Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Zu hohe Spannung an verschd. Pins


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von Achim B. (achim70)


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Hallo zusammen,
ich hatte Euch neulich schon mal eine Frage zu einer Platine gestellt wo 
ein Elko Kurzschluss hatte und evtl. ein Spannungsregeler defekt war. Da 
gibt es noch keine Neuigkeiten, ausser, dass es der Spannungsregler 
nicht war.
Nächstes Thema:
Wieder ein heiles und ein kaputtes Gerät >> Bosch Motortester MOT 501 Bj 
Ende 80/Anfang 90. Wieder habe ich die kaputte Platine identifiziert. 
Nach Austausch funktuioniert der vorher Kaputte. Jetzt habe ich mich mit 
meinen beschränkten Fähigkeiten dumm und dämlich gemessen und zeige euch 
mal wie weit ich gekommen bin. Auf der kaputten Platine herrscht an 
manchen Stellen zu hohe Spannung wenn ich im eingebauten/eingeschalteten 
Zustand messe. Alleine das lässt den Erfahrenen wohl schon auf Bauteile 
schliessen, mich nicht ... Spannungsregler sehe ich auf dieser Platine 
nicht, höchstens Transistoren. Die Steckverbindung, die ich im Foto 
beschriftet habe führt zur Steuerung der Bildröhre. Die beiden rechten 
der drei LED's bleiben im eingeschalteten Zustand dunkel, funktionieren 
aber wenn ich mit einer Batterie 1,5V anlege.
Ebenfalls wie im anderen Thread habe ich für die Platine leider keinen 
Schaltplan weil Bosch damit, wie auch schon besprochen, knauserig ist.
Würde mich freuen wenn ihr mir hier wieder helfen könnt !
Gruss
Achim

von Achim B. (achim70)


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Jetzt habe ich gesehen, dass das "heil" in der Tabelle in die leere, 
linke, obere Ecke gehört ... sorry. Der Strom Richtung Bildröhre ist 
also auch an dem mittleren Pin zu hoch.
Gruß
Achim

von H. H. (Gast)


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Der Akku von 1984 wird wohl platt sein.

von Michael B. (laberkopp)


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Achim B. schrieb:
> Die beiden rechten der drei LED's bleiben im eingeschalteten Zustand
> dunkel, funktionieren aber wenn ich mit einer Batterie 1,5V anlege.

Deine unterschiedlich gemessenen Spannungen sagen nichts anderes aus, 
als dass das eine Board die LED leuchten lässt und einen Ausgang 
aktiviert hat , während das andere Board die LED nicht leuchten lässt 
und den Ausgang nicht aktiv hat.

Als Signalisierung, dass was nicht stimmt.

Das, was nicht stimmt, ist aber woanders.

von Achim B. (achim70)


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Du meinst die blaue Kiste "Saft Memoguard" ?
Bei Abgastestern der Baujahre (Bosch ETT) gibt es 2032 Batterien, die 
nach x Jahren Standzeit leer sind und das Gerät dann seine Erinnerung 
verloren hat und nicht mehr funktioniert. Bei den Motortestern habe ich 
davon eigentlich noch nicht gehört.
Ich vergaß auch noch zu erwähnen >> die untere, linke Ecke der Platine 
scheint Schwitzwasser ausgesetzt gewesen zu sein. Alle meine 
Vergleichsmessungen zwischen Platine heil und kaputt weisen aber nicht 
darauf hin, dass da fataler Fehler bestehen würde.

von Achim B. (achim70)


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Michael B. schrieb:

> Deine unterschiedlich gemessenen Spannungen sagen nichts anderes aus,
> als dass das eine Board die LED leuchten lässt und einen Ausgang
> aktiviert hat , während das andere Board die LED nicht leuchten lässt
> und den Ausgang nicht aktiv hat.
>
> Als Signalisierung, dass was nicht stimmt.
>
> Das, was nicht stimmt, ist aber woanders.

Ja genau, die LED's weisen auf einen Fehler hin, da sie nur in einem 
kleinen Voltbereich funktionieren. Soweit hatte ich das verstanden. 
Jetzt muss ja irgendein Bauteil für die zu hohe Spannung verantwortlich 
sein.
Was ich auch nicht erwähnt habe >> die grossen IC-Bausteine (die mit 
Sockel) hatte ich auch schon alle von der heilen Platine getauscht >> 
keine Änderung.

von Udo S. (urschmitt)


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Achim B. schrieb:
> Ich vergaß auch noch zu erwähnen >> die untere, linke Ecke der Platine
> scheint Schwitzwasser ausgesetzt gewesen zu sein.

Habe mich schon gewundert ob das ein Bildfehler ist.
Da scheinen Leiterbahnen weg zu sein.
Mach mal Bilder vom der funktionierenden und vom der defekten Platine 
von der Stelle.
Scharf und gut ausgeleuchtet.
Beidseitig

Und das blaue ist wohle ein Akku oder eine Primärzelle und ziemlich 
sicher nach so langer Zeit hin.

von Udo S. (urschmitt)


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Und lass den Mist mit einer 1,5V Batterie direkt irgendwo auf der 
Platine einzuspeisen.
Damit schrottest du ganz schnell jeden PN Übergang jedes bipolaren 
Halbleiters wenn der da dann genau dranhängt.

von Achim B. (achim70)


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Udo S. schrieb:

> Habe mich schon gewundert ob das ein Bildfehler ist.
> Da scheinen Leiterbahnen weg zu sein.
> Mach mal Bilder vom der funktionierenden und vom der defekten Platine
> von der Stelle.
> Scharf und gut ausgeleuchtet.
> Beidseitig
>
> Und das blaue ist wohle ein Akku oder eine Primärzelle und ziemlich
> sicher nach so langer Zeit hin.

Hallo Udo,
hier die Bilder im Vergleich.
Die blaue "Saft Memoguard" Kiste gibt es tatsächlich noch neu zu kaufen. 
Kostet allerdings 25€. Wenn das der Fehler wäre, wäre es der Tester aber 
auf jeden Fall wert. Werde mich mal nach Datenblatt usw. umsehen.
Gruß
Achim

von H. H. (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Die blaue "Saft Memoguard" Kiste gibt es tatsächlich noch neu zu kaufen.
> Kostet allerdings 25€.

Kann man durch drei NiMH Rundzellen ersetzen, einfach in externem 
Batteriehalter.

von Achim B. (achim70)


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H. H. schrieb:
> Achim B. schrieb:
>> Die blaue "Saft Memoguard" Kiste gibt es tatsächlich noch neu zu kaufen.
>> Kostet allerdings 25€.
>
> Kann man durch drei NiMH Rundzellen ersetzen, einfach in externem
> Batteriehalter.

Also ist diese blaue Kiste einfach nur eine Batterie, nicht mal ein Akku 
?
Der hat auf der Rückseite 4 Pins. Ich kann ja mal gucken ob auf der 
heilen Platine aus dem Ding noch Strom zu messen ist ...

von H. H. (Gast)


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Achim B. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Achim B. schrieb:
>>> Die blaue "Saft Memoguard" Kiste gibt es tatsächlich noch neu zu kaufen.
>>> Kostet allerdings 25€.
>>
>> Kann man durch drei NiMH Rundzellen ersetzen, einfach in externem
>> Batteriehalter.
>
> Also ist diese blaue Kiste einfach nur eine Batterie, nicht mal ein Akku
> ?

NiMH sind Akkus.


> Der hat auf der Rückseite 4 Pins. Ich kann ja mal gucken ob auf der
> heilen Platine aus dem Ding noch Strom zu messen ist ...

Wohl doch ehr Spannung...

von DerEinzigeBernd (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Jetzt muss ja irgendein Bauteil für die zu hohe Spannung verantwortlich
> sein.

Da ist keine zu hohe Spannung. Du solltest Dir die Signale mit einem 
Oszilloskop ansehen, irgendwas schwingt da halt nicht mehr so, wie es 
soll.

Betrachtet man die Bauteile auf der Platine, ist das offenkundig eine 
Platine, die ein Videosignal erzeugt, darauf lässt der 
Videotiminggenerator 6845 schließen. Die beiden EPROMs dienen einerseits 
als Firmware für den Prozessor 6801 und andererseits als 
Zeichengenerator für die Textdarstellung des Videosignals (mehr als Text 
wird das Ding hier nicht können, denn genügend RAM, als daß es als 
Graphikspeicher genutzt werden könnte, ist nicht vorhanden). Wenn das 
Zeichengenerator-EPROM nicht mehr funktioniert, sollte die Schaltung 
prinzipiell weiter funktionieren, sie stellt dann nur keine lesbaren 
Zeichen mehr auf dem Bildschirm dar. Das andere EPROM rechts unten ist 
hingegen für die Funktion kritisch. Wenn das nicht mehr in Ordnung ist, 
dann ist die gesamte Platine funktionslos. Der 6845 wird dann nicht mehr 
initialisiert und kann daher auch nicht mehr das gewünschte Videotiming 
erzeugen.

Die beiden RAMs sind einerseits der (Text-) Bildschirmspeicher (das 
macht das 2 kiB große 6116 im 24poligen Gehäuse) und andererseits das 
RAM für den Prozessor (das 8 kiB große 6264 im 28poligen Gehäuse).

Die Pufferbatterie/der Akku wird in erster Linie dafür da sein, den 
Uhrenbaustein 146818 mit Spannung zu versorgen (wer kennt den nicht, in 
jedem PC seit dem ersten IBM AT ist so etwas verbaut, dort gerne leicht 
dümmlich als "CMOS RAM" bezeichnet, weil neben der Uhr auch 64 Bytes RAM 
enthalten sind).

Mit einem Oszilloskop könnte man den Quarzoszillator oben rechts prüfen, 
man könnte sich auch das Pinout des 6801 besorgen und dessen Takt- und 
Bussignale betrachten. Der Prozessor wird recht sicher mit 1 MHz 
getaktet, das Signal sollte an seinem Takteingang (Pin 3) anliegen. Der 
6801 kann einen Quarz ansteuern, das wird aber hier offensichtlich nicht 
genutzt, sondern das (heruntergeteilte) Signal des Quarzoszillators 
verwendet.

Das Pinout gibts hier:
https://www.cpu-world.com/info/Pinouts/680x.html (unter "expanded 
multiplexed modes").

Mit dem Oszilloskop sollte man auch Pin 40 (E) und Pin 38 (R/W) ansehen. 
E sollte ein Rechteck mit 1 MHz Takt sein, R/W bei laufendem Programm 
ein beliebiges Muster annehmen. Auf den Adress- und Datenleitungen 
(gemultiplext mit dem Signal AS an Pin 39) sollte auch Aktivität 
feststellbar sein.


Udo S. schrieb:
> Da scheinen Leiterbahnen weg zu sein.

Das ist nicht der Fall, da ist nur der Lötstoplack abgeblättert.

von Achim B. (achim70)


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DerEinzigeBernd schrieb:
> Mit dem Oszilloskop sollte man auch Pin 40 (E) und Pin 38 (R/W) ansehen.
> E sollte ein Rechteck mit 1 MHz Takt sein, R/W bei laufendem Programm
> ein beliebiges Muster annehmen. Auf den Adress- und Datenleitungen
> (gemultiplext mit dem Signal AS an Pin 39) sollte auch Aktivität
> feststellbar sein.

Hallo Bernd,
danke für deine sachverständige Analyse!
Einerseits nimmt mir das jetzt jeden Mut, dass ich als absoluter 
Elektroanfänger da irgendwas außer durch Zufall rausfinden könnte, 
andererseits komme ich jetzt vielleicht schneller voran weil mir klar 
wird, dass ich professionelle Hilfe brauche oder eben leider aufgeben 
muss.
Die meisten Bausteine, die du genannt hast, konnte ich identifizieren. 
Das einzige Oszilloskop in meiner Werkstatt ist ein Bosch 
Zündoszilloskop. Bin mir nicht sicher ob das empfindlich genug ist und 
ich genug Ahnung habe, um die von dir genannten Messungen sichtbar zu 
machen (interessieren würde mich das brennend). Dazu kommt, dass ich im 
eingebauten Zustand gar nicht überall zum Messen hinkomme weil es in der 
Kiste recht eng zugeht. Ich müsste mir also erst eine Art Prüfstand 
bauen. An den Quarzoszillator oben rechts könnte ich grad so drankommen 
😉.
Die Pufferbatterie hat auf der kaputten Platine tatsächlich 1V, wo auch 
immer die herkommen nach unbestimmter Zeit vergessen im Regal und nur 
ein paar Minuten Testbetrieb bei mir. Auf der heilen Platine nur 0,5V.
Was müsste derjenige, der mir da weiterhelfen kann für einen Beruf 
haben/gehabt haben : Radio-Fernsehtechniker, ElektroIng ....?
Im heilen Zustand ist der Tester ein paar Hunderter wert und ich habe 
ihn quasi geschenkt gekriegt. Einen Versuch würde ich noch machen.
Danke
Gruß
Achim

von Achim B. (achim70)


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DerEinzigeBernd schrieb:

> Mit dem Oszilloskop sollte man auch Pin 40 (E) und Pin 38 (R/W) ansehen.

Hallo Bernd, da jetzt, evtl. wegen meines zu vielen Gelabers, niemand 
mehr antwortet, hatte ich genug Zeit über das von dir Geschriebene 
nachzudenken.
Frage 1:
Wieso kannst du anhand der Bilder sagen an welchen Pin's ich welches 
Oszilloskopbild zu erwarten habe ?
Frage 2:
Was bedeutet (E) und (R/W) >> vielleicht stehe ich da auf der Leitung, 
aber ich komme nicht drauf.

Um mir ein paar Sachen mit dem Zündoszilloskop anzusehen, müsste ich 
relativ viel Aufwand betreiben ... meint ihr das macht Sinn ? Ich würde 
das jetzt eigentlich gerne mal ausprobieren.
Gruß
Achim

von H. H. (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Die Pufferbatterie hat auf der kaputten Platine tatsächlich 1V, wo auch
> immer die herkommen nach unbestimmter Zeit vergessen im Regal und nur
> ein paar Minuten Testbetrieb bei mir. Auf der heilen Platine nur 0,5V.

Beide kaputt. Nennspannung wäre 3,6V.

von H. H. (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Um mir ein paar Sachen mit dem Zündoszilloskop anzusehen, müsste ich
> relativ viel Aufwand betreiben ... meint ihr das macht Sinn ?

Nein, das ist bei weitem nicht schnell genug.

von Achim B. (achim70)


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H. H. schrieb:

> Beide kaputt. Nennspannung wäre 3,6V.

Stimmt, im eingeschalteten Zustand liegen da 3,8V an.
Nachdem ich den Motortester ca. 30 Minuten am Netz hatte fing die zweite 
der drei LED's zaghaft an zu blinken und mittlerweile ist sie dauerhaft 
an und es liegen die korrekten 1,6V an (anstatt vorher 4,9V). Die Dritte 
bleibt bisher dunkel und es liegen immernoch 4,9V an. Wenn die jetzt 
auch noch anfängt zu zucken, wird es wohl tatsächlich der Akku sein ... 
oder ? Bei Ottomotor-Zündanlagen gibt es Probleme die, je wärmer das 
alles wird, verschwinden. Könnte das auch so ein Phänomen sein ?
Gruß
Achim

von Achim B. (achim70)


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Das einzige was ich mit meiner Pfuscherei erreicht habe, ist, dass nach 
der ganzen IC-Hin-und Hertauscherei der ehemals heile Tester auch nur 
noch ganz dünnen, kaum leserlichen Text anzeigt. Jetzt bräuchte ich 
nochmal den "einzigen Bernd" als KnowHowträger. Laut deinen Angaben ist 
für die Erstellung von Text der Eprom oben rechts (Bosch Nr. 1687355) 
zuständig. Der ist für überschaubare Dollars zu kriegen. Ich weiß, ohne 
Messen ist das Teileweitwurf ... aber ich werde mittelfristig nicht in 
der Lage sein, selbst wenn ich einen passendes Oszi hätte, eine Aussage 
über irgendwas zu treffen.
Soll ich das mit dem Eprom versuchen und danach für immer schweigen ?
Gruß
Achim

von DerEinzigeBernd (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Frage 1:
> Wieso kannst du anhand der Bilder sagen an welchen Pin's ich welches
> Oszilloskopbild zu erwarten habe ?

Der 6801 ist ein Microcontroller, der den 68xx-Bus von Motorola 
verwendet. Und da sind die Signale wohldefiniert.

> Frage 2:
> Was bedeutet (E) und (R/W) >> vielleicht stehe ich da auf der Leitung,
> aber ich komme nicht drauf.

E ist das Taktsignal, R/W (genauer: R/!W) ist das Signal, mit dem 
zwischen Lese- und Schreibzugriffen umgeschaltet wird.

Achim B. schrieb:
> auch nur
> noch ganz dünnen, kaum leserlichen Text anzeigt.

Das wird nicht am Zeichengenerator liegen, der enthält nur die Bitmuster 
für die darzustellenden Zeichen. Ist dieses EPROM nicht mehr in Ordnung, 
werden falsche Bitmuster dargestellt, nicht aber "dünne, kaum 
leserliche".

Da ist dann wohl was anderes nicht in Ordnung. Aber ohne geeignete 
Messtechnik (ein Oszilloskop mit 20 MHz Bandbreite) und genügend 
Erfahrung, um Datenblätter zu lesen und zu verstehen, wird das 
schwierig.

Die Schaltung zur Erzeugung des Videosignales ist irgendwo um den 6845 
herum zu suchen. Der 6845 erzeugt das Timing, d.h. die Synchronimpulse 
für das Bildsignal (H-Sync und V-Sync), und zusätzlich die Adressignale 
für den Bildschirmspeicher und zu einem Teil für das 
Zeichengenerator-EPROM. Die Datenleitungen des Zeichengenerator-EPROMs 
sind mit einem Schieberegister (Parallel rein, seriell raus) verbunden, 
das mit dem 8-MHz-Takt angesteuert wird, den der Quarzoszillator 
erzeugt.

Dieses Schieberegister ist der 74LS166 zwischen Quarzoszillator und 
Zeichengenerator-EPROM.
(Datenblatt: https://www.esi.uclm.es/www/isanchez/apuntes/ci/74166.pdf)

Der Ausgang des Schieberegisters (Pin 13) ist effenktiv der Bildteil des 
Videosignales. Sofern ein Composite-Video-Signal verwendet wird, werden 
zu diesem Bildteil noch die beiden oben erwähnten Synchronsignale 
dazugemischt, und das ganze landet dann in einem Monitor.

Wenn da was "dünn und kaum leserlich" ist, könnte die Ursache darin 
liegen, daß irgendein Ausgangsverstärker, durch den das Videosignal 
geleitet wird, nicht mehr das tut, was er soll. Links oben gibt es den 
Transistor T3 und das Trimmpot R10, die werden da recht wahrscheinlich 
einen Anteil haben.

Um das genauer untersuchen zu können, müsste man einen Schaltplan Deiner 
Platine haben oder anfertigen.

Weiter kann ich Dir bei der Sachlage nicht helfen; Du hast kein 
Oszilloskop und keinen Schaltplan, daher kann ich dir nicht genau sagen, 
an welchen Pins welcher ICs Du welche Signalbilder zu erwarten hast

von Achim B. (achim70)


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Vielen Dank Bernd !
Bin schon wieder beeindruckt !
Die beiden Bausteine, die du zum Schluß genannt hast, kann ich im 
eingebauten Zustand, unter Strom, zumindest mal mit dem MM angucken.
Ein Schaltplan wäre natürlich super. Hin und wieder werden in den 
Kleinanzeigen für solche Kisten die Rep-Anleitungen angeboten, da sind 
die Schaltpläne dabei.
Da soll man aber Glück haben das jetzt zu finden oder viel Geduld.
Vorhin hab ich den ganzen Kram gefrustet weggestellt, ich sag Bescheid 
wenn es Neuigkeiten gibt.
Guten Rutsch !
Achim

von Achim B. (achim70)


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Hallo zusammen,
also wenn einer der "einzige" Bernd ist !!
Bei dem eigentlich heilen Motortester hat eine winzige Drehung an dem 
Trimpot R10 wieder das volle Bild hergestellt. Wahrscheinlich bin ich da 
bei der letzten Frustschrauberei dran gekommen und habe das verstellt !?
Dann habe ich gemessen und festgestellt, dass bei dem kaputten 
Motortester kein Strom mehr aus dem Transistor T3 in Richtung Trimpot 
R10 fließt. Bei dem Heilen sind das 0,7V. Das Ding heißt VP0160 (siehe 
Anhang). Finden tue ich sowas wie so oft nur bei Ebay. Kann ich den 
nehmen ?
https://www.ebay.de/itm/233022990584?
Ich habe versucht aus dem Datenblatt schlau zu werden, würde aber gerne 
euch nochmal fragen.
Gruß
Achim

von H. H. (Gast)


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von Achim B. (achim70)


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Hab ich bestellt ...danke !
Ist das ein typischer Fall, dass so ein Bauteil irgendwann kaputt geht 
oder muss man da von einem Vorfall >> Kondenswasser, Kurzschluss o.Ä. 
ausgehen ?
Gruss
Achim

von Michael B. (laberkopp)


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Achim B. schrieb:
> Kann ich den nehmen ?

Ja (Vorsicht, die kleinen MOSFETs gehen gerne durch ESD kaputt. Am 
Besten einen dünnen blanken Draht um die Anschlüssel wickeln so dass 
auch der mittlere beruhrt wird, dann erst aus dem Leitschaumstoff/der 
ESD Tüte ziehen, dann einlöten, dann den Draht wieder runter)

Vielleicht ist aber auch das Poti schuld ?

: Bearbeitet durch User
von DerEinzigeBernd (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Dann habe ich gemessen und festgestellt, dass bei dem kaputten
> Motortester kein Strom mehr aus dem Transistor T3 in Richtung Trimpot
> R10 fließt. Bei dem Heilen sind das 0,7V.

Das muss nicht bedeuten, daß der Transitor defekt ist. Hier nur die 
Spannung zu messen ist nicht zielführend. Wenn nämlich die Videologik 
gar kein Videosignal erzeugt, verstärkt der Transistor nur  ein 
schwarzes Signal, und das ist naturgemäß eine kleinere Spannung als ein 
aktives Bildsignal (das ja nicht nur das Bild, sondern auch noch 
Synchronpulse enthält).

Bevor Du Dich also in die Ersatztransistorbeschaffung begibst, solltest 
Du dringend mal mit einem geeeigneten Oszilloskop die besprochenen 
Signale untersuchen, so z.B. den Ausgang des Schieberegisters oder die 
beiden Synchronsignale HSYNC und VSYNC an Pin 40 und 39 des 6845.

HSYNC sollte eine Frequenz von etwas unter 16 kHz haben, VSYNC eine 
Frequenz von etwa 50 Hz (vorausgesetzt, das Gerät arbeitet mit normalem 
Fernseher-Monitor-Timing, aber das war in der Zeit, in der das Ding 
gebaut wurde, üblich. Deutlich höhere Frequenzen sind unwahrscheinlich, 
denn dazu ist der Bildpunkttakt von 8 MHz zu niedrig).

von DerEinzigeBernd (Gast)


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Nachtrag: Hier gibts Informationen über den 6845:

https://en.wikipedia.org/wiki/Motorola_6845

von Achim B. (achim70)


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Hallo Bernd,
wieder vielen Dank für deine Mühe.
Ich werde deinen Rat befolgen und mich bemühen jemanden zu finden, der 
mir helfen kann oder mich selber aufschlauen.
Ich melde mich denn wieder.
Gruß
Achim

von Achim B. (achim70)


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Hier nochmal ein erklärendes Bild zu der letzten Spannungsmessung, auch 
wenn die nur bedingt aussagekräftig ist.
Das Bild der Rückseite habe ich um die Y-Achse gespiegelt.
Den 6845 habe ich jetzt nochmal von der kaputten auf die heile Platine 
gesetzt >> der funktioniert.
Sollte ich mich mit Oszilloskop usw. auseinander setzen ... . Ohne jetzt 
ein neues Thema damit zu starten :
Ich habe keine Lust mir die nächste Baustelle an Land zu holen, deshalb 
kommt ein Altes mit Röhre eigentlich nicht in Frage, auch wenn die gut 
gebraucht zu kriegen wären. Seht ihr das genauso ?
20 MHz Bandbreite hat Bernd ja schon vorausgesetzt.
Gruß
Achim

von Hans K. (Firma: privat) (sepp222) Flattr this


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Ein Hameg 203 müsste reichen für 20 Mhz 2 Kanal ca.50 Euro.
                      lG  Hans

von Achim B. (achim70)


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Weiter oben hatte schon mal jemand geschrieben, dass ich mein BOSCH 
MOT401 Zündoszilloskop für sowas nicht nutzen kann, weil es zu langsam 
ist.
Wäre aber natürlich für mich jetzt die erstmal die einfachste Lösung.
Ein richtiges Datenblatt finde ich dazu leider nicht, nur eine Übersicht 
was der alles kann. Könnt ihr euch das bitte mal ansehen.
Gruß
Achim

von H. H. (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Ein richtiges Datenblatt finde ich dazu leider nicht, nur eine Übersicht
> was der alles kann. Könnt ihr euch das bitte mal ansehen.

Zeitablenkung nur im Millisekundenbereich, wie zu erwarten.

von Achim B. (achim70)


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Ok, also nicht tauglich ...😒.
Dann mal sehen wo mir sowas zuläuft.
Danke
Gruß
Achim

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Beitrag #7305114 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7305127 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7305228 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Achim B. (achim70)


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Guten Abend,
ein 20MHz Oszilloskop und drei Stunden Youtube später bin ich wieder da.
Ich habe mich so gut ich es verstanden habe an Bernd's Vorschlag zum 
Vorgehen gehalten. Ich müsste mich jetzt noch weiter rückwärts messen, 
aber für heute ist gut.
Den 6845 hatte ich ja auf die heile Platine gesetzt und den für heil 
befunden. Deshalb habe ich an dem nichts gemessen, da kommt man im 
eingebauten Zustand auch quasi nicht hin. Gemessen habe ich jetzt an dem 
Schieberegister 74LS166 und dem Quarzoszillator. Der Quarzoszillator hat 
wie von Bernd vorhergesagt 8MHz und scheint heil zu sein. Am 
Schieberegister passt außer an den Pins 1,9 und 16 (siehe Bernd's Link 
weiter oben) nichts zusammen. Auffällig ist, dass an den Pins 2, 3, 4, 5 
(Paralleler Input) bei dem Kaputten immer eine doppelt so hohe Frequenz 
herrscht wie bei dem Heilen.
Die Oszibilder des Ausgangs (Pin13) hänge ich mal an. Der Heile hat den 
rechteckigen Verlauf.
Gruß
Achim

von Achim B. (achim70)


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Hallo zusammen,
bin mal wieder zum Messen nach Bernd's Anleitung gekommen.

DerEinzigeBernd schrieb:
> Mit einem Oszilloskop könnte man den Quarzoszillator oben rechts prüfen,
- Ergebnis Messung Achim: Quarzoszillator heil und kaputt 8MHz
> man könnte sich auch das Pinout des 6801 besorgen und dessen Takt- und
> Bussignale betrachten. Der Prozessor wird recht sicher mit 1 MHz
> getaktet, das Signal sollte an seinem Takteingang (Pin 3) anliegen.
- Ergebnis Messung Achim: An Pin3 des Prozessors 6801 liegen bei heil 
und kaputt 4MHz und 2,4V an.

> Der 6801 kann einen Quarz ansteuern, das wird aber hier offensichtlich nicht
> genutzt, sondern das (heruntergeteilte) Signal des Quarzoszillators
> verwendet.
>
> Das Pinout gibts hier:
> https://www.cpu-world.com/info/Pinouts/680x.html (unter "expanded
> multiplexed modes").
>
> Mit dem Oszilloskop sollte man auch Pin 40 (E) und Pin 38 (R/W) ansehen.
> E sollte ein Rechteck mit 1 MHz Takt sein, R/W bei laufendem Programm
> ein beliebiges Muster annehmen.
- Ergebnis Messung Achim: An den Pins 39 und 40 (nicht 38 und 40)liegt 
bei heil und kaputt 1 MHz an
> Auf den Adress- und Datenleitungen(gemultiplext mit dem Signal AS an Pin 39) 
sollte auch Aktivität
> feststellbar sein.
- Das mit dem multiplexen habe ich noch nicht verstanden

Kann daraus zusammen mit den Ergebnissen aus meinem vorherigen Eintrag 
jemand etwas ableiten ?
Gruss
Achim

von Achim B. (achim70)


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Gehe ich recht in der Annahme, dass die Eproms eine Firmware tragen und 
nicht einfach durch  welche mit der gleichen Bezeichnung getauscht 
werden können ?
Gruß
Achim

von DerEinzigeBernd (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Die Oszibilder des Ausgangs (Pin13) hänge ich mal an.

Hallo Achim, mir sind deine Bilder erst heute zu Gesicht bekommen. 
Sorry.

Die beiden Bilder sind nicht mit der gleichen Ablenkfrequenz des 
Oszilloskops erstellt worden, das erste Bild (mit dem klar erkennbaren 
Rechteck) verwendet 2.0 µs/div, das zweite Bild aber verwendet 1.0 
ms/div, ist also um das 500fache(!) langsamer eingestellt.
Es wäre hilfreich, wenn Du die Bilder beim nächsten Mal vor dem 
Hochladen um 90° rotieren könntest. Dein Oszilloskop sollte eigentlich 
auch selbst Screenshots erstellen können, USB-Stick reinstecken, und 
"Copy"-Taste drücken (siehe S. 16 in 
https://www.pollin.de/productdownloads/D830831B.PDF)

Achim B. schrieb:
> - Ergebnis Messung Achim: An den Pins 39 und 40 (nicht 38 und 40)liegt
> bei heil und kaputt 1 MHz an

Pin 39 ist AS, das steht für "address strobe". Das wird zur Steuerung 
des Multiplexers für den gemeinsamen Adress- und Datenbus verwendet. Daß 
da ein 1-MHz-Rechteck anliegt, kann in Ordnung sein.

Auf R/W sollte Aktivität zu beobachten sein, durchaus unregelmäßig, und 
nicht ein 1-MHz-Rechteck.

Um das mit dem Adressmultiplex zu verstehen, solltest Du Dir mal das 
Datenblatt des 6801 ansehen:

https://pdf1.alldatasheet.com/datasheet-pdf/download/126471/MOTOROLA/MC6801.html

Auf Seite 2 (3-93) ist ein Blockschaltbild abgebildet, auf der linken 
Seite gibt drei Belegungen für Port 3 und Port 4.
Der 6801 läuf recht sicher in der Betriebsart "Expanded Multiplexed", 
und damit sind an Port 3 sowohl Adress- (A0-A7) als auch 
Datenleitungen (D0-D7) angeschlossen.

Die können natürlich nicht gleichzeitig aktiv sein, sondern werden 
zeitlich nacheinander ausgegeben. Was gerade aktiv ist, wird mit dem 
Signal AS (Address Strobe) signalisiert.

Dieses Signal wird, wie auch der Systemtakt E, vom Controller erzeugt.

Sieh Dir dazu das Bus-Timing an, Seite 5 (3-96). Dieses Diagramm 
kombiniert mehrere unterschiedliche Dinge, ganz oben siehst Du (für alle 
Lesarten des Diagrammes gültig) den Referenztakt E, den Du auch schon 
mit Deinem Oszilloskop gemessen hast.

Darunter kommt eine Signalzeile, die Du gleich ignorieren kannst 
("Non-Multiplexed") und dann zwei Zeilen, die in Kombination mit der 
letzten Zeile zu lesen sind.

Beide sind mit "Addr/Data Muxed" beschriftet, was genau geschieht, steht 
weiter rechts im Diagramm: "Read Data Muxed" bzw. "Write Data Muxed". 
Das ist also ein Lese- und ein Schreibzugriff.

Die letzte Zeile zeigt das Signal AS.


Ich denke aber nicht, daß es zielführend ist, da weiter herumzumessen.

Achim B. schrieb:
> Deshalb habe ich an dem nichts gemessen, da kommt man im
> eingebauten Zustand auch quasi nicht hin.

Das ist sehr ungünstig, denn genau an dem solltest Du messen. Durch 
diese Messungen kannst Du herausfinden, ob der Prozessor vernünftig 
läuft, denn nur, wenn er das tut, ist der 6845 so initialisiert, daß er 
ein sinnvolles Videotiming erzeugt, was an den Signalen HSYNC und VSYNC 
zu erkennen ist.

An diese beiden Signale musst Du herankommen. Mach mal ein 
hochauflösendes Bild sowohl von der Platinenober- als auch der 
Platinenunteseite, dann kann man vielleicht schon erkennen, wo die 
Signale vom 6845 hinführen, damit Du einen passenderen Messpunkt 
findest.

Ist eigentlich irgendeine der Steckerbelegungen irgendwo dokumentiert? 
Das Kabel, das am schwarzen Stecker oben links angeschlossen wird, führt 
direkt zum Monitor? Ist da irgendwas beschriftet? Hat der ein 
Typenschild?

von DerEinzigeBernd (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Gehe ich recht in der Annahme, dass die Eproms eine Firmware tragen und
> nicht einfach durch  welche mit der gleichen Bezeichnung getauscht
> werden können ?

Das kleine EPROM direkt neben dem 6845 enthält keine Firmware, sondern 
Abbilder der Pixelmuster der darzustellenden Textzeichen. Das ist das 
Zeichengenerator-ROM. Wenn Du da ein falsch programmiertes EPROM 
reinsteckst, wird der Text auf dem Bildschirm unlesbar, Du wirst 
Pixelrauschen o.ä. angezeigt bekommen,

Das EPROM unten rechts hingegen enthält Firmware. Wenn das nicht den 
richtigen Inhalt hat, geht absolut gar nichts. Dann wird der 6845 nicht 
initialisiert und es gibt kein Videosignal.

von Achim B. (achim70)


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Hallo Bernd,
wieder meinen herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort.
Ich werde das morgen Abend versuchen abzuarbeiten/bzw. zu verstehen 😉.
So viel mal vorweg >> ich kann jetzt überall messen. In der Kiste sitzen 
6 Platinen hintereinander. Die defekte Platine sitzt ganz vorne und die 
zwei dahinter habe ich einfach mal ausgebaut und festgestellt, dass der 
heile Tester auch ohne die ein Bild erzeugt.
- Die unterschiedlichen Frequenzen mit denen ich die Signale am 
Schieberegister aufgefangen habe, resultieren daraus, dass ich natürlich 
die Automatikfunktion zum Finden der richtigen Bereiche nutze und beim 
Defekten das denn dabei rauskam. Ich werde das nochmal wiederholen.
- Das Kabel, das auf die Steckverbindung oben links gehört, geht direkt 
zu der Platine unter der Bildröhre. Dort gibt es mit allerhand Potis 
Einstellmöglichkeiten der Ablenkung. Beschriftungen sehe ich keine. Ich 
werde das fotografieren.
- ich bin mir ziemlich sicher, dass bei dem 6845 schon nichts 
Verwertbares mehr ankommt und der Fehler schon vor dem Prozessor liegt. 
Der Prozessor selber ist heil, den habe ich vorhin nochmal alleine 
quergetauscht. Es kommen an den oberen Pins des Prozessors abweichende 
Frequenzen zwischen den Geräten raus ... irgendwann haben meine Augen 
heute Abend schlapp gemacht, beim zählen der Pins zum vergleichen. Das 
Verfolgen der Leiterbahnen in diesem Bereich hat seinen Teil dazu 
beigetragen. Die führen schon ziemlich verzweigt über die Platine vom 
Prozessor aus.
Morgen mache ich Fotos usw. und melde mich dann wieder.
So oder so werde ich es nicht übers Herz bringen die Kiste in den 
Elektrocontainer zu stellen, aber ich hab ihr das schon oft angedroht.
Gruß
Achim

von Mark S. (voltwide)


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Mit Deiner Ausdauer bist jedenfalls auf einem guten Wege Dich in die 
Materie einzuarbeiten. Finde ich gut!

von KonradH.J. (Gast)



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Hallo Achim,

bei meinem MOT501 fehlte die horizontale Synchronisation, wodurch das 
Bild auf der Bildröhre von links nach rechts durchlief.
Der Fehler war, dass der Speicherakku ausgelaufen und durch die Saüre 
eine Leiterbahn für die horizontale Synchronisation durchgefressen war 
und drei weitere angefressen waren.

Nach der Reparatur der Leiterbahn läuft die Kiste wieder, an dieser 
Stelle vielen Dank an den 'DerEinzigeBernd', seine Hinweise haben mir 
sehr weitergeholfen :-)

Auf meinem ersten Bild ist die Platine im Originalzustand zu sehen, im 
zweiten Bild nach der Reparatur, ausserdem auf dem dritten Bild der 
herausgzeichnete Signallauf für H-Sync und V-Sync, deren Leiterbahnen 
teilweise unter dem Akku verlaufen.

Der Schwarze Stecker oben rechts auf Bild 1 führt die Video-Signale zum 
Monitor: H-Sync (gelbes Kabel), V-Sync (weisses Kabel), das Bildsignal 
(graues Kabel) und zwei mal Masse; in meinem Schaltplan habe ich die 
Pins von links nach rechts mit 1 - 10 bezeichnet, 9 ist die Lücke.

An Messpunkt 4 (MP4, neben der Batterie) ist das gepufferte 
H-Sync-Signal direkt messbar.

Die Platine ist vermutlich vierlagig, unten und oben Signal-Layer und 
dazwischen jeweils Masse und +5V.

VG Konrad

von achim.burmeister@man.eu (Gast)


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Hallo Konrad,
schön, dass du mir weiterhelfen willst nachdem du Probleme mit dem 
gleichen Gerät hattest. War das an dem Speicherakku von aussen 
ersichtlich, dass er ausgelaufen war. Womit hast du ihn ersetzt ? Es 
gibt die Dinger ja noch zu kaufen.
Hallo Bernd,
ich habe die Bilder schon gemacht von der Platine vo/hi. Ich wollte 
gleich noch Messwerte beifügen und bin noch nicht so weit gekommen.
Gruss
Achim

von KonradH.J. (Gast)


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Hallo Achim,

auf dem Bild 'Korrosionsschaden' sieht man um den Plus-Pol des Akkus, 
dass er ausgelaufen ist. Am orangen Kondensator C5 (100µF, 25V) befinden 
sich grünliche Lötaugen, sowohl am Masse- als auch am +5V-Anschluss und 
ich bin inzwischen der Meinung, dass sich die ausgelaufene Kalilauge 
(keine Säure, wie zuerst vermutet) zwischen dem zweiten und dritten 
Layer auf der Platine verteilt, wodurch Masse- und +5V-Kontaktierungen 
zerstört werden können.

Die weissen Stellen auf deiner Platine betreffen auch die Masse am 
Kondensator C5 und der Steckleiste und die +5V-Steckleiste.
Ich vermute mal, dass dein Akku auch ausgelaufen ist und sich und die 
Kalilauge bis zur Steckerleiste ausgebreitet und Kontakte zerstört hat 
und auch Leiterbahnen unter dem Akku vielleicht unterbrochen sind.

Auf dem Bild 'Masse und 5V' habe ich mit Gelb die von mir gemessenen 
Masse-Punkte und mit Rot die gemessenen +5V-Punkte gekennzeichnet (ohne 
Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit).

In deinem Fall würde ich mal bei der defekten Platine im ausgebauten 
Zustand die Massepunkte (vor allem der IC's) auf der Bauteileseite 
überprüfen (Multimeter, Durchgangsprüfer, Ohmmeter) und gegebenenfalls 
mit deiner funktionierenden Platine vergleichen.
Ich bin mir fast sicher, dass ein oder mehrere Masse- oder 
+5V-Verbindungen fehlen und die Platine deshalb nicht mehr funktioniert.

Meinen neuen Akku werde ich nicht mehr auf der Platine plazieren, 
sondern über Kabel extern am Gerät. Der Originalakku war ein NiCd-Akku 
mit 3.6V und 80mAh, die erhältlichen Ersatzakkus für ca. 20€ sind 
NiMH-Akkus und haben den Nachteil, dass wenn sie wegen längerer 
Nichtbenutzung auf 0V entladen werden, defekt sind.
Ich werde 3 AAA-ReadyToUse Akkus mit ca. 500mAh verwenden, mal schauen, 
ob sie genügend geladen werden; das Gerät funktioiert momentan ja auch 
ohne Akku, allerdings werden keine Daten gespeichert.

VG Konrad

von Achim B. (achim70)


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Hallo Konrad,
leider bin ich zu dem gleichen Schluß gekommen wie du. Die sonderbaren 
Verfärbungen auf meiner Platine sind keine Wasserschäden, wie von mir 
zuerst angenommen, sondern kommen von der ausgelaufenen Batterie. Bei 
mir ist dieses grünlich verfärbte Phänomen allerdings soweit über die 
Platine verbreitet, dass ich endgültig den Mut verliere daran weiter rum 
zu experimentieren. Die beiden riesen Kisten stehen seit gefühlten 8 
Wochen in der Wohnung und ich kann die Dinger echt nicht mehr sehen. 
Irgendwann läuft mir vielleicht mal wieder so einer, mit einem anderen 
Fehler, über den Weg und ich kann aus zwei einen machen(dann bringe ich 
es auch wieder nicht übers Herz den Kaputten zu entsorgen😊).
Ich werde nochmal entsprechend deiner Darstellung (rot/gelb) in dem 
Bereich die Spannungen zwischen heil und kaputt vergleichen und vorher 
bei beiden Platinen den Akku auslöten. Speicherfunktion und Uhr spielen 
ohne Werkstattbetrieb mit Abgasuntersuchung/TÜV usw. ja eigentlich keine 
Rolle.
Ich hänge nochmal die besseren Bilder an, wenn ich sie schon vorbereitet 
habe. Ich habe wieder die Rückseite um die Y-Achse gespiegelt. Für mich 
ist das denn einfacher beim Vergleichen ohne Knoten im Gehirn. Weiß 
nicht ob der gemeine Elektrofachmann sowas befürwortet ?
Ich melde mich wieder hier !
Vielen Dank soweit an euch ... wirklich ein gutes Forum !
Gruß
Achim

von DerEinzigeBernd (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Ich hänge nochmal die besseren Bilder an, wenn ich sie schon vorbereitet
> habe. Ich habe wieder die Rückseite um die Y-Achse gespiegelt. Für mich
> ist das denn einfacher beim Vergleichen ohne Knoten im Gehirn.

Die Idee ist gut, aber die Bildauflösung ist viel zu gering, als daß man 
darauf etwas nennenswertes erkennen könnte.

Auch wäre es besser gewesen, wenn Du eine diffuse Lichtquelle verwendet 
hättest, statt der sich im oberen Teil der Platine spiegelnden und damit 
Details unsichtbar machenden.

Löte den Akku aus (der wird eh' tot sein), und mache neue Bilder, viel 
größer.

Konrad hatte die Anschlussbelegung des Videosteckers gepostet, es wäre 
interessant, Oszillogramme der dort anliegenden Signale HSYNC, VSYNC und 
des eigentlichen Bildsignales zu sehen.

> Der Schwarze Stecker oben rechts auf Bild 1 führt die Video-Signale
> zum Monitor: H-Sync (gelbes Kabel), V-Sync (weisses Kabel), das
> Bildsignal (graues Kabel) und zwei mal Masse; in meinem Schaltplan
> habe ich die Pins von links nach rechts mit 1 - 10 bezeichnet,
> 9 ist die Lücke.

Als Ablenkgeschwindigkeit für die Signale HSYNC und das Bildsignal sind 
10 µs/Div geeignet, denn bei 64 µs Periodendauer passt dann eine 
komplette Bildzeile auf den Bildschirm. Du kannst zwei Signale 
gleichzeitig darstellen, mach das mit den beiden und triggere mit HSYNC.

VSYNC ist erheblich langsamer, da ist eine Ablenkgeschwindigkeit von 10 
ms/Div brauchbar, bei 20 msec Periodendauer (50 Hz) sollte man da auch 
etwas sehen können.

Dein Oszilloskop kann Screenshots auf einen angeschlossenen USB-Stick 
aufnehmen, das ist dann besser als das Gerät abzuphotographieren.

von Achim B. (achim70)


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Hallo Bernd,
die Bilder waren außer der mangelhaften Ausleuchtung gut.
Wenn ich sie ins Forum hochlade, sind sie das leider nicht mehr.
Habt ihr eine bestimmte Vorgehensweise das zu vermeiden ? Große Dateien 
werden scheinbar automatisch runtergerechnet.
Ich hänge es jetzt nochmal als GIF an. Mal sehen ob das besser ist.
Gruss
Achim

von KonradH.J. (Gast)


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Hallo Achim,

Achim B. schrieb:
> Bei mir ist dieses grünlich verfärbte Phänomen allerdings soweit über die
> Platine verbreitet, dass ich endgültig den Mut verliere daran weiter rum
> zu experimentieren.

So schlimm sieht die Platine nicht aus, es ist eigentlich nur der linke 
Bereich um den Akku und abwärts betroffen.

Achim B. schrieb:
> Ich werde nochmal entsprechend deiner Darstellung (rot/gelb) in dem
> Bereich die Spannungen zwischen heil und kaputt vergleichen und vorher
> bei beiden Platinen den Akku auslöten.

Da hast du mich falsch verstanden, nicht Spannungen messen, sondern die 
Leiterbahnen auf Durchgang mit z.B. einem Multimeter prüfen; d.h. die 
Platine ausbauen und im spannungslosen Zustand schauen, ob die gelben 
Punkte niederohmig miteinander verbunden sind.

Auf jeden Fall den Akku auslöten und die Leiterbahnen, die dann unter 
dem Akku zu vorschein kommen, optisch und mit Messgerät prüfen.

Viel Erfolg!

VG Konrad

von Achim B. (achim70)


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Test. Grosses Jpg mit rel niedriger Qualität.

von Achim B. (achim70)


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Sorry Leute,
ich kriegs nicht hin. Gebt mir mal nen Tip wie ich ein hochaufgelöstes 
Foto hier reinkriege.
Danke
Achim

von Karl (Gast)


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Achim B. schrieb:
> Sorry Leute,
> ich kriegs nicht hin. Gebt mir mal nen Tip wie ich ein hochaufgelöstes
> Foto hier reinkriege.
> Danke
> Achim

als TIFF oder PNG. Sonst komprimiert das Forum dein Bild zu tode...

von Klaus (feelfree)


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Achim B. schrieb:
> ich kriegs nicht hin.

Das gif von getern 19:59 ist doch knackscharf und hochaufgelöst.

von Achim B. (achim70)


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Das GIF geht bei mir gar nicht auf. 12MB sind ja auch ganz schön groß. 
Ich wollte auch gar nicht GIF sondern TIFF. Fehler. Hier nochmal der 
TIFF-Versuch. Sorry für die Datenflut!
Ich habe auch vergleichend gemessen am Stecker des Signalausgangs. 
Ergebnis ist, dass V-Sync vorhanden ist und H-Sync und Bildsignal 
fehlen.
Anhand von Konrad's Schaltplan (11 Einträge weiter oben) werde ich jetzt 
mal die entsprechenden IC's auf dem Weg vom 6845 zum H-Sync Ausgang 
heil/kaputt vergleichen.
Bin jetzt wieder ein paar Tage nicht dazu gekommen, tut mir leid, dass 
es so schleppend voran geht, wo ihr mir immer gleich antwortet.
Gruss
Achim

von Achim B. (achim70)


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Achso,
unter dem Akku sind keine offensichtlichen Korrosionsschäden zu sehen.
Auf den letzten Bildern habe ich die grünlichen Verfärbungen an den 
Lötstellen rund um den Akku schon weitgehend entfernt. Als ich die 
Paltine das erste Mal in der Hand hatte war das ganz deutlich.
Konrad hast du einen 501 mit einer grünen oder gelben Blechkiste ?
Gruss
Achim

von Jobst M. (jobstens-de)


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Achim B. schrieb:
> Gehe ich recht in der Annahme, dass die Eproms eine Firmware tragen und
> nicht einfach durch  welche mit der gleichen Bezeichnung getauscht
> werden können ?

Man sollte vorher den Inhalt kopieren.
Das ist evtl. sowieso sinnvoll davon ein Backup zu machen.

Eproms hätte ich da.
Sehe gerade keinen Unterschied des 2516 zum 2716. Aber es steht auch 
kompatibel im Datenblatt ...

> 6845
> 6801
> 146818

Müsste ich nochmal suchen, könnten bei mir im Lager liegen. NOS.
Bei Bedarf würde ich mal ein wenig wühlen.


Achim B. schrieb:
> Große Dateien
> werden scheinbar automatisch runtergerechnet.

Nur, wenn man ein jpg auswählt und anschließend das Häkchen "automatisch 
verkleinern" nicht aushakt.
Allerdings habe ich kein vernünftiges kleineres jpg erzeugen können, als 
Dein tif. Also alles gut.

Gruß
Jobst

von LDR (Gast)


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Jobst M. schrieb:
> Sehe gerade keinen Unterschied des 2516 zum 2716. Aber es steht auch
> kompatibel im Datenblatt ...

TI hatte 2716 schon für ein EPROM mit drei Versorgungsspannungen 
vergeben, deshalb hießen die späteren mit nur einer Versorgungssapnnung 
bei TI dann 2516.


http://mhv.bplaced.net/cbmroms/2316.htm

von Achim B. (achim70)


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Jobst M. schrieb:

> Man sollte vorher den Inhalt kopieren.
> Das ist evtl. sowieso sinnvoll davon ein Backup zu machen.
> Gruß
> Jobst

Hallo Jobst,
welchen Aufbau muss ich mir vorstellen, um ein Eprom zu beschreiben/ein 
BackUp zu machen. Muss das dafür im Gerät stecken und man hat eine 
Schnittstelle zu einer Art Computer oder wenigstens Tastatur oder gibt 
es da einen extra Sockel, um verschd. Bausteine zu beschreiben.
Gruss
Achim

von KonradH.J. (Gast)


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Hallo Achim,

ich habe den MOT501 in der grünen Blechkiste.

Dein 12MB GIF-Bild ist perfekt :-)

VG Konrad

von Jobst M. (jobstens-de)


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Achim B. schrieb:
> welchen Aufbau muss ich mir vorstellen, um ein Eprom zu beschreiben/ein
> BackUp zu machen. Muss das dafür im Gerät stecken und man hat eine
> Schnittstelle zu einer Art Computer oder wenigstens Tastatur oder gibt
> es da einen extra Sockel, um verschd. Bausteine zu beschreiben.

Im Prinzip gibt es alles. Der üblichste Weg für den Hobbyelektroniker 
ist ein EPROM-Brenner. Der kann die Dinger auch lesen und die 
dazugehörige SW auf dem PC kann diese Daten dann auch speichern.
IdR. können die billigsten EPROMs schreiben/lesen. Die teureren auch 
andere Bausteine handhaben.
Einfach mal schnell bei Reichelt geschaut:
https://www.reichelt.de/?ARTICLE=68739
Findest bestimmt noch günstigere. Viel ist dazu nämlich nicht nötig.

Gruß
Jobst

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