Hallo zusammen,
ich habe eine Solaranlage installiert. Wechselrichter speisen ins Hausnetz ein. Victron Multiplus 5000 hängt parallel am Netz und lädt AC>DC den Überschuss in einen Akku (weiterer Überschuss wird ins öffentliche Netz gespeist).
Mein Akku ist bissl ungewöhnlich - er stammt aus dem KFZ-Bereich, kann aber auch für ESS verwendet werden (steht sogar explizit dort). Ich habe ein Datenblatt vorliegen und will den Victron ESS-Assistent konfigurieren.
Daten auf Akku:
60AH 3.63V 218Wh
3 Akkus/Zellblöcke sind zu einer Zelle verschaltet
15S insgesamt
insgesamt knapp 10KW
Datenblatt:
Nominal Voltage 3,6V
Voltage 2,5-4,2V
Standard Charge current 21,6A
Standard Discharge 31.5A
Fast Charge 43 KW: 224 W (ohne Ampere-Angabe)
Over voltage Limit 1st: 4,4V @normal; 4,3V @charge
2nd: 4,45V
Vor dem Kauf sah ich nicht genau auf diese Werte, weil ich davon ausging, dass ein KFZ-Akku sicher auf starke Ladeströme ausgelegt ist. Wie sind die Werte aus dem Datenblatt dahingehend zu betrachten? Der MP5000 kann mit 50A laden. Kann jemand die (praktische) Bedeutung der Werte erklären?
Wie sind die Werte aus dem Datenblatt dahingehend zu betrachten
Dein Akku scheint ein LiIon Typ zu sein.
Das ist immerhin besser als ein Bleiakku aber schlechter als ein LiFePo4.
Leider gilt LiIon als brandgefährlich, du brauchst unbedingt ein BMS Battery Msmagement System, dass die Einzelzellenspannungen überwacht und den Akku notfalls abtrennt, leider gibt es die eher für 16 als für 15 Zellen in Reihe.
LiIon vertragen nur so 1000 Ladezyklen (bei dem angegebenen Strom), LiFePo4 inzwischen 3500 bis 7000, haben also mehr Zeit zur Amortisation.
Du musst deinen Solarlader und Wechselrichter also auf den Maximalstrom begrenzen der angegeben ist. Willst du die volle Leistung nutzen (5kW? vermute ich mal bei Typennummer 5000) musst du bei 15S (54V Nennspannung, ich würde nicht unter 3V/Zelle entladen also 45V), 5kW/45V=112A, ein Akku darf 21A also 6 parallel schalten.
Ich verstehe, dass du bisher 3 x 60Ah parallel hast, du brauchst fur volle Wechselrichterleistung also doppelt so viele, in Summe 20kWh dieser Akkus.
Welche Lade/ Entladleistung verträgt meine Konfiguration dann?
2x21,6 A charge ?
Ich denke 129.6A, denn die 21.6A waten doch für 1 Zelle, von denen 3
parallel in einem Akku stecken, und dann 2 Akkus parallel.
Eher 60 Ampere. 6 x 21,6 ist ja rechnerisch ganz nett, aber in der Realität sind nicht alle Zellen identisch. Niemand kann eine gleichmäßige Stromverteilung gewährleisten, weshalb man von den 129A deutlich weit weg bleiben muß.
Hallo zusammen,
ich habe eine Solaranlage installiert. Wechselrichter speisen ins
Hausnetz ein. Victron Multiplus 5000 hängt parallel am Netz und lädt
AC>DC den Überschuss in einen Akku (weiterer Überschuss wird ins
öffentliche Netz gespeist).
Mein Akku ist bissl ungewöhnlich - er stammt aus dem KFZ-Bereich, kann
aber auch für ESS verwendet werden (steht sogar explizit dort). Ich habe
ein Datenblatt vorliegen und will den Victron ESS-Assistent
konfigurieren.
Daten auf Akku:
60AH 3.63V 218Wh
Akkukapazität wird in Ah gemessen, AH steht für etwas anderes...
Ich vermute, Du hast die Daten falsch abgeschrieben, Erklärung weiter unten!
3 Akkus/Zellblöcke sind zu einer Zelle verschaltet
In Reihe oder parallel? Ich vermute parallel, aber Du solltest das auch immer explizit dazuschreiben, damit der Leser nicht raten muss!
15S insgesamt
insgesamt knapp 10KW
Nein, "10KW" das ist Murks, das passt nicht.
Elektrische Leistung wird in Watt gemessen, Energie alternativ zu Joule auch in Ws (Wattsekunden) oder Wh (Wattstunden).
Rechnen wir mal nach:
Du hast 45 Zellen à 218 Wh, macht eine Energiemenge von 9810 Wh, das sind knapp 10 kWh.
Datenblatt:
Nominal Voltage 3,6V
Voltage 2,5-4,2V
Standard Charge current 21,6A
Standard Discharge 31.5A
Entweder sind wir z.B. im Ausland, dass den "." als Trennzeichen für Bruchteile verwendet, oder in Deutschland, wo wir das "," verwenden.
Wenn da einmal in einer Anzeige für die Einheit Strom mal ein Punkt und eine Zeile weiter ein Komma verwendet wird, ist das für mich ein Grund, dort nicht zu kaufen.
Ein Standardentladestrom von 31,5 A passt zu einer Akkukapazität von 63 Ah.
Der Ladestrom wird auch gerne anders ausgedrückt als sogenannter C-Wert.
Der Ladestrom errechnet sich dann durch Multiplikation des C-Werts mit der numerischen Angabe vor der Kapazität ausgedrückt in Ampèrestunden.
Korrekterweise lautet die Einheit des C-Werts 1/h.
Mit C=0,5/h ergibt sich dann bei 63 Ah ein Ladestrom von
0,5/h * 63 Ah = 31,5 A.
Bei 60 Ah Kapazität entspreche der C-Wert 31,5 A / 60 Ah = 0,525 C/h
Solche schrägen C-Werte mit mehreren Stellen hinter dem Komma sind ungewöhnlich - das passt also offensichtlich nicht.
Ein C-Wert von 0,5/h wie bei Deinem Akku ist meiner Meinung nach absoluter Standard und kein Merkmal von Hochstromakkus.
Zum Vergleich:
Ich habe hier z.B. 10 Ah-Akkus herumliegen, die mit einem C-Wert von 5 geladen werden können, da wäre der Akku theoretisch (wenn man die Konstantspannungsphase beim Laden mal unter den Tisch fallen lässt) zehnmal so schnell voll wie bei Dir.
Fast Charge 43 KW: 224 W (ohne Ampere-Angabe)
Diese Zahlen sind komplett sinnlos. Ampère schreibt man übrigens mit accent grave...
Over voltage Limit 1st: 4,4V @normal; 4,3V @charge
2nd: 4,45V
Wenn ein Ladeschlussspannung von 4,2 Volt weiter oben angegeben wird, verwirrt mich die Angabe weiterer Spannungen, die darüber liegen.
Vor dem Kauf sah ich nicht genau auf diese Werte, weil ich davon
ausging, dass ein KFZ-Akku sicher auf starke Ladeströme ausgelegt ist.
Davon gehe ich bei KFZ-Akkus auch aus.
Wie sind die Werte aus dem Datenblatt dahingehend zu betrachten?
Unzutreffend, da sie nicht die Merkmale von Hochstromakkus aufweisen.
MP5000 kann mit 50A laden. Kann jemand die (praktische) Bedeutung der
Werte erklären?
Es geht mir um die Lade/Entladleistung. Wie die ausfällt für einen Block
15s.
ein Ladegerät muss bei einer maximalen Akkuspannung von 4,2 Volt und 15 in Serie geschalteten LiIo-Akkus eine Spannung von 63 Volt überwinden.
Bei 31,5 A Ladestrom muss Dein Ladegerät eine Leistung von
63 Volt * 31,5 A = 1984,5 W = ~ 2kW Ladeleistung aufbringen. Das ist ausgangsseitig. Da Dein Ladegerät aber keinen Wirkungsgrad von 100% haben wird, wird es eingangsseitig das Netz mit 2,2 bis 2,4 kW belasten, schätze ich.
Eher 60 Ampere. 6 x 21,6 ist ja rechnerisch ganz nett, aber in der
Realität sind nicht alle Zellen identisch. Niemand kann eine
gleichmäßige Stromverteilung gewährleisten, weshalb man von den 129A
deutlich weit weg bleiben muß.
Akkuzellen sind keine Transistoren, mach leine Analogschlüsse wenn du die dahinterstehende Physik nicht verstehst.
Wenn die Kapazität ähnlich ist, muss sich auch der Entladestrom ähnlich verteilen, denn alle Zellen sind hoffentlich gleichzeitig voll und gleichzeitig leer.
Und wenn eine Zelle geringere Kapazität hat sinkt ihre Spannung schon bei geringerem Entladestrom gleich schnell wie die der anderen Zellen, passt also auch.
Bei LiIon funktioniert das wegen der deutlichen Spannungsabhängigkeit vom Ladezustand auch gut, bei LiFePo4 bescheiden, was bei NiMH und NiCd gar nicht funktioniert.
Eher 60 Ampere. 6 x 21,6 ist ja rechnerisch ganz nett, aber in der
Realität sind nicht alle Zellen identisch. Niemand kann eine
gleichmäßige Stromverteilung gewährleisten, weshalb man von den 129A
deutlich weit weg bleiben muß.
warum nur noch die Hälfte?
Die Akkus erlauben doch auch eine Schnellladung mit 43 A.
Reichen die 50% bzw. 100% nicht als Sicherheitsmarge?
Das ist keine rhetorische Frage - ich weiß das selber nicht.
Die sind auch nicht merkwürdig oder so. Gegenüber LiFePo4 - Gebastel finde ich die besser. Kompletter Block, fertig.
Und Preis betrug nur die Hälfte von LiFePo4 (und zwar ggü bester China-Preis mit Risiko Zoll und B-Grade etc PP).
Es geht mir hier eigentlich nur um maximale Charge und discharge - Werte. An der Diskussion sieht man ja, das es nicht ganz so einfach ist.
Akkuzellen sind keine Transistoren, mach leine Analogschlüsse wenn du
die dahinterstehende Physik nicht verstehst.
Mal nicht so laut! Es sind Spannungsquellen mit niemals identischem Innenwiderstand.
Wenn die Kapazität ähnlich ist, muss sich auch der Entladestrom ähnlich
verteilen, denn alle Zellen sind hoffentlich gleichzeitig voll und
gleichzeitig leer.
Und wenn eine Zelle geringere Kapazität hat sinkt ihre Spannung schon
bei geringerem Entladestrom gleich schnell wie die der anderen Zellen,
passt also auch.
Ich bleibe bei meiner Betrachtung, dass eine Zelle oder ein Pack einen höheren Ri hat und der Strom dann auf den anderen höher wird.
warum nur noch die Hälfte?
Die Akkus erlauben doch auch eine Schnellladung mit 43 A.
Reichen die 50% bzw. 100% nicht als Sicherheitsmarge?
Das ist keine rhetorische Frage - ich weiß das selber nicht.
Ich weiß es auch nicht, vermutlich kann man mit weniger Sicherheitsabstand agieren. Eine Dimensionierung mit 6x Strom erscheint mir auf jeden Fall übermütig.
Schau dir mal Kfz-Akkus an. Das sind einfach Blöcke, fertig verklebte Zellen. Keine Gewindestangen, keine Holzkisten , keine Busbars, kein verkabeln.... BMS dran und fertig.