Forum: Platinen Lehrgang zum Löten


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von Harald S. (mann1234)


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Hallo,

nach dem aufbrauchen meiner allerletzten Bleilotvorräte, bin ich nun bei 
der Herausforderung Bleifrei Löten in der Ausbildung angelangt. Ich bin 
nun auf diese Kurse hier gestoßen:
https://www.fed.de/aus-und-weiterbildung/seminarkalender/angebot/avle-modul-1-handloeten-grundlagen-und-tht-basis-14/?tx_lffedseminars_detail%5Baction%5D=show&tx_lffedseminars_detail%5Bcontroller%5D=Seminar&cHash=6db136bad31501f4c724b35624a70395
Ich suche einfach eine Auffrischung/ ein Update meiner theoretischen und 
praktischen Kenntnisse im Zusammenhang von Lot + Hilfsmittel. Ziel ist 
es die Zusammenhänge bei bleifreiem Lot zu begreifen, welche 
Kombinationen warum (nicht) funktionieren.
Daneben bin ich Profitipps gegenüber nie abgeneigt. Auch wenn ich nur 
einfachstes Löten vermittele, möchte ich doch auf einem vernünftigen 
Fundament stehen und über meinem Tellerrand schauen.

Meine Konkreten Fragen:
Hat jemand diese Kurse absolviert und kann diese empfehlen?
Alternative Kurse?
Eine empfehlenswerte Literatur?
Ja, Google habe ich schon bemüht. Ich suche Erfahrungsberichte und keine 
Werbung.  Die Beiträge hier sind schon etwas älter.

: Verschoben durch Moderator
von Jack V. (jackv)


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Harald S. schrieb:
> Ich suche Erfahrungsberichte und keine
> Werbung.

… und doch machst du Werbung für ’n ominöses „Lötseminar“?

Kauf dir eins der mittlerweile etablierten bleifreien Lote, stell die 
Lötstation einige K höher und löte weiter.

Beitrag #7259782 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Heiko (Gast)


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Wenn du deine Fähigkeiten auch beruflich nutzen willst, dann lass dich 
nach IPC zum löten ausbilden.

von Guest (Gast)


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Harald S. schrieb:
> Auch wenn ich nur
> einfachstes Löten vermittele

Ach, du vermittelst? Dachte du wolltest lernen?

Netter Versuch.

von S. K. (hauspapa)


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Harald S. schrieb:
> Hallo,
> nach dem aufbrauchen meiner allerletzten Bleilotvorräte, bin ich nun bei
> der Herausforderung Bleifrei Löten in der Ausbildung angelangt…
> …Auch wenn ich nur
> einfachstes Löten vermittele,…

Die gängigen Distributoren haben etliche kg bleihaltig ab Lager 
lieferbar.
Aber:
RoHS gilt seit 2004. Du bist ein bisschen sehr spät. Was nützt das bei 
dir Gelernte wenn deinen Lernenden es nicht anwenden dürfen weil es 
weder in der Produktion noch im Reparaturfall verwendet werden darf. Ich 
bin erschüttert das es so etwas in der Ausbildung gibt.

von Wolfgang (Gast)


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S. K. schrieb:
> RoHS gilt seit 2004. Du bist ein bisschen sehr spät. Was nützt das bei
> dir Gelernte wenn deinen Lernenden es nicht anwenden dürfen weil es
> weder in der Produktion noch im Reparaturfall verwendet werden darf.

RoHS verbietet die Anwendung von Bleilot nicht, sondern schränkt 
lediglich die Verwendung ein. Beispielsweise sind Baugruppen in der 
eigenen Entwicklung nicht betroffen (Artikel 2 (4)j RoHS).

von Schlaumaier (Gast)


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Ein Buch für 5-8 Euro von der Amazone, die Fähigkeit zu lesen, und VIEL 
Übung tun es auch.

Ich habe mir in meiner Jugend damals einfach ein Bausatz für ein paar 
Mark gekauft und den zusammen gebrutzelt mit einer Anleitung aus einer 
Zeitung.

Ich hab schon zwischen der ersten und der letzten Lötstelle viel 
Unterschied festgestellt.

Der Rest ist Übung.  Schulung braucht man m.M.n. nicht. "!

von Harald S. (mann1234)


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S. K. schrieb:
> Die gängigen Distributoren haben etliche kg bleihaltig ab Lager
> lieferbar.

Ich durfte die Altbestände meines Vorgängers noch aufbrauchen. 
Inzwischen liefern die Händler offiziell kein Bleilot mehr an Schulen, 
ohne Genehmigung. Die Vorschriften verbieten Bleilot sogar explizit.

Jetzt muss ich halt endgültig umstellen.

von Harald S. (mann1234)


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Schlaumaier schrieb:
> Ein Buch für 5-8 Euro von der Amazone, die Fähigkeit zu lesen, und VIEL
> Übung tun es auch.
Hast du einen Tipp? Mein Stand ist halt noch von Bleihaltigem Lot 
geprägt. Das kann ich, sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis. 
Ich möchte halt auch die Chemie und Physik der modernen Lote verstehen. 
Wenn du einen Buchtipp hast, nehme ich diesen sofort auf.

von Harald S. (mann1234)


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Wolfgang schrieb:
> RoHS verbietet die Anwendung von Bleilot nicht, sondern schränkt
> lediglich die Verwendung ein. Beispielsweise sind Baugruppen in der
> eigenen Entwicklung nicht betroffen (Artikel 2 (4)j RoHS).

Jepp, und der Bildungssektor ist da eigentlich auch raus. Nur hat mein 
Arbeitgeber beschlossen, das Bleilot böse und Bleifreies Lot gut ist. 
Das geht hin bis zu der Vorgabe, das nur bei Bleihaltigem Lot 
Absaugungen benötigt werden, und bei Bleifreiem nicht weil es ja gesund 
ist.
Naja, nächste Baustelle.

von Harald S. (mann1234)


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Guest schrieb:
> Harald S. schrieb:
>> Auch wenn ich nur
>> einfachstes Löten vermittele
>
> Ach, du vermittelst? Dachte du wolltest lernen?
>
> Netter Versuch.

Jepp, Ich vermittele. Das heißt nicht, das ich alles was geht gemacht 
habe. Für das Vermitteln sind halt auch tiefere Kenntnisse interessant, 
auch wenn ich diese nur bei 0,5% der Schüler brauche.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald S. schrieb:
> Nur hat mein Arbeitgeber beschlossen, das Bleilot böse und Bleifreies
> Lot gut ist.

Auch, wenn ich den Quatsch mit den Absaugungen natürlich genauso wenig 
verstehe wie du, finde ich das in diesem Umfeld ansonsten 
außerordentlich vernünftig. Warum zum Geier willst du junge Menschen, 
die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, unbedingt einem bekannten Gift 
aussetzen, wenn es inzwischen Alternativen gibt? (Ob die sich immer fein 
säuberlich nach dem Löten die Hände waschen, wirst du eh nicht 
sicherstellen können.)

Wir lassen hier bei öffentlichen Veranstaltungen nun seit Jahren 
Bausätze von x-beliebigen Teilnehmern aufbauen, ohne bleihaltige Lote. 
Die Besucherinnen sind in der Regel völlige Lötanfänger. Bislang hat es 
noch jeder hinbekommen, damit zu löten.

Einfach machen.

Ansonsten hast du halt eine um ca. 30 K höhere notwendige Temperatur. 
Das bedeutet in erster Linie, dass das Lötwerkzeug dafür tauglich sein 
muss, die Wärmemenge an die Lötstelle zu bekommen. Wenn das Werkzeug zu 
schlecht ist und man das dadurch zu kompensieren versucht, dass man die 
Temperatur übermäßig aufdreht, dann verdampft das Flussmittel einfach 
viel zu schnell, und es entsteht nur Frust. Auch ansonsten merkt man 
halt, dass das Flussmittel schneller weg ist als bei bleihaltigem Lot, 
insofern ist es hilfreich, zusätzliches Flussmittel (Flussmittelstift, 
ggf. "Löthonig") zur Hand zu haben.

Was ich bei besagten Bausätzen immer wieder beobachte: die Leute neigen 
dazu, zu "tupfen", also den Lötkolben da eher zu kurz an der Lötstelle 
zu lassen. Das wichtigste, was man also vermitteln muss ist, dass Wärme 
das A und O für ordentliches Löten ist. Zuerst die Platine mit dem 
Lötkolben warm machen, dann kurz etwas Lot an die Lötstelle. Nachdem 
alles "sitzt", den Lötkolben wegnehmen und den Rest noch 2 Sekunden 
ruhig auskühlen lassen.

von Harald S. (mann1234)


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Jörg W. schrieb:
> Warum zum Geier willst du junge Menschen,
> die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, unbedingt einem bekannten Gift
> aussetzen, wenn es inzwischen Alternativen gibt?

Nun, die G-Sätze von den Flußmitteln haben es auch in sich. Da halte ich 
Blei für beherschbarer.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald S. schrieb:
> Nun, die G-Sätze von den Flußmitteln haben es auch in sich.

Und diese Mittel tauchen auch bei REACH auf?

Du bekommst bleifreie Lote problemlos mit Kolophonium als Flussmittel – 
also nichs anderem als dem, worüber jahrzehntelang niemand auch im 
Zusammenhang mit bleihaltigen Loten je diskutiert hätte. Dafür finde ich 
H317 (kann die Haut reizen), mehr nicht.

Ich halte das für ein Scheinargument, sorry.

von Schlaumaier (Gast)


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Harald S. schrieb:
> Hast du einen Tipp? Mein Stand ist halt noch von Bleihaltigem Lot
> geprägt.

https://www.amazon.de/Richtig-l%C3%B6ten-DO-Dieter-Schulz/dp/3772344992

z.b.  Aber nur gegoogelt. Gibt aber mehrere .


Ansonsten würde ich mal in der Bücherei fragen.

Jörg W. schrieb:
> Auch, wenn ich den Quatsch mit den Absaugungen natürlich genauso wenig
> verstehe wie du, finde ich das in diesem Umfeld ansonsten
> außerordentlich vernünftig.

Ich habe mir das selbst was gebaut Kostenpunkt wenn man nix hat, ca. 10 
- 20 Euro.

2 x 120 mm PC-Lüfter.
1 Balsa-Holz-Platte mir 2 Löcher (eben mal reingesägt).
2 kurze Platten
2 Schaniere damit das ganze nicht umfällt.
1 12 Volt Netzteil

War bei mir alles Resteverwertung.

Es kommt mir aber dabei nicht auf irgendwelche Normen an, sondern nur 
das ich den Dampf/Geruch nicht in der Nase habe.

von Falk B. (falk)


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Harald S. schrieb:
>> Warum zum Geier willst du junge Menschen,
>> die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, unbedingt einem bekannten Gift
>> aussetzen, wenn es inzwischen Alternativen gibt?
>
> Nun, die G-Sätze von den Flußmitteln haben es auch in sich. Da halte ich
> Blei für beherschbarer.

Aha.

mann1234
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Angemeldet seit   19.10.2022 15:18
Beiträge   6

Hmm. Das riecht mal wieder nach Troll und Oberlehrer.

von Dennis E. (Gast)


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S. K. schrieb:
> RoHS gilt seit 2004. Du bist ein bisschen sehr spät. Was nützt das bei
> dir Gelernte wenn deinen Lernenden es nicht anwenden dürfen weil es
> weder in der Produktion noch im Reparaturfall verwendet werden darf. Ich
> bin erschüttert das es so etwas in der Ausbildung gibt.

Man kann auch bleifrei per Hand löten.

von Uli S. (uli12us)


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Amasan Type weiss ich leider nicht und Felder 100NI+ lötet sich wie 
bleihaltiges Lot, bloss halt rund 40° heisser. Absaugung wegen Blei ist 
ohnehin Blödsinn, das verdampft erst bei 1744°C. Vorher ist da genau gar 
nix in der Luft und ein normaler elektrisch betriebener Lötkolben 
erreicht höchstens mal etwas über 20% der Temperatur. Lediglich das 
Flussmittel ist für den Rauch beim Löten verantwortlich. Und da wird 
sich das bei 40° mehr auch stärker bemerkbar machen. Angeblich soll das 
Flussmittel bei bleifrei
weniger aggressiv sein, was aber wahrscheinlich bloss ein Werbespruch 
ist.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Uli S. schrieb:
> Angeblich soll das Flussmittel bei bleifrei
> weniger aggressiv sein, was aber wahrscheinlich bloss ein Werbespruch
> ist.

Nicht notwendigerweise. Durch die höhere Temperatur laufen alle 
chemischen Reaktionen schneller ab, sodass man im Prinzip auf weniger 
aggressive Chemikalien zurückgreifen kann, allerdings verdampfen sie 
schneller.

Wenn man eh nur einfaches Kolophonium nimmt (gibt's nach wie vor auch 
kommerziell), hat man davon natürlich nichts weiter.

von Alexander (alecxs)


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Kann einer mal den Link entfernen? Oder wird das geduldet?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Wird keinen interessieren. Ich denke nicht, dass nur durch das Posten 
hier im Forum da auch nur ein einziger Teilnehmer mehr aufschlägt. ;-)

von Falk B. (falk)


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Jörg W. schrieb:
> Wird keinen interessieren. Ich denke nicht, dass nur durch das Posten
> hier im Forum da auch nur ein einziger Teilnehmer mehr aufschlägt. ;-)

Sicher nicht. Bei DEM Termin und Ort!

"23.01. - 25.01.2023 Lötschulungen Weingarten "

Wird bissel kühl im Weingarten ;-)

Dann lieber klassisch "löten" im Biergarten. Im Sommer! ;-))))

von Alexander (alecxs)


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Wenn da überhaupt nur ein einziger Teilnehmer auftaucht. Gibt's echt 
Leute die das zahlen?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Alexander schrieb:
> Gibt's echt Leute die das zahlen?

Naja, Industrie halt. Wenn du das gegen eingesparte Arbeitsstunden 
aufrechnest, kann sich sowas schon lohnen.

Aber privat wird das keiner machen, und ob eine Schule sowas zu zahlen 
bereit ist, wage ich zu bezweifeln. Aber von unserem TE ist ohnehin 
nichts mehr groß zu hören. Vielleicht übt er ja jetzt heimlich. ;-)

von Schlaumaier (Gast)


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Alexander schrieb:
> Gibt's echt Leute die das zahlen?

Hmm. Ein Löt-Lehrfang habe ich einige Jahre lang für ca. 50 Euro inkl. 
Material 6 Dstd. glaub ich, im Kalender der VHS gesehen. Ist aber einige 
Jahre her.

JA es gibt immer Leute die man "ans Händchen nehmen muss". Schau dir mal 
den Kalender der VHS in deiner Nähe an. Bei vielen Kursen staunst du 
nur.

Selbst ein Arduino Kurs habe ich da schon angeboten gesehen. Ob das was 
bringt, oder nur Papierverschwendung ist. k.a.

von Schlaumaier (Gast)


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Hier z.b. (eben gegoogelt).

https://www.vhs-vaterstetten.de/programm/spezielle-angebote/kurs/Loetkurs-fuer-Kinder-von-8-bis-11-Jahren/O5181K

O.K. für Kinder. Aber ich habe auch nur 2 Min. gegoogelt. Fakt ist, 
angeboten wird so was.

Aber ich habe auch schon Kurse gesehen für den perfekten Hamburger ;) 
von daher. ......

von Werbeblocker (Gast)


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Alexander schrieb:
> Kann einer mal den Link entfernen? Oder wird das geduldet?

Ja, bitte rausnehmen!

Jörg W. schrieb:
> Wird keinen interessieren. Ich denke nicht, dass nur durch das Posten
> hier im Forum da auch nur ein einziger Teilnehmer mehr aufschlägt. ;-)

Nicht direkt hier über den Link, aber das ist harte 
Suchmaschinenoptimierung. µc.net hat ein gutes Gugelranking. Links hier 
auf der Seite sind damit wertvoll für das eigene Ranking. Und dann ist 
das auch noch ein Deeplink...

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