Forum: Haus & Smart Home Balkonkraftwerk mit Monitoring - steuerbare Verbraucher


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von Alexander D. (alex80)


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Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade erst kürzlich mit dem Thema Balkonkraftwerke 
und habe eine Frage, zu dem ich keine gute Antwort gefunden habe.

Zu meiner Idee:
Ich würde gerne ein Balkonkraftwerk betreiben, welches die primär 
Tiefkühlschränke im Haus versorgen soll. Die Tiefkühlschränke sollen 
steuerbar sein, sodass ich bei der Verfügbarkeit von Solarstrom diese 
maximal kühlen lassen kann. Über Nacht sollen sie im optimalen Fall 
abschalten und keine Energie vom Netz beziehen. Die Innentemperatur soll 
sich in einem definierten dT bewegen dürfen. Eine Netzeinspeisung sollte 
vermieden werden. Ist das prinzipiell mit verfügbaren smarten 
Kühlschränken möglich?

Notwendig wäre ein Modul, welches die erzeugte Leistung den Netzbezug 
messen kann, einen über eine Schnittstelle ansprechbaren Kühlschrank, 
eine Steuerung für die Logik und ein entsprechendes Balkonkraftwerk.

 Gerne Anregungen und Meinungen. Vielen Dank für eure Antworten!

Viele Grüße

Alex

von Chris K. (kathe)


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Alexander D. schrieb:
> Balkonkraftwerk
> Tiefkühlschränke im Haus versorgen soll.

Rechne mal nach was ein Tiefkühlschrank benötigt und was mehrere?

von C. D. (derschmied)


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Thread No. 23 zum Thema, wenn ich mich nicht vertan habe. Im Schnitt 50 
Antworten, ne Menge Holz also.

Aber sei's drum:

Ohne kräftige Akku-Pufferung geht Dir Dein Gefrierschrank mit jeder 
Wolke ein und aus. Und in der grauen Jahreszeit von November bis Mai 
läuft er gar nicht. Nachts auch nicht. Bei trüber Witterung auch nicht. 
Ohne Zufütterung aus dem Netz verhungert Dir also Dein Projekt, oder die 
Maden kriechen Dir durch die Wohnung.

Und ob sich eine aufwändige Steuerung für die paar Stunden mit 
ausreichend Sonne lohnt... Schwierig. Finanziell wird das eng, machbar 
isses. Die Regierung steht auf dem Standpunkt es sei sinnvoll, die 
Physik und ökonomische Standpunkte halten dagegen.

Mir wäre es den Aufwand nicht wert, mit ein paar kW mehr auf dem Dach 
sähe es anders aus.

Gruß, DerSchmied

von Michael B. (laberkopp)


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Alexander D. schrieb:
> Ist das prinzipiell mit verfügbaren smarten Kühlschränken möglich?

Gehe davon aus, dass es nicht möglich ist.

Selbst wenn der Kühlschrank mit einer App des Herstellers in der 
Temperatur steuerbar ist, ist die Kommunikation sicher verschlüsselt und 
undokumentiert und du kannst das von keiner anderen Stelle aus 
beeinflussen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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C. D. schrieb:
> Thread No. 23 zum Thema, wenn ich mich nicht vertan habe.

Mein Gefühl, Du hast Dich vertan, es sind mehr.

> Ohne kräftige Akku-Pufferung geht Dir Dein Gefrierschrank mit jeder
> Wolke ein und aus.

Nö, der geht garnicht erst an, weil der Wechselrichter den Anlaufstrom 
nicht liefert.

> Ohne Zufütterung aus dem Netz verhungert Dir also Dein Projekt

Die anderen Threads haben mich dazu gebracht, über meine Grundlast und 
die nur zyklisch aktiv höheren Verbraucher nachzudenken - mit einem 
negativen Ergebnis.

> Und ob sich eine aufwändige Steuerung für die paar Stunden mit
> ausreichend Sonne lohnt...

Die Steuerung könnte man noch unter Spaß verbuchen. Aber wehe, wenn die 
nicht zuverlässig ist und die Tk-Ware vergammelt.

> Finanziell wird das eng, machbar isses.

Die Machbarkeit bezweifele ich, ich würde mehr einspeisen als selbst 
nutzen.

> Die Regierung steht auf dem Standpunkt es sei sinnvoll, die
> Physik und ökonomische Standpunkte halten dagegen.

Dieser Ansicht schließe ich mich an.

> Mir wäre es den Aufwand nicht wert, mit ein paar kW mehr auf dem Dach
> sähe es anders aus.

Nö, auch diese würden nur helfen, wenn man lokal speichern kann.

Dazu gab es heute einen Artikel bei Heise, den ich für durchaus 
lesenswert halte: https://www.techstage.de/8wm8pd5

Das dort beschriebene Spielzeug geht in Richtung 4000 Euro, was meinem 
Verbrauch über 5..6 Jahre entspricht.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Michael B. schrieb:
> Alexander D. schrieb:
>> Ist das prinzipiell mit verfügbaren smarten Kühlschränken möglich?
> Gehe davon aus, dass es nicht möglich ist.

Aus verschiedenen Gründen richtig. Und "smart" ist doch einfach nur 
hipp, Handy und bunt ohne wirklichen Nutzen.

> Selbst wenn der Kühlschrank mit einer App des Herstellers in der
> Temperatur steuerbar ist, ist die Kommunikation sicher verschlüsselt und
> undokumentiert und du kannst das von keiner anderen Stelle aus
> beeinflussen.

So ist das. Man müsste den ganzen Scheiß ausbauen und die Steuerung des 
Kühlaggregates selbst in die Hand nehmen.

von Stephan (stephan_h623)


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Alexander D. schrieb:
> Zu meiner Idee:
> Ich würde gerne ein Balkonkraftwerk betreiben, welches die primär
> Tiefkühlschränke im Haus versorgen soll. Die Tiefkühlschränke sollen
> steuerbar sein, sodass ich bei der Verfügbarkeit von Solarstrom diese
> maximal kühlen lassen kann. Über Nacht sollen sie im optimalen Fall
> abschalten und keine Energie vom Netz beziehen. Die Innentemperatur soll
> sich in einem definierten dT bewegen dürfen. Eine Netzeinspeisung sollte
> vermieden werden. Ist das prinzipiell mit verfügbaren smarten
> Kühlschränken möglich?
>
> Notwendig wäre ein Modul, welches die erzeugte Leistung den Netzbezug
> messen kann, einen über eine Schnittstelle ansprechbaren Kühlschrank,
> eine Steuerung für die Logik und ein entsprechendes Balkonkraftwerk.

Welche Schnittstelle? Es gibt vmtl. mehr als eine.
Gibt es geeignete Open-Source-Projekte, die die Geräte bereits ansteuern 
/ einstellen?
Wenn sich für die Schnittstelle was einfaches findet (das kaum Strom 
verbraucht!!!) könnt was in die Richtung schon Sinn machen.
Weniger zum Geldsparen, eher als "Studienobjekt". Denn nur den 
Zeitaufwand zum Mindestlohn gerechnet wird es sich als Einzellösung nie 
lohnen.

Praktisch würde ich gar nicht auf die Einspeiseleistung gehen sondern 
auf die Wettervorhersage  Solarprognose  etc.
Zumindest für private Nutzung gibt es da freie Datenquellen. Evtl. auch 
den Strompreis aus der Day-Ahead-Auktion.
Da lässt sich der Ertrag dann einigermaßen abschätzen. Wenn dann grade 
bei dir Wolken sind und der Ertrag 0 ist halt Pech. Aber sollte nicht zu 
oft vorkommen. Die Wolke kann ja auch 1 Minute nachdem der Gefrierschank 
eingeschaltet hat kommen und kurze Schaltspiele mag der nicht.

Die Gefrierschränke müssen natürlich immer An bleiben. Gesteuert wird 
nur die Solltemperatur im Bereich von vielleicht -18 ... -22 °C.
Am Morgen, bei sonniger Prognose vielleicht für 2h auf -16 °C gehen.
Bei mehreren Geräten müsstest die Solltemperatur der Geräte grob im 
Stundenabstand gestaffelt anpassen.

Bei einem einzelnen Gerät lässt sich so vielleicht 50% des Bedarfs aus 
der PV decken. Gegenüber geschätzt 15% ohne "Optimierung".
Bei mehreren Geräten wirds mit einem Balkonkraftwerk im Winter 
schlechter werden. Und komplizierter, weil du sinnvollerweise den mit 
der höchsten Temperatur als erstes starten solltest.

Ersparnis bei einem Gerät vielleicht 25€/Jahr @40ct/kWh.
Bei 3 Geräten wären vielleicht 50€/Jahr machbar.
Abzüglich dem Verbrauch der Steuerung ... Raspberry Pi braucht schon in 
Richtung 20€/Jahr.

Aber wenn sich die Steuerhardware für so 15-30€ gut beschaffen lässt und 
nur 1W braucht wär das als OpenSource-Projekt schon nützlich.
Vielleicht gibt's ja schon was in der Richtung.

von Mnax (moriz996)


Angehängte Dateien:

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Dazu nimmst du einen sonoff pow2 um die solarleistung zu messen. Dort 
flashst du tasmota und machst ein skript dass deine kühle bedient. Du 
brauchst grid-tie inverter, keine insel.

der sonoff muss:

- kühle temperatur überwachen mit DS18b20
- kühle ein/aus schalten, notfalls mit pow2 relais.

skript logik:

- wenn genügend solarstrom kühle ein sonst aus.
- wenn kühle zu warm kühle ein.
- Eine zeitverzögerung von 15 min nach jeden schaltvorgang.

Das läuft dann vollauto, sommer, winter und nachts.
Für mehrere kühlen empfielt sich ein 4-fach schalter wie bild, der kann 
durch den pow2 wifi - ferngesteuert werden.

: Bearbeitet durch User
von Stephan (stephan_h623)


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Mnax schrieb:
> Dazu nimmst du einen sonoff pow2 um die solarleistung zu messen. Dort
> flashst du tasmota und machst ein skript ...

Ob die hippen Geräte mögen, wenn der Strom weg ist? Ohne Dauerstrom ist 
das "smart" jedenfalls nutzlos. Im schlimmsten Fall kommen auch noch 
Alarme.
Aber das abgeschaltete "smart" spart vielleicht mehr als die 
Solaroptimierung ...
Vielleicht wärs das Beste die Schränke per Zeitschaltuhr nur von 11-16 
Uhr einzuschalten.

Ohne Steuerung lassen die sich wegen Inverter jedenfalls kaum betreiben.
Vielleicht ist dann noch eine Sperre für ein paar Stunden als 
"Inbetriebnahmesicherung" eingebaut...

Die ersten 10€/Jahr sind jedenfalls schon mal für Strommessung und den 
4-fach-Schalter weg.
Eigene Sensoren in die Schränke reinbohren ist vielleicht auch nicht 
grade jedermanns Sache. Insgesamt irgendwie schlechter WAF.

von Alexander D. (alex80)


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Vielen Dank für die vielen ausführlichen Antworten!

Man müsste einen Kühlschrank mit einer Steuermöglichkeit haben, bei der 
man die maximale Temperatur setzen kann, bei der die Regelung einsetzt, 
und eine Möglichkeit den Kompressor manuell zu starten, wenn gerade 
Strom von den Modulen verfügbar ist. Im optimalen Fall noch in 
Leistungsstufen. Zudem müsste der Inhalt des Kühlschranks eine möglichst 
hohe Wärmekapazität haben und die Isolierung einen hohen 
Wärmewiderstand, sodass der Kühlschrank ohne aktive Kühlung möglichst 
lange unter der Maximaltemperatur bleiben kann. Auch müsste man schauen, 
wie tief man den Kühlschrank unter Berücksichtigung der Wirkungsgrade 
abkühlen kann, um das dT möglichst groß zu machen. Falls es keinen 
Kühlschrank gibt, den man über eine Schnittstelle ansprechen kann, 
müsste man die Steuerung selbst in die Hand nehmen, den Kompressor 
manuell fahren und die Regelung z.B. mit einem simplen PI-Regler und 
einem Temperatursensor selbst umsetzen.

Falls die maximale Leistungsaufnahme des Kühlschranks deutlich unter der 
praktischen Erzeugungsleistung der Solarmodule liegt wäre zudem eine 
elektrisches Speichermodul sinnvoll.

Abschießend wird man wohl eine Simulation mit den statistischen 
Erzeugungsdaten der PV-Module, Wirkungsgraden, Speicherkapazitäten und 
einem thermodynamischen Modells des Kühlschranks machen müssen. Dann 
kann man nach seinen Kriterien das Optimum bestimmen.

Mir ist natürlich völlig klar, dass der Umfang und die Kosten eines 
solchen Projektes in keinem Verhältnis zum zu erwartendem Nutzen stehen 
würden. Es geht primär um den Lerneffekt.

von Andy (gesperrt)


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Wir sind hier mal wieder im Tal der Ahnungslosen. Na dann räumen wir mal 
auf.

Manfred P. schrieb:
> Nö, der geht garnicht erst an, weil der Wechselrichter den Anlaufstrom
> nicht liefert.

Die Funktionsweise eines Einspeisewechselrichters ist dir bekannt? Dann 
wird der Anlaufstrom halt aus dem Netz gezogen.

C. D. schrieb:
> Und ob sich eine aufwändige Steuerung für die paar Stunden mit
> ausreichend Sonne lohnt... Schwierig. Finanziell wird das eng, machbar
> isses. Die Regierung steht auf dem Standpunkt es sei sinnvoll, die
> Physik und ökonomische Standpunkte halten dagegen.

Ich habe genau damit mal rumgespielt. Kann also praktische Erfahrung 
vorweisen. Bei mir ist ein kein Balkonsolar, sondern ein dynmaischer 
Stromtarif. Das Ergebnis war, dass sich durchaus zwei bis drei Stunden 
mehr (im Winter) überbrücken ließen als normal. Allerdings verbrauchte 
der Kompressor beim weiter runterkühlen soviel mehr Strom, dass es 
billiger gewesen wäre, den Kühlschrank auch in den teuren Stunden laufen 
zu lassen. Ab -25°C ging die Laufzeit des Kompressors massiv durch die 
Decke, bis er bei -30° ankam. Mag vielleicht etwas anders aussehen, wenn 
man sowieso "kostenlosen" Strom hat, aber auch den könnte man sinnvoller 
verwenden.

Stephan schrieb:
> Die Gefrierschränke müssen natürlich immer An bleiben. Gesteuert wird
> nur die Solltemperatur im Bereich von vielleicht -18 ... -22 °C.
> Am Morgen, bei sonniger Prognose vielleicht für 2h auf -16 °C gehen.
> Bei mehreren Geräten müsstest die Solltemperatur der Geräte grob im
> Stundenabstand gestaffelt anpassen.

Das funktioniert schon nicht. Die Schaltschwellen liegen bei nicht 
regelbaren Kompressoren wesentlich weiter auseinander. Das witzige 
Rädchen mit der Temperaturaufschrift ist nur Show. Gesteuert werden 
müssten eigentlich Temperaturbereiche. Und die sind, wenn es sich 
wirklich auswirken soll, größer als dein 4 Grad Fenster.

Manfred P. schrieb:
> So ist das. Man müsste den ganzen Scheiß ausbauen und die Steuerung des
> Kühlaggregates selbst in die Hand nehmen.

Genau so etwas habe ich mir mal gebaut und damit die Bauernregelung 
eines älteren Geräts viel effizienter aufbauen können. Gleichzeitig 
hatte ich WLAN und MQTT mit Integration in Homeassistant eingebaut. Aber 
wie gesagt: Die Verstellung der Temperaturfenster lohnte sich nicht.

Alexander D. schrieb:
> Mir ist natürlich völlig klar, dass der Umfang und die Kosten eines
> solchen Projektes in keinem Verhältnis zum zu erwartendem Nutzen stehen
> würden. Es geht primär um den Lerneffekt.

Wenn es ohnehin nicht wirtschaftlich sein soll, dann stell dir einfach 
ein paar Akkus hin. Dann kannst du den Strom wenigstens sinnvoll nutzen.

Wenn es unbedingt das Gefrierschrankprojekt sein muss, dann würde ich an 
deiner Stelle erstmal die Temperaturkurven aufzeichen. Das gibt dir 
schonmal einen Anhaltspunkt, welchen Spielraum du hast. Als nächstes 
kannst du dann mal die Temperaturen am Einstellrad etwas verändern und 
beobachten, wie sich der Stromverbrauch verhält. Wenn dann für das 
Vorkühlen dein Kompressor stundenlang laufen muss, stellt sich die 
Frage, ob du solange ausreichend Sonnenstrom hast.

: Bearbeitet durch User
von C. D. (derschmied)


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Bliebe noch zu klären was man gedenkt wegen des Einschaltstromes zu 
unternehmen:

Manfred P. schrieb:
> Nö, der geht garnicht erst an, weil der Wechselrichter den Anlaufstrom
> nicht liefert.

Das deckt sich durchaus mit meinen Erfahrungen. Der mit dem 
Balkonkraftwerk mitgelieferte wird die Grätsche machen, und auch einem 
ausreichend dimensionierten wird zu mager sein was die PV im 
Einschaltmoment zu liefern im Stande ist. Daher mein Hinweis weiter oben 
auf die kräftige Akku-Pufferung.

Solange dieser Parameter nicht satt in Grünen liegt ist das Projekt 
ohnehin zum Scheitern verurteilt.

Gruß, DerSchmied

von Andy (gesperrt)


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C. D. schrieb:
> Bliebe noch zu klären was man gedenkt wegen des Einschaltstromes zu
> unternehmen:
>
> Manfred P. schrieb:
>> Nö, der geht garnicht erst an, weil der Wechselrichter den Anlaufstrom
>> nicht liefert.
>
> Das deckt sich durchaus mit meinen Erfahrungen. Der mit dem
> Balkonkraftwerk mitgelieferte wird die Grätsche machen, und auch einem
> ausreichend dimensionierten wird zu mager sein was die PV im
> Einschaltmoment zu liefern im Stande ist. Daher mein Hinweis weiter oben
> auf die kräftige Akku-Pufferung.

Was für ein Blödsinn. Warum sollte er das tun? Der Strom kommt dann eben 
aus dem Netz. Wie machen das nur all die Balkonkraftwerke in 
Deutschland, die es schon gibt? Und warum brechen die nicht ständig alle 
zusammen, wenn in der Nachbarschaft ein Kühlschrank einschaltet?

Und selbst wenn das ein Problem wäre und du jetzt Akkus hättest: Welchen 
Wechselrichter würdest du dann verwenden? Und in der allergrößten Not 
stellt man eben sicher, dass Wechselrichter und Kühlschrank nicht auf 
der selben Phase liegen.

von C. D. (derschmied)


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@Peter K.:

Alexander D. schrieb:
> und keine Energie vom Netz beziehen.

Deshalb. Punkt. Den Rest kommentiere ich erst gar nicht.

Gruß, DerSchmied

: Bearbeitet durch User
von Andy (gesperrt)


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C. D. schrieb:
> @Peter K.:
>
> Alexander D. schrieb:
>> und keine Energie vom Netz beziehen.
>
> Deshalb. Punkt. Den Rest kommentiere ich erst gar nicht.

Zunächst einmal will ich nicht mit Peter K. verwechselt werden. Ich bin 
Peter K. hater.

Zweitens würde dann sowieso nur ein Inselnetz in Frage kommen. Drittens 
solltest du zitieren lernen. Das gesamte Zitat lautete nämlich:

Alexander D. schrieb:
> Über Nacht sollen sie im optimalen Fall
> abschalten und keine Energie vom Netz beziehen.

Hier wurde also weder gefordert, dass beim Anlaufen kein Strom aus dem 
Netz bezogen werden darf, noch wurde gefordert, dass in jedem Fall kein 
Strom aus dem Netz bezogen werden darf, sondern im optimalen Fall über 
Nacht. Natürlich soll die erforderliche Kühlung Vorrang vor der 
Verfügbarkeit von PV Strom haben. Viertens solltest du also auch lesen 
lernen.

Und wenn du schon von den gängigen Wechselrichtern berichtest, die bei 
Balkon PV Anlagen dabei sind: Das sind sowieso nur 
Einspeisewechselrichter und wären allein deshalb ungeeignet, wenn man 
die Anforderungen, so wie du, falsch interpretiert. Und zwar unabhängig 
von ihrer Spitzenleistung, da ein Bezug aus dem Netz in diesem Fall 
niemals ausgeschlossen werden könnte.

Ganz davon abgesehen: Wenn man schon in teure Akkus investiert hat, dann 
kann man sich die Klimmzüge mit den Kühl- und Gefrierschränken sparen.

Deshalb. Punkt. Schmied, bleib bei deinem Eisen.

: Bearbeitet durch User
von C. D. (derschmied)


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Peter K. hater schrieb:
> Deshalb. Punkt. Schmied, bleib bei deinem Eisen.

...sagt jemand der regelmäßig so wirres Zeug schreibt:

Peter K. hater schrieb:
> Wie machen das nur all die Balkonkraftwerke in Deutschland, die es schon
> gibt? Und warum brechen die nicht ständig alle zusammen, wenn in der
> Nachbarschaft ein Kühlschrank einschaltet?

Peter K. hater schrieb:
> Und in der allergrößten Not stellt man eben sicher, dass Wechselrichter
> und Kühlschrank nicht auf der selben Phase liegen.

Lies doch einfach den Eingangspost richtig durch:

Alexander D. schrieb:
> Eine Netzeinspeisung sollte vermieden werden.

Gruß, DerSchmied

von Andy (gesperrt)


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C. D. schrieb:
> Lies doch einfach den Eingangspost richtig durch:
>
> Alexander D. schrieb:
>> Eine Netzeinspeisung sollte vermieden werden.

Netzeinspeisung != Netzbezug. Ferner vermieden, nicht ausgeschlossen.

C. D. schrieb:
> Peter K. hater schrieb:
>> Deshalb. Punkt. Schmied, bleib bei deinem Eisen.
>
> ...sagt jemand der regelmäßig so wirres Zeug schreibt:

Was daran wirr sein soll, verstehst wohl auch nur du.

Peter K. hater schrieb:
> Und in der allergrößten Not stellt man eben sicher, dass Wechselrichter
> und Kühlschrank nicht auf der selben Phase liegen.

Bei einem Balkonkraftwerk mit saldierendem Zähler überhaupt kein 
Problem. Wenn hier einer wirres Zeug schreibt, dann bist du das.

: Bearbeitet durch User
von Dirk K. (knobikocher)


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Alexander D. schrieb:
> Man müsste einen Kühlschrank mit einer Steuermöglichkeit haben, bei der
> man die maximale Temperatur setzen kann, bei der die Regelung einsetzt,
> und eine Möglichkeit den Kompressor manuell zu starten, wenn gerade
> Strom von den Modulen verfügbar ist.

Wenn es eine alte Kühltruhe mit manuellem Stellrad ist: 
elektro-mechanisch! Endanschlag auf die normale Temperatur, Rückholfeder 
und einen DC-Aktuator, welcher die Zieltemperatur am Stellrad runter 
dreht. Je nach verfügbarer Energie (mehr = höherer Spanung) drückt der 
Aktuator stärker gegen die Feder und stellt eine tiefere Temperatur ein. 
Den Rest macht die Truhe allein.

Das hätte Lerneffekt, wenn auch ökologisch und ökonomisch sicherlich 
kompletter Blödsinn.

Ohne Netzeinspeisung etc. wird es aber wikrlich praktikabel nicht gehen. 
Du wirst die Kühltruhe nicht so fein steuern können, wie wirklich 
Energie von der PV zur Verfügung steht. Und Nachts abschalten 
widerspricht dem Sinn einer Kühltruhe. Vom Anlaufstrom des Kompressors 
ganz zu schweigen.

Alternativ: Peltier-Element an der DC Spannung. Passt besser. Wenn aus, 
dann aus. Wenn Energie da --> Kühlung.

Mahlzeit!

von Andy (gesperrt)


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Dirk K. schrieb:
> Wenn es eine alte Kühltruhe mit manuellem Stellrad ist:
> elektro-mechanisch! Endanschlag auf die normale Temperatur, Rückholfeder
> und einen DC-Aktuator, welcher die Zieltemperatur am Stellrad runter
> dreht. Je nach verfügbarer Energie (mehr = höherer Spanung) drückt der
> Aktuator stärker gegen die Feder und stellt eine tiefere Temperatur ein.
> Den Rest macht die Truhe allein.

Mechanisch ganz schön aufwendig. Ich hatte für meinen Test einfach 
Flachbandkabel durch die Türdichtung gelegt. Daran dann im Inneren die 
Temperatursensoren angeschlossen. Außen dann ein ESP32 und Relais. Das 
Einstellrad hatte ich einfach auf höchste Stufe gestellt. Hatte den 
Vorteil, dass es auch ohne großen Aufwand reversibel war.

Ganz am Anfang hatte ich sogar einfach nur einen Tasmota Zwischenstecker 
verwendet, der vom ESP32 dann entsprechend geschaltet wurde.

: Bearbeitet durch User
von Alexander D. (alex80)


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C. D. schrieb:
> @Peter K.:
>
> Alexander D. schrieb:
>> und keine Energie vom Netz beziehen.
>
> Deshalb. Punkt. Den Rest kommentiere ich erst gar nicht.
>
> Gruß, DerSchmied

Das war vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Das Balkonkraftwerk 
soll natürlich am Netz hängen. Die Idee ist, dass man den Kühlschrank 
nach Möglichkeit nur dann laufen lässt, wenn Solarstrom verfügbar ist 
und die Zwischenzeit durch das dT, der Wärmekapazität, dem 
Wärmewiderstand und optimal einem kleinem Akku überbrückt. Ob nun 
weiterhin 10-20% aus dem Netz kommen ist völlig akzeptabel.

von Alexander D. (alex80)


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Dirk K. schrieb:
> Und Nachts abschalten
> widerspricht dem Sinn einer Kühltruhe. Vom Anlaufstrom des Kompressors
> ganz zu schweigen.

Warum widerspricht die Abschaltung in der Nacht dem Sinn einer 
Kühltruhe? Wenn die Isolierung und Wärmekapazität entsprechend gut ist, 
so wird die maximale Temperatur ja nicht überschritten. Ich habe 
gelesen, dass moderne Truhen bis zu 35 Stunden die Temperatur im 
akzeptablen Bereich halten können. Der Anlassstrom ist ja völlig egal, 
da dieser nur sehr kurz anliegt und problemlos vom Netz bedient werden 
kann.

Peter K. hater schrieb:
> Mechanisch ganz schön aufwendig. Ich hatte für meinen Test einfach
> Flachbandkabel durch die Türdichtung gelegt. Daran dann im Inneren die
> Temperatursensoren angeschlossen. Außen dann ein ESP32 und Relais. Das
> Einstellrad hatte ich einfach auf höchste Stufe gestellt. Hatte den
> Vorteil, dass es auch ohne großen Aufwand reversibel war.
>
> Ganz am Anfang hatte ich sogar einfach nur einen Tasmota Zwischenstecker
> verwendet, der vom ESP32 dann entsprechend geschaltet wurde.

Ich würde zum Testen tendenziell auf einen Mikrocontroller mit Bluetooth 
LE (z.B. ESP32) setzen, der die Temperaturdaten heraus sendet. Das setzt 
nicht die Dichtungen herab und erfordert keine Kabel. Mit einem 
optimierten Code sollte das selbst mit einem kleinen Akku locker mehrere 
Monate funktionieren. Falls das Metallgehäuse das Signal zu stark 
dämpft, so kann man immer noch auf LoRa gehen. Bei 20 dBm Sendeleistung 
(SF12, 125 kHz BW) konnte ich bei einem früheren Test die Temperatur im 
innern noch in einem Kilometer empfangen😄

: Bearbeitet durch User
von Andy (gesperrt)


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Alexander D. schrieb:
> Ich habe
> gelesen, dass moderne Truhen bis zu 35 Stunden die Temperatur im
> akzeptablen Bereich halten können. Der Anlassstrom ist ja völlig egal,
> da dieser nur sehr kurz anliegt und problemlos vom Netz bedient werden
> kann.

Echt so viel? Hast du da eine Quelle zu? Da wäre es ja auch im Hinblick 
auf die Energiewende ein extrem spannendes Feld das Flächendeckend 
umzusetzen.

von Alexander D. (alex80)


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Peter K. hater schrieb:
> Echt so viel? Hast du da eine Quelle zu? Da wäre es ja auch im Hinblick
> auf die Energiewende ein extrem spannendes Feld das Flächendeckend
> umzusetzen.

Folgendes habe ich auf der Seite von Liebherr gefunden:


> Zunächst können wir Entwarnung geben: Gerade bei Gefriergeräten bedeutet ein 
Stromausfall meist nicht, dass die eingelagerten Waren sofort verderben. So sind 
die tiefgefrorenen Lebensmittel trotz Netzausfall weiterhin 10 bis 64 Stunden 
sicher vor Verderb. Die genaue Stundenanzahl ist abhängig vom jeweiligen 
Gerätetyp. Auch schalten sich Liebherr-Geräte von selbst wieder ein, sobald der 
Stromausfall vorüber ist. Dies ist besonders praktisch, wenn Sie zu dem Zeitpunkt 
gar nicht zuhause sind.

Mit entsprechender Beladung (Wärmekapazität) und Isolierung sollte man 
also ziemlich gut 48 Stunden überbrücken können.

: Bearbeitet durch User
von Andy (gesperrt)


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Alexander D. schrieb:
> Ich würde zum Testen tendenziell auf einen Mikrocontroller mit Bluetooth
> LE (z.B. ESP32) setzen, der die Temperaturdaten heraus sendet. Das setzt
> nicht die Dichtungen herab und erfordert keine Kabel.

Deine Idee mit den BLE Sensoren gefällt mir. Vielleicht erweitere ich 
meine Firmware dahingehend mal. Einen ESP32 habe ich ja schon auf meinem 
Board. Wenn ich das richtig sehe, gibt es schon allerlei fertige BLE 
Temperatursensoren. Wahrscheinlich wäre es billiger da einfach was 
fertiges zu kaufen. Die folgen ja in der Regel einem Standard.

von Mnax (moriz996)


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Peter K. hater schrieb:
> Ich hatte für meinen Test einfach
> Flachbandkabel durch die Türdichtung gelegt. Daran dann im Inneren die
> Temperatursensoren angeschlossen.

Wie sieht denn die entgültige lösung aus?
Loch bohren und irgendwie abdichten?

Hat das kühlgut probleme wenn die temperatur täglich schwankt?

Ich würde das mit esp8266 und DS18b20 sensor lösen. Der esp kann dann 
über wifi den shelly EM3 auslesen und bei mehr als 100W einspeisung 
einschalten und maximal kühlen.

Das mach ich mit der brauchwasser WP schon so und das geht prächtig.

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Peter K. hater schrieb:
> Alexander D. schrieb:
>> Ich habe
>> gelesen, dass moderne Truhen bis zu 35 Stunden die Temperatur im
>> akzeptablen Bereich halten können. Der Anlassstrom ist ja völlig egal,
>> da dieser nur sehr kurz anliegt und problemlos vom Netz bedient werden
>> kann.
>
> Echt so viel? Hast du da eine Quelle zu? Da wäre es ja auch im Hinblick
> auf die Energiewende ein extrem spannendes Feld das Flächendeckend
> umzusetzen.

Die Dinger haben einen gewissen Wärmeverlust der unabhängig von der 
Beladung und eigentlich nur abhängig von der Differenztemperatur innen - 
aussen ist.
Je voller also die Kühltruhe ist, desto träger ändert sie ihre 
Temperatur.
Zumindest die Liebherr Geräte die ich hatte/habe haben alle noch einen 
dicken Kühlakku, der alleine das Gerät nochmal 6-8h zusätzlich kalt 
genug hält.
Den Akku kann man als kalte Platte nehmen um verderbliches auf einem 
Buffet zu servieren.

Wenn also eine halbwegs neue Gefriertruhe oder Schrank auf -18°C gekühlt 
ist, einiges an Gefriergut drinnen liegt und man die Tür geschlossen 
hält, dann sollte diese Aussage vollkommen passen.

von Udo S. (urschmitt)


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Mnax schrieb:
> brauchwasser WP

Was hast du da für eine?

von Mnax (moriz996)


Angehängte Dateien:

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So ein turm, 300l speicher unten, WP oben drauf. Kostet 2000 bis 3000.
Zur steuerung / temperaturmessung hab ich die kommunikation zu 
display-bedieneinheit angezapft.

: Bearbeitet durch User
von Andy (gesperrt)


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Mnax schrieb:
> Wie sieht denn die entgültige lösung aus?
> Loch bohren und irgendwie abdichten?

So habe ich es gemacht, ja. Habe das wieder mit Silikon einigermaßen 
abgedichtet. Aber man muss natürlich wirklich vorsichtig sein, keine 
Kühlrippen zu erwischen. Deshalb habe ich da bei einem anderen Schrank 
auch noch etwas Angst vor. Das käme mir BLE recht.

Mnax schrieb:
> Hat das kühlgut probleme wenn die temperatur täglich schwankt?

Dazu kann ich tatsächlich nur bedingt etwas sagen. Für mich lohnte die 
strompreisabhängige Regelung ja nicht. Die Steuerung blieb trotzdem 
drin, weil das einer der Kühlschränke war, die den Innenraum mit der 
Lampe aufheizen, damit das Gefrierfach nicht auftaut. Das allein hat 
schon erheblich eingespart. Seit meiner eigenen Regelung wird der 
Kühlschrank halt etwas kälter. Zudem läuft der Kompressor jetzt seltener 
und das Gefrierfach wird nicht mehr ganz so kalt (Schaltschwelle -25°C 
statt -30°C). Zumindest bereitet mir der Verzehr keine 
Verdauungsprobleme. Zudem habe ich eine Shockfrost Funktion 
implementiert, um mir das Gefrierfach nicht aufzutauen, wenn ich 
ungefrorenes einlege. Ich habe allerdings keinen getrennten 
Gefrierschrank.

von Dirk K. (knobikocher)


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Alexander D. schrieb:
> Warum widerspricht die Abschaltung in der Nacht dem Sinn einer
> Kühltruhe? Wenn die Isolierung und Wärmekapazität entsprechend gut ist,
> so wird die maximale Temperatur ja nicht überschritten.

Sinn einer Kühltruhe ist es, Dinge unterhalb einer Temperatur zu lagern. 
Und zwar unabhängig der Tageszeit.

Wenn die Isolierung und Wärmekapazität entsprechend gut ist - ja. Ob dem 
so ist, ist unklar. Diese Daten stehen bisher nämlich nicht zur 
Verfügung.

Alexander D. schrieb:
> ... 10 bis 64 Stunden
> sicher vor Verderb. Die genaue Stundenanzahl ist abhängig vom jeweiligen
> Gerätetyp.

Jetzt steht immerhin 10h als schlechteste Annahme im Raum. Typ der 
Kühltruhe und die exakten Eigenschaft ist weiterhin unbekannt, insofern 
würde ich diesen schlechten Wert annehmen.
Wenn du jetzt noch die Sonne so hingedreht bekommst, dass diese bis 
dahin genug Energie liefert und dann morgens auch wieder parat steht, 
dann könnte das theoretisch klappen. Bleibt so ausgelegt dünn ausgelegt 
für meinen Geschmack. Für eine Bastellei zum Testen aber ein Ansatz. Du 
hast ja selber geschrieben, es geht um den Lerneffekt. :)

Alexander D. schrieb:
> Der Anlassstrom ist ja völlig egal,
> da dieser nur sehr kurz anliegt und problemlos vom Netz bedient werden
> kann.

Dirk K. schrieb:
> Ohne Netzeinspeisung etc. wird es aber wikrlich praktikabel nicht gehen.

Meine Aussage zum Anlaufstrom bezog sich auf eine Lösung ohne Netz. Das 
hattest du aber klar gestellt, dass das geduldet ist. Es sollte nur 
nicht  mehrheitlich aus dem Netz die Energie genommen werden. Dann 
natürlich kein Problem. Rein für die PV wäre der Anlaufstrom aber 
sicherlich zu heftig.

Peter K. hater schrieb:
> Außen dann ein ESP32 und Relais. Das
> Einstellrad hatte ich einfach auf höchste Stufe gestellt. Hatte den
> Vorteil, dass es auch ohne großen Aufwand reversibel war

Also nur stumpf den Kompressor aka 230V eingeschaltet? Ok, das ist 
Holzhammermethode :D Aber wenn es denn funktioniert mit der vorhandenen 
Wärmekapazität ohne Überschreiten der Höchsttemperatur.

Hier stellt sich mir die Frage, wie die externe Regelung ausgelegt 
werden sollte. Das Kunststück wird sein, die entnommene Leistung der zur 
verfügung stehenden Leistung nachzuführen. Der Kompressor kennt nur 
EIN/AUS.
Also Vergleich der Energie im Akku aus der PV vs. Intergral 
Kompressorleistung x ZEIT. Abzüglich aller Verluste. Machbar - 
sicherlich.

von Mnax (moriz996)


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Dirk K. schrieb:
> Aber wenn es denn funktioniert mit der vorhandenen
> Wärmekapazität ohne Überschreiten der Höchsttemperatur.

Vorteil der "grid tie" netzbasierten lösung ist dass man den kompressor 
jederzeit laufen lassen kann, kostet dann eben, aber funktioniert.

Meine brauchwasser WP heizt bei solarstrom bis auf 65grad, ohne solar 
bei untertemperatur mit netzstrom nur auf 50 grad. Dasselbe kann man mit 
kühltruhen auch machen.

von Andy (gesperrt)


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Dirk K. schrieb:
> Also nur stumpf den Kompressor aka 230V eingeschaltet? Ok, das ist
> Holzhammermethode :D Aber wenn es denn funktioniert mit der vorhandenen
> Wärmekapazität ohne Überschreiten der Höchsttemperatur.

Genau. Ich hatte vorher einige Tage lang die Leistung gemessen. So 
konnte ich sicher sein, dass der Kompressor nicht regelbar ist. Ist habe 
also nichts anderes gemacht als das Thermostat. Etwas unpraktisch war 
natürlich, dass das Licht dann auch nur manchmal funktionierte.

von Andy (gesperrt)



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Hier mal Testdaten eines Versuchs aus dem Winter. Unteres Ende ist 
32.9°C. Gut zu erkennen ist, wie viel länger der Kompressor laufen muss, 
wenn man auf tiefe Temperaturen vorkühlen möchte. Das zieht natürlich 
auch einen entsprechenden Stromverbrauch nach sich.

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass die niedrige Temperatur bei 
steigender Differenz zur Außentemperatur nach Abschalten des Kompressors 
auch schneller wieder steigt. Beim Gefrierfach ist das weniger stark 
ausgeprägt, beim Kühlschrank aber durchaus gut sichtbar. Besonders tief 
vorzukühlen ergibt also nicht unbedingt Sinn und würde ich nur 
empfehlen, wenn man den Solarstrom überhaupt nicht anders wegbekommt.

Der sinnvollere Weg dürfte daher sein, die maximale Temperaturgrenze 
auszuloten und temporär höhere Temperaturen zuzulassen.

: Bearbeitet durch User
von Mnax (moriz996)


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Peter K. hater schrieb:
> Besonders tief vorzukühlen
> ergibt also nicht unbedingt Sinn und würde ich nur empfehlen, wenn man
> den Solarstrom überhaupt nicht anders wegbekommt.

Bei 40ct stromkosten und 10ct einspeisevergütung, also faktor 4, lohnt 
das solare vorrats-vorkühlen allemal.

Die frage ist ob 100W mit 1:5 laufzeit den aufwand lohnen.
Bei wasserWP ist das > 1 euro/tag, bei kühlen 10ct ?

: Bearbeitet durch User
von Philipp C. (e61_phil) Benutzerseite


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Sollte man mal irgendwo eine Liste mit Dingen anfangen, die man sinnvoll 
ein- und auschalten kann, wenn das Balkonkraftwerk mal etwas liefert?

Ich versuche die Poolpumpe und einen Getränkekühlschrank möglichst nur 
mit Überschüssen zu betreiben. Aber das ist leider recht grob.

von Stephan (stephan_h623)


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Peter K. hater schrieb:
> Hier mal Testdaten eines Versuchs aus dem Winter. Unteres Ende ist
> 32.9°C. Gut zu erkennen ist, wie viel länger der Kompressor laufen muss,
> wenn man auf tiefe Temperaturen vorkühlen möchte. Das zieht natürlich
> auch einen entsprechenden Stromverbrauch nach sich.
>
> Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass die niedrige Temperatur bei
> steigender Differenz zur Außentemperatur nach Abschalten des Kompressors
> auch schneller wieder steigt. Beim Gefrierfach ist das weniger stark
> ausgeprägt, beim Kühlschrank aber durchaus gut sichtbar. Besonders tief
> vorzukühlen ergibt also nicht unbedingt Sinn und würde ich nur
> empfehlen, wenn man den Solarstrom überhaupt nicht anders wegbekommt.

Ich denke der Test mit dem Gefrierfach ist nicht auf einen echten 
Gefrierschrank übertragbar.
So schnell steigt die Temperatur im Gefrierschrank niemals an. Die 
können normalerweise schon nen Tag ohne Strom ziemlich kalt halten.

Und man darf nicht vergessen, dass das Kühlgut viel mehr Wärmekapazität 
hat als die Luft im Schrank. Wenn die Luft von -18 auf -22 Grad gekühlt 
ist hat das Kühlgut vielleicht um 0,1 Grad abgekühlt. Logisch, dass die 
Temperatur dann auch wieder zügig ansteigt.

Beim Abkühlen kühlst du zunächst hauptsächlich die Luft. Erst im Bereich 
ab so 7:00 Uhr in deinem Diagramm geht die Kühlleistung im wesentlichen 
ins Kühlgut. Das hat ja auch einen Wärmeübergangswiderstand.
Mit der Temperaturdifferenz Luft-Kühlgut steigt auch die Konvektion und 
damit die Abkühlgeschwindigkeit des Kühlguts. Also fällt die 
Luft-Temperatur nochmal langsamer.

von Andy (gesperrt)


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Stephan schrieb:
> Beim Abkühlen kühlst du zunächst hauptsächlich die Luft. Erst im Bereich
> ab so 7:00 Uhr in deinem Diagramm geht die Kühlleistung im wesentlichen
> ins Kühlgut. Das hat ja auch einen Wärmeübergangswiderstand.
> Mit der Temperaturdifferenz Luft-Kühlgut steigt auch die Konvektion und
> damit die Abkühlgeschwindigkeit des Kühlguts. Also fällt die
> Luft-Temperatur nochmal langsamer.

Das kann sehr gut sein. Wäre es dann sinnvoll die Messung in einem 
Metallblock oder Becher mit Wasser/Eis vorzunehmen?

von Mnax (moriz996)


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Peter K. hater schrieb:
> Wäre es dann sinnvoll die Messung in einem
> Metallblock oder Becher mit Wasser/Eis vorzunehmen?

Nur bei ausgeschaltetem kompressor messen.
Dann entspricht die lufttemp schnell der hähnchentemp.
Oder broccolitemp falls vegan/grün/deppert.

von Stephan (stephan_h623)


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Peter K. hater schrieb:
> Das kann sehr gut sein. Wäre es dann sinnvoll die Messung in einem
> Metallblock oder Becher mit Wasser/Eis vorzunehmen?

Eis. Metall leitet die Wärme zu gut.
Alte Eisdose mit 1.2 Litern. Nochmal in nen Gefrierbeutel verpackt und 
zwischen Pommes, Brötchen, Pizza etc. vergraben.
Die Anschlussdrähte lieber dünn, um Wärmeleitung zu minimieren.
Und mit den Ergebnissen dann weiter optimieren. Kann das echt nicht 
einschätzen.

Ich würde da jedenfalls Luft und Kühlgut parallel messen. Evtl. auch 
mehrere Messstellen.
Bevor man ne Regelung bastelt sollte man das Verhalten schon 
einigermaßen kennen.
Und halt auch bei nem richtigen Gefrierschrank / Gefriertruhe.

Mnax schrieb:
> Nur bei ausgeschaltetem kompressor messen.

Is dann der Minimalansatz. Aber schon wesentlich aussagekräftiger als 
die Lufttemperatur.

Peter K. hater schrieb:
> Die Schaltschwellen liegen bei nicht
> regelbaren Kompressoren wesentlich weiter auseinander. Das witzige
> Rädchen mit der Temperaturaufschrift ist nur Show. Gesteuert werden
> müssten eigentlich Temperaturbereiche. Und die sind, wenn es sich
> wirklich auswirken soll, größer als dein 4 Grad Fenster.

Vermutlich wegen der Trägheit des Kühlguts so gemacht.
Ich denke der Kompressor schaltet bei -17,9 Grad ein und vielleicht bei 
-22...-26 Grad (Luft) aus. (Einstellung -18 Grad)
Nach der Ausgleichsphase von vielleicht 5-30 Minuten hat das Kühlgut und 
die Luft dann evtl. -18,5 Grad und durch die Isolation hält das ganze 
dann einige Stunden, bis die Temp wieder unter 18 fällt.
Solltemperatur auf -22 setzen hätte nen ganz anderen Effekt als 
Kompressor bei -22 abschalten.
Da würde dann erst mal auf -26...-30 Grad (Luft) gekühlt. Und wenn das 
Kühlgut vorher nur -18 Grad hatte schon nach einer sehr kurzen 
Ausgleichsphase der Kompressor wieder anspringen.

von Michael B. (laberkopp)


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Peter K. hater schrieb:
> Alexander D. schrieb:
>> Ich habe
>> gelesen, dass moderne Truhen bis zu 35 Stunden die Temperatur im
>> akzeptablen Bereich halten können. Der Anlassstrom ist ja völlig egal,
>> da dieser nur sehr kurz anliegt und problemlos vom Netz bedient werden
>> kann.
>
> Echt so viel? Hast du da eine Quelle zu?

Nie gegoogelt ?

https://www.google.com/search?q=lagerzeit+bei+st%C3%B6rung

Für manche ist das Internet echt noch #Neuland

von Stephan (stephan_h623)


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Evtl. könnte man auch gesättigte Kochsalzlösung als 
Phase-Change-Speicher nutzen. Schmilzt bei -21 Grad.
Ein 5-Liter Kanister hätte da einiges an Speicherkapazität. Schmelzwärme 
von Eis ist 335 kJ/kg, Wärmekapazität von Eis ist gut 2kJ/K*kg.
Salzwasser hat vielleicht weniger Schmelzwärme aber sicher noch mehr als 
die 10-fache Menge an Eis bei 10 Grad Temperaturanstieg speichert.

Wenn das Gerät eher kurz taktet / die Temperatur fein regelt (Hysterese 
< 2-3 Grad) könnte das einfach so gehen. Das Gerät schaltet dann ja bei 
eingestellten -18 Grad schon ab, bevor es in den Gefrierbereich des 
Salzwassers geht.
Bei Einstellung von -22 Grad (PV-Powered) wird das Salzwasser dann 
langsam gefroren und dient in der Nacht / an sonnenarmen Tagen als 
Speicher.

Wenn das Gerät langsam taktet / die Luft-Temperatur in der Kühlphase 
weit absinkt (Hysterese > 4-5 Grad) müsste der Kanister vmtl. 
etwas/passend isoliert werden.
Die Lufttemperatur im Gerät muss bei laufendem Kompresssor relativ 
schnell absinken. Wenn da ein thermisch gut angebundener Speicher zu arg 
reingrätscht schaltet der Kompressor evtl. gar nicht mehr ab, bis der 
durchgefroren ist.
Bei teurem Strom wäre das aber ziemlicher Unfug ...

von Udo S. (urschmitt)


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Stephan schrieb:
> Vermutlich wegen der Trägheit des Kühlguts so gemacht.
> Ich denke der Kompressor schaltet bei -17,9 Grad ein und vielleicht bei
> -22...-26 Grad (Luft) aus. (Einstellung -18 Grad)

Wenn ich meinen Liebherr auf .18°C stelle, dann wandert der vom alten 
Istwert zu -18°C und hält die auch dann.
Und der zeigt die Isttemperatur, nicht die Solltemperatur an.

von Stephan (stephan_h623)


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Udo S. schrieb:
> Wenn ich meinen Liebherr auf .18°C stelle, dann wandert der vom alten
> Istwert zu -18°C und hält die auch dann.
> Und der zeigt die Isttemperatur, nicht die Solltemperatur an.

Sicher? Selbst nachgemessen mit nem Thermometer ohne "Logik"?

Wäre ja nicht verkehrt, wenn das Ding während der Kühlphase die 
Isttemperatur schätzt. Dass da aus technischen Gründen vielleicht die 
Lufttemperatur vorübergehend niedriger ist wäre für den Normalnutzer ja 
auch nur verwirrend.
Nur um da für Optimierungen anzusetzen brauchts halt wirklich Rohdaten.

von Philipp C. (e61_phil) Benutzerseite


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Mit unserem Liebherr Gefrierschrank (no Frost) habe ich auch 
experimentiert. Dazu habe ich ich Zigbee Sensor in eine der Schubladen 
gelegt.

Ich habe den Gefrierschrank um kurz vor 10:00 auf -28°C gestellt (minium 
ohne SuperFrost) und gegen 20:00 (ersichtlich in der Leistungsaufnahme) 
wieder auf -18°C.

Die Anzeige war recht flott wieder bei -18°C und auch die Regelung setze 
wieder ein. Interessanterweise mit ungefähr gleicher Periodendauer, aber 
kürzer Einschaltzeit. Der Sensor war noch lange nicht wieder bei den 
anfangs gemessenen -20°C.

von Mnax (moriz996)


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Dumme regelung.

Dauer ein zum abkühlen geht, dauer aus zum aufwärmen nicht. Fail.
Der schaltet einfach etwa alle 40min ein egal wie die temp ist und 
schaltet temp-abhängig wieder aus. Keine temperatur-hyterese sondern 
doofe zeitschaltung.

Meine oelheizung war auch so geregelt. Hab ich rausgeworfen. Taugt nix.

von Stephan (stephan_h623)


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Philipp C. schrieb:
> Die Anzeige war recht flott wieder bei -18°C und auch die Regelung setze
> wieder ein. Interessanterweise mit ungefähr gleicher Periodendauer, aber
> kürzer Einschaltzeit. Der Sensor war noch lange nicht wieder bei den
> anfangs gemessenen -20°C.

Die integrierte Anzeige zeigt also eher den Wert, den der Nutzer sehen 
will und nicht den echten Messwert.
Irgendwie hatte ichs vermutet ...

Wäre interessant, wie das Verhalten bei noch längerer Einstellung auf 
-28 Grad gewesen wäre. Noch war die Temperatur nicht stationär.

Andererseits - für die Ausgangsfrage - wenn der Kompressor in der 
Sonnenzeit (10-20 Uhr) durchläuft kommst in deinem Setup auf -28 Grad. 
Die Erwärmung ab 20 Uhr (erste 40 Minuten) extrapoliert langt das für 
grob 4, max. 6 Stunden (ohne die komische Regellogik).
Bei dem Gefrierschrank ließe sich dann die PV-Nutzung durch 
Temperaturabsenkung um grob 50% erhöhen.
Viel weniger als ich gedacht hatte und lohnt dann auch bei billigster 
Hardware und Lösung von der Stange nicht.
Es sein denn, du hast ein eher schlecht isoliertes Modell mit geringer 
Kühlleistung und Top-Modelle würden die Temperatur weit länger halten.
Der Kompressor taktet grob 50:50, das kommt mir viel Laufzeit vor. Dein 
Schrank braucht so ca. 350kWh/a? Aber keine Ahnung wie gr0ß der ist.

Nachdem Router, Telefon-Ladeschale etc. versorgt sind bleiben beim 
Balkonkraftwerk (800Wp) im Jahresschnitt vielleicht 4h / Tag mit 100W+ 
Überschuss.
Bei angenommenen 240kWh/a für den Schrank wären das 40kWh/a Einsparung 
durch PV ohne Optimierung und nur zusätzliche 20 kWh/a durch 
Optimierung.

Mnax schrieb:
> Dumme regelung.
>
> Dauer ein zum abkühlen geht, dauer aus zum aufwärmen nicht. Fail.

Stimmt.
Aber wer weiß ...
Temperatur absenken mach ich ja normalerweise nur wenn ich größere 
Mengen einzufrieren gedenke. Oder gibt's da noch andere sinnvolle 
Anwendungen (außer PV-Strom nutzen)?
Vielleicht gabs Studien, die zeigen dass die Nutzer tendenziell zu früh 
wieder hochdrehen. Arg groß ist der zusätzliche Verbrauch durch das 
komische Regelverhalten ja auch nicht.

Aber ist halt dennoch eine Bevormundung der Nutzer. Und irgend ne eigene 
Steuerung kannst bei dem Verhalten und den Werten vom Gerät nicht 
draufsetzen.

von Clemens S. (zoggl)


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Philipp C. schrieb:
> Mit unserem Liebherr Gefrierschrank (no Frost) habe ich auch
> experimentiert.

um die -20°C zu halten braucht die Box ca 40W elektrische Leistung (80W 
Peak geschätzt 50% Einschaltdauer)

Die Arbeitszahl wird zwischen 1 und 2 liegen => 1,5 für die Rechnung

damit liegt die thermische Leistung bei 60W.

wenn du mit deinem Gebastel 14h sicher überbrücken möchtest, bevor die 
Temperatur steigt, kannst du also 9kg Salzwasser frieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gefrierpunktserniedrigung

Der betrieb dieser Box kostet im Jahr bei 40c/kWh 140€ - kommt mir 
realistisch vor.

sg

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