Niveau mittlere reife in Deutschland [Endet 9.9.]

Gast #7182801
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Hallo liebe Forumsexperten,

hatte die letzten Monate nochmals Kontakt mit meinen Verwandten (Jungs 
17 Jahre alt). Die haben gerade die 10. Klasse abgeschlossen (Gymn.) und 
gehen auf diesem nun in die Oberstufe.

Ich wollte nicht in das allgemeine Baschung eintreten, dass die Schüler 
heute nur noch abgesenkte Anforderungen erfüllen müssen.

Etwas schockiert war ich aber über einige stichprobenartig erfasste 
Wissenslücken.

Die kannten weder den nördlichen Wendekreis, Polarkreis oder woher der 
Längengrad 0° geht (oder den ungefähren Breitengrad unserer Gegend)

Die Fläche oder den Umfang eines Kreises (Formel) zu benennen war nicht 
möglich. Kreisabschnitt habe ich gleich weggelassen

Fragen zur Chemie/ Physik: Was ist Elektrolyse? Wie kann man (einfach 
ausgedrückt) galvanisch verzinken???
Antworten nur Sendepause

Geschichtskenntnisse waren dagegen viel besser (zumind. mit meinen 
heutigen verglichen). Sozialkunde sicher auch und Englisch.

Ich weiss, das eine Wissensabfrage auch nur eine Momentaufnahme und viel 
Zufall dabei ist.

Ist das so normal heute??
Gast #7182831
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Super, alles Dinge die keiner im Leben jemals braucht. Komisch, dass die 
in Vergessenheit geraten...

Heutzutage muss man wichtigere Dingere lehren, z.B. warum Impfstoffe 
gefährlich sind, warum Heilung besser als Prävention ist, warum 
Demokratie Diktatur ist, warum nur die eigene Religion die richtige ist, 
warum Einschüchterung Frieden ist, warum eine warme Wohnung wertvoller 
als Menschenleben ist. So erzieht man mündige Bürger, die für sich 
selbst denken können und nicht obrigkeitshörig sind.
#7182834
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Danilo schrieb:
> Ist das so normal heute??

War auch gestern normal.

Warum soll man sich heute etwas merken wenn man es in Sekunden googeln 
kann.
Geänderte technische Möglichkeiten verändern auch das Lernverhalten.

Weist du z.B wie man richtig Kartoffeln aus dem Boden holt, wie man 
einen Kohleofen richtig bedient, wie man auf einem Holzherd kocht, usw.
Gast #7182853
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Hallo

Wobei es wie eigentlich schon immer auch an den Interessen  der 
einzeknen Schüler liegt:

Der ganze Geometriekram  wird auch heute noch gelehrt - aber eben auch 
vorrangig (wie auch früher schon) "nur" bis zur 7 oder 8 Klasse - danach 
kommen ganz andere - wesentlich anspruchsvoller-  Sachen dran (ja auch 
heute noch ist die Schulmathematik ab der 7 oder auch 8 Klasse ganz 
bestimmt nicht simpel und ein Zuckerschlecken für weit über 90% der 
Schüler und auch einen sehr großen Teil deren Eltern...).
Geometrie ist im Gegensatz von so manchen anderen Mathematikbereichen 
keine wichtige Voraussetzung um bei der Schulmathematik mitzuhalten bzw. 
diese dann in den höheren Jahrgängen verstehen zu können.

So jetzt die "dumme Frage":
Ein Thema nervt, man hat keinen Spaß daran, man sieht keinen Sinn 
dahinter (das sich das später oft ändert ist nicht von Belang) und dann 
kommt natürlich noch die Pubertät mit all ihren im nach hinein nur 
schwer nachvollziehbaren "Hirnstörungen" ;-)
Wer wird das dann nicht alles möglichst schnell wieder vergessen und 
verdrängen,  und zumindest für die Schulische Laufbahn (und mehr 
interessiert erstmal nicht - seid ehrlich zu euch selbst und versucht 
mal so zu denken wie auch ihr es mit 12 bis mindesten 16 Jahren - manche 
auch bis in der 20er hinein  getan habt)  abgehakt behandeln?

Und das bashing (früher halt "hetzen") bezüglich der musischen und 
gesellschaftlichen Fächern der jeweils älteren Generation ist auch nicht 
neues und wahr auch schon damals - und genauso falsch und "dumm" wie 
heute.

Das man in diesen Forum vorrangig "Mathe", "Physik" und "Mintfächer" 
Fans findet liegt an der Natur der Sache.
Das ist so als wenn eine Runde aus dem Papst und von Kardinälen über den 
Sinn des Katholizismus "reden" würden  (man bestätigt nur gegenseitig 
seine Meinungen und Vorurteile)
Gast #7182859
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Udo S. schrieb:
> Warum soll man sich heute etwas merken wenn man es in Sekunden googeln
> kann.

Das ist der Denkfehler, den Viele machen. Es geht nicht daraum, dass du 
irgendwoher holen kannst, was Elektrolyse ist, wenn dir jemand den 
Begriff nennt, sondern dass du sie schon vorher kennst und sie als 
Vorschlag in die Diskussion werfen kannst, wenn jemand einen 
Problemstellung beschreibt.

Das ist auch bei mathematischen Verfahren so. Ich arbeite sehr viel mit 
Lösungsalgorithmen und stelle fest, dass die nachrückende 
Ingenieursgeneration fast nichts mehr kennt. Wenn irgendetwas zu 
berechnen oder zu messen ist, kommt niemand darauf, eine Wienbrücke zu 
nehmen, einen Dual-Slope anzuwenden oder was weis ich. Sie kennen die 
Standards nicht mehr.
Gast #7182873
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2022 schrieb:
> Und das bashing (früher halt "hetzen") bezüglich der musischen und
> gesellschaftlichen Fächern der jeweils älteren Generation ist auch nicht
> neues und wahr auch schon damals - und genauso falsch und "dumm" wie
> heute.

Wo hast du das denn her?
Es war schon in den 1980ern bekannt, dass Musik nachweislich die 
Hirnaktivität so fördert, dass auch für die Mathe was bei rumkommt und 
die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer für die Sozialentwicklung 
wichtig sind.

Das Problem ist nicht, dass es durch die Gesellschaft oder die 
Lehrerschaft vernachlässigt wurde, sondern von den Schülern unterschätzt 
wurde. Wozu Musikunterricht? Ich bin unmusikalisch und die Musik kommt 
aus dem Walkman. Wozu GEschi und Sozi? Alles Probleme, die ich nicht 
habe.

Und um zum Thema zu kommen:
Auf de Mittelschule haben die Kinder ja noch weniger davon gehabt, weil 
die "Realschule" ja schon damit angefangen hat, sich von 
Geisteswissenschaften zu verabschieden und nur das berufswichtige Denken 
hochgehalten hat, was es so nicht gibt und nie gab.

Das Denken hat sich dann in die FHs fortgesetzt: Wir können denken und 
sind praxistauglicher, weil wir weniger overhead mitschleppen. Ergebnis: 
Fachidioten die nicht mal ihr Fach richtig können.
#7182874
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Danilo schrieb:
> Geschichtskenntnisse waren dagegen viel besser (zumind. mit meinen
> heutigen verglichen). Sozialkunde sicher auch und Englisch.
>
> Ich weiss, das eine Wissensabfrage auch nur eine Momentaufnahme und viel
> Zufall dabei ist.

Nein, Du ergötzt Dich als Techniker an scheinbarem Unwissen der Jungs, 
während Du, wie Du selber zugibst, in anderen Bereichen (Geschichte, 
Sozialkunde, Englisch) eine blanke Null bist.

> Ist das so normal heute??

Du bist überheblich. So ist das.
Gast #7182902
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Das geht ja schon so weit, dass viele ausgebildete Elektriker nicht 
verstehen, was der Unterschied zwischen dem Durchmesser und dem 
Querschnitt eines Drahtes ist. Die Einheiten werden ja prinzipiell nicht 
beachtet. Demzufolge auch nicht wissen mit welchem Symbol man 
Durchmesser abkürzen kann. Umrechnung von Milli in Kilo auch 
Fehlanzeige.
Ich will nicht sagen, dass alle so doof sind. Einzelfälle sind es aber 
nicht.
#7182912
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Ralf schrieb:
> was der Unterschied zwischen dem Durchmesser und dem
> Querschnitt eines Drahtes ist. Die Einheiten werden ja prinzipiell nicht
> beachtet.

das muss auch an den neuen Lernmethoden liegen!
Siehe
https://www.youtube.com/watch?v=e2cQsG2IGsY

In einem Ihrer Videos erklärte sie auch mal Einheiten werden hinterher 
eingetragen.

Ich lernte noch alle Einheiten IMMER mitzuschleppen dann sah ich 
potenzielle Fehler frühzeitig m != m² und hinterher müssen die Einheiten 
auch passen, wer V(olt) erreichen will darf zum Schluß nicht A(mpere) 
haben.
Gast #7182917
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Joachim B. schrieb:
> Ich lernte noch alle Einheiten IMMER mitzuschleppen dann sah ich
> potenzielle Fehler frühzeitig m != m² und hinterher müssen die Einheiten
> auch passen, wer V(olt) erreichen will darf zum Schluß nicht A(mpere)
> haben.

Dann wird eben ein Stromwandler genommen. Geht Alles. Hier fehlen 8 GW 
Kraftwerkskapazität. Macht ja nichts -schalten wir die verbliebenen 
Atommeiler ab -vielleicht fehlt dann WENIGER?!

Das Furchtbare ist: Die Idioten merken nicht mal, daß sie welche sind 
-weil sie auch nur von Idioten umgeben sind!
Gast #7182945
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Oberlehrer schrieb:
> Wenn irgendetwas zu berechnen oder zu messen ist, kommt niemand darauf,
> eine Wienbrücke zu nehmen, einen Dual-Slope anzuwenden oder was weis
> ich.

Das ist ja auch nicht gefragt.  Wenn der Chef sagt "Bau eine Wienbrücke" 
kann man immer noch googlen wie das geht. Und wenn der Chef nichts von 
Wienbrücke sagt kommt auch keine ins Projekt rein. Wenn man eigenmächtig 
eine Wienbrücke vorschlägt würde man ja den Chef blöd aussehen lassen, 
weil er nicht selbst drauf gekommen ist. Wer eigene Ideen hat gehört 
zurechtgestutzt.
Gast #7183075
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> Geschichtskenntnisse waren dagegen viel besser

Glaube ich eher nicht.
Wann war der Dreißigjährige Krieg und wer kämpfte da gegen wen und 
warum? Gleiches zu den Napoleonischen Kriege. Welchen Herrscher nannte 
man Sonnenkönig? In welcher Stadt wurde der österreichische Erzherzog 
Franz Ferdinand bei einem Attentat erschossen und dadurch der erste 
Weltkrieg ausgelöst?
Gast #7183104
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Falk B. schrieb:
> P S Warum haben diese Digitalassistenten eigentlich alle Frauennamen?
> Warum nicht Heinz, Otto, Maximilian?

Weil nunmal in einer patriarchalen Gesellschaft Produkte auf Männer 
ausgelegt werden, und Männer Frauennamen bevorzugen, weil sie dort ihre 
Fantasien hinein projizieren können. Fahrzeuge, insbesondere Boote, 
haben ja auch oft Frauennamen. Im Englischen werden sind Boote ja auch 
immer "she".
Gast #7183110
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Keine Macht den Doofen! schrieb:
>> Ich lernte noch alle Einheiten IMMER mitzuschleppen dann sah ich
>> potenzielle Fehler frühzeitig m != m² und hinterher müssen die Einheiten
>> auch passen, wer V(olt) erreichen will darf zum Schluß nicht A(mpere)
>> haben.
>
> Dann wird eben ein Stromwandler genommen. Geht Alles. Hier fehlen 8 GW
> Kraftwerkskapazität. Macht ja nichts -schalten wir die verbliebenen
> Atommeiler ab -vielleicht fehlt dann WENIGER?!
>
> Das Furchtbare ist: Die Idioten merken nicht mal, daß sie welche sind
> -weil sie auch nur von Idioten umgeben sind!

Das erscheint so dämlich. In Wirklichkeit saßen da an dem Stresstest 
aber Energie-Fachleute. Der Robert hat doch nur zusammengefasst und 
moderiert.
Gast #7183125
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Ralf schrieb:
> Das geht ja schon so weit, dass viele ausgebildete Elektriker
> nicht
> verstehen, was der Unterschied zwischen dem Durchmesser und dem
> Querschnitt eines Drahtes ist. Die Einheiten werden ja prinzipiell nicht
> beachtet. Demzufolge auch nicht wissen mit welchem Symbol man
> Durchmesser abkürzen kann. Umrechnung von Milli in Kilo auch
> Fehlanzeige.
> Ich will nicht sagen, dass alle so doof sind. Einzelfälle sind es aber
> nicht.

Das ist aber nichts Neues. Das war vor 20 Jahren auch schon so. 
Berufsausbildungen basieren auf Auswendiglernen, nicht auf dem 
Verständnis von Zusammenhängen. Deshalb verstehen die Gesellen und 
teilweise auch Meister oft nicht was die Einheiten überhaupt bedeuten, 
dass man da kürzen kann wie in der Algebra. Da wird am Endergebnis eben 
das vom Lehrer Gewünschte hingeschrieben. So wird es leider auch 
gelehrt. Dann kommt eben nicht selten so ein Unsinn wie kw/h raus, wenn 
man nicht verstanden hat worum es geht und die Erinnerung welche Einheit 
hin gehört verschwunden ist. Passiert auch bei Elektrikern, ob wohl da 
kWh schon eigentlich zum Tagesgeschäft gehört. Formeln werden nach jeder 
Größe umgestellt einzeln auswendig gelernt oder stehen schon so in der 
für die Prüfung erlaubten Formelsammlung. Das Ohmsche Gesetz selber 
umzustellen ist da schon zu schwierig. Ich hatte mal auf dem 
Youtube-Kanal "Lehrer Schmidt" unter einem Video den schlampigen Umgang 
mit Einheiten kritisiert. Erst wusste Lehrer Schmidt angeblich nicht was 
ich gemeint habe, nach meiner zweiten Antwort hat er das Video dann 
entfernt ;-)

In unserer Gesellschaft zählt es ja schon als chic oder cool, Mathe und 
Physik nicht zu verstehen. Mathe, Physik und Technik zählt offenbar 
nicht zur Allgemeinbildung.
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