Forum: Haus & Smart Home Sicherungskasten: Installation von 2000 mit Kabelsalat vs. PV-Vorhaben


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von Max M. (te0006)


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Hallo,
ich möchte auf meinem EFH-Dach eine PV-Anlage nachrüsten und bin wegen 
des AC-Teils der Installation etwas besorgt, da mein Sicherungskasten 
nicht im Idealzustand für ein solches Vorhaben ist. Siehe Fotos.
Wie sehen das die Fachleute im Forum?
Würde etwas vorheriges Aufräumen im unteren Bereich ausreichen? Also das 
schiere Volumen des dortigen Kabelmaterials duch Kürzen jeder der 
verknäuelten Adern auf die tatsächlich notwendige Länge deutlich 
reduzieren, so dass wieder eine oder zwei Hutschienen drüberpassen?
Oder habe ich ein größeres Problem?
Wie seht ihr den Gesamtzustand?
BG!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Benutzername   te0006
Vorname   Max
Nachname   Mustermann
Firma
Angemeldet seit   12.03.2023 11:48
Beiträge   1

Sagt wohl aller!

Max M. schrieb:
> Wie seht ihr den Gesamtzustand?

Is heutzutage so!
Der Billigste kriegt den Auftrag.

Max M. schrieb:
> Würde etwas vorheriges Aufräumen im unteren Bereich ausreichen? Also das
> schiere Volumen des dortigen Kabelmaterials duch Kürzen jeder der
> verknäuelten Adern auf die tatsächlich notwendige Länge deutlich
> reduzieren, so dass wieder eine oder zwei Hutschienen drüberpassen?

Kann man machen.
Kommt aber auf dein PV-Vorhaben an.
Wenn du Platz hast setz einfach einen eigenen Kasten für den PV-Kram.
Dürfte zeitsparender sein!

von Michael B. (laberkopp)


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Max M. schrieb:
> Würde etwas vorheriges Aufräumen im unteren Bereich ausreichen?

Vermutlich nicht, falsche Gegend.

Für eine grössere PV Anlage soll man einen zweiten Zähler installieren, 
nicht den vorhandenen gegen einen Zweirichtungszähler auswechseln.

Und dieser zweite Zähler ist eine Erweiterung durch Neuteile und zieht 
mit sich, dass er in einem den aktuellen Anforderungen genügenden 
Zählerkasten sitzt (mit SLS und Raum für Fernsteuerungsempfänger). Und 
dazu reicht der Platz im linken Teil nicht aus, denn der Platz dort ist 
nur entstanden weil ein alter Ferraris-Zähler durch einen neuen 
elektronischen Zähler ausgetauscht wurde, der auch noch blödsinnig gross 
ist, die rechte Seite interessiert nicht.

Mit einem wohlwollenden Elektriker in Absprache mit dem EVU könnte man 
links vielleicht einen kleineren elektronischen Zähler nehmen so dass 
der zweite auch noch rein passt, da aber Elektriker lieber gierig Geld 
verdienen wollen als eine für den Kunden günstige Lösung zu suchen, 
wirst du so einen Elektriker vermutlich nicht finden.

von Michael H. (mha1)


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Ich würde das mit der Elektro-Fachkraft des Vertrauens besprechen. 
Eventuell auch mal einen E-Check machen lassen. So wie das aussieht, 
möchte ich nicht ohne Prüfung in dem Haus leben.

Bei neueren Anlagen ist ein Überspannungsschutz vorzusehen. Den kann ich 
nicht entdecken. Bei der Installation einer PV-Anlage gibt es vermutlich 
keinen Bestandsschutz und er muss ggf. nachgerüstet werden.

Bei der Abnahme einer PV-Anlage durch den Netzbetreiber muss der 
Zähleranschlußkasten der aktuelle VDE Vorschrift entsprechen. Das sollte 
entsprechend vorab geprüft werden. Bei mir muss er erneuert werden 
(Baujahr 1993).

Frei fliegende WAGO ähnliche Klemmen und Lüsterklemmen im Verteiler 
entsprechen auch nicht unbedingt dem Stand der Technik. Ist aber einfach 
und billig. Meine Elektrofachkraft würde bei dem Kasten keine Änderungen 
vornehmen, bevor das nicht ordentlich neu verdrahtet wurde.

von Martin S. (sirnails)


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Michael B. schrieb:
> da aber Elektriker lieber gierig Geld verdienen wollen als eine für den
> Kunden günstige Lösung zu suchen, wirst du so einen Elektriker
> vermutlich nicht finden.

Ich würde eher sagen, dass jetzt der beste Zeitpunkt seit Jahren ist.

Max M. schrieb:
> Wie sehen das die Fachleute im Forum?

Vllt. reicht es gerade so noch, die Gesellenprüfung zu bestehen. Beim 
Strom ist Hässlichkeit leider irrelevant. Ich würde mich allerdings in 
Grund und Boden schämen, wenn das meine Arbeit wäre. Alleine schon die 
fehlenden Kappen auf den sammelschienen und die herausstehenden blanken 
Leiter.

Aber der Vorredner hat alles notwendige gesagt: mach den Deckel zu und 
vergiss, was du gesehen hast und hoffe, dass du da nie ran musst. Es 
sieht zwar schlimmer aus, als es ist, aber dennoch ist es ein Graus, an 
so einer Installation zu arbeiten.

Für PV kommt ein neuer Zählerschrank nach aktueller norm. Das ist 
vermutlich schlussendlich sogar billiger.

von Martin S. (sirnails)


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Michael H. schrieb:
> Bei neueren Anlagen ist ein Überspannungsschutz vorzusehen. Den kann ich
> nicht entdecken. Bei der Installation einer PV-Anlage gibt es vermutlich
> keinen Bestandsschutz und er muss ggf. nachgerüstet werden.

Gab's 2000 noch nicht und einen Bestandschutz gibt es eigentlich auch 
nicht. Du meinst eine "nicht-umrüst-pflicht".

von Sven L. (sven_rvbg)


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Max M. schrieb:
> Wie seht ihr den Gesamtzustand?
Das geht mit dem fehlendem SLS-Schalter vor dem Zähler los, geht bei 
fehlendem Berührungsschutz weiter und endet irgendwo bei einfach unschön 
gemacht.

Das Material ist komplett zusammengewürfelt.

Fliegende Klemmen, Drahtverhau, das sieht aus wie ein Provisorium, 
welches man nie zu einer soliden Lösung umgebaut hat.

von Boris F. (skyperhh)


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Am Schluss entscheidet der Netzbetreiber, der gibt dazu seine angepasste 
Version der TAB raus... und die meisten sagen, bei PV ist das eine neu 
Installation, also alles auf aktuellem Stand bringen...

Wir haben 2015, vor der letzten Änderung der TAB, einen neuen 
Zählerschrank bekommen, damals war ein Feld oberhalb vom Zähler frei... 
jetzt müssen es zwei sein (bei uns im Bereich), also muss ein neuer 
Zählerschrank her, wenn wir das Thema PV angehen... :-/.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Michael B. schrieb:
> Vermutlich nicht, falsche Gegend.
>
> Für eine grössere PV Anlage soll man einen zweiten Zähler installieren,
> nicht den vorhandenen gegen einen Zweirichtungszähler auswechseln.
Erzeugungszähler sind nicht mehr generell vorgeschrieben,
Volleinspeisung macht man nicht, wenn man seinen eigenen Strom nutzen 
will.
>
> Und dieser zweite Zähler ist eine Erweiterung durch Neuteile und zieht
> mit sich, dass er in einem den aktuellen Anforderungen genügenden
> Zählerkasten sitzt (mit SLS und Raum für Fernsteuerungsempfänger).
Wenn man keine E-Heizung hat und auch keinen 2. Tarif, braucht man auch 
keinen PLatz für ein Schaltgerät.

>
> Mit einem wohlwollenden Elektriker in Absprache mit dem EVU könnte man
> links vielleicht einen kleineren elektronischen Zähler nehmen so dass
> der zweite auch noch rein passt, da aber Elektriker lieber gierig Geld
> verdienen wollen
Dir hat mal ein Elektriker in die Hand gebissen oder?

Du hast null Ahnung, aber stellst hier mal wieder das Handwerk generll 
unter verdacht.

Denkst Du wirklich, das ein Umbau mit Einzelteilen billiger ist, als 
ggf. ein neuer Schrank? (2 SLS, einen Sammelschienensatz, ein eHz Feld 
mit zwei Kasetten, usw.) Noch dazu weißt Du doch garnicht ob im 
Netzgebiet eHz zum Einsatz kommen.

Zu mal man wie oben Geschrieben keinen 2. Zähler brauchst, wie Du hier 
behauptest.

> als eine für den Kunden günstige Lösung zu suchen,
> wirst du so einen Elektriker vermutlich nicht finden.
Wenn Du den Leuten so gegenüber tritts wie Du es hier tust, dann wundert 
es mich nicht, das Du niemanden findest, der mit Dir zusammenarbeiten 
will.

Und wie immer: Der Elektriker hält am Ende den Kopf hin und nicht der 
Kunde!

von Sven L. (sven_rvbg)


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Boris F. schrieb:
> Wir haben 2015, vor der letzten Änderung der TAB, einen neuen
> Zählerschrank bekommen, damals war ein Feld oberhalb vom Zähler frei...
> jetzt müssen es zwei sein (bei uns im Bereich), also muss ein neuer
> Zählerschrank her, wenn wir das Thema PV angehen... :-/.
Das hat dan mit Verhältismäßigkeit auch nichts mehr zu tun.

Ich kenne es anders: Ein ordentlich ausgeführter Zählerschrank und den 
Hauptschalter vor dem Zähler durch einen SLS austauschen reicht da.

Natürlich nicht bei SK1 Schränken mit Normzählertafeln oder 
Normzählertafeln auf Holzbrettern.

von Max M. (te0006)


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> Aber der Vorredner hat alles notwendige gesagt: mach den Deckel zu und
> vergiss, was du gesehen hast und hoffe, dass du da nie ran musst. Es
> sieht zwar schlimmer aus, als es ist, aber dennoch ist es ein Graus, an
> so einer Installation zu arbeiten.
>
> Für PV kommt ein neuer Zählerschrank nach aktueller norm. Das ist
> vermutlich schlussendlich sogar billiger.

Vielen Dank für die bisherigen Antworten!

Tja, das Problem ist dass es für einen zusätzlichen neuen Zählerschrank 
leider absolut keinen Platz gibt in meinem winzigen Hausanschlussraum 
(gesamter Wandplatz ist belegt und es ist so eng, dass hier  nur 
schlanke Elektriker und Heizungsinstallateure arbeiten können).

Geplant ist nur eine kleinere PV-Anlage (max 10kWP), deren WR und 
Speicher außen an der Hauswand sitzen wird.
Was genau muss in einem solchen Fall zusätzlich in den Zählerschrank?

Wenn für die Anlage ein Leistungssensor reinkommt (System Huawei ist 
geplant), dann brauche ich doch keinen 2. Zähler sondern die Lösung mit 
dem Zweirichtungszähler sollte es tun, oder?

Eigentlich möchte ich auch Ersatzstromversorgung haben - die Unschaltbox 
dafür müsste wohl auch in den Schrank?

Ach so, eine Wallbox soll auch noch ran... dafür könnte aber die derzeit 
vorhandene 400V-CEE-Dose und alles was dazu gehört (links oben neben den 
Schraubsicherungen) entfallen.

Seht ihr eine Chance unter den Bedingungen?

Falls definitiv nur ein 2. Schrank hilft - kann man einen solchen in 
Deutschland auch außen am Haus haben, in einer entsprechend geschützten 
Ausführung, oder geht da gar nichts? (Es wäre dieselbe Wand, an der 
innen der Sicherungskasten ist, praktisch "dahinter")

von Boris F. (skyperhh)


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Gehen geht viel, ist immer eine Frage der Kosten...

Google mal nach deinem Netzbetreiber / Stadtwerke die für das Netz 
zuständig sind, dann schaue Dir deren TAB an, dort steht drin, wie der 
Zählerschrank beschaffen sein muss... im nächsten Schritt könntest Du 
Kontakt mit Ihnen aufnehmen. Meine Erfahrung, vorher Fragen und dann 
nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen ist angenehmer als Hinterher 
alles nach Ihren wünschen anzupassen...

von Michael B. (laberkopp)


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Sven L. schrieb:
> Erzeugungszähler sind nicht mehr generell vorgeschrieben,
> Volleinspeisung macht man nicht, wenn man seinen eigenen Strom nutzen
> will.

Ach Sven, wenn du im Rechnen in der Schule aufgepasst hättest, wüsstest 
du, dass bei grösseren PV Anlagen "10kWp" die Einspeisevergütung so viel 
höher ist wenn man vor dem eigenen Zähler einspeist (Eigenverbrauch also 
teuer bezahlt) als hinter ihm (Eigenverbrauch kostenlos, dafür weniger 
Geld), dass sich der zweite Zähler lohnt.

Klar, kranke Gesetzgebung, aber falsch gebaut "vom Elektriker wurde mir 
dazu geraten, ein Zähler reicht" ist halt ein Verlustgeschäft.

Sven L. schrieb:
> Wenn man keine E-Heizung hat und auch keinen 2. Tarif, braucht man auch
> keinen PLatz für ein Schaltgerät.

Benötigen wird man den Platz nicht, aber die Späße der EVU inzwischen 
Sicherungskästen in Waggongrösse vorzuschreiben, denen ist das egal, und 
gesetzeskonform wolltest du schon bauen, oder ?

Sven L. schrieb:
> Denkst Du wirklich, das ein Umbau mit Einzelteilen billiger ist, als
> ggf. ein neuer Schrank?

Ich denke, er braucht einen neuen riesigen Kasten, nicht weil er nötig 
wäre (den bestehenden aufzurüsten ist sicher deutlich billiger), sondern 
weil er vorgeschrieben sein wird.

Sven L. schrieb:
> Und wie immer: Der Elektriker hält am Ende den Kopf hin und nicht der
> Kunde!

Ich befürchte, den Kasten, so wie er ist  hat ein Elektriker fabriziert.

von Michael B. (laberkopp)


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Max M. schrieb:
> Seht ihr eine Chance unter den Bedingungen?

Nein.

10kWp reicht vorne und hinten nicht fur eine Wallbox, du versorgst sie 
also mit teurem Strom aus dem Netz.

Der Speicher wird nie ausreichen, um auch nur 1 Autoakkuladung zu 
speichern, meist ist es 1/10 als Witz.

Die Leistung des Wechselrichters aus dem Akku wird nicht reichen um den 
geringstmöglichen Ladestrom eines Autos zu erzeugen, 1380W, geschweige 
denn zu steuern.

Das Prinzip Huawei wird Nulleinspeisung sein, dann muss man sich um 
Einspeisevergütung keine Gedanken machen. Allerdings auch nicht um die 
Amortisation.

Die wird, selbst wenn man an den bestehenden Sicherungskasten noch was 
dranflicken dürfte, nicht möglich sein.

Eigenverbrauchsausgleich wird überschätzt, und im Sommer verpufft viel 
PV Strom ungenutzt, was keiner der Solateuere dir vorrechnet, im Winter 
hast du vorne und hinten zu wenig.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Michael B. schrieb:
> Ach Sven, wenn du im Rechnen in der Schule aufgepasst hättest, wüsstest
> du, dass bei grösseren PV Anlagen "10kWp" die Einspeisevergütung so viel
> höher ist wenn man vor dem eigenen Zähler einspeist (Eigenverbrauch also
> teuer bezahlt) als hinter ihm (Eigenverbrauch kostenlos, dafür weniger
> Geld), dass sich der zweite Zähler lohnt.
Na dann... 10kWp sind ja rießig...

Ich weiß trotzdem nicht wo sich das lohnen soll, wenn der Bezug 
tweilweise 45ct oder mehr kostet und man für die Lieferung etwas um die 
13 ct für Volleinspesung und 8ct bei Überschusseinspeisung bekommt.

Vorallemn dann wenn man Sektorenkopplung betreiben mag und somit 
möglichst viel Strom selbst verbraucht.

>
> Klar, kranke Gesetzgebung, aber falsch gebaut "vom Elektriker wurde mir
> dazu geraten, ein Zähler reicht" ist halt ein Verlustgeschäft.
Dazu erstmal Fakten zur Bestandsanlage nennen, Erichtungsjahr usw.
Und ja, es hat Jahre gegeben in denen hattest Du möglicherweise recht.

Bei neuen Anlagen mit Heizstab, Speicher und Wallbox eher nicht!

>
> Sven L. schrieb:
> Benötigen wird man den Platz nicht, aber die Späße der EVU inzwischen
> Sicherungskästen in Waggongrösse vorzuschreiben, denen ist das egal, und
> gesetzeskonform wolltest du schon bauen, oder ?
Komisch das es dann mit den VNB abgestimmte Schränke als 
Einfammlinienhausversion gibt in denen kein SG Platz vorhanden ist.

>
> Sven L. schrieb:
> Ich denke, er braucht einen neuen riesigen Kasten, nicht weil er nötig
> wäre (den bestehenden aufzurüsten ist sicher deutlich billiger), sondern
> weil er vorgeschrieben sein wird.
Wenn er einen neuen Schrank braucht, mit einem ZP, dann ist der etwas 
höher, das war es dann schon.

Und falls es im Netzgebiet eHz gibt, dann sind auch zwei Zähler unter zu 
bringen, die Einschränkung dürfte dann die max. Leistung pro Zähler 
sein, die erlaubt ist. Aber nochmals, meiner Meinung nach reicht da ein 
Zähler.

>
> Sven L. schrieb:
> Ich befürchte, den Kasten, so wie er ist  hat ein Elektriker fabriziert.
Ja und kein Elektriker mit ein bisschen Hirn wird für solchen Pfusch die 
Hand ins Feuer legen oder den Kopf hinhalten.

Und in dem Fall ist alles raus reisen und einmal gescheit neu sicher 
billiger, als versuchen das ganze mit Ersatzteilen zu vergolden.

Ich weiß nicht wie viele Zählerschränke und Zähler ich schon gesehen 
habe, von 230V Wechselstrom bis 20kV Mittelspannung, aber dieser sieht 
halt einfach übel aus, das muss man auch nicht mehr versuchen zu 
beschönigen.

von Max M. (te0006)


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> Ich denke, er braucht einen neuen riesigen Kasten, nicht weil er nötig
> wäre (den bestehenden aufzurüsten ist sicher deutlich billiger), sondern
> weil er vorgeschrieben sein wird.

Wie gesagt, das ist keine Option - kein Platz. Schon jetzt sind bereits 
die nach VDE/DIN geforderten Abstände um den Zählerschrank herum, sagen 
wir, schwierig.

Was tun um diesen Problemen zu entgehen? Keine PV-Anlage bauen? Auf die 
ohnehin mickrige Einspeisevergütung verzichten, also die Anlage nur 
zwecks Eigenverbrauch anschließen, um so ohne EVU-Abnahme auszukommen?

von Sven L. (sven_rvbg)


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Max M. schrieb:
> Wie gesagt, das ist keine Option - kein Platz. Schon jetzt sind bereits
> die nach VDE/DIN geforderten Abstände um den Zählerschrank herum, sagen
> wir, schwierig.
>
> Was tun um diesen Problemen zu entgehen? Keine PV-Anlage bauen? Auf die
> ohnehin mickrige Einspeisevergütung verzichten, also die Anlage nur
> zwecks Eigenverbrauch anschließen, um so ohne EVU-Abnahme auszukommen?
Viele Netzbetreiber rollen mittlerweile standardmäßig 
Zweirichtungszähler aus, sodass es für Leute die mal eben das anmelden 
vergessen haben, irgendwann das böse erwachen kommen wird.

Was tun? Ich würde sagen, jemanden beauftragen, der Ahnung hat, der wird 
Dir dann schon sagen was geht und was nicht.

Du wirst ja nicht wirklich meinen, das man mit zwei Bildern und ein 
wenig Text erkennen kann wie Deine Situation aussieht.

BTW: Guten PV Firmen legst Du Deine Stromrechnung vor und die lassen Dir 
eine Prognose raus.

Und ja, man kann alles schlecht reden, wie es unser Laberkopp hier mal 
wieder macht.

Aber 100% autark klappt halt nicht immer und nicht das ganze Jahr.

Das was Deine Anlage im Sommer zu viel bringt, für das Du aber immerhin 
ein paar Ct bekommst, das reicht Dir dann von der Auslegung her weiter 
ins Jahresende.

Mit Heizstab und Akku sind im Sommer 100% Autarkie möglich, wenn man das 
E-Auto mal außen vor lässt oder über den Tag laden kann.

Die Heizung ausschalten zu können, spart auch den einen oder anderen 
Euro, man muss das ganzheitlich sehen.

Man fährt ein E-Auto auch nicht wie einen Benziner leer und geht dann 
tanken, sondern hängt den regelmäßig ans Netz.

von Michael B. (laberkopp)


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Sven L. schrieb:
> Na dann... 10kWp sind ja rießig...
> Ich weiß trotzdem nicht wo sich das lohnen soll, wenn der Bezug
> tweilweise 45ct oder mehr kostet und man für die Lieferung etwas um die
> 13 ct für Volleinspesung und 8ct bei Überschusseinspeisung bekommt.

Na ja, 10kWp ist ungefähr das 10-fache einer Balkonsolar die im üblichen 
Haushalt mehr liefert als die Dauerlast (wenn die Sonne scheint).

Es wird also die 10 fache Menge an Strom produziert, als man gebrauchen 
kann, da lohnt es sich, für 5ct mehr zu verkaufen und 45ct zu kaufen, 
denn man bekommt ja 50ct.

Bei Akku geht die Rechnung schwieriger, meist ist man da durch die 
Wechselrichterleistung limitiert, aber wenn man den 
Eigenverbrauchsanteil damit schon bei einer Balkonsolar erhöht, hat man 
bei 10kWp NOCH mehr übrig.

Eigen(dauer)verbrauch amortisiert sich um so besser, um so kleiner die 
Anlage ist (bei gleichem Wp-Preis). Je grösser die Anlage ist, um so 
mehr Spitzenlast kann man abdecken, aber die ist ja seltener, die 
Investition also schwerer zu Amortisieren.

Sven L. schrieb:
> Bei neuen Anlagen mit Heizstab, Speicher und Wallbox eher nicht!

Eher doch. Weil kaum eine Anlage 100kWh Speicher, 12kW Wechselrichter 
hat um wirklich die Wallbox zu versorgen und im Sommer Heizung braucht. 
Im Winter kommt ja nix.

: Bearbeitet durch User
von Max M. (te0006)


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> Was tun? Ich würde sagen, jemanden beauftragen, der Ahnung hat, der wird
> Dir dann schon sagen was geht und was nicht.
>
> Du wirst ja nicht wirklich meinen, das man mit zwei Bildern und ein
> wenig Text erkennen kann wie Deine Situation aussieht.
>
> BTW: Guten PV Firmen legst Du Deine Stromrechnung vor und die lassen Dir
> eine Prognose raus.
>
> Und ja, man kann alles schlecht reden, wie es unser Laberkopp hier mal
> wieder macht.
>
> Aber 100% autark klappt halt nicht immer und nicht das ganze Jahr.
>[...]

Es ging mir hier weniger um eine allgemeine Renatbilitätsdiskussion des 
PV-Vorhabens. Das Thema PV sehe ich nicht nur unter wirtschaftlichen 
Aspekten, sondern würde es auch dann gern realisieren, wenn die 
Rentabilität nicht ganz erreicht wird. Dass ich ausreichend (für mich) 
dicht rankomme, weiß ich bereits.

Was aber nicht passiereren darf, ist dass ich die PV-Investition 
anschiebe aber die Anlage am Ende gar nicht anschließen und betreiben 
darf, nur weil die Vorschriften sagen, dass ein neuer Schaltschrank her 
müsste, aber real nun mal leider keiner hinpasst. Oder noch üblere 
Szenarien.

Insofern sehe ich nach euren bisherigen Infos (danke nochmal an alle) 
nicht die Diskussion mit einem PV-Fachmann als erstrangig an, sondern 
die mit meinem EVU/Netzbetreiber, welche Vorschriften denn bei mir für 
eine Abnahme zu erfüllen wären, und wie eng die in meinem individuellen 
Fall ausgelegt werden würden. Um herauszufinden ob es an dem 
Schaltschrankthema scheitert. Vermutlich muss ich aber dazu wiederum 
einen Elektriker hinzuziehen, da der EVU keine Lust haben wird, das mit 
einem Nichtfachmann zu diskutieren.

Korrekt?



>

von Martin S. (sirnails)


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Ein Elektriker kennt die TAB. Und die sollte auch im Netz zu finden 
sein.

Wie dem auch sei: du kommst ja sowieso nicht um einen Strippenzieher 
herum, weil nur er den Anschluss durchführen darf. Also wende dich doch 
gleich an ihn. Oder am besten: mehrere. Schlimmer geht eh nimmer - du 
kannst also bedenkenlos den billigsten nehmen.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Max M. schrieb:
> Geplant ist nur eine kleinere PV-Anlage (max 10kWP), deren WR und
> Speicher außen an der Hauswand sitzen wird.
> Was genau muss in einem solchen Fall zusätzlich in den Zählerschrank?

Nur der Zähler und die SLS und die Freischalter für die Steigleitung zum 
Wechselrichter. Man kann auch den FI und den Leitungsschutzschalter 
gleich auf eine Hutschiene im Zählerschrank unterbringen. Geht, ist 
ungefähr das gleiche wie bei einer Wallbox.
Wg. den Zählerschrankt?
Kannste den nicht unterhalb von deinen Bestehenden Zählerschrank 
unterbringen?
Wenn alles ned geht. Kanste den nich aussen anbringen?
Geschütz durch ein Vordach vllt?

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Max M. schrieb:
> Tja, das Problem ist dass es für einen zusätzlichen neuen Zählerschrank
> leider absolut keinen Platz gibt in meinem winzigen Hausanschlussraum
> (gesamter Wandplatz ist belegt und es ist so eng, dass hier  nur
> schlanke Elektriker und Heizungsinstallateure arbeiten können).

Zählerschrank im Heizungsraum?
Geht nur wenn keine Ex oder Feuergefahr besteht und die Temp dauerhaft 
nicht über 30C° liegt.

von Max M. (te0006)


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> Zählerschrank im Heizungsraum?
> Geht nur wenn keine Ex oder Feuergefahr besteht und die Temp dauerhaft
> nicht über 30C° liegt.

Die Temperatur ist nicht höher, hab ja da keinen Kohleofen drin oder 
dergleichen.

Wann nimmt man denn in einem EFH Explosionsgefahr an??

Es geht jedenfalls so seit 23 Jahren. Möge es keine Probleme wegen neuer 
Vorschriften geben.

von Max M. (te0006)


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> Wg. den Zählerschrankt?
> Kannste den nicht unterhalb von deinen Bestehenden Zählerschrank
> unterbringen?

Nein, da ist nicht viel Platz und unten kommen Kabel und Leitungen aus 
der Bodenplatte.

> Wenn alles ned geht. Kanste den nich aussen anbringen?
> Geschütz durch ein Vordach vllt?

Daran dachte ich auch schon und fragte weiter oben:

'Falls definitiv nur ein 2. Schrank hilft - kann man einen solchen in 
Deutschland auch außen am Haus haben, in einer entsprechend geschützten 
Ausführung, oder geht da gar nichts? (Es wäre dieselbe Wand, an der 
innen der Sicherungskasten ist, praktisch "dahinter")'

OK, dazu bräuchte ich vermutlich dann etwas in der Art? 
https://hager.com/de/katalog/produkt/zas205bd24-zasuniversz2052zp3hz4pbasis

Puh, 2K€ extra...

: Bearbeitet durch User
von Mario H. (djacme)


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>kann man einen solchen in Deutschland >auch außen am Haus haben, in einer 
>entsprechend geschützten Ausführung, >oder geht da gar nichts?

Anschlussbedingungen vom Netzbetreiber lesen und ausführenden betrieb 
fragen. Wir hatten ein ähnliches Vorhaben an einer alten Scheune, das 
wollten die nicht außen dran machen. Gab dann mit ach und Krach einen 
ganz alleine stehenden Kasten, direkt an der Grundstücksgrenze auf unser 
Gelände, da ist der Kasten mit den NH drinnen, der Zähler undein 3 Fach 
neozed Block nach'm Zähler und dann geht's weiter zu der vorhandenen UV 
im gebaude. SLS wollten die nicht machen weil der Kasten unbeheizt 
ist...fand ich komisch, aber mir egal.

von H. H. (Gast)


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Cha-woma M. schrieb:
> Zählerschrank im Heizungsraum?
> Geht nur wenn keine Ex oder Feuergefahr besteht und die Temp dauerhaft
> nicht über 30C° liegt.

"Ein Heizraum ist der Aufstellraum für Feuerstätten, die mit festen 
Brennstoffen arbeiten und insgesamt eine Nennwärmeleistung von über 50 
Kilowatt erreichen."

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