Ich habe eine Wortuhr für meinen Schwiegervater gebaut. In seinem Haus herrschen im Winter im Schnitt Temperaturen von 10 bis 14 Grad, weil er sich weigert die Heizung an zu machen.
Bei seiner Uhr gehen ständig die LEDs kaputt. Ich hatte die Uhr jetzt abermals repariert, etliche LEDs ausgetauscht und bei mir zu Hause eine Woche im Dauerbetrieb gehabt und alles hat funktioniert.
Nach einer Nacht bei ihm zeigte die Uhr schon wieder wirrwarr an bis sie jetzt sogar gar nichts mehr anzeigt. Das ist jetzt schon das dritte mal, immer sind einzelne LEDs ausgestiegen und waren verantwortlich.
Datenblatt sagt: Operation junction temperature, Topt -25 ~ +80 °C
Und wenn da eine mal kaputt geht wird eher bis zu der davor noch alles richtig funktioniert und erst ab der defekten kommt garnichts mehr (müll eher selten).
Beschreibe mal genauer was du mit "wirrwarr" meinst? An welcher Stelle deiner Kette war die defekte, immer gleiche Stelle? Alle defekten aus derselben Charge die jetzt nacheinander den Geist aufgeben?
Ich halte es eher für wahrscheinlicher, dass der interne OSC dir zu weit "wegläuft" und dadurch die Timings nicht mehr passen. Ich hatte das auch mal bei einem Display welches in einem Gehäuse draußen montiert war. Im Winter zeigte das Display regelmäßig falsche Zeichen an. Timing angepasst, alles wieder iO.
Beschreibe mal genauer was du mit "wirrwarr" meinst? An welcher Stelle
deiner Kette war die defekte, immer gleiche Stelle? Alle defekten aus
derselben Charge die jetzt nacheinander den Geist aufgeben?
Es äußerst sich darin, dass ab einer fehlerhaften Stelle die Farben nicht mehr korrkt übertragen werden. Alles danach zeigt etwas an, aber eben irgendwas. Nur durch Austausch der LEDs an diesen Stellen kann das Problem behoben werden. Ein Nachlöten bringt nichts. Und tausche ich dann eine LED aus, offenbart sich in der Kette ein paar LEDs weiter oftmals die nächste fehlerhafte LED.
Normalerweise ist Kälte gut für Halbleiter. Das einzig spürbare, was dabei passiert: sie werden schneller. Oder andersrum die Schaltflanken weren steiler, sie produzieren mehr Störstrahlung bzw. Überschwinger.
Womit versorgst du das Ding? Wie stabil ist diese Versorgung? Hast du da
schon mal gemessen oder wenigstens was anderes probiert?
Unterschiedlich. Ich hatte die hier gar nicht betrieben und nur hingestellt. Dann 5V vom PC USB genommen (genauso wie daheim) und schwups es ging nichts mehr.
Die 5V vom PC sind alles Andere als sauber. Nimm mal ein externes Netzteil und versorge es damit. Je nachdem wie deine geheime Schaltung aussieht, kann das dir schonmal ein paar Led zerschießen. Das liegt dann aber nicht an der Kälte, sondern an der 5V Versorung aus dem PC...
Wenn es, wie vermutet, wirklich am Timing liegt, ist es egal, ob die Kälte gut oder schlecht ist. Das Timing ändert sich bei Sender und Empfänger unterschiedlich und ab einer gewissen Temperatur fällt irgendeine Flanke aus dem vom Empfänger tolerierten Zeitfenster.
Wenn es, wie vermutet, wirklich am Timing liegt, ist es egal, ob die
Kälte gut oder schlecht ist. Das Timing ändert sich bei Sender und
Empfänger unterschiedlich und ab einer gewissen Temperatur fällt
irgendeine Flanke aus dem vom Empfänger tolerierten Zeitfenster.
Ingo Less schrieb:
Das liegt dann
aber nicht an der Kälte, sondern an der 5V Versorung aus dem PC...
Oder am fehlenden Widerstand in der Datenleitung zur ersten
LED-Controller.
Ich hatte da eher vermutet, dass das Problem nicht von der Kälte (und potentiell steileren Flanken) kommt. Denn solche Effekte sind meist reversibel: warm machen behebt den Fehler. Und es betrifft ja eben nicht nur die erste LED, sondern das passiert auch mittendrin, wie
Uhrenfan schrieb im Beitrag #7332578:
dass ab einer fehlerhaften Stelle die Farben nicht mehr korrkt übertragen
werden.
Und diese mittige Verbindung zwischen 2 LEDs sollte der Hersteller laut mit seiner eigenen Spec (-25°C...80°C) dann schon getestet haben.
Wenn du Ahnung davon hättest, wüsstest du, dass das eine beliebte
Fehlerquelle ist.
Wenn du eine Ahnung davon hättest (und wir statt von Wissen auszugehen schon mit Ahnungen mutmaßen müssen), dann wüsstest du, dass die Fehlerquelle "fehlende GND-Verbindung" eben in >99% der Fälle NICHT temperatur- oder ortsabhängig ist.
Ich habe eine Wortuhr für meinen Schwiegervater gebaut.
Noch nie konnte der den Schwiegersohn leiden, seine Tochter soll ruhig sehen, was sie da für einen Stümper zum Manne genommen hat. Diese verfrorene Memme, die "ihm" den Schimmel im Haus nicht gönnt. Dieser elende Besserwisser, der usw., usw.
Schwiegerpapa hatte für seine Tochter schon immer einen anderen gehabt, jetzt muss er sogar Heizung sparen, weil der Schwiegersohn so ein nerdiger Bastler ist, der kein Geld nach Hause bringt.
Hoffentlich lässt sich die Tochter bald scheiden, dann kann er den Bastelkram endlich wegschmeissen.
Hier ist in der kalten Bude meines Schwiegervaters, wo sie jetzt liegt.
Bei mir ist zu Hause bei mir.
Obwohl sich also ausführlich über die Familien- und Verwandtschaftsverhältnisse auseinandergesetzt wurde, haben andere das Falsche leichtfertig übernommen:
In seinem Haus herrschen im Winter im Schnitt Temperaturen von 10 bis
14 Grad, weil er sich weigert die Heizung an zu machen.
Wie schon gesag..., gelästert: "Die" haben ganz andere Probleme, "renitent" lautet die Vokabel.
Die WS.... kriegen dann eine PTC-Widerstandsheizung drangetüddelt und dem USB-Teilnetzteil im PC, das die Heizung dann mitversorgen muss, wirds auch endlich schön warm. Alle glücklich.
dass die
Fehlerquelle "fehlende GND-Verbindung" eben in >99% der Fälle NICHT
temperatur- oder ortsabhängig ist
Wer grundsätzlich etwas ausschliesst, sollte von Elekronik, insbesondere von der Fehlersuche, die Finger lassen. Na gut, ein knappes Prozent hast du dir ja noch offen gelassen.
Glaube ich nicht; ich tippe auf die Speisung, welche bei Lastwechsel Überschwinger in Form von Überspannung produziert und die schwächste LED in der Kette dann verbrutzelt.