Einfluss der Außentemperatur auf einen Bleiakkumulator

OP #7289745
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Ich würde gern wissen, welchen Einfluss die Außentemperatur, genauer die 
Temperatur der Batterie, auf die Batterie hat. Hat sie weniger max. 
Ampere, Ampere Stunden, weniger Spannung?

Ich würde gern wissen welche Werte/Kennzahlen sich Temperaturabhängig 
verändern.

Ich finde im Internet ausschließlich Informationen über 
"Temperatur-Kompensation beim Laden", aber nichts, wie sich eine 
Batterie bei Kälte im Ruhezustand verhält.

Konkret frage ich, weil meine AGM (95Ah) im Ruhezustand (keine 
Verbraucher, Motor aus) laut Fluke Messgerät 12.3V hat, laut 
Batteriemonitor hinten im Wagen 12.5v (hmmm, bei 4 Meter Kabel sollte es 
eigentlich umgekehrt sein), was arg wenig ist, allerdings ist es hier 
gerade ca. -6°C, was ja eigentlich auch nicht sooo kalt ist.

Ich habe da noch eine Vermutung, aber die muss ich noch in der Praxis 
ausloten: Da derzeit nix mit Sonne ist, lade ich meine Wohnraumbatterie 
(190Ah) 1x täglich ca. 2-3h bei laufendem Motor. Meine Vermutung wäre 
dass der Ladebooster mehr Leistung entnimmt als die Lima im Leerlauf 
hergibt, ggf. auch durch die Kälte geschuldet.
Gast #7289789
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Die Spannung ändert sich pro Zelle mit ungefähr 2 bis 3mV pro °C

Der Innenwiderstand wird in der Kälte sehr viel höher so daß man nur 
noch einen Bruchteil deR Kapazität entnehmen kann bevor der Akku eine 
Ruhepause braucht

Also die Ampere sinken drastisch, die Amperestunden werden eingefroren
#7289821
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Sebastian L. schrieb:
> Ich würde gern wissen, welchen Einfluss die Außentemperatur, genauer die
> Temperatur der Batterie, auf die Batterie hat. Hat sie weniger max.
> Ampere, Ampere Stunden, weniger Spannung?

Drastisch.

Zu hohe Temperatur verkürzt die Zyklenanzahl und damit die Lebensdauer 
drastisch.

Zu niedrige Temperatur verringert die Stromlieferfähigkeit und damit den 
Ladewirkungsgrad und Kapazität  drastisch.

Blei geht es nur zwischen 15 und 20 GradC wirklich gut.

https://www.all-electronics.de/elektronik-entwicklung/richtiges-handhaben-von-vrla-batterien-110.html

https://dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.21.2

Sebastian L. schrieb:
> Fluke Messgerät 12.3V hat, laut Batteriemonitor hinten im Wagen 12.5v

Die übliche Messungenauigkeit.
OP #7289872
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26 Grad Differenz (-6...20) x 6 Zellen x 4mV = 624mV = 0,6V. Gehen wir 
mal von 12,3 gemessenen Volt aus (ich vertraue dem Fluke vorn am 
Motor/Starterbatterie mehr als dem Batteriecomputer in 4m Entfernung), 
dann wären dass 12,9 V, wäre es 20 Grad. Was wiederum bedeutet, dass die 
Batterie tatsächlich "voll" ist.

Was wiederum bedeutet, ich muss mir keine Gedanken machen, alles im 
normalen Bereich :-)

Ich hatte schon befürchtet, dass der Ladebooster meine Starterbatterie 
leersaugt, oder gar die Starterbatterie das zeitliche segnet.
#7310144
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Sebastian L. schrieb:

(keine Verbraucher, Motor aus)

Träume weiter!

Sebastian L. schrieb:

laut Fluke Messgerät 12.3V hat, laut Batteriemonitor hinten im Wagen 12.5v (hmmm, bei 4 Meter Kabel sollte es eigentlich umgekehrt sein)

Da siehst du mal wie ungenau dieser "Batteriemonitor" ist. Schlimmer noch könnte dessen Temperaturabhängigkeit sein. Ohne oder mit einer geringen Belastung sollte bei den dicken Drähten im Auto keine merkliche Differenz der Messwerte auftreten (die grösser als der spezifizierte Mesßfehler des Fluke ist).

Sebastian L. schrieb:

Ich finde im Internet ausschließlich Informationen über "Temperatur-Kompensation beim Laden", aber nichts, wie sich eine Batterie bei Kälte im Ruhezustand verhält.

Das ist schnell gesagt: Bei Temperaturerniedrigung steigt der Innenwiderstand des Elektrolyten (30%ige Schwefelsäure) stark an.
Das führt insbesondere bei Starterbatterien, die bei Kälte ja auch noch mehr Strom liefern müssen, dazu, dass die Spannung, ab der die Karre nicht mehr anspringt, schneller erreicht ist.
Scheinbar entspricht das einer Kapazitätsverminderung, aber da keine Elektronen verlorengegangen sind, ist bei langsamer Entladung noch die volle Kapazität vorhanden.

Die Leerlaufspannung hat einen geringen negativen Temperaturkoeffizienten, der aber völlig von der Spannungsänderung durch die Verdünnung der Säure beim Entladen überdeckt wird.
Zu beachten ist, dass bei starker Entladung die Säure direkt an der Oberfläche der Platten stärker verdünnt wird als im Volumen. Dadurch gibt eine anschliessende Messung der Leerlaufspannung einen Wert, der niedriger ist, als es dem tatsächlichen Ladezustand entspricht. Da können dann auch schonmal 1,8V/Zelle = leer erreicht werden.
Der Akku erholt sich davon, indem H2SO4 aus dem Volumen nachdiffundiert, und so die Säurekonzentratiion an den Platten wieder ansteigt, und so die Leerlaufspannung wieder steigt, aber leider geschieht auch dieser Vorgang bei tiefer Temperatur merklich langsamer.

Für den deutlich negativen Temperaturkoeffizienten der Lade-Endspannung, meist etwa 2mV/K und Zelle, ist aber weniger die Zellchemie des Bleiakkus verantwortlich, als die am Ladeende einsetzende Knallgasbildung.

Gast #7314834
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Sebastian L. schrieb:

laut Fluke Messgerät 12.3V hat, laut Batteriemonitor hinten im Wagen 12.5v

Gemessen bei welcher Temperatur der Messgeräte? Nicht jedes Messgerät zeigt bei Frost genau die gleiche Spannung an wie bei Zimmertemperatur. Außerdem ist natürlich bei Frost nicht die volle Akkukapazität abrufbar.

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