Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik DC gekoppelte bipolare Verstärkerstufe


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von Olaf L. (Gast)


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Kann mir jemand Literatur zum Entwurf von DC gekoppelten bipolaren 
Verstärkern empfehlen bis ca 10kHz aber mit 100Vpp Ausgangsamplitude und 
50mA Ausgangsstrom.

von Der Zahn der Zeit (🦷⏳) (Gast)


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Es wird keine Literatur zum Entwurf von DC gekoppelten bipolaren
Verstärkern empfehlen bis ca. 10kHz aber mit 100Vpp Ausgangsamplitude 
und
50mA Ausgangsstrom geben. Aber es gibt jede Menge Literatur zum Entwurf 
von Schaltungen, die diese Funktion erfüllen würden, wenn sie korrekt 
dimensioniert werden.

Grundschaltung von_ Operationsverstärkern und Grundschaltung _mit 
Operationsverstärkern sind die Stichworte. Wenn man die nicht nur sieht, 
sondern auch versteht, wird man sich schon einmal eine Menge zur 
Dimensionierung für den konkreten Fall zusammenreimen können.

Und dann kann man sich in die Technik der Simulation einarbeiten 
(ohnehin immer sinnvoll, insbesondere wenn man sich auch weiter 
Analogtechnik befassen will), und das Ganze, was man sich ausgedacht 
hat, durch Simulation garantiert ohne Schaden zu testen.

von Arno H. (arno_h)


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Guter Startpunkt: 
https://www.apexanalog.com/support/app_note_library.html
Die Produktdatenblätter sind bestimmt auch hilfreich.
Ansonsten bietet sich die Suche nach Verstärkern für Piezos oder 
Elektrostatschallwandler an.

Arno

von Werner H. (werner45)


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Solche Schaltungen wurden in alten Büchern zum Bau von Oszilloskopen 
behandelt. Nach "Oszillografen und ihre Breitbandverstärker" hatte ich 
einen DC-Röhrenverstärker gebaut, weil ich 300 V Ablenkspannung 
brauchte. HV-Transistoren gab es 1970 noch nicht.
Hilfreich könnten auch die Serviceunterlagen alter transistorbestückter 
Oszilloskope sein, da war immer ein Schaltplan mit drin, manchmal sogar 
erklärt. Die alten Scope-Röhren hatten noch keine Netzelektrode und 
Nachbeschleunigung, deshalb war die nötige Ablenkspannung auch hoch.

Oder man ergänzt den Y-Verstärker solch eines alten Scopes mit einer 
zusätzlichen Endstufe. Der ist bei 10-20 MHz Bandbreite dann sogar 
überdimensioniert.

von Christian L. (cyan)


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Geht es darum zu lernen, wie man so etwas konstruiert oder geht es um 
ein konkretes Problem?
Eventuell kannst du, bei Letzterem, ja auch fertige Operationsverstärker 
für hohe Spannungen nehmen, wie den LTC6090 oder ähnliche.

von Michael M. (michaelm)


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Werner H. schrieb:
> ...HV-Transistoren gab es 1970 noch nicht...

Ich will ja nicht um 1 oder 2 Jahre streiten, aber...
Was ist mit BU108?

von Thomas D. (tommi_d)


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Literatur ist u.a. dieses:
https://www.ti.com/lit/ml/slyy054/slyy054.pdf?ts=1672257355569&ref_url=https%253A%252F%252Fwww.google.com%252F

Oder auch in "The art of electronics - the X-chapters" unter S. 380 
"High-voltage bipolarity current source".
Das ist sogar mit Bauteilwerten, aber der Nachbau dürfte trotzdem kein 
Sonntagspaziergang werden.

von Werner H. (werner45)


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@Michael M.
Der BU108 ist ein SCHALTtransistor mit B von 3-25.
Für Verstärker ungeeignet.

von H. H. (Gast)


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Werner H. schrieb:
> Der BU108 ist ein SCHALTtransistor mit B von 3-25.
> Für Verstärker ungeeignet.

Sagen wir besser: als Verstärker nicht näher spezifiziert.

von Michael B. (laberkopp)


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Olaf L. schrieb:
> Kann mir jemand Literatur zum Entwurf von DC gekoppelten bipolaren
> Verstärkern empfehlen bis ca 10kHz aber mit 100Vpp Ausgangsamplitude und
> 50mA Ausgangsstrom.

Hmm, OPA454 ? Muss man wenigstens nichts lernen

von Michael M. (michaelm)


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Werner H. schrieb:
> Der BU108 ist ein SCHALTtransistor mit B von 3-25.
> Für Verstärker ungeeignet.

25 ist besser als garnichts... :-)
Mit dieser Einschränkung lasse ich deine vorherige Aussage gelten. ;-)

Wenn ich länger suche, würde ich auch noch andere finden, die als 
Verstärker taugen (2N3055 ist ja für seine Daten nun auch nicht gerade 
berühmt).
Man konnte sie damals nur für teure Dollare in USA kaufen; ich bin 
sicher, bei RCA würde ich fündig....

von Jobst M. (jobstens-de)


Angehängte Dateien:

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Olaf L. schrieb:
> Kann mir jemand Literatur zum Entwurf von DC gekoppelten bipolaren
> Verstärkern empfehlen bis ca 10kHz aber mit 100Vpp Ausgangsamplitude und
> 50mA Ausgangsstrom.

Siehe Bild.

DC gekoppelt ✅
bipolar ✅
bis ca 10kHz ✅
100Vpp Ausgangsamplitude ✅
50mA Ausgangsstrom ✅

Literatur ❌
weil zu unspezifisch.


Gruß
Jobst

von Olaf L. (Gast)


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Die Apex Verstärker wären natürlich eine Möglichkeit aber die sind 
manchmal schwer zu bekommen und vor allem teuer für einen ersten 
prototyp. Mit dem verstärker bräuchte ich dann nur noch einen voltage 
buffer für die erhöhte Stromanforderung.

Ich würde eher etwas vorziehen, dass mit mit einem +-15V OP und einem 
Spannungsverstärker dahinter auf die entsprechende Ausgangsspannung 
kommt. Eventuell sogar noch skalierbar für höhere Spannungen in der 
Zukunft.

von Old (Gast)


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Michael M. schrieb:
> Werner H. schrieb:
>> ...HV-Transistoren gab es 1970 noch nicht...
>
> Ich will ja nicht um 1 oder 2 Jahre streiten, aber...
> Was ist mit BU108?

Kann man noch ein paar Jahre vor 1970 zurück gehen und findet dann z.B. 
den AU109 Germanium-Transistor für Hochvolt-Anwendungen.

von Falk B. (falk)


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Jobst M. schrieb:
> Siehe Bild.
>
> DC gekoppelt ✅
> bipolar ✅
> bis ca 10kHz ✅
> 100Vpp Ausgangsamplitude ✅
> 50mA Ausgangsstrom ✅

Mag sein, aber selbst in den Anfangsjahren der Verstärkertechnik hat man 
SEHR schnell was DEUTLICH Besseres zu bieten gehabt. Siehe AB-Endstufe 
und Übernahmeverzerrung.

von Falk B. (falk)


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Olaf L. schrieb:
> Ich würde eher etwas vorziehen, dass mit mit einem +-15V OP und einem
> Spannungsverstärker dahinter auf die entsprechende Ausgangsspannung
> kommt. Eventuell sogar noch skalierbar für höhere Spannungen in der
> Zukunft.

Dann musst du alte Literatur zum Aufbau disrketer Endstufen suchen, 
davon sollte es mehr als genug geben, auch wenn ich jetzt keine direkten 
Links parat habe. Deine Anforderungen sind ja harmlos, das kriegt man 
mit einfachen Standardbauelementen hin. Ich würd das Ding als Verstäker 
mit x5 oder x10 Verstärkung aufbauen, dann kann man das problemlos mit 
jedem 08/15 Funktionsgenerator speisen.

von H. H. (Gast)


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Old schrieb:
> Michael M. schrieb:
>> Werner H. schrieb:
>>> ...HV-Transistoren gab es 1970 noch nicht...
>>
>> Ich will ja nicht um 1 oder 2 Jahre streiten, aber...
>> Was ist mit BU108?
>
> Kann man noch ein paar Jahre vor 1970 zurück gehen und findet dann z.B.
> den AU109 Germanium-Transistor für Hochvolt-Anwendungen.

Anfang der '60er: RCA 2N3731.

von Mark S. (voltwide)


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1943: RV12P2000

von H. H. (Gast)


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Mark S. schrieb:
> 1943: RV12P2000

Glühtransistoren gelten nicht!

von Jobst M. (jobstens-de)


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Falk B. schrieb:
> Mag sein, aber selbst in den Anfangsjahren der Verstärkertechnik hat man
> SEHR schnell was DEUTLICH Besseres zu bieten gehabt. Siehe AB-Endstufe
> und Übernahmeverzerrung.

Ja, natürlich!
Ich wollte nur aufzeigen, wie dürftig seine Kriterien sind und stelle 
gerade fest, dass man auch noch einen Transistor weg lassen kann, um sie 
zu erfüllen. Habe ich schon zu viel hinein interpretiert.

Gruß
Jobst

von Dieter (Gast)


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Übrigens dort waere der Schaltplan eines geeigneten Verstaerkers:
Beitrag "Re: Habe meinen Audioverstärker fertig, kann man noch etwas verbessern?"

von Dieter (Gast)


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von Falk B. (falk)


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