Forum: Haus & Smart Home Was haltet ihr vom Konzept der Thermoakustischen Wärmepumpe?


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von Frank S. (tueftler81)


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Ja Frage steht im Betreff, hier nochmal der Vollständikeit halber:
Was haltet ihr vom Konzept der Thermoakustischen Wärmepumpe?

Hier der Link zur Suche bei Google darüber:
https://www.google.com/search?q=thermoakustische+w%C3%A4rmepumpe

Und hier der Link zu zwei Start-Ups die so eine WP herstellen:
https://www.equium.fr (französisch)
https://www.blueheartenergy.com (niederländisch)

Preise und wann man sowas kaufen könnte habe  ich noch nicht gefunden.
Auf das Prinzip aufmerksam bin ich beim lesen des Wikipedia-Artikels zu 
Wärmepumpen (Kombinationen) geworden.

Mal sehen was daraus wird, Helium ist soweit ich weiss bezahlbar und ein 
Lautsprecher mit Leistungsregelung sollte jetzt auch kein Problem der 
Unmöglichkeit sein. Wenn es das hält, was die Versprechen, ist das 
sicher eine ernstzunehmende Alternative zu den Wärmepumpen mit 
Kältemittel und Verdichter.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Ich würde zur Zeit des momentanen Hype sehr sehr vorsichtig mit solchen 
Sachen sein. Es besteht einen große Chance, daß man sonst heftig 
betrogen und von Leuten abgezockt wird, deren Anlagen vielleicht sogar 
halbwegs funktionieren, aber meilenweit hinter den Erwartungen 
zurückbleiben. Das hat es vor 20 Jahren auch bei der Windkraft gegeben, 
wo irgendwelche tollen Turbinen für viel Geld von irgendwelchen neuen 
Firmen verkauft und auch gebaut wurden, die in der Praxis aber - ich 
glaube man kann das so direkt sagen - einfach nicht funktionierten.

Vor allem dieser Account "Norio" ist mir schon mehrfach bei YT mit 
solchen Blödsinnsvideos aufgefallen, die mal wieder sowas wie freie 
Energie versprechen oder angebliche Kernreaktoren, die mit Atommüll 
laufen, diesen angeblich unschädlich machen und ganz nebenbei all unsere 
Energieprobleme lösen. Oder mit Beiträgen über irgendwelche entdeckten 
Aliens... ja nee, is klar (habe jetzt keine Lust, konkrete Beiträge 
herauszusuchen, das Material ist mir einfach zu dumm und man sollte es 
nicht weiter verbreiten) Sorry, aber wer das glaubt ist selbst schuld. 
Mich interessiert nicht mehr was mir irgendwer - sei es "Forscher", sei 
es ein Hochglanz-Werbeprospekt, sei es ein Startup - verspricht, mich 
interessiert nur noch was eine Sache im Praxiseinsatz tatsächlich 
leistet und ob ich damit tatsächlich Geld sparen kann oder ob damit ein 
größeres Problem unserer Zeit nachhaltig gelöst werden kann. Alles 
andere ist Zeit- und Geldverschwendung.

Also einfach mal locker durch die Hose atmen und abwarten, bis es reale 
Produkte gibt und bis man sieht, was diese real zu leisten vermögen. 
Eine Wärmepumpe, die nur bis 20°C Außentemperatur funktioniert und 
darunter nur als Anschauungsmodell zu gebrauchen ist, bringt mir genau 
gar keinen Nutzen.

von René H. (mumpel)


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Sowas wäre m.E. nur interessant, wenn es effizienter wäre als die 
bisherigen Wärmepumpen. Also auch bei unter -30 Grad noch hohe 
Heizleistung bringen, und auch Hochhäuser effizient beheizen (derzeitige 
Wärmepumpen kommen über den 1. Stock nicht hinaus). Und natürlich 
erheblich Kosten sparen, gegenüber der derzeitigen Technik.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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-30°C sind für unsere Breiten unrealistisch. Wir haben im Jahr nur sehr 
selten mehr als 10 richtig kalte Nächte und nur sehr wenige unter -20°C.

Also selbst wenn man auch zu diesen extremen Zeiten keinen 
Komfort-Verlust hinnehmen möchte (und z.B. für die paar kalten 
Nachstunden auf die Wärmepumpe verzichtet) und mit einem Heizstab rein 
elektrisch heizt, dann spart man über den Rest des Jahres - vor allem im 
Frühling und Herbst - immer noch genug.

Das Wichtigste in meinen Augen ist dabei aber eine sehr zuverlässige 
Wärmepumpe. Also keine mit Mega-COP, der am Ende sowieso nur in 
Ausnahmefällen wie versprochen gehalten wird, sondern eine die 20 Jahre 
ohne Kühlmittelverlust und Verdichterschaden funktioniert. Das sind die 
beiden Sachen, die ich heute noch nicht verstehe. Da will man mir 
nachhaltige Technik versprechen und dann gammeln nach kurzer Zeit die 
Wärmetauscher durch oder die Geräte-internen Kältemittelleitungen werden 
undicht. Schlimmstenfalls fliegt mir der Verdichter oder der ach so 
tolle Inverter um die Ohren, dann habe ich 'nen Schaden von paar tausend 
Euro - die ich dann auch sofort investieren muss, weil ich brauche die 
Wärmepumpe ja zwingend - und genau gar nichts gespart. Da müssen die 
Hersteller in meinen Augen noch einiges nachbessern.

Vielleicht eröffne ich demnächst eine Kältetechnik-Firma. Das könnte 
sich lohnen wenn jetzt jeder so ein möglichst billiges Teil auf die 
Schnelle installiert weil er sich von Politik und Verkäufern um den 
Finger wickeln lässt.

Edit:
> derzeitige Wärmepumpen kommen über den 1. Stock nicht hinaus
Das habe ich ja glatt übersehen, das ist Quatsch.

Es kommt drauf an wie das Haus beheizt wird. Warmluft bei Bürogebäuden 
z.B. kann man problemlos durchs ganze Haus pusten. Niedrig erwärmtes 
Heizungswasser ginge auch gut (mit den richtigen Heizkörpern natürlich). 
Das Kältemittel ließe sich auch durchs ganze Haus verteilen, aber dann 
wird die Anlage sehr komplex und evtl. schwerer zu regeln.

Das einzige, was für eine Wärmepumpe wirklich schwierig ist, ist eine 
hohe Vorlauftemperatur, besonders bei sehr niedriger Temperatur der 
Wärmequelle.

: Bearbeitet durch User
von René H. (mumpel)


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Ben B. schrieb:
> Es kommt drauf an wie das Haus beheizt wird. Warmluft bei Bürogebäuden
> z.B. kann man problemlos durchs ganze Haus pusten. Niedrig erwärmtes
> Heizungswasser ginge auch gut (mit den richtigen Heizkörpern natürlich)

Da gibt es auch andere Berichte.

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Garnichts halte ich von dem Konzept.

Mein ganzes Leben ist geprägt von der Physik und selbige sagt mir, daß 
der Wirkungsgrad eines "Lautsprechers" grottenschlecht ist.

Wenn du wirklich z.B. 3kW Wärme erzeugen möchtest, bei einem COP von 3, 
dann müsstest du 1kW effektive Leistung in das Medium Helium schicken, 
sofern die Theorie funktionieren würde.

Ein Lautsprecher, der 1kW effektive Leistung abstrahlt, braucht ein 
Vielfaches der Leistung zum Antrieb.

Anders formuliert: Wenn ein Lautsprecher mit 1kW angetrieben wird, dann 
werden im Medium (Helium) mitnichten diese 1kW ankommen/umgesetzt.
Ganz zu schweigen vom Wirkungsgrad des antreibenden Verstärkers.

Ich fürchte, da will sich jemand mal wieder auf Grund der Dummheit der 
Menschen die Taschen voll stopfen.

: Bearbeitet durch User
von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Du gehst bestimmt von Luft bei Normaldruck mit einem breitbandigen 
Lautsprecher aus. Das kann bei einer solchen Maschine anders aussehen: 
schmalbandig, hoher Druck und anderes Medium, deutlich bessere Kopplung.

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Abdul K. schrieb:
> Das kann bei einer solchen Maschine anders aussehen:
> schmalbandig, hoher Druck und anderes Medium, deutlich bessere Kopplung.

Ja, das habe ich ins Kalkül gezogen, aber der Weg der 
Signalerzeugung-Verstärkung-Wandler (Lautsprecher)- Medium ist sehr 
verlustbehaftet.

Die Verluste werden zwar auch in Wärme umgesetzt, gehen in die Rechnung 
aber nur 1:1 ein, also ohne Gewinn. Bleibt im Ende nur eine gewöhnliche 
Elektroheizung.

von Rainer W. (rawi)


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René H. schrieb:
> ... und auch Hochhäuser effizient beheizen (derzeitige
> Wärmepumpen kommen über den 1. Stock nicht hinaus)

Wärmepumpen können keine Stockwerknummern lesen und für den Strom gibt 
es Kabel.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Gibt es denn zur Bekräftigung der Theorie des Konzepts keine öffentlich 
zugänglichen wissenschaftliche "Papiere"  mit ihren nachweisbaren 
mathematischen Belegen zur Bekräftigung der Behauptungen?

Die Energiebilanz sollte doch in praktischer Hinsicht unter 
Berücksichtigung aller in Frage kommenden Wirkungsgrade ausreichend 
genau berechenbar sein. Sollte das "noch" nicht möglich sein, dann gäbe 
das natürlich zu denken.

Es sollte doch nur belegbare nüchterne angewandte Physik und Mathematik 
im Spiel sein und keine zu "glaubende" Magie:-)

Gerhard

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Was wie fast immer fehlt, ist die kleinteilige Anwendbarkeit durch den 
kleinen Mann. Helium ist nicht gerade günstig.

von Flip B. (frickelfreak)


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Was ich mich beim üblichen kältekreislauf immer wieder frage: Könnte man 
nicht aus der Expansion beim phasenübergang flüssig zu gasförmig auch 
nochmal (mit einer Kolbenmaschine z.b.) mechanische energie ziehen, und 
dabei noch den Thermischen Wirkungsgrad erhöhen?  Druckgas / Flüssiggas 
aus einem behälter kann ich ja auch bei normaltemperatur durch einen 
Kolbenmotor jagen und danach ist es kälter als beim direkten ausströmen 
durch ein ventil oder kapillare.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Anbei mal seriöse Einschätzungen von neuen Technologien:
https://www.gebaeudetechnik.ch/waerme-kaelte/waermetechnik/waermepumpen/waermepumpen-effizienzsprung-bahnt-sich-an/
Der Ersatz herkömmlicher Verdichter durch ölfreie Turbokompressoren 
verspricht eine um 20 Prozent höhere Leistungszahl und eine 
Stromersparnis von bis zu einem Viertel.

Zu diesem Prinzip gibt es auch mehr an Informationen:
https://www.ipm.fraunhofer.de/de/gf/energiewandler-thermische/komp/kalorische-systeme/magnetokalorische-systeme.html
https://www.energie-experten.org/news/sind-magnetokalorische-waermepumpen-serienreif
https://www.heizungsjournal.de/neue-waermepumpentechnik-deutsche-wohnen-sichert-sich-option-ohne-kompressor-und-kaeltemittel_15137

Das stellt zumindest das Prinzip ein wenig dar, aber mehr auch nicht:
https://efahrer.chip.de/e-wissen/waermepumpe-revolutioniert-sie-nutzt-schall-statt-chemie_1010604

Wenn Stickstoff in der Röhre unter Resonanz gesetzt wird, gibt es 
verschiedene Druckzonen. Der Wasserstreifen im Rohr bewirkt, das an 
stehenden Wellen das Wasser jeweils kondensiert oder verdunstet. D.h. 
wenn der Unterdruck im Rohr so gewählt wird, das der Kondensierungspunkt 
bei 10 Grad liegt, dann bilden sich Zonen aus, die ein paar Grad mehr 
und ein paar Grad niedrigere Temperatur aufweisen.

von Rüdiger B. (rbruns)


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Flip B. schrieb:
> Könnte man
> nicht aus der Expansion beim phasenübergang flüssig zu gasförmig auch
> nochmal (mit einer Kolbenmaschine z.b.) mechanische energie ziehen

Natürlich, wird auch gemacht, aber nur wenn die Anlage gross genug ist 
für eine Turbine.
Kosten/Leistung entscheidet.

von Wendels B. (wendelsberg)


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Ich halte auch viel vom Konzept eines Fusionskraftwerks, zoegere aber 
trotzdem noch mit der Bestellung.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Was wie fast immer fehlt, ist die kleinteilige Anwendbarkeit durch
> den kleinen Mann. Helium ist nicht gerade günstig.
Ich glaube das ist nicht das Problem, Helium bekommt man ja auch als 
Ballon-Gas. Wenn das Gas in der Anlage bleibt, dann ist das eine 
einmalige Investition. Leider hat Helium genau wie Wasserstoff das 
Problem, daß es durch fast alle Stoffe langsam hindurchdiffundiert. 
Nicht so schnell wie Wasserstoff (glaube etwa 70% der Diffusionsrate von 
Wasserstoff), aber es ist nicht mal durch Stahl- oder Kupferrohre 
möglich, Helium auf lange Zeit in einem abgeschlossenen Raum zu halten. 
Wenn man es zusätzlich unter hohen Druck setzt, damit etwa die 
mechanische Kopplung mit irgendwas besser wird oder ganz einfach damit 
es heiß wird, wird dieses Problem noch verschlimmert.

> Was ich mich beim üblichen kältekreislauf immer wieder frage:
> Könnte man nicht aus der Expansion beim phasenübergang flüssig
> zu gasförmig auch nochmal (mit einer Kolbenmaschine z.b.)
> mechanische energie ziehen, und dabei noch den Thermischen
> Wirkungsgrad erhöhen?
Natürlich, könnte man. Allerdings muss man sich fragen, welche Energie 
an dieser Stelle nutzbar gemacht werden könnte, und das ist eigentlich 
lediglich die kinetische Energie, die das Kältemittel beim Durchströmen 
des Drosselorgans bekommt. Das ist nicht viel und sie geht wenn man den 
Gesamtprozess einer Wärmepumpe betrachtet auch nicht verloren, sondern 
sie erwärmt das Kältemittel und gelangt dadurch zum Verdichter zurück.

Wo sowas sinnvoll sein kann sind Systeme, die eine möglichst tiefe 
Temperatur erreichen wollen (unabhängig davon, wieviel Wärme dabei auf 
der andere Seite frei wird). Wenn man dem Kältemittel dann am 
Drosselorgan nochmal Energie entziehen kann, erreicht man eine etwas 
geringere Temperatur und entlastet den Verdichter um diese Energiemenge 
- sie steht dann aber auch nicht nach dem Verdichter an der heißen Seite 
zur Verfügung, und genau das würde man ja bei einer Wärmepumpe 
eigentlich wollen.

Das Kältemittel lässt sich an dieser Stelle auch nicht (nennenswert) zur 
Energiegewinnung expandieren, weil dazu müsste es verdampfen und das 
benötigt Wärme. Woher soll die kommen? Eine mit flüssigem Kältemittel 
beaufschlagte Kolbenmaschine ist irgendwann so kalt wie das Kältemittel 
selbst und dann plätschert dieses einfach flüssig hindurch. Dann lässt 
sich nur noch aus dem Druckunterschied Energie gewinnen - allerdings hat 
man diese Energie vorher durch den Verdichter selbst hineingesteckt, was 
zu einem Nullsummenspiel führt.

Evtl. ließe sich der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe damit ein winziges 
Stück steigern. Der Aufwand ist im Vergleich zum Nutzen aber enorm, da 
wählt man lieber einen größeren Wärmetauscher auf der kalten Seite, dann 
wird der Wirkungsgrad auch besser (das ist nämlich der Hauptgrund, warum 
Inverter-Wärmepumpen im Teillastbereich so gut abschneiden und unter 
Vollast nicht besser als ein nicht-Inverter-Gerät).

Edit:
> dann bilden sich Zonen aus, die ein paar Grad mehr
> und ein paar Grad niedrigere Temperatur aufweisen.
Das ist leider nicht das Hauptkriterium einer Wärmepumpe. Die Funktion 
einer Wärmepumpe liegt nicht primär darin, eine heiße und eine kalte 
Stelle an einem Rohr oder so zu bilden - sondern darin, wie effizient 
sie Wärme von der kalten zur warmen Stelle transportieren kann.

: Bearbeitet durch User
von Kay-Uwe R. (dfias)


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Abdul K. schrieb:
> Helium ist nicht gerade günstig.
Orbital gesättigt und tritt atomar auf. Nichts ist kleiner! Möchte nicht 
wissen, wie oft man hier nachtanken müsste.

: Bearbeitet durch User
von Michael O. (michael_o)


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Ja eine Drossel durch etwas sinnvolleres zu ersetzen könnte den 
Wirkungsgrad signifikant erhöhen. Aber es gibt interessantere Wege an 
den Grundfesten der Thermodynamik zu rütteln. Die Jungs sind ja 200 
Jahre lang den Beweis ihrer kruden Theorie schuldig geblieben. Die so 
genannten Hauptsätze sind vielleicht ja nicht viel mehr als heiße Luft.
Sie behaupten das man Energie nicht erzeugen oder vernichten kann. 
Einstein hat bewiesen das Energie und Materie eigentlich zwei Seiten der 
selben Medallie sind - wir erinnern uns an E=mC2.
Wenn man etwas nicht erzeugen kann, kann es auch nicht da sein...

Wir sind wohl doch nur ein Computer Simulation.

Mfg
Michael

von Kay-Uwe R. (dfias)


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Michael O. schrieb:
> Wir sind wohl doch nur ein Computer Simulation.
"Welt am Draht" - einer meiner Lieblingsfilme!

von Thomas R. (thomasr)


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Das Konzept der Akustischen Wärmepumpe hatten wir schon in 1993 
ausgiebig getestet und verworfen. Zu viele Nachteile, schlechter 
Wirkungsgrad des Gesamtkonzeptes.

Allein die Verwendung "besserer" Kältemittel in einer konventionellen 
Verdichteranlage bringt mehr.

Wir sind MEILENWEIT hinter den Japanern, Norwegern und anderen 
Vorreitern der WP Technik hinterher. Nicht ohne Grund hat Viessmann 
verkauft: die altbackene Technik aus D will bald niemand mehr haben.

von Max M. (zbmax)


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Thomas R. schrieb:
> Wir sind MEILENWEIT hinter den Japanern, Norwegern und anderen
> Vorreitern der WP Technik hinterher.

Was machen die besser?

von Flip B. (frickelfreak)


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Max M. schrieb:
> Was machen die besser?


-Hochautomatisierte Produktionsanlagen -> Preiswertere Produkte
-Höhere Fertigungstiefe, Kältekompressoren, Wärmetauscher und Inverter 
kaufen die Europäischen Marken nur zu und kleben sie in ein Gehäuse mit 
dem eigenen Namen drauf.
-Bessere Regelungs und Softwareintegration durch volle kontrolle der 
einzelnen softwarekomponenten
-Unabhängigkeit von veralteten Denkweisen. Niemand dort wird dir 
versuchen eine Gas-Wärmepumpen- Hybridlösung aufzuschwatzen. Die haben 
auch nicht den Anreiz, da sie die nicht abverkaufen müssen.

: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


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Max M. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Wir sind MEILENWEIT hinter den Japanern, Norwegern und anderen
>> Vorreitern der WP Technik hinterher.
>
> Was machen die besser?

Zum Beispiel die Verwendung von CO2/R744 als Kältemittel. Das hat gerade 
für WP einen erheblich günstigeren Temperaturgleit als übliche KM. An 
der Uni Tromsö wurde das bereits Anfang der 2000er (weiter)entwickelt 
und von diversen Firmen zur Serienreife gebracht (wir auch). Wollte aber 
damals keiner haben weil CO2 im überkritischen Bereich mit höheren 
Drücken arbeitet und damit die Anlagentechnik etwas teurer war/ist.

CO2 als Kältemittel ist an sich steinalt und wurde (unterkritisch) schon 
vor fast 100 Jahren auf Schiffen verwendet.

von Thomas U. (charley10)


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Thomas R. schrieb:
> Das Konzept der Akustischen Wärmepumpe hatten wir schon in 1993
> ausgiebig getestet und verworfen. Zu viele Nachteile, schlechter
> Wirkungsgrad des Gesamtkonzeptes.
>
> Allein die Verwendung "besserer" Kältemittel in einer konventionellen
> Verdichteranlage bringt mehr.
>
> Wir sind MEILENWEIT hinter den Japanern, Norwegern und anderen
> Vorreitern der WP Technik hinterher. Nicht ohne Grund hat Viessmann
> verkauft: die altbackene Technik aus D will bald niemand mehr haben.

Denk aber dran:
"Je weiter uns die Anderen voraus sind, desto größere Ziele können WIR 
uns stecken..."

von Günter N. (gnatz)


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Stirling Motoren werden sowohl als Motor als auch als Wärmepumpe 
eingesetzt. Schon vor Jahren wurden akustische Stirlingmotoren 
vorgestellt, mit den Merkmalen sehr einfacher preiswerter Aufbau, aber 
schlechter Wirkungsgrad. Dieses Konzept wird nun wieder aus der 
Versenkung hervorgeholt und mit geringen Modifikationen als Innovation 
angepriesen. Ein alter Hut wird nicht besser, wenn man ihn etwas 
aufpoliert.

von Thomas O. (kosmos)


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René H. schrieb:
> ...Also auch bei unter -30 Grad noch hohe
> Heizleistung bringen, und auch Hochhäuser effizient beheizen (derzeitige
> Wärmepumpen kommen über den 1. Stock nicht hinaus). Und natürlich
> erheblich Kosten sparen, gegenüber der derzeitigen Technik.

Wie kalt wirds den bei euch?

Eine Wärmepumpe mus nur bis zum Wärmetauscher pumpen und wenn es vom 
Keller nicht in den 2ten Stock reicht, Entweder die 16mm Röhrchen 
austauschen oder einen Heizkreispumpe nehmen die sich noch so nennen 
darf.

von Thomas O. (kosmos)


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Max M. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Wir sind MEILENWEIT hinter den Japanern, Norwegern und anderen
>> Vorreitern der WP Technik hinterher.
>
> Was machen die besser?

Die produzieren in Stückzahlen, so ne Mitsubishi Außeneinheit läuft 
millionenfach auf der ganzen Welt. Ich habe noch keinen Buderus, 
Vissmann,.... im Ausland an einem Haus montiert gesehen. Die sind nicht 
so blöd sich einen Anlage für 20 k€ einzubauen um dann 2k€ Subventionen 
abzugreifen.

Da kommt einen Außengerät für 3-4 k€ hin, ein Wärmetasucher innen rein 
und dann verteilen die das im Haus und gut.

von Hans K. (Firma: privat) (sepp222) Flattr this


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Ich als Wärmepumpennutzer interessiere mich auch für Nibe oder Trane 
Aktien.
An meiner Wärmepumpe hat mal das mexikanische Expansionventil versagt.
Bei dem deutschen Markengerät wurden Teile aus der ganzen Welt verbaut.
               Hans

von Uli S. (uli12us)


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Es gibt doch schon lange diese Kälterohre, die aus zugeführter sehr 
teurer Druckluft einen kleinen Teil kalte und sehr viel warme Luft 
machen.
Aber wie die Dinger tatsächlich funktionieren hab ich nie verstanden.
Insofern mag das ähnlich dem Prinzip hinhauen, bloss ist der behauptete 
Wirkungsgrad völlig unrealistisch. Wegen dem Lautsprecher, braucht man 
dafür überhaupt nen dicken Verstärker, würde da nicht eine H-Brücke wie 
in nem Umrichter, Steppertreiber oder US-Treiber langen? Ich hege da 
allerdings gewisse Vorbehalte, wegen der Lebensdauer des Lautsprechers.
Nach einigen Jahren sind die Membranen durch. Und das trotz nur 
gelegentlicher Nutzung. Wenn so ein Ding jedoch den Winter über zu sagen 
wir mal 50% läuft, wie lange wird die dann halten?

von Musik og F. (musikog_f)


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Das ist termodynamisch gesehen ein linksdrehender Stirlingprozess *).
Graue Teorie sagt: Der Stirlingprozess ist genausogut wie der besste 
Wärme-Kraft Pozess den wir kennen: Der Carnotprozess.
Nun hat der Clausius-Rankine-Prozess den Kältemaschinen/Wärmepumpen 
nutzen auch den Carnot Wirkungsgrad.

Im "Kampf der Prozesse" geht es also um den praktischen Maschinenbau.

Kann man die Temeraturen spreitzen und die Drücke erhöhen ohne dass das 
einem um die Ohren fliegt?

Wenn es einem im Labor nicht um die Ohren geflogen ist, traut man sich 
das dann bei Frau Lorenzen im Keller aufzustellen ohne das ihr um die 
Ohren fliegt?

Hast du mal gesehen wieviele sich bewegende Teile ein Gaskessel oder 
eine 08/15-Wärmepumpe hat? Die Anforderung der Kunden an 
"Zuverlässigkeit" bei Heizenergieerzeugern ist sehr sehr hoch.



*) Den Stirlingprozess braucht man nicht in einer Kolbenmaschine laufen 
lassen. Es geht hier um Isotherme Kompresseion/Expansion und Isochore 
Wärmezufuhr(-abfuhr), welche technisch nicht immer einfach sind.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Angehängte Dateien:

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Anbei noch ein paar reale Angaben:

https://www.photovoltaik-magazine.de/2023/01/09/warme-klaenge-start-up-zeigt-thermo-akustische-waermepumpe/

Im Link das lange Wort durch "pv" ersetzen, dann geht es, weil das Forum 
sonst das für Spam hält.

"Die Wärmepumpe hat eine Jahresarbeitszahl von drei bis vier, was 
bedeutet, dass sie drei bis vier Kilowatt thermische Energie für jedes 
verbrauchte Kilowatt Strom erzeugt. Equium strebt für seinen 
Wärmepumpenkern eine Wärmeleistung von acht bis zehn Kilowatt an, so 
Loyer. Sie habe eine Lebensdauer von 30 Jahren und sei einfach zu 
installieren. Die akustische Wärmepumpe bietet auch eine bessere 
Modulation als herkömmliche Geräte. „Wir haben den gleichen Wirkungsgrad 
wie herkömmliche Wärmepumpen, aber wir haben eine bessere Modulation 
dank der akustischen Übertragung“, so Loyer."

"Sie arbeitet mit einem strombetriebenen Lautsprecher, der in einem mit 
Helium unter 30 bar Druck stehenden Behälter Schallwellen erzeugt."

Es gibt auch Anlagen, die mit anderen Gasen arbeiten, wie zum Beispiel 
Stickstoff. Inwiefern damit die Wirkungsgrade anders werden, habe ich 
noch keinen Artikel gesichtet.

: Bearbeitet durch User
von Weingut P. (weinbauer)


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Michael O. schrieb:
> Ja eine Drossel durch etwas sinnvolleres zu ersetzen könnte den
> Wirkungsgrad signifikant erhöhen. Aber es gibt interessantere Wege an
> den Grundfesten der Thermodynamik zu rütteln. Die Jungs sind ja 200
> Jahre lang den Beweis ihrer kruden Theorie schuldig geblieben. Die so
> genannten Hauptsätze sind vielleicht ja nicht viel mehr als heiße Luft.
> Sie behaupten das man Energie nicht erzeugen oder vernichten kann.
> Einstein hat bewiesen das Energie und Materie eigentlich zwei Seiten der
> selben Medallie sind - wir erinnern uns an E=mC2.
> Wenn man etwas nicht erzeugen kann, kann es auch nicht da sein...
>
> Wir sind wohl doch nur ein Computer Simulation.
>
> Mfg
> Michael

Da hab ich meine Zweifel ob da nicht der erste Hauptsatz der 
Thermodynamik in die Suppe spuckt und die geerntete Energie mit mehr 
Durchsatz und letztlich mehr Kompressorleistung erkauft wird zuzüglich 
der üblichen Verluste.

Und ja, noch sind die Hauptsätze der Thermodynamik meines Wissens nicht 
widerlegt und wo das E in Einsteins Formel ursprünglich her kommt, dem 
Urknall, sollte Allgemeinbildung sein, Indiz dafür ist bislang
A) Kosmische Hintergrundstrahlung von 2,72 Kelvin
B) Hubble Rotverschiebung … wobei die Hubblekonstante aktuell meines 
Wissens nach etwas wackelt.

Und was vor dem Urknall und außerhalb des Universums war / ist, werden 
wir nie erfahren.

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Behauptete Lebensdauer 30 Jahre, wer soll denn das glauben?
Eine WP ist doch dasselbe wie ein umgedrehter Kühlschrank, wie lange ist 
da die durchschnittliche Lebensdauer? Es mag ja sein, dass es da welche 
gibt, die so lange durchhalten, das ist jedoch die krasse Ausnahme. Nach 
meiner Erfahrung sind Lebenserwartungen um die 15 Jahre eher im 
realistischen Bereich.

von Flip B. (frickelfreak)


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Weingut P. schrieb:
> Da hab ich meine Zweifel ob da nicht der erste Hauptsatz der
> Thermodynamik in die Suppe spuckt und die geerntete Energie mit mehr
> Durchsatz und letztlich mehr Kompressorleistung erkauft wird zuzüglich
> der üblichen Verluste.

Ich habe recherchiert, das gegenteil ist der Fall. Bisher nur leider 
erst ab einer gewissen Anlagengröße Wirtschaftlich.

Hier ist ein Paper frei zugägnlich als PDF: 
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1876610215027897

Der Carnot-mögliche COP liegt bei einer in der Heizperiode üblichen 
Spreizung bei über 10!  Ich sehe die technische entwicklung auch klar 
dahin gehen, Ebenso wie bei der Entwicklung von beispielsweise 
Bildschirmen. Die Wärmepumpe für ein EFH bräuchte dann noch knapp 2kW in 
der Spitze und vielleicht 1500kWh im Jahr.

von Weingut P. (weinbauer)


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Dieter D. schrieb:
> Anbei noch ein paar reale Angaben:.
>
> "Die Wärmepumpe hat eine Jahresarbeitszahl von drei bis vier, was
> bedeutet, dass sie drei bis vier Kilowatt thermische Energie für jedes
> verbrauchte Kilowatt Strom erzeugt. Equium strebt für seinen

Meine Solewärmepumpe schafft locker 5,5 als Arbeitszahl, als 
on-off-Maschine ohne Modulation. Der Gag ist, dass eine himmelweite 
Modulation sinnfrei ist, da die Nebenaggregate dann im Verhältnis mehr 
Arbeit verrichten als die WP. Die Heizkreispumpe oder bei Klimaanlagen 
der Innenlüfter muß einen Mindestdurchsatz machen um die Wärme zu 
verteilen, also Wasser oder Luft pumpen. Das ist nicht beliebig 
drosselbar, sonst wird nicht mehr verteilt.
Bei ner on-off-Maschine muss man halt die Peripherie darauf abstimmen 
und diese auch ziemlich genau passend wählen / auslegen, modulierende 
sind da deutlich installateurfreundlicher, leichte Überdimensionierung 
ist da nicht so gravierend.

von Flip B. (frickelfreak)


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Modulation als neuerung zu verkaufen, entlarvt schon die Herstellerfirma 
und den Artikelschreiber.  Der COP ist unterdurchschnittlich, die 
Technik noch nicht bewährt. Wo liegen nochmal die Vorteile?


Bei Kühlschränken geht eher selten der Kältekreis kaputt, eher der 
motorkondensator oder PTC sowie die (Elektronischen) Thermostate sowie 
die Dichtung und türscharniere. Alles in einer Inverter-WP nicht 
vorhanden. Ja, der Inverter ist auch anfällig.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Eine einfache An/Aus-Konfiguration hat halt Verluste beim Start, bzw. 
der Kältemittelkreislauf braucht 1..2 Minuten bis sich alles 
stabilisiert hat. Man bekommt sie etwas effizienter wenn sie einen 
möglichst großen Speicher laden können (trotz Speicher geringe 
Vorlauftemperatur, den Speicher auf eine weit höhere Temperatur heizen 
als man Vorlauftemperatur braucht "damit richtig viel rein passt" macht 
die Wärmepumpe ineffizient) und natürlich brauchen sie einen möglichst 
großen kalten Wärmetauscher. Der muss halt für die hohe Leistung passen 
und nicht für überwiegend Teillastbetrieb. Sicherlich bringt der 
Speicher etwas Verluste, aber dank guter Dämmstoffe ist das nicht viel.

Eine Fußbodenheizung kann alleine ein ausreichend großer Speicher sein.

Der Vorteil bei so einfachen Wärmepumpen ist der fehlende Inverter. Das 
ist ein Gerät weniger, was den Arsch hochreißen kann und dann teuer Geld 
im Austausch kostet. Ein Motorschütz kann jeder Elektriker in wenigen 
Minuten austauschen wenn das mal kaputt sein sollte.

Außerdem kommt kein findiger BWLer auf die Idee, den Verdichter mit mehr 
als 2900 U/min laufen zu lassen, nur damit der etwas kleiner und 
billiger werden kann - und egal wie der bei 400Hz nach Verschleiß 
kreischt. Die Anlage sollte unter normalen Umständen deutlich robuster 
und haltbarer werden als ein Invertergerät. Probleme mit gammelnden 
Wärmetauschern oder undichten Leitungen müssen bei beiden Varianten 
ausgeschlossen werden, da haben Inverter keine Vorteile.

von Peter K. (os2fan2)


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Uli S. schrieb:
> Behauptete Lebensdauer 30 Jahre, wer soll denn das glauben?
> Eine WP ist doch dasselbe wie ein umgedrehter Kühlschrank, wie lange ist
> da die durchschnittliche Lebensdauer? Es mag ja sein, dass es da welche
> gibt, die so lange durchhalten, das ist jedoch die krasse Ausnahme. Nach
> meiner Erfahrung sind Lebenserwartungen um die 15 Jahre eher im
> realistischen Bereich.

Hm, also meine Tiefkühler im Keller ist älter als 30 Jahre und der 
Kühlschrank liegt auch so bei deutlich über 20 Jahren
Der Tiefkühler verbraucht so 80€ im Jahr, da lohnt keine Neuanschaffung

: Bearbeitet durch User
von Musik og F. (musikog_f)


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Uli S. schrieb:
> Behauptete Lebensdauer 30 Jahre, wer soll denn das glauben?
Schau mal auf das Typenschild des Kühlers in deinem Supermarkt.

> Eine WP ist doch dasselbe wie ein umgedrehter Kühlschrank,
Genau.

> wie lange ist
> da die durchschnittliche Lebensdauer?
Ein Kühlschrank, produziert Anfang der 90er Jahre anzutreffen ist nun 
wirklich nicht schwierig in Küchen wo der Hausbesitzer nicht gewechselt 
hat.
Die Dinger fliegen raus weil der neue Küchennutzer den unhygienisch, 
hässlich, schlecht eingerichtet o.ä findet.

Split-Kühler die du im Shopping Segment findest fliegen schnell mal 
raus, weil der Laden pleite ist. Ansonsten läuft so eine R32 Mofa auch 
30...40...50 Jahre.

von Weingut P. (weinbauer)


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Ben B. schrieb:
> Eine einfache An/Aus-Konfiguration hat halt Verluste beim Start, bzw.
> der Kältemittelkreislauf braucht 1..2 Minuten bis sich alles
> stabilisiert hat. Man bekommt sie etwas effizienter wenn sie einen
> möglichst großen Speicher laden können (trotz Speicher geringe
> Vorlauftemperatur, den Speicher auf eine weit höhere Temperatur heizen
> als man Vorlauftemperatur braucht "damit richtig viel rein passt" macht
> die Wärmepumpe ineffizient) und natürlich brauchen sie einen möglichst
> großen kalten Wärmetauscher. Der muss halt für die hohe Leistung passen
> und nicht für überwiegend Teillastbetrieb. Sicherlich bringt der
> Speicher etwas Verluste, aber dank guter Dämmstoffe ist das nicht viel.
>
> Eine Fußbodenheizung kann alleine ein ausreichend großer Speicher sein.

Korrekt, Puffer bzw. FBH als Speicher und möglichst laaaaange Laufzeiten 
mit entsprechend laaaaaangen Pausen dazwischen. Takten frisst Energie 
und ruiniert den Verdichter.

von Edgar S. (Firma: keine) (heinbloed1)


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Diese Art von Wärmepumpen gibt es doch schon lange.
Die Baulücke neben meinen Freund wurde geschlossen,
seither hat er so ein Ding direkt vor seinem Schlafzimmer-
fenster........

von Michi S. (mista_s)


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Frank S. schrieb:
> Was haltet ihr vom Konzept der Thermoakustischen Wärmepumpe?

Toller Klang, diese Thermoakustik - eventuell könnte man damit bei 
Bedarf auch gleich das Sommerfest im Garten beschallen? ;)


Frank S. schrieb:
> Und hier der Link zu zwei Start-Ups die so eine WP
> herstellen:

Ich schenk Dir noch ein wollen weil:

> Preise und wann man sowas kaufen könnte habe  ich noch nicht
> gefunden.

Und das, obwohl wir die Teile eigentlich schon seit vorgestern bräuchten 
und zwar in Großserie mit Millionenstückzahlen (für ganz EUropa).

Die Seite der Franzmänner hab ich mir mal kurz angeschaut, klingt ja 
alles total super; die WP-Technik revolutionieren wollen sie, ganz 
Frankreich damit ausstatten wollen sie, billiger, sparsamer, effizienter 
und langlebiger als alles bisher bekannte wollen ihre Maschinchen sein. 
Ein kleiner Pferdefuß wäre da noch anzumerken: nach 4+ Jahren haben sie 
halt noch kein Produkt (in Aussicht) obwohl ganz EUropa nur drauf wartet 
endlich mit der Wärmewende loslegen zu können.


Frank S. schrieb:
> Helium ist soweit ich weiss bezahlbar

Gold ist auch bezahlbar oder Osmium … immer alles nur eine Frage der 
Menge und des Preises.

Im Gegensatz zu letzterem ist Helium als zweithäufigstes Element zwar 
sicher in ausreichender Menge vorhanden, im Universum. Auf der Erde 
findet mans vor allem gemischt mit Methan in den verschiedenen 
Erdgaslagerstätten in recht unterschiedlichen Anteilen; muß dann nur 
noch abdestilliert werden. Blöd ist halt, daß der Zweck des ganzen 
Wärmepumpen-Zirkus ja eigentlich ist, möglichst kein Erdgas mehr zu 
verbrennen, Methan als solches aber noch viel klimaschädigender ist als 
CO2; ergo wäre die einzig sinnvolle Lösung, das Erdgas erst gar nicht 
mehr aus dem Boden zu holen, aber dann gibts eben auch keinen 
He-Nachschub.

Jedenfalls macht der Helium-Markt schon mal Bocksprünge und es nicht 
immer in den gewünschten Mengen lieferbar, kann man auf WP dazu lesen. 
Die nationale strategische Reserve, das war mal ein 10facher 
Weltjahresbedarf der USA ist inzwischen auch weitgehend abverkauft, 
nachdem man vor ~25 Jahren entschieden hatte, daß man sie eigentlich 
nicht mehr braucht seit die großen Luftschiffe aus der Mode gekommen 
sind.

Ohne konkrete Mengenangaben, wieviel man für 'ne Pumpe brauchen würde, 
bleibt das aber sowieso alles Spekulation.


René H. schrieb:
> derzeitige Wärmepumpen kommen über den 1. Stock nicht hinaus

Ja, ne, is klar - in die oberen Stockwerke müssen die Monteure sie schon 
selber rauftragen.

René H. schrieb:
> Da gibt es auch andere Berichte.

Echt jetzt?! - Hey, it's the internet, man!
Es gibt quasi nichts was zu absurd wäre um im Internet Berichte darüber 
zu finden: Alien-Reptiloiden, Perpetuum-Mobiles in  überabzählbar vielen 
Varianten, Warp-Antriebe, Quanten-Singularitäten als quasi 
unerschöpfliche Energiequellen - was hättest denn gerne? Noch nichtmal 
die Frage ob die Erde jetzt 'ne Scheibe oder doch eine Hohlkugel ist 
kann das Internet eindeutig klären.


Gerhard O. schrieb:
> Die Energiebilanz sollte doch in praktischer Hinsicht unter
> Berücksichtigung aller in Frage kommenden Wirkungsgrade
> ausreichend genau berechenbar sein.

> Es sollte doch nur belegbare nüchterne angewandte Physik und
> Mathematik im Spiel sein und keine zu "glaubende" Magie:-)

Also wie z.B. auch bei der Kernfusion? - Da können wir nicht nur alles 
relevante berechnen, nein wir können Tag für Tag sehen, wie toll es auch 
in der Praxis klappt … bloß wir Menschlein klein kriegen es leider immer 
noch nicht gebacken.


Wendels B. schrieb:
> Ich halte auch viel vom Konzept eines Fusionskraftwerks,
> zoegere aber trotzdem noch mit der Bestellung.

Solltest Du machen, sind inzwischen bei Ali gar nicht mehr so arg teuer. 
Wesentlicher Nachteil ist halt, daß die Teile aber sowas von nicht 
Schwarzstartfähig sind; wenn ich meins anwerfe flackert das Licht in der 
ganzen Stadt aufs ärgste, aber sobald es läuft sind die Nachbarn immer 
überglücklich schließlich liefert ihre PV dann auch Nachts noch eine 
schöne Ernte.

von H. L. (hans_la)


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Hallo,
also der Thermoakustische Stirling wurde schon vor Jahren als Fake 
entlarvt (find leider den Artikel nicht mehr) darum gibt es ihn (außer 
bei einigen Modellbauern) auch nicht kommerziell, einige Versuchsgeräte 
laufen vermutlich noch. Fake deshalb, weil die Versprechungen bzgl. 
besserem Wirkungsgrad nicht stimmten, sondern durchwegs schlechter.

Hallo Ulli12us:
Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik ist zwar ein Erfahrungssatz, 
deshalb aber immer noch gültig (heißt: nicht widerlegt)
Eine Firma und ein versessener Forscher in Berlin (Lesa-Maschinenbau 
GmbH) hat damit in den letzten 15 oder 20 Jahren viele Millionen von 
Anlegergeldern (meistens unbedarften Landwirten mit großen eigenen 
Holzvorräten) verbraten.
Aktuell wird die Firma abgewickelt.

Zitat aus dem übriggebliebenen Forum:
Jetzt hat es die Lesa Maschinen GmbH dann doch in die 
Insolvenzbekanntmachungen geschafft. Antrag am 1.2.23 gestellt, eröffnet 
am 21.4.23, Masseunzulänglichkeit am selben Tag vom Insolvenzverwalter 
erklärt.
Hat zwar lange gedauert, aber es kam, wie es kommen musste.

Vielleicht schafft es ja mal jemand, aber wir sollten uns mit der 
Energiewende nicht darauf verlassen.

Hans

: Bearbeitet durch User
von Thomas U. (charley10)


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H. L. schrieb:
> Hallo,
> also der Thermoakustische Stirling wurde schon vor Jahren als Fake
> entlarvt (find leider den Artikel nicht mehr) darum gibt es ihn (außer
...
..
>
> Vielleicht schafft es ja mal jemand, aber wir sollten uns mit der
> Energiewende nicht darauf verlassen.
>
> Hans

Das ist vermutlich ähnlich wie bei diesem allseits gepriesenen, 
'verbotenen Magnetmotor', bei dem auch irgendwas die herkömmliche Physik 
nicht ganz erfüllt und trotzdem Energie aus dem Nichts holt...

von H. L. (hans_la)


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genau,
und die einzig funktionierenden werden sofort von den MiB konfisziert 
;-)

: Bearbeitet durch User
von Max M. (zbmax)


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In einer Gemeinde weiter überlegt man wie man ein Dorf-Fernwärme-System 
aufbauen könnte.

Vielleicht ist das Gesetz ja doch richtig und es fängt an sich was zu 
bewegen.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Max M. schrieb:
> Was machen die besser?

Wir haben hier (JP) seit 12 Jahren 3 Daikin Klimaanlagen (Luft/Luft 
Wärmepumpen).
Preis nach Erinnerung ca. 5000 EUR
Reparaturen bis jetzt: Keine
Wartungskosten bis jetzt: 0 JPY

Was ich dagegen so aus D höre.....

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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In Japan habt ihr dafür andere Probleme - z.B. Mietpreise jenseits von 
gut und böse für 'ne Brotschachtel, die schon mit einem einzelnen 
Eiswürfel aus dem Cola-Glas wirksam zu kühlen wäre oder die Geschenke an 
den Vermieter wenn man überhaupt eine Wohnung haben möchte. Das gibt's 
in D immerhin zurück wenn die Bude beim Auszug noch bewohnbar ist.

von U. B. (pasewalker)


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Die Lösung des Energieproblems ist längst gefunden: =>

"Smartes Energiesystem für Städte"
https://www.vattenfall.de/infowelt-energie/strom-von-fussgaengern-produziert

Daraus seriös abgeschrieben:
"Mit jedem Schritt erzeugt ein Menschen zwischen vier und acht Watt 
Energie. Bei 25 Schritten sind es also mindestens 40 Watt und bei 250 
Schritten wenigstens 1.000 Watt, also ein Kilowatt – und damit kann man 
jede Menge anfangen: zum Beispiel 15 Hemden bügeln, 35 Tassen Kaffee 
kochen oder 100 Kilometer mit einem E-Bike fahren."

[Verklickert das mal 'unserem' Klimaminister!]                  SCNR

von Thomas U. (charley10)


Angehängte Dateien:

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U. B. schrieb:
> Die Lösung des Energieproblems ist längst gefunden: =>
>
> "Smartes Energiesystem für Städte"
> https://www.vattenfall.de/infowelt-energie/strom-von-fussgaengern-produziert
>
> Daraus seriös abgeschrieben:
> "Mit jedem Schritt erzeugt ein Menschen zwischen vier und acht Watt
> Energie. Bei 25 Schritten sind es also mindestens 40 Watt und bei 250
> Schritten wenigstens 1.000 Watt, also ein Kilowatt – und damit kann man
> jede Menge anfangen: zum Beispiel 15 Hemden bügeln, 35 Tassen Kaffee
> kochen oder 100 Kilometer mit einem E-Bike fahren."
>
> [Verklickert das mal 'unserem' Klimaminister!]                  SCNR

Was dann? 'Hamstern' statt kleben?

von Martin S. (sirnails)


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U. B. schrieb:
> Daraus seriös abgeschrieben:
> "Mit jedem Schritt erzeugt ein Menschen zwischen vier und acht Watt
> Energie. Bei 25 Schritten sind es also mindestens 40 Watt und bei 250
> Schritten wenigstens 1.000 Watt, also ein Kilowatt – und damit kann man
> jede Menge anfangen: zum Beispiel 15 Hemden bügeln, 35 Tassen Kaffee
> kochen oder 100 Kilometer mit einem E-Bike fahren."
>
> [Verklickert das mal 'unserem' Klimaminister!]                  SCNR

Mit 1000 Schritten hat man dann schon 4kW. 10.000 Schritte (soviel 
sollte jeder laufen pro Tag) schon 40kW. Damit kann man dann ein 
Elektroauto laden und 200km weit fahren.

Ach, die schönen Einheiten. Was wären wir nur ohne sie :-)

von Martin S. (sirnails)


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Thomas U. schrieb:
> 'Hamstern' statt kleben?

Im Haus der Natur in Salzburg steht genau so ein Rad. Ist mal recht 
interessant zu sehen, dass wir Menschen eigentlich absolute Waschlappen 
sind.

Selbst ein gelbes Trikothemd kann nichtmal eine Scheibe Toast toasten 
mit seiner Stramplerei.

Aber nett sind solche Spielereien trotzdem. Sie machen Physik 
anschaulich. Und sie setzen mal in deutliche Relation, wie unbedarft wir 
Unmengen von elektrischer und chemischer Energie zum Fenster hinaus 
werfen.

von U. B. (pasewalker)


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Spasseshalber mal gerechnet:

Ein mittlerer Mensch soll/darf, lt. Typenschildern auf Lebensmitteln,
am Tag 2200 kcal essen.
Das sind (die Einheit "cal" ist schon länger ungesetzlich!)
also 2600 Wh - entsprechend einer mittleren Leistung, inkl. Schlafen,
von 107 W ...
Von diesen 107 W wird aber der grösste Teil (80 W ?) nicht in 
mechanische Leistung umgesetzt, sondern in Wärme.
(Klar: bei Tour-de-France-Fahrern und in Tretmühlen ist der mechanische 
Anteil grösser, in Iglus aber kleiner!).   ;-)

von Thomas U. (charley10)


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U. B. schrieb:
> Spasseshalber mal gerechnet:
>
> Ein mittlerer Mensch soll/darf, lt. Typenschildern auf Lebensmitteln,
> am Tag 2200 kcal essen.
> Das sind (die Einheit "cal" ist schon länger ungesetzlich!)
> also 2600 Wh - entsprechend einer mittleren Leistung, inkl. Schlafen,
> von 107 W ...
> Von diesen 107 W wird aber der grösste Teil (80 W ?) nicht in
> mechanische Leistung umgesetzt, sondern in Wärme.
> (Klar: bei Tour-de-France-Fahrern und in Tretmühlen ist der mechanische
> Anteil grösser, in Iglus aber kleiner!).   ;-)

Wenn du dich dazu im Winter in 'Pelztiere' hüllst, könnte die *Krise 
sofort gelöst sein.
Zumindest kann ein Teil der Wischfonenergie damit erzeugt werden! ;-))

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Martin S. schrieb:
> Im Haus der Natur in Salzburg steht genau so ein Rad.

Im Infocenter des Walchenseekraftwerks steht auch so ein Radpedaltreter. 
Eine Minute lang muss man treten und dabei wird die Leistung als 
Diagramm dargestellt. Das läßt sich mit einer 49-Euro-Ticket Fahrt aus 
München verbinden.

: Bearbeitet durch User
von U. B. (pasewalker)


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> Eine Minute lang muss man treten und dabei wird die Leistung als
> Diagramm dargestellt.
> Das läßt sich mit einer 49-Euro-Ticket Fahrt aus München verbinden.

Aha. Also:
30 Tage mit voller Kraft treten,
dann bekommt man den ersten Monat des 49€ Tickets umsonst
(aber nicht in bar ausbezahlt) ...  ;-)

von Purzel H. (hacky)


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Ja, es gibt thermoakustische Waermepumpen. Ist weniger neu. Wir haben 
Eine. Unterirdischer Wirkungsgrad. Damit kommt man aber auf 
Heliumtemperaturen runter. Was sonst eben nicht geht.
Bei 7.5kW Leistunsgaufnahme gibts'eine Kuehlleistung von vielleicht 20W 
bei 10K. Von Sumitomo, den F-70

: Bearbeitet durch User
von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Ben B. schrieb:
> -30°C sind für unsere Breiten unrealistisch. Wir haben im Jahr nur sehr
> selten mehr als 10 richtig kalte Nächte und nur sehr wenige unter -20°C.

Und dann bleibt, angeblich, der Golfstrom bald stehen
oder wird zumindest viel schwächer.

Dann kriegen wir hier eine Eiszeit.

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