Forum: Offtopic Wie die Halbleitertechnik die DDR ruiniert hat


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von Percy N. (vox_bovi)


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Rainer Z. schrieb:
> Die Sozialisten konnten durchaus gute Autos bauen, wenn sie nur durften.

Böse Menschen ahnen eine gewisse technische Ähnlichkeit zu DKW und BMW.

von Percy N. (vox_bovi)


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Rainer Z. schrieb:
> Meine Kettensäge mit Ein-Zylinder/Zwei-Takt-Motor knattert ganz lustig
> und begeistert meine Nachbarn, wenn sie in Betrieb ist.

Prinzipbedingt benötigt der Motor die scheingenfe yLuftsäule im 
Abgasstrsng zum Gaswechsel, man kann also nicht nach Belieben dämpfen, 
ohne Leistung zu verlieren. Deshalb klappt bei 2-Taktern auch die Nummer 
mit der Kartoffel im Auspuff.

von Gerald B. (gerald_b)


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Uwe D. schrieb:
> Jedes moderne Produkt kam aus dem Westen, um im besten Fall nachgebaut
> zu werden.
> Beispiel:
> U880 -> Kopie des Z80
> U 80701 -> Kopie des VAX78032
> …
Beim Kopieren wurden aber auch Bugs ausgemerzt, bzw. zuweilen auch 
zusätzliche Funktionen eingebaut.
Z.B. wurde beim U880 ein Bug beseitigt, der beim Z80 vohanden war.
Der A277 eretzte den UAA170 und UAA180 von Siemens. der UAA170 war für 
12 LEDs im Punktbetrieb, der UAA180 war für Bandbetrieb. der A277 konnte 
beides.
Der D345, 346, 347 und 348 basierten auf dem CA3161, der bei den 
Pseudotetraeden - und E für den dazu passenden AD-wandler lieferte. 
Durch Anpassung einer Metallage wuden dann 2 Abkömmlinge mit A-F 
geschaffen.
Es war nicht nur ein stumpfes Kopieren ;-)

>
>> Robotron war dann wohl für Konsumer-Technik zuständig, also den
>> KonsumGüter-Markt, in Arnstadt wurde die ATZ65/66 (Tel.Zentrale) für
> Wie die Bezeichnung verrät: Technik aus den 60ern. 20 Jahre hinter der
> Zeit…

Auch hier wird zu sehr pauschalisiert. Die DDR hat durchaus in den 80ern 
gute Vermittlungstechnik gebaut. Geh mal in Dresden, Nähe Postplatz, ins 
Fernmeldemuseum, wenn es mal geöffnet ist (wird von einem Verein 
betrieben). Kurz vor der Wende wurde da sogar digitale 
Vermittlungstechnik eingeführt, die aber nach der Wende wieder rausflog, 
weil man keine doppelte Lagerhaltung für Ersatzteile wollte. Wir haben 
Vermittlunstechnik in Entwicklungsländer exportiert. Die Mengen, die 
hornalte Relaistechnik in der DDR zu ersetzen, hatten wir schlicht und 
ergreifend nicht.

von Old (Gast)


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Uwe D. schrieb:
> Unwichtig schrieb:
>> Uwe D. schrieb:
>
>
>> Für das bischen Krümelzeugs wie Bildröhren aus Japan für die letzte
>> Generation Farb-TV´s, wo ein Werk dazu > YYY gebaut wurde
>>> Samsung hatte ja in Tschernitz, bei Spremberg, ein Bildröhrenwerk
>>> errichtet. Das ging kurz vor der Wende in Betrieb.
>> Mit solchen Aktionen ggn. Ende der DDR wurde die DDR-Wirtschaft kaputt
>> gemacht.
>
> Allein schon die Herstellung des Halsansatzrohres aus Bleiglas für die
> Elektronenkanone oder das notwendige Bleilot…
>

Die DDR hatte Ende der 50er bis Anfang der 60er im WF Berlin die 
international erste Rechteck-Farbbildröhre B43G4C in Vollglastechnologie 
bis zur serienreife entwickelt.

Unwichtig schrieb:
> Old (old_newcomer) 27.02.2023 07:08
>>
>> Als Jung-Ingenieur in der DDR hab ich was für eine ....
> Ja und, die Fragestellung war aber eine ganz andere. Einsatz von Devisen
> zum Kauf von spez. Technik aus dem NSW um damit in der DDR die
> Produktion u. Wirtschaft zu betreiben, oder nicht?
> Das was du beschreibst waren Kleinprojekte um Devisen erst mal zu
> beschaffen. Der gesamte Energie-Komplex der BK-Tagebaue oder
> KohleKraftwerke wäre mal ein Bsp. gewesen.
> Oder der Schwermaschinenbau SKET in MD.
>

Aha, du weißt oder glaubst also zu wissen, dass ich an „Kleinprojekten“ 
gearbeitet hatte. Nö, dem ist nicht so gewesen. Die mit der 
Ultraschall-Schweißmaschine und den Polyurethan-Schäummaschinen 
gefertigten Produkte waren weltweit einzigartig, weshalb wir (war ich ja 
nicht alleine) u.a. für die Ultraschall-Schweißmaschine eine neue/eigene 
Steuerung mit wesentlich längeren Schweiß- und Haltezeiten entwickeln 
mussten. Damit wurden sogenannte Dachlüfter (industrielle Lüfter in 
Vollplastik, die aggressive Medien korrosionsfrei absaugen konnten und 
direkt an Plastik-Absaugrohre mit 315…630mm Durchmesser angeflanscht 
wurden) gefertigt. Die Brotbackmaschinen waren dann Automaten für 
Großbäckereien im In- und weltweiten Ausland. Die HP9830/45 wurden in 
der Konstruktion und Fertigungstechnologie für die Fertigung von 
weltweit einzigartigen Schleifmaschinen für große Zahnräder, wie sie 
z.B. weltweit in Schiffsantrieben verwendet wurden, in Verbindung mit 
irgend einem UNIX-Großrechner aus dem Westen (welches Modell kann ich 
nicht sagen, das war streng geheim die Räumlichkeiten durften nur 
„zuverlässige“ Mitarbeiter betreten) verwendet.

von Uwe D. (monkye)


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Mal wieder zurück zum Ursprungsthema. Wer keine Lust hat über 200 Seiten 
zur „Statistik“ in der DDR zu lesen, bekommt mit der Suchfunktion und so 
Stichworten wie „Mikroelektronik“. 
(https://enquete-online.de/pdf?pdf=wp12b2_3_409-629)

In dem Dokument sind auch verschiedene Dokumente der DDR Regierung 
aufgeführt, die sich mit dem Thema befassen. Es ist ja leider sehr 
umständlich, über die deutsche Nationalbibliothek zu suchen.

BTW, eines der Hauptursachen des (wirtschaftlichen) Scheiterns waren die 
fehlenden Partner, die sich an den Kosten beteiligten.
Erinnert mich fatal an die Ankündigung von RUS, die Chipfertigung selbst 
in die Hand zu nehmen. 
(https://www.golem.de/news/chip-technologie-russland-will-eigene-7-nm-produktion-aufbauen-2210-169162.html)

von Uwe D. (monkye)


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Gerald B. schrieb:
> Uwe D. schrieb:
>>> KonsumGüter-Markt, in Arnstadt wurde die ATZ65/66 (Tel.Zentrale) für
>> Wie die Bezeichnung verrät: Technik aus den 60ern. 20 Jahre hinter der
>> Zeit…
> Auch hier wird zu sehr pauschalisiert. Die DDR hat durchaus in den 80ern
> gute Vermittlungstechnik gebaut. Geh mal in Dresden, Nähe Postplatz, ins

Also ich habe ab 1984 bei Ruhig-Faul-Träge (RFT) im VEB Kombinat 
Fernmeldeelektronik Leipzig, BT Dresden gearbeitet. Und ich weiß auch 
was Koordinatenschalter sind.

Und ich will nicht die tätigen Menschen schlecht machen, es ging mir um 
den technologischen Abstand zum Westen.

von (prx) A. K. (prx)


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Uwe D. schrieb:
> BTW, eines der Hauptursachen des (wirtschaftlichen) Scheiterns waren die
> fehlenden Partner, die sich an den Kosten beteiligten.

Nicht nur die Partner, sondern auch die späteren Kunden. Je neuer die 
Fabrikationstechnik, desto höher die Vorab-Investitionen. Wenn das 
anschliessend nicht auf eine entsprechende Menge an Kunden umgelegt 
werden kann, sind die Stückkosten immens hoch - und bleiben es.

> Erinnert mich fatal an die Ankündigung von RUS, die Chipfertigung selbst
> in die Hand zu nehmen.

Eine Geldvernichtungmaschine, selbst wenn sie es schaffen. Es gibt 
Gründe, weshalb es weltweit nur sehr wenige Hersteller gibt, die das 
überhaupt noch anstreben.

: Bearbeitet durch User
von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Old schrieb:
> Die DDR hatte Ende der 50er bis Anfang der 60er im WF Berlin die
> international erste Rechteck-Farbbildröhre B43G4C in Vollglastechnologie
> bis zur serienreife entwickelt.

Aha. Und warum wurde sie nicht in DDR-Farbfernseher eingebaut? Laut 
dieses Artikels wurden Ende der 60er Jahre - also 10 Jahre später - 
westdeutsche und japanische Bildröhren in RFT-Geräte eingebaut, weil die 
russischen Bildröhren Sch... waren.

https://www.funkamateur.de/nachrichtendetails/items/50-jahre-farb-tv-ddr.html

War die B43G4C nicht eher ein Propaganda-Coup von Walter Ulbricht & Co?

von Thomas U. (charley10)


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(prx) A. K. schrieb:
> Uwe D. schrieb:
>> BTW, eines der Hauptursachen des (wirtschaftlichen) Scheiterns waren die
>> fehlenden Partner, die sich an den Kosten beteiligten.
>
> Nicht nur die Partner, sondern auch die späteren Kunden. Je neuer die
> Fabrikationstechnik, desto höher die Vorab-Investitionen. Wenn das
> anschliessend nicht auf eine entsprechende Menge an Kunden umgelegt
> werden kann, sind die Stückkosten immens hoch - und bleiben es.
>
>> Erinnert mich fatal an die Ankündigung von RUS, die Chipfertigung selbst
>> in die Hand zu nehmen.
>
> Eine Geldvernichtungmaschine, selbst wenn sie es schaffen. Es gibt
> Gründe, weshalb es weltweit nur sehr weniger Hersteller gibt, die das
> überhaupt noch anstreben.

Wenn das Militär drängt, hat die Linie in 6 Monaten zu produzieren!
Wie war das mit Koroljow und dem Gulag?

von Uwe D. (monkye)


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Old schrieb:
> Uwe D. schrieb:
>> Unwichtig schrieb:
>>> Generation Farb-TV´s, wo ein Werk dazu > YYY gebaut wurde
>>>> Samsung hatte ja in Tschernitz, bei Spremberg, ein Bildröhrenwerk
>> Allein schon die Herstellung des Halsansatzrohres aus Bleiglas für die
>> Elektronenkanone oder das notwendige Bleilot…
> Die DDR hatte Ende der 50er bis Anfang der 60er im WF Berlin die
> international erste Rechteck-Farbbildröhre B43G4C in Vollglastechnologie
> bis zur serienreife entwickelt.

Zeitgeschichte - das Dokument spiegelt sehr genau den Unterschied dar, 
zwischen „was dachten Ingenieure (tlw. auch Regierung) und was wurde in 
der „sozialistischen Presse“ verbreitet. Auch die Zahlen zu den Kosten 
sind spannend, aber wie gesagt umständlich zu finden.

Das Werk wurde Anfang der 80er Jahre errichtet und maßgeblich mit 
japanischer Technik ausgestattet (NEG).

>
> irgend einem UNIX-Großrechner aus dem Westen (welches Modell kann ich
> nicht sagen, das war streng geheim die Räumlichkeiten durften nur
> „zuverlässige“ Mitarbeiter betreten) verwendet.

Also PDP11 standen einige in den Teilautomatisierungen 
Fertigungsanlagen.

https://osmocom.org/attachments/download/3398/UNIX%20in%20der%20NVA.pdf

von Falk B. (falk)


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(prx) A. K. schrieb:
>> Erinnert mich fatal an die Ankündigung von RUS, die Chipfertigung selbst
>> in die Hand zu nehmen.
>
> Eine Geldvernichtungmaschine, selbst wenn sie es schaffen. Es gibt
> Gründe, weshalb es weltweit nur sehr wenige Hersteller gibt, die das
> überhaupt noch anstreben.

Naja, aber in guter, alter, SOWJETISCHER Tradition! Heldenhafte 
Projekte, die weniger heldenhaft scheitern! So wie die Sowjetunion!

von Falk B. (falk)


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Thomas U. schrieb:
> Wenn das Militär drängt, hat die Linie in 6 Monaten zu produzieren!
> Wie war das mit Koroljow und dem Gulag?

Das war ein anderer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nedelin-Katastrophe

"Vermutlich um die berechtigten Sicherheitsbedenken seiner Untergebenen 
wegen eines Treibstofflecks zu zerstreuen und Druck auf sie auszuüben, 
platzierte sich Nedelin am 24. Oktober gegen 18:40 Uhr demonstrativ acht 
Meter von der Rakete entfernt auf einem Stuhl.[1] Andere 
Militärangehörige und Techniker sahen sich dadurch gezwungen, den 
sicheren Bunker zu verlassen und sich neben ihn zu stellen. "

"Jetzt zündete das Marschtriebwerk der zweiten Stufe. Es zerriss die 
Tanks der darunterliegenden ersten Stufe. Das UDMH und die Salpetersäure 
vermischten sich und es kam zu einer Explosion, in deren Folge innerhalb 
von 90 Sekunden 124 Tonnen Treibstoff verbrannten.[1] In ersten 
Zeitungsberichten war Anfang der 1990er Jahre von 126 Toten, darunter 57 
hohen Militärs, die Rede. Der Kommandant des Kosmodroms Baikonur, 
Generalleutnant Alexei Schumilin, nannte angeblich im Februar 1997 
anlässlich der deutsch-russischen Weltraummission Mir 97 die Zahl 154. 
Es gibt aber noch andere Behauptungen, die zwischen 92 und 200 
Todesopfern schwanken. Von Nedelin, der sich unmittelbar neben der 
Rakete befunden hatte, wurden nur die Überreste seines Ordens Held der 
Sowjetunion und Uniformteile gefunden. Unter den Todesopfern waren neben 
Nedelin, auch namhafte Wissenschaftler wie Jangels Stellvertreter Berlin 
und Konzewoi, sowie Firsow, der Chefkonstrukteur des Charkower OKB-692 
Boris Konopljow, der stellvertretende Vorsitzende des Staatlichen 
Komitees der UdSSR für Verteidigungstechnik Lew Grischin und der 
stellvertretende Kommandant des Startplatzes, Nossow. "

Jaja, Aktionismus war schon immer Erfolgreich.

"Wenn du es eilig hast, gehe langsam."

Konfuzius

von (prx) A. K. (prx)


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Falk B. schrieb:
> sahen sich dadurch gezwungen, den
> sicheren Bunker zu verlassen und sich neben ihn zu stellen.

Nichtrauchen gefährdet die Gesundheit.
Nur die Raucher haben überlebt.

von Falk B. (falk)


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(prx) A. K. schrieb:
> Nichtrauchen gefährdet die Gesundheit.
> Nur die Raucher haben überlebt.

Blinder Gehorsam ist tödlich. Widerspruch zu der Zeit in der Situation 
aber auch nahe dran. Hmmm...

von Old (Gast)


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Uwe D. schrieb:
> Old schrieb:
>> Die DDR hatte Ende der 50er bis Anfang der 60er im WF Berlin die
>> international erste Rechteck-Farbbildröhre B43G4C in Vollglastechnologie
>> bis zur serienreife entwickelt.
>
> Zeitgeschichte - das Dokument spiegelt sehr genau den Unterschied dar,
> zwischen „was dachten Ingenieure (tlw. auch Regierung) und was wurde in
> der „sozialistischen Presse“ verbreitet. Auch die Zahlen zu den Kosten
> sind spannend, aber wie gesagt umständlich zu finden.
>

Ja, ein zeitgeschichtliches Dokument, das zeigt, dass ein paar 
Ingenieure in der DDR einen Weitblick hatten und Politiker kurzsichtig 
dann sowas vollständig verworfen haben. Der Verantwortliche 
Chef-Entwickler Dr.-Ing. Neidhardt wurde zwangsversetzt und galt einige 
Zeit als verschollen.

>
>>
>> irgend einem UNIX-Großrechner aus dem Westen (welches Modell kann ich
>> nicht sagen, das war streng geheim die Räumlichkeiten durften nur
>> „zuverlässige“ Mitarbeiter betreten) verwendet.
>
> Also PDP11 standen einige in den Teilautomatisierungen
> Fertigungsanlagen.
>

Mit PDP11 könntest du Recht haben. Jetzt erinnere ich mich, dass das mal 
flüchtig nebenbei so genannt wurde.

von Falk B. (falk)


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Gerald B. schrieb:
> Uwe D. schrieb:
>> Jedes moderne Produkt kam aus dem Westen, um im besten Fall nachgebaut
>> zu werden.
>> Beispiel:
>> U880 -> Kopie des Z80
>> U 80701 -> Kopie des VAX78032
>> …
> Beim Kopieren wurden aber auch Bugs ausgemerzt, bzw. zuweilen auch
> zusätzliche Funktionen eingebaut.

Naja.

> Z.B. wurde beim U880 ein Bug beseitigt, der beim Z80 vohanden war.
> Der A277 eretzte den UAA170 und UAA180 von Siemens. der UAA170 war für
> 12 LEDs im Punktbetrieb, der UAA180 war für Bandbetrieb. der A277 konnte
> beides.

Was für eine Innovation! Sowas wäre auch schon damals nur eine 
mittelmäßige Übung der Digitaltechnik für Studenten gewesen! Gähn

> Der D345, 346, 347 und 348 basierten auf dem CA3161, der bei den
> Pseudotetraeden - und E für den dazu passenden AD-wandler lieferte.
> Durch Anpassung einer Metallage wuden dann 2 Abkömmlinge mit A-F
> geschaffen.
> Es war nicht nur ein stumpfes Kopieren ;-)

Naja, bissel Kreativität mussten die Ings ja auch ausleben, waren ja 
keine kopieraffinen Chinesen. Hat am Ende aber nicht viel gebracht.

von Uwe D. (monkye)


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Über reichlich 10 Jahre wurden über 50Mrd Mark ausgegeben für den 
Anschluss der Mikroelektronik an den Weltmarkt. Das BIP mit ca. 200Mrd 
Mark Ende der 70er bis Ende der 80er dann auf 350Mrd Mark.
Das sind anfänglich also 2,5% des BIP, Tendenz steigend. In den letzten 
drei Jahren 14Mrd Mark.

Zur gleichen Zeit wurde für das Militär 1980 8,2% des BIP und kurz vor 
der Wende immer noch 5,6% des BIP ausgegeben. (Das wäre dann ein WUMMS³ 
in der Sprache des Kanzlers.)

Die Preisentwicklung wurde maßgeblich durch Energie- und Rohstoffkosten 
getrieben, da war eine Erhöhung der Produktivität durch Automatisierung 
natürlich eine Alternative - nur ziemlich illusorisch.
Weil: Woher das Geld dafür nehmen?

von Roland E. (roland0815)


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Percy N. schrieb:
> Rainer Z. schrieb:
>> Die Sozialisten konnten durchaus gute Autos bauen, wenn sie nur durften.
>
> Böse Menschen ahnen eine gewisse technische Ähnlichkeit zu DKW und BMW.

Nein. Böse Menschen "vergessen" polemisch die Wurzeln der Marken.
Die Isetta könnte man als das erste eigene Auto der Bayern sehen. Die 
Modelle davor kamen aus Eisenach. Ohne die Demontagen der US-Länder 
würden zB die Bayern heute noch auf der Alm den Kühen nachstellen.

DKW wurde zu Sachsenring, blieb also gleich ganz in Mitteldeutschland. 
Das Logo war ja in der Autounion "gefangen"...

Bei Tageslicht betrachtet ist fast der komplette "moderne" 
Industriekomplex, auf dem das Wirtschaftswunder aufbaute aus 
Mitteldeutschalnd abtransportiert worden. Fahrzeugbau, Feinmechanik, 
Optik, Luft- und Raumfahrt und Petrochemie... Die Liste ist lang. Sehr 
lang.

Diese Hypothek hat bis zum Ende auf der Gesamtwirtschaft der DDR 
gelastet. Die "20 Jahre Vorsprung" der Westzonen waren die 20 Jahre, in 
denen die DDR neben dem Wiederaufbau die Reparationen für 
Gesamtdeutschland in die SU geschickt hat, während die Amis die 
Westsektoren mit dem Marschallplan gepampert haben.

von Unwichtig (noname_user)


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Uwe D. schrieb:
> Gerald B. schrieb:
>> Uwe D. schrieb:
>>>> KonsumGüter-Markt, in Arnstadt wurde die ATZ65/66 (Tel.Zentrale) für
>>> Wie die Bezeichnung verrät: Technik aus den 60ern. 20 Jahre hinter der
>>> Zeit…
>> Auch hier wird zu sehr pauschalisiert. Die DDR hat durchaus in den 80ern
>> gute Vermittlungstechnik gebaut. Geh mal in Dresden, Nähe Postplatz, ins
> Also ich habe ab 1984 bei Ruhig-Faul-Träge (RFT) im VEB Kombinat
> Fernmeldeelektronik Leipzig, BT Dresden gearbeitet. Und ich weiß auch
> was Koordinatenschalter sind.
> Und ich will nicht die tätigen Menschen schlecht machen, es ging mir um
> den technologischen Abstand zum Westen.
Der da welcher war, so um das zB Jahr 1984, als die Super-Technik im 
Westen zum Koordinatenschalter (KS)?
Das waren ESK-Relais, aber das kann ja Einer wie du, der nur noch aus 
heutigen Quellen von damals was findet, gar nicht wissen.
Die ATZ66 wurde im MfS in Leipzig Gr. Fleischergasse 1985 als modernste 
Technik zum damaligen Stand dort eingebaut. 43 Gestellreihen im Keller 
mit 2500 Tln-Anschlüssen im Haus. Voll bestückt mit Steuer-BG als 
Einschübe auf Halbleiter-IC-Basis, die einzige Mechanik waren da nur 
noch der KS, u. selbst die waren damals noch top, wg. energie-freier 
Aufrechterhaltung der Verbindungswege (Sprach-Kanäle), nur zum Auf- u. 
Abbau der Verbindung wurde Strom gebraucht. Was gab es dazu 
vergleichbares im NSW? Das wirst du leider nicht wissen, weil du von 
damals als sogenannter, oder eher selbsternannter Zeitzeuge eigentlich 
gar nichts weisst.
Wie schriebst du doch da oben, das MfS würde die Technik aus dem NSW 
einkaufen u. selber einsetzen, welche Technik denn bitte? Videorecorder 
Abhörtechnik, oder Sachen die es im RGW nicht gab, ganz sicher, also wie 
jeder Andere auf der ganzen Welt sich Material dort besorgt, wo es gut 
u. günstig ist, weil selber nicht zur Hand.
"Also ich habe ab 1984 bei Ruhig-Faul-Träge (RFT) im VEB Kombinat
Fernmeldeelektronik Leipzig, BT Dresden gearbeitet."
Und wo haben wir anderen wohl gearbeitet, aufm Bauernhof, deswegen 
wissen wir wohl auch mehr u. detaillierter als du, der direkt an der 
Quelle als was eigentlich tätig war?
Du u. der Falk B. seid die hier im Thread die alles wissen u. können, 
aber bei den Details oder Erklärungen dann passen müssen oder sich in 
Wohlgefallen auflösen.
Der Gerald B. dagegen hat präzises Fachwissen, dem kann man glauben, 
euch beiden, mit der Art u. Weise wie früher die Propaganda-Typen der 
SED u. FDJ immer so schön argumentierten, aber nichts wirklich wissen, 
dagegen nicht.

Bestes Bsp. dafür das da > Y
Uwe D. schrieb:
> BTW, eines der Hauptursachen des (wirtschaftlichen) Scheiterns waren die
> fehlenden Partner, die sich an den Kosten beteiligten.
> Erinnert mich fatal an die Ankündigung von RUS, die Chipfertigung selbst
> in die Hand zu nehmen.
> 
(https://www.golem.de/news/chip-technologie-russland-will-eigene-7-nm-produktion-aufbauen-2210-169162.html)
Das ist ein Fakt aus dem letzten Jahr, wir sind hier aber bei den Fakten 
aus dem Jahren 1970-1990, also vor 30 bis 50 Jahren, da hatten die 
Russen auch schon IC´s selber gefertigt, u. die hatten sogar einen 
Dolby-Audio-IC, Prozessoren auch, aber wieder sicher nur abgekupfert.
Wie wusste der Gerald B. doch mehrfach an Bsp. zu überzeugen, aber lt. 
Falk B. die Unterschiede der angeblichen Nachbauten wären ein Klacks, 
macht man mit Links. Nur ist im Westen wohl nie u. nicht passiert, also 
der A277 war dann einfach kein purer Nachbau, nur kommen dann solche 
Propheten wie ihr beiden dann aus´m Konzept.

Die russ. TU144 als Pedant zur Concorde wurde auch als Kopie in den 
Medien verschrien, es gab dazu auch einen Film, wikipedia weiß dazu mehr 
u. Genaueres.
Aber aus vor über 30 Jahren Belege heute noch zu finden wird schwer im 
Internet, sieht man ja bei dir Uwe D. laufend. Aber Zeitzeuge sich 
nennen?
Durch solche wie euch ist das damals nichts geworden, gern was sein 
wollen aber leider nichts bringen.
Teamwork heißt sich auf den Anderen verlasen zu können, dass der was 
kann. Tja damals wurde mit verschiedenen Maßstäben hantiert, ist heute 
noch genauso, Kriecher die nichts können nur Kratzen u. sich wichtig 
machen, sieht man hier ja im Thread. Und Klüngelei u. Kumpanei wie 
Mitläufer, siehe die Punktegeber.
Benotung nach Sinn u. Inhalt der Beiträge gibt´s ja hier nicht, u. ne 
funktionierende Moderation sucht man hier auch vergeblich.

Das Bsp. der Trollerei von ihm > Y
Falk B. schrieb:
> Naja, bissel Kreativität mussten die Ings ja auch ausleben, waren ja
> keine kopieraffinen Chinesen. Hat am Ende aber nicht viel gebracht.
Zum Abkupfern u. Nachbau braucht man keine Ings., wenn die trotzdem 
dabei waren, war das garantiert der Grund für die In-Effektivität.
Personalkosten wo nie u. nicht nötig. Wie bei der Telekom, der ganze 
Beamten-Apparat bis zur Privatisierung.

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Percy N. schrieb:
> benötigt der Motor die scheingenfe yLuftsäule im
> Abgasstrsng zum Gaswechsel

don't drink and write

von Uwe D. (monkye)


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Rainer Z. schrieb:
> Old schrieb:
>> Die DDR hatte Ende der 50er bis Anfang der 60er im WF Berlin die
>> international erste Rechteck-Farbbildröhre B43G4C in Vollglastechnologie
>> bis zur serienreife entwickelt.
>
> Aha. Und warum wurde sie nicht in DDR-Farbfernseher eingebaut? Laut
> dieses Artikels wurden Ende der 60er Jahre - also 10 Jahre später -
> westdeutsche und japanische Bildröhren in RFT-Geräte eingebaut, weil die
> russischen Bildröhren Sch... waren.
>
> https://www.funkamateur.de/nachrichtendetails/items/50-jahre-farb-tv-ddr.html
>
> War die B43G4C nicht eher ein Propaganda-Coup von Walter Ulbricht & Co?

Das ist ziemlich einfach zu erklären. Bildröhren in der Größe zu 
produzieren ist eine Herausforderung. Es ist viel komplizierter als die 
Fertigung einer SW-Röhre, weil mehr Bauteile benötigt werden (Glas, 
Elektrik, Farbstoffe), eine höhere Präzision nötig war und und die dazu 
notwendigen Anlagen nicht existierten.
Zum Beispiel das Halsansatzrohr wurde bis in die 70er Jahre manuell 
gefertigt. Auch das Glaslot, zum verbinden der Teile (Schirm, Konus, 
Halsansatz), wurde in der Manufaktur produziert, mit geringer Ausbeute. 
Die Verbesser Der Herstellprozesse bedurfte der Automatisierung. 
SW-Röhren wurden anfänglich im Glaswerk Friedrichshain, südlich von 
Cottbus, hergestellt. Erst als das technisch nicht nicht mehr besser 
ging, kam die gezielte Verlagerung nach Tschernitz. Auch dort gab es ein 
„altes Werk“. Das weiter o.g. heute noch existierende Werk ging erst in 
den 80er in Betrieb und stellt heute Hochleistungssolargläser her.

von Uwe D. (monkye)


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Mitte der 70er Jahre beginnt in den USA die Einführung der digitalen 
Vermittlungstechnik, parallel dazu das verbesserte Routing via Kabel 
und/oder Satellit.
Ab Mitte der 80er verkauften AT&T, Nixdorf, Siemens ihre digitalen 
Nebenstellenanlagen - parallel dazu erfolgt der Ausbau mit LWL und ISDN.
Zu dem Zeitpunkt ging erst die Planung und vor allem Geldbeschaffung im 
Ostblock erst richtig los. Die Fertigungskosten waren hoch, die Ausbeute 
niedrig.
Der ausufernde Zentralismus der DDR beförderte innovative Themen immer 
nach Berlin, so dass es zunehmend weniger Forschung „auf dem Land“ gab. 
Siehe Kölleda, Erfurt, Hermsdorf, HFO, NEL.
Dresden blieb aus zwei Umständen: Tradition a la Prof. von Ardenne und 
dann die eingestampfte Flugzeugindustrie.

Das aber ist der entscheidende Unterschied: Im Westen gingen 
nichtprofitable Unternehmen einfach pleite.

http://www.gheinz.de/publications/berliner_ics/index.htm

Nachtrag: Es gibt ja ein riesiges Archiv zur Vergangenheit, die 
Übersicht ist hier zu finden 
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/T3CAZ4YZR44U33OYVF2SR4IOKHIY55ME

: Bearbeitet durch User
von Uwe D. (monkye)


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Unwichtig schrieb:
> Aber aus vor über 30 Jahren Belege heute noch zu finden wird schwer im
> Internet, sieht man ja bei dir Uwe D. laufend. Aber Zeitzeuge sich
> nennen?
Selbst die Quartalsberichte des so genannten 3. Reiches sind digital zu 
haben. Das macht halt einen Riesen Vorteil, wenn man strukturiert 
arbeiten möchte, ohne in ein Archiv am Arsch der Welt zu fahren.

> Das Bsp. der Trollerei von ihm > Y
> Falk B. schrieb:
>> Naja, bissel Kreativität mussten die Ings ja auch ausleben, waren ja
>> keine kopieraffinen Chinesen. Hat am Ende aber nicht viel gebracht.
> Zum Abkupfern u. Nachbau braucht man keine Ings., wenn die trotzdem
> dabei waren, war das garantiert der Grund für die In-Effektivität.
> Personalkosten wo nie u. nicht nötig. Wie bei der Telekom, der ganze
> Beamten-Apparat bis zur Privatisierung.

Sorry - an der Stelle muss ich mich von Deiner Argumentation mal kurz 
befreien, mich abgrenzen. Ein guter Nachbau braucht sehr gute Ingenieure 
und Wissenschaftler. Die Erkenntnis, dass das Individuum nicht genügt - 
ja selbst die Nation zu wenig ist - die gelingt halt nur mit 
Selbstreflexion und Wissen.
http://www.gheinz.de/publications/berliner_ics/docs/1988_25DAC_Roessler.pdf

von Uwe D. (monkye)


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Nachtrag zum Link in diesem Post: 
Beitrag "Re: Wie die Halbleitertechnik die DDR ruiniert hat"
Speziell dieser Link: 
http://www.gheinz.de/publications/berliner_ics/index.htm

Sicher habt Ihr alle schon die ausgeschliffenen Halbleiter von Richi‘s 
Lab gesehen. https://www.richis-lab.de/phone.htm

Da gibt es quasi eine direkte „Brücke“ zum INT (der Kombinat 
Nachrichtenelektronik in Leipzig verlor seine führende Rolle an Berlin).

von Max M. (Gast)


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Uwe D. schrieb:
> Der ausufernde Zentralismus der DDR beförderte innovative Themen immer
> nach Berlin, so dass es zunehmend weniger Forschung „auf dem Land“ gab.

Jetzt bin ich etwas verunsichert ob wir immer noch über die DDR reden 
oder schon bei der aktuellen Politik angekommen sind.

Die Ausplünderung der DDR hört ja mit Mauerfall nicht auf.
Wer denn nun wirklich den Treuhandchef Rohwedder umgelegt hat um sich 
daraufhin vollkommen schamlos an den Betrieben schadlos zu halten, wurde 
ja nie geklärt.
Zumindest kann davon ausgegangen werden das die RAF es nicht war, auch 
wenn sie angeblich die Verantwortung übernahm.
Der Schütze schoss durch eine Doppelverglasung und berechnete den 
Abprallwinkel beider Scheiben mit ein.
Seine Flucht war spektakulär.
Damals hieß es der Schütz müsse mindestens 2-3 Tage die Woche an einer 
Langwaffe trainieren um das zu können.
Klingt nach Spezialkommando und nicht nach RAF.

Das vieles das überlebensfähig war an westdeutsche betriebe ging, die es 
plattmachten weil sie keine Konkurrenz wollten, haben wir erlebt.
Die Agrar Großkonzerne verleibten sich die LPGs ein, die Halden der 
Gebrauchwagenhöker leerten sich zügig, und wer Strassenbau, Tiefbau oder 
TK  anbot, für den brachen goldene Zeiten an.

Wir im Westen bezahlten den Soli, die im Osten verloren ihre Jobs, ganze 
Landstriche verloren fast alle Jungen, die der Arbeit wegen in den 
Westen gingen.
Als Kohl uns blühende Landschaften versprach, wussten wir noch nicht das 
er damit die Industriebrachen und verlasssenen Gegenden meinte.
Wer heute mit eigenen Augen sieht was aus großen Teilen Ostdeutschlands 
geworden ist, keine Jobs, keine Zukunft, vergessen von den großen 
Parteien deren große Gönner aus der Wirtschaft dort schon alles 
ausgeplündert haben was für sie von Wert war, der fragt sich nicht warum 
dort eine gewisse Unzufriedenheit mit dem politischen Kurs in Berlin 
grassiert.

von Christian B. (luckyfu)


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Max M. schrieb:
> Wir im Westen bezahlten den Soli, die im Osten verloren ihre Jobs, ganze
> Landstriche verloren fast alle Jungen, die der Arbeit wegen in den
> Westen gingen.
> Als Kohl uns blühende Landschaften versprach, wussten wir noch nicht das
> er damit die Industriebrachen und verlasssenen Gegenden meinte.
> Wer heute mit eigenen Augen sieht was aus großen Teilen Ostdeutschlands
> geworden ist, keine Jobs, keine Zukunft, vergessen von den großen
> Parteien deren große Gönner aus der Wirtschaft dort schon alles
> ausgeplündert haben was für sie von Wert war, der fragt sich nicht warum
> dort eine gewisse Unzufriedenheit mit dem politischen Kurs in Berlin
> grassiert.

Ich denke, das ist etwas zu pessimistisch. Ja, ich bin bei dir, die 
Treuhand hat vieles verhökert. Die eigenen Belegschaften durften die 
Betriebe nicht weiterführen, es ging quasi nur an westdeutsche 
Investoren mit "Erfahrung im neuen Markt". Oft genug wurden profitable 
Betriebe dann still gelegt, nachdem die modernen Maschinen verkauft 
wurden. Aber man muss auch dazu sagen, dass die DDR Wirtschaft mit ihrer 
gesetzlichen Vollbeschäftigung natürlich dazu neigte, Arbeiten auf 
möglichst viele Schultern zu verteilen und dadurch sehr ineffizient war. 
Nicht überall, freilich, aber doch überall sichtbar. Ein 
Gesundschrumpfen war somit notwendig und richtig.
Auch wenn blühende Landschaften sicher als Tourismusmagnet dienen 
können, so trägt dieser Sektor aber nur wenige Personen. Städte wie 
Hoyerswerda oder Suhl hat es halt besonders hart getroffen, dort 
schlossen die großen Arbeitgeber und Alternativen gibt es teilweise bis 
heute nicht. Nichtsdestotrotz kann man heute auch im Osten problemlos 
einen Job finden, freie Stellen gibt es genug. Allerdings oft genug 
deutlich schlechter bezahlt als in den alten Bundesländern, wobei ich 
mich da persönlich ausnehme, ich kann mich nicht beschweren. Weder über 
mein Gehalt noch das meiner Frau. Allerdings muss ich dazu sagen, dass 
ich zur Wendezeit noch ein Kind war. Ich kann also nur widergeben, was 
ich durch hörensagen erworben habe. Da dies aber zu unterschiedlichen 
Gelegenheiten mit unterschiedlichen Gesprächspartnern quasi immer 
identisch war, wird wohl eine gewisse Wahrheit zugrunde liegen.

von Ein T. (ein_typ)


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Percy N. schrieb:
> die scheingenfe yLuftsäule im Abgasstrsng

Die bitte was?

von Thomas U. (charley10)


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Ein T. schrieb:
> Percy N. schrieb:
>> die scheingenfe yLuftsäule im Abgasstrsng
>
> Die bitte was?

Die BER scheint zu groß...

von Dergute W. (derguteweka)


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Thomas U. schrieb:
> Die BER scheint zu groß...
Wohl eher die BAK.

scnr,
WK

von Al. K. (alterknacker)


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Max M. schrieb:
> Wir im Westen bezahlten den Soli

  Das sollte doch jetzt JEDEN bekannt geworden sein  , das dies immer 
wieder verbreitet wird und wurde.

Soli musste in Ost und West gezahlt werden!

Ein Verwandter(West) hat mal gejammert das er über 60 DM Soli bezahlen 
musste.
Ich kannte seine Steuergruppe, so das ich sein Gehalt im vorrechnen 
Konnte, was er nie verraten wollte.
Da waren die 60 Euro nicht lebenswichtig;-))

MfG
alterknacker

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7360897 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7360920 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Christian B. (luckyfu)


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Max M. schrieb im Beitrag #7360897:
> Eigentlich trägt der Sektor ganze Volkswirtschaften, wie man im Ausland
> sehen kann.

Sicherlich, aber versuche doch mal, ein Konzept zu entwickeln, was das 
Elbsandsteingebrige rein durch Tourismus so trägt, dass dort alle ihr 
Auskommen haben. Da gibt es sicher einige, die Zimmer oder 
Ferienwohnungen vermieten und sicher auch den ein oder anderen 
Italiener, aber das reicht doch nicht für ein Dorf mit 1500 Einwohnern. 
Klar funktioniert das in anderen Ländern als Konzept aber dort sind die 
Lebenshaltungskosten auch geringer und ein Deutscher gibt halt gerne 
2500 oder mehr aus, wenn er dafür eine Woche im 4 Sterne Hotel in der 
Karibik verbringen kann, aber er sieht nicht ein, soviel für Urlaub 
quasi vor der Haustür auszugeben, wo er nichtmal hinfliegen braucht. Es 
gibt natürlich auch Gegenden, wo das Funktioniert, die Ostseeküste fällt 
mir da spontan ein, aber das ist halt traditionell auch eher dünn 
besiedeltes Gebiet, da kann das tragfähig sein. Ebenso in Mecklenburg 
rund um die Seen, aber in Sachsen? Bis auf wenige Saisonale Hotspots 
oder Städte wie Dresden, die gewiss genug Anziehungskraft haben, wirds 
da schwierig.

von Falk B. (falk)


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Georg M. schrieb im Beitrag #7360920:
>> zum Bau großer Asylbewerberunterkünfte aber schon
>
> Das ist der Wille des deutschen Volkes!

Du meinst wohl eher "der in Deutschland lebenden Menschen" . . .
Denn Volk ist doch völkisch!

> Oder leben wir nicht in einer Demokratie?

Naja . . .

von Roland E. (roland0815)


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Georg M. schrieb im Beitrag #7360920:
> Max M. schrieb im Beitrag #7360897:
>> zum Bau großer Asylbewerberunterkünfte aber schon
>
> Das ist der Wille des deutschen Volkes!
> Oder leben wir nicht in einer Demokratie?

Wir leben in einer parlamentarischen Demokratie.
Übersetzt: Nein, es ist nicht der Wille der Wähler, sondern der Wille 
der Palamentarier. Und deren Mehrzahl ist von der Bevölkerung nicht 
direkt (ab)wählbar unter der Zweitstimme gebucht.

Gern wird das von den Gewählten anders dargestellt.

Das wurde vor 80 Jahren von den Siegermächten so festgelegt, damit eben 
die Auswirkungen des Wählerwillens begrenzt wird um Extreme zu 
unterbinden und um die negativen Seiten der amerikanischen 
Interpretation von Demokratie zu minimieren.
Daher sind auch die Regeln/Hürden für Volksbegehren so gewählt, um dort 
regelnde Eingriffe praktisch zuverlässig zu unterbinden. Endlich ist der 
Wähler, wie schon in der DDR, nur noch zur Legimitation da.

Die Frage ob die Halbleiterindustrie die DDR erledigt hat stellt sich 
angesichts des Gesamtpaketes gar nicht mehr. Es waren generell keine 
Resourchen mehr da um überlebensnotwendige Investitionen zu tätigen.

Beitrag #7360941 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Max M. (Gast)


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Christian B. schrieb:
> Sicherlich, aber versuche doch mal, ein Konzept zu entwickeln, was das
> Elbsandsteingebrige rein durch Tourismus so trägt, dass dort alle ihr
> Auskommen haben.
Nun, man könnte als Nationalparkverwaltung aus Umweltschutzgründen immer 
mehr Wege sperren um die heimische Tourismuswirtschaft abzuwürgen.
Oder man könnte einfach ignorieren das der Wald in einem erbärmlichen 
Zustand ist und es einfach 'Naturwald' nennen die alten Bäume da stehen 
zu lassen damit dann verherende Waldbrände ausbrechen.

Man könnte einfach keine Steuererleichterungen gewähren und keine 
Werbekampagnen starten um Touristen anzulocken.
Man könnte die Bahnverbindungen beschissen machen damit die Anreise zur 
Tortur wird.
Man könnte es einfach ignorieren das sich manche von der Flutkatastrophe 
2013 kaum erholt haben und immer mehr Gastro zumacht.

Also um es schlechter zu machen, ist einigen aber viel eingefallen.

Unsere Politik ist sehr spendabel wenn sich gerade das Licht der 
Öffentlichkeit auf einen Punkt konzentriert.
Da ist keine Summe groß genug.
Aber langfristig planen und Regionen stabilisieren haben die echt nicht 
drauf.
Wärend Corona hat der Bund 67 Millionen für Werbekampagnen ausgegeben.
Wie stünde es wohl um den Tourismussektor im Osten wenn man 10% davon 
für Werbung zuschiessen würde?

Beitrag #7360951 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Christian B. (luckyfu)


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Max M. schrieb:
> Nun, man könnte als Nationalparkverwaltung aus Umweltschutzgründen immer
> mehr Wege sperren um die heimische Tourismuswirtschaft abzuwürgen.

Nur sitzen in der Nationalparkverwaltung Leute, die auch dort Wohnen 
oder ist die in Berlin? Es sind also die eigenen Leute, die das Wasser 
den Nachbarn abgraben. Ich würde z.B. auch gern mal das 
Elbsandsteingebirge mit dem Mountainbike erkunden aber ich lasse es, 
weil die dafür freigegebenen Wege halt nichts besonderes bieten und die 
Strafen für das befahren nicht freigegebener Wege enorm sind. Aber in 
Österreich ist es noch schlimmer. Sogesehen ist da noch Luft nach oben.

Max M. schrieb:
> Man könnte es einfach ignorieren das sich manche von der Flutkatastrophe
> 2013 kaum erholt haben und immer mehr Gastro zumacht.

das war ja auch nur 11 Jahre nach der ersten Jahrhundertflut. Die, die 
sich von dieser noch erholten, hat dann die 2. Welle ruiniert.

Max M. schrieb:
> Aber langfristig planen und Regionen stabilisieren haben die echt nicht
> drauf.

Weil sie nur für 4 Jahre gewählt sind. Projekte, die deutlich länger 
brauchen um positive Wirkung zu entfalten sind daher Geldverschwendung. 
Anstatt für kommende Generationen einen Wald zur Brennholzgewinnung 
anzulegen begnügt man sich mit Strohfeuern, deren Wirkung man 
unmittelbar sieht. Deshalb plädiere ich ja auch dafür, die Wahlperioden 
mindestens auf 6 Jahre zu verlängern, denn die 2/3 der Zeit wird 
faktisch fast gar nicht regiert: man hat 1 Jahr vor der Wahl schon 
Wahlkampf, wobei die Strohfeuermenge rasant ansteigt und man hat nach 
der Wahl mindestens 1/2 Jahr "Findungszeit" bis alles so läuft, wie es 
soll. Das liegt an den vielen kleinen Parteien, es gibt halt keine große 
Volkspartei mehr die allein regieren kann, da die Interessen der 
Menschen deutlich auseinanderdriften. Einem ist Umweltschutz am 
wichtigsten, dem nächsten Stabilität und wieder andere sind mit allem 
unzufrieden und entsprechend wählt man auch. Je mehr Partien aber für 
die Regierungsbildung notwendig werden, desto länger dauert eben diese.

von Falk B. (falk)


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Max M. schrieb:

> Wärend Corona hat der Bund 67 Millionen für Werbekampagnen ausgegeben.
> Wie stünde es wohl um den Tourismussektor im Osten wenn man 10% davon
> für Werbung zuschiessen würde?

Nicht wesentlich besser.

Beitrag #7360992 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7360994 wurde von einem Moderator gelöscht.
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