Forum: Haus & Smart Home Wärmepumpe über MODBUS steuern


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von Rainer (pingufan_61)


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Hallo,
Ich bin zwar noch nicht so weit (zuerst kommt die PV Anlage dran, die 
wirkt sich direkter auf die Energiekosten aus als eine WP), aber man 
denkt und plant ja voraus ...
Bezüglich der WP selbst schwanke ich zwischen DAIKIN und KNV, auf jeden 
Fall kommt aber ein kältemittelgeführtes Splitgerät (also kein Wasser im 
Freien).

Wie ich leider feststellen musste, packen die Hersteller eine komplette 
Regelung (außentemperaturgeführt ist Standard) in die WP, was natürlich 
bei drei Heizkreisen und Radiatoren (auf 90/70 dimensioniert), und ohne 
Pufferspeicher, kaum zu bändigen ist - ich möchte die Temperatur, die 
die WP generieren soll, aus meiner Regelung vorgeben, weil ich so, bevor 
die WP elektrisch zuzuheizen beginnt, oder sie wegen zu geringer Last in 
den Start/Stop Betrieb geht (das mag der Kompressor nicht so gern), 
abstellen und auf den Gas-Brennwertkessel wechseln kann.

Eine analoge Vorgabe der Soll-Temperatur kann man knicken, das 
unterstützt so gut wie kein Hersteller (mehr), und einen digital 
gesteuerten 4k7 NTC (Außentemperatur-Fühler) Ersatz, möglichst 
potenzialfrei, will ich auch nicht wirklich bauen, das wird eine 
Baustelle für sich...
Es bleibt also der MODBUS, über den es eigentlich möglich sein sollte.
Natürlich machen die WP-Hersteller, ganz vorne DAIKIN, aus der 
Schnittstelle ein Staatsgeheimnis.

Hat jemand damit schon erfolgreich herum gespielt?

Meine Regelung wählt die höchste benötigte Vorlauftemperatur (natürlich 
begrenzt nach Außentemperatur), und gibt diese der Wärmequelle (derzeit 
nur Buderus GB112-24 über W002, später alternativ auch der Wärmepumpe 
über MODBUS) vor. Im idealen Bereich läuft dann die WP (also dann, wenn 
diese kontinuierlich und ohne Zuheizung laufen kann), außerhalb davon 
der Gas-Kessel.

: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


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Rainer schrieb:
> Hallo,
> Ich bin zwar noch nicht so weit (zuerst kommt die PV Anlage dran, die
> wirkt sich direkter auf die Energiekosten aus als eine WP), aber man
> denkt und plant ja voraus ...
> Bezüglich der WP selbst schwanke ich zwischen DAIKIN und KNV, auf jeden
> Fall kommt aber ein kältemittelgeführtes Splitgerät (also kein Wasser im
> Freien).
>
Warum willst du das Kältemittel unbedingt im Haus haben? Selbst R32 ist 
nicht ohne. Die umweltfreundlichsten WP arbeiten draußen mit R290 und 
einem gut gedämmten Wasserkreislauf ins Haus.

von Christian K. (christian_rx7) Benutzerseite


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Bei einer großen KNV Wärmepumpe habe ich das vor Jahren mal gemacht.
Ging problemlos und vom Hersteller bekam man alle benötigten Unterlagen.

von Flo (deflo)


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Hallo Rainer,

mein Aufbau wird zwar etwas anders, aber grundlegend möchte ich in 
Zukunft auch eine WP per Modbus ansprechen. Ich bin schon etwas weiter 
wie du und stehe kurz vor der IBN der PV. (erstmal 22kWp und nächstes 
Jahr dann nochmal ca. 8kWp). Den überschüssigen Strom, möchte ich 
Sinnvoll mit einer WP in Wärme wandeln. Die WP schließe ich an den 1000l 
Pufferspeicher an und je nachdem wie viel Strom vom Dach kommt, soll das 
Wasser aufgewärmt werden (über die Sollwertvorgabe).

Ich habe auch erst die Tage angefangen mich zu informieren. Heute habe 
ich mit der Firma Michl aus Öhringen telefoniert. Über die Geräte findet 
man nicht viel Informationen und wenn dann eher negativ. Dafür ist der 
Preis unschlagbar. Der Telefonkontakt war sehr nett und 2min nach dem 
Gespräch hatte ich eine Schnittstellenbeschreibung der Modbus 
Schnittstelle im Postfach. Über den "WOT" water-out temperature sollte 
die Wassertemperatur vorgegeben werden können.

Ich bin wie gesagt auch noch am Anfang was das Thema WP angeht aber ich 
denke die Modbus Schnittstelle wird bei den meisten Geräten die gleiche 
sein.

https://www.dropbox.com/s/ke1sqxjtt5nx6h8/Modbus%20Anleitung.pdf?dl=0


Gruß Flo

von Weingut P. (weinbauer)


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puh ... sorry, das Konzept ist nicht so ganz ideal ...

zunächst mal 70/90 mit ner Wärmepume bedienen ist so ziemlich das 
mieseste was man vom Wirkungsgrad her machen kann ... max. 40°, besser 
30° sind anzupeilen, darüber hinaus werden WP gern zu Stromfressern.

Split-WP kann man machen, da brauchst aber auch immer eine entsprechende 
Fachfirma für Installation oder irgendwann Austausch, Monoblöcke kannst 
im Prinzip selbst aufstellen, wenn die Leitungen ordentlich isoliert 
werden sind die Verluste relativ überschaubar (natürlich nur wenn der 
Weg nicht all zu lang ist).

Überleg Dir mal ob es nicht sinnvoller wäre per Split-Klima als 
Luft-Luft-Wärmepumpe zuzuheizen für die PV-Nutzung. Das erspart Dir den 
Eingriff in die Hydraulik des Gebäudes und hast den Nebennutzen in den 
sonnenstarken Monaten eben mit Deiner PV auch die Hütte zu kühlen und im 
Heizbetrieb ist deren COP deutlich besser als WP auf 70°.

Die Split-Klimas kommen üblicherweise mit einer IR-Fernbedienung, die 
man recht einfach z.B. mit nem Arduino zur Ansteuerung nachbilden kann.

: Bearbeitet durch User
von Rainer (pingufan_61)


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Lieber "weinbauer":

Wenn Du aufmerksam gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass ich 
nicht beabsichtige, mit einer Wärmepumpe 90/70 zu fahren, sondern diese 
nur in dem Temperaturbereich verwenden möchte, der gut für sie ist, und 
wo noch keine elektrische Zuheizung erfolgt.
Das heißt, bei einer Vorlauf-Temperatur im Bereich von 35-50°C 
(allerhöchstens 55°C), nicht höher.

Nachträglich eine Luft-Luft WP und/oder Fußbodenheizung zu installieren, 
ist eine Schnapsidee: Das amortisiert sich nie, und das ganze Haus ist 
eine Baustelle. Um die Umbaukosten kann ich das Haus mit GAS für 
Jahrzehnte weiter heizen. -> Also NO-GO.

Weiters sollte wohl klar sein, dass Monoblock-Geräte einen gravierenden 
Nachteil haben:
1. Wenn kein Strom, frieren die Dinger ein, weil sie i.d.R. 
wassergeführt sind.  -> Das ideale Gerät in Zeiten wo die Stromnetze 
ohnehin schon am Zahnfleisch gehen.
2. Fahre ich die WP nicht bei sehr niedriger Außentemperatur (weil 
dann bin ich mit dem Vorlauf über 50-55°C), wird sie deaktiviert, weil 
ja der GAS-Kessel übernimmt, der das ganz entspannt kann. Somit keine 
Zirkulation durch die WP, und sie friert ebenfalls ein.
Mono-Block und wassergeführtes Split-Gerät ist also aus obigen Gründen 
eigentlich grundsätzlich ein NO-GO.

Die Idee mit der IR-Schnittstelle ist vom Ansatz her nicht schlecht, 
aber vermutlich nicht in der Lage, eine Vorlauf-Vorgabe zu erlauben. Es 
wird sich darauf reduzieren, dass ich eine Raumtemperatur mit +/- 
vorgeben kann, die dann der "supertolle Regler" zu erreichen versucht, 
der in der WP integriert ist. -> Das ist genau das, was ich nicht will.
Es gibt nichts dümmeres, als zwei Regelungen "streiten" zu lassen, das 
führt zu wildesten Schwingungen im Regelverhalten. Da ich aber drei 
Heizkreise habe, ist das ohnedies mit der "Spielzeugregelung" einer WP, 
die i.d.R. nur eine Temperatur regeln kann, kaum umsetzbar.

: Bearbeitet durch User
von Rainer (pingufan_61)


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Flo schrieb:
> Ich habe auch erst die Tage angefangen mich zu informieren. Heute habe
> ich mit der Firma Michl aus Öhringen telefoniert. Über die Geräte findet
> man nicht viel Informationen und wenn dann eher negativ. Dafür ist der
> Preis unschlagbar. Der Telefonkontakt war sehr nett und 2min nach dem
> Gespräch hatte ich eine Schnittstellenbeschreibung der Modbus
> Schnittstelle im Postfach. Über den "WOT" water-out temperature sollte
> die Wassertemperatur vorgegeben werden können.
>
> Ich bin wie gesagt auch noch am Anfang was das Thema WP angeht aber ich
> denke die Modbus Schnittstelle wird bei den meisten Geräten die gleiche
> sein.

Hallo, Flo.
Danke für die Datei, ich werde sie mal durch sehen. Vielleicht steht 
etwas nützliches drin.
Für mich ist wichtig, dass das Gerät eine lange Lebenserwartung hat, 
sonst kann man das Teil gleich abhaken. Für mich steht Kosteneffizienz 
im Vordergrund, nicht ob Gas oder WP. Da meine Heizungsanlage groß 
genug ist, werde ich auch keinen Pufferspeicher vorsehen, sondern die WP 
wird, wie auch der Gas-Kessel, modulierend betrieben und speist direkt 
in den Verteiler ein.  Da meine Heizung auf 90/70 (bei -14°C) ausgelegt 
ist, komme ich mit 50° Vorlauf entspannt bis ca. -5°C, somit kann ich 
auch bis dort hin mit WP fahren. Wird es kälter, was hier nur kurze Zeit 
des Winters der Fall ist, fahre ich mit dem GAS-Brennwertkessel.
Somit komme ich mit einer 8kW WP locker aus, die hat einen Regelbereich 
von ca. 2.5-3kW bis 8kW (ohne el. Zuheizung).

Gleichzeitig beobachte ich das Start-/Stopp Verhalten der WP, weil 
häufige Starts sehr auf die Lebensdauer des Kompressors gehen. In der 
Übergangszeit, wo ich also unter der Mindestleistung der Modulation bin, 
werde ich ebenfalls GAS verwenden, um den Kompressor zu schonen.

Für den Anfang ist aber die WP ohnedies auf Eis gelegt.
Heuer kommt eine PV auf das Dach, die wirkt sich viel direkter auf die 
Kostensenkung aus. Leider wird aufgrund der flachen Montage nur maximal 
70% der Modulleistung zu erwarten sein (wegen schräger 
Sonneneinstrahlung cos(45°)=0.7 ), aber das sind dennoch ca. 6.5 kW 
Peak. Somit erspare ich mir voraussichtlich 7-8 Monate den Strom zu 
kaufen.

: Bearbeitet durch User
von Rainer (pingufan_61)


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Christian K. schrieb:
> Bei einer großen KNV Wärmepumpe habe ich das vor Jahren mal gemacht.
> Ging problemlos und vom Hersteller bekam man alle benötigten Unterlagen.

Hallo, Christian.
Hast Du vielleicht Unterlagen zu der KNV WP (Modbus-Kommunikation, wie 
ich dem Teil die Vorlauftemperatur mitteilen kann und ein paar 
Status-Infos auslesen)?
Ich möchte, wie gesagt, den integrierten Regler möglichst auf die 
Regelung der interna der WP reduzieren, ohne Außenfühler und dgl., 
stattdessen die gewünschte Vorlauf-Temperatur über Modbus vorgeben.

von Weingut P. (weinbauer)


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Luft-Luft-Wärmepumpen sind einfach schnöde billige Split-Klima-Geräte, 
zur Installation braucht es einfach n Loch in der Wand ca. 80mm 
Durchmesser. Da gehts nicht in den Wasserkreis sondern direkt in die 
Raumluft.

z.B. sowas: 
https://www.kaeltebringer.de/collections/split-klimaanlagen-quick-connect

Eben NICHTS mit viel Dreck und Du hast das Thema des beschissenen 
Betriebspunnktes bei VL 50° vom Hals sowie des Einfrierens.
Zudem sind solche Anwendungen auch wieselflink, da eben NICHT erst n 
Puffer und die ganze Hydraulik erwärmt werden muss, man kann eben 
niedrigere Raumtemperaturen anpeilen und mal eben schnell für die 
Behaglichkeit bei Bedarf hoch ziehen.

Was den Monoblock und Einfrieren angeht, viele der Dinger haben 1. einen 
Einfrierschutz, der bei Minusgraden zyklisch die Umwälzpumpe anwirft, 2. 
sollte man Rohre im Außenbereich eh ordentlich isolieren, 3. kann man 
wenn man dennoch Schiss hat ne Rohrbegleitheizung mit rein packen,
4. kann man einen separaten Außenkreis mit Systemtrenner verbauen der 
mit Frostschutzmittel befüllt wird (hab ich beim KOllegen gerade so 
gemacht)

... aber schon klar, Du mich auch.

: Bearbeitet durch User
von Musik og F. (musikog_f)


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Wärmepumpen haben integrierte Regler und deren Funktionen sind Teil der 
CE Kennzeichnung nach Maschinenrichtlinie. Im EFH stirbst du nur selbst, 
und niemand verhindert dich dran rumschrauben.

Mit den eingebauten Reglern von solchen Geräten kann man oft über Modbus 
kommunizieren, typisch modbus/RTU.
Manche Hersteller nennen das dann MagicBus (TM) und verraten dir keine 
Adressen und Parameter. viel Spass beim Reverse Engineering was da über 
den RS485 läuft. Andere dokumentieren alles.

Mitlesen kann bei fast allen. Bei manchen kann man Sollwerte und 
Parameter setzen. So kannst du dann dann eigene Heizkurve basteln.
Die Erfahrung zeigt, es zielführend eine einfach gestrickte Heizkurve 
(Sockelwert, SteigungProportionalverstärkung und Integrationszeit) gut 
zu optimieren.
Wenn du dir eine gekrümmte Heizkurve mit Sokkelpunktverschiebung und 
zusätzlichen dynamischen Einflüssen auszudenkst und dann mit dem loop 
tuning anfängst, wirst du in einer Heizsaison vielleicht nicht fertig.

> Hat jemand damit schon erfolgreich herum gespielt?
Nicht gespielt. Gebaut. modbus ist ja kein Staatsgeheimnis.
Bei kleinen Splitanlagen lese ich SumAlarm, ein paar Betriebszustände 
und mache Freigabe.

Wenn du dann eine Multivalente Heizung bauen willst, brauchst du erstmal 
eine Heizlastberechnung, dann ein Anlagenschema und erst dann strickst 
du die MSR.

von Musik og F. (musikog_f)


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Rainer schrieb:

> Gleichzeitig beobachte ich das Start-/Stopp Verhalten der WP, weil
> häufige Starts sehr auf die Lebensdauer des Kompressors gehen.
Schlimmer noch, bei Taktungen geht dein COP / EER gegen 1.
Wieviele Start-Stops dein Kompresser hält kommt sehr auf die Bauform und 
Grösse an. Bei Kleinstanlagen geht Taktung sehr auf die Lebensdauer.

von Flo (deflo)


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Also grundsätzlich würde ich auch nicht in die Regelung der WP 
eingreifen. Und auch auf keinen Fall Stromlos machen.

@Rainer: Ich weiss nicht wie groß deine PV Anlage wird, aber grundlegend 
wird da im Winter nicht viel kommen. Wenn dann könnte man die 
Übergangszeit noch nutzen, aber da willst du ja wegen dem Takten die Gas 
Therme benutzen. Ich würde mir gut überlegen, ob sich der Aufwand für 
die Wintermonate lohnt. Ich bin selbst mit meiner 30kWp Anlage am 
zweifeln (ob ich den Überschuss zum Heizen nutzen soll).


Aber wenn hier so viele WP experten sind, nutze ich den Thread hier 
einfach mal :-)

Mein Aktueller Plan ist folgender. Ich würde eine kleine Monoblock WP 
mit Überschussstrom nutzen. Anhand der aktuellen Puffertemperatur, 
HK-Vorlauftemperatur und dem vorhandenen Stromüberschuss würde ich den 
Sollwert der WP errechnen (wenn viel Strom vorhanden, dann darf der 
Puffer gerne voll aufgeladen werden, wenn es eng wird, dann soll gerade 
so die Soll Temperatur gemacht werden). Ich habe aber noch keine 
Erfahrungen mit WP und kann den Strombedarf einer WP nicht einschätzen. 
Wie wirkt sich der Stromverbrauch einer WP aus, wenn diese z.b. nur ein 
delta T von 2°-3° erwärmen muss. Also kann ich mit dem Sollwert den 
Strombedarf der WP beeinflussen?

Aktuell wird der Puffer zu 95% mit dem Wasserführenden Kamin aufgeheizt. 
Das bedeutet, unten im Puffer ist es max. HK RL kalt. Die WP würde also 
max. HK RL temp. bekommen. In der Übergangszeit ist der Kamin aus und 
der Puffer kühlt im unteren Bereich weiter ab. Da rechne ich aber auch 
mit mehr Sonne und kann die WP den Puffer auch ein paar C° mehr 
aufheizen lassen.

Grundsätzlich ist mir bewusst, das meine Anlage mit dem Puffer ziemlich 
viel Energie frisst und es weitaus Energiesparender geht. Die Anlage ist 
aber relativ neu und das Haus noch nicht isoliert. Ich möchte den 
Überschuss Strom einfach Sinnvoll nutzen. Eine BWWP kann ich im Winter 
nicht nutzen und kostet nur minimal weniger wie eine WP.


Eine Split Klima finde ich auch sehr Sinnvoll und soll auch noch kommen. 
Die macht aber leider kein Warmwasser im Sommer...

Der WR, die WP und die Heizungssteuerung kommunizieren alle über Modbus. 
Der WP würde ich nur den Sollwert vorgeben, ansonsten soll die WP alles 
selbst regeln. Eingespeist wird direkt in den Puffer auf höhe vom HK. 
Ausgelesen wird das ganze dann noch mit KNX und angezeigt auf einer 
Visu.

: Bearbeitet durch User
von Weingut P. (weinbauer)


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Naja, wieviel Überschussstrom gibts denn? Und wann? Und wie groß ist 
denn der Puffer? Und wie schaut die Heizung aus, Fußbodenheizung 
Radiatoren?

Was den Strom angeht, rechne mal überschlägig bei Monoblock mit Faktor 
3,5, also 1kW Strom zu 3,5kW Wärme (ja, es gibt Anlagen die deutlich 
bessere Werte erreichen), wenn Du nun noch weißt was Du über den Winter 
an Gas / Holz verheizt hast rechne mal aus wieviele kWh thermisch das 
sind.

von Flo (deflo)


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Weingut P. schrieb:
> Naja, wieviel Überschussstrom gibts denn?

über den Winter gesehen nicht viel

Weingut P. schrieb:
> Und wann?

Hauptsächlich in der Übergangszeit oder an Sonnenreichen Tagen. Und 
genau an den Tagen haben wir das Problem, den Puffer mit Holz zu Heizen. 
Durch eine große Fensterfront im Wohnzimmer (Fenster sind 30Jahre alt), 
"heizt" sich das Wohnzimmer durch die Sonne auf, weswegen wir den Kamin 
nicht an machen. Der rest vom Haus bekommt von der Sonne nicht viel ab 
und benötigt die Heizkörper.

Weingut P. schrieb:
> Und wie groß ist denn der Puffer?

Puffer sind 1000L. Wobei die Heizung in der mitte angeschlossen ist. Es 
ist ein Schichtspeicher von Rathiotherm. Wenn er abends gut geladen ist, 
reicht er ohne Probleme bis morgens.



Weingut P. schrieb:
> Und wie schaut die Heizung aus, Fußbodenheizung Radiatoren?

ein bunter Mix. Im Wohnzimmer + 1 Nebenzimmer ist eine Fussbodenheizung 
mit eigenem Heizkreisregler verlegt (fest eingestellte VL Temp. und 
elektrichen Termostaten). Der Rest sind Radiatoren. Die Abluft vom Kamin 
zieht in den Flur und verteilt sich recht gut. Im Bad ist eine Fubo 
Heizung am Rücklauf vom Heizkörper drin.


Weingut P. schrieb:

> Was den Strom angeht, rechne mal überschlägig bei Monoblock mit Faktor
> 3,5, also 1kW Strom zu 3,5kW Wärme (ja, es gibt Anlagen die deutlich
> bessere Werte erreichen), wenn Du nun noch weißt was Du über den Winter
> an Gas / Holz verheizt hast rechne mal aus wieviele kWh thermisch das
> sind.

Ich denke das ist schwer zu rechnen. Es geht mir auch nicht primär darum 
Holz zu sparen, sonder eher in der Übergangszeit auf GAS zu verzichten.

Geplant war eigentlich eine BWWP zu verbauen. Die kann ich aber nur im 
Sommer für WW nutzen. Wenn ich jetzt den Mehrpreis zu einem Monoblock 
rechne und mir den Gasverbrauch in der Übergangszeit nehme, dann rechnet 
sich das meiner Meinung nach schon.

von Rainer (pingufan_61)


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Vielleicht ist das nicht klar genug raus gekommen, aber ich habe nicht 
den Gedanken, meine WP mit PV zu betreiben. Im Winter ist das ein 
frommer Wunsch aber zum Scheitern verurteilt (weil die PV kaum etwas 
liefert), und wenn sie Sonne scheint, muss man oft nur wenig heizen.
-> Also kein Sinn dahinter (zumindest in meiner Situation), ich habe 
nirgendwo Fußbodenheizung, und ich habe nicht vor, das ganze 
Zweifamilienhaus in eine Baustelle zu verwandeln.

Aus diesem Grund ist mein Plan, die Wärmepumpe, falls überhaupt eine 
kommt, nur aus dem Stromnetz, und auch regelungstechnisch nur "wie einen 
Gaskessel", ohne Pufferspeicher, zu betreiben. Ich sage dem Teil, wie 
viel Grad es produzieren soll, und dann soll es tun... Wenn die interne 
Regelung der WP das nicht erlaubt, dann tschüss, nächster Hersteller.

_Ohne Puffertank gibt es zwei zu vermeidende Situationen:_
"Unterlast": Meine Regelung beobachtet deshalb gleichzeitig die 
Einschalthäufigkeit. Wenn es zum Start/Stopp kommt (= Unterlast), und 
somit wie richtig vermerkt zu einem miesen COP/EER und erhöhtem 
Kompressor-Verschleiss, wechsle ich einfach zu GAS-Brennwert.
"Überlast": Kommt die WP in einen Temperaturbereich wo sie ebenfalls 
schlecht arbeitet (oder gar elektrisch zuheizen müsste), wo also die 
Energiekosten an die des GAS-Kessels kommen, wechsle ich ebenfalls zu 
GAS.

Der Unterschied in meiner Regelung ist dann lediglich, dass ich die 
Temperaturvorgabe an Adresse "K1" (Kessel) statt an "K2" (Wärmepumpe) 
richte. Den letzten "Dolmetsch" macht der kleine PIC am jeweiligen Gerät 
(Gaskessel bzw. WP).

Das ist eine sehr überschaubare Methode und bringt dennoch gute 
Effizienz.


Gut, ich sehe, die WP wird noch länger nicht kommen, sondern erst dann, 
wenn ich diese unter Kontrolle habe.

: Bearbeitet durch User
von Rainer (pingufan_61)


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Musik og F. schrieb:
> Wenn du dann eine Multivalente Heizung bauen willst, brauchst du erstmal
> eine Heizlastberechnung, dann ein Anlagenschema und erst dann strickst
> du die MSR.

Ich habe das lange genug gelernt und praktiziert, keine Bange. Und meine 
Heizlastberechnung stimmt.

von Bert (brt)


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Rainer schrieb:

Hallo Rainer,

> Wenn die interne
> Regelung der WP das nicht erlaubt, dann tschüss, nächster Hersteller.

Prinzipiell gute Idee, funktioniert aber bei der aktuellen 
Marktsituation nicht.


Ich habe eine Daikin-Altherma-3-M-EBLA14D3W1 in Betrieb, zunächst mit 
der normalen eingebauten Regelung für Flachheizkörper. Grundsätzlich 
halbwegs ok, aber nicht 100%ig.

Externe Steuerung ist etwas schwierig:

- Schnittstelle zum Bedienteil ist komplett undokumentiert, es gibt im 
Netz einen Hack das anzuzapfen, ist aber recht viel Arbeit beim 
Reverse-Engineering. Außerdem sollte man nicht automatisiert dauernd 
eine neue Vorlauftemperatur über die Schnittstelle schreiben, da 
angeblich dann das EPROM irgendwann verreckt.

- Es gibt dafür von Zennio Adapter auf KNX, ist aber noch ungetestet. 
Ein Kollege von mir wird das ausprobieren, dauert aber noch etwas.

- Man könnte das externe Außenthermometer mit einen programmierbaren 
Poti faken, das ist aber wahrscheinlich nicht so toll, da die Maschine 
unter Umständen die korrekte Außentemperatur für das Abtauen benötigt.

- Wenn ich mit dem Zennio-Adapter nicht zurechtkomme dann würde ich das 
Gerät nicht auf Heizungs-, sondern permanent auf Warmwasserbetrieb 
stellen und dann den Temperaturfühler fürs Warmwasser faken/simulieren. 
Damit könnte man wahrscheinlich die Vorlauftemperatur bestimmen.

ABER: Die Geräte wollen immer gerne 8-10 Kelvin Temperaturunterschied 
VL/RL. Daher reduziert die Maschine die Pumpenleistung bis der Rücklauf 
kalt genug ist um effizient die VL-Temperatur zu erreichen.

Wenn es draußen unter -5 ° ist tut sich das Gerät ohne Zuheizer schwer. 
Aber bei allem über 0° bin ich mit dem COP echt zufrieden. Das ist schon 
nicht schlecht, da steckt sicherlich eine Menge Know-How beim Hersteller 
dahinter.

Grüße, Bert

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