Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Jemand Erfahrung mit der Onleihe bezüglich Fachbüchern?


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von leser (Gast)


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Hallo
hat hier jemand Erfahrung mit der Onleihe (bei mir käme Hessen in Frage) 
bezüglich Fachbüchern aus dem MINT-Bereich im Niveau Berufsausbildung 
bis Studium und mag etwas berichten? Den Bestand kann man ja auch ohne 
Mitgliedschaft recherchieren und da scheint mir das Angebot nicht so 
üppig wie erhofft. Die Hauptzielgruppe scheinen wohl eher Hausfrauen, 
Schüler bis Mittelstufe und Liebhaber von Belletristik zu sein. Klar, es 
gibt auch Bücher für Studenten der Ingenieurwissenschaften und 
Informatik. Man kann auch Medienwünsche einreichen. Hat jemand Erfahrung 
ob diese umgesetzt werden? Oder lehnen die Betreiber eher teure 
Fachbücher ab? Ich weiß auch nicht wie sich das generell alles 
finanziert. Werfen da alle Städte die am jeweiligen Onleihe-Verbund 
angeschlossen sind Gelder gemeinsam in einen Topf oder kommt alles von 
der Landeskasse? Und wer entscheidet im Endeffekt welches Online-Medium 
angeschafft wird? Die lokale physische Bücherei?

von Markus (Gast)


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leser schrieb:
> Die Hauptzielgruppe scheinen wohl eher Hausfrauen,
> Schüler bis Mittelstufe und Liebhaber von Belletristik
und Hartzer zu sein


Damit hast du ja deine Frage schon selber beantwortet.

von Schlaumaier (Gast)


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Die Onleihe ist bei mir mehr als Bescheiden was Fachbücher angeht.

ABER, ich habe mir über die FERNLEIHE 2 sehr spezielle Fachbücher 
(Datanorm 4.0 + 5.0)  für je 6 Euro kommen lassen. Eins war aus Chemnitz 
und 1 aus Dresden.

Das dauert zwar etwas aber funktionierte super. Besonders wenn man 
bedenkt das beide Bücher nur sehr schwer und für a. 80 Euro aufwärts zu 
bekommen sind.

Ich mache es aber meistens so, das ich veraltete Auflagen des Fachbuch 
bei Medimops gebraucht kaufe. Die Unterschiede zur Aktuellen Auflage 
sind i.d.R. kaum der Rede wert.

Kommt logoweis alles auf das Fachbuch an.

von Percy N. (vox_bovi)


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leser schrieb:
> Die Hauptzielgruppe scheinen wohl eher Hausfrauen, Schüler bis
> Mittelstufe und Liebhaber von Belletristik zu sein. Klar, es gibt auch
> Bücher für Studenten der Ingenieurwissenschaften und Informatik.

Was genau erwartest Du von einer Volksbücherei? Du redest hier nicht 
über eine Universitätsbibliothek, sondern über eine soziale Einrichtung, 
die seit Jahrzehnten mehr und mehr der deutschen Bildungsapartheid zum 
Opfer fällt bzw diese umsetzt.

: Bearbeitet durch User
von Thomas H. (thomash2)


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Man munkelt dass es auch Untergrund-Bibliotheken gibt...

https://en.wikipedia.org/wiki/Library_Genesis

von A. B. (funky)


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Hat nicht sowieso jede Bücherei ihr eigenes Onleihe Angebot? Es ist 
mitnichten so, das jede Bücherei da alles verfügbar hat was es 
theoretisch gäbe

von Rolf (Gast)


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A. B. schrieb:
> Hat nicht sowieso jede Bücherei ihr eigenes Onleihe Angebot?

Die Onleihe ist meistens ein Verbund aus vielen Büchereien. Es gibt nur 
vereinzelt Stadtbüchereien, die eine eigene Onleihe haben. 
Logischerweise sind die Verbünde besser bestückt.

von Rolf (Gast)


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Percy N. schrieb:
> Was genau erwartest Du von einer Volksbücherei?

Naja ich finde die Kultusminister könnten da schon etwas mehr für die 
Bildung investieren und nicht nur hauptsächlich für 
Unterhaltungsliteratur.

von Percy N. (vox_bovi)


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Rolf schrieb:
> Percy N. schrieb:
>> Was genau erwartest Du von einer Volksbücherei?
>
> Naja ich finde die Kultusminister könnten da schon etwas mehr für die
> Bildung investieren und nicht nur hauptsächlich für
> Unterhaltungsliteratur.

Bedenke, dass die Volksbüchereien ebenso wie die Volkshochschulen aus 
der Arbeiterbewegung stammen. Ind nun frage Dich, was die aktuellen 
Kulturpolitiker damit zu tun haben.

In Hamburg zB ist die HÖB in den letzten 40 Jahren übel eingedampft 
worden, während die Preise gestiegen und das vor Ort verfügbare 
Medienangebot in den immer weniger Stadtteilbibliotheken extrem 
verkleinert wurden. Parallel wurden der HÖB Dienstleistungen übertragen, 
die in den Zuständigkeitsbereich der Schulbehörde oder Landesbildstelle 
fallen sollten, wie zB die,Zusammenstellung von Bücherkisten und 
Medienpaketen für Lehrer. Dass gerade die wirtschaftlich benachteiligten 
potentiellen Benutzer, die ibesonders auf diese Einrichtung angewiesen 
sind,  hierdurch von der Teilhabe ausgeschlossen werden, kann das 
Bildungsgefälle nur verstärken. Und jedes Jahr aufs Neue stört man sich 
lautstark an der Abhängigkeit der Bildungschancen von der 
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern. Wer will, der mag die 
vergossenen Krokodilstränen ernst nehmen.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Rolf schrieb:
> Percy N. schrieb:
>> Was genau erwartest Du von einer Volksbücherei?
>
> Naja ich finde die Kultusminister könnten da schon etwas mehr für die
> Bildung investieren und nicht nur hauptsächlich für
> Unterhaltungsliteratur.

Ich denke, dass die Lizenzen für Fachbücher einfach deutlich teurer sind 
(wenn sie überhaupt von den Verlagen vergeben werden).

Ein Fachverlag wie Hanser dürfte kaum Interesse daran haben, dass Bücher 
extrem geringer Auflage (bspw. im Bereich Kunststofftechnologie) für 
150-200€ dann dort auftauchen und quasi kostenfrei gelesen werden.

Meine Frau zahlt hier in RLP 18 Euro pro Jahr. Dafür kann man mMn nicht 
erwarten, eine Palette an Fachliteratur zu erhalten.

Wer dort sparen will, sollte bei den entsprechenden Gebrauchtverwertern 
(Medimops etc.) schauen. Dort gibt es oft sogar Neuware der letzten 
Auflage deutlich reduziert. Bspw. gibt es die alte Ausgabe von 
"Auslegung von Anguss und Angusskanal" von Beaumont neu für 60€, die 
neue Auflage kostet 180€. Wenn man die neu hinzugekommenen Dinge nicht 
benötigt, wäre das eine Alternative.

Und gebrauchte Fachbücher bekommt man sowieso extrem günstig. Bei 
Medimops hatte ich noch keinen Reinfall - die waren oft wie neu.

Davon abgesehen: besser kann man sein Geld eigentlich nicht anlegen.

von Percy N. (vox_bovi)


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Chris D. schrieb:
> Und gebrauchte Fachbücher bekommt man sowieso extrem günstig. Bei
> Medimops hatte ich noch keinen Reinfall - die waren oft wie neu.

Ich auch nicht. Soweit ich nicht gerade explizit völlig 
heruntergekommene Exemplare bestellt habe (weil nix anderes verfügbar 
war), habe ich regelmäßig Ware bekommen, die aussah, als käme sie direkt 
vom Buchhöndler, nur ohne Folie. Preis? Knapp m Rshmen dessen, was mir 
die HÖB für abgeköpft hatte ...

Chris D. schrieb:
> Ich denke, dass die Lizenzen für Fachbücher einfach deutlich teurer sind
> (wenn sie überhaupt von den Verlagen vergeben werden).
Warum sollten sie im Vergleich zu anderer Literatur teuerer als die 
Printversionen?
> Ein Fachverlag wie Hanser dürfte kaum Interesse daran haben, dass Bücher
> extrem geringer Auflage (bspw. im Bereich Kunststofftechnologie) für
> 150-200€ dann dort auftauchen und quasi kostenfrei gelesen werden.
Das ist bei der Printversion nicht anders. Im Bereich Elektronik habe 
ich die Beuth-Reihe vor Jahrzehnten schon in der Stadtteilbücherei 
gesehen (inzwischen gelöscht; auch wurden Funkschau und elektor 
abbestellt zu Gunsten von Bravo und In Touch).

: Bearbeitet durch User
von Büchermarkt und Armenspeisung (Gast)


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Percy N. schrieb:

> Bedenke, dass die Volksbüchereien ebenso wie die Volkshochschulen aus
> der Arbeiterbewegung stammen.

Treffend.
Man könnte es auch unformulieren, die Volksbücherei hat ausschliesslich 
Bücher für die, die sich keine kaufen können, also so ne Art 
Grundversorgung am intellektuelen Existenzminimums des 
Lumpenproletariats.

Die, die das Geld für Bücher haben (bspw. leitende Angestellte, 
Ingenieure, Beamte) sollten mit Ihrem Geld auch Ihre Bücher kaufen. Ist 
halt auch ein Teil des Wirtschaftskreislaufes.

Wo man diesen Kreislauf behindert, geht irgendwann die Wirtschaft 
zugrunde. Siehe Buchangebot Nordkorea: 
https://de.123rf.com/photo_128465889_pj%C3%B6ngjang-nordkorea-1-mai-2019-einheimische-in-der-n%C3%A4he-der-buchhandlung-in-der-ubahnstation-kaeson-.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftskreislauf

von Achim K. (achim67)


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Thomas H. schrieb:
> Man munkelt dass es auch Untergrund-Bibliotheken gibt...
>
> https://en.wikipedia.org/wiki/Library_Genesis

Danke für den Link, klasse :-)

Gruß
Achim

von Percy N. (vox_bovi)


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Büchermarkt und Armenspeisung schrieb:
> Die, die das Geld für Bücher haben (bspw. leitende Angestellte,
> Ingenieure, Beamte) sollten mit Ihrem Geld auch Ihre Bücher kaufen. Ist
> halt auch ein Teil des Wirtschaftskreislaufes.

Andersherum: der Nachwuchs der Arbeiter soll zu Gunsten der 
minderbegabten Brut der Mächtigen von Bildung und höherer Qualifikation 
ausgeschlossen werden. Fachkröfte muss man schließlich nicht selbst 
produzieren, die kann man auch günstig importieren.  Hauptsache, die 
eigenen lieben Kleinen sind trotz völliger Nichteignung mit einer 
lukrativen Pfründe versorgt. So bleibt alles in der Familie.

von Schlaumaier (Gast)


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Ihr vergesst eine Kleinigkeit.

Die Bücher dort sind E-Books. Die müssen die Verlage bereitstellen. Das 
selbst erstellen eines Ebooks ist auch für Bibliotheken strafbar 
(Ausnahme sie bekommen eine Lizenz).

Und gerade bei Fachbüchern sind die Ebooks nach meiner Erfahrung 
Mangelware.

Eine ziemlich brauchbare Alternative ist ein Kindle-Vertrag. Habe ich 
mal Testweise für 1 Monat gehabt. Habe da sogar ein Buch gefunden was 
ich nach den lesen mir gekauft habe. Der Verlag hat mir die Buch-Version 
und gegen ein Code im Buch eine auf meinen Namen registrierte E-Book 
Version zu Verfügung gestellt.

ABER, das ist meiner Erfahrung nach die MEGA-Ausnahme.

von Percy N. (vox_bovi)


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Schlaumaier schrieb:
> Und gerade bei Fachbüchern sind die Ebooks nach meiner Erfahrung
> Mangelware.

Das kann ich zB hier

https://link.springer.com/shop/springer/titles/de-eu/

in keiner Weise nachvollziehen. Im Gegenteil: Manche Titel, etwa

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-030-53953-5

sind zwar als e-book, nicht aber als Printversion erhältlich.

von M.M.M (Gast)


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Rolf schrieb:
> A. B. schrieb:
>> Hat nicht sowieso jede Bücherei ihr eigenes Onleihe Angebot?
>
> Die Onleihe ist meistens ein Verbund aus vielen Büchereien. Es gibt nur
> vereinzelt Stadtbüchereien, die eine eigene Onleihe haben.
> Logischerweise sind die Verbünde besser bestückt.

Das ist jetzt aber Unsinn. Onleihe ist der Service einer Firma, die 
übrigens auch die Markenrechte für diesen Begriff hält. Bibiotheken 
können diesen Service in Anspruch nehmen.

Chris D. schrieb:
> Ein Fachverlag wie Hanser dürfte kaum Interesse daran haben, dass Bücher
> extrem geringer Auflage (bspw. im Bereich Kunststofftechnologie) für
> 150-200€ dann dort auftauchen und quasi kostenfrei gelesen werden.

Hm? Z.B. "Kunststofftechnik, Einführung und Grundlagen" vom Hanser 
Verlag ist bei "Onleihe" verfügbar.
Es ist ja auch nicht kostenfrei (s.u.) und zeitlich auf die Ausleihzeit 
begrenzt.

> Meine Frau zahlt hier in RLP 18 Euro pro Jahr. Dafür kann man mMn nicht
> erwarten, eine Palette an Fachliteratur zu erhalten.

Von den 18€ dürften etwa 10€ auf Onleihe entfallen. Soviel nimmt 
zumindestens das ansonsten kostenfreie LBZ in RLP für Onleihe.

von Dieter (Gast)


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Büchermarkt und Armenspeisung schrieb:
> Die, die das Geld für Bücher haben (bspw. leitende Angestellte,
> Ingenieure, Beamte) sollten mit Ihrem Geld auch Ihre Bücher kaufen. Ist
> halt auch ein Teil des Wirtschaftskreislaufes.

Wenn diese, statt die Bücher später wegzuwerfen, an die Büchereien 
spenden würden, gäbe es dort auch mehr Fachbücher zum Ausleihen.

von Büchermarkt und Armenspeisung (Gast)


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Dieter schrieb:

> Wenn diese, statt die Bücher später wegzuwerfen, an die Büchereien
> spenden würden, gäbe es dort auch mehr Fachbücher zum Ausleihen.

Und damit mähme man dem die Volksbüchereien ausnutzende 
Lumpenproletariat den Anreiz eine bezahlte Tätigkeit aufzunehmen um 
damit beispielsweise selbst die für die eigenen Ausbildung nötige 
Fachliteratur zu kaufen.

Abgesehen davon, daß man Fachbücher nicht wegschmeisst sondern benutzt, 
sonst hätte man sie ja nicht gekauft.
Falls man sie tatsächlich nicht mehr benötigt: ab damit ins 
Antiquariat/ebay/etc,  um den Gebrauchtmarkt weiter zirkulieren lassen.

von M.M.M (Gast)


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Dieter schrieb:
> Wenn diese, statt die Bücher später wegzuwerfen, an die Büchereien
> spenden würden, gäbe es dort auch mehr Fachbücher zum Ausleihen.

Meiner Erfahrung nach besteht außer vielleicht bei Kleinbibliotheken 
kein Interesse an gebrauchten Fachbüchern und schon gar nicht, wenn die 
älter sind, es sei denn, es handelt sich um Antiquitäten. Ich habe das 
mit gebrauchten Fachbüchern selbst schon bei mehreren Bibliotheken 
versucht, vergeblich.

von Percy N. (vox_bovi)


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M.M.M schrieb:
> ansonsten kostenfreie LBZ

https://www.buecherhallen.de/gebuehren.html

20 Euro/Jahr für Bezieher von Gtundsicherung; als einzige Tarifgruppe 
kein Rabatt für Lastschrift möglich ...

Im Warenkorb der Grundsicherung sind pro Monat 1,60 € für Bildung 
vorgesehen.

Btw: VHS-Kurse kosten Hamburg für GS-Emofänger mindestens 30 Euro.

https://www.vhs-hamburg.de/infocenter/ermaessigungen-439#:~:text=*%20Das%20Mindestentgelt%20betr%C3%A4gt%20pro%20Kurs,und%20bei%20Bildungsurlauben%2075%20%E2%82%AC.

Parallel dazu wird das Jobcenter nicht müde, Arbeitslose in völlig 
sinnlose, aber schön teuere Trainingsmaßnahmen zu stecken, so dass sie 
nicht mehr in der Statistik auftauchen. Dafür ist genug Geld da ...

Hamburg,  das Hoch im Norden

: Bearbeitet durch User
von M.M.M (Gast)


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Percy N. schrieb:
> M.M.M schrieb:
>> ansonsten kostenfreie LBZ

Bitte zitiere nicht sinnenstellend, ich habe geschrieben:

"ansonsten kostenfreie LBZ in RLP"

> https://www.buecherhallen.de/gebuehren.html

Das ist eben nicht RLP.

von Büchermarkt und Armenspeisung (Gast)


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Percy N. schrieb:
> Parallel dazu wird das Jobcenter nicht müde, Arbeitslose in völlig
> sinnlose, aber schön teuere Trainingsmaßnahmen zu stecken, so dass sie
> nicht mehr in der Statistik auftauchen.
>
> Hamburg,  das Hoch im Norden

Da gabs doch mal was im Fernsehen:
https://youtu.be/VCYcc1EdCd8?t=1483

Wenn halt der Anreiz fehlt  ...

von Percy N. (vox_bovi)


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M.M.M schrieb:
> Bitte zitiere nicht sinnenstellend, ich habe geschrieben:
> "ansonsten kostenfreie LBZ in RLP"

Pardon, war keine Absicht.

M.M.M schrieb:
>> https://www.buecherhallen.de/gebuehren.html
>
> Das ist eben nicht RLP.

Darauf wollte ich hinaus, wie sich eigentlich aus dem restlichen Beiteag 
ergeben haben sollte.

Aber danke für due Einladung zur Klarstellung!

Ergänzung:
Während meiner Abi-Reise mit Y-Tours hatte ich Gelegenheit, an dem einen 
oder anderen Standort die lokalen Stadtbüchereien zu benutzen. Meine 
Fragen nach den anfallenden Gebühren führten jeweils zu verständnisloser 
Verwirrung; eine nachgeschobene Erläuterung zu den Verhältnissen in der 
FHH zu Kopfschütteln. Und diese Städte hatten nicht einmal einen 
Musikpavillon, geschweige denn mehrere große Konzerthäuser.

von Rolf (Gast)


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M.M.M schrieb:
> Rolf schrieb:
>> A. B. schrieb:
>>> Hat nicht sowieso jede Bücherei ihr eigenes Onleihe Angebot?
>>
>> Die Onleihe ist meistens ein Verbund aus vielen Büchereien. Es gibt nur
>> vereinzelt Stadtbüchereien, die eine eigene Onleihe haben.
>> Logischerweise sind die Verbünde besser bestückt.
>
> Das ist jetzt aber Unsinn. Onleihe ist der Service einer Firma, die
> übrigens auch die Markenrechte für diesen Begriff hält. Bibiotheken
> können diesen Service in Anspruch nehmen.

Trollversuch?
Und wo ist da jetzt der Unsinn oder der Widerspruch? Der Leser hat 
nunmal nur durch eine lokale Bücherei Zugang zu Onleihe und im Preis der 
lokalen Bücherei ist die Onleihe enthalten. Da kann es sein dass es sich 
um einen großen Onleihe-Verbund wie z.B. VerbundHessen handelt mit 
entsprechend hoher Medienauswahl, oder um eine Bücherei, die alles im 
Alleingang macht wie z.B. die Stadtbücherei Darmstadt. Da gibt es dann 
eben weniger Auswahl.

Chris D. schrieb:
> Ein Fachverlag wie Hanser dürfte kaum Interesse daran haben, dass Bücher
> extrem geringer Auflage (bspw. im Bereich Kunststofftechnologie) für
> 150-200€ dann dort auftauchen und quasi kostenfrei gelesen werden.

Solche Preise sind dann aber doch die Ausnahme. 40€-70€ dürfte eher der 
übliche Preis für ein Fachbuch sein. Bücher aus dem Hanser und 
Springer-Verlag gibt es übrigens durchaus bei den meisten Onleihen.

> Meine Frau zahlt hier in RLP 18 Euro pro Jahr. Dafür kann man mMn nicht
> erwarten, eine Palette an Fachliteratur zu erhalten.

Bei mir hier kostet es 15€, es gibt auch noch billigere. Es ist doch 
klar, dass eine Bücherei inclusive Onleihe damit nicht kostendeckend 
arbeitet. Da gibts natürlich Zuschüsse was ich auch gut finde.

von Büchermarkt und Armenspeisung (Gast)


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Rolf schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Ein Fachverlag wie Hanser dürfte kaum Interesse daran haben, dass Bücher
>> extrem geringer Auflage (bspw. im Bereich Kunststofftechnologie) für
>> 150-200€ dann dort auftauchen und quasi kostenfrei gelesen werden.
>
> Solche Preise sind dann aber doch die Ausnahme. 40€-70€ dürfte eher der
> übliche Preis für ein Fachbuch sein.

Üblich höchstens bei den Fachbüchern in hoher (10000+) Auflage.
Heute normal sind wohl eher verkaufszahlen im niedrigen vierstelligen 
Bereich. Frag mal einen Dr.-Ing. , ob er die 100 Belegexemplare für 
seine Dissertation verkauft hat oder ob die immer noch im 
Institutskeller vermoddern ...

Der Nachwuchsm von heute verlässt sich doch heute lieber auf obskure 
Internetquellen als das er nur einen einzigen cent für reputable 
Literatur ausgibt.

Also finden sich immer weniger Autoren für Fachbücher, weil von den 1-9 
€ Euro pro verkauften Buch kann keiner leben, erst recht nicht wenn nur 
500 Stk. verkauft werden, man selbst aber ein halbes Jahr daran 
geschrieben hat.

von qwertz (Gast)


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Ich habe während meines Studiums höchstens 2-3 mal Bücher für über 100€ 
genutzt. Aber hier wird das natürlich so dargestellt, als seien solche 
Preise die Regel.

Seit die Onleihe endlich auch für Linux-Nutzer geöffnet hat, benutze ich 
das immer öfter. Die nächste Unibibliothek ist eben für mich doch etwas 
schwierig zu erreichen und ich weiß gar nicht ob die mir dort noch 
Zugang gewähren würden.

von Schlaumaier (Gast)


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qwertz schrieb:
> Aber hier wird das natürlich so dargestellt, als seien solche
> Preise die Regel.

hm.

Mag ja sein. Aber selbst ein Buch für ein Arduino + die Beere kostet ca. 
40-50 Euro.

Was in meinen Augen eher sagt, du brauchtest keine gescheiten Fachbücher 
o. es gab für den seltenen Bereich nur wenige.

Ich hielt + halte mein Arduino-Fachbuch für 20 Euro jedenfalls für sehr 
preiswert.

Fakt ist, Bücher sind teuer. Selbst für einen pisseligen "Bestseller" 
der Spiegelliste sind ab. 20 Euro aufwärts zu bezahlen.

Und die Preise für "toten Baum" = bedrucktes Papier werden noch mehr 
Steigen. Siehe Energiekrise und Kosten für Papierherstellung.

Das ich bei der Onleihe allerdings hin + wieder gern mache ist ein 
Hörbuch auszuleihen. Besonders wenn ich im Krankenhaus bin o. auf langen 
Zugfahrten.


Was die Onleihe selbst angeht.

Das ist ein Dienst eines externen Anbieters. Was mir meine Bücherei 
bestätigt hat. Als die neulich (vor einigen Monaten) ihren großen 
Serverabsturz hatten, habe ich nämlich meine Bücherei gefragt wieso das 
nicht mehr funktioniert. Antwort war : Da können wir nix  machen das ist 
ein externer Dienstleister.

Das Angebot selbst ist auf einen regionalen Verbund begrenzt. Man kann 
in der App sehen welche Büchereien zu den Verbund gehören. Soweit ich 
mich erinnern kann waren das mein Kreis + die umliegenden Kreise. Kann 
mich aber irren was das Einzugsgebiet angeht.  Weshalb man auch immer 
"seine" Bücherei angeben muss.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Rolf schrieb:
> Naja ich finde die Kultusminister könnten da schon etwas mehr für die
> Bildung investieren und nicht nur hauptsächlich für
> Unterhaltungsliteratur.

Deine Meinung!
Nur hast du aber auch nicht den Willen den Politikbetrieb zu verstehen!
Wer Minister wird, wird dies meist nicht weil er vom Fach ist, sonder 
weil es aus einem Machtgerangel sich halt so ergeben hat!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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qwertz schrieb:
> ich weiß gar nicht ob die mir dort noch
> Zugang gewähren würden.

Hast vllt. zuviel in deiner Studi-Zeit gemoppst?
Ansonsten kannst du dich in jeder Uni/Hochschulbibliothek als Nutzer 
registrieren lassen. Kostet max. den Ausweisgebühr!
Die Uni/Hochschulbibliotheken sind auch öffentliche Einrichtungen, 
deshalb kann man die auch wie jede andere öffentliche Bibliothek nutzen.
Man beachte aber das es auch Zeiten  für "nur" Hochschulangehörige gibt!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Percy N. schrieb:
> Parallel dazu wird das Jobcenter nicht müde, Arbeitslose in völlig
> sinnlose, aber schön teuere Trainingsmaßnahmen zu stecken, so dass sie
> nicht mehr in der Statistik auftauchen. Dafür ist genug Geld da ...
Ja, und es gibt da ja auch noch die Weiterbildungsbranche die sich dabei 
ordenlich die Taschen voll macht!
> Hamburg,  das Hoch im Norden
Naja, wenn man die Straßen sich anschaut kommt man sich vor als sei man 
in der Ostslovakei von 1990 angekommen!

von qwertz (Gast)


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Schlaumaier schrieb:
> qwertz schrieb:
>> Aber hier wird das natürlich so dargestellt, als seien solche
>> Preise die Regel.
>
> hm.
>
> Mag ja sein. Aber selbst ein Buch für ein Arduino + die Beere kostet ca.
> 40-50 Euro.
>
> Was in meinen Augen eher sagt, du brauchtest keine gescheiten Fachbücher
> o. es gab für den seltenen Bereich nur wenige.
>
> Ich hielt + halte mein Arduino-Fachbuch für 20 Euro jedenfalls für sehr
> preiswert.
>
> Fakt ist, Bücher sind teuer. Selbst für einen pisseligen "Bestseller"
> der Spiegelliste sind ab. 20 Euro aufwärts zu bezahlen.

Und was hast du an obiger Aussage nicht verstanden, wo ein üblicher 
Preis für Fachbücher von etwa 40 bis 70 Euro genannt wurden, was auch 
ich für realistisch halte? Ich bezog mich mit meiner Aussage auf Chris 
D, der von 150-200 Euro sprach. Ich schrieb darauf hin: "Ich habe 
während meines Studiums höchstens 2-3 mal Bücher für über 100€
genutzt. Aber hier wird das natürlich so dargestellt, als seien solche
Preise die Regel."

von qwertz (Gast)


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Schlaumaier schrieb:
> Was die Onleihe selbst angeht.
>
> Das ist ein Dienst eines externen Anbieters.

Ja das wurde hier in diesem Thread jetzt schon oft genug geschrieben, 
nur noch nicht von jedem.

Schlaumaier schrieb:
> Das Angebot selbst ist auf einen regionalen Verbund begrenzt. Man kann
> in der App sehen welche Büchereien zu den Verbund gehören.

Ja auch auf der Onleihe-Website kann man sehen welche Bücherei an 
welchen Verbund angeschlossen ist. Und welche Büchereien zu einem 
Verbund gehören.

von Statistik der Grenzsteine (Gast)


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Cha-woma M. schrieb:
> Naja, wenn man die Straßen sich anschaut kommt man sich vor als sei man
> in der Ostslovakei von 1990 angekommen!

Eher 1945.
Schon vergessen? Die Haupstadt der Slowakei hiess bis ins 20 Jahrhundert 
'Pressburg' und wurde erst nach Besetzung durch den Russen gewaltsam 
slawisiert.

von Musik og F. (musikog_f)


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leser schrieb:
> hat hier jemand Erfahrung mit der Onleihe
ja, seit etwa 30 Jahren.

> (bei mir käme Hessen in Frage)
Da nicht.
Bildung und Kultur ist Ländersache.

Du musst zu den Fachbibliotheken und raus aus allgemeinen kommunalen 
Büchereien..

> Den Bestand kann man ja auch ohne Mitgliedschaft recherchieren
nein, in manche Datenbanken kommst du nur vor Ort oder nach log-in rein.

> Und wer entscheidet im Endeffekt welches Online-Medium
> angeschafft wird? Die lokale physische Bücherei?
Das Lektorat der Bücherei entscheidet entsprechend dem Auftrag der 
Bücherei. Die Kunderbücherei Plattengülle wird eher keine Rechte an 
Werken zur Hochspannungstechnik erwerben.
In der Unibibliotek der TU München wirst du wohl nicht die Geschichte 
vom Maulwurf, der wissen wollte wer ihm auf dem Kopf gemacht hat, 
finden.

In welchem Umfang eine Fachbibliothek der Öffentlichkeit oder nur der 
(Hoch)schulöffentlichkeit zur Verfügung steht, sagen die die 
Nutzungsbedingungen. Oft kann man gratis “Gast” werden mit kürzeren 
Leihfristen, höhere Mahngebühren.

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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qwertz schrieb:
> Ich schrieb darauf hin: "Ich habe
> während meines Studiums höchstens 2-3 mal Bücher für über 100€
> genutzt. Aber hier wird das natürlich so dargestellt, als seien solche
> Preise die Regel."

Das habe ich allerdings nicht behauptet, sondern nur über Bücher extrem 
geringer Auflage geschrieben:

Chris D. schrieb:
> Ein Fachverlag wie Hanser dürfte kaum Interesse daran haben, dass Bücher
> extrem geringer Auflage (bspw. im Bereich Kunststofftechnologie) für
> 150-200€ dann dort auftauchen und quasi kostenfrei gelesen werden.

Der Buchpreis hängt bei Fachbüchern natürlich auch mit der Reichweite 
zusammen. Ein Fachbuch über Grundlagen der Algebra für Infos wird durch 
die viel höhere Zahl an Studenten eine höhere Auflage haben als eines 
über neueste Forschungsergebnisse der Rheologie von Kunststoffen. 
Dementsprechend kann dort der Preis entsprechend umgelegt werden. Aber 
schon der Tietze-Schenk mit doch eher abgehangenem Wissen liegt bei nem 
Hunderter.

Also: die meisten Fachbücher liegen sicherlich unter 100€ und da findet 
man offenbar ja doch einiges in der Onleihe. Aber die richtig neuen, 
teuren (und "leider" auch richtig guten) Bücher wird man dort kaum 
finden. Wissen kostet einfach - je neuer und spezieller, desto mehr.

Wobei ich kein echter Freund von E-Books in diesem Bereich bin. Man 
notiert sich doch zuviel, unterstreicht, vergleicht schnell mal mit 
Dingen aus dem vorherigen Kapitel und hat viele Tabellen/Grafiken usw.
Bei E-Books ist das mEn sehr mühsam. Es geeeht, aber eher zäh.
Wenn es das E-Book kostenlos dazugibt - wunderbar. Aber ansonsten kaufe 
ich immer gebundene Exemplare.

von Percy N. (vox_bovi)


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Chris D. schrieb:
> Der Buchpreis hängt bei Fachbüchern natürlich auch mit der Reichweite
> zusammen. Ein Fachbuch über Grundlagen der Algebra für Infos wird durch
> die viel höhere Zahl an Studenten eine höhere Auflage haben als eines
> über neueste Forschungsergebnisse der Rheologie von Kunststoffen.
> Dementsprechend kann dort der Preis entsprechend umgelegt werden. Aber
> schon der Tietze-Schenk mit doch eher abgehangenem Wissen liegt bei nem
> Hunderter.

Den braucht man auch nur einmal zu kaufen.

In anderen Fachbereichen herrschen rauere Sitten und Gebräuche:

https://www.deubner-recht.de/shop/arbeits-und-sozialrecht.html

https://www.deubner-recht.de/shop/miet-und-baurecht.html

Beachte: es handeltxsich hier keineswegs um entlegene Spezialmaterien, 
sondern um die Brot-und-Butter-Basis

https://www.beck-shop.de/grueneberg-buergerliches-gesetzbuch-bgb/product/33679868

wird eigentlich jährlich neu benötigt, nicht ganz so häufig

https://www.beck-shop.de/kayser-thole-insolvenzordnung/product/33689176

aber richtig preisgünstig wird es nicht:

https://www.beck-shop.de/reihen/heidelberger-kommentar/37954

Da ist man mit MINT-Fächern doch deutlich günstiger dabei.

Theologen sollen zumindest nach Ordination kaum noch Literatur 
benötigen, schon gar nicht auf eigene Kosten. Vielleicht ist das ja für 
manchen Zeitgenossen eine Perspektive ...

von Olaf (Gast)


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> Da ist man mit MINT-Fächern doch deutlich günstiger dabei.

Ich glaube die Studenten zeigen auch einen gewissen Hang zur
Kriminalitaet. Jedenfalls findet man so gut wie alles als PDF
im Netz.

> Theologen sollen zumindest nach Ordination kaum noch Literatur
> benötigen,

Das passiert ja auch nicht viel neues. :-)

Olaf

von Schlaumaier (Gast)


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qwertz schrieb:
> Ja auch auf der Onleihe-Website kann man sehen welche Bücherei an
> welchen Verbund angeschlossen ist.

OK. hast mich erwischt. Das einzige male wo ich die Seite besucht habe, 
war sie down weil die Jungs das Wort "Backup" nicht kannten. Ich hoffe 
sie kennen es jetzt.

von asd (Gast)


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Falls die Entfernung zu nächstgelegenen Uni oder FH nicht zu weit ist: 
Man kann da auch Mitglied werden wenn man kein Student ist. Natürlich 
kann man bei weitem nicht alles ausleihen (Präsenz-Bib) aber vieles 
schon, vor allem wenn es eher um Grundlagen geht, d.h. die Bücher die 
für eine der Vorlesungen geeignet sind.

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