Wenn ich dich richtig verstehe sind das eigentlich alles die Probleme
des Bestückers.
Nicht unbedingt mein Problem.
Kommt darauf an, der Bestücker kann auch argumentieren, das ihn der Kunde hat "ins offene Messer laufen lassen", weil man dem Bestücker unzureichend informiert hat.
Bspw. nach welcher IPC-Class bewertet werden soll? Und welche Bauteile u.U kritisch sind weil besondere Anforderungen an den Lötprozess gestellt werden, bspw bei den Modulen?
Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Not-invented-here-Syndrom und andere "Antipatterns" https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Pattern
Wir hatten in der Vergangenheit Probleme mit dem Bestücker. Um dies zu
umgehen haben wir Röntgen mit dazu bestellt. Kostete ganze 90€.
Zum ausprobieren völlig ok.
Ok, aber eben nur "die halbe Miete". Was nützt X-ray und andere Zusatzinformation, wenn man daraus nicht qualitätssteigernde Änderungsmassnahmen (in der Fertigung und/oder design und/oder Kommunikation zw. den Gewerken) ableitet.
Auch wenn wir es nicht bewerten können weil wir "unbedarft" sind, dann
gibt sich der Bestücker eventuell mehr mühe und wir haben weniger
ausschuss.
Der Bestücker gibt sich soviel Mühe, wie von ihm gefordert wird. Da sollte man schon das ehrliche Gespräch suchen. Gibt man beispielsweise an, das man unbedingt 100 Geräte ausliefern muß, schlägt ein guter Bestücker mglw. von sich aus vor, 105 Stück PCB zu fertigen und davon 10 als Rocket-Los zu bestücken, damit diese schnell auf Prozeßfehler geprüft werden können, um den yield für die verbleibenden 95 auf 100% zu bringen.
Natürlich darf der Kunde "mitdenken" und die Bestellung so gestalten, das für ihn als Kunde eine (operative) Reserve drin ist. da legt man gerne eine erstserie von 10% mehr auf, um dann die 10% schlechtesten auszusortieren und eben nicht auszuliefern. Im Akademischen Bereich kennt man sowas als "Badewannenkurve", der yield ist bei Serienstart geringer, also plant man mehr ein.
https://www.uni-rostock.de/storages/uni-rostock/UniHome/Weiterbildung/KOSMOS/E-Technik/Material_Ergebnisse_E-Technik/Skript_Baugruppenmontage.pdf
https://resources.altium.com/de/p/what-burn-testing-electronics
Und ich bin schon der Meinung, das jedem Fach-Ingenieur die Grundbegriffe der Fertigung wie "Burn-in", "Kindersterblichkeit" ( infant mortality) bekannt sein müßen, nicht nur den "Wirtschaftsingenieuren".
Fun fact: die chip-hersteller haben in ihren IC's sogennante "sewing gates" drin oder der RAM hat reserve Bänke integriert, damit man dann beim Bonden, Fertigungsfehler kompensieren kann.
Und generell sollte man als Bestücker-Kunde wenigstens Grundkenntnisse in DfM aka "design for manufactoring" mitbringen.
https://news.ewmfg.com/blog/manufacturing/dfm-design-for-manufacturing