hier.
Mir war vorher nicht klar was mit static gemeint ist und warum man so
kurz misst.
Ich habe jetzt den Transistor wie in der angehängten Zeichnung
angeschlossen. An dem Gate(4) liegen jetzt 3,3 V bzw. 0 V an, die von
einem ATmega8A kommen. Hab ich in der Zeichnung weggelassen.
Ich habe jetzt 2 von den IRF7401 ausprobiert. Bei 3,3 V am Gate(4) messe
ich:
3,74 V an dem Akku und
0,38 V an Drain(8)
Demzufolge müsste Rds(@ 3,3 V) bei ca. 0,09 Ohm liegen. Das ist 3 mal
mehr als im Datenblatt für 2,7 V Gatespannung angegeben.
Hat jemand eine Erklärung wie das sein kann? Macht die Schaltung so Sinn
oder mach ich irgendwas falsch?
Kann mir jemand einen besser geeigneten(niedrigeres Rds(on)), gut
verfügbaren Transistor empfehlen bei dem unter Produktstatus(bei
Infineon) nicht "discontinued" steht? Das ist leider sowohl bei dem
IRF7401 als auch bei dem IRF6201 der Fall.
Gibts irgendwo gute Suchmaschinen für sowas?
Der Heizdraht(R) soll einen sehr kleinen gut Isolierten Raum
aufheizen(maximal 1,5 cm³)auf allerhöchstens 230°C. Von daher sollte die
Hitze bei einem besseren Transistor mit weniger Widerstand ja dann
hoffentlich kein Problem sein.
Martin schrieb:> Demzufolge müsste Rds(@ 3,3 V) bei ca. 0,09 Ohm liegen. Das ist 3 mal> mehr als im Datenblatt für 2,7 V Gatespannung angegeben.
Im Schaltbetrieb steigt RDS(on) mit der Temperatur, weshalb er laut
Datenblatt nur mit sehr kurzen Impulsen gemessen wird.
H. H. schrieb:> 4-Leiter Messung gemacht?
Das ist ein wichtiger Punkt, moderne FETs sind so niederohmig, dass man
schon über deren Zuleitung nachdenken muss.
Martin schrieb:> Demzufolge müsste Rds(@ 3,3 V) bei ca. 0,09 Ohm liegen. Das ist 3 mal> mehr als im Datenblatt für 2,7 V Gatespannung angegeben.>> Hat jemand eine Erklärung wie das sein kann? Macht die Schaltung so Sinn> oder mach ich irgendwas falsch?
Datenblatt Tabelle S. 2:
Electrical Characteristics @ Tj = 25°C
Rds(on) : max 0.03Ohm @ Vgs = 2.7V, Id = 3A
Fußnote (3): Pulse width <=300us; Duty cycle <=2%
Hast du so genau so gemessen? Tj eingehalten, ID = 3A, Pulse width und
Duty Cycle eingehalten?
Martin schrieb:> 3,74 V an dem Akku und> 0,38 V an Drain(8)>> Demzufolge müsste Rds(@ 3,3 V) bei ca. 0,09 Ohm liegen. Das ist 3 mal> mehr als im Datenblatt für 2,7 V Gatespannung angegeben.>> Hat jemand eine Erklärung wie das sein kann? Macht die Schaltung so Sinn> oder mach ich irgendwas falsch?
Irgendwie musst du die Stromstärke ermittelt haben, aber wie? Hast du
das so gemacht?: (3,74V - 0,38V) / 0,8Ω = 4,2A
Da fehlen noch die Leitungswiderstände. Ich nehme an, dass da in
Wirklichkeit weniger als 4,2A geflossen sind. Allerdings: Wenn du bei
tatsächlich weniger Strom 0,38V am Transistor gemessen hast, dann wäre
sein Rds noch größer.
Da das bei mehr als 1 Watt Verlust passiert (was für dieses Gehäuse
ohnehin zu viel ist) gehe ich davon aus, dass sich der Transistor
während der Messung zumindest innen drin schon erheblich erwärmt, was
den Rds in die Höhe treibt. Aber so viel wie deine ermittelten 0,09Ω,
habe ich nicht erwartet. Eher etwa 0,06Ω.
Sicher, dass das ein originaler Transistor ist?
Ich hab keine 4-Leiter Messung gemacht. Ich weiss nichtmals genau was
das ist. Ich hatte nur die Spannung an dem Akku und an Drain gemessen
und den Rest ausgerechnet. Den Heizdraht-Widerstand habe ich vorher
schon ermittelt.
Leitungswiderstände hatte ich einfach als 0 angenommen.
Ich bin jetzt aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es tatsächlich an den
Kontakt-/Leitungswiderständen lag. Hatte vorher den IRF7401 auf ne
Adapterplatine gelötet und nur 3 Drähte an die Platine gelötet.
Jetzt hab ich alle 8 Drähte dran gelötet und in mein Breadboard
gesteckt. Außerdem hab ich insgesamt 7 Leitungen von GND zu den Source
Drähten gelegt anstatt nur einen. Und alle 4 Drain-Drähte mit dem
Heizdraht verbunden. Alles über mein Breadboard. So hab ich den
Widerstand auf 0,05 Ohm runtergebracht. Die Rest-Differenz zum Rds(on)
ist mit den restlichen Kontaktwiderständen zu erklären.
Hab mal meine Messung zum Einschalt- und Ausschaltvorgang hochgeladen
falls es wen interessiert. Das Blaue ist die Akku-Spannung, das rote die
Spannung an Drain. Die Differenz liegt am Heizdraht an.
Danke an alle.
Martin schrieb:> Ich hab keine 4-Leiter Messung gemacht.> Ich weiss nichtmals genau was das ist.
Da hilft das Internet.
> Alles über mein _Breadboard_
Ideale Voraussetzung, irgendwas zu messen, was mit den realen Werten
nichts gemein hat.