Hallo Gustav,
das für störungsfreien Empfang nötige SNR ist abhängig von der eingesetzten Modulation auf den Sub-Trägern der OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplex). Die von Dir erwähnten 30dB erlauben eine geringe Bitfehlerrate (BER) selbst bei hoher Modulationsordnung, wie der oft genutzten QAM-64. die 64 Phasen- und Amplitudenzustände der Sub-Trägerfrequenz erlauben dabei, 6 Bit pro Symbol (Modulationspuls) zu übertragen. Die Datenrate profitiert also von der Hochstufigkeit, die Robustheit nicht.
Es gibt im Standard mehrere 'Modulation and Coding Schemes' (MCS), die auch niederstufigere Modulationen erlauben, damit robuster sind und auch bei geringerem SNR eine geringe BER bieten. DRM-Sender mit QAM-16 kannst Du also auch bei geringerem SNR störungsfrei empfangen (z.B. "nur" 20dB).
Feldstärke: in dBµV. OK. Je mehr desto besser.
Aber so bis ca. 10dBµV klappts noch.
10dBuV an 50Ohm entsprechen einer Leistung von -97dBm. Das dürfte auch den 30dB SNR entsprechen, bei sinnvollen Empfängerempfindlichkeiten im KW-Bereich.
Dann, und das verstehe ich nicht ganz so leicht:
BER: Bit Error Rate mit Zahl und Potenz
z.B. 95e^-5
Ich interpretiere das so, dass auf 100000 empfangenen Bits dann 95
fehlerhaft waren und nicht dekodiert werden konnten.
Also wäre der Wert schon recht gut.
Ich denke auch, dass es sich um 95 * 10⁻⁵ handelt. Damit passt Deine Interpretation und Bewertung (auch wenn die Formulierung "...nicht dekodiert werden konnten" nicht ganz zutreffend ist).
Ganz selten wird bei BER auch 0 angezeigt.
Das hieße dann, die Übertragung war vollkommen störungsfrei.
Jedes gesendete Bit wurde auch korrekt decodiert. Oder?
Die gute BER oben weist darauf hin, dass es sich um die Fehlerrate nach der Kanal(de)kodierung handelt. Es konnten also alle Bits korrekt empfangen oder ggf. repariert werden. Der Bitstrom wird auf Sendeseite mathematisch verwoben, um auf Empfangsseite Fehler zu erkennen und ggf. sogar reparieren zu können. Der Überbegriff heißt Forward Error Correction - FEC).
Grüße,
Gerrit, DL9GFA