nicht lötbare SMT Bauteile

OP #7286006
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Hi,
wir haben in der Fa. gerade den Fall, dass vom Kunden beigestellte 0603 
Kerkos sich nicht löten lassen (Lötbarkeitstest auf Keramikplatte)
Das heißt, die Kontaktflächen benetzen nicht (bad wetting)
Ursache:
die Bauteile sind CGA Typen von TDK, welche nur leitend geklebt werden.

Ich wusste zwar, dass es sowas in Ansätzen schon gibt, aber bei Kerkos?
Zuerst kämpft man um jedes Milliohm, und dann werden die Bauteile 
raufgeklebt?

Also mein Rat an alle eh schon bis ans Limit geplagten Einkäufer,
Wenn bei der Parametersuche nur mehr 5 passende Bauteile übrig bleiben 
im Hinterkopf behalten, dass es sowas auch noch gibt.

LG
#7286014
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@Peter L.

Ich bin diesbezüglich kein Experte, aber die Bauteile
müssen doch eine metallische Kontaktfläche haben.
Die wird doch nicht aus V2A sein.
Kommt es da nicht auf das Lot und oder das Flussmittel
und die Löt-Temperatur an?

Markus

PS.: Ob das praktikabel ist - keine Ahnung - aber möglicherweise
wäre ein galvanischer Überzug eine Abhilfe fürs Löten.
Gast #7286024
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Zur Motivation aufgeklebter Bauelemente: Eine Anwendung ist 
Hochtemperaturelektronik. Es gibt Polyimid-basierte Leitklebstoffe, die 
mit 280 °C Dauerbelastung spezifiziert sind. Das ist auch mit 
Spezialloten schwer machbar.
OP #7286028
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Natürlich haben diese Bauteile eine Daseinsberechtigung.
(Hab gerade eine Fehleranalyse der Nasa gelesen)
Das Problem dabei ist, dass man es ihnen nicht ansieht.
beim Lötzinn z.B. gibts rote (bleihältig) und grüne (bleifrei) Rollen.

Diese Bauteile sollten halt wirklich gut gekennzeichnet werden.
#7286029
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Als Terminator Legierung wird AgPdCu angegeben.
Ohne es aus dem Ärmel sofort schütteln zu können,
würde ich aufgrund des Ag und Cu Anteils Vermuten,
dass es durchaus lötbar wäre. Aber möglicherweise
ist der Platin Zusatz ein Störfaktor.

Es gibt sicherlich Anwendungen, bei denen Kleben
erforderlich ist, dann wüste es Peter aber bei seiner
Beschaffung, oder seine Firma.
Da sie aber überrascht sind, kommt es auf diese Spec
in seinem Fall wohl nicht an.

Die Frage ist, ob man das Problem anderweitig lösen kann,
wenn es Beschaffungsprobleme gibt.

Aber die Tatsache des Klebens von SMT Teilen war mich zu
Kontaktzwecken soweit auch noch nicht bekannt.

Danke für den Hinweis und die Daten.

LG
Markus
#7286057
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Danke habe wohl noch geschlafen.
Verwechsle es immer Pd und nicht Pa
für Palladium und Pt für Platin.

Oh Schande, dabei habe ich einige Zeit
bei Siemens in meinem Studium Ag, Pt und Pd
auf Keramik Substrate aufgedampft.

Kilo weise - so schwer waren die Barren, die
in die Induktions-Tiegel in den Vakuumofen
gelegt wurden.

Ist aber schon eine Weile her ;-)

LG
Markus
Gast #7287400
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Peter L. schrieb:
> Ursache:
> die Bauteile sind CGA Typen von TDK, welche nur leitend geklebt werden.

Da musst du schon ein bisschen genauer sein:
Ein CGA3E2X7R1H104K080AA wäre für Löt-,
ein CGA3E2X7R1H104K080AD für Epoxid Klebemontage
(s. Datenblatt S.4 Nr. (11))
https://product.tdk.com/system/files/dam/doc/product/capacitor/ceramic/mlcc/catalog/mlcc_automotive_epoxy_en.pdf
Gast #7287820
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> Irgendwie erschliesst sich mir nicht, warum das nicht lötbar sein soll.

Es muss ja nicht heissen das es von Hand nicht loetbar ist.
Aber es muss ja im Standardloetprofil auf der Maschine loetbar sein.


Wobei es mich etwas wundert das jemand Bauteile kleben will.
Das macht doch IMHO nur sinn wenn ich alle Bauteile meiner Schaltung
kleben kann.

Olaf
#7289187
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Ich habe in einer Billigfernbedienung vor 20 Jahren auch schon mal 
staunend gesehen, das die Bauelemente nur durch Anpressdruck kontaktiert 
waren. Es gab eine Schabole, wie ein Sandkastenförmchen, da lag jedes 
Bauteil in einer passenden, extra Kammer. Auf der anderen Seite die 
Leiterplatte. Die Montage im Gehäuse lieferte den Anpressdruck.
Für Fehlersuche geöffnet, gestaunt und weggeschmissen ;-)
#7289228
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Hallo,

also AgPt und auch AgPd Terminierungen können gelötet werden. Bei den 
Pasten zur Terminierung wird oft Pt und/oder Pd zugemischt um das 
leaching an der Terminierung zu reduzieren.

Ob sich ab einer bestimmten Konzentration an Edelmetall die Lötbarkeit 
reduziert, weiß ich nicht sicher aus dem Kopf. Ich hatte bei einem 
Projekt Versuchsteile mit einer Terminierung mit sehr hohem 
Edelmetallgehalt (war wimre Pd) herstellen lassen um das leaching stark 
zu unterdrücken. Die Teile wurden danach mit SAC305 in der Dampfphase 
gelötet und auch die Belastbarkeit der Lötverbindung gemessen. 
Funktionierte gut, war nur unbezahlbar für die Serie.
Ich glaube mich aber zu erinnern, dass reines Pt schlecht weichlötbar 
ist.

Grüße
Sascha
Gast #7293655
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Wolfgang schrieb:
> Peter L. schrieb:
>> Ursache:
>> die Bauteile sind CGA Typen von TDK, welche nur leitend geklebt werden.
>
> Da musst du schon ein bisschen genauer sein:
> Ein CGA3E2X7R1H104K080AA wäre für Löt-,
> ein CGA3E2X7R1H104K080AD für Epoxid Klebemontage
Das ist dann aber ein Fall von selber Schuld. Da sieht man doch direkt 
auf den ersten Blick, dass das völlig verschiedene Bauteile sind.
(Normalerweise würde ich annehmen, dass man den Sarkasmus erkennt, aber 
hier meint das nachher noch jemand ernst, also: Das war Sarkasmus.)

Danke für den Hinweis. Ich habe davon auch noch nie gehört und es ist 
sicher gut, sowas zu wissen.
Gast #7293687
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Peter L. schrieb:
> die Bauteile sind CGA Typen von TDK, welche nur leitend geklebt werden.

Danke! Jetzt haben wir etwas gelernt.
Nun wäre jetzt nur die Frage, warum der Kunde diese bestellt hat. Sollte 
ein größeres Temperaturproblem in seiner Schaltung sein? Es gab Leute, 
die Sicherungen durch Nägel ersetzt haben, statt die Ursache zu 
beheben. :-)
#7294593
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Könnte ein Trend sein.
Ich habe letztens ein Fronius Ladegerät auseinander genommen und da war 
so ein IGBT Modul von Infineon drauf. Das habe ich eher versehentlich 
zerlegt.
Na jedenfalls war das auch nur durch Federkontakte verbunden.
Ebenso unsere Umrichter. Die Kondensatoren sitzen da auch in einer 
Schneidklemmtechnik. Jedenfalls die älteren Umrichter.
#7296026
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Da ihr das ja jetzt eh nicht mehr mit einer Maschine bestücken werdet, 
wäre das passende Lötzinn mit einem agressiven Flussmittel hilfreich. 
Oder man mischt sich die Lötpaste damit an.

z.B. TOPNIK TS-81 von AG TERMOPASTY zum

-Löten von Chrom-Nickel-Legierungen
-Löten von Stahl (auch säurebeständigem Stahl)

Das Zeug ist recht günstig, nutze ich für alle gröberen Lötaufgaben oder 
für alte Bauteile wo die Beinchen nicht mehr so schön glänzen.
Gast #7302912
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Danke für die Info! Ist mir zum Glück noch nicht begegnet - man lernt auch nach 25 Jahren in dem Job nicht aus... Stelle mir gerade vor, wie ich sowas bei einer online Bestellung übersehe, und dann beim Prototypen-Basteln verzweifele. :D

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