Gleichrichterdiode vom Schweißgerät defekt

OP #7346688
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Hallo,

ich habe das Schweißgerät Kempomig 3500s von Kempi. Eine Gleichrichterdiode ist defekt. Die Diode hat die Bezeichnung 9750145 9127. Leider finde ich solche Diode nicht. Eventuell hat hier ja jemand das gleiche Schweißgerät und kann mir sagen welche Diode ich dafür nehmen kann. Sollte ich gleich alle Dioden tauschen ?

Gruß Jörg

#7347019
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Kannst du mal Maße angeben, damit man auf ein Gehäuse rückschließen kann? Insbesondere das Gewinde. Dann laut Foto Katode am Gehäuse. Lassen sich Rückschlüsse auf den nötigen Strom ziehen? Bei TME wird man sicherlich fündig: https://www.tme.eu/de/katalog/universaldioden-mit-schraubverbindung_112792/ Allerdings müßte man dazu die parametrische Suche noch etwas eingrenzen

OP #7357324
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Die von Udo vorgeschlagene Diode ist eine Siliziumdiode. Bei dem Schweißgerät sind alles Germaniumdioden eingebaut. Kann ich die defekte Germaniumdiode durch eine Siliziumdiode ersetzen ? Wenn ja, die vorgeschlagene Diode hat ein M6 Gewinde. Ich brauche die Diode mit 1/4 Zollgewinde. Kann die aber bei rs nicht finden. Telefonisch konnten oder wollten die mir bei rs-online nicht helfen. Könnte mir da einer helfen ?

Vielen Dank !

Gruß Jörg

OP #7357583
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Vor dem prüfen habe ich an zwei weiteren Dioden die Kabel entfernt. An beiden Dioden habe ich 0,3 Volt gemessen. An der defekten Diode an der sich das Kabel selbst gelöst hatte konnte ich nichts messen. Aufgrund des gemessenen Wertes bin ich davon ausgegangen daß es Germanium Dioden sind.

#7357674
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Laut Typenschild ist das ein Inverterschweissgerät. https://img.ebay-kleinanzeigen.de/api/v1/prod-ads/images/1b/1b8b38fa-c858-49a5-ab04-a29aa5462afd?rule=$_59.JPG Wegen der hohen Frequenz sind da Schottky Dioden drin, weil normale Sperrschicht Dioden zu langsam sind und heiss würden.

Volker S. schrieb:

Vielleicht sollte man den kompletten Gleichrichter tauschen.

Bin sehr dafür.
Vor einer Bestellung auch mal prüfen, ob die Leistungstransistoren den Unfall überlebt haben.

(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #7357760
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In dem Gerät sind offenbar vier Dioden parallelgeschaltet, und nur die Zuleitungen dienen als "Symmetrierwiderstände". Deswegen müssen unbedingt alle vier Dioden getauscht werden, und zwar mit exakt demselben Typ aus demselben Fertigungslos. Ansonsten wird die beste Diode das Rennen sehr schnell gewinnen und wieder durchbrennen.

#7357838
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Ds ist schon ein Invertergerät. Der Trafo ist für ein 350A Gerät viel zu klein und die frühen hatten teilweise noch Eisendrosseln. So auch mein Elektrodeninverter. Die Dioden sind, zumindest bei MiG/MAG-Geräten, möglich, ziemlich Sicher Schottkys. Diese dürften auch eher nicht kaputt sein.

OP #7361896
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Ich habe alle 4 Dioden erneuert. Eine war defekt. Habe die von Udo S. vorgeschlagenen Dioden 40 A/ 600 V eingebaut.Der Tip von H.Hinz die 70 A/ 600V zu nehmen kam erst nachdem ich die anderen schon bestellt hatte. Das Schweißgerät funktioniert wieder. Ich hatte mit einem Folgeschäden gerechnet, aber zum Glück war es nicht so. Danke an alle hier, für die Hilfe. Ohne euch hätte ich es nicht hinbekommen.

Gruß, Jörg.

#7616657
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Dann habe ich ein anderes Krankheitsbild. Ich kann noch schweißen, allerdings sehen die Nähte nicht mehr annähernd so gut aus. Außerdem spritzt es viel mehr. Und ich muß mit deutlich höheren Einstellungen (Strom und Drahtvorschub) schweißen um halbwegs brauchbare Nähte zu bekommen. Meine Stromversorgung habe ich kontrolliert, auch bei Vollast hat jede Phase zur anderen über 395 Volt und es floßen symmetrisch knapp 20 Ampere durch alle drei Phasen.

#7616899
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Luigi M. schrieb:

Man sieht schon eine gewisse Welligkeit, ich kann nur nicht Rückschlüsse ziehen da ich nicht weiß, wie "glatt" das sein sollte.

Ist diese Welligkeit über 6 aufeinanderfolgende "Wellen zu sehen? Wie sieht das unter Last aus?

Die allermeisten Fälle von "schweißt schlecht" sind auf defekte Gleichrichter zurückzuführen. Natürlich könnte auch der Trafo mal defekt sein oder in ganz ganz seltenen Fällen auch mal die Drossel.

#7616920
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Diese "Welligkeit" ist ja eigentlich mehr ein Sägezahn. Der Verhält sich sehr gleichmässig. Der Sägezahn hat eine Länge von 2,3333 Millisekunden, siehe Oszilloskopbild oben und nochmal hier mit anderer time base. Damit ergibt sich eine Frequenz von knapp 430 Hz. Mit den 6 aufeinanderfolgenden Wellen eines gleichgerichtetem Drehstroms hat das meiner Logik nach nichts mehr zu tun, ich sehe hier die Frequenz nach dem Inverter. Trotzdem stellt sich mir die Frage, ob da vielleicht etwas zuviel Wechselstromanteil im Gleichstrom ist? Habe nur leider keine Ahnung, wie das Osszi Bild bei einem Inverter Schweißgerät auszusehen hat.

Danke schonmal für die Konversation, Grüße Luggi

Angehängte Dateien:
#7616941
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H. H. schrieb:

Dann wärs doch besser nicht die Leerlaufspannung, sondern den Strom unter Last zu messen.

Ja, das ist bestimmt auch interessant. Mach ich morgen. Kann im Zweifelsfall eigentlich nur schlimmer werden. Wobei ich mir das Osszi Bild nicht mit einer defekten Gleichrichterdiode erklären kann. Werde mir das trotzdem morgen unter Last ansehen, Bild folgt

#7617063
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430Hz wären für einen Inverter eigentlich auch wieder viel zu wenig. Ich hatte, angesichts der im Netz vorgefundenen Bilder eher auf ein Eisenschwein mit herkömmlichem Gleichrichter getippt. Da würde aber auch der Sägezahn eher nicht passen. Es sei denn, dass ein Elkopaket mit verbaut ist welches durch Entladewiderstände flott entladen wird. Aber dann bleiben immer noch die 430Hz...

#7617110
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Danke für eure Gedankenanstöße!

Ob das ein Inverter der ersten Generation ist? Vom Gewicht her ist das nämlich schon eher ein Eisenschwein, aber eine Periodendauer von 2,3333 Millisekunden lässt mich darauf schließen, dass das ein Inverter sein muss. Ich werde das morgen nochmal genau ansehen, eventuell sollte der Sägezahn besser geglättet sein? Ich seh mal nach ob ich da Elkos finde, die eventuell nicht mehr tun. Oder ein Kabel abgegangen ist. Das Problem entstand nämlich wirklich von einem Tag zum anderen.

PS: Von Strom habe ich schon ein wenig Ahnung und auch diverse Messgeräte. Mit Schweißgeräten habe ich mich nur noch nie beschäftigt, das war mit dem Kempomig 3500 bis jetzt eben noch nie nötig.

#7903981
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ein Inverter hat einen sehr kleinen Trafo der eben nicht mit 50Hz sondern im 2stelligen kHz Bereich und darüber arbeitet.

es gab Schweißgeräte z.B. Elektra Beckum 230/60 Profiline, die keinen mechanischen Stufenschalter hatten, diese machen nach der Gleichrichtung und Glättung eine Leistungsstellung/regelung per PWM. Weiß nicht ob die nur eine feste PWM ausgeben haben oder evtl. sogar eine Regelschleife hatten. Aufjedenfall war erst ein normaler Trafo, dann Gleichrichtug und Glättung und nach der PWM noch eine Drossel damit der Strom durch die PWM nicht so zappelt.

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