Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug s. Entlötspitzen


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von Peter N. (alv)


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Hi

Bei meinem beheizten Entlötsauger gehen mir langsam die Entlötspitzen 
aus.
Durchmesser 3,2mm, Länge min. 30mm, Innendurchmesser ca. 1,4mm (abhängig 
vom Pindurchmesser).
Vorn zugespitzt auf ca. Lötaugendurchmesser.

Was könnte man dafür zweckentfremden?

von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,

Peter N. schrieb:
> Bei meinem beheizten Entlötsauger gehen mir langsam die Entlötspitzen
> aus.
>

DAs sieht mir aus wie die Spitzen für alte PACE Entlötkolben.
Könnte das hinkommen?

Wenn ja, dann gibt es (noch?) auf der Seite zylindrische Spitzen für die 
klassischen Modelle in der Liste.
Ob es tatsächlich passt, das weiß ich nicht.

https://paceworldwide.com/sx-70-flo-d-sodr-tip#overview

> Was könnte man dafür zweckentfremden?
Das Problem wird die notwendige Fähigkeit zur Wärmeleitung sein.
Es wird sicher das eine oder andere Röhrchen irgendwo geben das von 
Abmessungen passen könnte. Zumal es durch die Schraubklemmung ja nicht 
auf ein 1/1000 passen muss.
Aber wenn es nicht aus Kupfer, Alu oder (völlig unwirtschaftlich: 
Silber) ist, dann wird man damit kaum sinnvoll Arbeiten können. 
Zumindest nicht wenn um die Lötstellen etwas mehr Kupfer ist oder die 
Anschlussdrähte dicker sind.

Andererseits wird bei Alu der Wärmeübergang der Spitze zur Lötstelle 
sehr bescheiden sein, so das dies auch auch wegfällt.
Reinkupfer hingegen würde funktionieren, löst sich aber ohne 
Eisenüberzug beim Arbeiten schnell auf. In der für lange Standzeit 
notwendigen Veredelung wird es aber kaum anders als in der Form 
"Löt/Entlötspitze" zu bekommen sein.
Das überziehen mit Eisen und dann noch die weiteren Metallschichten an 
der mindestens an der Spitze (damit es benetzungsfähig wird) ist nichts 
mehr für jemanden ohne sehr fundierte Galvanikkenntnisse und vorhandenen 
Chemiearbeitsplatz.
Dennoch, wer eine kleine Drehmaschine und reichlich zeit für die 
Herstellung genügender Exemplare hat für den ist die Herstellung z.b. 
aus 10mm Erdungsdraht zumindest denkbar.

Am wirtschaftlichsten, wenn sich keine wirklich günstige Quelle ohne 
horrende Zusatzkosten finden lässt, dürfte hingegen in dem Fall die 
Aussonderung und Neubeschaffung der Entlötstation sein.

Die billigen China-Entlötstationen sind so schlecht nicht mehr!
Für normale Hobbyarbeit und selbst für eine kleine gewerbliche Werkstatt 
oder ein Entwicklungslabor (Prototypenauf- und Umbau) reichen die mehr 
locker aus.
Die Haltbarkeit der Heizelemente ist deutlich schlechter, das ist 
korrekt. Aber da die ganze Entlötpistole als Ersatzteil mit ~20Euro 
nicht einmal 1/10 dessen kostet was z.B. ein WEller Ersatzheizelement 
einzeln kostet absolut kein Problem.
Von den Kosten für Ersatzspitzen ganz zu schweigen. Die sind für die 
billigteile "Pfennigkram"

Aber ACHTUNG: Bei den Entlötstationen in der typischen Pistolenform gibt 
es  trotz äusserlich quais identischem Aussehen ZWEI von der Beschaltung 
(und Daten des Heizelements) unterschiedliche Versionen. Ein Umbau durch 
Umlöten des Steckers funktioniert NICHT!
Entlötspizen usw. sind dagegen mechanisch Kompatibel.

Für die eine Variante (die z.b. von Conrad unter der Marke Toolcraft, 
von RS unter Eigenmarke oder von Pearl unter AGT angeboten wird) mit 
24V/90W habe ich, als ich vor 1/4 Jahr Ersatz gesucht habe, in 
Deutschland KEINE Ersatzteilquelle ausser RS-Electronic gefunden wo es 
kurzfristig lieferbar war. Dort kostet das Ding dann aber 40 Euro Netto. 
Im Ausland (Griechenland, Polen, Spanien) gab es hingegen mehrere 
Shops...
(Aktuell gibt es wohl einen Anbieter über Amazon für eine 90W Pistole 
Einzeln, aber ob das wirklich passt müsste man erst probieren)

Was in Deutschland reichlich zu bekommen ist, das ist die andere 
Variante die bei den "Zhongdi" und Co Entlötstationen wie z.b. von 
Reichelt angeboten, verwendet wird.
https://www.reichelt.de/loetstation-entloetstation-zd-987-2-kanal-80-w-station-zd-987-p90912.html
Daher würde ich eine Station mit dieser Variante vorziehen. Alleine 
wegen der einfacheren Ersatzbeschaffung. Bei der Bestellung EINE Pistole 
als Ersatzteil mitbestellen...
Wobei ich zu der Haltbarkeit sagen kann das ich bei meinem alten AG zwei 
von den oben verlinkten STationen hatten, eine hatte ich an meinem 
Laborplatz und die lief etwa 80-100 Tage im Jahr jeweils mehrere 
Stunden. Und da waren es 2 1/2 Jahre bis zum ersten Ausfall des 
Heizelements...
Bei reiner Hobbnutzung wohl viel länger!

BTW: Die Leistungsangaben 24V/90W vs. 24V/80W sind ein Hinweis, aber 
wohl keine absolute Garantie welche Version des ET passt. Es SOLL auch 
90W Pistolen geben die als ersatz für die 80W funktionieren und nicht 
mit den anderen 90W Ersatzteilen kompatibel sind. Kann dazu selber 
nichts sagen.
Evtl. ist die Zahl der Kontakte am Stecker da die zuverlässigere 
Aussage.

Gruß
Carsten

: Bearbeitet durch User
von Peter N. (alv)


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Carsten S. schrieb:
> DAs sieht mir aus wie die Spitzen für alte PACE Entlötkolben.
> Könnte das hinkommen?

Ja, irgendwas war damals mit "Pace" und "Aston"...

Carsten S. schrieb:
> Wenn ja, dann gibt es (noch?) auf der Seite zylindrische Spitzen für die
> klassischen Modelle in der Liste.

Sehen soweit gut aus, aber $10 für für eine Spitze, die nach wenigen 
Wochen so wie oben aussieht....?

Da werde ich wohl mal Kupferröhrchen ausprobieren müssen.
Kann man solche Kupferröhrchen einfach in einem entsprechenden Bad 
verzinnen/verzinken, so wie bei Platinen?
Oder würde das gar nichts bringen, und die Röhrchen verzundern genauso 
schnell?

von Roland E. (roland0815)


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Kupfer blank verzundert durch die hohen Temperaturen beim entlöten viel 
zu schnell. Die müssten mit Eisen/Nickel (wimre) beschichtet werden...

: Bearbeitet durch User
von Werner H. (werner45)


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Die "Dauerlötspitze" besteht aus Kupfer, das elektrolytisch vernickelt 
wird (gegen Verzundern im Heizkörper) und anschließend an der Lötspitze 
noch einen Überzug aus Reineisen bekommt. Das Eisen wird zeitnah gleich 
mit Kolophonium in der Hitze verzinnt.
Die Galvanikbäder sind gewöhnliche schwefelsaure Nickelsulfat- bzw. 
Eisen(II)sulfat Bäder.

Korrodiertes Eisen an der Spitze bekommt man meist mit dem klassischen 
Salmiakstein und Lot wieder verzinnt, es muß dabei ordentlich rauchen.

von Uli S. (uli12us)


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Wenigstens wenn man den Werbeprospekten der Hersteller glauben darf, 
sind die Spitzen an den Stellen, die kein Zinn annehmen sollen, 
zusätzlich verchromt.

von Peter N. (alv)


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Die Entlötspitzen bestehen aus Kupfer o.ä. Ob die nun verzinkt oder 
verchromt sind, ist egal, sie halten kaum länger als Kupfer pur.

Damals auf Arbeit waren sie unbenutzt, nur heiß im Entlöter, nach 1-2 
Tagen außen bereits verzundert.

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