Ja, ich habe bisher zwei Teile darüber bestellt. Die dort angegebenen
Lieferzeiten werden in der derzeitigen Situation auch nicht immer
eingehalten, sondern sogar überzogen. Für eines der bestellten Bauteile
gab es eine Eingangsbestätigung, aber es erschien nicht in meinem
Lagerbestand. Nachdem ich mehrmals per Chat nachbohrte, kümmerte sich
dann jemand darum. Das Bauteil war tatsächlich irgendwo hausintern
verschollen. Über eine Woche später tauchte es dann doch noch auf.
Ich gehe aber davon aus, dass es sich hierbei nur um
Anfangsschwierigkeiten handelt(e), da ich mutmaßlich einer der
allerersten Kunden war, die diesen Dienst nutzten. Vielleicht sind diese
Probleme auch schon längst behoben.
Die Preise sind auch recht hoch, d.h. etwa 50% höher als im Online-Shop
des betreffenden Distributors.
Die Bauteile bekommen eigene JLPCB-Artikelnummern, so dass man sie dann
in der Stückliste direkt referenzieren kann/muss.
Ja, ich hab es auch für ein Bauteil ausprobiert.
Die Bestellung/Lieferung durch Digikey ging schnell, man konnte direkt
das Tracking des Pakets bei JLC sehen. Als das Paket in China war
dauerte es dann noch etwa 2 Wochen bis es durch den Zoll war und bei JLC
korrekt eingebucht war. Erst dann konnte man die Leiterplatten in
Auftrag geben.
Also genug Zeit mitbringen und rechtzeitig bestellen.
Produktion lief dann normal und hat soweit gut geklappt.
Der Preis des Teils war etwas höher als bei Digikey direkt, aber nicht
die 50% von denen Andreas oben geschrieben hat. Hängt vielleicht auch
von der Art des Bauteils, Zolltarifen und Mengen ab.
John P. schrieb:> Und wie viel muss man bestellen?
Mindestens so viele Teile, wie für die eigenen Aufträge benötigt.
> Wenn man z.b. 10 Platinen bestücken möchte?>> 15 Bauteile bestellen?> Was passiert mit dem Rest?
Naja, es läuft genauso ab wie bei aus dem Lagerbestand von JLCPCB
reservierten Bauelementen. Hierfür wird ja häufig angegeben, wie hoch
der zu erwartende Schwund sein wird.
Die restlichen Bauteile werden nach Abschluss des Fertigungsauftrages
wieder gezählt und ins Lager gepackt. Manchmal kommt es vor, dass eine
kleine Anzahl an Bauteilen fehlt, so wie eben bei der automatischen
Bestückung auch zu erwarten ist. Wenn man also wirklich sicher sein
will, das alle Baugruppen vollständig bestückt werden, sollte man ein
paar mehr Teile mehr bestellen.
John P. schrieb:> Und wie viel muss man bestellen?
Ich check das gerade nicht, 🤔
Wir lassen bei denen auch bestücken. Und zwar Hünerfutter und ICs die
bei denen auf Lager sind. Den Rest löten wir zu Hause selber drauf und
fahren damit recht gut, zumal das Hünerfutter ja am meisten Arbeit
macht. Redet ihr von einem 100% Service?? 🤔
Baschtler schrieb:> Den Rest löten wir zu Hause selber drauf und fahren damit recht gut,> zumal das Hünerfutter ja am meisten Arbeit macht. Redet ihr von einem> 100% Service?? 🤔
Ja, du kannst seit einiger Zeit auch Bauteile von Mouser und co dort
bestücken lassen.
Wenn dir ein IC fehlt, ist das super praktisch wenn JLC den gleich mit
macht.
Baschtler schrieb:> Ich check das gerade nicht, 🤔> Wir lassen bei denen auch bestücken. Und zwar Hünerfutter und ICs die> bei denen auf Lager sind. Den Rest löten wir zu Hause selber drauf und> fahren damit recht gut, zumal das Hünerfutter ja am meisten Arbeit> macht. Redet ihr von einem 100% Service?? 🤔
Das händische Nachbestücken kostet eben auch Zeit. Und mittlerweile
besitzen sehr viele Bauteile im QFP- oder QFN-Gehäuse ein oder mehrere
Pads auf der Unterseite(*), so dass eine Handlötung entsprechend
problematisch wird, sofern man nicht stundenlang mit Heißluft o.ä. auf
dem Bauteil herumbraten will. Letzteres kann man vielleicht bei einem
Prototyp machen, aber schon nicht mehr bei einer Kleinserie >= 10 Stück.
Und bei einem Baustein mit separaten Pads auf der Unterseite wird das
auch ziemlich unzuverlässig, z.B. bei einem ADP1031.
Zu (*): Früher(tm) war das nur bei Bauteilen mit großer Wärmeentwicklung
der Fall, aber heutzutage gibt es diese "thermal pads" auch z.B. bei
einigen kleinen Microcontrollern der STM32Gxxx-Serie, die nicht
nennenswert über ein paar Milliwatt Verlustleistung hinauskommen. Oder
auch bei einigen ADC/DAC. Ein "thermal pad" ermöglicht natürlich eine
optimale Masseführung, d.h. nicht nur das Substrat, sondern auch etliche
Bondingdrähte können an dieses Pad auf kürzestem Wege angeschlossen
werden.
Ok vielen Dank schonmal für die Informationen an alle! Aber alle
überschüssige Bauteile kommen wieder zurück ins Lager (werden also nicht
mitgesendet)?
Sind die Bauteile dann nur für den Besteller reserviert? Fallen da
Lagerhaltungskosten an?
John P. schrieb:> Ja, du kannst seit einiger Zeit auch Bauteile von Mouser und co dort> bestücken lassen.
Hoch interessant, wußte ich nicht. Sehe ich das richtig - auf Wunsch
organisieren die den Rest beim Mouser und bestücken es dann komplett.
Wie hoch sind da die Mehrkosten, nach eurer Erfahrung?
Danke für die Info. 👍
JLC schrieb:> Ok vielen Dank schonmal für die Informationen an alle! Aber alle> überschüssige Bauteile kommen wieder zurück ins Lager (werden also nicht> mitgesendet)?
Warum sollten die mitgeschickt werden? Das würde doch so gar nicht zu
deren Standardabläufen passen.
> Sind die Bauteile dann nur für den Besteller reserviert? Fallen da> Lagerhaltungskosten an?
Lies doch einfach mal selbst die entsprechenden Informationen bei JLCPCB
statt Dir hier alles vorkauen zu lassen.
Baschtler schrieb:> Wie hoch sind da die Mehrkosten, nach eurer Erfahrung?
Das lässt sich doch ganz einfach für jedes Bauteil überprüfen, indem man
eine Recherche bei JLCPCB durchführt und zeitgleich bei den
entsprechenden Distributoren. Meist stimmen die ausgewiesenen
Lagerbestände exakt überein, so dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist,
dass sich die von JLPCB durchgeführte Abfrage auf exakt denselben
Lagerbestand bezieht.
Achtung: Die Bestellung bei dem Distributor erfolgt nicht sofort nach
der Bestellung bei JLCPCB, sondern erst einige Tage später. Daher
passiert es bei knappen Bauelementen, dass die Beschaffung nach einigen
Tagen abgebrochen wird. Man bekommt zwar das vorab bezahlte Geld
zurückerstattet, aber dummerweise meist zu einem deutlich schlechteren
Wechselkurs.
Die ohnehin schon recht lange Lieferzeit beginnt auch erst mit der
Ausführung des Einkaufsauftrags zu laufen, d.h. man sollte immer noch
ein paar Tage drauflegen. Letztendlich dauert es also rund einen Monat,
bis man einen entsprechenden Bestückungsauftrag erteilen kann.
Dummerweise kann man auch die Leiterplatten nicht schon vorab herstellen
lassen, sondern verliert dadurch nochmals ein paar Tage.
Andreas S. schrieb:> Die ohnehin schon recht lange Lieferzeit beginnt auch erst mit der> Ausführung des Einkaufsauftrags zu laufen, d.h. man sollte immer noch> ein paar Tage drauflegen.
Das ist dann wohl eher was für eine Kleinserie.
Andreas S. schrieb:> Oder eben für Bauteile, die sich nicht handbestücken lassen.
Da magst du recht haben, hängt aber von den Design-Anforderungen ab. Bei
mir sind die aber nicht so hoch.
Baschtler schrieb:> Da magst du recht haben, hängt aber von den Design-Anforderungen ab. Bei> mir sind die aber nicht so hoch.
Nein, das hängt von den ganz konkret verfügbaren Gehäuseformen der
benötigten Bauelemente ab. Da kann man die tollsten Design-Anforderungen
aufstellen (Dickstes FPGA, aber bitte nur im DIL-Gehäuse; Schaltregler
mit drölzigtausend Prozent Wirkungsgrad, aber bitte nur im TO-3;
Transistor für 2 kV/100A im TO-92), aber die Realität wird eben durch
die physikalischen Randbedingungen und Fertigungsmöglichkeiten
definiert. Und natürlich den Anforderungen anderer Marktteilnehmer.
Ich habe mal eine andere Frage:
Hat einer mal das JLCPCB Preordering ausprobiert?
JLC hat ja intern in ihrer library schon viele parts gelistet
prinzipiell, wo aber viele out-of-stock sind.
Sie schreiben, es gäbe die Möglichkeit diese vorzubestellen.
Bei mir wäre ich imm konkreten Fall an den Linux-SoC's von Allwinner
interessiert. Diese kann man über 3rd-party Distri's natürlich nicht
bekommen weil es diese Chips außerhalb von China irgendwie nirgends
gibt. JLC bzw. LCSC haben die aber (zumindest teilweise) gelistet.