Wenn wir in Deutschland eine Blackout haben sollten.
Wie gut sind die hier ansässigen Chipwerke darauf vorbereitet?
Was mich hier interessieren würde wäre für jedes einzelne Werk
(Infinion, Global Foundries (AMD), Bosch usw.) so Fragen wie:
1. Ist deren (Not)-Stromversorgung inselfähig. Können die also ohne
Netzfrequenz laufen und sind die auch ohne Netzfrequenz
selbststartfähig?
2. Verwenden die zur Notfallstromversorgung Gaskraftwerke oder
Dieselgeneratoren?
3. Wie lange können die ohne Netz betrieben werden? Also wie groß ist
der Gasspeicher oder Dieseltank, falls vorhanden?
4. Wie sieht es mit der Wasserversorgung aus? Wenn der Strom ausfällt,
gehen ja auch die Pumpen für die Wasserleitungen nicht mehr. Die
Chipfabriken müssten also auch hierfür eine Absicherung haben.
Sonstige Punkte, die mir nicht eingefallen sind, aber in dem Kontext
"Blackout & Chipindustrie in Deutschland" interessant sein könnten.
In so einem Szenario ist die Chipindustrie völlig belanglos. Equipment
geht beim Abschalten nicht kaputt, mitarbeiter kämen sowieso nicht mehr
zur Foundry. Ist ja die unkritischste infrastruktur die ich mir
borstellen kann.
In (Petro)chemischen Anlagen kann das Produkt in den Rohren Fest werden,
da hast du u.u. pech und darfst die Anlage abreissen. da lohnt sich
notversorgung zum sicheren herunterfahren.
Genau wie alle anderen Firmen und Banken etc. auch.
Mit Dieselgeneratoren und einen fetten Tank. Dazwischen ein paar Akkus
für die absoluten Notsysteme, falls erforderlich. Siehe z.b. KH.
Mein letzter Arbeitgeber hat halb Europa (besonders England) mit den
wichtigsten Zubehörteil für diese Dieselgeneratoren aus gestatten. Wir
hatten 1999 (y2k Panik) so viel Aufträge das wir unsern Umsatz
verdreifacht haben. Und unsere Werk in NL 24/7 gearbeitet hat.
Und der Spruch "Kunde droht mit Auftrag" bei der Geschäftsleitung zu
Panikausbrüchen geführt hat.
War damals voll cool.
Wenn Du der Nano bist, wo ich vermute, daß Du es bist, dann bist Du
eigentlich zu schlau um zu denken, daß uns hier in Deutschland ein
größerer Blackout droht.
Nano schrieb:> Wenn wir in Deutschland eine Blackout haben sollten.> Wie gut sind die hier ansässigen Chipwerke darauf vorbereitet?>> Was mich hier interessieren würde wäre für jedes einzelne Werk> (Infinion,
Soweit mir bekannt in Dresden.
Infineon: Gar nicht. Die hängen direkt am Netz. Da gibt es noch ein
juristisches Nachspiel wegen dem Stromausfall mit dem Luftballon im
Umspannwerk.
Global Foundries: Hat eigenes (Gas?) Kraftwerk
Bosch : hängt auch direkt am Netz
> 3. Wie lange können die ohne Netz betrieben werden? Also wie groß ist> der Gasspeicher oder Dieseltank, falls vorhanden?
Vermutlich kaum mehr als 24h. Diese Reserven sind nur dazu da, die
Prozesse DEFINIERT runter zu fahren ohne groß Schrott zu erzeugen.
> 4. Wie sieht es mit der Wasserversorgung aus? Wenn der Strom ausfällt,> gehen ja auch die Pumpen für die Wasserleitungen nicht mehr. Die> Chipfabriken müssten also auch hierfür eine Absicherung haben.
Das läuft alles unter Medienmanagement.
Flip B. schrieb:> In so einem Szenario ist die Chipindustrie völlig belanglos.
Nicht ganz.
> Equipment> geht beim Abschalten nicht kaputt,
Aber die Wafer drin sind im Eimer! Und das sind mal fix VIELE Millionen!
Plus die Kosten zu Maschinen reinigen, kalibrieren und neu anfahren!
> mitarbeiter kämen sowieso nicht mehr> zur Foundry. Ist ja die unkritischste infrastruktur die ich mir> borstellen kann.
Zum kurzfristigen Überleben ja, mittel und langfristig NEIN!
Nano schrieb:> Also wie groß ist Dieseltank, falls vorhanden?
Solche Dieseltanks haben typischerweise oben ein Loch,
wo man jederzeit Diesel nachfüllen kann. :-) Wenn aller-
dings gleichzeitig alle Takstellen der Region Stromaus-
fall haben, wird die Beschaffung etwas schwieriger.
Nano schrieb:> Wenn wir in Deutschland eine Blackout haben sollten.> Wie gut sind die hier ansässigen Chipwerke darauf vorbereitet?
In Taiwan fällt häufiger der Strom aus (kleines Netz und wenige große
Kraftwerke) und trotzdem läuft dort die Chipproduktion.
Und in Texas siedeln sich trotz maroden Stromnetz neue Chipfabriken an.
Also keine Panik und weiter locker durch die Hose atmen.
G. K. schrieb:> Und in Texas siedeln sich trotz maroden Stromnetz neue Chipfabriken an.
Intel macht's allerdings richtig und geht nicht nach Bayern, sondern
nach Magdeburg.
Rainer Z. schrieb:> Intel macht's allerdings richtig und geht nicht nach Bayern, sondern> nach Magdeburg.
Warum wohl? Weil die besseren Strom haben? Oder weil es billiger ist
bzw. mehr Subventionen gibt? München ist sauteuer und überlaufen!
Falk B. schrieb:> Warum wohl? Weil die besseren Strom haben?
Ja! Weil! sie! besseren! Strom! haben!
So hat es Intel doch selber begründet, es sollte möglichst grüner Strom
sein. Und weil Bayern-Söder keine Windmühlen und nicht einmal Kabel mag,
ist Bayern fürs Nächste im wahrsten Sinne des Wortes abgehängt.
Rainer Z. schrieb:> G. K. schrieb:>> Und in Texas siedeln sich trotz maroden Stromnetz neue Chipfabriken an.> Intel macht's allerdings richtig und geht nicht nach Bayern, sondern> nach Magdeburg.
Wenn dann mal der Wind nicht scheint, muß auch dort konventionelle
Kraftwerkstechnik liefern.
Schade, dass das Kraftwerk Buschhaus voreilig beendet wurde. Das war
damals auch politisch interessant, weil der direkt angrenzende Tagebau
grenzübergreifend (DDR) betrieben wurde. Ist gerade mal 50km von
Magdeburg entfernt.
Soweit ich weiß, wurde dort auch eine Gleichstromkurzkupplung betrieben,
um Strom in den Osten zu liefern.
Rainer Z. schrieb:> Falk B. schrieb:>> Warum wohl? Weil die besseren Strom haben?>> Ja! Weil! sie! besseren! Strom! haben!>> So hat es Intel doch selber begründet, es sollte möglichst grüner Strom> sein. Und weil Bayern-Söder keine Windmühlen und nicht einmal Kabel mag,> ist Bayern fürs Nächste im wahrsten Sinne des Wortes abgehängt.
Träumer. Schon mal was von einem Verbundnetz gehört? Oder ist das für
dich Neuland? Außerdem ist GERADE der "grüne" Strom für Halbleiterei
KEINE Sekunde ALLEIN nutzbar, denn da braucht es Grundlastfähigkeit und
Verfügbarkeit 24/7 und das über JAHRE! Frag mal die Firmen in Dresden,
die den Stromausfall mitgemacht haben . . .
Ich kann es dir für ein Werk sagen:
1.) ja & ja (tatsächlich ist der Probebetrieb am bestehenden Netz
aufwändiger)
2.) zweimal Diesel, einmal richtig dick für die Fertigung, einmal
kleiner für das Rechenzentrum
3.) kA, viel
4.) zumindest Kühlwasser sollte da drüber laufen
Flip B. schrieb:> In so einem Szenario ist die Chipindustrie völlig belanglos. Equipment> geht beim Abschalten nicht kaputt, mitarbeiter kämen sowieso nicht mehr> zur Foundry. Ist ja die unkritischste infrastruktur die ich mir> borstellen kann.
Hmm... sorry, aber ich glaube da fehlt dir gerade einiges an
Vorstellungsvermögen & Wissen um die Halbleiterfertigung.
Das halt das, was in den Anlagen gerade drinnen ist, Ausschuss ist,
wurde dir ja bereits gesagt. Auch der Aufwand für das Neuhochfahren.
Dazu kommt, dass dann die Lüftung ausfällt, je nach Dauer war's dass
dann für die Reinraumklasse. Dann ist nicht nur das Zeug was in den
Anlagen ist Schrott, sondern sehr viel mehr. Und der Aufwand fürs
Hochfahren wird noch größer, muss ja vorher alles sauber sein.
Nicht zu vergessen, dass so ein Halbleiterwerk auch nicht unerhebliche
Mengen an Chemikalien verarbeitet.
Nano schrieb:> Was mich hier interessieren würde wäre für jedes einzelne Werk> (Infinion, Global Foundries (AMD), Bosch usw.) so Fragen wie:
Wenn du es so genau wissen willst warum schreibst du dann nicht die
einzelnen Werke an und bittest um Beantwortung deiner Fragen?
So gefühlt alle 2 Wochen fängst du irgendeine neue Umfrage an wie z.B.:
"Was ist eure Lieblingsfarbe bei 3,5'' Disketten?"
Ist das nur aus Langeweile oder wirst du die Ergebnisse auch mal im
großen Buch der sinnlosen Umfragen veröffentlichen?
Zur Sicherung der Infrastruktur allgemein gäbe es noch sehr viel zu tun.
wenn ich mir so ansehe, wo man überall an
"lebenswichtige" Kabel heran kommt...
"irgendwas" dürfte dort dann ziemlich gestört sein.
Vor einiger Zeit fiel mir das an einem Flughafen auf.