Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Mini Drehbank für Gleitlager


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von Peterle (Gast)


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Moin zusammen,

ich bin auf der Suche nach einer Mini Drehbank für ein Messing 
Gleitlager was ich drehen will. Dazu die Frage ist das mit einer Mini 
Drehbank überhaupt ein realistisches Vorhaben? Ich plane schon lange mal 
in das Gebiet ein Fuß zu setzen und das wäre ein guter Einstieg.

Kurz zu den Maßen, sind zwei Kugellagergrößen, die durch Gleitlager 
ersetzt werden sollen, alles natürlich richtig "schöne" Zollgrößen:

Innendurchmesser: 3.175mm (1/8")
Außendurchmesser: 7.9375mm (5/16")
Breite: 3.571875mm (9/64")

Innendurchmesser: 3.175mm (1/8")
Außendurchmesser: 9.525mm (3/8")
Breite: 3.96875 (5/32")

Ist es möglich mit einer Budgetmaschine an eine Genauigkeit ranzukommen 
dass die Lager einigermaßen außen sitzen? Aktuell habe ich z.B. eine 
gepflegte Proxxon SD300 im Auge, finde allerdings wenig im Bezug auf die 
zu erwartende Genauigkeit. Natürlich erwarte ich hier nichts um die 
perfekten Werte zu erreichen, da darf ich wohl was im >5 stelligen 
Betrag hinlegen, aber es soll einfach nur grob passen, geht nämlich um 
eine übliche dann in Öl gelagerte 3.175mm Modellbauwelle in einem 
Brushless Motor. Also hauptsache das Lager sitzt etwas fest im Motor 
selbst und dreht sich nicht mit, zerbricht ihn aber auch nicht beim 
reindrücken... :-) Für die Welle innen kann ich mir auch ein paar feine 
Bohrer anlachen.

Schonmal danke :-)

von hobbydreher (Gast)


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Hallo Peterle,

grundsätzlich würde ich die von Dir erwähnten Maße mal nach der 2. 
Nachkommastelle abschneiden ;-)
Mit Hobbymitteln auf +-0,02...0,01 genau kann klappen.

Wenn Deine gewünschte Drehmaschine nicht schlackert wie ein Kuhschwanz 
ist das grundsätzlich machbar ohne daß Du tausende Euro investierst.
Abdrehen, messen... und sich ans Enmaß herantasten.

Den Innendurchmesser fertigst Du sowieso am Besten mit einer passenden 
Reibahle!

Und für Gleitlager: Nimm Lagerbronze und kein Messing.

Alles in Allem würde ich mich an Deiner Stelle aber an einen Metaller 
mit Zugang zu einer Drehmaschine wenden.

Gruß
Hobbydreher

von Stefan L. (stefan_l134)


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Wie groß sind denn deine Toleranzen? Darüber solltest du dir zuerst klar 
werden. Auf +/- 0,02 mm kann man mit so einer Drehmaschine bestimmt in 
Messing arbeiten. Wenn man deutlich besser werden will sind Reiben und 
Schleifen eigentlich die Fertigungsverfahren der Wahl.

von Ivan (Gast)


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Ja das ist Theoretisch mit jeder Drehmaschine möglich kommt immer nur 
auf den Rundlauf an.

Den Innendurchmesser wirst du Bohren müssen und Außen ist überhaupt kein 
problem.

Lg

von Peterle (Gast)


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Das klingt schon mal positiv, vielen Dank für die Einschätzung. Die 
Toleranzen kann ich nicht so klar bestimmen, sind günstige Brushless 
Outrunner Motoren, werden wahrscheinlich auch eher günstig verarbeitet 
sein.

PS: Alternativ hatte ich noch eine billig China Maschine im Auge, die 
Güde GMD 400, angegeben mit 1/100, aber der Sache traue ich nicht so. 
Oder kann da 40 Jahre alte deutsche Technik nicht mehr mithalten?

Ansonsten finde ich noch eine Quantum D 50 X 200 E, finde zu der aber 
kaum etwas.

von hobbydreher (Gast)


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Für die Lagerbohrung würde ich mich mal nach passenden Reibahlen 
umschauen.
Z.B. 
https://shop.klingseisen.de/catalogue/product/1000086081?gclid=EAIaIQobChMIwqbfy6im-wIVjeh3Ch1XuQsmEAYYASABEgJJ__D_BwE
Da findest Du welche in 0,01 mm Schritten.

Vielleicht ist hier noch ein Metall-Experte der genau weiß welche 
Lagerluft ein Gleitlager braucht...

Grundsätzlich sind die Quantum Maschinen nicht schlecht, aber meines 
Wissens auch in China gefertigt (was allerdings nichts Negatives heißen 
muss!).

Bei "40 Jahre alter deutscher Technik" kannst Du sehr gut liegen, aber 
auch einen ausgeleierten alten Bock bekommen!
Wenn Dir so eine Maschine angeboten wird, musst Du sie einfach ausgiebig 
unter die Lupe nehmen.

Der Außendurchmesser der Lagerbüchsen wird vermutlich eine Presspassung 
sein. Da hilft nur sich vorsichtig an das Endmaß herantasten und im 
Zweifel die letzten 100stel mit feinem Schleifleinen runter zu bekommen.

von Michael B. (laberkopp)


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Peterle schrieb:
> Ist es möglich mit einer Budgetmaschine an eine Genauigkeit ranzukommen
> dass die Lager einigermaßen außen sitzen?

Ja, aber das liegt nicht an der Maschine, sondern am Werkzeug:

Peterle schrieb:
> Für die Welle innen kann ich mir auch ein paar feine
> Bohrer anlachen.

Nein. Bohrer arbeiten nicht genau.

Für den letzten zehntel MIllimeter nutzt man eine Reibahle.

H7 für H0 Welle wenn man sie locker einsetzt, F7 wenn man sie mit 
Aussendurchmesser R7 in ein H7 Loch einpresst denn das wird dann zu H7.

Dann geht das sogar Frei Hand.

Aber meinst du ernsthaft Messing als Gleitlager und doch nicht eher 
Lagerbronze in Form eines Sinterlagers ?

Kaufe es fertig.

https://www.bronzebushings.com/amfinder/?find=1--oil-impregnated-sae-841-sintered-bronze-inch-sleeve-0-125--1-8--0-375--3-8--0-250--1-4--none-none-aa-337-2-168543

Peterle schrieb:
> Aktuell habe ich z.B. eine gepflegte Proxxon SD300 im Auge

Na ja, eher teuer für ihre Leistung.

von Uli S. (uli12us)


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Bei Güde vergessen die immer das Vorwort "Ach du meine " zu schreiben.
Generell, normalerweise baut man viel eher von Gleitlager auf Kugellager 
um, statt umgekehrt, wie dus vorhast.

von Bastler (Gast)


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Peterle schrieb:
> Für die Welle innen kann ich mir auch ein paar feine
> Bohrer anlachen.

hobbydreher schrieb:
> Den Innendurchmesser fertigst Du sowieso am Besten mit einer passenden
> Reibahle!

Da steht es schon: Wellen in Lagern brauchen ordentliche Passungen. 
Besonders wenn es sich schnell drehen soll was ich bei Brushless Motor 
einfach mal annehme...

Also - Reibahle.

Bei der Genauigkeit die man erreichen kann kommt es mehr aufs können an 
als auf die Maschine - solange die Maschine nicht total im Arsch ist. 
Und selbst da, mit Verstand erkennt man das und kann erkennen ob und wie 
man die Genauigkeit wiederherstellen kann.

Die Proxxon Drehbank ist für feine Arbeiten ziemlich gut. Erwarte halt 
keine Steifigkeiten für die Stahlbearbeitung und keine Motorleistung für 
große Spanvolumen. Hört sich aber nicht so an als wäre das dein Ziel...

von hobbydreher (Gast)


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Bastler schrieb:
> Die Proxxon Drehbank ist für feine Arbeiten ziemlich gut. Erwarte halt
> keine Steifigkeiten für die Stahlbearbeitung und keine Motorleistung für
> große Spanvolumen.

Ack!

Da steht auch bissel was über dieses Maschinchen:
https://www.rchobby-net.de/sd300/sd300.htm

So wie ich Dich verstanden habe Peterle hast Du eine gebrauchte in der 
engeren Wahl.
Schau, daß die Hauptspindel KEIN Spiel hat!
Längs- und Planschlitten können soweit ich sehe nachgestellt werden.
Und auf minimales Umkehrspiel der Spindelmuttern achten! Di sind oft 
ausgelutscht und das macht die Arbeit schwierig.
Wenn dann noch Spannzangen dabei sind dürfte Deinem Vorhaben nichts 
entgegensprechen.

von W.S. (Gast)


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Peterle schrieb:
> Innendurchmesser: 3.175mm (1/8")
> Außendurchmesser: 7.9375mm (5/16")
> Breite: 3.571875mm (9/64")

Lies erstmal über Toleranzwerte nach. Da gibt's Tabellen für Innen- und 
Außendurchmesser und deine Breite mit 6 Nachkommastellen ist ein Scherz, 
gelle?

W.S.

von Wahlschweizer (Gast)


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hobbydreher schrieb:
> Grundsätzlich sind die Quantum Maschinen nicht schlecht, aber meines
> Wissens auch in China gefertigt (was allerdings nichts Negatives heißen
> muss!).

Im Prinzip funktionieren die schon, für Genauigkeit musst man aber noch 
etwas Arbeit investieren.
Ein Arbeitskollege arbeitet hin und wieder an so einer Quantum Drehbank. 
Er bekommt es hin ein Teil auf 0,02mm Rundlauf einzuspannen. Aber nur 
mit Spannzange und genauer Einhaltung von der richtigen Reihenfolge in 
der die Schrauben des Flansches der Spannzange angezogen werden.
Nach eigener Erfahrung ist es bei diesen Maschinen auch erforderlich, 
den Spindelstock zum Bett auszurichten. Das stimmt selbst bei 
Neumaschinen eigentlich nie.

von Dirk L. (garagenwirt)


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Wahlschweizer schrieb:

> Nach eigener Erfahrung ist es bei diesen Maschinen auch erforderlich,
> den Spindelstock zum Bett auszurichten. Das stimmt selbst bei
> Neumaschinen eigentlich nie.

Dass ist das eigentliche Problem. Wenn die Flucht genau genug ist, dann 
klappt das auch

von Peterle (Gast)


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Vielen Dank für die vielen Infos, sind alle sehr hilfreich!

W.S. schrieb:
> deine Breite mit 6 Nachkommastellen ist ein Scherz,
> gelle?

Nein, nur Plump aus einem Zoll zu mm Rechner rauskopiert ;-) Keine 
Sorge, ist mir bewusst dass das nicht relevant ist, jedoch wollte ich an 
keiner Info sparen.

Uli S. schrieb:
> Bei Güde vergessen die immer das Vorwort "Ach du meine " zu schreiben.
> Generell, normalerweise baut man viel eher von Gleitlager auf Kugellager
> um, statt umgekehrt, wie dus vorhast.

Ja so nehme ich auch die Meinung aus vielen Ecken dazu auf. Mein Problem 
liegt in der Wasserfestigkeit, da die Motoren konstant flüssig gelagert 
werden, würden auch Gleitlager gehen. Kugellager bekomme ich nicht 100% 
rostfrei, da der Eintritt von Wasser nicht komplett ausgeschlossen 
werden kann (Einsatz im Wasser) gehe ich einen anderen Weg.

Michael B. schrieb:
> Für den letzten zehntel MIllimeter nutzt man eine Reibahle.

Das schaue ich mir auch mal an, danke für die Info.

Michael B. schrieb:
> Aber meinst du ernsthaft Messing als Gleitlager und doch nicht eher
> Lagerbronze in Form eines Sinterlagers ?

Für das Material habe ich noch nicht final entschieden, ich wollte nur 
ausdrücken, dass kein Edelstahl gedreht werden soll sondern das Material 
recht weich sein wird.

von Peterle (Gast)


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Michael B. schrieb:
> Kaufe es fertig.
>
> 
https://www.bronzebushings.com/amfinder/?find=1--oil-impregnated-sae-841-sintered-bronze-inch-sleeve-0-125--1-8--0-375--3-8--0-250--1-4--none-none-aa-337-2-168543

Das ist ein guter Link, danke, ich habe mich nämlich dumm und dusselig 
gesucht, aber keiner der mir bekannten Händler hatte was passendes...

von Klaus (Gast)


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Stefan L. schrieb:
> Wie groß sind denn deine Toleranzen? Darüber solltest du dir zuerst klar
> werden. Auf +/- 0,02 mm kann man mit so einer Drehmaschine bestimmt in
> Messing arbeiten. Wenn man deutlich besser werden will sind Reiben und
> Schleifen eigentlich die Fertigungsverfahren der Wahl.

Für Lager muss man deutlich besser werden - sonst kannst es gleich 
bleiben lassen.

Spindel-Gleitlager für Präzisions-Werkzeugmaschinen werden geschabt, 
sind nachstellbar und brauchen einen konstanten Schmierölfluss. BTDT

von Walter T. (nicolas)


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Klaus schrieb:
> Für Lager muss man deutlich besser werden - sonst kannst es gleich
> bleiben lassen.

Nö, eigentlich nicht. Beim Herstellen von Gleitlagern und Buchsen könnte 
man das Halbzeug auch komplett schief einspannen und es muss noch nicht 
einmal rund sein.

Der Trick besteht darin, alles in einer Aufspannung zu drehen. Die 
Innenbohrung bohrt man auch nicht auf, sondern dreht sie auf. Wenn man 
faul ist, kann man den letzten Schritt wieder reiben, dann muss man 
nicht messen.

Solange das Spindelspiel in Ordnung ist, ist der Rundlauf für solche 
Bauteile egal.

von Ryven (Gast)


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Naja wenn die Lager hochgenau sein sollten sind die Luftgelagert. Da ist 
nix mit nachstellen. Aber ne Feindrehbank ist hier echt fehl am Platz.
Die Quantum sind schon relativ stabil.
Freude kommt auf wenn man ein Dro dran hat. Macht Masse treffen die 
einfacher.

von Luftnot (Gast)


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Peterle schrieb:
> Mein Problem
> liegt in der Wasserfestigkeit, da die Motoren konstant flüssig gelagert
> werden, würden auch Gleitlager gehen. Kugellager bekomme ich nicht 100%
> rostfrei, da der Eintritt von Wasser nicht komplett ausgeschlossen
> werden kann (Einsatz im Wasser) gehe ich einen anderen Weg.

Nur mal aus Neugier, willst Du einen Unterwasserantrieb fürn 
Tauchroboter bauen? Sowas in der Art hatte ich auch mal auf dem Schirm.

von Peterle (Gast)


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Luftnot schrieb:
> Nur mal aus Neugier, willst Du einen Unterwasserantrieb fürn
> Tauchroboter bauen? Sowas in der Art hatte ich auch mal auf dem Schirm.

Erwischt... Thruster Gehäuse und alles ist schon bereit, funktioniert 
auch gut, lediglich bekomme ich das Teil trotz Druckausgleich im Gehäuse 
nicht 100% Wasserdicht. Deshalb das auf Nummer sicher gehen mit den 
"wartungsfreien" Gleitlagern. So muss ich mir weniger Gedanken machen 
und die Wartungsarbeiten sinken.

Vielleicht drehe ich dann auch das Gehäuse direkt mit einer Bank, aber 
das ist wohl Zukunftsmusik und die 3D Drucker müssen weiter her halten.

Michael B. schrieb:
> Kaufe es fertig.
>
> 
https://www.bronzebushings.com/amfinder/?find=1--oil-impregnated-sae-841-sintered-bronze-inch-sleeve-0-125--1-8--0-375--3-8--0-250--1-4--none-none-aa-337-2-168543

Die Seite versendet leider nicht nach DE, ich kann nur die USA 
auswählen.

von Luftnot (Gast)


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Peterle schrieb:
> Erwischt... Thruster Gehäuse und alles ist schon bereit, funktioniert
> auch gut, .......

Ich habe mein Projekt seinerzeit eingestellt, weil mir der Gesamtaufwand 
doch etwas zu groß wurde.
Ich hatte mich damals nach Kunststoffkugellagern umgesehen. Gibts zwar, 
aber so richtig fündig wurde ich leider nicht.

von Lothar J. (black-bird)


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von Walter T. (Gast)


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Dann wäre Teflon wahrscheinlich attraktiver als Messing.

von Uli S. (uli12us)


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Vielleicht nicht grade Teflon, weil das sehr weich ist. Schau mal bei 
Igus, die sind spezialisiert auf Kunststoffe für Lagerungen.
Aber, wenn du das Gehäuse nicht komplett dicht kriegst, dann blas es 
doch ganz einfach auf. Da sollte es eine ganz simple Aquarium Luftpumpe 
tun. Bei nem leichten Überdruck blubberts dann halt irgendwo raus. 
Alternativ gäbs auch Edelstahllager oder die bereits genannten aus 
Keramik. Die sollen sogar völlig ohne Schmierung laufen.

von Klaus (Gast)


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Michael B. schrieb:
> H7 für H0 Welle wenn man sie locker einsetzt, F7 wenn man sie mit
> Aussendurchmesser R7 in ein H7 Loch einpresst denn das wird dann zu H7.

WOW - scheinbar hast du's voll drauf:
Passungen für Wellen werden mit Kleinbuchstaben gekennzeichnet 
(DIN7154/55). Viel Spass noch beim Weitermurksen...

An TO: Hast schon mal was von Stopfbüchsen oder X-Ringen gehört? Aber 
der eigentliche Trick liegt in einem geteilten Druckgehäuse. Damit 
schafft man einige 10 bar.

von MaWin (Gast)


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Klaus schrieb:
> WOW - scheinbar hast du's voll drauf:

Er hat diesen Unsinn doch eindeutig markiert:

> Michael B. (laberkopp)

von Klaus (Gast)


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MaWin schrieb:
> Klaus schrieb:
>> WOW - scheinbar hast du's voll drauf:
>
> Er hat diesen Unsinn doch eindeutig markiert:
>
>> Michael B. (laberkopp)

Weist Du, MaWin, mir sind diese Spielchen einfach zu doof. Hier reden 
Aufpudler mit - Leute, die von Nix auch nur die Spur einer Ahnung haben, 
aber einfach mal auf dicke Hosen machen. Und das nur, weil sie mal was 
bei Peter Moosleitners Filmchen aufgeschnappt haben - und nun meinen, 
sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Dabei sind`s durchwegs Waserl - nicht nur, wenn es um Feinmechanik geht. 
Ich bin`s wirklich leid, mir den abgesonderten Tinnef anzuhören. 
Falsches Niveau, mit solchen Leuten streit ich nicht, dafür ist mir 
meine Zeit zu schade!

Wenn`s dir Spass macht, dann reib dich weiter auf - mit dem Versuch, das 
Niveau zu retten. Für mich jedenfalls ist hier Ende Gelände.

von michael_ (Gast)


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Klaus schrieb:
> An TO: Hast schon mal was von Stopfbüchsen oder X-Ringen gehört? Aber
> der eigentliche Trick liegt in einem geteilten Druckgehäuse. Damit
> schafft man einige 10 bar.

Die Info kam spät.
War dann auch mein erster Gedanke.
Gleitlager brauchen auch "Luft".
Heute würde ich da Wellendichtringe nehmen.
Keine Ahnung, ob es die für den kleinen Durchmesser gibt.
Aber wegen einem Gleitlager eine Drehmaschine kaufen?
Der TO kommt mir aber vor, wie wenn ein gelernter Maurer einen Dresdener 
Stollen backen will.

Klaus schrieb:
> Weist Du, MaWin, mir sind diese Spielchen einfach zu doof. Hier reden
> Aufpudler mit - Leute, die von Nix auch nur die Spur einer Ahnung haben,
> aber einfach mal auf dicke Hosen machen.

Ich glaube nicht, dass es der Richtige MaWin ist.
Eher der Mechanik MaWin aus MekPom.

von MaWin (Gast)


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Klaus schrieb:
> Weist Du, MaWin, mir sind diese Spielchen einfach zu doof

Dir ist aber schon klar, dass ich dir lediglich vollumfänglich 
zugestimmt habe, oder?

Beitrag #7249645 wurde vom Autor gelöscht.
von Michael B. (laberkopp)


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Klaus schrieb:
> WOW - scheinbar hast du's voll drauf:
> Passungen für Wellen werden mit Kleinbuchstaben gekennzeichnet
> (DIN7154/55). Viel Spass noch beim Weitermurksen...

Dein hier laut rausposauntes Halbwissen ist veraltet, die Norm wurde 
zurückgezogen, ist nicht mehr gültig.

Zudem ist deine Lesekompetenz schlecht, stand dort irgendwas vom 
Wellentoleranz, nicht doch von der Bohrungstoleranz ?

Du bist hier nur am selbstgefälligen rumrotzen.

Hier steht was zu Toleranzen:

https://www.schraubenschrank.net/Lager--Buchse/Buchsen-Bohrbuchsen-und-Gleitlagerbuchsen/Bundbuchsen-aus-Sinterbronze/Sinterbronze-Buchse-mit-Bund-Durchmesser-369-x-4-mm-Gleitlager-fuer-3-mm-Welle---1-Stueck

https://www.amtag.de/media/files/Sintermetall-Gleitlager-Technische-Informationen.pdf

michael_ schrieb:
> Ich glaube nicht, dass es der Richtige MaWin ist.
> Eher der Mechanik MaWin aus MekPom.

Leicht zu erkennen, nur ein weiterer Rotzlöffel.

Peterle schrieb:
> Die Seite versendet leider nicht nach DE, ich kann nur die USA auswählen.

Dafür gibt es Versanddienstleister wie 
https://www.shipito.com/de/buy-from-US-ship-to-Germany

von Sascha S. (dec)


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Michael B. schrieb:
> H7 für H0 Welle wenn man sie locker einsetzt, F7 wenn man sie mit
> Aussendurchmesser R7 in ein H7 Loch einpresst denn das wird dann zu H7.

Ich lese hier auch „H0 Welle“ und habe mal gelernt, dass Wellen immer 
„kleine Buchstaben“ bekommen. Aber selbst ne Welle in „h0“ ist doch 
schon sehr sportlich, normal liegt man je eher im Bereich von h6 bis h4. 
Dementsprechend müsste das auch „Außendurchmesser r7“ heißen.

Zum TO:
Unterschätze die Zähigkeit/Härte von hochwertigen von Lagerbrozen nicht, 
das hat wenig mit der Zerspanbarkeit von Messing zu tun.

Grüße

von Peterle (Gast)


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Luftnot schrieb:
> Ich hatte mich damals nach Kunststoffkugellagern umgesehen. Gibts zwar,
> aber so richtig fündig wurde ich leider nicht.

Lothar J. schrieb:
> Keramik-Kugellager?
>
> https://www.kugellager-express.de/navi.php?kf=&ed=1&qs=keramik

Das ist nämlich mein Problem, Miniatur Kugellager mit diesen 
Eigenschaften und Größen finde ich eben nicht, nicht mal in den China 
Angeboten...

Uli S. schrieb:
> Igus, die sind spezialisiert auf Kunststoffe für Lagerungen.

Die hatte ich auch im Auge, wenn die das Lager drucken kostet das 4€ das 
Stück ansonsten irgendwas mit 100€ mit eigener Spritzgussform. Da war 
ich mir aber bei der Passgenauigkeit nicht so sicher, sind schon sehr 
feine Maßen für Kunststoffdrucker.

Uli S. schrieb:
> Aber, wenn du das Gehäuse nicht komplett dicht kriegst, dann blas es
> doch ganz einfach auf. Da sollte es eine ganz simple Aquarium Luftpumpe
> tun. Bei nem leichten Überdruck blubberts dann halt irgendwo raus.

Es ist mehr die feinen Unebenheiten in der Welle selbst, getrennt wird 
das ganze mit einem Simmeringe/Wellendichtring. Der Druckausgleich 
besteht schon durch eine Membran, das sollte das Problem eigentlich 
lösen.

Uli S. schrieb:
> Alternativ gäbs auch Edelstahllager oder die bereits genannten aus
> Keramik. Die sollen sogar völlig ohne Schmierung laufen.

Hier hatte ich mich informiert, selbst bei Edelstahl bekomme ich keine 
Garantie dass die nicht rosten, konnten mir zumindest die Verkäufer 
nicht geben (nein nicht Aliexpress in diesem Fall), durch Abrieb kann es 
da wohl schon losgehen. Keramik finde ich wie bereits erwähnt leider 
keine.

Klaus schrieb:
> An TO: Hast schon mal was von Stopfbüchsen oder X-Ringen gehört? Aber
> der eigentliche Trick liegt in einem geteilten Druckgehäuse. Damit
> schafft man einige 10 bar.

Das klingt interessant, in der Tat noch nicht, klingt aber 
verhältnismäßig sehr sehr kostspielig (zumindest ein Lager mit geteilten 
Druckgehäuse) :-) Schaue ich mir mal an.

michael_ schrieb:
> Aber wegen einem Gleitlager eine Drehmaschine kaufen?
> Der TO kommt mir aber vor, wie wenn ein gelernter Maurer einen Dresdener
> Stollen backen will.

Jeder hat doch mal klein angefangen, was nicht ist kann noch werden, ist 
mein Hobby und keine Berufung ;-)

Michael B. schrieb:
> Dafür gibt es Versanddienstleister wie
> https://www.shipito.com/de/buy-from-US-ship-to-Germany

Schaue ich mir auch mal an, Danke.

von Walter T. (nicolas)


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Ein wenig kommt jetzt auch die Frage auf, ob Du ein neues Hobby anfangen 
willst, oder Dir dessen noch nicht sicher bist.

Wenn Du ein neues Hobby anfangen willst, ist je nach Platzbedarf Rotwerk 
und Konsorten nicht schlecht, aber dann hast Du erst einmal die Maschine 
als Hobby.

Dreher ist ein klassischer Ausbildungsberuf, und Lehrgeld wirst Du 
zahlen müssen, bis die Drehteile reproduzierbar gut werden.

Andere Variante: Du suchst Dir eine klassische "Kult"-Maschine, wie z.B. 
die Emco Unimat Serie. Die sind in den Kleinanzeigen zwar relativ teuer, 
aber man bekommt sie auch ganz gut für den gleichen Preis wieder 
verkauft, wenn man merkt, dass die Geschichte doch keinen Spaß macht.

Nachteil: Wenn es dann doch dauerhaft Spaß macht, hat man eine Maschine 
da, die man nicht verbasteln will.

: Bearbeitet durch User
von STK500-Besitzer (Gast)


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Walter T. schrieb:
> Andere Variante: Du suchst Dir eine klassische "Kult"-Maschine, wie z.B.
> die Emco Unimat Serie

Peterle schrieb:
> aktuell habe ich z.B. eine gepflegte Proxxon SD300 im Auge

Proxxon gegen Unimat?

von Walter T. (nicolas)


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Vielleicht gibt es um die Proxxon auch eine eigene Oldtimer-Szene, die 
mir einfach noch nicht begegnet ist.

von Peterle (Gast)


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Walter T. schrieb:
> Ein wenig kommt jetzt auch die Frage auf, ob Du ein neues Hobby anfangen
> willst, oder Dir dessen noch nicht sicher bist.
>
> Wenn Du ein neues Hobby anfangen willst, ist je nach Platzbedarf Rotwerk
> und Konsorten nicht schlecht, aber dann hast Du erst einmal die Maschine
> als Hobby.

Also es geht mir schon darum einen neuen Zweig in meinen 
Fertigungskünsten zu lernen, deshalb habe ich mit ausprobieren und 
kennenlernen auch kein Problem. Klar wird mir beim ersten mal nichts 
perfektes gelingen, aber neues macht ja auch Spaß.

Platz ist eine Sache, wohne zur Miete in einer Wohnung, habe einen 
großen Keller, aber es soll schon bei "mini" bleiben, also ca. die 
genannte Proxxon bekomme ich noch gut unter. Preislich soll es auch in 
dieser Region bleiben, da ich ja auch noch mehr ins Werkzeug dazu 
reinstecke. Die genannte Emco hatte ich tatsächlich auch schon vermerkt, 
aber die ist mir dann im Vergleich zu der gefunden Proxxon doch etwas zu 
mini.

von Lothar J. (black-bird)


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Meine Erfahrungen als langjähriger Hobby-Zerspaner, die sich mit den 
Erfahrungen der Profis durchaus decken - die Analogie: kleine Werkstücke 
= kleine Maschine; stimmt so nicht, stimmt gar nicht!

Auf meiner 350kg-Fräse mit 1,5KW-Antrieb kann ich ganz entspannt 0,5mm 
Löcher in Stahl bohren. Auf einer ebenfalls 350kg-Drehmaschine mit 
Schaltgetriebe,  1PS-Antrieb und Spannzangen drehe ich ohne 
übertriebenen Aufwand Passungen für Modellantriebe, Getriebe, Pneumatik- 
und Hydraulik-Ventile.

Das sind nur "kleine" Maschinen, aber steif, robust und vor Allem: 
wiederholgenau!
Auf größeren Maschinen geht es noch besser.

Mit Proxxon oder Unimat wird das auch irgendwann gelingen, aber was für 
ein Gefummel und Messen, Messen, Messen, ...

Blackbird

von Walter T. (nicolas)


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Sicher - größer ist besser. Das gilt für Wohnungen, Werkstätten und für 
Maschinen. Wenn der Umzug keine Option ist, wird es wohl die kleine 
Maschine.

von Maxe (Gast)


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Hab ne geerbte Drehbank mit um die 70 Kilo daheim. Ich wuerde das schon 
als untere Grenze sehen. Weil man will dann doch mal etwas aus Stahl 
oder Edelstahl rausdrehen und es soll auch nicht immer nur ein Teil fuer 
die Puppenstube sein. Bei mir steht das Teil im Regal (ja, der Platz..) 
und wird nur bei Bedarf auf der Werkbank aufgebaut, wobei ich dafuer 
eine zweite Person brauch.

von Uli S. (uli12us)


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Zum Thema Emco, ich hab ja selber eine, aber die Dinger sind ja 
mittlerweile auch ü25 alt und die Zeit geht nicht spurlos an den Teilen 
vorbei. Da ist dann vielleicht doch ne neue Chinesin  mit ähnlicher 
Auslegung besser geeignet. Es gab ja seinerzeit auch genügend 
Nachbauten, Quelle, Neckermann hatten da ihr Papperl draufgemacht. Aber 
auch diese sind mittlerweile entsprechend alt.

: Bearbeitet durch User
von Lothar J. (black-bird)


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Bedenken sollte man bei der Anschaffung einer bestimmten Maschine auch 
die Folgekosten. Meßmittel sind universell einsetzbar, ein paar 
Ausnahmen gibt es aber, bedingt durch die Größe.

Werkzeuge und Spannmittel sind bei einer Drehbank doch sehr auf die 
Größe,  manchmal sogar auf den Typ (Proxxon) ausgerichtet.

Beim Wechsel auf eine andere Maschine bedeutet das zwangsläufig 
Neuanschaffung, die ordentlich ins Geld gehen.

Auch bei der Erstanschaffung einer Hobby-Maschine, egal ob Drehbank oder 
Fräse, wird nochmal ca. die gleiche Summe für Meßmittel, Werkzeuge und 
Spannvorrichtungen fällig. Nicht gleich alles auf einmal, aber ohne eine 
Grundausstattung davon geht gar nix.


Blackbird

von Uli S. (uli12us)


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Bei ner Drehbank benötigt man eher wenige Werkzeuge. Klar Bohrer, 
Gewindebohrer, die wird man immer brauchen, aber 3 oder 4 Drehstähle, 
gern auch mit Platten, die kosten nicht viel. Und damit macht man sehr 
viel.
Alles andere an Werkzeug kann man sich beschaffen, wenn mans konkret 
braucht. Statt der gekauften Drehstähle kann man auch ein paar HSS- 
Stähle zum selberschleifen kaufen. Dafür brauchts dann natürlich noch 
nen Schleifbock. Aber den braucht man ja auch für stumpfe Bohrer.

von michael_ (Gast)


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Wenn man schon ein neues Hobby anfangen will.

Auf einer Drehmaschine macht man keine Passungen.
Dazu gibt es die schon genannten Reibahlen.
Punkt, Aus, Ende!

von MaWin (Gast)


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michael_ schrieb:
> Auf einer Drehmaschine macht man keine Passungen.

Wenn du schon Rat geben willst, dann tue es doch bitte ohne hier zu 
posten.

von Mario P. (mario_71950c)


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Ich möcht hier mal den Blick weg vom Problem 'Drehbank für Gleitlager' 
auf die Aufgabe 'Abdichtung der Welle' lenken.
Hierfür werden erfolgreich Gleitringdichtungen in druckentlasteten 
Versionen für Druckunterschiede von bis zu 16bar eingesetzt, bei 
einfachen nicht entlasteten Ausführungen Ausführungen jedoch nur bis 
1bar. Für die benötigte kleine Baugröße habe ich auf die Schnelle keinen 
Hersteller gefunden. Bei meiner Suche ging es ab 6mm Wellendurchmesser 
los.
Eine andere Dichtungsmöglichkeit ist die Ferrofluid-Dichtung 
(Magnetflüssigkeitsdichtung). Diese ist auch im Hobbybereich einfach 
herstellbar. Sie wird meist für Abdichtungen von Gasen (auch gegenüber 
Vakuum) eingesetzt, verträgt bei einer Stufe aber nur etwa 0,2bar. Wenn 
hier mehr benötigt wird, sind mehrere Stufen erforderlich.
siehe hierzu auch: https://www.supermagnete.de/project287.pdf

Mario P.

: Bearbeitet durch User
von Bastler (Gast)


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Uli S. schrieb:
> Alles andere an Werkzeug kann man sich beschaffen, wenn mans konkret
> braucht. Statt der gekauften Drehstähle kann man auch ein paar HSS-
> Stähle zum selberschleifen kaufen. Dafür brauchts dann natürlich noch
> nen Schleifbock. Aber den braucht man ja auch für stumpfe Bohrer.

Um Himmels Willen! Man kann doch nicht einfach Bohrer oder Drehmeißel 
freihand an einem Schleifbock schleifen. Besonders nicht als Anfänger!

Da muss man sich ein Spazialgerät für anschaffen - wieder Thema 
Folgekosten. Mindestens ein Stichelschleifer, oder besser noch gleich 
eine Universal-Schleifmaschine. Sonst kann man ja das Werkzeug garnicht 
selbst herstellen. Und dann kann man auch gleich das Werkstück fertig 
kaufen denn was ist denn dann noch der Unterschied zum Werkzeug fertig 
kaufen?

</sarkasmus>

von Thomas H. (thomash2)


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Bastler schrieb:
> Um Himmels Willen! Man kann doch nicht einfach Bohrer oder Drehmeißel
> freihand an einem Schleifbock schleifen. Besonders nicht als Anfänger!

Na gerade als Anfänger kann man einen Bohrer am Schleifbock schleifen... 
wie soll man sonst vom Anfänger zum Erfahrenen werden wenn man nicht 
irgendwann anfängt.
Die ersten paar Schleifversuche werden halt schief gehen aber das ist 
Teil der Lernkurve.

von Ryven (Gast)


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Naja Passungen drehen ist jetzt nicht das Problem. Weder außen noch 
innen. Innen braucht man halt passende Drehmeißel. Gerade die kleinen 
Durchmesser sind da sehr gnadenlos. GMS hilft hier ungemein.
HSS ist zwar ned, aber tut ich mir nicht an. Wendeplatten sind da top. 
Und Wenns um Schnittkantenverrundung geht, CBN kann man da schon ehr 
weit ausschleifen. Diamant ist da Goldstandard, bekommt man mittlerweile 
sogar in Eisenwerkstoffe auf gute Standzeiten hin. (mit viel technischer 
Kniffe)
Dort sprechen wir von 50 nm Radius. Da hat dann auch jede Platte ne 
Seriennummer.

von pegelwendler (Gast)


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Was ich an der ganzen Geschichte immer nicht verstehe:
Warum macht man in die Außenwand überhaupt ein Loch rein und überträgt 
die Drehung nicht z.B. magnetisch?

von Walter T. (nicolas)


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Ich habe heute zufällig zum ersten Mal eine MD65 (baugleich Proxxon SD 
300) "in echt" gesehen. Wenn Du die zu einem vernünftigen Preis 
bekommst, kannst Du erst einmal nicht verkehrt machen, zumal sich so 
kleine Maschinen auch problemlos wieder verkaufen lassen.

von Peterle (Gast)


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michael_ schrieb:
> Wenn man schon ein neues Hobby anfangen will.
>
> Auf einer Drehmaschine macht man keine Passungen.
> Dazu gibt es die schon genannten Reibahlen.
> Punkt, Aus, Ende!

Na das Thema haben wir ja schon durch, also keine Aufregung :-)

Mario P. schrieb:
> Für die benötigte kleine Baugröße habe ich auf die Schnelle keinen
> Hersteller gefunden. Bei meiner Suche ging es ab 6mm Wellendurchmesser
> los.

Danke für die beiden Vorschläge, schaue ich mir auch mal an. Eventuell 
kann ich die Welle auch etwas größer gestalten, behalte ich mal im 
Hinterkopf.

Thomas H. schrieb:
> Na gerade als Anfänger kann man einen Bohrer am Schleifbock schleifen...
> wie soll man sonst vom Anfänger zum Erfahrenen werden wenn man nicht
> irgendwann anfängt.

Das ist hier in dem Forum immer so eine Sache wie ich merke, Anfänger 
werden am Tor abgefangen, denn wenn man nicht mit dem Wissen geboren 
wurde kann das eh nichts werden... :-D

pegelwendler schrieb:
> Was ich an der ganzen Geschichte immer nicht verstehe:
> Warum macht man in die Außenwand überhaupt ein Loch rein und überträgt
> die Drehung nicht z.B. magnetisch?

Ist ja auch nichts neues und öfters als Lösung probiert, bloß kenne ich 
leider keinen Versuch wo das gescheit funktioniert. Die Kraftübertragung 
ist da nicht stark genug. Zumindest haben das meine Recherchen zu dem 
Thema vor einiger Zeit ergeben. Vielleicht bekommen das manche 
Profi-Firmen hin, aber im Hobby Bereich habe ich nichts gutes gehört.

Walter T. schrieb:
> Ich habe heute zufällig zum ersten Mal eine MD65 (baugleich Proxxon SD
> 300) "in echt" gesehen. Wenn Du die zu einem vernünftigen Preis
> bekommst, kannst Du erst einmal nicht verkehrt machen, zumal sich so
> kleine Maschinen auch problemlos wieder verkaufen lassen.

Ja gerade frisch erstanden, muss nur geliefert werden. Hat auch schon 
ein variables Drehzahl Upgrade.

von Uli S. (uli12us)


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Das mit der Magnetkupplung klappt schon, damit lassen sich halt keine 
riesigen Kräfte übertragen, aber z.B. Aquariumpumpen gibts schon sehr 
lange damit. Da braucht der Motor gar keine besonderen Eigenschaften 
haben und ist trotzdem komplett von der korrosiven Flüssigkeit getrennt.

Und wegen dem Ausdrehen, es geht dabei um ganz kleine Bohrungen so 
3-5mm.
Klar gibts da fertige Stähle, die kosten aber. Ein simpler HSS-Stahl ist 
da schnell mal am Schleifbock so weit runtergeschliffen, dass man den 
verwenden kann. Oder man nimmt sich nen Fräser, spannt den horizontal 
leicht schief ein, damit er freischneidet und schleift sich die 
Stirnschneide so, dass man planziehen kann. Das geht halt mit HSS viel 
einfacher wie mit HM oder gar CBN, PKD.
Klar brauchts etwas Übung, aber nur fertig gekaufte Werkzeuge sind zum 
einen sehr teuer und es wird immer Situationen geben, wo man ein 
individuell geschliffenes Werkzeug braucht.

: Bearbeitet durch User
von Peterle (Gast)


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Uli S. schrieb:
> Das mit der Magnetkupplung klappt schon, damit lassen sich halt keine
> riesigen Kräfte übertragen, aber z.B. Aquariumpumpen gibts schon sehr
> lange damit. Da braucht der Motor gar keine besonderen Eigenschaften
> haben und ist trotzdem komplett von der korrosiven Flüssigkeit getrennt.

Ja die kenne ich, allerdings ist das eine etwas andere Klasse als ein 
Antrieb der mehrere Kilo bewegen soll.

von Uli S. (uli12us)


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Es gibt auch noch ne andere Art Magnetkupplung. Die ist federbelastet 
und der Magnet hebt die Kupplungsscheibe bei Betätigung ab, so ähnlich 
wie im handgeschalteten Auto wenn man auf die kupplung steigt. Diese 
Bauart kann schon grössere Kräfte übertragen. Es gibt ja auch Drehbänke, 
z.B. Meuser, bei denen läuft der Motor dauernd, bloss der Antrieb wird 
über die Kupplung zugeschaltet. Aber keine Ahnung wie die betätigt wird, 
eventuell auch per Magnet. Könnte aber auch mechanisch über Hebel sein.

von Stefan L. (stefan_l134)


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Uli S. schrieb:
> Es gibt auch noch ne andere Art Magnetkupplung. Die ist federbelastet
> und der Magnet hebt die Kupplungsscheibe bei Betätigung ab, so ähnlich
> wie im handgeschalteten Auto wenn man auf die kupplung steigt. Diese
> Bauart kann schon grössere Kräfte übertragen.

Und damit kann man berührungslos durch eine geschlossene Wandung 
hindurch Drehmoment/Rotation übertragen?

: Bearbeitet durch User
von Luftnot (Gast)


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Das mit den Magnetkuplungen hatte ich seinerzeit bei meinem Projekt 
verworfen, weil mir die übertragbaren Kräfte doch zu gering schienen. 
Man sollte nicht den Leistungsbedarf der Antriebe unterschätzen, 
besonders im freien Gewässer mit unberechenbaren Strömungen. Im ruhigen 
Hallenbad geht das möglicherweise.
Ich hatte mir einfache Kunststoffgleitlagerbuchsen aus Polyamid 
gefertigt. Das funktioniert recht gut, ist selbstschmierend und bringt 
keine Rostprobleme. Allerdings muss man sich dann eine Lagerhalterung 
basteln. Da Polyamid geringfügig Wasser aufnimmt, sollte man prüfen dass 
die Lagerung gut läuft.

pegelwendler schrieb:
> Was ich an der ganzen Geschichte immer nicht verstehe:
> Warum macht man in die Außenwand überhaupt ein Loch rein....

Das ist u.A. eine der Überlegungen wenn man tiefer runter will. Da 
werden schon einfache Kabeldurchführungen zum Riesenproblem, oder man 
verzichtet möglichst auf Durchführungen jeglicher Art. Das geht bis auf 
kleine Einschränkungen, ist aber dann eine andere Nummer des Aufwandes.
Interessant ist damit auch die Frage der Energieversorgung, Bordakku 
oder Versorgung über Kabel.

von Odo (Gast)


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Luftnot schrieb:
> pegelwendler schrieb:
>> Was ich an der ganzen Geschichte immer nicht verstehe:
>> Warum macht man in die Außenwand überhaupt ein Loch rein....
>
> Das ist u.A. eine der Überlegungen wenn man tiefer runter will. Da
> werden schon einfache Kabeldurchführungen zum Riesenproblem, oder man
> verzichtet möglichst auf Durchführungen jeglicher Art. Das geht bis auf
> kleine Einschränkungen, ist aber dann eine andere Nummer des Aufwandes.

Wenn man wirklich tiefer runter will, mal bei MacArtney vorbei schauen: 
https://www.macartney.com/

Hier findet man auch die Subconn-Stecker: 
https://www.macartney.com/what-we-offer/systems-and-products/connectors/subconn/

von Peterle (Gast)


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Luftnot schrieb:
> Das mit den Magnetkuplungen hatte ich seinerzeit bei meinem Projekt
> verworfen, weil mir die übertragbaren Kräfte doch zu gering schienen.

Genau was auch mein Ergebnis war.

Luftnot schrieb:
> Ich hatte mir einfache Kunststoffgleitlagerbuchsen aus Polyamid
> gefertigt. Das funktioniert recht gut, ist selbstschmierend und bringt
> keine Rostprobleme. Allerdings muss man sich dann eine Lagerhalterung
> basteln. Da Polyamid geringfügig Wasser aufnimmt, sollte man prüfen dass
> die Lagerung gut läuft.

Auch noch eine gute Alternative statt einem metallischen Lagermaterial.

Odo schrieb:
> Wenn man wirklich tiefer runter will, mal bei MacArtney vorbei schauen:
> https://www.macartney.com/
>
> Hier findet man auch die Subconn-Stecker:
> https://www.macartney.com/what-we-offer/systems-and-products/connectors/subconn/

Auf die bin ich auch gestoßen, aber preislich ist das natürlich eine 
ganz andere Kategorie...

Nutze aktuell LiPo Akku(s) in einer PVC 10bar Hülle. Steuerungen erfolgt 
über ein Ethernet Modell was auf einem Twisted Pair läuft. Also 
Verbindungen sind eher weniger stark mit Strom belastet.

von Peterle (Gast)


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So los geht es, die Proxxon ist da. Was mir direkt auffällt sind auf 
allen Achsen ein Umkehrspiel von nahezu exakt +/-0,2mm, gibt es da noch 
eine Möglichkeit da etwas entgegenzuwirken? Ansonsten macht Sie einen 
guten Eindruck, ist mit der neuen stufenlosen Drehzahleinstellung etwas 
gebastelt :-) Weiß jemand was eine leichte Vibration/Unwucht im 
Antriebsstrang sein kann? Bei niedrigen Umdrehungen rappelt es doch 
etwas. Das Spindellager und die Übersetzungsrollen scheinen jedoch fest 
zu sein.

von Walter T. (nicolas)


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Peterle schrieb:
> Was mir direkt auffällt sind auf
> allen Achsen ein Umkehrspiel von nahezu exakt +/-0,2mm, gibt es da noch
> eine Möglichkeit da etwas entgegenzuwirken?

Das klingt perfekt. Mit dem Umkehrspiel kann man gut leben. Wenn es 
überall gleich ist, um so besser.

Wegen des rappelns: Stell mal ein Video ein, am besten mit gutem Ton.

: Bearbeitet durch User
von Peterle (Gast)


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Walter T. schrieb:
> Das klingt perfekt. Mit dem Umkehrspiel kann man gut leben. Wenn es
> überall gleich ist, um so besser.

Lässt sich wohl auch nur minimal verbessern, die Gewinde sind so wie ich 
das sehe in das Gleitstück gedreht. Zerlege aktuell dennoch mal alles, 
Reinigung ist wohl schon ein paar Tage her. Vielleicht kann ich das 
Spiel auch noch etwas verringern.

Walter T. schrieb:
> Wegen des rappelns: Stell mal ein Video ein, am besten mit gutem Ton.

Gute Idee, mache ich dann wenn das Stück halbwegs wieder zusammen ist.

von Walter T. (nicolas)


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Peterle schrieb:
> Lässt sich wohl auch nur minimal verbessern

Ein konstantes Spiel von 0,2 mm in allen Richtungen ist besser als ein 
variables Spiel zwischen 0,05 und 0,1 mm.

Ich würde jetzt dringend erst einmal Drehen lernen, bevor irgendetwas 
verschlimmbessert wird.

: Bearbeitet durch User
von W.S. (Gast)


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Walter T. schrieb:
> Mit dem Umkehrspiel kann man gut leben.

Das sehe ich anders. Ein Spiel in einer Richtung heißt andersherum, daß 
sich der betreffende Support innerhalb des Spieles recht frei bewegen 
kann. Sowas führt zum Rattern, zu unschönen Oberflächen und insgesamt zu 
Ungenauigkeiten.

Man kann zumeist das Spiel auch nicht auf exakt 0 bringen, weil es dann 
zu Klemmstellen bei der Supportbewegung oder am Endlage der betreffenden 
Spindel kommt. Bei der Spindel würde der nachträgliche Einbau eines 
Axialnadellagers helfen, bei der Spindelmutter sieht sowas anders aus: 
Hat das Gewinde senkrechte Flanken, dann wird es schwierig, hat es 
schräge Flanken, dann hilft zumeist der Einbau eines Drückstückes aus 
Kunststoff senkrecht zur Spindelachse. Das drückt dann (nachstellbar) 
die Spindel in die gegenüberliegenden Flanken der Mutter und sorgt damit 
für ein Spiel von 0. Aus Kunststoff muß es aber sein, damit es auch 
etwas nachgeben kann, so daß Klemmstellen verhindert werden. Der Preis 
für sowas ist, daß man zum einen immer mal nachstellen muß und zum 
anderen, alle paar Jahre (je nach Gebrauch) dieses Kunststoff-Teil 
erneuern muß.

Wer das nicht kann oder will, der muß dann eben die Support-Führungen so 
eng und damit schwergängig einstellen, daß die Reibung dafür sorgt, daß 
der Support nicht frei innerhalb des Spiels sich bewegen kann. Das 
dämpft die Ratterneigung dann etwas.

W.S.

von Michael B. (laberkopp)


Angehängte Dateien:

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W.S. schrieb:
> Das sehe ich anders.

Mag sein, aber die Drehbankhersteller nicht.

Die übliche Zugspindel führt über eine schlackernde Zahnstange

Der Y-Achse hat selten eine Spindelmutter mit Einstellmöglichkeit.

Wenn man es genau wissen will, baut man besser ein DRO dran, wie im Bild 
mit magnetischen Incrementalgebern.

Aber auch dann muss man am Werkstück nachmessen, Verformungen des 
Supports und Meisselhalters unter dem Schnittdruck sind üblich und nicht 
zu verhindern, man muss eben drehen können, wenn es genau werden soll. 
Üblich ist erst mal die Hälfte weg, nachmessen und dann mit korrigiertem 
Mass die andere Hälfte wegspanen.

: Bearbeitet durch User
von Peterle (Gast)


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Walter T. schrieb:
> Ich würde jetzt dringend erst einmal Drehen lernen, bevor irgendetwas
> verschlimmbessert wird.

Verschlimmbessert wird hier nichts, lediglich die Schmierung überall 
wieder hergestellt und der Dreck entfernt. Zusätzlich habe ich zumindest 
mal das Spiel aus den Einstellrädern mit hilfe der Kontermuttern 
entfernt.

von W.S. (Gast)


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Michael B. schrieb:
> Wenn man es genau wissen will, baut man besser...

Man kann man auch ohne Digitalanzeige sehen, ob die Oberfläche rauh ist 
oder gar Ratterspuren hat.

Aber laß mal, Metallbearbeitung und insbesondere Drehen ist nicht das 
eigentliche Thema dieses Forums.

W.S.

von michael_ (Gast)


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Peterle schrieb:
> So los geht es, die Proxxon ist da. Was mir direkt auffällt sind auf
> allen Achsen ein Umkehrspiel von nahezu exakt +/-0,2mm, gibt es da noch
> eine Möglichkeit da etwas entgegenzuwirken?

Das ist normal bei PROXXON.
Wenn ich nur an den Kreuztisch beim Fräsbohrständer denke.
Bleistiftdicke Gewindewellen.

W.S. schrieb:
> Walter T. schrieb:
>> Mit dem Umkehrspiel kann man gut leben.
>
> Das sehe ich anders. Ein Spiel in einer Richtung heißt andersherum, daß
> sich der betreffende Support innerhalb des Spieles recht frei bewegen
> kann. Sowas führt zum Rattern, zu unschönen Oberflächen und insgesamt zu
> Ungenauigkeiten.
>
> Man kann zumeist das Spiel auch nicht auf exakt 0 bringen, weil es dann
> zu Klemmstellen bei der Supportbewegung oder am Endlage der betreffenden
> Spindel kommt.

Rattern kommt aus dem Spiel der Schwalbenschwanzführungen.
Und federndem Stahl.

Walter T. schrieb:
> Ich würde jetzt dringend erst einmal Drehen lernen, bevor irgendetwas
> verschlimmbessert wird.

Wir werden noch einen Schwarm von Fragen erhalten, bis die Buchse mit 
Passmaß fertig ist.

von Walter T. (nicolas)


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Dann benutzt Du sehr dünne Bleistifte, vom Typ "Lidschattenstift". M6 
mit Spitzgewinde kenne ich von Proxxon.

Ist aber hier nicht verkehrt. Wenn man bei den ersten Gehversuchen 
keinen Meister oder Altgesellen hat, der einem über die Schulter schaut, 
ist es schon okay, wenn die Maschine zu schwach ist, um einen ernsthaft 
zu verletzen.

von Wenzel H. (Gast)


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Wie wird denn bei der Maschine der Support auf dem Bett geführt?
In dem Video ist das nicht richtig ersichtlich:

https://www.youtube.com/watch?v=SIc2mWVfFfY

Ich wäre allerdings einen Tick höher eingestiegen:

http://www.lathes.co.uk/emcocompact8/

Eine gut erhaltene Maschine ist allerdings schwer zu bekommen.

Drehe mal einen Zylinder aus Alu (AW7075) und vermesse selbigen. Wenn 
die Maschine einen Kegel dreht, dann wird das nichts mit Passungen 
drehen. Dann musst du Passungen schmirgeln. Innen wird es dann 
schwierig.

von Lothar J. (black-bird)


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Vielleicht hilft das weiter?

https://manuall.de/proxxon-sd-300-drehbank/

Blackbird

von Wenzel H. (Gast)


Angehängte Dateien:

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@Blackbird: Hat geholfen.

Fand bei den Kleinanzeigen einen Support, das "Maschinenbett" der SD300 
besteht also aus einer Stange, welche oben abgeflacht ist. Welche Drogen 
muss ein Konstrukteur konsumieren, um auf eine solche Konstruktion zu 
kommen.

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/proxxon-sd300-hobbymat-md65-werkzeugsupport/2207146734-84-3691

@Peterle: Tu die Gurke schleunigst wieder weg und investiere keine Zeit 
in eine solche Fehlkonstruktion. Und achte bei deiner nächsten Maschine 
darauf, dass selbige ein Maschinenbett hat, das den Namen verdient.

von W.S. (Gast)


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Wenzel H. schrieb:
> Welche Drogen
> muss ein Konstrukteur konsumieren, um auf eine solche Konstruktion zu
> kommen.

Garkeine. Er hat offenbar nur bei den Uhrmacherstühlen abgekupfert. Die 
Uhrmacher-Drehbänke haben oft nur eben so eine oben abgeflachte Stange 
zum Halten des Supports oder der Handauflage und des Reitstockes. Das 
ist Technik, die weitaus mehr als normales Drehen auf Handarbeit mit dem 
Stichel ausgelegt ist. Nun ja, was da gedreht wir, sind oft Dinge im 
Sub-Millimeter-Bereich und sie werden von Hand bearbeitet - nicht mit 
dem Meißel auf dem Support sondern eher wie Drechseln.

W.S.

von Wenzel H. (Gast)


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W.S. schrieb:
> Garkeine. Er hat offenbar nur bei den Uhrmacherstühlen abgekupfert.

Uhrmacherdrehbänke alter Bauart hatten keinen automatischen Vorschub, da 
wurde der Support zum Drehen geklemmt. Willst du bei der Maschine den 
automatischen Vorschub nutzen, musst du die Klemmung des Support lösen. 
Dann schlabbert das Ganze. Eine Führung, die auch noch die Schnittkräfte 
beim Drehen aufnimmt, geht anders.

@Peterle: Falls du meinem Rat folgen solltest, dann melde dich in der 
Zerspanungsbude oder in Peters CNC-Ecke an. Die Leute dort haben 
überwiegend eigene Maschinen und wissen, von was sie reden. Im Gegensatz 
zu hier, wo nur Ahnungslose am Start sind. Die nicht mal den extremsten 
Mist erkennen, aber dennoch gerne noch Ahnungslosere beraten.

von W.S. (Gast)


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Wenzel H. schrieb:
> Willst du bei der Maschine den
> automatischen Vorschub nutzen, musst du die Klemmung des Support lösen.

Ich.. _ICH?_
Ich hab noch nie einen Uhrmacherstuhl mit automatischem Vorschub 
gesehen. OK, ich hab auch noch nie in der Uhrenindustrie gearbeitet und 
mittlerweile ist diese ganze feinmechanische Branche ausgestorben und 
durch Elektronik ersetzt. Die 3 Euro Uhren bei Ali bestehen intern nur 
noch aus Plastik.

Den Rest sehe ich ähnlich: Wer eine Drehbank konstruiert, der sollte 
sich an die bei der Dreherei üblichen Dinge halten und sowas nicht wie 
in der Uhrmacherei tun. Von daher ist diese hier zur Diskussion stehende 
Maschine ein Spielzeug und nicht für ernsten Einsatz geeignet. Von daher 
wäre es für den Peterle hilfreich gewesen, vor dem Kauf hier mal 
nachzufragen. Soviel Kompetenz ist auch in diesem Forum vorhanden.

Was Spezialforen für berufliche Leute betrifft, da habe ich meine 
Bedenken, daß man dort als Bastler eher Ratschläge bekommt, die für's 
Basteln nicht zutreffen. Drehbänke mit 2 Tonnen Gewicht zum Beispiel.

W.S.

von Uli S. (uli12us)


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Die für kleinere Arbeiten gängigen Weiler und Emco haben auch keine 2 
Tonnen und man kann mit beiden gut arbeiten. Auch mit ner Emco 5 kann 
man ordentliche Sachen machen. Es gibt sogar noch kleinere die für den 
beschriebenen Zweck gut geeignet sind.
Aber, bevor ich mir heute ne Emco8 kaufen würde, die halt auch schon 30 
Jahre aufm Buckel hat, würde ich mich in China umschauen. gut möglich, 
dass ne nagelneue Chinesin billiger ist, wie eine alte ausgenudelte 
Emco.
Genauso gut möglich, dass die Emco im Neuzustand deutlich genauer war,
wie die C. aber nach 30 Jahren ist das sicher nicht mehr der Fall.

von Wenzel H. (Gast)


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Uli S. schrieb:
> Aber, bevor ich mir heute ne Emco8 kaufen würde, die halt auch schon 30
> Jahre aufm Buckel hat, würde ich mich in China umschauen. gut möglich,
> dass ne nagelneue Chinesin billiger ist, wie eine alte ausgenudelte
> Emco.

Die kleinen EMCOs waren für den Privatbesitz bestimmt (z.B. 
Modellbauer), keine Firma hat sich solch eine Hobbymaschine in die 
Maschinenhalle gestellt. Folglich sind die alten EMCOs auch nicht 
ausgenudelt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wenn du eine krumme und schiefe und zusammen gemurkste Maschine ab Werk 
willst, dann kauf eine der vielen Chinagurken. In den von mir oben 
genannten Foren kann man eine Unmenge Bilder von dem Chinamurks sehen. 
Da stellen sich einem die Fußnägel auf.

Wollte mal bei einem Kistenschieber eine ausgestellte Chinadrehe 
vermessen, der Händler hat sich glatt geweigert. Dafür hat er mir ein 
1.000 mal kopiertes Abnahmeprotokoll (1 Seite) unter die Nase gehalten. 
Das sagt alles. Wer Chinamaschinen kauft, ist selber schuld. Außer es 
reicht einem, wenn sich was dreht.

von Wenzel H. (Gast)


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W.S. schrieb:
> Was Spezialforen für berufliche Leute betrifft, da habe ich meine
> Bedenken, daß man dort als Bastler eher Ratschläge bekommt, die für's
> Basteln nicht zutreffen. Drehbänke mit 2 Tonnen Gewicht zum Beispiel.

In der CNC-Ecke sind tatsächlich eher die Profis mit den schweren 
Eisensäuen und außerdem geht es dort primär um CNC-gesteuerte Maschinen.

Dagegen tummelt sich in der Zerspanungsbude alles von klein bis groß und 
die Leute sind dort echt nett, das wäre das richtige Forum für Peterle 
gewesen.

> Von daher wäre es für den Peterle hilfreich gewesen, vor dem Kauf
> hier mal nachzufragen.

Ahnungslose Schnellkäufer müssen eben Lehrgeld bezahlen.

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