Wärmeleitkleber für Temperatursensoren?

Gast #7341620
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Kann jemand Wärmeleitkleber für Temperatursensoren empfehlen, mindestens bis 150°C einsetzbar, mit hoher Wärmeleitfähigkeit (gefüllt mit Aluminium-Oxid o.ä.)? Er sollte auf Spritzen in Portionen von 0,5g aufteilbar sein, damit eine Portion nicht mehr als 5€ kostet.

  • Früher habe ich das 2K-Expoxy "Arctic Silver Alumina" genommen, aber das ist vom Markt genommen worden. Angeblich >4.5 W/mK (glaube ich zwar nicht, aber war ok).

  • Dann MG Chemicals 8329TCM 50ML, auch ein 2K-Epoxy. 1.4 W/(m·K). Der einzige mir bekannte EU-Distributor hat mir aber zuletzt extrem überalterten Kleber geliefert und ich kenne keinen anderen Lieferanten. Mouser liefert beispielsweise nicht nach Germany (Gefahrgut). Woher nehmen?

  • Auf aliexpress finde ich Thermal Conductive Heatsink (1K). Wird auch gerne mal als "heatsink plaster" bezeichnet. Aber nur 0.67W/m*K.

#7342770
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Max schrieb:

Kann jemand Wärmeleitkleber für Temperatursensoren empfehlen, mindestens bis 150°C einsetzbar, mit hoher Wärmeleitfähigkeit (gefüllt mit Aluminium-Oxid o.ä.)? Er sollte auf Spritzen in Portionen von 0,5g aufteilbar sein, damit eine Portion nicht mehr als 5€ kostet.

  • Früher habe ich das 2K-Expoxy "Arctic Silver Alumina" genommen, aber das ist vom Markt genommen worden. Angeblich >4.5 W/mK (glaube ich zwar nicht, aber war ok).

  • Dann MG Chemicals 8329TCM 50ML, auch ein 2K-Epoxy. 1.4 W/(m·K). Der einzige mir bekannte EU-Distributor hat mir aber zuletzt extrem überalterten Kleber geliefert und ich kenne keinen anderen Lieferanten. Mouser liefert beispielsweise nicht nach Germany (Gefahrgut). Woher nehmen?

  • Auf aliexpress finde ich Thermal Conductive Heatsink (1K). Wird auch gerne mal als "heatsink plaster" bezeichnet. Aber nur 0.67W/m*K.

Max, bitte rechne mal nach, wieviel der Unterschied 0,67W/mK zu 4,5W/mK bei 0,1mm Spalt ausmachen soll. Bei Temperatursensoren wird doch keine LEISTUNG übertragen. Eine bessere thermische Kopplung verbessert allenfalls die Ansprechgeschwindigkeit. Hast du schon einmal ein "schlechteres" Produkt versucht?

In neuen und reparierten Akkublöcken bringe ich den/die NTC mit schnödem Acryl an, funktioniert seit vielen Jahren ohne Probleme.

#7343796
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JB-Weld? Gibt zwar vom Hersteller keine Spezifikation zur Wärmeleitfähigkeit aber hier hat jemand 7.47 W/(m*K) gemessen, sollte also definitiv ausreichen:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214157X17301156

Temperaturbeständig ist das Zeug auch. Gibt es allerdings nur in Tuben und ist relativ zähflüssig, Aufteilen in Spritzen könnte also schwierig werden. Aber pro Packung zahlt man bei Reichelt 5.99€, ist also auch nicht so weit von der 5€ Zielmarke entfernt.

Ansonsten schadet es auch nicht, einfach mal zu testen ob man wirklich einen signifikanten Unterschied merkt zu einem Standard-Kleber ohne besondere Wärmeleitfähigkeit.

Rechnen ist auch eine Option, also einfach den Sensor wiegen und die spezifische Wärmekapazität schätzen, dann kann man die Wärmekapazität des Sensors in J/K ausrechnen. Dann anhand von Wärmeleitfähigkeit, Fläche und Schichtdicke des Klebers den thermischen Widerstand (in K/W) berechnen und die beiden Werte multiplizieren, das ergibt dann die Zeitkonstante. Wenn das deutlich schneller ist als die zu messenden Temperaturänderung dann ist der Kleber gut genug.

#7343834
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Thomas R. schrieb:

Max, bitte rechne mal nach, wieviel der Unterschied 0,67W/mK zu 4,5W/mK bei 0,1mm Spalt ausmachen soll. Bei Temperatursensoren wird doch keine LEISTUNG übertragen.

Wenn der geklebte Sensor in Luft ist, mißt er die Hälfte der Temperaturdifferenz von innen nach außen. Da wird dann schon Leistung übertragen. Wenn die Messtelle gut isoliert wird, bin ich bei dir. Zur Frage des TO: Wir verwenden hier Fischer WLK DK 10. Ist aber teuer...

#7344907
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Max schrieb:

JB-Weld: Danke für den Tip, probiere ich mal aus. Selber anrühren kann ich nicht (Sicherheitsdatenblatt erforderlich).

Wenn Du dann noch eine daraus abgeleitete Gefährdungsbeurteilung und Umgangserlaubnis, wie es bei uns im Betrieb erforderlich wäre, benötigst, wirst Du mit dem Kleben die nächsten Wochen noch nicht fertig wenn Du nicht einfach einen vorhandenen Kleber nimmst und, falls unbedingt erforderlich, einen Schaumstoffstreifen darauf anbringst.

Bedenke: der Kleber, wenn der Sensor im Kleber eingebracht ist isoliert auch nach außen gegen die umgebende Luft. Ich habe mal mit Pattex Stabilit kleine PT100 Sensoren aus Keramik auf Kühlkörpern aufgeklebt und gleich auch noch die Anschlussdrähte damit fixiert. Da war zwischen Sensor und Alu nur ein minimalster Kleberspalt während auf dem Sensor noch 1mm Klebstoff drauf war. Wer Mag darf den Energieverlust bei 3x2mm Sensorfläche und 70° Temperaturunterschied zur Luft ausrechnen... Achja, das Sensormaterial war auf der dem Alu abgewanten Seite aufgebracht.

Hier im Forum verkaufte mal einer PT100 Sensoren die auf einem Alusubstrat aufgebracht waren. Vielleicht lassen sich diese auch noch irgendwo auftreiben.

Gast #7345016
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der Kleber, wenn der Sensor im Kleber eingebracht ist isoliert auch nach außen gegen die umgebende Luft

Ich denke das wird bei meinem Anwendungsfeld nicht nötig sein. Es geht um Klebungen an Metall. Die Wärmeleitfähigkeit des Metalls ist mehere tausend mal höher als die von Luft. Die Temperatur sollte dann doch auch bei einem nicht eingepackten Semsor praktisch ausschliesslich von der Klebestelle bestimmt sein? Es geht um zu messende Temperaturen ab etwa 80 Grad.

Gast #7345412
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Ja, der hält max. 90°C mit ein paar Sekunden aus. Aber der Wärmeleitkleber braucht bei Raumtemperatur mindestens zwei Stunden bis er fest ist, dass die Sensoren nicht verrutschen. Wenn ich einen Aufbau mit 10 Sensoren mache, ist das eine ziemlich zeitsparende "Zwei Klebermethode".

Gast #7346262
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Max schrieb:

Kann jemand Wärmeleitkleber für Temperatursensoren empfehlen, mindestens bis 150°C einsetzbar, mit hoher Wärmeleitfähigkeit (gefüllt mit Aluminium-Oxid o.ä.)?

Wieviel Luftspalt musst du dabei überbrücken oder anders gefragt, warum ist die Wärmeleitfähigkeit ein Thema?

Gast #7351675
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Gunnar F. schrieb:

Wenn der geklebte Sensor in Luft ist, mißt er die Hälfte der Temperaturdifferenz von innen nach außen.

Was ist ein "geklebte Sensor in Luft". Ein bisschen Isolation kann da bestimmt nicht schaden. Bei Rohren, die von heißem Medium durchströmt werden, gibt es auch innerhalb des Rohres schon ein deutliches Temperaturprofil.

Auf welchem Temperaturpotential liegen die Anschlüsse? Über die kann relativ viel Wärme fließen.

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