Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug 5-pol. DIN Stecker verschmurgelt


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von Gustav K. (hauwech)


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Hallo,

schon beim Verzinnen mit 300°C ist der Stift aus dem Kunststoffsockel 
heraus geschmolzen. Offensichtlich ein Thermoplast. Kann mich nicht 
daran erinnern, dass ich früher solche Probleme hatte.

War der Sockel früher aus einem Duroplast, oder was war anders?

Gustav

von Andreas B. (bitverdreher)


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Ich würde sagen, Du konntest früher mal besser löten. ;-)
Lötkolben heißer machen und schneller löten.

von Motopick (motopick)


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Der Trick ist einfach den Stecker in eine passende Buchse zu stecken...

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Motopick schrieb:
> Der Trick ist einfach den Stecker in eine passende Buchse zu stecken...

Auch gut! Bei mir wurden die Stecker in einem Minischraubstock gehalten, 
dessen Backen nahmen zugleich Wärme auf. Aber etwas dergleichen wird 
Gustav auch gemacht haben, lose liegend ist das Ding schwierig zu löten.

von Oliver S. (oliverso)


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Gustav K. schrieb:
> Offensichtlich ein Thermoplast. Kann mich nicht
> daran erinnern, dass ich früher solche Probleme hatte.
>
> War der Sockel früher aus einem Duroplast, oder was war anders?

Ich kann mich erinnern, daß mir in meiner Jugend (als diese Stecker noch 
üblich waren) die Stecker genauso weggeschmolzen sind, wenn ich da nicht 
ordentlich und schnell gelötet habe. Nur hatte mein damaliger Lötkolben 
da sicher keine 300 Grad.

Ergo: Nein, da hat sich nichts geändert. Mit Tolpatschigkeit bekommt man 
jeden Stecker eingeschmolzen.

Oliver

von Gustav K. (hauwech)


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Oliver S. schrieb:
> Nein, da hat sich nichts geändert.

Da bin ich anderer Meinung, siehe Bilder.

Der uralte Stecker von Hirschmann ist von mir selbst gelötet, keine 
Probleme. Die Stecker hat man früher auch gerne wieder abgelötet und 
anderweitig neu verlötet, ebenfalls keine Probleme.

Was sich geändert hat:

Heute wird minderwertiger Qualität nicht mehr als solche erkannt, weil 
man mit minderwertig aufgewachsen ist und nichts anderes kennt. Über 
"Früher" wird sich lustig gemacht. Wer heute minderwertige Qualität 
anprangert, wird als unfähig hingestellt, siehe:

Oliver S. schrieb:
> Mit Tolpatschigkeit bekommt man jeden Stecker eingeschmolzen.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Gustav K. schrieb:
> Da bin ich anderer Meinung, siehe Bilder.
>
> Der uralte Stecker von Hirschmann ist von mir selbst gelötet, keine
> Probleme. Die Stecker hat man früher auch gerne wieder abgelötet und
> anderweitig neu verlötet, ebenfalls keine Probleme.

Ich zweifle nicht an Deinen Lötkünsten, mir wäre es wahrscheinlich 
genauso passiert, wenn es ein ungeeigneter Kunststoff ist.

Dann muss wieder ein Original-Hirschmann-Stecker her, es gibt sie noch:

https://www.conrad.de/de/p/hirschmann-930-131-517-1-din-rundsteckverbinder-stecker-gerade-polzahl-num-5-grau-1-st-737445.html

https://www.eve.de/hirschmann-mas-50-s-din-stecker-5-polig-schwarz-930131500.html

Offenbar hat der hohe Preis seine Berechtigung. Wo ist Dein Stecker her?

von Thorsten S. (thosch)


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Nein, früher war NICHT alles besser, aber Ich fürchte, hier hat sich 
doch etwas geändert.
Diverse Stecker-Hersteller haben seit den 1980er Jahren den 
Glasfaseranteil in dem Kunststoff der Isolierkörper immer wieder 
reduziert. Das macht den Kunststoff bei Hitze weniger formstabil.
Der Grund dafür ist wohl Kostenoptimierung, denn ein geringerer 
Glasfaseranteil steigert die Standzeit der teuren Spritzgußformen 
erheblich...

Ich habe das gleiche bei Pfostensteckern mit Kragen beobachtet.
Solche von AMP aus den 1980er Jahren hatten nicht sofort eine tiefe 
Kerbe, wenn man sie mal versehentlich mit dem Lötkolben berührte. Die 
überlebten auch einen Reflowofen-Durchlauf im bleihaltig-Prozeß nur 
optisch leicht verändert und es ließen sich noch Stecker reinstecken.

10-20 Jahre später mit neuen Teilen vom gleichen Hersteller, ging das 
nicht mehr, da sackten die Kragen der Stecker im gleichen Reflowprozeß 
soweit in sich zusammen, daß kein Stecker mehr hineinpaßte.  Die mußten 
vor Reparaturen, die ein Reflow erforderten, von der Platine entlötet 
und anschließend wieder eingelötet werden, sofern die das Auslöten 
überhaupt intakt überstanden und nicht ersetzt werden mußten.

Zu den DIN-Steckern: Die von Hirschmann hatten früher (wie lange genau 
wei ßich nicht) Isolierkörper aus Duroplast. Die hielten problemlos 
meinen damaligen "Lötkünsten" als 12-jährigem stand.

Bei heutigen DIN-Steckern muß man schnell löten und am besten 
bleihaltiges Lot nehmen. Vor allem beim Löten keinen axialen Druck auf 
den Pin ausüben. Wärmeableitung am Steckerstift hilft auch vor dem 
Schmelzen des Isolierkörpers. Das Stecken in eine passende Buchse oder 
Kupplumg bewirkt sowohl Wärmeableitung als auch eine leichte mechanische 
Fixierung. Wenn es nicht um ein Bastelprojekt geht, würde ich die 
Buchse/Kupplung danach aber nur noch als Löthilfe verwenden.

Inzwischen verwendet wohl auch Hirschmann keinen Duroplast mehr, aber 
dennoch halten deren Stecker problemlos dem Lötvorgang stand. Der 
Stecker des TO war wohl ein billigesr Nachbau.

: Bearbeitet durch User
von Thorsten S. (thosch)


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Gustav K. schrieb:
> Da bin ich anderer Meinung, siehe Bilder.

Stimmt. Wo stammt der Stecker her?
Dein Stecker ist ganz offensichtlich von extrem minderwertiger Qualität.
Nichtmal die Spritzgußform war maßhaltig, wie man an den 
Kunststoffkragen sieht, die um die  nicht gelöteten Pins herum 
ausgetreten sind. Vermutlich sind die Pns dann auch noch zylindrisch 
glatt, so daß sie im Isolierkörper aus (zu) niedrigschmelzendem 
Thermoplast keinen axialen Halt finden.

von Maik .. (basteling)


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Der Stecker sieht ja wirklich nach miesester (un)qualtät aus. Da würde 
mich auch interessieren - wer diesen Schund verkauft.


Früher waren die Markendinger selbst unkaputtbar. Als Schüler hab ich 
mir immer mein Taschengeld damit aufgebessert, die 
Schraubgewinde-gesicherten DIN - Stecker Ladekabel der C-Netz 
Mobiltelefone von Papa und seinen Mitarbeitern nachzulöten. Das ging 
viele viele Male mit dem selben Stecker. Nur die Zugentlastung mit 
Metallplättchen und zwei Schrauben war nicht ausreichend für sperriges 
Spiralkabel und gewohnheitmäßige Kabelzieher, daher brachen dann gern 
die Litzen wieder an den Lötstellen nach einigen Monaten...Trotz 
zusätzlichem feinen Schrumpfschlauch. Heute würde man crimpen...

von Wendels B. (wendelsberg)


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Gustav K. schrieb:
> War der Sockel früher aus einem Duroplast

Zumindest in dem Teil von Deutschland, in dem auf Haltbarkeit und nicht 
auf Gewinnmaximierung optimiert wurde, ja.

Eben gerade noch einmal mit 350 Grad Loetkolben getestet, da schmilzt 
nix.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Gustav K. schrieb:
> Was sich geändert hat:

Der Lötkolben, der früher vermutlich ein ungeregeltes Brateisen mit 
400°C war.

Gustav K. schrieb:
> Wer heute minderwertige Qualität
> anprangert, wird als unfähig hingestellt, siehe:
Mag ja sein, daß die Qualität nachgelassen hat, aber frage Dich einfach 
mal, was Du für diesen Stecker inflationsbereinigt gegenüber den 
früheren bezahlt hast. Und ja, man bekommt es hin. Man muß halt 
entsprechend löten.

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Soweit ich mich erinnern kann, waren diese Stecker schon damals in 
meiner Kindheit beschissen zu löten und man musste es schon ein bißchen 
können, damit sich die Geometrie nicht verändert.

von Motopick (motopick)


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> schon damals in meiner Kindheit beschissen zu löten

Ja, matschige Thermoplaststecker gab es schon immer.
Nichtmatschige aber auch. Nur fehlte es oft an der Moeglichkeit
der Wahl.
Wenn der Stecker aber beim Loeten in einer Buchse steckt,
muss man ihn "nur" auskuehlen lassen, um ein nahezu perfektes
Ergebnis zu erhalten.
Schraubstoecke konnten und koennen das naturgemaess nicht.

Sehr "lustig" sind auch Kabelpeitschen an Mini-DIN-Steckern wenn
man sie selbst anfertigen muss, weil das Orinigal verbummelt wurde.
An einem Exemplar waren einmal sechs duenne Koaxkabel anzuloeten.
Ohne Schluesse zwischen den Signalen oder nach Masse...

von Mark S. (voltwide)


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Bei stark korrodierten XLR-Steckern aus den 80-er Jahren (Amphenol) habe 
ich das auch schon hinbekommen, das die pins im Plastik gewandert sind.

: Bearbeitet durch User
von Oliver S. (oliverso)


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Motopick schrieb:
> Ja, matschige Thermoplaststecker gab es schon immer.
> Nichtmatschige aber auch. Nur fehlte es oft an der Moeglichkeit
> der Wahl.

Das ist das, was ich weiter oben schon schrieb. Zu der Zeit gabs weder 
Internet, und eine Conrad-Filiale gabs auch eher selten.

„Meine“ Stecker stammten damals z.B. aus der HiFi-Abteilung des lokalen 
Karstadts, und schmolzen beim tollpatschigen Löten fröhlich vor sich 
hin.

Das es damals auch handgedengelte Weltraumstecker im einschlägigen 
Fachandel zu zweistelligen DM-Beträgen gab, die dann an sowas wie 
C-Netz-Telefone zum Preis eines Kleinwagens verbaut wurden, war sicher 
so. Nur war das nicht der Stanard.

Oliver

: Bearbeitet durch User
von Harald W. (wilhelms)


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Thorsten S. schrieb:

> Nein, früher war NICHT alles besser, aber:

"Es war nicht alles schlecht, was früher einmal gut war" :-)

von Harald W. (wilhelms)


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Motopick schrieb:

> Der Trick ist einfach den Stecker in eine passende Buchse zu stecken...

Ja, das ist mit Abstand der beste Tip; besser als ein Schraubstock.
Allerdings habe ich meist zusätzlich vorm Löten einen passenden
Bohrer in den Lötpins gedreht, um etwaige Oxide zu entfernen.

von Motopick (motopick)


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> und eine Conrad-Filiale gabs auch eher selten.

Das muss ich dahingehend praezisieren, dass es ueberhaupt
keine Conrad-Filiale gab, sondern einen sogenannten "RFT-Laden".
Ich kann mich an die spezielle Verfuegbarkeit von Diodensteckern
aber wirklich nicht mehr erinnern. Es muss aber welche gegeben
haben, weil ich diverse Kabel selbst angefertigt habe.
Die "guten" waren aus einheimischer Produktion der S.B.Z. und
aus einem duroplastischen Material.
Lediglich die Konstruktion der Steckerhuelle war suboptimal.
Die "schlechten" kamen wohl aus Polen oder der Tschechei.
Dafuer war bei denen die auessere Huelse robuster.

> einen passenden Bohrer

Das Sortiment hoerte nach unten hin bei 2 mm auf.
Das waere wohl etwas zu GROSS :).

von Joachim B. (jar)


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Ben B. schrieb:
> Soweit ich mich erinnern kann, waren diese Stecker schon damals in
> meiner Kindheit beschissen zu löten

aber nichts im Vergleich zum 14-poligen (mit Blech) AtariST Stecker für 
den Monitor.
Die 13 Pole auf gleicher Fläche!

https://www.chzsoft.de/site/site/assets/files/1041/vga_stecker.png

: Bearbeitet durch User
von Motopick (motopick)


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> aber nichts im Vergleich zum 14-poligen AtariST Stecker für den Monitor.
> Die 14 Pole auf gleicher Fläche!

Du kannst froh sein, dass der Herr Konstrukteur keinen Mini-DIN
Stecker ausgewaehlt hat!

von Percy N. (vox_bovi)


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Joachim B. schrieb:
> aber nichts im Vergleich zum 14-poligen (mit Blech) AtariST Stecker für
> den Monitor.
> Die 13 Pole auf gleicher Fläche!

Dank Studer konnte man schon lange Jahre vorher mit den zehnpoligen 
Steckern für die Revox A 77 üben.

von U. B. (Gast)


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Auch viel früher schon (von "gefühlt" 50 J.) musste man für ein
passables Ergebnis solche Dinger "schnell" und mit heisser(!)
Knarre löten.

Was mich richtig frustierte, war, wenn ich einen solchen 5 poligen
Stecker (wg. Aufnahme/Wiedergabe waren alle Pins notwendig)
funktionsmässig-erfolgreich an einem Kabel angepfriemelt hatte,
ich alsdann bemerkte, dass die Steckertülle noch
ganz alleine auf dem Tisch lag ...

von Joachim B. (jar)


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U. B. schrieb:
> ich alsdann bemerkte, dass die Steckertülle noch
> ganz alleine auf dem Tisch lag ...

🤣 wer kennt es nicht?

von Andreas B. (bitverdreher)


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Joachim B. schrieb:
> 🤣 wer kennt es nicht?

Ein Trost, daß ich damit nicht alleine bin ;-)

Beitrag #7404535 wurde vom Autor gelöscht.
von Rainer W. (rawi)


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Rainer Z. schrieb:
> Auch gut! Bei mir wurden die Stecker in einem Minischraubstock gehalten,
> dessen Backen nahmen zugleich Wärme auf.

Das hält aber nicht die Pins auf Position, falls der Kunststoff weich 
wird.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Rainer W. schrieb:
> Rainer Z. schrieb:
>> Auch gut! Bei mir wurden die Stecker in einem Minischraubstock gehalten,
>> dessen Backen nahmen zugleich Wärme auf.
>
> Das hält aber nicht die Pins auf Position, falls der Kunststoff weich
> wird.

Hast sicher Recht. Entscheidend dürfte der minderwertige Kunststoff 
sein. Früher(tm), als DIN-Stecker noch verbreitet waren, waren die von 
mir genutzten Dinger ausschließlich von Hirschmann und die waren in 
Ordnung. Die schaffte ich selbst mit einem ERSA 30.

U. B. schrieb:
> dass die Steckertülle noch ganz alleine auf dem Tisch lag ...

Ja... :(( Trotzdem passierte es nicht nur einmal! Jedenfalls ich war/bin 
nicht lernfähig. Vermutlich, weil ich mir stets sagte, es würde 
Schlimmeres geben.

von Herbert Z. (herbertz)


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Ist einfach so wo jeder protzt, wie günstig er dies und jenes gekauft 
hat.
Wer die alten guten Sachen beim Namen kennt sollte versuchen die auch 
wieder zu bekommen ,auch wenn sie mehr kosten. Mache ich jedenfalls so.

von U. B. (Gast)


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> Wer die alten guten Sachen beim Namen kennt sollte versuchen die
> auch wieder zu bekommen ,auch wenn sie mehr kosten.
> Mache ich jedenfalls so.

Funktioniert halt leider immer öfters immer schlechter,
bis auf weiteres wohl mit allerstrengstens monoton fallender Tendenz ...

Weil:
Produziert wird solcher Kram praktisch NUR noch in China.
Und, wg. Annalena&Co., wollen/dürfen 'wir' ja von denen nun aber
auch gar nix mehr importieren!    SCNR

von Herbert Z. (herbertz)


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U. B. schrieb:
> Weil:
> Produziert wird solcher Kram praktisch NUR noch in China.
> Und, wg. Annalena&Co., wollen/dürfen 'wir' ja von denen nun aber
> auch gar nix mehr importieren!    SCNR

Es ist völlig richtig, dass wir in China umschichten und denen nicht 
mehr alles abkaufen. Irgendwas müssen wir doch aus der Geschichte mit 
Putin lernen wollen.
Das größte Problem aber für den Westen ist Taiwan wenn dort die Chinesen 
einmarschieren. Dann wird aber weltweit "sense" sein mit 
Hochtechnologie, weil von Taiwan die Zutaten herkommem.
Der Geiz  im Westen fördert auch Konflikte.
Die Bilder auf manchen Chinesischen Anbieterseiten lassen oft schon 
ahnen was da für ein Schrott kommen wird. Viel Mühe mit "schön aussehen 
" machen die sich nicht.
Aber wir wollen es nicht anders, weil das Nachtleben teuer ist...

von Michi S. (mista_s)


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Joachim B. schrieb:
> U. B. schrieb:
>> ich alsdann bemerkte, dass die Steckertülle noch
>> ganz alleine auf dem Tisch lag ...
>
> 🤣 wer kennt es nicht?

Der hat - per Definition - in seinem Leben noch keine (relevante Anzahl) 
von Steckern an Kabel gelötet.

von Gerald B. (gerald_b)


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Ich kann nur über die alten RFT Diodenstecker reden. Die waren aus 
Duroplast und die Kontakte verzinnt, oder versilbert. Jedenfalls nehmen 
sie bereitwillig Zinn an.
Da meine Tochter meinen alten Reciver und einen irgendwo abgestaubten 
Platenspieler zuammen betreiben wollte, dachte ich. "Kein Problem, Papa 
lötet mal eben ein DIN Kabel zusammen"
Nach 3 Wochen hatte ich die Stecker aus China. Was da kam, ließ mir das 
Gesicht einschlafen! zum Einen waren die Grundkörper aus Thermoplast und 
zum anderen haben sie es hinbekommen, die Steckerstifte 100% 
Lotabweisend zu fertigen. Keine hnung, ob die vernickelt, oder massiv VA 
sind.
Selbst der Buchsentrick, der mir auch bekannt ist, kam da an seine 
Grenzen. man lief da eher noch Gefahr, wenn man die Lötstellen mit 
Flussmittel gefügig machen wollte, die Buchsen zu vekleistern, so das ie 
eine isolieende "Innenlackierung" bekamen.
Ich bin dann dazu übergegangen, mir bei Pollin für ein paar Cent 
irgendwelche Adapterkabel, ich glaube DIN auf PS2, zu kaufen, die PS2 
Buchsen abzuschneiden und die Kabelenden zu verlöten und einzuschrumpfen 
:-)

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Gerald B. schrieb:
> Nach 3 Wochen hatte ich die Stecker aus China.

Warum kauft man sowas in China? Und das bei noch drei Wochen Lieferzeit.
Ich verstehe das nicht.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Herbert Z. schrieb:
> Es ist völlig richtig, dass wir in China umschichten und denen nicht
> mehr alles abkaufen.

Dann sorge dafür, dass wieder Ware in Deutschland gefertigt wird. Die 
Realität, gerade im Elektronikbereich, ist doch die, dass fast alles aus 
Fernost kommt.

Zeige mir einen Wasserkocher, einen Rasierapparat, eine Batterie, einen 
Toaster, eine Lampe ... der tatsächlich in Deutschland gefertigt wird.

> Irgendwas müssen wir doch aus der Geschichte mit
> Putin lernen wollen.

Daraus könnte man lernen, sich nicht selbst zu schaden - die Sanktionen 
sind zum Eigentor geworden.

Geht man in gleicher Weise gegen China vor, wird es hier ähnlich der 
ehemaligen DDR aussehen, oder gar schlimmer.

Rainer Z. schrieb:
>> Nach 3 Wochen hatte ich die Stecker aus China.
> Warum kauft man sowas in China?

Weil beim deutschen Bastelhöker die Versandkosten den Wert übersteigen 
und man nicht sicher sein kann, eine bessere Qualität zu bekommen.

Diodenstecker sind aus der Mode, schade, weil ich noch Bestände von Preh 
habe. Die haben Metallgehäuse mit Renkverschluß, passen aber auch in 
normale Buchsen.

von Percy N. (vox_bovi)


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Manfred P. schrieb:
> Daraus könnte man lernen, sich nicht selbst zu schaden - die Sanktionen
> sind zum Eigentor geworden.

Deshalb dürfen wir jetzt auf gar keinen Fall Öl im Venezuela einkaufen, 
denn das würde uns nur abhängig machen.

Seit hier in der Nähe des Ladenzenzrums mit REWE, Aldi ind nettp 
neuerdings ein Lidl aufgemacht hat, dpüre ich förmlich den Würgegriff 
der Abhängigkeit. Um mich daraus befreien zu können, werde ich wohl 
erhebliche Opfer bringen müssen, falls der Laden nicht auf wundersame 
Weise explodiett wird.

von Herbert Z. (herbertz)


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Manfred P. schrieb:
> Daraus könnte man lernen, sich nicht selbst zu schaden - die Sanktionen
> sind zum Eigentor geworden.

Das erzählen vor allem die welche gerne Putin die Füße waschen würden...
Ich fühle keine Eigentore ,das ist Geschwätz von denen die ich nicht mal 
besoffen wählen würde.
Ich kenne das schon 4,10 Euro wie in München für eine Zimtschnecke 
bezahlen ,aber beim Einkaufen für das Hobby nach China gehen und Glump 
kaufen.

von Wendels B. (wendelsberg)


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Herbert Z. schrieb:
> Ich kenne das schon 4,10 Euro wie in München für eine Zimtschnecke
> bezahlen ,
Und das klaglos.
> aber beim Einkaufen für das Hobby nach China gehen und Glump
> kaufen.

Und das mit massivem Geheule.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Herbert Z. schrieb:
>> Daraus könnte man lernen, sich nicht selbst zu schaden - die Sanktionen
>> sind zum Eigentor geworden.
>
> Das erzählen vor allem die welche gerne Putin die Füße waschen würden...

Eine sehr einfache Argumentation.

Nachdem die Ölpipeline zur PCK-Raffinerie gesperrt wurde, bekommt die 
nun Erdöl per Schiff über Rostock und die Eisenbahn. Da sie aus diesem 
kein Bitumen mehr herstellen können, wird das per LKW aus Tschechien 
angefahren - das ist gesamtökologisch bestimmt besser und tut den 
Straßen gut?

Gas wird mit viel Aufwand verflüssigt, mit Schwerölfrachtern um die 
halbe Welt gefahren und dann mit weiteren Verlusten wieder gasförmig. 
Das ist bestimmt besser, als es durch die Pipeline anzuliefern?

Weil es an Gas mangelt, laufen wieder einige (Braun-)Kohlekraftwerke, 
das ist natürlich ganz toll für die Umwelt?

Anders: Der Krieg gegen die Ukraine ist nicht tolerierbar, Putin ist ein 
Verbrecher und gehört zügig in die Urne verlegt.

Das ändert nichts daran, dass die Sanktionen erheblichen Schaden 
anrichten, sowohl Ökonomisch als auch Ökologisch. Ich bin mir sicher, 
dass RU noch immer zuverlässig liefern würde, wenn man es nicht unter 
Missachtung aller Aspekte dumm abgeklemmt hätte.

Wendels B. schrieb:
>> aber beim Einkaufen für das Hobby nach China gehen und Glump
>> kaufen.

Was immer Du mit "Glump" sagen willst. Hier laufen mehrere 
Eigenbaugeräte mit China-Arduinos und China-Modulen und erfüllen 
vollumfänglich ihren Zweck. Natürlich bin ich böse, weil ich [irgendwas] 
für einen Euro aus China bestelle anstatt für das identische Teil 
gleicher Herkunft einem lokalen Händler 3,50 € zu zahlen.

Wie ich bereits sagte: Sorge dafür, dass ich Teile aus tatsächlich 
deutscher Fertigung bekomme. Solange deutsche Firmen nur Chinaimporte 
verticken, sehe ich keinen Grund, diesen Gewinne zu bescheren.

von Gustav K. (hauwech)


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Manfred P. schrieb:
> Daraus könnte man lernen, sich nicht selbst zu schaden - die Sanktionen
> sind zum Eigentor geworden.

Wer die Torheit begangen hat, sich mich harten Drogen einzulassen, wird 
niemals seinen Dealer zum Teufel jagen, von dem er bisher für kleines 
Geld zuverlässig seinen Stoff in bester Qualität bezogen hat. Das macht 
nur jemand, der völlig durchgeknallt ist. Denn danach darf man sich mit 
Rattengift gestreckten Stoff drücken und hoffen, dass einen der Notarzt 
rechtzeitig findet und es ihm mittels Reanimation gelingt, einen ins 
Leben zurück zu holen.

Herbert Z. schrieb:
> Das erzählen vor allem die welche gerne Putin die Füße waschen würden...

Bin auf den Spruch von dir gespannt, wenn China Taiwan kassiert. Dann 
wird deine Jeans nicht mehr für 15 Euro aus China kommen, sondern für 
150 Euro aus Deutschland. Dann reden wir nicht mehr über 7.5% Inflation, 
sondern dann reden wir über 1000% Inflation.

Dann wirst du dir wünschen, Füße waschen zu dürfen...

: Bearbeitet durch User
von Axel R. (axlr)


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Manfred P. schrieb:
> anstatt für das identische Teil
> gleicher Herkunft einem lokalen Händler 3,50 € zu zahlen.

Hier liegt der HUnd begraben: auf des gleiche Teil.
Kauft der Bastler es nicht in China, kauft es ein Händler dort ein und 
vertickt es Dir zum dreifachen Preis.

(Die Abschaltung der Öl/Gas-Dingens war in meinen Augen dumm. Aber ich 
kenne auch nicht die Kunkeleien hinter den Vorhängen mit dem Ammis. Die 
werden da ihre Interessen schon vertreten haben)

von Michi S. (mista_s)


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Gerald B. schrieb:
> waren die Grundkörper aus Thermoplast und
> zum anderen haben sie es hinbekommen, die Steckerstifte 100%
> Lotabweisend zu fertigen.

Tja, das ist zwar absolut lötuntauglich, aber wenigstens in sich 
irgendwie konsistent. ;)


Axel R. schrieb:
> dem Ammis. Die
> werden da ihre Interessen schon vertreten haben

Darauf kann man gefahrlos wetten. In der hinsicht sind sie uns, also 
EUropa, nämlich leider um Lichtjahre voraus.

: Bearbeitet durch User
von Herbert Z. (herbertz)


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Gustav K. schrieb:
> Bin auf den Spruch von dir gespannt, wenn China Taiwan kassiert. Dann
> wird deine Jeans nicht mehr für 15 Euro aus China kommen, sondern für
> 150 Euro aus Deutschland. Dann reden wir nicht mehr über 7.5% Inflation,
> sondern dann reden wir über 1000% Inflation.

Ich habe so viele Jeans in meinem Schrank hängen die reichen mir bis zur 
Urne. Ich bin Sportler und mein Gewicht hat sich kaum verändert.

Du hast dich bloß an die billigen Preise gewohnt die allerdings nur für 
"no Name" gelten. Eine Lewis kostet immer noch jede Menge Geld.
Im übrigen werkeln auch in China Sklaven für solche wie dich.Scheint 
dich aber nicht zu stören... und Antibiotika geht bei uns auch aus 
...aber nicht in China wo das herkommt und wir abhängig sind. Ist nur 
ein Beispiel von vielen möglichen. Aber was erzähle ich , ist dir doch 
eh wurscht wie die Zusammenhänge sind, wenn du nur auf die Amis 
schimpfen kannst. Ich weiß auch wen du wählst, kann es mir gut 
vorstellen.

: Bearbeitet durch User
von U. B. (Gast)


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> ...ist dir doch eh wurscht wie die Zusammenhänge sind,
> wenn du nur auf die Amis schimpfen kannst.

Anmerkungen:
1.) Gibt es wirklich immer noch Naivlinge/iNNen, die glauben,
    dass unsere angeblichen 'Freunde', die Amis, mit der Sprengung
    der Gas-Leitung in der Ostsee gar nix zu tun hätten?
2.) 'Unsere' Volksvert(z)reter, die uns vordiktieren, auf welche Tour
    der ehemalige Industriestandort (und Exportweltmeister!)
    Deutschland den Standards à la Biafra oder Bangladesh angepasst
    werden soll, dürfen wir uns
    -wenigstens derzeit noch-
    selber wählen.
    Auch wenn die Kanditatenauswahl für die jeweiligen Wahlen u.U.
    noch weniger als früher von den jeweiligen Parteibasen,
    geschweige denn vom sog. "Souverän"
   ('Volk' darf man ja nicht mehr sagen)
    bestimmt wird.

von Percy N. (vox_bovi)


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U. B. schrieb:
> Auch wenn die Kanditatenauswahl für die jeweiligen Wahlen u.U.
> noch weniger als früher von den jeweiligen Parteibasen,
> geschweige denn vom sog. "Souverän"
> ('Volk' darf man ja nicht mehr sagen)
> bestimmt wird.

Interessanterweise sind es gerade die direkt gewählten MdB, deren Wahl 
als einzige den Vorgaben des GG entspricht, die wesentlichen Oofee der 
Wahlrechtsreform. Wenn sich das so weiter entwickelt, haben wir bald 
flächendeckendes Kadersystem, Nomenklatura und Führerprinzip; das 
scheinen alle Parteien gut zu können.

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