Ingo schrieb:
Wenn man diese Leistungen nicht nachweisen kann, wie soll man dann zu
die Abschlussprüfungen zugelassen werden?
Wie es in dem Merkblatt steht...
Durch plausible Angabe des eigenen Vorbereitungsweges.
Allerdings finde ich das in der durch den Text im oben verlinkten Merkblatt suggerierten Art (das evtl. eine Bücherliste reichen könnte...) dann tatsächlich etwas zu "schwach".
Und zu den Noten:
Die regulären Fachschüler einer staatlichen Schule bekommen ein Zeugnis wo sowohl die Noten ihres vorbereitenden Fachschulbesuchs als auch ihre Prüfungsnoten drin ausgewiesen sind.
Die Fachschüler eines privaten Bildungsträgers(sgd, ils, etc.), welche die staatliche Prüfung machen, bekommen ein Zeugnis ihrer privaten Bildungsträgers und getrennt ein Prüfungszeugnis der staatlichen Stelle über das Staatsexamen. (rechtlich sind dies, zumindest in NRW, auch "nur" externe Prüflinge! Da steht dann in den Angaben zur Vorbereitung halt "Bildungsträger yxz"))
Die externen Prüflinge in Eigenvorbereitung bekommen nur das Zeugnis über das abgelegte Staatsexamen...
Den Firmen ist es dann Freigestellt wie sie es bewerten...
Das sind eigentlich "nur" umfangreichere Klausuren, da muss man dann mal
die Lehrkräfte fragen, was dort so unterrichtet wurde.
Klausuren in allen für die Prüfung relevanten Fachbereichen (von denen aber z.B. 2 Fachbereiche in einer Klausur mit einer Note zusammengefasst sein können was tatsächlich ein Vorteil ist denn da kann man besser kompensieren) und dann als besonderheit für die Externen zwingend die mündliche Prüfung zu jeder Klausur. Falls das nicht auch geändert wurde...
Und ja:
Natürlich nimmt man sinningerweise mit den Fachlehrern der Schule Kontakt auf wo man die Prüfung (mit)schreiben wird. Wurde in den zwei Fällen die ich kenne auch direkt durch die Bezirksregierung "vermittelt".
In den beiden Fällen (zwei Schulen in verschiedenen Jahren) wurde dabei auch fair Auskunft sowohl dazu mit welchen Themengebieten (innerhalb des FAches) in etwa zu rechnen sein wird sowie auch welche Materialien inkl. Bücher im vorbereiteten Unterricht verwendet wurden gegeben.
Auch am Ablauf der Prüfungen gab es nichts auszusetzen, alles wurde als absolut fair empfunden (und ja von beiden auch bestanden)...
Trotzdem wird man insgesamt natürlich dennoch für die selben Noten ein (je nach Vorabinformation die man hat) ein mehr oder weniger breiteres Wissen haben müssen als die regulären Prüflinge. Denn selbst wenn man die einzelnen Themen kennt weiß man ja nicht bis zu welcher Tiefe die behandelt wurden. Also muss man quasi den worst Case abschätzen und in allen Gebieten bis zu diesem Punkt lernen.
Obwohl zumindest die schriftlichen Prüfungen gleich sind sorgen die Umstände daher dafür das für die externen der Schwierigkeitsgrad einiges höher ist! Das ist der Ausgleich dafür das man quasi nur eine Woche lang Leistung tatsächlich nachweisen muss...
(Das Wissen MUSS man natürlich haben, ohne ist nichts mit "Prüfung bestehen")
Was ist heute noch ein Technikerabschluss wert?
In einigen Bereich viel, in anderen wenig. Und das hängt dann auch noch davon ab was man sonst so an Qualifikationen hat.
Im Elektrotechnikbereich hat der definitiv schon einen gewissen Wert!
Schließlich gibt es dort hinsichtlich der beruflichen Befugnisse von staatlicher Seite einige ganz klare Vorgaben welches (nachgewiesene) Bildungsniveau für welche Art von Tätigkeit erforderlich ist.
Und für einige Tätigkeiten ist halt entweder eine Aufstiegsfortbildung (Meister, Techniker) oder ein einschlägiger Studienabschluss zwingend vorgeschrieben. (Kann für einige Dinge durch Altgesellenregelung teilweise ersetzt werden, für andere nicht)
Beispielsweise ist für die Tätigkeit als VEFK zwingend vorgeschrieben das man mindestens Meister, staatlich geprüfter Techniker oder Elektroingenieur sein muss. Auch kann der Techniker problemlos einen Handwerksbetrieb gründen bzw. muss keine Klimmzüge machen um ja nicht in den Bereich der HWK zu fallen.
Oder halt in anderen Bereichen wo es zwar keine harten Vorschriften gibt, aber eine "höhere" Kompetenz zumindest glaubhaft gemacht werden muss.
Das kann z.B. bei gehobenen Positionen wichtig sein wenn die Fa. ein zertifiziertes QM System hat. Je größer die Diskrepanz zwischen Papierqualifikation und ausgeübter Tätigkeit um so eher gibt es Probleme (Anmerkung oder gar Abweichung).
Wer natürlich schon einen Studienabschluss hat, für den ist das alles "wumpe". Sonst kommt es auf die Tätigkeit an was besser ist.
Für eine Tätigkeit in der Entwicklung muss ein Techniker schon viel zusätzliches Wissen deutlich über das reine Schulniveau mitbringen (und glaubhaft machen) um dafür in Betracht zu kommen. Gibt es, ist aber nicht so häufig.
Für die Leitung z.B. eines Teams für die Instandhaltung von Fertigungsanlagen wo auch mal jede Minute Zählt möchte man hingegen eher keinen Jungspundabsolventen der zwar tolle Theorie kann, aber keine Praxiserfahrung hat.
Da will man meist lieber jemanden der auch die Praktische Arbeit am eigenen Leib kennt und dieselbe Sprache wie seine unterstellten FAcharbeiter spricht. (Ob Das dann ein Techniker oder aber Ing. mit vorheriger Berufsausbildung ist, das ist dann natürlich zweitrangig)
Aber ein frischer Absolvent mit Studienabschluss UND vorheriger Ausbildung wird einen frischen Techniker ohne sonstige Zusatzqualifikation wohl öfter ausstechen als umgekehrt. Nach ein paar Jahren im Job spielen die nachweisbaren Erfahrungen dann dagegen eine größere Rolle.
Meine persönliche Einschätzung ist aber, dass wenn jemand einen "guten Job" (im Sinne vernünftige Tätigkeit, Arbeitsbedingungen und Lohn) mit unbefristeten Vertrag hat, dann sollte er das keinesfalls für 2j Vollzeitunterricht aufgeben.
Entweder in Teilzeit neben dem Job oder je nach persönlichen Vorraussetzungen direkt ein Studium (ggf. auch neben dem Job.)
Vollzeitschule ist aber sinnvoll für alle die sowieso Studieren wollen aber noch nicht anderweitig die Vorraussetzungen haben, (Oder sich nicht sicher sind ob es mit dem Studium klappt um da eine Rückfallebene zu haben) sowie diejenigen die meinem vom Techniker profitieren zu können aber gerade entweder keinen Job haben oder halt einen von dem sie genau wissen das sie diesen nicht mehr lange machen wollen.
Der eine, mir besser bekannte, von den beiden o.g. externen Prüflingen, hat die Prüfung übrigens parallel zur Vollzeitanstellung und nebenberuflichen Studium gemacht. Einfach um es mitzunehmen. Aufwand 350 Euro und 6x Fr.&Sa. lernen/Auffrischen was nicht sowieso Studieninhalt ist...
Also ein recht brauchbares Kosten/Nutzen Verhältnis.
Würde ich mal die Firmen fragen, außerdem würde ich das Abschlussprojekt
mit einer Firma machen, die etwas fordert und fördert.
Damit ist dann auch der Abschluss etwas mit praktischen Wert.
Abschlussprojekt geht bei der externen Prüfung NICHT!
Ja nach Bundesland kann man als regulärer Fachschüler damit unter Umständen einen Teil der schriftlichen Prüfung ersetzen. Externe sind davon aber ausdrücklich ausgenommen. Manchmal zählt das aber auch gar nicht für die Prüfung sondern nur zum Fachschulbesuch. Dann ist es für externe eh irrelevant.
Generell ist es aber, sofern in dem Job später bleiben möchte, defintiv sinnvoll wo immer möglich Projekte tatsächlich in einer realen Firma zu machen. Egal ob Techniker oder Ing.
Zum einen macht sich das dort, wo man die Wahl hat, deutlich besser im Lebenslauf und den Referenzen (Sofern man was gekonnt hat natürlich), zum anderen Knüpft man so direkt Kontakte und auch ist die Übernahme aus der Praxisphase ein nicht seltener Weg zum Einstieg in die neue Berufslaufbahn.
Nur wenn man sowieso noch eine zeit lang weitermachen möchte ist es sinnvoll den bequemeren Weg zu wählen.
Und ein Student der nach dem Abschluss seinen Weg in der Universitären Forschung weitergehen will macht natürlich auch besser seine Abschlussarbeit an der Uni...
Danach heißt es dann selber lernen, gibt ja immer was neues!
DEFINITIV!
Gerade im Elektronik und Softwarebereich ändert sich so schnell so viel...
Wer da mehr machen will als einfachste Arbeiten nach Anweisung und sich da nicht auf dem läufenden hält ist ganz schnell weg vom Fenster. Auf allen Ebenen! Egal ob Ing, Techniker oder nur besonders qualifizierter Facharbeiter.