Audio auf LEDs modulieren

Gast #7185797
Lesenswert?

Hallo,

ich möchte ein Audiosignal auf LED Licht modulieren, damit man Musik 
über Licht übertragen kann (mit einer Photodiode einfangen). Das klappt 
schon ganz gut - aktuell mache ich das mit einem einfachen Audio Signal 
(Spannung) und einem V to I Converter und einer einzigen LED.

Jetzt möchte ich das ganze auf mehrere LEDs ausweiten. Theoretisch wäre 
ein Stromspiegel (Current Mirror) genau das richtige dafür, allerdings 
wird der üblicherweise nur für Transistoren angewandt, die auf demselben 
Chip sind. Hat jemand mal versucht, den mit diskreten Transistoren zu 
verwenden? Funktioniert das gut? Abweichungen von bis zu 10% sind für 
mich kein großes Problem.

Mögliche Alternative: Ich könnte auch jeder LED einen eigenen OpAmp 
verpassen, würde das aber gerne vermeiden.
Grundsätzlich kann man den LEDs auch Vorwiderstände geben und dann den 
Strom einfach durch einen Spannungsfolger mit starkem OpAmp steuern, 
aber dann braucht man entweder einen, der stark genug ist, um mehrere 
LEDs zu treiben, oder wieder mehrere OpAmps.

Oder habt ihr eine bessere Idee, wie man das lösen könnte?
(Firma: Autotronic) #7185819
Lesenswert?

Modulator schrieb:
> Ich möchte ein Audiosignal auf LED Licht modulieren, damit man Musik
> über Licht übertragen kann.

Im kleinen Maßstab klappt das sogar. Man muss nur den Optokoppler durch 
eine LED und einen Fototransistor ersetzen. Eine Grundhelligkeit der LED 
wird mit dem 1k Trimmer eingestellt (5mA).

Im großen Maßstab könnte man die 6V Versorgungsspannung durch z.B. 60V 
ersetzen und dann mehrere superhelle LEDs in Serie schalten.
Angehängte Dateien:
Gast #7185824
Lesenswert?

> Oder habt ihr eine bessere Idee, wie man das lösen könnte?

Ich hab das vor 20Jahren mal mit einer LaserLED gemacht. Ich glaub
Schaltung war mehr oder weniger aus Sams Goldwasser FAQ plus etwas 
eigenkram.
Das sollte ja im Prinzip auch fuer LEDs gehen.

War echt cool. Musik nur wenn man mit dem Laser trifft. :-D

Olaf
Gast #7185856
Lesenswert?

Modulator schrieb:
> Jetzt möchte ich das ganze auf mehrere LEDs ausweiten. Theoretisch wäre
> ein Stromspiegel (Current Mirror) genau das richtige dafür, allerdings
> wird der üblicherweise nur für Transistoren angewandt, die auf demselben
> Chip sind. Hat jemand mal versucht, den mit diskreten Transistoren zu
> verwenden? Funktioniert das gut? Abweichungen von bis zu 10% sind für
> mich kein großes Problem.

Für mehrere Ausgangsströme heißt die Anordnung dann "Strombank". Das 
kann man auch mit diskreten Transistoren mit etwas Emitterwiderstand 
machen und kommt leicht unter 10% Abweichung. Die Methode nimmt man bei 
wenig Versorgungsspannung, wo also Reihenschaltung mehrerer LEDs nicht 
geht.
#7185872
Lesenswert?

Axel R. schrieb:
> Ist denn LED-Strom (I), Helligkeit(LUX?) und Pegel (VU) linear? Wie hast
> Du das gelöst?

Die klassische Lösung wäre, im Sender oder im Empfänger Gegenkopplung 
über eine LED-Photodioden-Kombination zur Linearisierung zu verwenden.
Siehe Tietze-Schenk, Kapitel 25 (Messschaltungen) - Abb. 25.5 Optische 
Übertragung eines Analogwertes, bzw. Kapitel 25.2.2 Strommessung auf 
hohem Potential, Abb. 25.8 (zumindest in der 5. Auflage dort zu finden, 
in der 8. ist die Numerierung leicht abweichend).
Gast #7185878
Lesenswert?

Axel R. schrieb:
> Ist denn LED-Strom (I), Helligkeit(LUX?) und Pegel (VU) linear? Wie hast
> Du das gelöst?

Linear ist es sicherlich nicht, aber entweder heben sich die LED 
Nichtlinearität und die Photodioden Nichtlinearit gegenseitig auf, oder 
Audiosignale sind generell unempfindlich, aber das empfangene Signal 
einfach an einen Lautsprecher weitergeleitet ergibt recht guten Ton!

Reihenschaltung mit hoher Spannung wäre natürlich ideal, aber ich habe 
nur einen LiPo und hatte zunächst nicht vor, einen Boost einzubauen.

Strömling schrieb:
> Für mehrere Ausgangsströme heißt die Anordnung dann "Strombank". Das
> kann man auch mit diskreten Transistoren mit etwas Emitterwiderstand
> machen und kommt leicht unter 10% Abweichung.

Haben Bipolartransistoren hier einen Vorteil gegenüber Mosfets? Ich 
hatte eigentlich vor, die Strombank mit Mosfets aufzubauen - einfach, 
weil ich keine Erfahrung mit Bipolartransistoren habe.
Gast #7185881
Lesenswert?

Vor fuemmpfzig Jahren ging das sogar mit einer kleinen und simplen
Gluehlampe (3.8 V/0.07 A) in einer Taschenlampe mit einem guten
Reflektor. Als "Fotodiode" diente ein Si-Transistor mit abgesaegtem
Gehaeusedeckel hinter einer grossen Lupe.
#7185892
Lesenswert?

... schrieb:
> Vor fuemmpfzig Jahren ging das sogar mit einer kleinen und simplen
> Gluehlampe (3.8 V/0.07 A) in einer Taschenlampe mit einem guten
> Reflektor. Als "Fotodiode" diente ein Si-Transistor mit abgesaegtem
> Gehaeusedeckel hinter einer grossen Lupe.

Der gute Hagen hat die Glühlampe sogar mit einem kleinen Widerstand 
vorgeheizt. Was wir damals alles für Zeuchs gebastelt hatten.
Selbst bei "sowas" hatte man immer den warnend erhobenen Zeigefinger im 
Nacken. Man könnte ja quer über die WestGrenze leuchten. Was für'n 
Quatsch...
Aber 'ne Gegenkopplung war da auch nicht vorgesehen gewesen. Stimmt.
War ja auch ne Glühlampe. Ich kann mich noch dran erinnern, das mein 
Vater 'leicht ungehalten' reagierte, als ich dem "guten "SF128 den 
Deckel abgesägt hatte. Die waren damals richtig teuer!
Gast #7185895
Lesenswert?

Modulator schrieb:
> Haben Bipolartransistoren hier einen Vorteil gegenüber Mosfets?

Die haben von Natur aus viel kleinere Ube-Abweichungen untereinander als 
die Mosfets Ugs-Abweichung haben, man kommt daher bei Bipos mit sehr 
viel weniger Symmetrier-Spannungsabfall über den Emitterwiderständen 
aus.
#7185916
Lesenswert?

Gunnar F. schrieb:
> ich verstehe die Diskussion nicht. So was macht man doch wegen der
> Nichtlinearität mit FM, oder nicht?

Wer sagt denn, daß das nennenswert nichtlinear ist? Das ist es nicht! 
Sowohl ein LED als auch eine Photodiode sind über mehrere Dekaden SEHR 
linear, wenn man beide über den Strom ansteuert bzw. mißt! Auch wenn da 
kein HiFi rauskommt, für normale Alltagsmucke reicht das locker.
Gast #7185920
Lesenswert?

Modulator schrieb:
> Hat jemand mal versucht, den mit diskreten Transistoren zu verwenden?

Ja.

> Funktioniert das gut?

Nein, schlecht, ab Strömen von 1mA verschiebt sich die Stromverteilung 
erheblich wegen unterschiedlicher Erwärmung, selbst mit BC847S.

Vergiss deine analoge Übertragung, mach FM oder Pulsweitenmodulation, 
die sind von absoluten Pegeln her storsicher, man kann mit automatischer 
Verstärkungsregelung empfangen und Störlicht stört nicht mehr (ausser 
selbst flimmerndes).
#7185958
Lesenswert?

Axel R. schrieb:
> als ich dem "guten "SF128 den
> Deckel abgesägt hatte. Die waren damals richtig teuer!

Ich zitiere mich mal eben selbst. Wegen "SF128 und teuer". bis in die 
70er waren die mit hundert mark tatsächlich mal richtig teuer. Leider 
finde ich die Presiliste nicht mehr. Im FA 1968(?) war ne Preisliste. 
Hier im Anzeigen-Teil vom Heft 3/1970 (man beachte OM Fred DM2CND✝, auf 
dem Tielbild; nein ist nicht Prinz Charles, nur mein Vater ;) )
https://worldradiohistory.com/INTERNATIONAL/FunkAmateur/FunkAmateur-1970-03.pdf

Zum Thema
Ich würde das schon analog ausreizen, oblgeich PWM oder FM zeitgemäßer 
erscheint. mach mal erst das analoge soweit fertig und wenn du 
zufrieden, beschäftigst Du dich mit der 'digitalen Variante'.
Gruß, Axel
Angehängte Dateien:
Gast #7186000
Lesenswert?

Rüdiger B. schrieb:
> Warum sendest du kein PWM Signal? ein Dreieckgenerator und ein OP-Amp
> und am Empfänger ein Schmitt-trigger und Tiegpass.

Für die Anwendung ist es wichtig, dass ich als Empfänger direkt eine 
Photodiode an ein Aux Kabel ganz normaler PC Boxen anschließen kann. Ein 
Decoder ist also nicht drin.

Ich habe ein 44kHz Signal, wenn ich das mit 10bit Auflösung haben 
möchte, brauche ich ein echt schnelles PWM. Klar, die Genauigkeit 
braucht man wahrscheinlich ohnehin nicht, aber auch wenn man die 
Anforderung reduiziert, ist es immer noch nicht trivial. Außerdem habe 
ich im ESP32 ohnehin ein DAC eingebaut, den ich dann auch verwenden 
kann.
#7186003
Lesenswert?

Modulator schrieb:
> Für die Anwendung ist es wichtig, dass ich als Empfänger direkt eine
> Photodiode an ein Aux Kabel ganz normaler PC Boxen anschließen kann. Ein
> Decoder ist also nicht drin.

So ein Käse, das geht nicht mal mit analoger Übertragung, wenn man nicht 
totalen Murks empfangen will. DU brauchst einen Empfänger mit 
Verstärker!
Gast #7186011
Lesenswert?

Falk B. schrieb:
> So ein Käse, das geht nicht mal mit analoger Übertragung, wenn man nicht
> totalen Murks empfangen will. DU brauchst einen Empfänger mit
> Verstärker!

Ja, hast recht, keine einfache Photodiode, sondern verstärkt, aber halt 
auch alles in einem Dreibeiner: TEMT6000
Gast #7186143
Lesenswert?

Harald W. schrieb:
> Das muss man nicht neu erfinden. Aber vielleicht könntest Du sechs-
> eckige Räder für Autos neu erfinden. Die gibt es m.W. noch nicht.

Nun ja, meine Anwendung ist schon ein wenig anders als der Normalfall - 
mit einer LED läufts schon, ich will es aber möglichst einfach und ohne 
viele Bauteile auf mehrere LEDs ausweiten. Sicherlich hast du einen 
Tipp, wie das am besten umzusetzen ist - warum also das herumgenecke?
#7186153
Lesenswert?

... schrieb:
> Vor fuemmpfzig Jahren ging das sogar mit einer kleinen und simplen
> Gluehlampe (3.8 V/0.07 A) in einer Taschenlampe mit einem guten
> Reflektor.

Jo, habe ich als Schüler auch so probiert, mit dem EE2003 
Experimentierkasten und der 6V 50mA Glühlampe daraus.
Musik war sehr enttäuschend, Sprache war verständlich.
Frequenzgang war schlechter, als beim Telefon.

Die Trägheit des Glühfadens ist einfach zu groß für einen brauchbaren 
Frequenzgang.
Gast #7186259
Lesenswert?

Modulator schrieb:
> Für die Anwendung ist es wichtig, dass ich als Empfänger direkt eine
> Photodiode an ein Aux Kabel ganz normaler PC Boxen anschließen kann. Ein
> Decoder ist also nicht drin.

Warum? Wo PC Boxen sind, ist auch eine Stromversorgung.

> Ich habe ein 44kHz Signal, wenn ich das mit 10bit Auflösung haben
> möchte

Und das dann analog 1:1 als Licht übertragen? Wie willst du das 
Nutzsignal von Störungen trennen, so dass am Ende eine brauchbare 
Tonqualität heraus kommt?


FM bietet im Gegensatz zu PWM den Vorteil, dass du mehrere Kanäle in 
gleichen Raum übertragen kannst. Wie beim FM Radio: Jeder Sender nutzt 
eine andere Trägerfrequenz.
Beitrag #7187188 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7187196
Lesenswert?

Inetwache RP schrieb im Beitrag #7187188:
> Du Vollpfosten solltest schnellstens hier verschwinden, bevor ich die
> Polizei informiere!!

Die bringt dich dann gleich wieder zu den netten Pflegern...
#7187336
Lesenswert?

Modulator schrieb:
> ich will es aber möglichst einfach und ohne viele Bauteile auf mehrere
> LEDs

Dann bau doch einfach einen Stromspiegel mit bipolaren Transistoren und 
fertig. Einfacher gehts nicht. Die Transistoren bekommen alle einen 
Emitterwiderstand, an dem ein paar V abfallen und gut ist. Diskrete 
Mosfets streuen zu stark.
https://www.allaboutcircuits.com/textbook/semiconductors/chpt-4/current-mirrors/

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren