Forum: Platinen Frage zu Lötpaste


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von Miller (Gast)


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1.) darf man verschiedene Lötpasten mischen?
2.) wenn ich bleifreie Paste zur bleihaltingen dazumische, ist diese 
dann bleifreihaltig?
3.) kann man das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum verlängern? z.b. durch 
Kühlen?
4.) kann man eingetrocknete Pasten mit Alkohol wieder flott machen oder 
benötige ich dafür spezielles Lösemittel?

: Verschoben durch Moderator
Beitrag #7301487 wurde von einem Moderator gelöscht.
von someone (Gast)


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Miller schrieb:
> 1.) darf man verschiedene Lötpasten mischen?

Üblicherweise nicht. Genau ist das in der Lötpastenmischverordnung 
geregelt. Ausnahmen für private Nutzung und Kleinmengen sind in der 
Verwaltungsvorschrift zur Lötpastenmischverordnung definiert.

> 2.) wenn ich bleifreie Paste zur bleihaltingen dazumische, ist diese
> dann bleifreihaltig?

Man sieht, dass du nicht vom Fach bist. Beim Mischen im Uhrzeigersinn 
ergibt sich eine bleifreihaltige Lötpaste, beim Mischen gegen den 
Uhrzeigersinn eine bleihaltigfreie.

> 3.) kann man das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum verlängern? z.b. durch
> Kühlen?

Kühlen ist unnötig, ich empfehle einen Stift, mit dem du ein längeres 
Haltbarkeitsdatum draufschreibst. Profis nutzen einen Etikettendrucker.

> 4.) kann man eingetrocknete Pasten mit Alkohol wieder flott machen oder
> benötige ich dafür spezielles Lösemittel?

Eingetrocknete Pasten lassen sich durch behutsames Erhitzen auf ca. 
250°C wieder dünnflüssig machen. Entsprechende Schutzkleidung tragen.

von Werner H. (werner45)


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ohne Blödeln:

Privat darf man mit bleihaltigem Lötzinn weiter löten, man verarbeitet 
ja keine Tonnen davon.
Bei einer Mischung entspricht der Bleigehalt dem Verhältnis der Mengen.
Die Pastengrundlage ist eine Lösung verschiedener Harze, die kann 
gemischt werden, es wirkt in jedem Fall als Flußmittel.
Ein Haltbarkeitsdatum aufzudrucken ist nur blödes Marketing, es kann 
nichts verderben, das Lösungsmittel Alkohol kann aber verdunsten.
Wieder geschmeidig machen geht mit Alkohol, Spiritus genügt. Das Rühren 
geht anfangs sehr zäh, dann leichter.

von Miller (Gast)


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someone schrieb:
> Miller schrieb:
>> 1.) darf man verschiedene Lötpasten mischen?
>
> Üblicherweise nicht. Genau ist das in der Lötpastenmischverordnung
> geregelt. Ausnahmen für private Nutzung und Kleinmengen sind in der
> Verwaltungsvorschrift zur Lötpastenmischverordnung definiert.

Google kennt dem Begriff nicht!

>> 2.) wenn ich bleifreie Paste zur bleihaltingen dazumische, ist diese
>> dann bleifreihaltig?
>
> Man sieht, dass du nicht vom Fach bist. Beim Mischen im Uhrzeigersinn
> ergibt sich eine bleifreihaltige Lötpaste, beim Mischen gegen den
> Uhrzeigersinn eine bleihaltigfreie.

Was soll der der Unfug? Seit wann ist die Bewegungsrichtung entscheidend 
für die Chemie? Dann kann man ja auch versuchen über diagonales Mischen 
Gold zu bekommen!

>> 3.) kann man das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum verlängern? z.b. durch
>> Kühlen?
>
> Kühlen ist unnötig, ich empfehle einen Stift, mit dem du ein längeres
> Haltbarkeitsdatum draufschreibst. Profis nutzen einen Etikettendrucker.

Das nenne ich aber Betrug! Oder wie soll die Paste das Enddatum kennen 
bei der sie schlecht wird?

>> 4.) kann man eingetrocknete Pasten mit Alkohol wieder flott machen oder
>> benötige ich dafür spezielles Lösemittel?
>
> Eingetrocknete Pasten lassen sich durch behutsames Erhitzen auf ca.
> 250°C wieder dünnflüssig machen. Entsprechende Schutzkleidung tragen.

Hahaha, sehr witzig.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Miller schrieb:
> Dann kann man ja auch versuchen über diagonales Mischen
> Gold zu bekommen!

Diesen Tipp verschweigen uns die Eliten, damit der kleine Mann nicht 
reich wird.

von Stefan F. (stefanus)


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Da man um SMD wohl nicht mehr herum kommt, habe ich in den vergangenen 
Monaten einige Lötübungen gemacht und unterschiedliche Werkzeuge 
ausprobiert.

Unter anderem auch Lötpaste - Kannst du gerne geschenkt haben.

Ich bekomme die Paste nur mit roher Gewalt durch die Kanüle gedrückt. 
Und besser Löten als mit Zinn und Flussmittel kann ich damit auch nicht.

Ich glaube das ist eher etwas für Reflow Öfen, als für manuelle Arbeiten 
mit Lötkolben.

von Thomas O. (kosmos)


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es gibt verschiedene Lötpasten mit verschieden großen Lötkügelchen, beim 
nächsten mal drauf achten, das feinere Zeug zu kaufen, dann geht es auch 
gut durch die Kanüle durch.

von Georg (Gast)


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Stefan F. schrieb:
> Ich bekomme die Paste nur mit roher Gewalt durch die Kanüle gedrückt.

Die Pasten sid gedacht zum Aufbringen per Siebdruck mit einer Schablone 
- alle Pads auf einmal. Manuell und einzeln für jedes Pad ist nicht nur 
sehr viel mühsamer, sondern wird auch nicht gleichmässig genug.

Georg

von J. S. (jojos)


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Die Paste bekommt man auch mit Dispensern auf die Platine. Habe letztens 
noch eine alte, lange abgelaufene verarbeitet. Mit Druckluft Dispenser 
und etwas dickerer Kanüle. Mit Schablone und Rakel kann man auch wieder 
aufgerührte Paste verwenden. Für kommerziele, prozesssichere Abläufe 
wird man da sicher nicht sparen. Oder doch? Meine Kollegen haben auch 
schon viel über Schrott vom Bestücker geschimpft...

: Bearbeitet durch User
von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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Stefan F. schrieb:
> Ich bekomme die Paste nur mit roher Gewalt durch die Kanüle gedrückt.

Wenn ich den Dispenserkopf für meine Maschine gekauft hätte...
Da wird die Kanüle beheizt, um die Paste durchzubekommen.

von Stefan F. (stefanus)


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Georg schrieb:
> Die Pasten sid gedacht zum Aufbringen per Siebdruck mit einer Schablone

Ja, offensichtlich.

von Thomas O. (kosmos)


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für einige einzelne SMD Platine lohnt es sich meist nicht eine Schablone 
mitfertigen zu lassen es sei den die gibts umsonst dazu.

Hier mal eine Übersicht zur "Korngröße", meist heißt feiner auch teurer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lotpaste#Einteilung

von max (Gast)


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Miller schrieb:
> Seit wann ist die Bewegungsrichtung entscheidend
> für die Chemie? Dann kann man ja auch versuchen über diagonales Mischen
> Gold zu bekommen!

Mit statischen Magnetfeldern kannst du die Chiralität beeinflussen (s.h. 
DOI:10.1002/ange.19941060417). Also warum auch nicht per Drehrichtung 
beeinflussen ob es ROHS ist?

von Andreas B. (bitverdreher)


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Stefan F. schrieb:
> Ich bekomme die Paste nur mit roher Gewalt durch die Kanüle gedrückt.
Deshalb wärme ich die komplette Spritze auch vorher auf ca. 40°C auf.

> Und besser Löten als mit Zinn und Flussmittel kann ich damit auch nicht.
>
> Ich glaube das ist eher etwas für Reflow Öfen, als für manuelle Arbeiten
> mit Lötkolben.
Richtig!

Georg schrieb:
> Die Pasten sid gedacht zum Aufbringen per Siebdruck mit einer Schablone
> - alle Pads auf einmal. Manuell und einzeln für jedes Pad ist nicht nur
> sehr viel mühsamer, sondern wird auch nicht gleichmässig genug.

Stimmt schon, aber wenn ich eine Schablone mitbestelle, kostet die mehr 
als das PCB. Das lohnt sich nur bei Stückzahlen >10.

von Wolfgang (Gast)


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Andreas B. schrieb:
> Stimmt schon, aber wenn ich eine Schablone mitbestelle, kostet die mehr
> als das PCB. Das lohnt sich nur bei Stückzahlen >10.

Meinst du, ein Pastendrucker ist billiger? Da hast du die Einmalkosten 
und musst auch etliche Platinen durchschieben, bevor der sich 
amortisiert.

von DerEinzigeBernd (Gast)


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Wolfgang schrieb:
> Meinst du, ein Pastendrucker ist billiger?

Die "make" hat eine billige CNC-Fräse zum Lötpastendrucker 
umfunktioniert:

https://www.heise.de/news/Loetpasten-Dispenser-statt-Schablone-7280015.html

von H. H. (Gast)


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Miller schrieb:
> Was soll der der Unfug? Seit wann ist die Bewegungsrichtung entscheidend
> für die Chemie? Dann kann man ja auch versuchen über diagonales Mischen
> Gold zu bekommen!

Al + Cu ---> Au + Cl

Beitrag #7302525 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7302527 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7302536 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Falk B. (falk)


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Andreas B. schrieb:
>> Die Pasten sid gedacht zum Aufbringen per Siebdruck mit einer Schablone
>> - alle Pads auf einmal. Manuell und einzeln für jedes Pad ist nicht nur
>> sehr viel mühsamer, sondern wird auch nicht gleichmässig genug.
>
> Stimmt schon, aber wenn ich eine Schablone mitbestelle, kostet die mehr
> als das PCB. Das lohnt sich nur bei Stückzahlen >10.

Bei PCB-Pool gibt es die KOSTENLOS dazu, auch wenn PCB-Pool sicher schon 
lange nicht mehr der billigste Anbieter für PCBs ist.

Beitrag #7302567 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Andreas B. (bitverdreher)


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Wolfgang schrieb:
> Meinst du, ein Pastendrucker ist billiger?

Nein, aber eine Spritze.

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