Hi,
ich habe eine alte, MBR-formatierte SSD auf eine neue NVMe-SSD geklont,
mit Hilfe eines M.2-NVMe-USB-Adapters in einer Linux Kernel Virtual
Maschine (KVM) gebootet und mit dem Windows Bordtool mbr2gpt.exe bootbar
zum GPT-Format konvertiert.
Ich habe das gemacht, weil auf dem Rechner Software läuft, für die sich
Dienstleister den Support fürstlich bezahlen lassen, weil sie ein
Quasi-Monopol haben. Ich will eine (durch Inkompetenz sehr lange
dauernde und nervenzehrende) Neuinstallation verhindern.
Nachdem Einbau in den neuen Rechner habe ich die Treiber bereinigt und
festgestellt, dass Windows und Office nicht mehr aktiviert sind.
Ansonsten sieht das Resultat recht gut aus. Die Aktivierung ist kein
Problem und lässt sich sicherlich beheben.
Nun das echte Problem: Der Rechner loggte sich zuvor automatisch in der
Domäne ein, wenn der Fingerabdrucksensor benutzt wurde.
Nun funktioniert die Anmeldung an der Domäne insofern nicht mehr, dass
das Netzlaufwerk des Servers nicht mehr automatisch verbunden wird,
obwohl der Rechner selbst in der Domäne ist.
Wenn ich in den Windows-Tresor die Anmeldeinformationen für die Domäne
manuell eingebe, ist leider die Gültigkeitsdauer nur für die aktuelle
Sitzung. Gebe ich stattdessen nicht-Domänen-Anmeldeinfos an, ist die
Gültigkeitsdauer auf "Organisation" gesetzt, übersteht also auch den
Neustart. Das geht mit Domänen-Anmeldeinformationen schlicht nicht.
Da diese Infos ja auf dem bisherigen System gespeichert waren: Kann mir
jemand helfen? Weiß jemand, wie ich dieses Domänenkennwort persistent
für alle Domänenressourcen gespeichert bekomme? Würde mir echt
weiterhelfen!
Oder weiß eventuell jemand eine GPO, mit der ich am Domänencontroller
das permanente Speichern der Anmeldeinfos erlauben kann?
Bei einer Domänenmitgliedschaft gibt es nicht nur Benutzer-, sondern
auch Computerkonten. Durch Dein Klonen eines zur Domäne gehörenden
Computers hast Du dessen Computerkonto nicht kopieren können (das ist
eine Sicherheitsmaßnahme, denn sonst könnte man ja mit physischen
Zugriff auf einen einzigen Computer, der sich in einer Domäne befindet,
zahlreiche neue Computer in die Domäne einschleusen).
Lange Rede - Du musst Deinen geklonten Computer neu zur Domäne
hinzufügen.
Das kann nur der Domänenadministrator*, entweder direkt von Deinem
Computer aus (durch "Hinzufügen zur Domäne" etc., dabei wird das
Domänenadministratorkonto abgefragt) oder aber auf dem Domänencontroller
mit der AD-Verwaltung.
Das ist nichts neues, so verhalten sich Windows-Domänen schon seit über
einem Vierteljahrhundert.
*) bzw. ein anderer Domänenbenutzer mit der Berechtigung "Hinzufügen von
Computern zur Domäne"
Haselbert schrieb:> ich habe eine alte, MBR-formatierte SSD auf eine neue NVMe-SSD geklont,> mit Hilfe eines M.2-NVMe-USB-Adapters in einer Linux Kernel Virtual> Maschine (KVM) gebootet und mit dem Windows Bordtool mbr2gpt.exe bootbar> zum GPT-Format konvertiert.
Warum dies? Der Clone wäre doch auch ohne dieses Vorgehen bootbar
gewesen, warum musste der auf GPT umgebaut werden? Das ergibt aus meiner
Sicht keinerlei Sinn.
> Nachdem Einbau in den neuen Rechner habe ich die Treiber bereinigt und> festgestellt, dass Windows und Office nicht mehr aktiviert sind.
Das ist vollkommen normal. GPT/MBR hin oder her. Windows wird merken,
das es eine neue Maschine ist und dementsprechend die Aktivierung
verlieren. Mit ein bissel Pech sogar dauerhaft. Das hängt davon ab, wie
die vorherige Aktivierung zustande gekommen ist. War das eine "digitale
Lizenz" (z.B. aus dem Upgrade eines älteren Windows), ist hier Ende
Gelände.
Office ist sogar noch restriktiver als Windows, aber die genaue und
konsistente Darstellung der hier geltenden Regeln bekommt nichtmal mehr
Microsoft selber gebacken, würde also hier deutlich zu weit führen.
> Ansonsten sieht das Resultat recht gut aus. Die Aktivierung ist kein> Problem und lässt sich sicherlich beheben.
Kommt halt drauf an.
> Nun das echte Problem: Der Rechner loggte sich zuvor automatisch in der> Domäne ein, wenn der Fingerabdrucksensor benutzt wurde.> Nun funktioniert die Anmeldung an der Domäne insofern nicht mehr, dass> das Netzlaufwerk des Servers nicht mehr automatisch verbunden wird,> obwohl der Rechner selbst in der Domäne ist.
Sicher? Woher genau weißt du das?
Auflösung: Tatsächlich war der Benutzer nicht richtig an der Domäne
angemeldet. Grund: durch den neuen LAN-Adapter beim neuen Rechner wurden
alle statischen Verbindungseinstellungen verloren. Folglich war der DC
nicht mehr als DNS konfiguriert. Die lokale Domainauflösung ging also
nicht, was dann zu den Problemen führte.
Windows ließ sich wie erwartet nach erneuter Eingabe des Keys problemlos
aktivieren. Office leider nicht. Der Key kam leider mit dem Haken, dass
man ihn nur einmal aktivieren darf. Hätte ich mal lieber direkt das
Office Abo genommen...
Vielen Dank mit dem Hinweis zur PC-Mitgliedschaft und zur Richtlinie!
Das werde ich auch noch prüfen. Ich kann mir vorstellen, dass es da noch
Unstimmigkeiten gibt.
Sorry, dass ich so wenig Erfahrung mit der Domäne habe. Ich mache das
eher aus der Not als weil es mir Spaß bringt... Sonst kümmern sich alle
nur darum, dass es überhaupt läuft, und keiner darum, dass es nach
Regeln abläuft. Und das geht mehr und mehr irgendwann in die Hose.