Rifa Kondensator geplatzt

Gast #7335067
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Hallo zusammen,

mir ist bei einer Heizplatte scheinbar ein Kondensator geplatzt. Es hat gezischt und geraucht - und beim aufschrauben kam das zu Tage, was auf den Bildern zu sehen ist.

In der Hoffnung, das das der einzige Schaden ist, schaue ich gerade nach einem Ersatz - allerdings erfolglos. Ein Gesamtbild habe ich auch einmal angehängt. Der Kondensatorhersteller existiert - soweit ich sehe - nicht mehr. Und bei Alternativen bin ich mir unsicher, ob es die passenden sind.

Oben auf dem Kondensator ist zu lesen 0,1µF 100+ 100 Ω x2

Auf der Vorderseite ist vor dem "Loch" noch Rifa PMR 40/0 RC zu erkennen.

Habt Ihr einen Tipp, wo man dafür einen Ersatz bekommen könnte?

Angehängte Dateien:
Gast #7335082
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RIFA-Entstörkondensatoren aus dieser Zeit (80er-frühe 90er) sind für dieses Verhalten bekannt. Die bekommen alle irgendwann Risse und ziehen Wasser und versagen dann mit Rauch und Gestank. Besonders lustig wenn sie in einem in die Kaltgerätebuchse integrierten Netzfilter stecken.

Einfach austauschen, die PMR Serie (Snubber mit internem 100Ohm Widerstand) gibt es noch von KEMET. Den 100nF X2 hintendran gleich mittauschen, der ist sonst als nächster reif.

https://content.kemet.com/datasheets/KEM_F3024_PMR205.pdf

https://www.conrad.de/de/p/kemet-pmr209mc6100m100r30-entstoer-kondensator-pmr-radial-bedrahtet-0-1-f-250-v-ac-630-v-dc-20-1-st-454683.html

(Alles ohne Gewähr..)

Gruß, Christian

#7335095
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Ted schrieb:

Oben auf dem Kondensator ist zu lesen 0,1µF 100+ 100 Ω x2

Das ist normal, dass die nach einiger Zeit Risse bekommen, Feuchtigkeit ziehen, und dann in Rauch aufgehen.

Dies ist eine besondere Kombination aus X2 Kondensator und 100 Ohm Widerstand in Reihe.

Am einfachsten beschaffbar inEinzelteilen und selbst zusammenlöten.

https://www.pollin.de/p/entstoerkondensator-100nf-275v-201115

https://www.reichelt.de/widerstand-metalloxidschicht-100-ohm-0414-2-w-5--2w-metall-100-p2312.html

denn die Kombination ist schwer beschaffbar

https://www.tme.eu/pl/details/rc-100n_100r/filtry-przeciwzakloceniowe-tht/miflex/v04eu410kada/

#7335150
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Michael B. schrieb:

Am einfachsten beschaffbar inEinzelteilen und selbst zusammenlöten.

https://www.pollin.de/p/entstoerkondensator-100nf-275v-201115

https://www.reichelt.de/widerstand-metalloxidschicht-100-ohm-0414-2-w-5--2w-metall-100-p2312.html

denn die Kombination ist schwer beschaffbar

Mit deinem Tipp erweist du ihm einen Bärendienst. Wenn der neue Kondensator sich irgendwann genauso verabschieden sollte, hängt die Notabschaltung, also das definierte Unerbrechen durch Abbrennen am 100 Ohm iderstand. dafür ist ein MOX (Metall-Oxid)R denkbar ungeeignet, denn das Oxid kann nicht abbrennen, sondern glüht lustig, wie ein Heizelement vor sich hin und erhöht, bedingt durch die Temperatur, nur seinen Widerstand. Irgendwann, mit viel Glück, lötet sich der Widerstand von selbst aus, oder der Nutzer schaltet das Gerät wegen Gestank aus. Mit etwas Pech ist danach die Leiterplatte verkohlt und unbrauchbar für eine weitere Reparatur. Der 100 Ohm iderstand sollte idealerweise ein Sicherungswiderstand sein. Notfalls geht auch Kohleschicht, die brennen auch gut ab.

#7335163
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Gerald B. schrieb:

Mit deinem Tipp erweist

Ich habe absichtlich den MOX gewählt, weil er höhere Impulsbelastbarkeit verträgt als Metallfilm und gegen Überspannung robuster ist.

Sicherungswiderstände habe ich in Snubbern noch nie gesehen, aber du kannst mir gerne zeigen, wo das nun zum Stand der Technik erklärt wird.

Ansonsten ordne ich deinen Beitrag unter FUD ein.

#7335211
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Gerald B. schrieb:

Mit deinem Tipp erweist du ihm einen Bärendienst. Wenn der neue Kondensator sich irgendwann genauso verabschieden sollte,

Normalerweise sollten X2-Kondensatoren von sich aus gegen eine solche "Verabschiedung" geschützt sein. das es manchmal auch eine schlechte Serie wie den obigen C gibt, zeigt nur das nach wie vor gilt: "Ausnahmen bestätigen die Regel".

Gast #7348447
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Vielen lieben Dank an alle für die Infos und Tipps. Kein Grund sich zu streiten ;) - ich bin für jeden Hilfe dankbar - meine Kenntnisse auf dem Gebiet sind arg rostig und eher nur gute Grundlagen - nicht tiefergehend. Aber ich plane doch eher beim vorhandenen Aufbau zu bleiben.

Daher - da ich ein wenig unsicher bin noch einmal die Frage - da ich gerade eine ganze Weile auf der Kemet Seite geschaut habe - und es da teils mehrere Treffe gibt, die sich (soweit ich sehe) nicht unterscheide:

Die beiden Kondensatoren die ich holen würde sind:

PMR209MC6100M100R30 (ersatz für den geplatzten Rifa PMR (0,1µF + 100 Ω x2, 250V) Datenblatt: https://connect.kemet.com:7667/gateway/IntelliData-ComponentDocumentation/1.0/download/datasheet/P409CE104M250AH101.pdf

PME271M610MR30 (Ersatz für den (noch) heilen) PME 271 M ; 40/085/65 ; 0,1µF, 250V) Datenblatt: https://connect.kemet.com:7667/gateway/IntelliData-ComponentDocumentation/1.0/download/datasheet/P276CE104M275A.pdf

Beide von einem Händler habe ich nur bei Ebay (Dariusgmbh) oder Mouser gefunden.

Lieg ich mit den beiden richtig? Oder richtig falsch?

(Firma: LMU München) #7350746
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Hab das selbe Problem. Ebenfalls PMR und 100nF, 100Ω; jedoch aus der Serie 2026. Bild ist angehängt.

Bei mir hat es gleich dreimal geknallt, bevor mein Reflowofen zu dampfen angefangen hat, vermutlich hat es alle drei RC-Glieder zerstört.

Ist es sinnvoll, diese auch mit der X2-Variante aus der PMR205-Serie auszutauschen?

Oder doch lieber auf Selbstbau mit externen Widerständen gehen? (Kohleschichtwiderstände hab ich eh noch zu tausenden auf Lager, die entsprechenden MP-Kondensatoren müsste man besorgen...)

Angehängte Dateien:
(Firma: LMU München) #7350781
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Meh Pinabstand passt nicht 😐 P409CE104M250(1)H101 PMR209MC6100M100(1) hat einen Pinabstand von 20,1mm; die Dinger bei mir haben eher so einen Abstand zwischen 23 und 24mm...

Wird dann wohl ein wenig Gebiege. Die Leiterplatte will ich dafür ungern modifizieren (also neues Loch bohren, halbscharig wieder mit ehem. Leiterbahn verbinden, etc.), weil das auf Kosten der Stabilität des Bauteils geht. - an den Stellen ist keine Kupferlage mehr vorhanden, wodurch die Lötung quasi in der Luft schwebt.)

(Firma: LMU München) #7350796
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Martin L. schrieb:

Fabian E. schrieb:

Ist es sinnvoll, diese auch mit der X2-Variante aus der PMR205-Serie auszutauschen?

Nein!

Gibt's die in verschiedenen Varianten?

https://connect.kemet.com:7667/gateway/IntelliData-ComponentDocumentation/1.0/download/datasheet/P409CE104M250AH101.pdf

Hier(S.4) wird die PMR205M-Serie für 250VAC/630VDC-Anwendungen empfohlen.

(Firma: LMU München) #7350815
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🤦🏻‍♂️Uff, ich meinte natürlich die P409er/PMR209er-Reihe.

Vielleicht sollte ich das Bestellen auf Morgen verschieben, der Dampf der Kondensatoren ist wohl auf Dauer nicht ganz so geil.

Ich würde es jedenfalls mit diesem Produkt probieren.

https://eu.mouser.com/ProductDetail/KEMET/P409CE104M275AH101?qs=Ad%252Bh9aq9FyWPrJu1H%252B3c6A%3D%3D

#7418728
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Eine Rückmeldung - falls mal jemand zufälligerweise dasselbe mit dem selben Gerät hat: die beschriebenen Ersatzteile funktionieren.

Beide Kondensatoren sind getauscht und das Gerät läuft wieder. Besten Dank für die Hilfe.

Einziger "Fehler" den ich gemacht habe - ich habe nicht exakt den Abstand der Kondensatorbeine gemessen, wodurch bei einen der beiden 1-2mm zu geringer Abstand ist und ich ihn nicht komplett "versenken" kann und er die Beine etwas breit machen muss. No pun intended.

Aber im wieder zusammengeschraubten Zustand sieht man das eh nicht.

Danke noch einmal an alle hier.

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