Brückengleichrichter Diode ersetzen

Gast #7198962
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Hi

Bei einem Brückengleichrichter aus 4 x 3 (parallelen) Dioden hat eine 
einen Kurzschluss entwickelt.

Ich habe Ersatzdioden vom selben Typ bestellt (1N5402).

Jetzt messe ich in Durchlassrichtung aber einen unterschiedlichen 
Spannungsabfall.
Die Dioden im defekten Gerät haben rund 430 mV, die neuen 530 mV. 
(Diodentestfunktion am Multimeter)

Reicht es die eine Diode zu ersetzen, oder sollten alle raus?

Die Eingangspannung ist 15VAC.
#7198966
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Simi schrieb:
> Hi
>
> Bei einem Brückengleichrichter aus 4 x 3 (parallelen) Dioden hat eine
> einen Kurzschluss entwickelt.
>
> Ich habe Ersatzdioden vom selben Typ bestellt (1N5402).
>
> Jetzt messe ich in Durchlassrichtung aber einen unterschiedlichen
> Spannungsabfall.
> Die Dioden im defekten Gerät haben rund 430 mV, die neuen 530 mV.
> (Diodentestfunktion am Multimeter)
>
> Reicht es die eine Diode zu ersetzen, oder sollten alle raus?
>
> Die Eingangspannung ist 15VAC.

Die Flussspannungen unterliegen bei Nutzung einer Degadation, die im 
Extremfall 0V erreicht... ;-))
Gast #7198972
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Dioden funktionieren parallel geschaltet nur, wenn sie die gleiche 
Flussspannung haben und (damit das so bleibt) auch die gleiche 
Temperatur. Tausche also alle drei aus.

Weil: Wenn du eine Diode mit höherer Flussspannung einbaust, verteilt 
sich der Strom ungleichmäßig. Durch die anderen beiden Dioden fließt 
mehr Strom, sie werden dadurch wärmer. Deswegen sinkt deren 
Flussspannung weiter ab, der Strom verteilt sich noch ungleichmäßiger. 
Du riskierst, dass nach einer Betriebszeit fast der ganze Strom nur 
durch die zwei alten Dioden fließt, und fast nichts durch die neue.

Eigentlich soll man das nicht so machen, sondern größere Dioden 
verwenden so das eine den ganzen Strom aushält.
#7199008
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Steve schrieb:
> Weil: Wenn du eine Diode mit höherer Flussspannung einbaust, verteilt
> sich der Strom ungleichmäßig. Durch die anderen beiden Dioden fließt
> mehr Strom, sie werden dadurch wärmer. Deswegen sinkt deren
> Flussspannung weiter ab, der Strom verteilt sich noch ungleichmäßiger.
> Du riskierst, dass nach einer Betriebszeit fast der ganze Strom nur
> durch die zwei alten Dioden fließt, und fast nichts durch die neue.

In der Brückenschaltung sind die Dioden nicht parallel sondern einzeln.

Nur wenn die Durchlassspannung sehr verschieden ist könnte es passieren, 
dass z.B. in der positiven Halbwelle der Kondensator höher auf geladen 
wird als in der andren. Das würde man daran erkennen, dass auf dem 
scope-Bild die Welligkeit der Ausgangsspannung unsymmetrisch ist.

Es kann aber kaum zu dem oben beschriebenen thermal runaway kommen, 
Gleichrichterschaltungen sind nie so auf Kante dimensioniert. Der Effekt 
thermal runaway entsteht eigentlich nur bei direkt parallel geschalteten 
Transistoren oder Dioden, bei guter thermischer Kopplung ist das dann 
auch nicht zu befürchten.

Also, pingelige Menschen sollten die Dioden  (am Pluspol oder am 
Minuspol) paarweise ersetzen, damit sie besser schlafen können.
#7199027
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Simi schrieb:
> Bei einem Brückengleichrichter aus 4 x 3 (parallelen) Dioden hat eine
> einen Kurzschluss entwickelt.
Oh,ja, das hab ich übersehen.
Da muss dann schon das ganze Tripel ausgetauscht werden, wenns ganz eng 
zugeht, sogar das zweite Tripel.

Die Ungleichheit könnte zu einer DC-Komponente in der Trafowicklung 
führen.
#7199044
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Simi schrieb:
> Nicht nur dass sie 3 Dioden parallel verbaut haben.
> Es sind 3x 3A Dioden in einem 10A Netzgerät ...

Und das, noch schlimmer, bei einer Gleichrichterschaltung. Da ist der 
Effektivwert des Stroms an den Dioden deutlich höher als die 10A. Da 
sollten die Dioden je nach Ladekondensator ca. das 1,5 bis zweifache 
vertragen.
Gast #7199730
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>> Nicht nur dass sie 3 Dioden parallel verbaut haben.
>> Es sind 3x 3A Dioden in einem 10A Netzgerät ...

Peter R. schrieb:
> Und das, noch schlimmer, bei einer Gleichrichterschaltung. Da ist der
> Effektivwert des Stroms an den Dioden deutlich höher als die 10A. Da
> sollten die Dioden je nach Ladekondensator ca. das 1,5 bis zweifache
> vertragen.

Allerdings ist jede Diode ist nur für eine Halbwelle zuständig. Der 
Strom fließt nur zu 50% der Zeit.
Gast #7199995
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H. H. schrieb:
>
> thermische Kopplung

Ich nehme an die thermische Abhängigkeit der Kennlinie ist der Grund 
warum das wichtig ist.

Ich habe direkt nach dem Einlöten die Dioden nochmals durchgemessen und 
mich gewundert warum die Flussspannung driftet.

Nunja, beim nächsten mal werde ich grössere Einzeldioden einlöten, oder 
einen der erwähnten Brückengleichrichter.

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