Hallo,
durch Mischen von bleihaltigem HASL mit Bismuth-Zinn-haltigen Lötlegierungen bildet sich eine ternäre Legierung. In diesem ternären System Bi-Pb-Sn ergibt sich ein Eutektikum mit 94°C Schmelztemperatur (Rose-Metall).
Daher dürfen Bi-haltige Legierungen nicht mit Pb in Berührung kommen.
@Jakob
Nein, beim Löten wird der Grundwerkstoff per Definition nicht aufgeschmolzen. Das flüssige Lot erstellt eine Verbindung durch Diffusion. Das ENIG schmilzt ja auch nicht auf, das wird nur sofort durch das Lot aufgelöst. HASL schmilzt natürlich mit auf, hier kann man sagen, dass die Oberfläche einfach schon vorverzinnt ist. Die Haftung entsteht auch durch Diffusion.
Manche Metalle werden in flüssigen Loten extrem schnell aufgelöst obwohl diese nie flüssig waren, als Beispiel Silber als Terminierung bei Vielschichtkondensatoren. Dass hier die Terminierung nicht aufgelöst wird, wird das Silber entweder mit Edelmetallen (Pt, Pd…) legiert oder eine Nickelschicht über dem Silber appliziert.
Es macht keinen Sinn, die niedrigschmelzende Legierung mit normalen Reflowtemperaturen zu verarbeiten. Nehme einfach zum Lot das passende Temperaturprofil oder ein SAC305 und gut.
Durch den ewig langen Zeitraum beim Reflow mit normalen Temperaturen (240°C) und niedrigschmelzendem Lot im Liquidus der Legierung löst du dir wieder die Terminierungen der Bauteile auf!
@Gerhard
Kommt ja drauf an, welches Galden du benutzt.
LS230 -> 230°C Löttemperatur
HS240 -> 240°C Löttemperatur
Ein 235er (glaube XS235) gibt es auch.
Man kann den Siedepunkt auch selbst durch Mischen von 230er und 240er einstellen. Im Serieneinsatz wird die Brühe immer hochsiedender und man muss von Zeit zu Zeit „runtermischen“.
Grüße