Forum: HF, Funk und Felder Wer vermisst noch die analoge Funktechnik - Erinnerungen


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von Stefan K. (stefan02)


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Hallo,

Mir geht es so, das ich aus einer Hobby Perspektive die Analoge 
Funktechnik doch zunehmend vermisse. Ich rede hier gar nicht so von der 
Abschaltung der LW / MW Sender, die wurde oft genug durchdiskutiert, 
sondern eher der weitere Rahmen.

Viel Funktechnik der 1990er Jahre, und der frühen 2000er, die für 
Privatleute ausgelegt war, war analog. Das reicht(e) von Telefon über 
Videosender (Das Signal z.B. von der "Premiere" Box die im Wohnzimmer 
steht in´s Schlafzimmer senden) über drahtlose Tonübertragung 
(Funkkopfhörer, drahtlose Lautsprecher) bis hin zu den klassischen 
Walkie Talkies.

Worum es mir geht ist die "Zugänglichkeit" zum Funk Hobby, und auch die 
Motivation, die die junge Generation Heutzutage noch haben könnte (oder 
eben nicht mehr wirklich hat) sich mit dem Hobby zu beschäftigen.

Es geht hier nicht darum was besser ist, kein Analog vs Digital "dies 
oder jenes ist besser", sondern es geht mehr darum die Meinungen und 
Erinnerungen zu schreiben, die mit dem Thema zu tun haben.

Da ich mich sehr aktiv mit dem Thema analogfunk auseinandersetze, und 
auch eine Gerätemenge über die Jahre angesammelt habe, die man fast wie 
ein mikro-Museum sehen könnte, bin ich auch im Bereich "was es da gab" 
relativ gut ausgestattet, auch mit Wissen.

Für manche ist das "Scannen" "Frequenzen suchen und finden" ein Hobby. 
Neben vielen einfachen (ehm... Spielzeug-) Scannern, die damals primär 
zum Empfang der BOS Dienste ausgelegt waren (Nur N-FM, vorgegebenes 
Kanalraster, wenige Frequenzen empfangbar), gab es auch Geräte in der 
höheren Preisklasse, nun die Geräte gibt´s ja immer noch aber ich denke, 
sie werden nicht mehr produziert... jedenfalls... Geräte mit denen 
größere Frequenzbereiche (0,1...1200MHz) durchgängig empfangbar sind, 
und mit denen auch verschiedene Modi (Breitband FM, AM) möglich sind, 
und so eine Vielzahl der damaligen Kommunikationssysteme empfangen 
werden können.

Ganz alte "Funk Kopfhörer", die teilweise in Mono gesendet haben und (!) 
ein Mikro dabei hatten, das man (optional neben Direktanschluss) vor den 
Tv Lautsprecher kleben konnte, um den Ton u übertragen (Diese Geräte 
arbeiten auf VHF. Entweder 37,1 oder 40,68MHz) hat sich die Technik 
entwickelt. Rauschen ist immer ein Problem der Analogtechnik ... und 
nachdem der "Funk Teil" gemeistert wurde, wurde sich darauf 
konzentriert. So warben die Hersteller mit Rauschunterdrückung, und 
verbauten (Pilotton) Systeme, um das Rauschen zu verhindern.

Dennoch sind das alles sehr schöne Systeme, die man mit so einem 
Kommunikationsempfänger empfangen kann. Aufgrund der hohen 
Sendeleistungen von "Durch die Bank" (VHF - UHF es war immer die gleiche 
Leistung genehmigt) 10mW ... sind auch entsprechend hohe Reichweiten 
(>1km mit einem Empfänger mit guter Antenne) möglich.

Klar, wirklich was spannendes gibt´s da nicht wirklich zu hören, und es 
geht auch nicht darum irgendwelche Leute zu bespitzeln (CT1, 900MHz 
Analog Telefon N-FM) es geht eher darum, das man früher mit so einem 
Kommunikationsempfänger wirklich sehr viel Empfangen konnte... und so 
selber Reichweitentests von "Miniatur Sendern der Nachbarn" machen 
konnte. Alles hat sich verlagert. Die VHF Systeme waren schnell 
abgelöst, durch 70cm Systeme (Ja, damalige Funkkopfhörer sendeten mitten 
im 70cm AFU Band, keine Ahnung wieso das so koordiniert wurde) bis hin 
zum ich sage mal "letzten analogen System" das sich zwischen 
863...865MHz einfindet.

Oftmals hab ich früher, als Beifahrer, so einen kompakten Empfänger 
dabei gehabt, und bin im Auto die Frequenzen  durchgegangen, sobald man 
in ein Dorf oder eine Stadt kam. Auch hier war der "Verfall" dieser 
Systeme deutlich merkbar. Bei einem Test war in der Stadt das 863-865MHz 
Band sehr voll, etliche Sender (hauptsache Fremdsprache) waren zu hören. 
Mögen es Tv Sendungen, Radiosendungen gewesen sein, die Leute dort mit 
ihren Funkkopfhörern / Funklautsprechern hörten. Wenige Jahre später... 
der gleiche Test... und es ist wie ausgedünnt. In etwa die gleiche 
Uhrzeit, nur ein einziges System ist zu empfangen gewesen.

Das selbe gilt auch für die Videosender. Damals kam ein hochwertiger SHF 
Videoscanner raus. Kostenpunkt für das Gerät: Rund 400€. Der Scanner 
scannt von 900MHz bis ca. 2,7GHz, und bleibt auf der Frequenz, sobald 
ein Videosignal empfangen wird. Portabel, wie einst die Casio 
Taschenfernseher, jedoch mit einem sehr farbtreuen, hochauflösendem TFT 
Bildschirm ausgestattet, kann man also Sender suchen. Ich habe das 
Gerät, sowie eine sehr gute Yagi Richtantenne für WLAN. Schätzungsweise 
ist das Gerät mittlerweile mindestens 14 Jahre alt. Videosignale habe 
ich empfangen. Überwachungskamera... eine Schrifttafel "Achtung: Kein 
Videosignal"... doch würde ich das Gerät Heute reaktivieren... was würde 
ich wohl empfangen? FPV dürfte lange Digital sein, und jegliche Form der 
"Video Übertragung" im Privatbereich dürfte entweder auf Wlan 
(Überwachungskamera) oder HDMI (reguläres Tv) ausgetauscht sein... 
alleine schon weil die Art von Sendern, die der Scanner empfangen 
könnte, ja voraussetzen, das Analoge Geräte irgendwo genutzt werden. 
Welcher moderne Tv (auch -5 Jahre) nutzt denn effektiv noch analog...?

Sachen verschwinden einfach. Dieses mal ist - anders als bei CT1 - gar 
nicht mal der Gesetzgeber dahinter, sondern einfach der Markt selbst. Im 
Jahr 2004, in etwa, kam das erste "Portable Funkkopfhörer Set" eines 
Markenherstellers heraus. Ein Bügelkopfhörer, und ein ca. Feuerzeug 
großer 864MHz PLL Stereo Sender, den man mittels 
"Klettverschluss-Klebeband" an seinen MP3 Player heften konnte. Stolze 
rund 239€ wollte der Hersteller für dieses Set haben... damals... und 
Heute gibt´s beim Discounter für rund 20€ Bluetooth Ohrstöpsel, die 
technologisch so fortschrittlich sind, das man sie sich 2004 vermutlich 
noch nicht mal hätte vorstellen können.

Doch der Zugang. Das ist es, was auf der Strecke bleibt. Bei den 
analogen Systemen kann man sich schnell mal einklinken... die Reichweite 
testen von irgendwelchen Funkübertragungssystemen... doch Heute gibt es 
quasi keinen Zugang mehr. Wer möchte noch mit dem Klobigen 864MHz 
Funklautsprecher rum tüfteln, wenn die "Sound box", Bluetooth... 
namhafter Hersteller (diverse) über einen Tastendruck mit dem Handy 
gekoppelt ist, und sowieso einen "viel fetteren" Sound liefert, als 
diese "alte" Funk Box?

Das ist nur, wo ich eine Diskussion, ein Erinnern anregen möchte. Es gab 
früher so viel zu entdecken mit so einem Scanner, und waren es nur die 
UHF Funk Mikrofone im Tv Band, die auch langsam aber stetig durch 
Digitale Modelle ersetzt werden... Welche Motivation hätte ein 
"Jungspund" Heute noch, sich mit dieser Technik auseinanderzusetzen? Mit 
meinen 36 Jahren hab ich die 90er und die Analogtechnik noch voll 
erlebt, weis also, was alles mal so still und heimlich verschwunden 
ist... und ich finde es schade.

Klar gibt es für den Heimgebrauch auch Digitale Übertragungssysteme, 
habe selber einige, die ich aus Testgründen für tlw. 3 stelligen Betrag 
gekauft habe... aber der Zugang fehlt. Das Signal ist nur mit dem 
Original Empfänger zu empfangen. Es gibt keinen Anschluss für externe 
Antennen, man kann kaum mit der Technik Spielen. Viele Geräte nutzen 
FHSS, und so hört man sie im Scanner nur wie "PLC Geklackere", ein Gerät 
habe ich bis jetzt, das klassisch nur den Datenstrom raus haut ohne FHSS 
(Breitbandiges digitales rauschen bei allen Signalbalken wenn man 
Empfänger einstellt auf die Frequenz).

Wie dem auch sei. Ich könnte noch mehr dazu schreiben, aber ich denke, 
es ist eh schon lang. Es geht einfach nur um den Austausch von 
Erinnerungen und Meinungen zum Thema.

von Edi M. (edi-mv)


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In der Nachbar- Beitragsfolge ist da schon einiges:
Beitrag "Witzige "HF Wege" - Berichte"

Und ich bin auch ein Analog- Enthsiast, und ich bin begeistert von der 
Nachhaltigkeit, viele Analog- Geräte funktionieren nach einem 
Menschenleben noch, wenn auch nach einer Restauration- und mein ältester 
Empfänger ist ein Amateurfunk- Empfänger, der jetzt 101 Jahre alt ist, 
und außer einer "Luftzieher"- Röhre, die ja sowieso ein steckbares 
Verschleißteil ist, kein einziges defektes Bauteil enthielt !
http://edi.bplaced.net/?Edi%27s_Radios___1922_Westinghouse_RC

Empfänger mit Digitaltechnik und Meß- Equipment habe ich nur wenig, und 
diese immer aus den Anfängen der DIgitaltechnik, einige arbeiten "zu 
Fuß"... mit Hunderten Transistoren und Dioden, ohne einen eizigen 
integrierten Schaltkreis- solche Geräte kann man ewig am Leben halten.

von Klaus R. (klaus2)


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Stefan K. schrieb:
> Wer möchte noch mit dem Klobigen 864MHz Funklautsprecher rum tüfteln,
> wenn die "Sound box", Bluetooth... namhafter Hersteller (diverse) über
> einen Tastendruck mit dem Handy gekoppelt ist, und sowieso einen "viel
> fetteren" Sound liefert, als diese "alte" Funk Box?

Das ist der Punkt. Oder navigierst du (im Urlaub) noch per Karte? Oder 
als Seefahrer mit Sextant?

Analog ist toll und bewunderndswert, QAM256 & IQ Mixer aber auch ;)

Klaus.

von Edi M. (edi-mv)


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Klaus R. schrieb:
> Das ist der Punkt. Oder navigierst du (im Urlaub) noch per Karte? Oder
> als Seefahrer mit Sextant?

Das sind Fähigkeiten, die man eigentlich beherrschen sollte- immerhin 
benötigen digitale "High Tech"- Geräte Strom, und es gibt durchaus 
Situationen, wo man den eben mal NICHT hat.
Ich hoffe, daß man in der Schule noch den Atlas verwendet, und See- 
Offizieren noch den Umgang mit dem Sextanten beibringt (nicht den mit 
den Sex- Tanten !)

> Analog ist toll und bewunderndswert, QAM256 & IQ Mixer aber auch ;)

IQ- Mischer u.ä. sind Techniken, für die nahezu ausschließlich nur noch 
vorgefertigte Bauelement und Baugruppen verwendet werden, in deren 
Grundlagen man auch nicht mehr eingreifen kann, die man nach einiger 
Zeit kaum noch ersetzen kann, usw., abgesehen von der enormen 
Miniaturisierung.

Kann man alles machen und nutzen, es wird aber m. E. heute zu viel 
genutzt, bis hin zu Spielerchen.

Ich hasse Autos, deren Elektronik ein Eigenleben entwickeln kann, und 
mir z. B. bei Fehlern nervende SIgnale schicken, oder gar Funktionen 
heruntersetzen, etwa bei Nichteinhaltung der Wartungsintervalle oder bei 
einem Fehler untergeordneter Bedeutung die Leistung drosseln.

Und ein Thema für sich sind ja die "Smartphone- Zombies".

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Also ich würde nicht sagen, daß ich das vermisse. Evtl. bin ich zu jung 
dafür, alt genug um noch als Kind mit CB-Funk herumzuspielen, allerdings 
hatte ich zu den wirklich interessanten Dingen damals keinen Zugang. 
Entweder verboten (mehr als 4W Sendeleistung) oder sehr komische in sich 
geschlossene Community, in deren Olymp für einen bastelfreudigen 
Jugendlichen kein Platz ist (Amateurfunk). Also vermissen? Nein, 
definitiv nicht, ich habe damals fast jedes Interesse daran verloren, 
erst recht als es durch erschwingliche Handys und das Internet obsolet 
wurde. Mobiles Internet war dann der endgültige Todesstoß, es gibt 
einfach keinen großen Anreiz mehr, sich mit dieser Technik 
auseinanderzusetzen - und vieles, was sie am Leben erhalten könnte wie 
ein eigener Radiosender, der sich ohne große Kosten betreiben ließe, ist 
immer noch verboten weil irgendwelche fetten Ärsche da noch das letzte 
bißchen Geld rausquetschen müssen. Ich glaube, diese Kuh wird nicht nur 
gemolken bis Blut kommt, sondern man zieht die komplette Kuh durch die 
Melkmaschine... aber spätestens danach ist Schluss damit.

von Klaus R. (klaus2)


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Edi M. schrieb:
> Ich hasse Autos, deren Elektronik ein Eigenleben entwickeln kann

Ok, damit ist alles geklärt.

Klaus.

von Herbert Z. (herbertz)


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Ben B. schrieb:
> Also ich würde nicht sagen, daß ich das vermisse.

Du machst einen sehr verbitterten Eindruck wenn du an der Tastatur 
sitzt.
Es dreht sich bei dir alles um ein Thema und das mit 33U/min, immer 
wieder die selbe Seite.
Wenn ich ein Thema hätte , dass mich so runterzieht und so davon abhält 
ein glückliches bejahendes Leben zu führen ,dann würden mir meine 
Freunde/innen schön lange eine professionelle Hilfe in Form eines 
Therapeuten nahe legen.
So, es geht hier um alte analoge Technik ud dir fällt nix anderes ein 
als
das was ich lesen konnte. Ich verstehe analoge Technik bessser als 
digitalen Kram. Digital macht in vielen Fällen Menschen 
überflüssig,(FT8).
Menschen gehören bei mir aber zum Hobby, zwangsläufig. Analog ist bei 
mir menschlicher als Digital.Schon eine Platte hört sich wärmer an als 
eine CD.;-) Gute Besserung!

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Was ist analoge Funktechnik und was ist digitale Funktechnik,
was verstehst du darunter? Die Funktechnik selbst ist und
bleibt ja analog, nur die Modulation kann analog oder Digital
sein. Die allererste Funktechnik die erfunden wurde, war ja
im Prinzip digital, und zwar die Morsetelegrafie.
Funkfernschreiben RTTY, Amtor, Pactor, PSK31, APRS, WSPR, HAMNET,
Packet-Radio ist ja alles digital.

Und dann SDR, was ist das, analog oder digital?
Man kann damit analoge Sender empfangen.

https://www.wimo.com/de/sdr

Der Vorteil von Analogtechnik ist ja, daß man es sehr leicht
verstehen kann, sehr wenig Aufwand, gut für Anfänger geeignet.
Digital versteht kaum noch jemand, wenn man nicht auch noch
Mathematikprofessor ist. Aber ein paar AM-Sender gibt es im
Moment noch auf Kurzwelle, zum Beispiel 6070kHz, oder Langwelle
198kHz, wo sich Anfänger mit beschäftigen können.

von Klaus R. (klaus2)


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Herbert Z. schrieb:
> Analog ist bei mir menschlicher als Digital.Schon eine Platte hört sich
> wärmer an als eine CD.;-)

Das wird ja immer besser! Barry White von ner 45er beim 69er 👌🏼

🤪

Klaus.

von Herbert Z. (herbertz)


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Günter L. schrieb:
> Die allererste Funktechnik die erfunden wurde, war ja
> im Prinzip digital, und zwar die Morsetelegrafie.

Ha,ha... Bei mir ist CW immer noch eine analoge Betriebsart. Verstanden 
wird CW in dem der Buchstabe beim geben zu einer Melody mit hohem 
Erkennungswert wird. Wir zählen keine Punkte und Striche und machen 
daraus einen Buchstaben.
Da hätten wir viel zu tun. Wir werten nur die Melody aus. Allerdings 
versucht man CW mit Computerprogrammen zu lesen , was aber leider nicht 
so gut funktioniert. Jeder gibt anders, jede Handschrift hat ihren 
eigenen Charakter. Da beisst sich "Digital" die Bits buchstäblich aus 
dem Zahnfleisch...

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Du machst einen sehr verbitterten Eindruck wenn
> du an der Tastatur sitzt.
Verbittert? Nee, nicht wirklich. Damals vielleicht geringfügig 
verärgert, aber mehr nicht. Ich hatte damals genug andere Hobbys (und 
habe ich heute immer noch), vielleicht war's auch gut so wie's gelaufen 
ist.

Es sollte sich einfach niemand darüber wundern, daß meine Begeisterung 
für den Amateurfunk nachhaltig durch ein paar wahrscheinlich schon lange 
eingeäscherten Opas gelitten hat und ich daraus kein Geheimnis mache 
wenn jemand fragt. Nenne es einfach einen späten Dank dafür. 
Verbitterung würde ich es nicht nennen, ich bekämpfe den Funk ja nicht 
oder muss dagegen angehen, sondern er ist mir einfach nur komplett egal 
geworden. Es ist einfach nur eine Meinung und meine Art, viele Dinge 
ungeschönt beim Namen zu nennen.

Und wenn ich es auch ein wenig schade finde, daß aus meiner 
Rundfunksender-Idee nichts wird... weißt Du, mir ginge das dabei 
wirklich nur um die Technik. Erstens hört sowieso niemand mehr LW/MW/KW 
und wenn es mir wirklich speziell um einen eigenen Sender gehen würde, 
hätte ich dank Internetradio jederzeit die Möglichkeit dazu.

> Ich verstehe analoge Technik bessser als digitalen Kram.
...
> Schon eine Platte hört sich wärmer an als eine CD.
Könnte auch daran liegen, daß Deine Sinne für alles über 9kHz evtl. 
schon leicht degradiert sind. Aber alles klar, ich habe ich verstanden, 
woher der Wind weht. Wahrscheinlich bist Du auch ein glühender 
Verfechter von vergoldeten Netzsteckern und Schlangenölbachkabeln für 
Deine ach so tollen rotierenden Staubfänger mit dem besonderen Knacks.

> Gute Besserung!
Gleichfalls!

von Maik .. (basteling)


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Nicht so bös auf die alten Amateurfunker sein. Bei uns gab's um 1995 für 
uns 15 - 18Jährigen einen tollen Lizenzkurs mit ordentlichem 
Technikunterricht. Das was die Lehrer an der Schule nicht konnten oder 
wollten. Im Ortsverband gab's natürlich auch einen Idioten aber sonst 
bestimmt 50 nette Leute. Die sind das was zählt.
Analog ist toll zum Lernen. Aber was digital mittlerweile möglich ist - 
natürlich meist toller. Dir rödeligen 433MHz Anwendungen wo der 
Funkschlüssel des einen Nachbarn die Funk - Billig- Garten-Klingel des 
nächsten auslöste vermisse ich jedoch nicht. Und für die schönen Dinge 
kuratiere ich mein privates Technikmuseum..

: Bearbeitet durch User
von Herbert Z. (herbertz)


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Ben B. schrieb:
> Wahrscheinlich bist Du auch ein glühender
> Verfechter von vergoldeten Netzsteckern und Schlangenölbachkabeln für
> Deine ach so tollen rotierenden Staubfänger mit dem besonderen Knacks.

Nein, war ich noch nie,ich glaube die Zeit wo man damit gute Geschäfte 
mit Gläubigen machen konnte sind vorbei. Ich kennen einen Laden der 
verkauft alte Edel Anlagen und die sind jetzt gar nicht mehr so teuer 
wie damal neu.
HI-FI hat sich überschaubar reduziert. Ich habe auch viel Geld 
ausgegeben für den letzten Schrei in Sachen Musik Hören. MD,DCC zb. für 
Unterwegs.
Hat sich nicht lange durchgesetzt. Ist lange her. Heute höre ich nur 
noch meinen Tinnitus, aber ich finde den Ausschalter nicht.
In Russland brennt die Hütte, da höre ich jetzt NTV.

von Edi M. (edi-mv)


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Ben B. schrieb:
> ein wenig schade finde, daß aus meiner
> Rundfunksender-Idee nichts wird...

Hatten Sie eine ?
Warum wurde das nichts ?

> Erstens hört sowieso niemand mehr LW/MW/KW

ICH schon. Und wenn man abends das AM- Radio einschaltet, ist die Skale 
voll mit Sendern- allerdings keine deutschen Sender mehr.

> und wenn es mir wirklich speziell um einen eigenen Sender gehen würde,
> hätte ich dank Internetradio jederzeit die Möglichkeit dazu.

Ich habe schon viele private Sender von Einzel- Betreibern gehört, und 
tue es gelegentlich noch. AM- Piraten, aber auch "Internet- Sender".
Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Diejenigen, die viel Arbeit in ihren 
analogen Sender gesteckt haben, brachten auch ordentliche Sprache und 
Programme zu Gehör.
Internetsender von Einzelbetreibern waren dagegen einfach eine Zumutung.

Ben B. schrieb:
>> Schon eine Platte hört sich wärmer an als eine CD.

Das liegt am Tonmeister, man kann eine CD- Aufnahme auch "warm" und eine 
Schallplatte "kalt" klingen lassen.

Ben B. schrieb:
> Wahrscheinlich bist Du auch ein glühender
> Verfechter von vergoldeten Netzsteckern und Schlangenölbachkabeln

Nicht jeder Analog- Enthusiast ist auch Anhänger dieses "HiFi- Voodoo"- 
Mülls.

Meine Favoriten sind übrigens "Resonanzoptimierte Keramikrohr- 
Sicherungen mit handgesiebtem Quarzsand aus Äthiopien" und 
"Richtungsgebundene, vor- eingebrannte Lautsprecherkabel aus absolut 
sauerstoffreiem Kupfer".

von Phasenschieber S. (Gast)


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Also, ich bin auch ein alter Mann, habe meine ersten Senderchen ca. 1965 
gebaut. War bis ca.1992 sehr aktiv im Amateurfunk unterwegs.
Dann kam wegen beruflicher Entwicklung eine lange Pause.

Die Pause beendete ich so um 2012. Ich staunte was ich alles verpasst 
hatte.

Ich musste nochmal ganz von vorne anfangen und nein, ich weine der 
vergangenen Zeit keine Träne nach.

Ich war es gewohnt alles was man zum Funk brauchte, selbst herzustellen.
Vom Panoramaempfänger über ATV war alles dabei.
Mein letztes großes Projekt war ein All-Mod-Tranceiver für SSB. Der war 
dann am Schluss so verbastelt, daß ich ihn entsorgt habe.
Bis dahin hat er aber gut funktioniert.

Nungut, die Zeiten haben sich geändert und ich wollte auch nochmal 
anknüpfen.

Kurzum, will nicht so viele Worte machen: Ich erfreue mich heute einem 
ganzen Arsenal digitaler Messgeräte und ebensolchen Funkgeräten.

Ich weine den alten Techniken keine Träne nach, ganz im Gegenteil, ich 
bin begeistert, was man heute für kleines Geld bekommen kann. Davon 
konnte ich Annodazumal nichtmals träumen.

Diese modernen Geräte hieven mich in eine für mich gänzlich neue Welt 
und das begeistert mich.

Natürlich erinnere ich mich auch gerne an die alten Zeiten mit Nogoton 
und Semcoset. Das war einfach eine wundervolle Zeit, aber sie ist vorbei 
und das gegenwärtige Leben (im Hobby) ist für mich noch spannender 
geworden.

Ich möchte auch nicht in einer Vergangenheitsblase stecken bleiben, wie 
so mancher hier, nein, ich werde bis zum letzten Atemzug mithalten 
wollen ;-)

von Motopick (motopick)


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Analoge Technik war und ist heute noch schon toll.
Den Empfaenger von einer Motorola GM900 koennte man heute auch
nicht besser bauen.

Ich habe hier auch nicht betriebsbereites Schnurlostelefon aus
den U.S.A., dass an die amerikanischen Groessenverhaeltnisse
der Grundstuecke in laendlichen Gegenden angepasst ist. :)

Genau so viel Spass macht es aber, Signalverarbeitung digital
zu betreiben. Den Sprung muss aber jeder fuer sich selbst schaffen.
Und damit meine ich nicht, einen RTL-SDR zu betreiben.
Da darf es schon etwas mehr sein. Das ganze ist, im Gegensatz
zu analoger Technik, abgleichfrei, und funktioniert wenn man alles
richtig gemacht hat, quasi auf Anhieb. Damit gehen dann Dinge,
die in analoger Technik ausgefuehrt, frueher ganze Schraenke
gefuellt haetten.

von Peter G. (ham)


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Hallo

Klaus R. schrieb:
> Analog ist toll und bewunderndswert, QAM256 & IQ Mixer aber auch ;)

Analog kann man "anfassen", Veränderungen machen sich mehr oder weniger 
sofort bemerkbar, man kann (allerdings können die Details durchaus auch 
sehr herausfordernd werden) die Funktionen recht "einfach" 
nachvollziehen, "verstecken" der Funktionen ist nicht so leicht.

Digital ist in der Anwendung des fertigen Produkts einfach, wenn es 
unterstützt (und dokumentiert) ist, sind Modifikationen und "ganz 
andere" Funktionen oft einfach zu realisieren (z.B. bei SDRs).
Aber was in Detail eines Gesamtsystems abläuft (Z.B. einer digitalen 
Sprachübertragung über Funk)  ist sehr herausfordernd, es steht in den 
Details viel und schwierige Mathematik dahinter, manches Detail (z.B. 
ein Codec und oder das genau Kodierungsverfahren)ist "geheim" und nicht 
dokumentiert usw.

Die "Trauer" dahinter ist meiner Meinung aber nur ein Stellvertreter für 
die Erkenntnis, dass man älter wird, sterblich ist -das "Kopwissen", das 
man spätestens mit 10 Jahren darüber hat, und das "Buchwissen" so 
irgendwann mit Ende 40 bis Mitte 50 sind schon ein heftiger 
Unterschied...-   und die vielen Verluste von lieben Mitmenschen und 
eigentlich (eben nicht...) selbstverständlichen Dingen und Techniken 
(die einem Spaß machten, die einen als schon als Kind begeistert hatten 
und manchmal einen sogar durch Jahrzehnte der Berufs- und Hobbyleben 
begleitet hatten) können einen schon herunterziehen...
Bei mir war es, so lächerlich es auch klingen mag, im Hobbybereich das 
Wegfallen der (über)voll belegten LW und MW Bänder im Europa und somit 
auch Deutschland, das Verschwinden der Auslandsrundfunksender (mit weit 
mehr als 20 Sprachdiensten, mehreren Sendezentren und mehren Stunden 
täglichen "richtigen" Programm auf KW) das Sender unterhalb von 100kW 
Sendeleistung an "richtigen" Antennen nur Not- und Füllsender waren usw.

von Stefan K. (stefan02)


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Hallo,

ich habe mir die Antworten mal durchgelesen. Danke für die Zeit des 
Lesens meines Beitrages sowie des Erstellens einer Antwort.

Es driftet allerdings ein wenig ab. Da so viele Antworten kamen, mag ich 
jetzt ungerne jeden zitieren, aber die Antworten streuen ein wenig. 
Jemand bezieht sich auf einen 100+ Jahre alten Empfänger, der noch 
funktioniert... wohingegen Heutige Technik eher kurzlebig sei.

Das mag sein, aber ich bezog mich, wie auch in den anderen Antworten 
weniger auf Rundfunksender sowie von anderen erwähnt CB oder Amateurfunk 
sondern eher an eben die Scanner-Enthusiasten.

Der Grund, weshalb ich auch in meinen Posts diese Themen ausgelassen 
habe ist der, das ich hier eher mit lese, als poste... nur ganz selten 
schreibe ich mal was... und Themen wie Rundfunksender wurden mit 
hunderten Antworten bzw. "Posts" diskutiert. Ebenfalls gibt es 
zahlreiche Themen zu Amateurfunk.

Natürlich habe ich auch "Kontakte" mit dem Rundfunk gehabt, habe auch 
Geschichten über die früheren AM Empfänge als Junger Bub mit dem "Kosmos 
Baukasten" einen Radio zusammengesteckt.

Auch habe ich (Empfänger Seitig) schon an mindestens 2 "Fuchsjagten" des 
lokalen OV (s) der Funkamateure teilgenommen, wo sie mich aufgrund 
meines Wissens und der vielen Selbstbau Sachen, die ich besitze, auch 
stark anwerben wollten (ich lehnte aber ab, es gibt Gründe, weshalb ich 
mich von der Deutschen Amateurfunk Lizenz distanziere, aber da das ein 
"heißes Thema" ist, habe ich es bewusst vermieden) ... und auch im 
Bereich CB Funk, PMR und Freenet habe ich viel Erfahrung, viele QSOs 
geführt und so weiter, und so weiter.

Es ging mir eher um die Analoge Funk Technik an sich. Jemand hatte ja 
gefragt wie ich das definiere... nun, ich denke, es geht aus meinem 
Anfangs Post ganz gut hervor. Analoge Funktechnik ist beispielsweise so 
etwas wie die noch kaufbaren, aber alleine durch die Marktentwicklung in 
den Hintergrund gedrängten "Funklautsprecher für Balkon und Garten", die 
das Tonsignal in rein analoger W-FM Modulation auf 864MHz aussenden... 
also ohne den Zwischenschritt der Umwandlung von Analog in Digital (und 
die nachfolgende Rückwandlung). Für solche Systeme gibt es kaufbare, und 
gut zugängliche Empfänger, an denen man über SMA / BNC selber eine 
Empfangsantenne anschließen kann, und so austesten kann, wie weit der 
Sender wirklich sendet. In meinen eigenen Tests war das stärkste das 
433MHz System. Diese Funkkopfhörer gibt es schon lange nicht mehr, aber 
meinen letzten Infos nach werden bestehende Systeme "wenn es zu keiner 
Beeinträchtigung wichtigerer Systeme kommt" geduldet. So ein System hat 
eine Reichweite von gut >1km wenn es frei senden kann, auch wenn auf der 
Verpackung steht "bis zu 100m", aber das ist halt die Reichweite, die 
angegeben wird, das sich der Hersteller absichert, das es sicher geht 
und nicht stört oder rauscht.

Lange lese ich schon in den Foren, und leider hat die Aktivität 
(generell) der Foren die technisch, insb. Funktechnisch spezialisiert 
sind gefühlt sehr abgenommen. Früher wurde aber viel diskutiert. Ich 
erinnere mich noch vage, als die aller ersten Folgen von "Big Brother" 
ausgesendet wurden, das die Leute irgendwie die Frequenzen der Kameras 
und Mikros herausgefunden haben, und sich dann ein paar "versierte" 
Hobbytüftler dort versammelten, und mal gescannt haben. Da die 
Frequenzen auf bestimmten GHz Frequenzen lagen, war es auch nicht so 
einfach mit Standard Geräten dort hin zu kommen... aber es war immerhin 
möglich.

Die Szene hat sich gewandelt. Was früher in Hardware aufgebaut wurde 
(z.B: ein Konverter um die FM-TV Kameras vom Big Brother Container / 
Haus mit einem Sat Receiver zu empfangen) hat sich Heute in´s Digitale 
gewandelt.

Das ist nicht böse gemeint, aber Leute, die mit dem Anschluss eines 7805 
Spannungsreglers überfordert wären, programmieren Heute unter Linux mit 
Geräten wie dem "Hack RF" einen analogen Tv Sender... sogar einen DAB+ 
Sender... es gibt nichts, was nicht möglich ist... könnte man hier 
sagen...

Nur ist es auch hier so... wer macht das? Ich hatte den Hack RF auch 
mal, aber weil ich, als ich ihn angeschlossen hatte, nicht mal einen 
Treiber dafür finden konnte (ich bin da eher ein Normal user) hab ich 
ihn verkauft. Ein "no name" RTL SDR Stick aus China wurde hingegen 
sofort erkannt, der Treiber installiert, und bald konnte ich den SDR 
zumindest empfangsseitig nutzen.

Dennoch, auch wenn diese Technologie toll ist, ist es nicht mehr 
wirklich etwas zum Anfassen, und so gut der SDR auch ist, so sind die 
physikalisch als stand alone aufgebauten "alten" Empfänger in der 
Empfangsleistung einfach überlegen, auch... wenn die halt nur das Audio 
hörbar machen, das gesendet wird, und nicht wie der SDR etliche Daten 
und was weis ich was anzeigen.

Es geht mir also eher darum, das Leute sich hier melden, die eine 
ähnliche Erfahrung gemacht haben oder diese zugängliche Funk Technik 
ähnlich vermissen. Wie ich Anfangs schon sagte, geht es nicht darum, es 
irgendwie so hin zu argumentieren, das analog besser sei. Diese 
Diskussionen wurden schon sehr oft geführt, es ist einfach nur ein 
Austausch von Erfahrungen.

Kommentare oder Diskussionen zu Amateurfunk oder CB Funk oder 
Radiostationen können geführt werden, aber das war nicht die Eingangs 
"Intention" meines Themas.

Das Thema, das in der 1. Antwort verlinkt wurde kannte ich noch nicht, 
da es ja auch erst von Heute ist.

Gruß: Stefan02

von Herbert Z. (herbertz)


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Motopick schrieb:
> Damit gehen dann Dinge,
> die in analoger Technik ausgefuehrt, frueher ganze Schraenke
> gefuellt haetten.

Für viele SDR Geschichten benötigt man noch einen Computer und guter 
Soundkarte. Zum mitnehmen ist das sperrig.
Ich hätte gerne einen Allmode Transeiver für 2m und 70cm ohne die 
üblichen Menüs und Untermenüs. Für die wichtigen Sachen eine Schalter 
oder Regler.
Wenn ich zb. in CW gebeten werde langsamer zu geben und ich dann das 
Tempo irgendwo in einem Pulldown Menü einstellen muss, dann ist das 
oberkacke, das kann ich nicht ohne dass ich meinem QSO- Partner sagen 
muss ,dass er alles ab sowieso wiederholen muss. Das lenkt einfach zu 
sehr ab. Da braucht man einen Knopf. Gibt es leider nicht nur mit KW 
dazu plus diesen elendigen digitalen Menüs.

von Edi M. (edi-mv)


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Stefan K. schrieb:
> Jemand bezieht sich auf einen 100+ Jahre alten Empfänger, der noch
> funktioniert... wohingegen Heutige Technik eher kurzlebig sei.
Ersteres... das war ich- zweites habe ich nicht behauptet.

Stefan K. schrieb:
> Kommentare oder Diskussionen zu Amateurfunk oder CB Funk oder
> Radiostationen können geführt werden, aber das war nicht die Eingangs
> "Intention" meines Themas.

Stefan K. schrieb:
> Das mag sein, aber ich bezog mich, wie auch in den anderen Antworten
> weniger auf Rundfunksender sowie von anderen erwähnt CB oder Amateurfunk
> sondern eher an eben die Scanner-Enthusiasten.

Sorry für die Antworten- die aber exakt zu dem von Ihnen vorgegebenen 
Thema paßten- "Wer vermisst noch die analoge Funktechnik - 
Erinnerungen".
Zur analogen Funktechnik gehört die Rundfunktechnik, die 
Amateurfunktechnik, kommerzielle Technik, Meßtechnik, u. v. m.

von Motopick (motopick)


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> sondern eher an eben die Scanner-Enthusiasten.

Mein Yupiteru MVT-7000 wird jetzt 33 Jahre alt.
Der Erwerb war damals noch grenzwertig. Also besser nicht bei
C gekauft, wo er noch 100 Deutsche Maerker mehr gekostet haette,
sondern beim (Funk-)Haendler in HH/Schulterblatt.
Sicher ist sicher :).

Aber viel ist da heute ja nicht mehr los...

Digital kann man sich heute einen Echtzeit(!)spektrumanalyzer
selber bauen. Der ueberstreichbare Span erreicht natuerlich nicht
die Werte der teueren Industriegeraete. Aber 30 MHz sind ja auch
nicht zu verachten. Was weiter oben liegt, muss man halt
runtermischen.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Stefan K. schrieb:
> Es driftet allerdings ein wenig ab

Weil dein Betreff unscharf ist.

Stefan K. schrieb:
> sondern eher an eben die Scanner-Enthusiasten.

Scanner war schon damals etwas für Laien. Ich habe schon in den 
70erJahren sogen. Panorama-Empfänger gebaut, das ist ganz entfernt sowas 
wie heute ein SDR.
Ein ganzes Band auf einer Oszi-Röhre sichtbar.

Stefan K. schrieb:
> und auch im
> Bereich CB Funk, PMR und Freenet habe ich viel Erfahrung, viele QSOs
> geführt und so weiter, und so weiter.

Ja nee, is klar.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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>> ein wenig schade finde, daß aus meiner
>> Rundfunksender-Idee nichts wird...
> Hatten Sie eine ? Warum wurde das nichts ?
Ich hoffe das wird nicht zu viel OT wenn ich das erläutere.

Also ich würde das halt nur wegen dem Spaß an der Technik machen, weil 
ich es schade finde wenn diese Technik untergeht. Meine Idee beruhte auf 
einer eingeschränkten privaten Weiternutzung der in Deutschland immer 
weniger genutzten alten LW/MW/KW-Rundfunkbänder, vielleicht eine 
Sendeerlaubnis in den ungenutzten Bereichen für beispielsweise maximal 5 
Stunden am Tag, 20 Stunden pro Woche, maximal 1kW HF (insofern man diese 
mit einer privat realisierbaren Antenne überhaupt losbekäme), 
ausschließlich nichtkommerzielle Nutzung und solange man niemanden damit 
stört.

Kann man aber knicken, weil man so eine Sendeerlaubnis in Deutschland 
niemals bekommt, bzw. nur wenn man wie ein großer Rundfunksender dafür 
entsprechend teuer blecht und dann kommen auch noch Inkassovereine mit 
"GE" vorne und halten ihr Händchen auf - was das ganze Unterfangen für 
technikinteressierte Privatleute schlicht unbezahlbar macht. Man ist 
halt wirklich der einzige, der sich für den Erhalt alter Technik 
interessiert, den staatlichen Geldeintreibern ist diese Form der 
Liebhaberei völlig egal.

Die zweite "Idee" wenn man sie denn so nennen wollte betrifft die 
Erhaltung eines großen Senders mit seinem Sendemasten. Aber da bin ich 
mir im Klaren, daß dies zwar prinzipiell möglich wäre - vielleicht würde 
man sogar einen entsprechenden Sender und sein Gelände für einen 
symbolischen Preis bekommen, aber niemand kann die Instandhaltungskosten 
für das Gelände, die Gebäude und den Sendemasten stemmen. Da bräuchte 
man schon einen sehr großen Trägerverein für, der evtl. auch 
entsprechende Manpower aufbringen kann.

> Internetsender von Einzelbetreibern waren dagegen
> einfach eine Zumutung.
Warum, welche Gründe würdest Du da anführen?

>> Schon eine Platte hört sich wärmer an als eine CD.
> Das liegt am Tonmeister, man kann eine CD- Aufnahme
> auch "warm" und eine Schallplatte "kalt" klingen lassen.
Genau meine Meinung. Klar gibt's CDs, die scheiße klingen - vor allem 
wenn die Tiefen absichtlich übersteuert wurden, im Vertrauen darauf, daß 
der D/A-Wandler des Players das glattbügelt, das hat mit gutem Klang 
oder "viel Bass" nichts zu tun.

von Motopick (motopick)


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> Für viele SDR Geschichten benötigt man noch einen Computer und guter
> Soundkarte. Zum mitnehmen ist das sperrig.

Da kommen bestimmt gleich wieder die: "Das geht doch auch mit dem
Schlaufon". Das macht es vielleicht ein wenig leichter, aber nicht
grundsaetzlich besser.

Wie ich schon schrieb, ist es an jedem selbst, sich das noetige
Wissen anzueignen, um solche Techniken auch selbst umsetzen zu
koennen. Es gibt (natuerlich) kommerzielle Geraete die man
kaufen kann und in der Groesse eines kleineren Kofferradios
daherkommen. Das Preisniveau eines RTL-SDR mit einem vorhandenen
Computer erreicht man damit natuerlich nicht.

Fuer so ein Geraet braucht man: einen schnellen und praezise
arbeitenden ADC, einen FPGA mit nicht zu wenig DSP-Bloecken,
einen uebersteuerungsfesten Mischer mit einem moeglichst
nebenwellenfreien (DDS/...)-Oszillator. Fuer die Demodulation
kann man entweder den FPGA mitnutzen, oder manchen faellt es
leichter, sowas mit einem extra DSP zu erledigen.
Damit kommt man dann leicht ohne Computer aus. :)

von Michael M. (michaelm)


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Motopick schrieb:
> Fuer so ein Geraet braucht man:.....
.....
> Damit kommt man dann leicht ohne Computer aus. :)

Also doch ein Computer ;-) Nämlich genau auf deine einzelne Anwendung 
zugeschnitten. Sich selbst beschummeln nenne ich das... :-D

: Bearbeitet durch User
von Stefan K. (stefan02)


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Hallo,

Erneut melde ich mich rein, es kann aber sein, das ich auch längere 
Pausen zwischen den Antworten mache, gerade bin ich nur in einer 
Situation, wo das Forum hier nebenbei offen ist.

Ich habe gesehen, das... als ich meine Antwort Nummer 2 verfasst habe, 
das in der Zwischenzeit viele Antworten kamen, die ich erst jetzt im 
Nachhinein gelesen habe.

Ich muss hier erwähnen, das ich nicht so begabt bin wie ihr. Viele hier 
sind Ingenieure, haben wenigstens Abitur und so weiter. Komplexe 
Elektronik, Zusammenhänge werden gesehen, und fast "instant" 
verstanden... während ich mich gerade so durch die Realschule gekämpft 
habe, mit ner 5 in der Abschlussprüfung (Mathe, Wochenlanges lernen) die 
ich nur in der Mündlichen Prüfung geradebiegen kann.

Trotz über 25 Jahren Elektronikbasteln, und unter "nicht so Ingenieurs 
talentierten Hobbybastlern" als "eher fähig" anerkannter Leistung wäre 
z.B. der erwähnte Panoramaempfänger für mich etwas, das ich nicht 
wirklich hin bekäme Heute. Klar, im Kern weis ich wie so etwas 
funktioniert mit dem Frequenzen wobbeln, die Spannungen dann quasi 
aufzeichnen und darstellen... aber so etwas selber bauen?

Ich bin eher (bzw. darüber vom Niveau) so der Hobby Bastler, der 
irgendwelche Bausätze zusammenbaut, und sie ggf modifizert... das ist 
eine nicht gerade kleine Menge an Tüftlern, die man so in den "Radio 
Foren" antrifft, die sich mit alter Radiotechnik beschäftigen. Wie aber 
gesagt, bin ich darüber, und entwickle Schaltungen selber basierend auf 
Grundlagen. Da ich mich über 25 Jahre mit der Technik beschäftigt habe, 
hab´ ich schon einiges an Wissen... aber eben wegen dem IQ kein 
Ingenieur, was mich auch zum Bandarbeiter brachte, wo ich Heute Arbeite. 
Rhode und Schwarz, Kathrein... keine Chance, wobei ich bei Kathrein 
immerhin ein Vorstellungsgespräch hatte, da der Meister (Praktikum 8. 
Klasse) bei mir gesehen hat, das ich wirklich "für diese Sache brenne" 
wie man so sagt, und über Connections organisierte, das "Mister 
Realschüler gerade so 3er Schnitt irgendwie" gegen "Abiturient Schnitt 
1,2" antreten durfte - Ergebnis bekannt.

AM Sender und sonstiges ist leicht gebaut. Ein komplettes 1 Kanal CB 
Funkgerät in Superhet Technik mit den Quarz paaren 455KHz ... diverse 
Konverter (KW auf MW), Radioschaltungen... auch in Röhrentechnik selber 
bauen aufgrund von Grundlagenwissen "Was ist ein Pierce Oszillator" und 
so weiter ist in etwa mein Level (wobei ich mich auch da verbessere). 
Für die meisten von Euch mag das Kindergarten-Niveau sein... aber für 
nicht gerade wenige (das habe ich in meinen vielen Jahren gelernt) ist 
das "Beeindruckend" (eben auch für die Leute des lokalen OV) das jemand 
so etwas aus dem "FF" einfach mal so aufbauen kann, und die Pläne und 
alles dazu selber malt und sich ausdenkt, wie es funktionieren muss.

Es gibt zu viele Beiträge mittlerweile, um auf jeden zu antworten. Das 
mit dem 100 Jahre Funkgerät habe ich halt in dem Kontrast verstanden 
"die Alte Technik hält sehr lange, die Neue ist schnell mal kaputt". So 
wurde das aufgefasst, ich möchte nichts unterstellen.

CB / PMR und Freenet QSOs

Ja, da hatte ich in der Tat einige. Da ich nah bei den Bergen wohne, und 
über die entspr. Lizenzfreien Geräte verfüge, nehm ich die gerne mal 
beim Wandern mit. Freenet sind mir mit den 0,5W QSOs um die 100km 
gelungen. Allerdings nur von der Bergspitze aus. Wenn ich nur etwas 
weiter runter gehe, und die Sichtlinie von Bäumen verdeckt ist, war´s 
das mit der Reichweite. PMR ist ähnlich. Mit etlichen zehn (...bis 100?) 
km Rundumsicht ist bei PMR auf dem Berg hier jeder Kanal tlw. mehrfach 
belegt ist... und zwischen den vielen (überwiegend...) Funkern, welche 
das PMR Funkgerät für Fahrschule, Paraglide Schule oder als 
"Betriebsfunk Light" (kommt gefühlt immer mehr in Mode, und die Sprache, 
die man da hört ist nicht Deutsch... und oft wird ein Subton genutzt, 
das man nicht dazwischenfunkt) fand ich auch an "QSOs" interessierte 
Leute... es sind wenige, aber sie sind da. PMR Reichweite 50km, weiter 
kam ich bisher noch nicht aber freie Sicht. CB Funk ist ähnlich. So 
ungefähr 100km Reichweite erreiche ich mit der Antenne, die ich für 
portabel habe... damals gab es ja noch den "RAD", das Deutschlandweite 
Funk Event, wo ich ab und zu mit gefunkt habe. Aber klar, das sind die 
Berge... im Tal unten ist kaum Empfang möglich. Empfang von DX Stationen 
ja, aber selber raus kommen portabel eher nicht. Höchstens auf PMR, 
wenn´s im Suchlauf ist, höre ich hier und da mal die typischen "Urlauber 
Funker" in den Bergen.

Jemand schrieb "... sollte eine Möglichkeit geben, das Privatleute 
Rundfunk machen". Finde ich auch, stimme dem auch lange zu, lese dann 
aber "... kleine Leistungen von 1kW"... das ist schon enorm viel. Klar, 
vgl. mit den offiziellen Sendern ist es nicht viel, aber für 
Privatleute...

Ich würde es so lösen, das die Leute die AFU Lizenz klasse A machen 
müssen, um nachzuweisen, das die "Technischen Kentnisse vorhanden sind". 
Dann soll die Leistung auf 10W Begrenzt werden, und die BNETZA soll eine 
Liste erstellen... also es gibt eine Frequenz, die für "Hobby 
Radiosender" koordiniert ist. Also beispielsweise legen sie eine 
Frequenz fest... 49m Band am oberen Ende ... irgendwo, wo es niemanden 
stört, wo aber mit normalen Radios empfangen ist, und vergeben 
Sendezeit, die unter den AFU(s) aufgeteilt wird. Dann ist alles genau 
festgelegt. Jeder bekommt ein sagen wir 1-2h Fenster im Monat, wo die 
Person senden darf... AM ... der Inhalt ist ja dann nicht Sache der 
BNETZA, sondern des Betreibers... und wenn es nur 1h lang ein 
Wortprogram ist, dann sollte es auch keine Copyright Probleme geben. 
Durch die vielen Registrierungen würden alle gewinnen. Die BNETZA wisse, 
wer da sendet... der Amateurfunker kann Funken (man könnte ja eine 
spontane - aber realistische - "Radio Gebühr" einrichten... was weis ich 
10€ im Monat, die der AFU dann zahlen muss, wenn er auch "Radiosenden 
mag"), und mit maximal 10W an der PL Buchse des Senders 
(Ausgangsleistung also) ist es jetzt auch so, das sich niemand gestört 
fühlt, mit einer guten Langdrahtantenne die "Dx Fans" aber auf ihre 
Kosten kommen, und bei guten Bedingungen Europaweite 
Empfangsmöglichkeiten bestehen. Ganz klar ist: Das wäre eher Hobby... 
die Funk-Interessierte Person kann ein wenig Radiosenden "ganz 
offiziell", es hat auch ´ne gute Reichweite... aber es wäre nicht so 
stark wie 1kW und so "Anmeldebedürftig / Auffällig" wie eine offizielle 
Radiostation... und wenn das mit den 10€ Gebühren noch wäre, wäre es 
eine nette Zusatz Einnahmequelle für die BNETZA. Andere Länder sind da 
ja bekanntlich weiter, Neuseeland darf man seit ungefähr 2010 mit 1W auf 
UKW Senden - und zwar jeder, ohne Anmeldung ... da hab ich auch 
gestaunt, als ich das gelesen habe, aber es ist wahr.

Gut, wenn das Thema eher so in die Richtung Rundfunksender gehen sollte, 
ist dies natürlich in Ordnung.

Übrigens: Was sind diese für mich neuen Pfeile, die oben in der Ecke 
stehen wo "-1" steht... was bedeutet das?

Danke für die vielen Beiträge.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Stefan K. schrieb:
> also es gibt eine Frequenz, die für "Hobby
> Radiosender" koordiniert ist. Also beispielsweise legen sie eine
> Frequenz fest... 49m Band am oberen Ende ... irgendwo, wo es niemanden
> stört, wo aber mit normalen Radios empfangen ist,

Dem steht ein ganz anderes Interesse des Staates entgegen, nämlich die 
Verbreitung von Nachrichten, Meinungen und unerwüschter Propaganda.

Der Staat lässt eben keine unkontrollierten und staatskritischen Inhalte 
zu und um solche dann zu kontrollieren, wäre zu aufwendig. Deshalb wird 
es per se nicht erlaubt.

Das zweite Problem, welches sich ergeben würde, wären die Urheberrechte, 
z.B. bei Musik. Die Gema hat auch keine Lust da ständig auf der Lauer zu 
liegen.

Also ist das verboten

von Stefan K. (stefan02)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Stefan K. schrieb:
>> also es gibt eine Frequenz, die für "Hobby
>> Radiosender" koordiniert ist. Also beispielsweise legen sie eine
>> Frequenz fest... 49m Band am oberen Ende ... irgendwo, wo es niemanden
>> stört, wo aber mit normalen Radios empfangen ist,
>
> Dem steht ein ganz anderes Interesse des Staates entgegen, nämlich die
> Verbreitung von Nachrichten, Meinungen und unerwüschter Propaganda.
>
> Der Staat lässt eben keine unkontrollierten und staatskritischen Inhalte
> zu und um solche dann zu kontrollieren, wäre zu aufwendig. Deshalb wird
> es per se nicht erlaubt.
>
> Das zweite Problem, welches sich ergeben würde, wären die Urheberrechte,
> z.B. bei Musik. Die Gema hat auch keine Lust da ständig auf der Lauer zu
> liegen.
>
> Also ist das *verboten*


Ich weis nicht so recht (möchte ich zu dieser Späten Stunde noch 
kommentieren). Wo setzt der Staat dann an? Manche haben "Vitamin B" und 
dürfen rumsenden wie "Europa 24", wo genau mit 10W Sendet, andere machen 
das gleich quasi Gewerblich, wie "channel 292" mit 10kW, wo sicher 
vielen ein Begriff sein dürfte.

Ob sich der Staat darüber schert, das jemand mit 10W "rum sendet", einer 
Leistung, die in den meisten Radios nur dann (weiter) empfangen wird, 
wenn die Person, die es empfangen möchte, genau weis, wie die Frequenz 
ist, eine gute Antenne hat, einen hochwertigen Radio hat... und in 
üblichen "0815" Weltempfängern ist an den meisten Orten von dem Signal 
nicht wirklich was zu hören...?

Wenn es wirklich um so Propaganda geht... Posten die Leute online, oder 
finden andere Verbreitungswege ihre Meinung kund zu tun.

Bei einem Großsender mit 10kW +X kann man von Meinung vertreten 
schreiben, aber bei "10Watt"? Zudem... weshalb ist es dann 
beispielsweise in den Niederlanden quasi sofort erlaubt worden, als die 
offiziellen Sender aus geschalten wurden, das Privatpersonen eine 
"Bezahlbare" und explizit mit "Rund-" (...) funk betitelte Lizenz 
erwerben können, mit der mit Leistungen von 1...100Watt als 
"Privatperson" auf der Mittelwelle gesendet werden darf?

Urheberrecht siehe "Der Inhalt des Programmes liegt nicht bei der BNETZA 
- nicht ihre Verantwortung" und "Es kann ja auch einfach nur ein 1 
Stündiges Sprachprogram sein, dann gibt´s kein Copyright Problem" (wenn 
der AFU einfach 1h lang irgendwas redet).

Nichts für ungut, aber ich denke, das es hier keine Freigaben gibt, 
liegt weniger daran, das die Politiker die Zeit haben, hier "die Hand 
drüber zu halten", sondern eher daran, das es einfach in der 
Allgemeinheit kein wirkliches nennenswertes Interesse daran gibt (= Kein 
Lobbyismus wie für CB Funk) und zum anderen die BNETZA von sich aus auch 
nicht so "gütig" ist, und selber Frequenzen freigibt. Insbesondere in 
der neuen AFU Verordnung, wo das Selbstbaurecht (Den Infos, die mir 
zugetragen wurden) eher eingeschränkt wird, statt es zu fördern... mit 
so Phrasen wie 40dB Seitenbandunterdrückung für SSB Aussendungen 
("überall" anders sind´s nur 15dB nur in Deutschland 40dB und in anderen 
Ländern ist in den für mich lohnenswerten Bändern auch AM erlaubt, hier 
natürlich nicht) sowie dem Statement, das Selbstbau zwar weiterhin 
erlaubt sei, man auf einmal jedoch "das Gerät vor der Inbetriebnahme zu 
einer Prüfstelle für eine Überprüfung des Gerätes senden müsse". Weis da 
so bescheid, über diese Novellierung, weil ein Kumpel wieder AFU werden 
will (er hatte mal Klasse A), der viel Selbstbau betreibt, aber ... als 
er sich über die Novellierung informierte, eben diese Stolpersteine ihn 
davon weg gebracht haben. Jetzt ist er wie viele andere im "Frei Funk" 
unterwegs, und ist dort sehr glücklich, so ganz ohne Verbote und 
Auflagen. Viele nette Kontakte, und mit 100W aus nem gekauften AFU Tx 
hat man auch schöne Verbindungen.

Wenn man dann die Kommentare liest, sieht man auch eine Ursache... 
Selbstbau? Wen interessierts? Keinen störte diese "Beschneidung" des so 
edlen "Selbstbau Rechtes", lieber wurde sich echauffiert, das bei der 
Klasse N das "10m Band" nicht dabei sei (Damals zumindest, ich habe es 
dann nicht mehr weiter verfolgt).

Ich selbst bestehe übrigens die "AFUP" klasse E / A online Lehrgang ... 
nicht mit super guten Noten (Antennentechnik Schwachpunkt) aber genug 
(klasse A) Für "geschafft, auf zur BNETZA" und dennoch widerstrebt mir 
der Gedanke, mir die Deutsche AFU Lizenz "an zu tun". Ich selber habe 
kein AFU Gerät / Frei Funk ... aber ich verstehe, wenn Leute es nutzen. 
Wäre die Lizenz hier mehr wie die USA Lizenz, hätte ich (und viele die 
ich kenne) sie schon lange.

Das meinte ich mit AFU und co. ist ein heisses Thema.

Grüße zu dieser späten Stunde: Stefan02

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Herbert Z. schrieb:
> Schon eine Platte hört sich wärmer an als eine CD.;-)

Klar, eine CD kann weder jaulen, noch kann sie Band-Fitz machen wie eine 
"gute alte" Kassette. :-)

Wer analog funken will, kann das auch heute noch. Preiswerter Selbstbau 
bis in den Gigahertzbereich, davon hätte man vor 50 Jahren doch nur 
geträumt.

Ich kann abe jede Station in irgendeinem seltenen DX-Gebiet verstehen, 
wenn sich der OP dort zum Feierabend nicht das Gewühle eines CW- oder 
gar SSB-Pileups mitsamt all den (seit eh und je, nicht erst heute) 
Unbelehrbaren und Undisziplinierten Egoisten antun möchte. Wenn er nun 
stattdessen einfach mal mehr oder weniger nebenbei ein paar FT8-QSOs 
fährt, dient er den Leuten auf der Gegenseite allemal besser, als wenn 
er die Funke ganz ausgeschaltet ließe.

Wer wirklich was selbst bauen möchte, ist zu Ereignissen wie der Minimal 
Art Session oder ähnlichen sehr willkommen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Phasenschieber S. schrieb:
> Der Staat lässt eben keine unkontrollierten und staatskritischen Inhalte

Probier doch einfach, dir eine Frequenzzuteilung für eine 
Mittelwellenfrequenz bei der BNetzA zu besorgen. Ich denke, dass die 
eigentliche Zuteilung gar kein Problem sein wird – kommerziell will die 
Frequenzen ja eh keiner haben. Geld wirst du bezahlen müssen, der Sender 
muss natürlich nachweisbar die technischen Voraussetzungen erfüllen, und 
wenn du Musik sendest, musst du dich mit der GEMA rumschlagen wie jeder 
DJ auch.

Dann bräuchstet du halt noch Zuhörer … Einen Telegram- oder 
Youtube-Kanal aufzusetzen, dürfte für deine "unkontrollierten und 
staatskritischen Inhalte" allerdings einfacher und billiger sein.

von Michael M. (do7tla)


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Digital hat auch seine Schattenseiten.
Z. b. die Verschlüsselung aus Urheberrechtlichen Gründen oder 
Monetarisierung im Paytv.
Oder die Verschlüsselung wird als Abhörschutz verwendet in der 
Funktechnik. (z.b. 380MHz Tetra BOS-Dienste)

Bestimmte Digitale Verfahren können auch als ein gewissen Abhörschutz 
dienen, die Gelegenheitshörer ausschließen.(z.b. DRM, C4FM, D-Star und 
andere)

Wenn man mit ein normalen Scanner das Spektrum von 25 - 1200MHz 
abscannt, findet man nur noch sehr wenige Analoge Signale.
Eigentlich ist es nur noch der CB-Funk, 10m AFU, 6m AFU, UKW Rundfunk, 
Flugfunk, 2m AFU, Freenet, 70cm AFU und PMR446.
Wobei auch hier so langsam die Digitalisierung Einzug hält.

Bekanntes Beispiel vor der Abschaltung der vielen LW, MW und KW Sender 
war der Digitale Sendeversuch mit DRM.
Viele Sender Sendeten im DRM unter Ausschluss der breiten Masse der 
Bevölkerung.(z.b. RTL Luxemburg auf 1440 und 6095kHz) Es gab schlicht 
keine Standalone Empfangsgeräte.
Es gab nur das Experimentalstadium mit der Dream Software am PC mit dem 
12kHz ZF Downkonverter.
Und mit ein normalen Kofferradio waren auf den Frequenzen das Markante 
Rauschen zu hören.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Der Staat lässt eben keine unkontrollierten und staatskritischen
> Inhalte zu und um solche dann zu kontrollieren, wäre zu aufwendig.
> Deshalb wird es per se nicht erlaubt.
Lange nicht mehr so einen Blödsinn gelesen. Wer unbedingt solche Inhalte 
verbreiten möchte, der hat genug andere Auswahl. Wer keinen Sender im 
Ausland betreiben möchte, der nimmt sich einfach Youtube, da kann 
schließlich jeder seine eigene ungefilterte Scheiße hochladen und man 
bekommt dadurch nahezu weltweite Reichweite. Was will der Schwurbler 
mehr? Dem geht's doch nicht um die Technik, sondern nur darum, seinen 
verblödeten Populismus in die Welt zu blasen...

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Wie manche wissen habe ich mich in der Vergangenheit schon öfters über 
die Faszination und Natur der Radiowellen, insbesonderes deren analog 
Natur für den Funk ausgelassen.

Für mich ist das die Hauptsache. Da gibt es nichts Schöneres ein 
Radiosignal zusammen mit den characteristischen Störumgebung mit analog 
Detektoren und NF Züge mit eigenen Ohren zu erleben. Da gibt es nichts 
Schöneres als mit einem selbstgebauten Sender und Empfängern sein 
Signal, so wie es produziert wurde, mit allen Nebengeräuschen zu hören. 
Für mich ist das ein essenzieller Bestandteil meines Interesses 
überhaupt.

Ein Radiosignal mit digitaler Payload und absolut fehlenden 
Anslogartefakten, wo die NF Payload, wie es bei manchen Konzepten, von 
einem CODEC digital rekonstruiert wurde, ist halt doch nichts dasselbe. 
Ich höre lieber ein UKW Analog Signal (SSB/CW/AM, NBFM) nahe an der 
Rauschgrenze mit Schwierigkeiten als glasklare geräuschlose Wiedergabe.

Früher hörte man noch ab und zu  Zündfunkenstörungen und man ärgerte 
sich. Andrerseits brachte es zu Licht, daß alles normal funktionierte 
und das Band und die Gerätschaften am Leben waren.

So eine digitale Überrragungsmethode als Ersatz von Anslogfunk als 
Solches degradiert die Radiowellenübertragung insgesamt zum billigen 
"Sklaven" den man nach geleisteten Diensten übersieht, weil nur die 
digitale Payload zählt. Beim AM und NBFM mag das zwar prinzipiell auch 
der Fall sein, aber da hört man doch noch die durchkommenden 
Störkomponenten. Wenn es bei Digital Störungen gibt, dann gibt es fast 
immer nur unangenehme lange Aussetzer mit totalen Verlust des Inhaltes.

Man könnte es auch so sehen, wenn mir wirklich glasklare Kommunikation 
mit Anderen am Herzen liegen würde, dann kann ich gleich gut übers 
Internet kommunizieren. Es gibt da genug Apps, die das besser wie 600Ohm 
können.

Ich habe absolut kein Vorurteil gegen komplizierte digitale Verfahren, 
wie sie schon lange bekannt sind. Das hat alles Sinn und Zweck. 
Obendrein hatte ich einmal früher beruflich selber elektronagnetische 
Modems für die Datenübertragung durch tiefe Erde im Energiesektor 
entwickelt. Kenne ich alles. Aber das sind für mich industrielle 
Anwendungen. Was Amateurfunk als Hobby und Passion betrifft, ist es eben 
ein wichtiger Bestandteil im Spektrum aller technischen Möglichkeiten, 
Radio Signale so zu hören, wie sie die Naturgesetze bestimmen. 
Digitalfunk kommt da emotionell nicht heran. Auch ich weiß SDR Methoden 
zu schätzen. Aber für mich ist das eine moderne technische Anwendung zum 
Verfolgen und Lösen technischer Herausforderungen. Ich stimme lieber 
einen Empfänger mit richtiger Knopfabstimmung vor, ganz gleich als VFO 
oder PLL/DDS ausgeführt und mit der Hand den "Äther" zu erleben. Ein SDR 
RX mit Wasserfall Display ist prinzipiell eine feine Sache, aber nur 
wenn mir das zweckgebunden irgendwie wichtig wäre.

Ich fürchte, in der Auffassung was Radiofunk sein könnte, liegen Welten 
dazwischen. In meiner Anfangszeit gab es z.B. nichts Schöneres als z.B. 
einen mehrstufigen UKW Sender (144MHz) mit den damals beliebten 
Gegentaktspezialröhren in der PA zu bauen und zum ordnungsgemässen 
Laufen zubringen. Da wußte man gut mit dem GDO umzugehen. Da gab es beim 
Testen nichts Tolleres eine C-kompensierte 12V/6W Soffitenlampe, mit 
Koppelwindungen am PA Kreis angekoppelt, in Ermanglung eines 
kalibrierten Leistungsmessers, zum hellen Aufleuchten zu bringen. (man 
hatte kaum Meßmittel) Mein erster 2-m RX als Schüler war ein EF42/EC92 
EF11, ECL11, AZ1 Pendelempfänger zu bauen und zum Laufen zu bringen, um 
bei den UKW OV-Ortsrunden mithören zu können. Da waren 10km Entfernung 
auf 2-m DX. Für mich war diese Entwicklung als Junge richtungsweisend. 
Ich baute mir auch später mit meinen bescheidenen Mitteln alle meine 
Funkgeräte selber und es machte viel Freude. Damals war der ganze 2-m 
Funk eine Verständigung mit ähnlich denkenden Funkkumpels. Es ging immer 
sehr freundlich und gemütlich zu und man fühlte sich als dazugehörend. 
Das war eigentlich fast die Hauptsache. Hat es denn wirklich noch Sinn 
auf UKW über Relais mit Fremden in Verbindung zu treten, denen es nicht 
wirklich an einem gewissen mutualen Interesse liegt? Zu experimentieren, 
Antennen ausprobieren und was sonst noch, das verstehe ich als 
Amateurfunk. Die inhaltslosen, nichtssagenden Relais QSOs sind doch 
wirklich nicht sehr zielführend.

Ehrlich gesagt lassen mich die modernen fortgeschrittenen kommerziellen 
Hi-Tech Funkgeräte emotionell vollkommen kalt. Damit habe ich kein 
wirkliches (Funk) Erlebnis mehr.

Die brutale Tatsache ist, daß schon seit langer Zeit die experimentale 
Phase, so wie wir sie bald nach Kriegsende erlebt haben, vorüber ist und 
die Funktechnik einen so hohen Standard erreicht hat, daß es da nur noch 
wenig zu holen gibt. Amateurfunk hat leider nur noch 
Nischenexistenzberechigung. Es ist kaum anzunehmen, daß alle modernen 
Mittel gleichzeitig ausfallen. Fast kein Winkel der Erde ist über 
Satelittenfunk nicht erreichbar.

Experimentalen Amateurfunk aller Art gibt es natürlich noch als 
"Untergrundbewegung", nur hören die meisten Abseitsliegenden kaum etwas 
davon, weil sie still und leise ihre Erfolge genießen und nicht viel 
öffentliches Aufhebens davon machen.

Ich muß zugeben, daß ich mich heute lieber mit uC Projekten aller Art 
befasse. Das Funken macht mir jetzt kaum noch Freude, außer bei seltenen 
Gelegenheiten. Abgesehen davon sind fast alle gleichgesinnten OMs mit 
Interesse am Experimentieren schon lange SK.

Die Bottom Line ist, Amateurfunk ist für jede Person etwas Spezifisches. 
Jeder hat da total verschiedene Vorlieben, Verständnis und Auffassung. 
Ich erwarte von niemanden, daß er meine Vorlieben dafür teilt und es ist 
ja toll, daß es so viele Möglichkeiten verschiedenster Natur gibt. Nur, 
alle früheren Methoden, die nicht auf digitale Verfahren beruhen, als 
gestrigen Schnee ohne weitere Existenzberechtigung anzusehen, finde ich 
allerdings auch nicht sehr tolerant. Abgesehen davon wurden in der 
professionellen Welt früher extrem hochwertige und teure Funkgeräte 
verwendet, die auch heute noch gute Dienste leisten würden. Es freut 
mich, daß es noch (junge) Menschen gibt, die den Amateurfunk auf ihre 
Art erleben wollen und viel Interesse da ist.

Gerhard

von Motopick (motopick)


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Michael M. schrieb:
> Motopick schrieb:
>> Fuer so ein Geraet braucht man:.....
> .....
>> Damit kommt man dann leicht ohne Computer aus. :)
>
> Also doch ein Computer ;-) Nämlich genau auf deine einzelne Anwendung
> zugeschnitten. Sich selbst beschummeln nenne ich das... :-D

Dann waere ja auch ein Zyxel 1496, was mal als Modem verkauft wurde,
mit seinen 2 DSPs und dem Motorola 68000 ein Computer.
Einen Postscript Laserdrucker kann man mit einem seriellen Terminal
auch zur Berechnung arithmetischer Ausdruecke heranziehen.
Ist das dann auch ein Computer? Oder doch nur ein Drucker?

Es steht dir frei, einen Empfaenger mit den gleichen Leistungsmerkmalen
ohne einen, wie du es nennst, "Computer" aufzubauen.
Vermutlich bist du aber nur ein Schwaetzer, der nicht mal einen
Einfachsuperhet ans Laufen bringt.

Ausserdem hast du den wesentlichen Unterschied, zwischen einem
einfach zu benutzendem Standalone Geraet, und dem (RTL-)SDR-Gedoehns
nicht mal im Ansatz begriffen.

Wenn ich Zeit haette, wuerde ich dich fuer deine geistige Armut
bedauern.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Ben B. schrieb:
> Lange nicht mehr so einen Blödsinn gelesen.

Motopick schrieb:
> Wenn ich Zeit haette, wuerde ich dich fuer deine geistige Armut
> bedauern.

Geht das auch etwas gesitteter?

Auch wenn man anderer Meinung ist, muß man nicht in 
Unterschichten-Jargon verfallen.

Es gibt auch heutzutage noch genug zum Basteln.
Natürlich, wer in der Vergangenheit hängen geblieben ist, wird wohl kaum 
mehr Möglichkeiten für Projekte finden, aber es gibt noch genug.

Ich, für meinen Teil, habe mir als nächstes Projekt vorgenommen den µSDX 
anzuschaffen und aufzubohren. Damit warte ich aber bis der Sommer vorbei 
ist.
Das Outdoor-Life ist viel zu schön um es zu verbasteln :-)

Beitrag #7441548 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Edi M. schrieb:
> See- Offizieren noch den Umgang mit dem Sextanten beibringt

Wird noch gemacht - die komplette Elektronik könnte ausfallen und dann 
bleiben nur noch die alten Methoden. Beim Hafengeburtstag habe ich mal 
mit einem Offizier der Marine gesprochen.

Ich habe einen alten Sextant, mit dem ich ab und zu rumspiele. Mit einem 
Sextanten läßt sich die Position weltweit auf <1 Seemeile (~ 1,8 km) 
bestimmen. Das ist quasi Sichtweite.

Der große Vorteil analoger Technik ist die Transparenz. Gutes Beispiel: 
ein einfacher Geradeausempfänger, z.B. ein Audion oder (noch simpler) 
ein Detektorempfänger.

Mein erster Kontakt mit der Elektronik war ein Kosmos Radiomann. Nie 
werde ich vergessen, wie ich auf einmal Stimmen im Kopfhörer hörte. (Der 
Radiomann von heute ist didaktisch nicht gut gemacht, da geht es weniger 
ums Verständnis als vielmehr darum, in kurzer Zeit ein Radio 
zusammenzustecken).

Aus dem Detektor wurde ein bzw. mehrere Audions (mit Transistor und 
Röhre), irgendwann dann ein Superhet. Die Empfangsbedingungen waren 
damals gut, es reichte schon ein Draht, eine Diode und ein Kopfhörer um 
den Ortssender zu empfangen.

Die Zeiten sind vorbei, die Zukunft ist digital. Natürlich kann man sich 
leicht einen digitalen Empfänger zusammenstöpseln. Aber wer durchschaut, 
was in so einem komplexen Gerät im Detail vor sich geht? Ist natürlich 
möglich, erfordert aber schon einen tiefen Einstieg in die Technik. Den 
Detektor habe ich als 8-Jähriger schon ganz gut verstanden.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7441572 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Michael M. (michaelm)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Motopick schrieb:
>> Wenn ich Zeit haette, wuerde ich dich fuer deine geistige Armut
>> bedauern.
>
> Geht das auch etwas gesitteter?
>
> Auch wenn man anderer Meinung ist, muß man nicht in
> Unterschichten-Jargon verfallen.

Lass mal... Wenn man die Kinderstube im ICE-Express durchfahren hat und 
noch dazu etwas zu lange in der Sonne gelegen hat, sieht man das 
Ergebnis ^^ Einfach nur ärmlich.

Zusätzlich keine Fähigkeit zu erkennen, das "Computer" beim kleinsten µC 
anfängt (= Ausführen von Rechenoperationen)... Das spricht schon Bände. 
:-( Aber beim kleinsten analogen "Problemchen" (z.B. Auslegung einer 
Transistor-Stufe) die Flügel streichen.

Ich habe relativ wenig Wissen über µCs, aber da, wo meine Grenze ist, 
beginne ich Fachleute in ordentlichem Ton zu fragen und reiße nicht 
das M... auf...

von Edi M. (edi-mv)


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Stefan K. schrieb:
> Ich muss hier erwähnen, das ich nicht so begabt bin wie ihr. Viele hier
> sind Ingenieure, haben wenigstens Abitur und so weiter. Komplexe
> Elektronik, Zusammenhänge werden gesehen, und fast "instant"
> verstanden... während ich mich gerade so durch die Realschule gekämpft
> habe, mit ner 5 in der Abschlussprüfung (Mathe, Wochenlanges lernen) die
> ich nur in der Mündlichen Prüfung geradebiegen kann.

Quark- ich habe kein Abi und demzufolge bin ich kein Akademiker, wurde 
Rundfunk-/ Fernsehtechniker, habe ein Leben lang Erfahrungen gesammelt, 
und tue das bis heute.
Ich habe gerade vor 1 Stunde wieder nach Tagen einen Fehler gefunden, 
den ich nie vorher hatte, und fand ihn nur durch Suche und Messen, bis 
zum allerletzten Teil, welches noch übrig blieb, dem man das normal 
nicht zutraut. (ein Operationsverstärker, dessen Verstärkungsbereich 
geringer wurde).

> Trotz über 25 Jahren Elektronikbasteln, und unter "nicht so Ingenieurs
> talentierten Hobbybastlern" als "eher fähig" anerkannter Leistung wäre
> z.B. der erwähnte Panoramaempfänger für mich etwas, das ich nicht
> wirklich hin bekäme Heute. Klar, im Kern weis ich wie so etwas
> funktioniert mit dem Frequenzen wobbeln, die Spannungen dann quasi
> aufzeichnen und darstellen... aber so etwas selber bauen?

Sowas kriegt man mit minimalem Aufwand hin, wenn man bereits einen 
Empfänger hat.
Kapazitätsdioden mit hoher Kapazität und hohem Delta C sind heute kein 
Problem, rein zum Drej´hko oder anstelle, angesteuert mit einer 
Wobbelspannung, die ja nur 25- 50 Hz betragen braucht, als Sichtgerät 
ein umgebauter Fernseher (Fernseher als Oszi, habe ich schon mal 
beschrieben) oder Oszi. Bei komplett kapazitätsabgestimmtem Empfänger 
ist der Aufwand nur die Verdrahtung.

Ben B. schrieb:
> (Senden) Kann man aber knicken, weil man so eine Sendeerlaubnis in Deutschland
> niemals bekommt,

Unsinn.
Bekommt man.
Aber wenn man es nicht versucht, ja dann:
"Jammer...  Heul... ich komm' an die Kirschen nicht ran...!"
"...ach was... die da oben würden sowieso nicht schmecken !"

von Götz R. (darfnurdiefolgendenz)


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"Rassistokratie" - oha, wieder was gelernt hier!
Aber zum Thema: Das wird dasselbe sein wie das Verschwinden der 
Pferdedroschken. Mal ehrlich - wenn heute ein Kremser mit zwei Pferdchen 
davor auf der Dorfstraße auftaucht, gucken alle hin. In die Stadt traut 
der sich so nicht mehr. Also steht auch kein Halbstarker mehr mit 
Kofferheule und englischem Luxemburg an der Ecke.
Apropos - ich habe gerade einen Satellit 1400 in Teilen vor mir stehen 
und bin ganz froh, alle mitwirkenden Bauteile einzeln begrüßen zu 
dürfen. Nur die  LCD-Scheibe antwortet nicht vernünftig.
Hat jemand 'ne Idee?
Den komischen Leitgummi zwischen Platine und Glas habe ich schon durch, 
derissesnich. (Wie heißt das Zeug eigentlich richtig?)
Mit Oszillogrammen der Einzelsignale für die Segmente habe ich mir auch 
schon die Zeit vertrieben, ohne was deuten zu können.
Fetzt aber, das alte Zeug!

von Phasenschieber S. (Gast)


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Tja, das ist eine sehr idividuelle Einstellung zu dem alten Krempel.

Bei manchen Geräten finde ich es schade, daß ich sie nicht aufgehoben 
habe, aber andererseits habe ich wieder soviel neuen Krempel, daß ich 
wiederum froh bin, den Platz frei gemacht zu haben.

Das bezieht sich nichtnur auf den Funk, sondern auch auf viele andere 
Dinge, wie z.B. Die Vinylplatten-Sammlung, einen ganzen Schrank voll 
davon hatte ich, oder die Dia- und Fotosammlung (Kleinbild), die alten 
Super8-Filme  ebenfalls einen ganzen Schrank davon. Die alten 
Fotoapparate habe ich zum Teil noch.

Von sehr vielem Ballast habe ich mich befreit. Statt das Shack mit alten 
Geräten zuzustellen, genügen jetzt ein paar Schubladen.

Aber es gibt auch Leute die leben heute noch in einem Cocon, quasi einer 
Vergangenheitsblase und finden den Ausgang nicht.

Das kann ja jeder halten wie er will, aber diese Zeitgenossen gehen 
einem doch oft auf den Senkel wenn sie immerwieder postulieren, daß 
früher alles besser war und ihre völlig veralteten Kisten das 
Nonplusultra der Zeitgeschichte.

Mich faszinieren solche kleinen Geräte wie z.B. der NanoVNA. 
Handtellergroß mit einem Leistungsumfang der gewaltig ist.
Oder auch die kleinen SDR-Geräte. Auch PC-Oszilloskope, DDS 
Signalgeneratoren, Frequenzzähler so klein, daß man sie überall einbauen 
kann u.v.a.m.

Nein, ich weine der Vergangenheit keine Träne nach.

von Edi M. (edi-mv)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Aber es gibt auch Leute die leben heute noch in einem Cocon, quasi einer
> Vergangenheitsblase und finden den Ausgang nicht.
> Das kann ja jeder halten wie er will, aber diese Zeitgenossen gehen
> einem doch oft auf den Senkel wenn sie immerwieder postulieren, daß
> früher alles besser war und ihre völlig veralteten Kisten das
> Nonplusultra der Zeitgeschichte.

Das bezieht sich hoffentlich nicht auf mich.
Zumindest schreibe ich nicht, daß "früher alles besser war".
Aber: Ich ERHALTE. Alte Geräte, und auch altes Wissen.

Wie viel Wissen ist bereits verlorengegangen... siehe Ägypten... mit 
äußerst simplen Tricks konnten die Erbauer der Pyramiden die Grundfläche 
auf wenige Millimeter Ungenauigkeit bei 250 x 250 m Grundfläche 
planschleifen, oder die Winkel der Grundfläche auf exakt 90° bestimmen.
Und wir wissen immer noch nicht genau, wie einige Millionen 
tonnenschwerer Steine  äußerst exakt bearbeitet wurden, und in 20 Jahren 
zur Pyramide zusammengebaut wurden.

> statt das Shack mit alten Geräten zuzustellen, genügen jetzt ein paar 
Schubladen.
Bei mir ist es eben umgekehrt. Ich habe den Platz.

> ihre völlig veralteten Kisten das Nonplusultra der Zeitgeschichte
Manche dieser Kisten sind das schon- zu ihrer Zeit waren sie Stand der 
Technik, manchmal sogar das "Ende der Fahnenstange".
Und daß gute Geräte von einst noch heute einwandfrei funktionieren, 
bestätigt das.

Und wie hier manchmal zu lesen- neue digitale Geräte werden gekauft, 
aber der Umgang damit ist grottig.
Also müssen die alten Geräte mies sein, und falsch funktionieren.

Beitrag #7441767 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7441769 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7441784 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Kilo S. (kilo_s)


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Stefan K. schrieb:
> Worum es mir geht ist die "Zugänglichkeit" zum Funk Hobby

ISM Funksender für Mikrocontroller, CB/Freenet/PMR....

Möglichkeiten gibt's... Weißt du sie auch zu nutzen?

von Motopick (motopick)


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> das "Computer" beim kleinsten µC anfängt

In deinem Toaster sitzt bestimmt auch ein Computer. Oder nicht?

Wenn in deinem Toaster also ein Computer sitzt, und jemand baut
einen aeusserlich gleichen Toaster mit der gleichen Bedienung
die aber nur als festverdrahtete Steuerung mit ein paar ICs
realisiert ist. Ist das dann auch ein Computer?

Offensichtlich nicht. Warum sollte also ein
> kleinster µC
in deinem Toaster ein Computer sein?

Mit dieser Paarbildung kann ich dir fuer jedes primitive Geraet
ein "Nichtcomputer"-Aequivalent konstruieren.
Das nicht unterscheidbar waere, von einem Geraet mit so einem
"Computer".
Diese "Paare" reichen einem Mathematiker, um den Schluss zu ziehen,
dass eine Definition von "Computer" die diese
> kleinsten µC
mit einbezieht, ganz offensichtlicher Unfug ist.
Weil das auszeichnende Merkmal "Computer" nicht erkennbar ist.

Und auch der beschriebene SDR macht nur insoweit Gebrauch vom
FPGA und Controllern um konventionelle analoge Technik zu ersetzen.
Das macht aber keinen Computer daraus. Jede digitale Signalverarbeitung
arbeitet nur "kleinteilig" am Gesamtergebenis.


> Ich habe relativ wenig Wissen über µCs

Du hast weder zum Thema "Funk" noch "historische Technik" etwas
beigetragen. Und zum Thema SDR und Realisierungsformen auch nicht.

Du kommst mir eher so vor wie der "Klassenstreber" der zum Schluss
doch nichts weiss.

Vielleicht sollte ich doch ein wenig Zeit eruebrigen.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Kilo S. schrieb:
> Möglichkeiten gibt's...

Ja, massenhaft, man muß sie nur erkennen.

Allerdings bereiten das "Erkennen" so manchen Nostalgikern große 
Schwierigkeiten.

Ich gestehe, daß ich auch auf eine besondere Weise ein Nostalgiker bin, 
denn ich fahre liebend gerne meine alte NSU mit Seitenwagen und in 
meinem Wohnzimmer steht eine originale Wurlitzer OMT Jukebox... mit 
Vinylplatten.

Ich habe mir nur ein paar "Juwelen" aufgehoben, der Rest kam weg.

Dennoch erfreue ich mich seit kurzer Zeit eines neuen Wagens mit all den 
Gimmicks die es heutzutage gibt. Hat mich zwar anfangs tierisch genervt, 
aber mittlerweile erfreue ich mich daran, siehe hier:
Beitrag "Nervigen Spurhalteassistenten dauerhaft abschalten"

Fazit: Man sollte sich nicht verschließen, denn aufhalten kann man die 
Entwicklung eh nicht und abgedrängt/hängt zu werden, erzeugt nur Frust.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Motopick schrieb:
> Mit dieser Paarbildung kann ich dir fuer jedes primitive Geraet
> ein "Nichtcomputer"-Aequivalent konstruieren

Das ist Unfug.

Ein Controller ist ein Computer, denn er besitzt die typischen Merkmale 
eines Computers. Insbesondere ist ein Merkmal, dass die Steuerung eben 
nicht fest verdrahtet ist, sondern von einem Programm abhängt. (Lies 
einfach im Netz nach, wie ein Computer definiert ist.)

Eine fest verdrahtete Logik ist niemals ein Computer, egal, welchen 
Aufwand du reingesetzt hast. ¹)

Zurück zu Digitalmodulationen: natürlich gab es Digitalmodulationen 
(auch jenseits von CW) schon lange vor Computern. 2FSK für 
Funkfernschreiben oder Hellschreiben sind typische Beispiele. Mit dem 
Einzug von Computern ist es nur viel einfacher geworden, und man ist 
flexibler. Auch komplexere Digimodes lasssen sich natürlich nach wie vor 
mit fest verdrahteter Logik implementieren, WiFi oder Bluetooth zum 
Beispiel werden typischerweise so benutzt. Allerdings ist der 
Logikaufwand dafür im Bereich einiger 10000 bis 100000 
Gatteräquivalente. Alternativ mit FPGA als frei verdrahtbarer Logik, 
aber da kommt dann trotzdem in der Regel noch ein Controller dazu, der 
die gesamte Ablaufsteuerung übernimmt. Selbst die "guten alten 
Analogfunkgeräte" hatten sowas schon vor Jahrzehnten.

¹) Wobei man natürlich in einem FPGA problemlos noch einen Computer 
integrieren kann.

: Bearbeitet durch Moderator
von Edi M. (edi-mv)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Ich gestehe, daß ich auch auf eine besondere Weise ein Nostalgiker bin,
> denn ich fahre liebend gerne meine alte NSU mit Seitenwagen

Das ist was Schönes, ich bin Jahrzehnte mit Seitenwagen gefahren... alle 
DDR- Maschinen, zuletzt eine Harley- Davidson.

> Allerdings bereiten das "Erkennen" so manchen Nostalgikern große
> Schwierigkeiten.

Manchmal solltre man auch "erkennen", daß die alte Technik manchmal die 
Nase vorn  hat.
Wenn die Seitenwagen- Maschine heute erfunden worden wäre, würde der TÜV 
den Erfinder achtkantig aus der Halle schmeißen !
Ein Fahrzeug, welches sehr unterschiedliche Fahreigenschaften bei Links- 
und Rechtskurven zeigt, die nur durch langes Trainig beherrschbar sind, 
ansonsten bei Anfängern lebensgefährliche Situationen bewirken kann...
...sowas hätte kaum eine Chance auf eine Zulassung für den 
Straßenverkehr.

Aber die Seitenwagen- Fahrer lieben das. Seit 100 Jahren, und wohl noch 
ewig.

Phasenschieber S. schrieb:
> Man sollte sich nicht verschließen, denn aufhalten kann man die
> Entwicklung eh nicht und abgedrängt/hängt zu werden, erzeugt nur Frust.

Man muß sich nicht "verschließen", tue ich auch nicht. Etliche 
Digitaltechnik nutze ich ja doch, etwa den PC vor mir.
Vieles erledigt sich von allein- die Entwicklung geht manchmal auch 
wieder zurück, weil es nicht mehr vorwärts geht.
Liegt nicht an der Technik, sondern an Idioten, die mangels Bildung Null 
Peilung haben, siehe Atomkraft und Wärmepumpe.
Und wenn die ahnungslosen Käufer eines "E- Bikes" bedrippt am 
Straßenrand stehen, weil nach 50 Km kein Kobold mehr Energie aus der 
Batterie liefert, wird die alte NSU bedächtig schnaufend an denen 
vorbeituckern.
Und das Vergnügen können Sie noch laaaange genießen.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Edi M. schrieb:
> Und wenn die ahnungslosen Käufer eines "E- Bikes" bedrippt am
> Straßenrand stehen, weil nach 50 Km kein Kobold mehr Energie aus der
> Batterie liefert, wird die alte NSU bedächtig schnaufend an denen
> vorbeituckern.

Wenn der Tank der NSU leer ist (Pendant zum leeren Akku), schiebst du 
sie aber nicht mehr weiter als ein paar hundert Meter, während man das 
E-Bike durchaus noch viele Kilometer treten kann … (deine 
Reichweitenvorstellungen eines E-Bikes sind aber auch fern der 
Realität).

Trotzdem sind das Birnen mit Apfelsinen verglichen.

von Edi M. (edi-mv)


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Jörg W. schrieb:
> Wenn der Tank der NSU leer ist (Pendant zum leeren Akku), schiebst du
> sie aber nicht mehr weiter als ein paar hundert Meter, während man das
> E-Bike durchaus noch viele Kilometer treten kann … (deine
> Reichweitenvorstellungen eines E-Bikes sind aber auch fern der
> Realität).

Sorry- Ich meine ein E- Motorrad, welches etwa vergleichbar mit dem 
genannten Verbrenner- Motorrad ist.
Und sowas hat keine Tretpedalen.
Und deren Reichweiten sind schon bescheidener, und die Ladezeiten 
reichen für etwas Bart.
Und einen Seitenwagen noch mit dran...
...Da wird noch etwas Zeit ins Land gehen, bis das gleich oder besser 
funktioniert, als mit den alten Verbrennern.

Ich prophezeie: Das wird sich auch nicht durchsetzen. "E. Mobilität" 
sowieso nicht, nur als Nischenprodukt.
Das kann man durch Verbote versuchen, durchzusetzen, aber ich denke, die 
Realität wird zur Einsicht führen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Edi M. schrieb:
> Sorry- Ich meine ein E- Motorrad, welches etwa vergleichbar mit dem
> genannten Verbrenner- Motorrad ist.

Auch da vergleichst du aber Birnen mit Kokosnüssen. Diese E-Motorräder 
sind einfach dafür ganz nett, dass man damit täglich auf Arbeit und 
zurück und vielleicht noch den Einkauf fährt. Laden kann man dann über 
Nacht. Ein Freund von mir hat sowas, bin mal 'ne Runde um den Block 
gefahren. Geht ab wie'n Motorrad, nur nicht so laut. ;-)

Kannst du echt nicht mit irgendwas Großem vergleichen. Sind ja auch viel 
leichter.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Trotzdem sind das Birnen mit Apfelsinen verglichen.

So isses.

Ich fahre nicht NSU weil sie besser ist als moderne Motorräder, was sie 
nicht sein kann, sondern es ist ein Faible ganz persönlicher Natur.
Genauso verhält es sich mit der Wurlitzer.

Die alten Geräte sind nicht besser als die neuen/modernen, von diesem 
Gedanken muss man sich lösen.

Es sind einzig Erinnerungen an alte, liebgewonnene Zeiten und 
Gewohnheiten, nichts weiter.

Ich erinnere mich auchnoch sehr gerne an die Zeiten wo man 
quarzgesteuert auf 2m in AM CQ gerufen hat und anschließend über das 
Band drehen musste, um zu schauen ob jemand, ebenfalls quarzgebunden, 
antwortet.
Fast alles in Eigenbau erstellt.

Selbst da begann damals schon die Kommerzialisierung. Ein paar 
Funkamateure gründeten die Firma Semcoset und vertrieben sehr 
erfolgreich Einzelbausteine wie Tuner, ZF-Verstärker, NF-Verstärker, 
Endstufen und auch komplette Endgeräte.

Man konnte diese Bausteine selbst zusammenstellen, oder auch komplett 
beziehen. Stichwort "Brotdose" von Semcoset.

Unser Forumsmitglied "Gerhard O. (gerhard_)" kann speziell darüber sehr 
viel mehr erzählen als ich, eine sehr interessante Geschichte, die zu 
erzählen ich ihm gerne selbst überlasse.

Klar, wenn man diese Entwicklung intus hat, dann versteht man auch 
modernere  Techniken leichter und deshalb verwundert es mich immerwieder 
wieso manche Zeitgenossen in der Entwicklung einfach stehen geblieben 
sind.

Es ist doch langweilig, bei einmal Erlerntem stehen zu bleiben und zu 
meinen, daß nichts Besseres mehr nachkommt.

Um mal mit dem Vorurteil "Funkamateure hätten mit Computern nichts am 
Hut" aufzuräumen: Ich begann mit dem Sinclair ZX81 zu spielen und 
spätestens seit dem 286er und MS-DOS 3.2 war der Computer mein ständiger 
Begleiter.

T´schuldigung, bin in Erinnerungen abgerutscht :-)

von Phasenschieber S. (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Diese E-Motorräder
> sind einfach dafür ganz nett, dass man damit täglich auf Arbeit und
> zurück und vielleicht noch den Einkauf fährt.

Speziell zu Motorrädern möchte ich etwas sagen:

Selbige waren bis in die Nachkriegszeiten reine Nutzfahrzeuge, d.h. sie 
wurden gefahren, weil man damit von A nach B kommen wollte.

Heutzutage sind Motorräder kaum noch Nutzfahrzeuge, sie sind reine 
Fun-Fahrzeuge. Sie werden fast nurnoch gefahren aus Spaß am 
Motorradfahren.
So auch ich.

Insofern kann man sie nicht zum Vergleich heranziehen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ich stimme dir nicht immer zu, aber diesmal eigentlich 100%ig. ;-)

(Auch, wenn ich AM auf 2 m nicht gemacht habe. Ich bin mit Kurzwelle 
groß geworden. VHF habe ich nur mit den üblichen Experimenten auf 3 m 
gemacht …)

: Bearbeitet durch Moderator
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Phasenschieber S. schrieb:
> Selbige waren bis in die Nachkriegszeiten reine Nutzfahrzeuge, d.h. sie
> wurden gefahren, weil man damit von A nach B kommen wollte.

In der DDR (wo auch Edi herkommt) waren sie das bis zu deren Verfall 
1990.

von Roland F. (rhf)


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Hallo,
Klaus R. schrieb:
> Oder navigierst du (im Urlaub) noch per Karte?

Ich habe immer eine Papierkarte des Fahrtgebietes dabei.
Wenn wir mit Segel- oder Motorboot unterwegs sind, wird als erstes die 
entsprechende Seekarte herausgeholt. Und als zweites wird das (immer 
noch analoge) Seefunkgerät eingeschaltet.

Klaus R. schrieb:
> Oder als Seefahrer mit Sextant?

Ich habe vor einiger Zeit gelesen, das die US-Navy mittlerweile wieder 
alle Navigatoren im Gebrauch des Sextanten ausbildet, um völlig 
unabhängig von elektronischen Navigationssystemen Positionsbestimmungen 
vornehmen zu können (es war damals auch im Gespräch die Loran-Stationen 
als GPS-Back-Up wieder zu beleben).

rhf

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Roland F. schrieb:
> Und als zweites wird das (immer noch analoge) Seefunkgerät
> eingeschaltet.

Das musst du ja auch einschalten, wenn du eins an Bord hast. ;-)

Kein DSC?

von Roland F. (rhf)


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Hallo,
Jörg W. schrieb:
> Das musst du ja auch einschalten, wenn du eins an Bord hast. ;-)

Nein, muss ich nicht.

> Kein DSC?

Natürlich, wer will heute auf DSC (in Kombination mit einem integrierten 
GPS-Empfänger) in einem Seefunkgerät verzichten?
Trotzdem ist auch bei DSC-Geräten die Sprachübermittlung immer noch 
klassisch analog. Du könntest auch heute noch mit uralten 
UKW-Röhrengeräten Seefunkverkehr betreiben (die Sinnhaftigkeit mal außer 
acht gelassen).

rhf

: Bearbeitet durch User
von Kilo S. (kilo_s)


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Roland F. schrieb:
> Du könntest auch heute noch mit uralten UKW-Röhrengeräten Seefunkverkehr
> betreiben (die Sinnhaftigkeit mal außer acht gelassen).

Das ist doch am ende auch nur der Stromverbrauch. ;-)

von Oliver S. (oliverso)


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Edi M. schrieb:
> Manchmal solltre man auch "erkennen", daß die alte Technik manchmal die
> Nase vorn  hat.

Es gibt ja nun einige Milliarden Menschen auf der Erde, für die ein 
Zweirad kein Spaßmobil oder nostalgisches Oldtimerhobby ist, sondern 
schlicht lebensnotwendiges Fortbewegungs- und Transportmittel für ganze 
Familien oder durchaus große Lasten.

Wenn da der Seitenwagen die überragende Lösung wäre, wären die Straßen 
voll damit. Sind die aber nicht

Oliver

von Edi M. (edi-mv)


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Jörg W. schrieb:
> Auch da vergleichst du aber Birnen mit Kokosnüssen. Diese E-Motorräder
> sind einfach dafür ganz nett, dass man damit täglich auf Arbeit und
> zurück und vielleicht noch den Einkauf fährt.

Na, bei den irren Preisen ist für "ganz nett zum Einkaufen- fahren" ein 
Hammer !

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/zweirad/motorrad-roller/kauf-verkauf/elektromotorraeder/

> in Freund von mir hat sowas, bin mal 'ne Runde um den Block
> gefahren. Geht ab wie'n Motorrad, nur nicht so laut. ;-)
Das sollte ja sein, wenn es wie ein Motorrad aussieht, wäre es ganz 
anständig, wenn es auch so fährt.
Tut's auch- nur eben nicht lange...

> Laden kann man dann über Nacht.
Bis auf eine Maschine mit "Schnelladung" von 25 Minuten, die aber auch 
heftig teuer ist.
Und damit geht der Vergleich in die Hose.
Nee... beim besten Willen nicht...

Ich überlege schon, ob ich mir nicht wieder eine "Hundertfuffziger" 
anschaffe, oder "AWO", "EMW"mit denen ich mal angefangen habe- "Back to 
the Roots".

Phasenschieber S. schrieb:
> Speziell zu Motorrädern möchte ich etwas sagen:
> Selbige waren bis in die Nachkriegszeiten reine Nutzfahrzeuge, d.h. sie
> wurden gefahren, weil man damit von A nach B kommen wollte.
> Heutzutage sind Motorräder kaum noch Nutzfahrzeuge, sie sind reine
> Fun-Fahrzeuge. Sie werden fast nurnoch gefahren aus Spaß am
> Motorradfahren.
> Insofern kann man sie nicht zum Vergleich heranziehen.

Jörg W. schrieb:
> In der DDR (wo auch Edi herkommt) waren sie das (reine Nutzfahrzeuge) bis zu 
deren Verfall
> 1990.

Sooo mies war die DDR nun auch wieder nicht- als ich in der Lehrzeit 
dann mein erstes Motorrad fahren durfte, ging's im Frühjahr/ Sommer "auf 
die Karre", und z. B. zu Sandbahnrennen am Bergring (Teterow), an diesen 
TAgen wechselweise zum Speedway (Güstrow), andere fuhren nach 
AUgustusburg zu Oldtimer- und Motorrad- Treffen, später, als ich schon 
viele Oldtimer restauriert hatte, fuhr mit der H-D nach Brno (damals 
CSSR, heute Tschechien), da wurden Rennen veranstaltet, aber auch 
internationale Treffen verschiedener Motorradklubs.

Phasenschieber S. schrieb:
> Es sind einzig Erinnerungen an alte, liebgewonnene Zeiten und
> Gewohnheiten, nichts weiter.

Das ist doch auch Thema der Beitragsfolge.

> Ich erinnere mich auchnoch sehr gerne an die Zeiten wo man
> quarzgesteuert auf 2m in AM CQ gerufen hat und anschließend über das
> Band drehen musste, um zu schauen ob jemand, ebenfalls quarzgebunden,
> antwortet.
> Fast alles in Eigenbau erstellt.

Und schon damals habe ich Amateure abgehört, da ging es in den 
Gesprächen um die Technik der Eigenbauten, was besser ist, freilaufender 
Oszillator (VFO), Quarzszillator, synchronisierte Oszillatoren, später 
dann PLL.
Modulation, Treiber, Endstufen, Antennen, Ausbreitungsbedingungen, um 
Effekte der Abstrahlung... sonstwas.
Als jahrzehntelanger Leser funktechnischer Zeitschriften genau das, was 
man auch dort diskutierte- lange Zeit konnte ich die Entwicklung so 
mitverfolgen.

Meine ersten, vom Taschengeld gekauften Zeitschriften "Funkamateur" und 
"rfe"... ich habe sie alle noch, bezog sie bis bis 1989 noch selbst, 
auch wenn ich nie FA war (durfte nicht, später kein Interesse mehr). 
Jahrzehnte waren die Zeitschriften voll mit Elektronik, Schaltungen, 
Besprechung von Schaltungen, und natürlich FA- typische Berichte.

Und da wurde auch "normale" Elektronik behandelt- ich stellte hier ja 
ein UKW- Empfangsteil vor, was da beschrieben war, das wartet noch auf 
"Wiedererweckung", ich baute auch die in Ende70er/ Anfang 80er allseits 
beliebten analogen "Lichtorgeln". Manche mit Thyristoren und normalen 
220V- Glühlampen, ich verwendete, weil an der Quelle, noch dicke Ge- und 
Si- Transistoren und Autoscheinwerfer- Glühlampen. Einfach nach 
Tonfrequenzen getrennte Farben. Simpel, aber sanftes Aufflammen, keine 
grellen "Spots" oder auf die Dauer nervenden Stroboskop- Effekte, das 
wäre auch als Hintergrund- Licht für Fernsehen sehr gut gewesen (später 
gab es das von Philips, "Ambilight"). Einer meiner Lehrmeister baute 
eine Box mit durchsichtigem Gießharz, eingegossen bunte Glasscherben, 
die -Lichtorgel- gesteuert- verschieden angestrahlt wurden- ein 
wunderschöner Effekt.

Heute... sind die Zeitschriften eher Hochglanz- Verkaufsprospekte.

Ja, sowas ist nicht genau Funktechnik, aber damals waren in der DDR 
Hobby- Elektronik und Funktechnik dicht zusammen.

von Edi M. (edi-mv)


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Oliver S. schrieb:
> Edi M. schrieb:
>> Manchmal solltre man auch "erkennen", daß die alte Technik manchmal die
>> Nase vorn  hat.
> Es gibt ja nun einige Milliarden Menschen auf der Erde, für die ein
> Zweirad kein Spaßmobil oder nostalgisches Oldtimerhobby ist, sondern
> schlicht lebensnotwendiges Fortbewegungs- und Transportmittel für ganze
> Familien oder durchaus große Lasten.
> Wenn da der Seitenwagen die überragende Lösung wäre, wären die Straßen
> voll damit. Sind die aber nicht

Ich habe das ja nun nicht so geschrieben, und nicht gemeint.
Die alte Technik hat die Nase vorn, weil sie eben... einfach zuverlässig 
und schnell funktioniert.
Sprit in die Maschine, kann man mit dem Verbrenner- Motorrad, und sei es 
100 Jahre alt, losfahren, und fährt eine große Strecke. Sprit 
nachgetankt, einige Minuten, geht es weiter.
Wenn jede Aufladung Stunden dauert, macht das keinen Spaß.

Und auch im normalen Autoverkehr ist "Elektrisch" noch lange nicht so 
weit, und wird es für manche Anwendung auch nicht sein. Jahrzehnte war 
ich auf Montage, bundesweit, mit schwerer Werkzeugausstattung in PKW, 
"Hundefänger", Kleintransporter, später lange mit Wohnwagen.
Das mit "E- Auto" ??? Nein, Danke !

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Roland F. schrieb:
> Hallo,
> Jörg W. schrieb:
>> Das musst du ja auch einschalten, wenn du eins an Bord hast. ;-)
>
> Nein, muss ich nicht.

Formal besteht eine Benutzungspflicht für Fahrzeuge, die mit Funk 
ausgestattet sind. Daher bekommt man ein solches Fahrzeug ja auch nicht 
vermietet, wenn man nicht mindestens ein SRC nachweisen kann.

>> Kein DSC?
>
> Natürlich, wer will heute auf DSC (in Kombination mit einem integrierten
> GPS-Empfänger) in einem Seefunkgerät verzichten?

Dann also doch digital. ;-)

Ja, der Sprechfunk ist analog (und ehrlich, das durchschlagende Argument 
für Digital Voice sehe ich auch im Amateurfunk nicht), aber DSC ist 
digitale Datenübermittlung, und einer der wesentlichen Gründe dafür ist 
ja eben auch die höhere Reichweite (neben einer möglichen automatischen 
Positionsübermittlung natürlich).

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Zum Thema Elektronik in Auto & Motorrad:

Ich hatte einen Mercedes Strich-Achter 200D der komplett ohne Elektrik 
lief (abgesehen von Anlasser, Beleuchtung,  etc). Alles war mechanisch 
oder hydraulisch (Einspritz- & Benzinpumpe). Einmal ist das Kabel von 
der Batterie abgefallen. Alle Glühbirnen, die gerade an waren, sind 
durchgebrannt aber der Motor und alles andere lief weiter.

Das Radio war auch interessant. Es gab die Möglichkeit 3 oder 4 Sender 
zu speichern, rein mechanisch über Gewindestangen und Einrastung.

Generell zu alter Technik. Alt und neu ist ja kein Widerspruch! Ich 
nutze auch moderne Technik. Aber ich schaue mir gerne alte Geräte an, 
bastelte daran und versuche sie am Leben zu erhalten.

Auf YT gibt es einen Kanal, wo echte Freaks die Technik (Funk, 
Navigation, EDV) analysieren und wieder in betriebsfähigen Zustand 
versetzen. Viel Aufwand und die Leute haben auch jede Menge KnowHow.

: Bearbeitet durch User
von Edi M. (edi-mv)


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Mohandes H. schrieb:
> Das Radio war auch interessant. Es gab die Möglichkeit 3 oder 4 Sender
> zu speichern, rein mechanisch über Gewindestangen und Einrastung.

Das sind Autoradios, die ich liebe !
Wie oft habe ich mich mit "modernen" Geräten schon geärgert, will die 
Lautstärke ändern, komme wegen unebener Straße gegen den Knopf, und der 
Suchlauf geht los !
Oder nachts den kleinen Knopf daneben gedrückt, und irgendeine andere 
Funktion ausgelöst.
Oder mehrfachbelegte Knöpfe, und beim Bedienen irgendwie die Peilung 
verloren, wo im Menü ich bin, und wieder zurüvckkomme.
Während der Fahrt manchmal nicht aufzulösen.

Die Geräte mit den Spielerchen waren manchmal mit ihren Bedienfronten, 
hundert Knöpfchen  und farbig leuchtenden Skalen und Knopfhintergründen 
ganz hübsch- aber landeten bei mir nach kurzer Zeit auf dem Dachboden.
Dann so ein Uralt- Blaupunkt oder Sony rein.

Diese Oldie- Autoradios hatten Lautstärke, mechanische Senderwahltasten, 
die auch den Wellenbereich mit schalten und sich niemals selbst 
verstellen können, und einen Sender- Drehknopf. Absolut bediensicher, 
ohne Hinsehen, keine Fehlbedienung.
Mehr braucht's nicht.

: Bearbeitet durch User
von Phasenschieber S. (Gast)


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Edi M. schrieb:
> mechanische Senderwahltasten,
> die auch den Wellenbereich mit schalten und sich niemals selbst
> verstellen können,

Da irrst du dich aber gewaltig. Die Wiederkehrgenauigkeit der 
mechanischen Sendereinstellung war miserabel. Nur ein scheunenbreites 
Empfangssystem mit AFC konnte dem ein bißchen entgegenwirken und je 
älter die Mechanik wurde, desto ungenauer die Einstellung. Manchmal 
musste man sogar mehrmals hin und her schalten, bis man mal die 
Sendermitte richtig getroffen hat.

Man kann sich seine Welt auch schön reden und die Vergangenheit völlig 
verklärt sehen. Komm mal in die Gegenwart.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Phasenschieber S. schrieb:
> Man kann sich seine Welt auch schön reden und die Vergangenheit völlig
> verklärt sehen. Komm mal in die Gegenwart.

bei meinen Radios hatte das immer gut funktioniert.
eines auch in der Bude gehabt

von Edi M. (edi-mv)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Die Wiederkehrgenauigkeit der
> mechanischen Sendereinstellung war miserabel.

●DesIntegrator ●. schrieb:
> bei meinen Radios hatte das immer gut funktioniert.
> eines auch in der Bude gehabt

So ist es- ich habe mehrere Blaupunkt- und ein Sony- Autoradio, 
Wiederkehrgenauigkeit einwandfrei.
Sind alt, aber nicht über Jahrzehnte runtergegurkt.

Klar verschleißt auch Mechanik.
Und jemand, der jahrelang Autoradios repariert hat, und heute älteste 
Geräte restrauriert, weiß, daß Mechanik auch regelmäßiger Schmierung 
bedarf, was eigentlich fast nie erwähnt wird.
Außer bei mir:
http://edi.bplaced.net/?Restauration_und_Erhaltung___Seilfuehrungen_pflegen&search=silikon%C3%B6l

Mein ältestes Senderspeicher- Radio ist übrigens 84 Jahre alt, und auch 
dessen mechanische Tasten funktionieren einwandfrei:

http://edi.bplaced.net/?Restaurationsberichte___Restauration_Telefunken_Spitzensuper_D860WK_von_1939&search=d860wk

[gelöscht - bitte nicht persönlich werden, der Smiley macht das nicht 
besser. Mod.]

:-)

: Bearbeitet durch Moderator
von Jens B. (dasjens)


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Stefan K. schrieb:

> ("überall" anders sind´s nur 15dB nur in Deutschland 40dB und in anderen
> Ländern ist in den für mich lohnenswerten Bändern auch AM erlaubt, hier
> natürlich nicht)

Hier ist AM Verboten?
Und btw. Die Japanischen Amateure haben härtere Grenzwerte als die 
Japanischen Kommerziellen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jens B. schrieb:
> Hier ist AM Verboten?

Formal ja (außer oberhalb 29 MHz, wo auch NBFM gestattet ist), weil es 
die Bandbreitenanforderung nicht erfüllt.

Praktisch macht das ja auch niemand mehr (warum auch? hat 
erwiesenermaßen eine miese Leistungsbilanz), und der Kommentar bei der 
Einführung der Bandbreitenlimits damals war, dass man damit jedoch 
keinen Betrieb historischer Funktechnik unterbinden möchte. Wenn also 
unbedingt jemand seinen hundert Jahre alten Retro-AM-Sender betreiben 
will, dann wird das geduldet, aber ansonsten hat die Verordnung schon 
auch eine Nutzungseffizienz des Spektrums zum Ziel.

Wenn jemand aus experimentellen Gründen mit wenigen Watt und einem 
AM-Eigenbausender hantieren will, wird das dann sicher genauso wenig 
jemanden interessieren. Wer allerdings abends den SSB-Teil des 
40-m-Bands mit übermäßiger Bandbreitennutzung belegt, der verhält sich 
somit eben nicht nur unkollegial zu allen anderen, die das Spektrum 
nutzen möchten, sondern er verstößt damit in DL auch gegen die 
gesetzlichen Vorgaben.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Edi M. schrieb:
> weiß, daß Mechanik auch regelmäßiger Schmierung
> bedarf, was eigentlich fast nie erwähnt wird.

Ja okay, das war dann wohl mein Versäumnis, die Werkstatt bei der 
Autoinspektion darauf hinzuweisen: Einmal Autoradio abschmieren, bitte 🤣
Abschmieren kennt heute ja keiner mehr, das musste damals bei jedem Auto 
regelmäßig getan werden, sonst packte man die Lenkung nichtmehr...und 
wenn der Mechaniker schonmal die Fettpresse in der Hand hat...

Nee. nee, das war zwar eine schöne Zeit damals, aber sie ist vorbei und 
du kannst sie nicht festhalten, auch wenn du dich nochso krampfhaft 
daran festhälst.

von Jens B. (dasjens)


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Jörg W. schrieb:
> Jens B. schrieb:
>> Hier ist AM Verboten?
>
> Formal ja (außer oberhalb 29 MHz, wo auch NBFM gestattet ist), weil es
> die Bandbreitenanforderung nicht erfüllt.

OK, also ist AM nicht verboten, sondern hat nur eine zu breite 
bandbreite.
 Und sind die Bandbreitenbeschränkungen nicht auch nur Richtlinien?

von Stefan M. (derwisch)


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Ich mag die digitale Funktechnik nicht, weil es kaum möglich ist, die 
Funktionsweise im Ganzen zu überblicken.
Beispielsweise die alte analoge FM ATV Betriebsart.
Da konnte man noch einem Neuling alles bin ins kleinste erklären.
Mach das mal heutzutage mit digitalen Betriebsarten...
Es ist kein echtes Selbstbasteln mehr, sondern das kombinieren von 
Funktiknsblöcken, deren Funktiknsweise im Einzelnen kaum einer 
durchblickt.
Wer kann mir digital ATV bis ins allerkleinste Software Detail erklären?
Oder FT8?
Da ist etwas wesentliches verloren gegangen im Vergleich zur analogen 
Technik.
Ich mag keine "Blackbox" Basteleien.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jens B. schrieb:
> Und sind die Bandbreitenbeschränkungen nicht auch nur Richtlinien?

Sie stehen in der Verordnung drin, sind also nicht nur "nice to have", 
sondern gesetzliche Anforderung. So hat die Verordnung auch dem Bandplan 
für 30 m Rechnung getragen, der aufgrund der geringen Breite des Bandes 
kein SSB gestattet, und limitiert dort (wie auf 2200 m) die Bandbreite 
auf 800 Hz.

Gerade nachgesehen: die Limitierung auf 7 kHz (in dem man AM oder NBFM 
unterbekommt) gilt nicht erst ab 29 MHz, sondern für das gesamte 
10-m-Band. Allerdings hat der Bandplan dort erst den Bereich oberhalb 29 
MHz für NBFM vorgesehen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stefan M. schrieb:
> Es ist kein echtes Selbstbasteln mehr, sondern das kombinieren von
> Funktiknsblöcken, deren Funktiknsweise im Einzelnen kaum einer
> durchblickt.

Du kannst es durchschauen, nur auf andere Weise als mit der alten 
Analogtechnik.

Auch da hat nicht jeder alles selbst gebaut, schon der Aufbau eines 
ordentlichen Seitenbandfilters "from scratch" (also nicht nach 'ner 
Anleitung) war etwas, was nur ganz wenige gemacht haben.

Verklär das mal nicht zu sehr.

ps: Wie groß die Differenz zwischen "man könnte theoretisch" und "man 
baut ganz praktisch" für die gute, alte Analogtechnik in der Tat ist, 
kannst du an Dingen wie der Minimal Art Session sehen: ja, sie 
existiert, aber das Teilnehmerfeld ist doch sehr überschaubar. Dabei 
wäre das für jemanden, der gern mal einen Sender "from scratch" bauen 
und testen möchte, eine der Möglichkeiten, auf Gleichgesinnte zu 
treffen – die sich dann beispielsweise auch nicht scheuen, einem wegen 
Unvollkommenheit der Konstruktion weglaufenden Signal mal hinterher zu 
hecheln.

: Bearbeitet durch Moderator
von Edi M. (edi-mv)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Ja okay, das war dann wohl mein Versäumnis, die Werkstatt bei der
> Autoinspektion darauf hinzuweisen: Einmal Autoradio abschmieren, bitte
> 🤣

Das wäre selbstverständlich gewesen.
Ok- nicht in der Autowerkstatt.
Aber in der AUTORADIO- Werkstatt.
Zumindest in dieser:

https://www.google.com/maps/@52.5149261,13.5548057,3a,37.5y,96.33h,87.67t/data=!3m6!1e1!3m4!1svwtvfXQoZxpEtP7L7G2ikw!2e0!7i13312!8i6656?entry=ttu

...saß einer, "der Autoradios auch abschmierte". Obere Fensterreihe 
rechts.
Weil es noch Mitte der 70er bis Ende der 80er jede Menge Autoradios mit 
Mechanik gab.
Und selbstverständlich auch andere Radios und Fernseher.
Darum gab es auch den Begriff Radio-/ Fernseh- MECHANIKER.

(ist heute keine Radiowerkstatt mehr, ist wohl ein Sanitär- Fuzzi drin).

> Abschmieren kennt heute ja keiner mehr, das musste damals bei jedem Auto
> regelmäßig getan werden, sonst packte man die Lenkung nichtmehr...und
> wenn der Mechaniker schonmal die Fettpresse in der Hand hat...

Dafür hielt sowas sehr lange, war reparabel, oft mit einfachen Mitteln, 
oder eine Notmaßnahme machbar, und man benötigte keinen Spezialisten, 
der erst mal einen Service- Stecker anschließt, um festzustellen, daß 
"der Riemen runter ist".

: Bearbeitet durch User
von Cyblord -. (cyblord)


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Stefan M. schrieb:
> Ich mag die digitale Funktechnik nicht, weil es kaum möglich ist, die
> Funktionsweise im Ganzen zu überblicken.

Unsinn. DU überblickst sie nicht. Weil du nichts von Software verstehst.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Cyblord -. schrieb:
> Weil du nichts von Software verstehst.

Wobei das eher Mathematik als Software ist, was man verstehen muss.

von Roland F. (rhf)


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Hallo,
Jörg W. schrieb:
> Dann also doch digital. ;-)

Ja, aber eben nur der DSC-Teil. Und der belegt auch nur 2 Kanäle.

Jörg W. schrieb:
> (und ehrlich, das durchschlagende Argument
> für Digital Voice sehe ich auch im Amateurfunk nicht)

Im Seefunkbereich halte ich es sogar für kontraproduktiv. Lieber eine 
richtig miese analoge Sprechverbindung, bei der man aber noch 
kommunizieren kann als eine digitale, bei der unter Umständen die 
Übertragung komplett zusammenbricht.

rhf

von Cyblord -. (cyblord)


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Jörg W. schrieb:
> Cyblord -. schrieb:
>> Weil du nichts von Software verstehst.
>
> Wobei das eher Mathematik als Software ist, was man verstehen muss.

Nur die Frage wie tief man eintauchen will. Bei der analogen Funktechnik 
muss sich auch niemand mit der Chemie der Dotierungen oder dem 
Fertigungsprozess der Bauteile im Detail befassen.
Genau so gut kann man FFT usw. als SW lib ansehen und die mathematischen 
Details ausblenden. Dem Verstehen an sich tut das keinen Abbruch.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Im Seefunkbereich ließe sich alles wunderbar mit Satellitentechnik 
erledigen, Problem gelöst.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ben B. schrieb:
> Im Seefunkbereich ließe sich alles wunderbar mit Satellitentechnik
> erledigen, Problem gelöst.

Macht man nur da, wo es terrestrisch nicht mehr reicht. Simpler 
VHF-Sprechfunk ist einfach mal um Welten billiger.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Roland F. schrieb:
> Im Seefunkbereich halte ich es sogar für kontraproduktiv. Lieber eine
> richtig miese analoge Sprechverbindung, bei der man aber noch
> kommunizieren kann

Allerdings bricht FM auch recht schnell zusammen, wenn man im 
Grenzbereich der Empfindlichkeit ist. Da ist SSB nochmal besser, macht 
man aber nur auf Mittel-/Kurzwelle.

von Jonny O. (-geo-)


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Jörg W. schrieb:
> Roland F. schrieb:
>> Im Seefunkbereich halte ich es sogar für kontraproduktiv. Lieber eine
>> richtig miese analoge Sprechverbindung, bei der man aber noch
>> kommunizieren kann
>
> Allerdings bricht FM auch recht schnell zusammen, wenn man im
> Grenzbereich der Empfindlichkeit ist. Da ist SSB nochmal besser, macht
> man aber nur auf Mittel-/Kurzwelle.

Blöde Frage: Warum nimmt man im Flugfunk und auf anderen Nicht-KW 
Bändern eigentlich kein SSB?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jonny O. schrieb:
> Warum nimmt man im Flugfunk und auf anderen Nicht-KW Bändern eigentlich
> kein SSB?

Wenn du nach dem Flugfunk fragst, wirst du im wesentlichen "historische 
Gründe" erzählt bekommen … ;-) Und natürlich eine große installierte 
Basis und horrende Kosten für eine Umrüstung. Meiner Schätzung nach 
kommt noch hinzu, dass dank ziemlich uneingeschränkter line-of-sight 
conditions die schlechte Leistungsbilanz von AM nicht so sehr ins 
Gewicht fällt. Prinzipiell kommt bei SSB noch der Einfluss des 
Doppler-Effekts hinzu, allerdings spielt der bei üblichen 
Fluzeuggeschwindigkeiten (anders als bei Satelliten) noch keine so große 
Rolle: Ein Flugzeug, welches mit 900 km/h senkrecht auf dich zu oder von 
dir weg fliegt, hat bei 120 MHz eine Dopplerverschiebung von 100 Hz (die 
man bei SSB aber schon hört).

Im Amateurfunk wird SSB durchaus auch jenseits der Kurzwelle benutzt. 
Bei Satellitenfunk wird dann auch tatsächlich die Dopplerverschiebung 
(meist automatisch) nachgeführt.

Allerdings ist insbesondere für einfache Geräte (Handfunksprechgeräte) 
FM natürlich aufwandsmäßig im Vorteil.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Jonny O. schrieb:
> Warum nimmt man im Flugfunk und auf anderen Nicht-KW
> Bändern eigentlich kein SSB?

Da gibt es ganz sicher auch noch den monetären Aspekt.

FM-Geräte sind erheblich billiger herzustellen, als SSB-Geräte.
Auch ist die Frequenzgenauigkeit da wesentlich unkritischer in FM als in 
SSB.
Bei Geräten im rauen Alltagsbetrieb spielt das sicher auch eine Rolle.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Phasenschieber S. schrieb:
> FM-Geräte sind erheblich billiger herzustellen, als SSB-Geräte.

Fliegen ist eh teuer :), erklärt eben auch nicht, warum sie dort noch AM 
machen. AM statt FM wohl deshalb, weil das "Wegbrechen" des Signals beim 
Verlassen der Funkreichweite nicht so rabiat ist, sodass man mehr 
Vorwarnung hat, dass es gleich nicht mehr geht.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> AM statt FM

Ich wohne hier nicht weit von Ramstein entfernt. Die Air Base Ramstein 
ist ein Dreh- und Angelpunkt der Amerikaner, nichtnur für Europa, 
sondern von hier werden alle Drohnen im Ostbereich gesteuert.

Ich kann sehr gut deren Flugfunk mithören, ausschließlich in FM.

Ein Kanal bringt nur Wetterberichte, Flugwetter, da höre ich öfter mal 
rein.

Von AM ist in diesem Frequenzbereich weit und breit keine Spur.

von Bernhard S. (gmb)


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Jörg W. schrieb:
> AM statt FM wohl deshalb, weil das "Wegbrechen" des Signals beim
> Verlassen der Funkreichweite nicht so rabiat ist

... und weil man es eher mitbekommt, wenn zwei gleichzeitig senden. Bei 
FM drückt die stärkere Station die schwächere leichter weg als das bei 
AM der Fall ist.

von Michael M. (do7tla)


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Stefan M. schrieb:
> Wer kann mir digital ATV bis ins allerkleinste Software Detail erklären?

Softwaremäßig ist da nicht viel.
Man nutzt dafür den völlig ungeeigneten DVB-S2 Modus anstelle DVB-T.
DVB-T hat wesentlich mehrere Vorteile als S2.
DVB-T funktioniert auch noch bei gestörten Signal und Mehrwegempfang 
(Reflexion).
Mehrwegempfang ist bei DVB-S2 nicht vorgesehen und auch nicht notwendig.
Die MPEG2 coder Platinen geben am Ausgang ein reines DVB-S2 Signal raus, 
was man nur noch verstärken braucht und aussendet.
Auf Empfängerseite braucht man einen normalen DVB-S2 Satelliten, 
Receiver und einen Konverter der das jeweilige Band nach 1200MHz 
umsetzt.
Für 10GHz reicht schon ein umgebautes LNB.

Ich selber hab früher auch viel mit 2,4GHz Analoger Videotechnik 
herumexperimentiert.
Überwiegend mit Richtantennen und viele Reichweiten Tests durchgeführt.
Allerdings nur im Rahmen des ISM Bandes.
Mit der Klasse E war das 2,4GHz band noch nicht erlaubt, sonst hätte ich 
damals längst eine Analoge ATV Station aufgebaut.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Phasenschieber S. schrieb:
> Von AM ist in diesem Frequenzbereich weit und breit keine Spur.

Der zivile Flugfunk ist AM. Kann sein, dass die Olivgrünen das anders 
machen.

Bernhard S. schrieb:
> ... und weil man es eher mitbekommt, wenn zwei gleichzeitig senden.

Stimmt, ist auch noch ein Punkt.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Es gibt physikalisch nur analoge Funktechnik.
Nur die Modulation kann irgendwie "digital" sein, bei genauer 
Betrachtung ist diese aber auch analog.

<Klugschissmodus-Off>

Old-Papa

von Peter G. (ham)


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Hallo

Michael M. schrieb:
> Stefan M. schrieb:
>> Wer kann mir digital ATV bis ins allerkleinste Software Detail erklären?

> Softwaremäßig ist da nicht viel.
> Man nutzt dafür den völlig ungeeigneten DVB-S2 Modus anstelle DVB-T.
> DVB-T hat wesentlich mehrere...

Mhhh und wo ist nun die einfache ("nicht viel") Beschreibung und 
Erklärung bis ins allerkleinste, welche die "Software" bzw. die 
dahinterstehenden Codecs erklärt...?   ;-)

Die fehlt, weil es diese gar nicht in einfach und verständlich geben 
kann - Wie auch?

Schon alleine für die Erforschung, was rein von der menschlichen 
Wahrnehmung (also noch ganz ohne Software) wegfallen kann, sind Jahre 
vergangen und waren viel schlaue Leute, wohl alle mit einem hohen MINT 
Abschluss (den man auch nicht in 3 Tagen erwirbt...) und eine gehörige 
Portion an Talent (das man hat oder eben auch nicht) beteiligt.
Das dann in Software zu gießen (inklusive der reinen 
Kompressionsmethoden der Datenübertragung - die mussten ja auch 
irgendwann mal entwickelt werden) hat nochmal viele Mannjahre und kluge 
Köpfe gekostet.

Selbst wenn man natürlich selbst nicht mehr erforschen muss, so ist das 
verstehen bis ins kleinste Detail (und erst recht das Erklären) als 
Einzelperson und Amateur unmöglich.
Schon alleine "nur" das ganz genau Verständnis und Erklären der 
digitalen "modernen" Modulationsarten ist, wenn es in die 
(mathematischen, aber auch wie es technisch -sauber- gemacht wird) sehr 
herausfordernd.

Wobei eine genaue und ins kleinste gehende Erklärung, wie klassisches 
"analoges" FM funktioniert (schon alleine wie hoch die theoretische - 
nicht rein praktische und auf Erfahrungen beruhende Bandbreite ist) 
Details geht auch alles andere als trivial und einfach ist.

(O.T., aber auch  irgendwie lustig bis erschreckend ist die Meldung, 
welche mir die Rechtschreib Add On geliefert hat:
"Evtl. passt der geschlechtsneutrale Begriff „Personenjahre“ besser.:
Personenjahre"
Leider kein Witz - wer es selbst mal ausprobieren will:

Unter Mozilla und dort dann bei "Wörterbücher" die (das) AddOn German 
dictionary(deDE) aktivieren...)

: Bearbeitet durch User
von Stefan K. (stefan02)


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Hallo,

ich schreibe hier wieder. Das Thema ist ja ganz schön "gewachsen" und 
schweift auch mal von der Funktechnik in die Automobiltechnik aus, dann 
aber auch oft mit Bezug zum Autoradio.

Die AM Behauptung zu AFU "... die interessanten Bänder". Für mich wäre 
AM auf 40m interessant, so wie es in den USA gelöst ist. Dort ist SSB 
vorgeschrieben, wie vermutlich in den meisten Ländern... aber es gibt 1 
Frequenz (genau weis ich sie nicht, habe schon oft über websdr zu gehört 
aber hab´ sie jetzt gerade nicht parat), auf der explizit AM erlaubt 
ist.. und dann meines Wissens nach auch nicht mit "NF komprimierten" 
3,5KHz (für 7KHz HF) sondern richtig breitbandig... 20KHz HF Bandbreite? 
Ich weis es gerade nicht... doch die AFUs die ich hörte (Die auch sehr 
freundlich untereinander sprachen, interessante Themen hatten) waren in 
der Modulation so "klar", das ich erst dachte, es ist ein offizieller 
Rundfunksender.

So etwas (und div. andere Dinge) würden den Amateurfunk für mich 
attraktiv machen. Warum? Nun... in dem Elektroniker-Kreis, in dem ich 
aufwuchs ... oder den ich halt hatte (RL Kontakte, andere Foren, 
Teamspeak 3) sind viele "Bastler" die einfach mal einen Sender bauen 
wollen. Nebst obligatorischem UKW Sender (Der allerdings durch die 
Verfügbarkeit der heutigen Transmitter um BH1415 / SI74XX in den 
Hintergrund rückt *wieso selbst bauen, wenn man es viel besser kaufen 
kann) haben die meisten davon hier und da schon mal einen kleinen 
Kurzwellensender gebaut. Der ist in der minimalistischen Form auch 
schnell gebaut. "Unschön" aber funktionell ist das ein Quarzoszillator, 
der sehr wenig Leistung macht, der AM moduliert wird... und dahinter 
noch ein 1-Transistor (linear) Verstärker um auf ein paar 10mW zu kommen 
sowie ein Tiefpass und für ´ne kurze Antenne noch ein PI Filter.

Schon hat man einen Sender, den man mit dem "Medion" "Tevion" 
Weltempfänger auf Kurzwelle hören kann, und so langweilig es wirken 
mag... für viele ist das eben "cool", weil es "interessant ist" mit den 
Funkwellen... es ist halt ein Hobby.

Der Amateurfunk in seiner Heutigen Form - der ... deutsche... 
Amateurfunk hat sich immer mehr von dem wegentwickelt, und statt das es 
eben "Ausnahmefrequenzen" gibt, auf denen solche Spielerein (die eben 
leicht zugänglich sind: Vergleiche 2 Transistor AM transmitter vs 
ordentlicher SSB Einseitenband Sender und Einsteigerfreundlichkeit)... 
bietet immer weniger und weniger Ansätze. Was nützt die "revolutionäre" 
Freigabe des 60m Bandes, oder dann später des 4m Bandes, wenn im 
Endeffekt durch technische Restriktionen die Auflagen so strikt sind, 
das man auch - ähnlich wie im CB Funk - auf Kaufgeräte zurückgreifen 
muss, um ja die strengen Regularien einzuhalten.

Mindestens eine Person schrieb hier was von "2m Quarz Sender AM, 
vervielfacher... Pendelempfänger" (noch in Röhrentechnik). Aber genau 
das sind Projekte, die für Leute, die sich tatsächlich mit der 
Funktechnik auf Hardware Niveau beschäftigen möchten doch die perfekten 
Einstiegs Projekte. Quarz vervielfachen, Bandfilter... nur die bestimmte 
Oberwelle herausfiltern, und wer auf diesem "Weg" unterwegs ist, wird 
auch sicher bald den Pendelempfänger - der Anfänglich eine super 
Leistung zu bringen scheint - durch einen wenigstens einfach aufgebauten 
Quarzgesteuerten Superhet ersetzen.

Ich bin begeisterter Elektronikbastler seit ich 8 Jahre alt bin, und war 
(bis auf kurze Pausen) 25+ Jahre dabei, habe getüftelt und geforscht, 
und erst vor kurzen ist es mir gelungen... W-FM (generell FM) mit 
selbstbau Detektoren brauchbar zu demodulieren. Es bringt mir nichts, 
den TDA7000 in´s google einzugeben, an einen IC Kerkos und n paar 
Widerstände hinzulöten, und mich über den "Selbstbau Radio" zu freuen. 
Nein, ich mag das selber irgendwie lösen. Es bringt mir auch nichts, 
irgendwelche Radio Schaltpläne von Kofferradios aus den 1970ern 
anzusehen, und es dann "nach-zu-bauen", und die größte Herausforderung 
ist das Wickeln (Verfügbarkeit) der Spulen für die ZF Filter sowie den 
Ratio Detektor.

Ich hatte eine Ahnung, wie man FM demoduliert, und habe über die Jahre 
in etlichen Experimenten mit sagen wir mal "Phasenverschiebung" über 
"Zähler Diskriminator" (-ähnlichen) Schaltungen nun endlich den Erfolg, 
nicht nur den lokalen (100W, rund 1km entfernt) starken UKW Sender mit 
meinem selbst bau Radio gut, unverzerrt hörbar zu machen, sondern auch 
die schwächeren Sender.

Ich weis, da mögen sicher wieder einige behaupten, ich sei nicht so 
clever, wenn ich so lange daran forsche... aber ich habe es mir 
"ehrlich" erarbeitet, und nicht einfach nur "1. google" 2. "schematic 
transistor FM Radio" nachbau gemacht. Davor habe ich mir ebenso den 
ganzen AM Kram erarbeitet, ein Superhet brauch eine AGC, 
Filterschaltungen optimieren und so weiter und so weiter.

Es sind Erfolgserlebnisse, wenn man ein Schaltungskonzept hat, eine Idee 
verfolgt, und dann... nachdem man in Jahrelanger Arbeit ein Konzept 
immer weiter verbessert hat, ein gutes ... finales Ergebnis hat.

Eben diese Leute sollte der Amateurfunk auch abholen, und ihnen mit 
dem Erwerb der (im Vergleich zu anderen Ländern ziemlich teuren) AFU 
Lizenz eine Möglichkeit geben, sich da auszutoben.

Ich habe wenig Interesse daran, mit einem gekauften (x k€ teurem) 
high-end Icom, Yeasu oder was weis ich was KW Transceiver mit 
auto-antennen-tuner Dx Verbindungen von meinem Kauf Gerät bis in die 
entferntesten Ecken der Erde zu machen... ich habe Interesse daran, die 
(überwiegend Analoge, Digital könnte ja mal eine Option werden sowas wie 
SSTV) Funk Technik zu erforschen... also beginne ich mit "AM". Denn... 
ein "AM-Sender" ist schnell gebaut, genauso wie eine Vielzahl an "AM-" 
Empfängern.

Der Heutige Amateurfunk gibt mir durch seine Regularien hier kaum 
Spielraum. AM auf 2m? Nöö is schon lange verboten... AM auf 40m (oder 
80)... ist "theoretisch erlaubt, praktisch nicht" könnte man sagen... 
Analoges (FM) ATV... Verboten hier, verboten da... und ich frage mich 
(und nicht nur ich, auch andere, mit denen ich drüber gesprochen habe) 
wofür ich mir die Amateurfunklizenz holen sollte... mit ihren 
Zwangsgebühren, wo es dann einen Mahnbescheid gibt wie Falschparken 
"wenn die Amateurfunkgebühren nicht bezahlt werden" (ui, das is sogar 
´ne Prüfungsfrage).

Es sollte einfach so geregelt werden, das man mit dem Erwerb der 
A-Lizenz eine generelle Sende Erlaubniss bekommt für die HF Bänder von 
0,5...30MHz. Sendeleistung am Sender: 1mW ... und dann Antennenauflagen. 
"Auf 500KHz darf die Antenne maximal 3 Meter lang sein" "Auf 30MHz darf 
die Antenne maximal 30cm lang sein" ... Klar... da kommt man dann schon 
so 1km weit (30cm / 30MHz 1mW) ... aber das auch nur mit entsprechenden 
Empfängern und praktisch gesagt "Wen würde das denn stören, unter dem 
Nebel aus LED Lampen Geprassel, PLC und co." ... niemanden... und 
dennoch bleibt es verboten, und es soll eine SSB Reduzierung geben von 
2,7KHz Bandbreite auf 2,4KHz, das es noch viel schwerer wird, da 
überhaupt irgendwas selber zu bauen. Denke, bei dem Niveau das hier 
herrscht, brauche ich keinen Unterschied in der Komplexität des Baus 
eines einfachen AM Senders... und eines (normgerechten) (Festfrequenz) 
SSB Senders herleiten... erörtern.

Und so wie die Gesetze sich eben "Anpassen", es wohl immer weniger "Ich 
hab ne Ahnung von dem Zeug" Funker und immer mehr "Ich hab mir eine 
Endstufe für 8000€ gekauft, hier ist der Link" (erst neulich wieder auf 
den Bändern) Funker gibt, ist es klar, das auch niemand "Aufmuckt" wenn 
die Gesetze die Leute vom Selbstbau immer mehr wegtreiben, und den 
Herstellern der aktuellen Geräte Generation immer mehr in die Hände 
spielen.

Nun ja... bis halt auf die paar Lizenzen... die nicht gemacht werden, 
die Leute wie ich, und einige die ich kenne, halt nicht machen weil "Wir 
ham CB Funk, was wollen wir mit CB Funk +"?

Puuh, das war ein wenig off Topic, aber da der AFU hier aufgeführt wird, 
wollte ich es einfach mal schreiben.

Oben wird auch noch von Modulen geredet "Die Platine macht ein DvBS-2 
Signal" aber das ist doch genau das. Bei einem analogen Sender verstehe 
ich, was der eine Transistor auf der Platine macht... verstehe, wie die 
Schaltung arbeitet, wo ich ansetzen kann, um sie zu verbessern... oder 
sie abzuändern. Bei der Digitaltechnik ist es das "Eine Platine, 
Tonsignal rein - Funksignal raus"... das ist für mich nicht zugänglich, 
denn dann nutz ich einfach gleich das Mobiltelefon, da hab ich dann 
alles, mit suuuper Reichweite, und muss nicht erst ´ne Platine 
anstecken.


Gruß: Stefan02

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stefan K. schrieb:

> Die AM Behauptung zu AFU "... die interessanten Bänder". Für mich wäre
> AM auf 40m interessant, so wie es in den USA gelöst ist.

Die haben auch mehr Platz. Bei denen ging das 40-m-Band schon immer von 
7000 bis 7300 kHz, hier ja ursprünglich nur bis 7100 kHz. Den Bereich 
von 7100 bis 7200 hat man uns mit dem Rückgang des AM-Rundfunks 
(41-m-Band) dann sekundär zugeschlagen, und mittlerweile sind die 
Rundfunksender dort auch weg.

Mach doch AM auf 29 MHz oder gleich auf 2 m, wenn du dir davon so viel 
versprichst. Selbst auf 80 m wird das eher tolerierbar sein als auf 40 
m, denn das Band ist des Abends hier schlicht so voll, dass es wirklich 
sehr unfair wäre, mit einem überbreiten Signal den anderen Interessenten 
das Spektrum zu klauen.

Ansonsten kann man natürlich auch modernen Selbstbau machen: uSDX, damit 
geht auch SSB mit vergleichsweise geringen Aufwand.

Wer Fonie mit QRP machen will, muss aber eh schon ein gutes 
Durchhaltevermögen haben, und eigentlich will man gerade da nun wirklich 
nicht 3/4 der Leistung in Träger und redundantes Seitenband verplempern.

> Der ist in der minimalistischen Form auch
> schnell gebaut. "Unschön" aber funktionell ist das ein Quarzoszillator,
> der sehr wenig Leistung macht, der AM moduliert wird... und dahinter
> noch ein 1-Transistor (linear) Verstärker um auf ein paar 10mW zu kommen
> sowie ein Tiefpass und für ´ne kurze Antenne noch ein PI Filter.

Mein Tipp: lerne CW, so schwer ist das nicht. Dann kannst du deinen ganz 
einfachen Sender aufbauen, machst die Prüfung, und bereicherst nächstes 
Jahr zu Himmelfahrt die Minimal Art Session mit einem Eigenbau-Sender. 
Bei der geringen Bandbreite von CW macht QRP deutlich mehr Spaß als in 
Fonie (ein paar Meter Draht für die Antenne sollte man aber schon in die 
Luft hängen können, wenn man mit wenig Leistung arbeiten will).

> Was nützt die "revolutionäre"
> Freigabe des 60m Bandes, oder dann später des 4m Bandes, wenn im
> Endeffekt durch technische Restriktionen die Auflagen so strikt sind,
> das man auch - ähnlich wie im CB Funk - auf Kaufgeräte zurückgreifen
> muss, um ja die strengen Regularien einzuhalten.

Musst du nicht, das reimst du dir nur zusammen. Wie geschrieben, uSDX 
wurde schon genannt, da kannst du von "ich mach alles selbst, von 
Platine bis Gerät" bis hin zu "ich kauf mir ein China-Teil, verstehe und 
modifiziere es" alles an Selbstbau aussuchen, was dir liegt.

Einfache CW- und auch FM-Sender lassen sich auch problemlos selbst 
bauen. SSB-Sender haben die Leute früher auch selbst gebaut, mit 
Quarzfiltern zum Ausfiltern des unerwünschten Seitenbands. XF9B waren 
heiß begehrt … Aber das ist halt kein schnelles Wochenendprojekt.

> Mindestens eine Person schrieb hier was von "2m Quarz Sender AM,
> vervielfacher... Pendelempfänger" (noch in Röhrentechnik). Aber genau
> das sind Projekte, die für Leute, die sich tatsächlich mit der
> Funktechnik auf Hardware Niveau beschäftigen möchten doch die perfekten
> Einstiegs Projekte.

Einstieg? Der Aufwand dafür ist enorm. Ich möchte nicht wissen, wie 
lange man dran gesessen hat, bis so ein Quarzgrab halbwegs brauchbar 
lief. Dagegen ist der Aufbau eines uSDX an ein paar Wochenenden ein 
Kinderspiel.

> Ich hatte eine Ahnung, wie man FM demoduliert, und habe über die Jahre
> in etlichen Experimenten mit sagen wir mal "Phasenverschiebung" über
> "Zähler Diskriminator" (-ähnlichen) Schaltungen nun endlich den Erfolg,
> nicht nur den lokalen (100W, rund 1km entfernt) starken UKW Sender mit
> meinem selbst bau Radio gut, unverzerrt hörbar zu machen, sondern auch
> die schwächeren Sender.

Da haben die Ossies gute Erfahrungen drin. ;-) Die größte 
Herausforderung ist ja nicht der Ratiodetektor, sondern ein hinreichend 
großsignalfestes Eingangsteil, damit einem der örtliche, 60 oder mehr dB 
dickere Sender nicht den schwachen bereits vor dem ersten Mischer 
zudröhnt.

> Der Heutige Amateurfunk gibt mir durch seine Regularien hier kaum
> Spielraum. AM auf 2m? Nöö is schon lange verboten...

Wie kommst du darauf? Liest du dir wenigstens die Verordnungen mal 
durch, bevor du sowas behauptest?

Es macht nur keiner (mehr), weil es eben technisch völlig uninteressant 
ist. AM war vor 100 Jahren interessant.

> Analoges (FM) ATV...

Analoges ATV ist AM und ist keineswegs verboten. Es gibt extra eine 
Klausel, die dir praktisch die Nutzung des gesamten 70-cm-Bandes (OK, 7 
der 10 MHz) gestattet nur dafür, alle anderen Aussendungen sind stärker 
limitiert.

Ich habe nur keine Idee, wie viele Interessenten es da überhaupt noch 
gibt. Irgendeinen QSO-Partner willst du ja am Ende haben, oder?

> Es sollte einfach so geregelt werden, das man mit dem Erwerb der
> A-Lizenz eine generelle Sende Erlaubniss bekommt für die HF Bänder von
> 0,5...30MHz. Sendeleistung am Sender: 1mW ...

Was willst du damit?

Ich habe auch schon QSOs mit 100 mW auf Kurzwelle gehabt, aber mit 1 mW 
bist du leiser als die vielen Störungen all unserer Elektronik. Das 
funktioniert bestenfalls noch am oberen Kurzwellenende.

Kurzum: bitte komm von deinen Vorurteilen weg, lies dir durch, was 
tatsächlich in den Verordnungen steht. So, wie du das da hinschreibst, 
klingt das alles eher wirr und ahnungslos. Keine guten Voraussetzungen 
für Selbstbau.

Und ehrlich: das bissel Afu-Prüfung ist etwas Lernaufwand, aber 
ansonsten ein Klacks, wenn man sich mit der Technik sowieso auskennt. 
Die Gebühren sind weniger, als du für den Besuch mit Partner:in in einer 
Gaststätte bezahlst, wenn du das wirklich willst (und nicht nur 
irgendeinen ominösen Frust ablassen) – Hobbies kosten eh immer Geld. 
Eine befreundete Bergsteigerin erzählte mir mal, dass es außerordentlich 
praktisch ist, wenn das Seil in der Mitte eine deutliche Markierung hat 
(in dem Fall ein komplett anderes Muster), weil man dann beim Abseilen 
weiß, an welcher Stelle es an der Abseilöse sein muss. Ist halt 
sauteuer, so ein Seil, "aber naja, ist halt ein Hobby".

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Ich möchte etwas klarstellen, was bei meinen Bericht-Ansichten zum Thema 
Amateurfunk wahrscheinlich oft verloren geht. Obwohl ich als Schüler mit 
Röhrentechnik anfing und sie bald gut beherrschte, auch mit EE20 dann 
mit Halbleitern anfing, möchte ich erwähnen, daß ich heutzutage nicht 
wirklich der damaligen Technik nachweine. Auch als junger 18 Jahre alter 
F.A. In den 70ern war ich immer bestrebt meine Eigenbauprojekte mit den 
modernsten Komponenten und Verfahren, die meine bescheidenen 
finanziellen Mittel als Lehrling erlaubten, verwirklichen zu wollen. Ich 
baute mir nach und nach verschiedenste transistorisierte und mit Analog 
ICs wie TBA120S, TCA990 u.ä. meine UKW Funkgeräte. 2N3866, BFW16, BFX89 
fanden alle in meine Geräte hinein. Die UKW Berichte waren eine große 
Hilfe zum Lernen durch Lesen von Berichten wie es funktionieren soll. Es 
war ein Glück für mich, daß ich meine Lehre bei einer großen 
HF-Firma(:-)) in Rosenheim absolvieren konnte, wo viele 
Amateurfunkgerechte (gebrauchte und Ausschlacht) Bauteile erhältlich 
waren und F.A. Kollegen, die für mich viel Verständnis aufbrachten und 
mich oft in die richtige Richtung wiesen und mit Komponenten aushalfen. 
Dadurch ist mir der Selbstbau von Funkgeräten lebenslang als 
selbstverständlich geworden. Ich kenne nur den Analogfunk. Für 
Digitalfunk ausser für Spezialzwecke habe ich keine Passion. Ich habe 
durchaus Interesse an Weak Signal Datenfunk oder auch Hellschreiben und 
einige Sachen mehr. Aber UKW Digitalfunk als Ersatz von Analog sehe ich 
als wenig interessant. Ich finde es viel schöner ein Funkgerät zu 
konzipieren, wo die sichtbaren Komponenten ihre Funktion durch ihre 
Bauform vermitteln. SDR hat natürlich seine Daseinsberechtigung, die 
auch ich zu schätzen weiß. Aber eher für Spezialzwecke. Die gängigen 
digital UKW/UHF Funkgeräte Verfahren sind zum Teil richtig asozial, weil 
man bei einigen Systemen sich anmelden muss und man nicht mehr zwangslos 
mit irgendwelchen Anderen zusammenfinden kann. Für was? Wenn es keine 
Alternative dazu gäbe, wären für mich solche Betriebsarten ein Grund 
nicht mehr mitzumachen. Wir brauchen keinen drahtlosen Internet 
Datenfunk.

Wenn wir als Funk Interessierte kein wirkliches Interesse an der Physik 
von Funkwellen haben, warum befassen wir uns dann damit? Für mich gab es 
nichts schöneres als mit funktionsgerechten Komponenten wie aktive und 
passive Bauelemente, selbstgewickelten Spulen, funktionierende 
Funkgerätbaugruppen zu konstruieren, wo deren Komponenten 
selbsterklärend waren. Im Falle von Sendern, war das noch viel 
interessanter mit den einzelnen Stufen arbeiten zu können und sie auf 
beste Leistung abzustimmen und bei ihrer Funktion beobachten zu können. 
Wenn z.B. eine QQE06/40 bei Fehlabstimmung oder Anpassung möglicherweise 
rote Backen bekam. Was war es doch für ein Erlebnis, ein Lämpchen über 
paar Wdg. Mit dem PA Kreis zu koppeln und zum hellen Leuchten zu 
bringen. Das war HF zum Erleben. Oder man verbrannte sich die 
Fingerkuppe mit ein paar Watt HF. Das muß man alles erlebt haben.

Im 2-m RX hörte man nicht starkes thermisches weisses Rauschen, wie es 
FM RXs tun, man hörte die "Ambience" des "Äthers". Das Rauschen eines AM 
oder SSB RX hatte ein Leben. Auch die ab und zu leicht hörbaren 
Zündfunken schlecht entstörter Fahrzeugmotoren gaben dem Funker den 
Beweis, daß alles richtig funktionierte. Wenn man das Antennenkabel am 
RX ansteckte veränderte sich das gleichmäßige Rauschen und es wurde 
"lebendig". Man hatte tatsächlich das Gefühl mit der Natur zu arbeiten 
und die Funkgeräte dienten als eine Art "Erweiterung" der Sinne. Das 
alles fehlt im Digitalfunk und zum Teil auch mit NBFM, obwohl auch dort 
ein gewisses "Leben" erkenntlich ist.

Wie schön war es damals auf einen hohen Berg zum BBT hinaufzu kraxeln 
und dann auf UKW hunderte km weit weg Funkverbindungen mit 
Gleichgesinnten und leistungsschwachen Portabelfunkgeräten in AM oder 
NBFM zu tätigen.

Mir scheint, unsere heutige Art der Technik hält uns von alle dem fern 
und vermittelt kaum noch Einblick für die meisten. Es ist eben ein 
anderer Design Approach mit Quadraturmischern und DACs zu arbeiten die 
durch DSP aufbereitete serielle Datenströme die gewünschten Waveforms 
zaubern. Es hat nichts mit Verteufeln von Digitalfunk zu tun. Ich sehe 
lediglich nicht das "Radio" mit solchen Unternehmungen und Verfahren. 
What is the point?

Ich meine, jeder soll mit der Art von A.F. selig werden die ihm zusagt. 
Trotzdem finde ich es schade, wenn man sich nicht mehr experimentell mit 
den HF Schaltungen befassen will und sich nur noch auf Digital 
konzentriert.

Ich bin froh, daß ich mich zu einer Zeit mit A.F. befassen konnte, die 
noch ferne von den späteren brutalen Umwälzungen lagen. Ganz abgesehen 
davon, gab es damals auch viel Fortschritte in der Analogradiotechnik. 
Damals existierte in D eine blühende Radio und Fernsehindustrie und es 
wurden viele sehr nützliche ICs für diesen Sektor erzeugt. Ich denke da 
mal als Beispiel an ICs wie SO-41/42, TBA120(S), TCA440, TCA980, TBA557, 
TAA612/642, TBA800/810 u.v.a. mehr. Damals leckte ich meine Finger nach 
solchen Käfern.

Damals gab es in D auch genug Hersteller von guten HF Komponenten. Ich 
denke da mal an Stettner, deren keramik-Cs waren Legende; Vogt, Neosid 
stellten wunderschöne Spulenbaussätze her und fertige ZF Filter.
Philips hatte die schönen kompakten viereckigen 2222 Kerkos. 
Quarzkeramik, KVG Quarzfilter. Preh...

Mit dem Niedergang der Deutschen Konsumerelektronikindustrie veränderte 
sich auch diese Szene. Es ist bezeichnend für den Stand der Dinge, daß 
fast alle bekannten und berühmten Geschäfte nun verschwunden sind. Daran 
ist neben vielen anderen Gründen die Auslagerung von fast aller 
Elektronikproduktion ins Ausland schuld. Damals hatten die meisten von 
uns Radio und Fernsehgeräte Deutscher Hersteller. Aber man ruhte sich 
auf die früheren Lorbeeren aus und glaubte es ginge ewig so weiter. Die 
Japaner wußten es besser und verdrängten die Platzhirsche. Wir könnten 
momentan überhaupt keine LCD TVS gänzlich in Europa herstellen, mit rein 
Europäischer Technik. Das ist vorüber. Die LCDs und ASICs sind zur Zeit 
ausschließlich in Asien herstellbar. Eigentlich traurig.

Die Einführung des Digital Rundfunks als Ersatz von UKW Stereo war auch 
nur aus niedrigen geschäftlichen Motiven durchgesetzt worden. Technisch 
lässt sich darüber ganz erfolgreich dagegen argumentieren. Unser UKW 
Funk hier funktioniert wunderschön, thank you very much. Wer braucht 
denn wirklich DAB+? Viele jener Geräte sind bedienungsmässig ein 
Albtraum für alte Leute. Wie schön waren damals und wie gut hörten sich 
damals die Deutschen Stereo Steuergeräte der 70er an. DAB+ kränkelt zum 
großen Teil an ungenügender Datenraten für gleichwertigen UKW. Es wird 
gespart wo man nur kann und es hört sich entsprechend an. Dazu kommt, 
daß mit Privatfunk ein grottenschlechter Rundfunk das Spektrum 
verseucht. Die potenzielle Audienz hat sich auch gewandelt. Nur die 
wenigsten potenziellen Zuhörer erwarten hochwertige Programgestaltung 
und erwarten ein hohes Niveau. Es wird nicht lange dauern bis KI Radio 
SW fast alle menschlich geführten Radioprogramme ersetzen wird. Die 
junge Generation could care less über die Relevanz von Rundfunk in deren 
Leben. Der Rundfunk ist durch die weitschweifenden demographischen 
Wandlungen so ziemlich am Ende, wenn nicht neue Generationen auf 
Besseres bestehen und eine Renaissance erstellen. Der Rundfunk, den 
unsere Generation noch kennt oder sich daran erinnert, existiert nicht 
mehr wirklich, wenn man von den den Überbleibseln des Ö.R. mal absieht. 
Ob jene durchhalten werden zu vermögen, steht in den Sternen. Ich bin 
sehr skeptisch. Die Welt des Rundfunks der 60er existiert nicht mehr und 
ist im Wettstreit des "Streamings".

Die Bottom Line: "Radio im Wandel der Zeit"

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Stefan M. schrieb:
> Ich mag die digitale Funktechnik nicht, weil es kaum möglich ist, die
> Funktionsweise im Ganzen zu überblicken.

Das ist eher eine Frage der zunehmenden Komplexität als von analog oder 
digital.

Klar, man kann auch ein SDR verstehen, einschließlich der Software. Man 
muß dazu nur tief genug in die Materie einsteigen. Alleine die Vielzahl 
von unterschiedlichen ICs macht es nicht einfacher.

Ein klassisches Radio (z.B. Ende der 50er), ob AM oder FM, ist da schon 
wesentlich leichter geistig zu durchdringen. HF-Verstärker - Oszillator 
- Mischer - ZF-Stufen - Demodulator - NF-Verstärker.

Wer dann noch die üblichen Verdächtigen kennt: ECC85 = Tuner, ECH81 = 
Oszillator + Mischer, EF89 = ZF-Verstärker, EABC80 = Demodulator, EL84 
oder EL95 = NF-Verstärker. Und natürlich eine EMxx als schönes magisches 
Auge.

von Peter G. (ham)


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Hallo

Stefan K. schrieb:
> ich schreibe hier wieder. Das Thema ist ja ganz schön "gewachsen" und
> schweift auch mal von der Funktechnik... (sehr viel, aber im Zusammenhang doch 
wichtiger Text)

Ich kann dein Denken und deine Wünsche nachvollziehen - aber so 
funktioniert es "heute" (eigentlich schon seid fast 40 Jahren) nicht 
mehr, und höchstens hoch motivierte "Einzelkämpfer" (mit sehr viel 
Ahnung) machen das noch.

"Man" und auch oder sogar besonders der Profi verwendet Module und 
spezielle ICs (der TDA7000 war einer davon - und das ist auch schon 30+ 
Jahre her...) - preiswerter, "fertig" man muss "nur" (LOL...) die 
Schnittstellen beherrschen und die "Module" zusammenbringen.
Das geht sogar so weit, dass Software (Firmcode) auf vorgefertigte 
Libarys (Sammlungen von "fertiger" Software zur Ansteuerung z.B. eines 
Display, einer "fertigen" Buslösung usw.) beruht - und zwar bei weiten 
nicht nur bei Arduino "Bastelkram" sondern auch (schon sehr lange) im 
Profibereich.

Und sei dir (leider) sicher:

Einzelne aber umso lauter Funkamateure (wie leider generell ein fester 
Anteil bei den "Techniknerds") ist ähnlich aufgestellt wie es einige 
Leute hier sind:

Egoistisch bis ins geht nicht mehr - auf einer hypothetischen 40m AM 
Frequenz ("Kanal") würden sehr schnell die Fertiggerätenutzer mit großen 
Antennen und 750W HF Leistung plus 3dB Leistungsreserve - wegen der 
Kabel- und Steckerverluste... ;-) (bei 7 MHz...) auftauchen und ihre 
privaten Stammtischrunden durchziehen...
("Funkamateur" mit 100W an "kleiner" Antenne kennt sie ja:
Die festen 750W +6dB 80m Stammtisch -auch von Gesprächsinhalt her- 
Runden, die direkt aufpoppen, wen die Ausbreitungsbedingungen gut für 
innerdeutsche (aber auch Inner Englisch, Italienische, Französische,... 
die Verhaltensweisen und der Egoismus der entsprechenden kleinen aber 
umso lauteren Gruppen  ist nicht abhängig von Land) Verbindungen sind...

: Bearbeitet durch User
von Stefan K. (stefan02)


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Grüße,

Das Thema ist in eine andere Richtung gewandert, als ich es ursprünglich 
vor hatte. Die Initial Frage hatte ich so gewollt, das es eher um den 
Verlust von "Scan-baren" Inhalten gibt. Es gab früher wirklich enorm 
viel Analog-Kommunikation, wo man mit dem Funkscanner zu hören konnte, 
und das vermisse ich ein wenig. Nicht wegen der Inhalte, eher wegen dem, 
welche Sender genutzt
worden sind, und welche Reichweiten sich ergaben.

Es geht jetzt aber auch wieder um Amateurfunk. dl8dtl, wenn ich den 
Namen richtig habe, widerlegt ja meine Thesen.

Zwar habe ich bei "AFUP" vor ein paar Jahren, als es mal wieder im Raum 
stand, die AFU Lizenz zu machen, sowohl (nach etwas Training - 
Schwerpunkt Gesetzes- texte) Klasse E fast immer bestanden... und auch 
mal Klasse A (Schwachpunkt
Antennentechnik... Dipol - wo ist der resonant?) dennoch habe ich kein 
Interesse an der Lizenz.

AM wird alleine schon durch die vorhandene Bandbreite so beschränkt. Die 
Infos habe ich vor allem von einer Community, wo auch junge - 
jugendliche - Bastler drinnen sind, die ein Interesse daran hätten "mit 
1mW zu senden". Es wird hier verwechselt. Es geht bei den Selbstbauten 
in dem Bereich darum, einfach auf ein handelsübliches Radio zu senden... 
und das legal. Auch wenn der Inhalt langweilig wäre, beispielsweise eine 
Sprachaufzeichnung "Hier ist Call einfügen Dies ist eine Testsendung" 
(und so weiter), die sich beispielsweise alle 30 Sekunden wiederholt 
(während man draußen mit einem Radio herumläuft)... wäre es eine 
Möglichkeit, so etwas legal zu tun, und das ist der Knackpunkt.

Ich kenne mtlw. genug BNETZA Geschichten, und weis, das sie meistens gar 
keine Probleme mehr haben, wenn jemand einfach sendet. Aus einem Forum 
hies es, jemand der einen 100mW MW Transmitter betreibt, wurde 
angepeilt. Er war gar nicht das Ziel dieses anpeilens, er ging nur durch 
Zufall "in´s Netz." Die beamten kamen echt zu ihm, betrachteten den 
Sender, und meinten dann "Erlaubt ist es nicht... aber wenn Sie den 
Sender in der Form weiter betreiben... lassen sie ihn einfach laufen, es 
stört uns nicht"... und sie gingen wieder.

Ferner ist mir auch eine Situation bekannt, wo jemand einen von mir 
gebauten AM Transmitter modifiziert hat (Mehr Reichweite). Er ... ein 
"AM Fan" (keine AFU Lizenz) betrieb den Sender rund 1/2 Jahr lang 24/7 
und übertrug ein UKW Signal auf Mittelwelle.

Aufgefallen ist der Sender, weil ein technik versierter Nachbar ihn im 
MW Radio fand... und beim UKW Sender anrief, und lobende Worte sprach, 
das das Signal auch auf MW zu hören wäre. Der UKW Sender schickte die 
BNETZA, die peilten den Sender an ... (Was mir sehr schmeichelte war 
ihre Aussage "Der Sender liefert ein sehr gutes Signal... wir hätten 
erwartet, sie verwenden eine recht große Senderplatine mit einer hohen 
Leistung, doch das die Platine so klein ist, hätten wir nicht erwartet) 
(Platine = 5x10cm und ich hab neben Tiefpass für die HF auch einen 
Tiefpass für die NF in dieser Schaltung eingebaut, um die Bandgrenzen 
einzuhalten).

Jedenfalls mussten sie den Sender einziehen... und die Anzeige, die im 
Raum stand war 750€... und zwar eher wegen "Übertragen von Lizenz Musik" 
und weniger wegen "Senden ohne Lizenz". Der Bekannte betrieb auch noch 
einen reinen induktiv Sender - ebenfalls meine Schaltung - den die 
Beamten sahen, und "Betreiben Sie den weiter,  der geht nur 5m, das 
stört uns nicht" mäsig da liessen.

Auch wenn es keinen mehr interessiert, hätte ich dennoch gerne einfach 
"Brief und Siegel" (Ich + viele andere) das man da ein wenig rum funken 
kann. Das man mit einem 100W selbst bau Tx nicht die Seitenbänder zu 
machen soll ist klar und fair, aber das es theoretisch nicht mal mit 1mW 
erlaubt ist (Was bringt der Punkt "Wird geduldet" wenn es aber per 
Gesetz eigentlich net erlaubt ist... wofür dann die Lizenz?).


Das ATV Verboten wurde... weis ich nicht selbst... aber die Community, 
da wollte mindestens 1 Person die AFU Lizenz machen, da junge Leute 
grundsätzlich immer Richtung AFU Gestupst werden. Dort hies es dann 
aber, das insb. das 70cm ATV schon lange nicht mehr erlaubt sei--- auf 
Wunsch der AFUs selbst "Brauch zu viel Bandbreite", und im 23cm Band 
hätte man wohl nur noch Digital ATV erlaubt, und analog verboten. Ich 
habe mich da selber nicht informiert, aber die Leute, die die Lizenz 
ernsthaft machen wollten, haben sich informiert, und... darunter ist wie 
gesagt auch ein sehr Technik versierter "ex Klasse A" AFU.


Wenn ich denke, was man hier alles nicht darf... und dann auch noch das 
Bezahl Konzept mit "Du schuldest der BNETZA alle ~ 3 Jahre ca. 90€ und 
wehe du zahlst nicht" versus Amerika "Zahle 10 Dollar, funke 10 Jahre, 
und wenn du noch mal funken willst, kostets wieder 10 Dollar - aber 
keine Verpflichtungen"... die USA Lizenz hätte ich schon lange, und würd 
freudig meinen AM Sender bauen auf 40m, und mit dem "Medion" 
Weltempfänger testen.

Warum ich nicht auf 29MHz AM Funke? Warum sollte ich... erstens kann das 
der Billig Radio nicht empfangen - da ist im aller besten Fall bei 21MHz 
Schluss, eher bei 18, oft aber schon bei 15... und 2. kann ich auch 
einfach CB - AM nutzen, denn der "Sony 7600", der die 29M empfängt, 
empfängt auch 27M.


Es gab noch weitere Beiträge, aber ich muss gleich wieder weg, zur 
Spätschicht. Die Modulbauweise... die ICs... ja die sind ja gut, und den 
TBA120 kenn ich und habe ich hier, genau wie den mtlw. Sammlerwürdigen 
TDA7000... aber es gibt halt einfach eine Hand voll Bastler, die gerne 
alles selber bauen. Für die solle die AFU Lizenz eine Option sein. Wie 
wäre es denn mit Leistungsbezogenen Dämpfungen? -40dB Seitenband weg ab 
50W Leistung, und -30db ab 30W ... und alles unter 100mW ist "egal"... 
Klar kann man mit 100mW auch stören, aber das wollte ich noch anhängen. 
Es sollte einfach eine "Akzeptiert" Klausel geben, die in irgendeiner 
Form auch konkret als Gesetzestext ausformuliert ist. Ein 2m Quarz 
Funkgerät mit 1...2W ist wirklich kompliziert, und kein 
Einsteigerprojekt... ja... aber ein Funkgerät mit einem 48er Quarz, mal 
3... ein paar Filter dahinter, Pendelempfänger und so maximal 500m...1km 
Reichweite ist ein schönes Einsteigerprojekt... wo man dann mit einer 
Funkinteressierten Person "wo auch das Funkgerät selbst gebaut hat" 
funken kann... aber 144,00 geht ja nicht, ist CW Zone... und ich soll CW 
Lernen (Vorschlag) weil die Regularien nichts bessres hergeben? Nö... 
denn ich mag Sprache übertragen, wenn ich Funke, oder besser noch Musik 
(Das das aber im AFU nicht geht akzeptiere ich zumindest). Nicht die 
wenigen Funk Bastler sollen sich an die Gesetze anpassen, sondern eher 
die Gesetze sollten mal an die wenigen Technisch interessierten Personen 
angepasst werden. Es sollte sehr weiche Regularien geben, 
Bandvorschriften aufgehoben werden (wie das auf 144,0 CW zu sein hat und 
darüber SSB) eben wenn dafür im Gegenzug eine gewisse EIRP Leistung, die 
sehr niedrig angesetzt ist (ein paar mW bis ein paar zehn mW je nach 
Band) und Antennen Limit... wenn es so was gäbe, was dann auch mein 1mW 
Senden beinhalten würde, kenne ich mindestens 4 Leute, die auf anhieb 
wieder AFUs (oder AFUs) werden würden.

von Cyblord -. (cyblord)


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Du hast eindeutig zu viel Tagesfreizeit.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stefan K. schrieb:
> "mit 1mW zu senden"

Dafür wird sich eh keiner interessieren – wenn überhaupt, dann, s.o. die 
GEMA.

> und ich soll CW Lernen (Vorschlag) weil die Regularien nichts bessres
> hergeben

Nein, aber weil es dort viel einfacher ist, mit Eigenbauten "in die 
Luft" zu gehen und dann auch noch Leute zu finden, die mit dir 
kommunizieren wollen. Die Sendertechnik ist halt sehr einfach, und 
aufgrund der geringen benötigten Bandbreite kommst du mit wenig Leistung 
sehr viel weiter als mit irgendwelchen Sprachübertragungen.

Dass es im Amateurfunk Bandpläne gibt, ist schlicht dem Willen der 
Funkamateure selbst geschuldet, gegenseitige Störungen in Grenzen zu 
halten, damit jeder seinem Hobby frönen kann. Aber du möchtest ohnehin 
eigentlich nur Anarchie, entnehme ich deinen Zeilen.

von Jens B. (dasjens)


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Mohandes H. schrieb:
> Stefan M. schrieb:
>> Ich mag die digitale Funktechnik nicht, weil es kaum möglich ist, die
>> Funktionsweise im Ganzen zu überblicken.
>
> Das ist eher eine Frage der zunehmenden Komplexität als von analog oder
> digital.
>
> Klar, man kann auch ein SDR verstehen, einschließlich der Software. Man
> muß dazu nur tief genug in die Materie einsteigen. Alleine die Vielzahl
> von unterschiedlichen ICs macht es nicht einfacher.

Und erst die Vielzahl an Röhren Transistoren und R/L/C.
SDR ist "einfach" Digitale Signalverarbeitung. Man sucht sich dann die 
Passende Hardware dazu, wie im Analogen. Nur ist heute alles viel 
kleiner.

>
> Ein klassisches Radio (z.B. Ende der 50er), ob AM oder FM, ist da schon
> wesentlich leichter geistig zu durchdringen. HF-Verstärker - Oszillator
> - Mischer - ZF-Stufen - Demodulator - NF-Verstärker.

Ein eintacher Taktgeber ist noch einfacher.

>
> Wer dann noch die üblichen Verdächtigen kennt: ECC85 = Tuner, ECH81 =
> Oszillator + Mischer, EF89 = ZF-Verstärker, EABC80 = Demodulator, EL84
> oder EL95 = NF-Verstärker. Und natürlich eine EMxx als schönes magisches
> Auge.

Schneller ADC, FPGA, Ethernet phy und dann ran an den PC, siehe 
websdr.org ^^

Es ist anders. Je nach Vorliebe besser oder schlechter.


Ich mag beides, hab aber auch von beidem kein Selbstbauplan :P

von Ge L. (Gast)


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Stefan K. schrieb:

> Ich kenne mtlw. genug BNETZA Geschichten, und weis, das sie meistens gar
> keine Probleme mehr haben, wenn jemand einfach sendet.

Die BNetzA wird tätig wenn sich jemand beschwert. Das ist meist der 
Primärnutzer der betroffenen Frequenz oder dessen Kunden.

Wenn Du mal schwarz senden willst, dann such Dir eine freie 
Radiofrequenz. Im Zeitalter von RDS und Stationstasten ist es eher 
unwahrscheinlich, dass da mal einer vorbeikommt, und solange Du die 
richtigen Sender nicht störst, beschwert sich auch keiner. Legal bleibt 
es, wenn Deine Aussendung an den Grenzen Deines Grundstückes die 
EMV-Grenzwerte nicht überschreitet.

Finger weg von den Amateurfunk-Bändern. Dort versteht man keinen Spaß 
und Aussendungen ohne Rufzeichen werden ziemlich schnell bemerkt.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Stefan K. schrieb:
> Ich kenne mtlw. genug BNETZA Geschichten, und weis, das sie meistens gar
> keine Probleme mehr haben, wenn jemand einfach sendet.

Deine ganzen BNA-Geschichten sind allesamt falsch.

Stefan K. schrieb:
> (Was mir sehr schmeichelte war
> ihre Aussage "Der Sender liefert ein sehr gutes Signal... wir hätten
> erwartet, sie verwenden eine recht große Senderplatine mit einer hohen
> Leistung, doch das die Platine so klein ist, hätten wir nicht erwartet)
> (Platine = 5x10cm und ich hab neben Tiefpass für die HF auch einen
> Tiefpass für die NF in dieser Schaltung eingebaut, um die Bandgrenzen
> einzuhalten).

Das glaube ich dir nicht.

Stefan K. schrieb:
> im
> Raum stand war 750€... und zwar eher wegen "Übertragen von Lizenz Musik"
> und weniger wegen "Senden ohne Lizenz".

Welch ein Schmarren. Die BNA interessiert sich mitnichten für Musik, das 
obliegt der GEMA.

Stefan K. schrieb:
> Du schuldest der BNETZA alle ~ 3 Jahre ca. 90€ und
> wehe du zahlst nicht

Wo hast du denn diesen Quatsch her?

Ich habe für das Jahr 2019 - 11,59€, für 2020 - 6,13€ und für 2021 - 
7,96€ also alles zusammen für 3 Jahre *25,68€* bezahlt.

Stefan K. schrieb:
> Das man mit einem 100W selbst bau Tx nicht die Seitenbänder zu
> machen soll ist klar und fair,

Das verstehe wer will.

Stefan K. schrieb:
> aber ein Funkgerät mit einem 48er Quarz, mal
> 3... ein paar Filter dahinter, Pendelempfänger und so maximal 500m...1km
> Reichweite ist ein schönes Einsteigerprojekt...

Das hatten wir in den 60er Jahren, die Zeiten sind vorbei. Du kannst es 
aber immernoch versuchen, brauchst dazu aber die AFu-Lizenz, denn das 
ist AFu-Territorium.

Wenn du schon so genial bist, daß die BNA über dein sauberes Signal 
staunt, dann sollten die paar Kröten EMV-Gebühr doch kein Hindenis für 
dich sein.

Mit Lizenz hast du eine riesengroße Spielwiese erschlossen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Phasenschieber S. schrieb:
> Mit Lizenz hast du eine riesengroße Spielwiese erschlossen.

Er will doch nicht. Er will doch einfach nur ein AM-Signal zu seinem 
Weltempfänger bringen. Soll er doch machen, aber nun auch zu erwarten, 
für solch eine Nische ein legales Umhängeschild zu bekommen, wird nicht 
funktionieren.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Er will halt mit einer Seifenkiste am Straßenverkehr teilnehmen.
Das geht aber so einfach nicht.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Phasenschieber S. schrieb:
> Er will halt mit einer Seifenkiste am Straßenverkehr teilnehmen.

Eigentlich nur auf seiner Spielwiese.

von Stefan M. (derwisch)


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Michael M. schrieb:
> Stefan M. schrieb:
>> Wer kann mir digital ATV bis ins allerkleinste Software Detail erklären?
>
> Softwaremäßig ist da nicht viel.
> Man nutzt dafür den völlig ungeeigneten DVB-S2 Modus anstelle DVB-T.
> DVB-T hat wesentlich mehrere Vorteile als S2.
> DVB-T funktioniert auch noch bei gestörten Signal und Mehrwegempfang
> (Reflexion).
> Mehrwegempfang ist bei DVB-S2 nicht vorgesehen und auch nicht notwendig.
> Die MPEG2 coder Platinen geben am Ausgang ein reines DVB-S2 Signal raus,
> was man nur noch verstärken braucht und aussendet.
> Auf Empfängerseite braucht man einen normalen DVB-S2 Satelliten,
> Receiver und einen Konverter der das jeweilige Band nach 1200MHz
> umsetzt.
> Für 10GHz reicht schon ein umgebautes LNB.
>
> Ich selber hab früher auch viel mit 2,4GHz Analoger Videotechnik
> herumexperimentiert.
> Überwiegend mit Richtantennen und viele Reichweiten Tests durchgeführt.
> Allerdings nur im Rahmen des ISM Bandes.
> Mit der Klasse E war das 2,4GHz band noch nicht erlaubt, sonst hätte ich
> damals längst eine Analoge ATV Station aufgebaut.

Ja, das DVB-T um einiges besser wäre, wurde mir auch schnell klar.
Die Entwicklung von digital ATV begann dummerweise bevor DVB-T 
"salonfähig" war.
Ich hätte auch mit ATV weitergemacht, wenn es von Anfang an nach DVB-T 
Standards aufgezogen worden wäre...

Aber Du schreibst "Softwaremäßig ist da nicht viel".
Wer kann aber genau erklären, was da im DVB-S2 Empfänger vorgeht?
Ich kenne niemanden, der so etwas mit eigenem Wissen mal eben aufbauen 
bzw. programmieren könnte.
Genau das war mit der analogen Technik anders.
Das meine ich mit Black Box Basteleien.
Oder wer kann haarklein erklären, was in einem modernen "Flachfernseher" 
abläuft?
Kaum jemand, abgesehen vom Hersteller.
Und da weiß auch niicht eine Person alles.
Das war im analogen Bereich anders...
Jeder halbwegs ausgebildete Fernsehtechniker konnte erklären, wie ein 
Fernsehbild (PAL) erzeugt, gesendet, demoduliert etc. wird.
Wer kann das mit der heutigen Technik?

: Bearbeitet durch User
von Klaus R. (klaus2)


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Stefan M. schrieb:
> Wer kann das mit der heutigen Technik?

Die Tante JU war auch dtl einfacher. Und der Golf 1 auch. Schwarz-weiß 
CRT TV ebenfalls. Möchtest du wieder aus/um/einsteigen? Das gros 
sicherlich nicht.

Klaus.

von Phasenschieber S. (Gast)


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Stefan M. schrieb:
> Wer kann aber genau erklären, was da im DVB-S2 Empfänger vorgeht?
> Ich kenne niemanden, der so etwas mit eigenem Wissen mal eben aufbauen
> bzw. programmieren könnte.
> Genau das war mit der analogen Technik anders.
> Das meine ich mit Black Box Basteleien.
> Oder wer kann haarklein erklären, was in einem modernen "Flachfernseher"
> abläuft?

Ich verstehe das Lamento nicht.
Das kannst du alles lernen, sofern du das willst.

Das war zu früheren Zeiten nicht anders.
Wer hat schon verstanden wie ein Sender und die verschiedenen 
Modulationsarten funktioniert hat, nur Leute, die sich das Wissen dazu 
angeeignet haben.
Das ist heute mit der Digitaltechnik nicht anders.

Ich sehe da keinen höheren Schwierigkeitsgrad als früher.
Wenn du allerdings meinst, nur weil du mal die Analogtechnik erlernt und 
beherrscht hast, müsste dir jetzt alles Weitere zufliegen, dann irrst du 
dich.

Die Entwicklung geht immerweiter und wer sich aus dem Lernprozess 
ausklinkt, steht irgendwann da und jammert so herum wie Du.

Das ist im Berufsleben nicht anders.
Wer Heizer auf der Dampflok war und versäumt hat sich weiter zu bilden, 
guckt nun dumm aus der Wäsche.

von Stefan K. (stefan02)


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Hallo,

das ist mein vorerst letzter Beitrag zu diesem Thema, da ich die 
Kompromissbereitschaft einer Diskussion hier nicht sehe, und sich das 
Thema auch völlig von dem entfernt hat, was ich ursprünglich besprechen 
wollte.

In den früheren 2000ern, wo es nicht nur eine Vielzahl anderer Foren gab 
(die
es Heute nicht mehr gibt) in denen viel mehr User waren, und ein großes 
Interesse an "Scan-Baren" Frequenzen gab, über die diskutiert wurde... 
dachte ich einfach, einige dieser User finden sich hier ein, und man 
diskutiert über
dieses Thema.

Stattdessen ist das Thema von meiner original Intention total 
abgedriftet, und hat sich wieder in ein "pro / contra" AFU Thema 
entwickelt, in dem mir dreister weise nicht nur unterstellt wird, meine 
"BNETZA Geschichten", die ich von dem Bekannten kenne, den ich aus 
erster Hand kenne, seien falsch... nein, auch werden wieder die Wörter 
verdreht, was ich für Intentionen für den AFU
hätte, um "über den Tellerrand heraus" eine (sobald es sich 
rumgesprochen hätte) nicht gerade kleine Nutzerzahl an "Radiosammlern" 
für eine Lizenz zu
begeistern, was der BNETZA mehr Einkünfte brächte, und das Band 
vielleicht
wieder etwas beleben würde (Denn auf 2m herrscht hier Ebbe, außer die 
paar Relais Stationen z.B: Zugspitze... da ist auf Freenet mehr los wenn 
ich auf dem Berg, mit rund 80km Rundumsicht mal scanne) ... nein, 
anstatt eine Kompromiss und Diskussionsbereitschaft herzustellen, werden 
meine Argumente einfach nur wieder als doof und blöd hingestellt, 
sowieso ist es irrelevant, da es hier ja nicht ein "Runder Tisch" mit 
der BNETZA ist, sondern nur eine Diskussion unter usern.

Was den Amateurfunk für mich und andere attraktiv machen würde, wäre 
eine Einteilung. Durch Regelungen wie die 1mW Freigabe wäre es 
"Radiofreunden" möglich, legal auf ihren Rörenradio, oder den schönen 
Kofferradio aus 1970 zu senden ... wo mir übrigens auch unterstellt wird 
"Höchstens GEMA Gebühren", ich jedoch mehrfach erwähnt habe, das es sich 
dann um "Sprachaussendungen" handeln würde. Ein Sender, der alle 30 
Sekunden mal an geht und sowas durch gibt wie "Hier ist - Rufzeichen - 
dies ist eine AM  Testsendung auf der Frequenz so-und-so" ... ich habe 
explizit nicht von "Radiosendungen" geschrieben. Das, was ich von 
Radiosendungen schrieb steht viel weiter oben, und bezieht sich auf 10W.

Es ist lange schon so, das viele Funkamateure seit dem Erwerb ihrer 
Lizenz scheinbar einen Cut gemacht haben, zur analogen Radiotechnik, und 
dann "besser sind" ... weil sie haben ja ne Lizenz. Viele schrieben, das 
sie mit dem Polytronik Kasten anfingen. Der 135Khz Sender, der - so 
steht´s im Kasten - erlaubt ist, solange man keine große Antenne 
anschließt. Viele hatten die obligatorischen Piratenstationen und so 
weiter, und so weiter.

Kaum sind diese Personen Funkamateure, ist Radio uninteressant. Als 
diverse AM Sender ab geschalten wurden, habe ich über die Bänder 
gedreht, einigen QSOs zugehört, aber nicht einen OM quassseln hören, das 
jetzt die AM Sender ab geschalten wurden. Da der Altersdurchschnitt 
insb. auf 80m sehr hoch zu sein scheint, sollten diese abgeschalteten AM 
Sender zumindest in der Vergangenheit eine Relevanz für diese Leute 
gehabt haben.

Mit einer fairen Lösung im Amateurfunk ... extremer "nachlässigkeit" bei 
den Bandbreiten einzelner Frequenzen, unter der Auflage, konkret "in 
Stein" vorgegebene Sendeleistungen zu haben (z.B. < / = 5mW bei 2m wenn 
Antenne Länge kürer 30cm) wäre es möglich, mal eben so ein einfaches 
Funkgerät zu bauen. 5mW schafft man mit 2-3 Transistoren... da viel 
Leistung wieder verloren geht, wenn ich von einem 48MHz Quarz Frequenz 
x3 nur 144MHz gescheit rausfiltern will. Sicher schaffen das einige 
superschlaue Köpfe hier wieder viel effizienter, aber ich bin halt nicht 
so smart wie die viele Studierten hier, und "mit mir" ist eben eine 
nicht gerade kleine Gruppe an Radiobastlern, denen es ähnlich geht, die 
einfach basteln, und auf ihre Weltempfänger senden... aber durch so eine 
AFU Lizenz Anpassung eben die Möglichkeit hätten nicht alles immer so zu 
sagen "versteckt" zu tun.

Hier wird mir unterstellt, man solle die Bandgrenzen von Deutschland den 
anderen Ländern anpassen. Tschechien hat nur -15dB Nebenaussendungen. 
Deutschland natürlich -40... das bezieht sich aber auf Leistungen bis 
750Watt. ... wie bei den Gesetzen "Alles verbieten statt Dinge smart zu 
lösen" besteht auch hier kein Interesse, angepasste Gesetze zu 
erstellen, Tabellen zu erstellen. Überhaupt... wer "von nichts auf" 
einen 100W Transceiver mit SSB bauen kann, für den stellen die -40dB 
auch kein unlösbares Problem dar, aber wer sich nur mal mit der SSB 
Technik vertraut machen möchte, und im Bereich von < 1W ... 1W unterwegs 
ist, dem sei vergeben, wenn er die 40 dB nicht schafft, weil´s halt nun 
mal (für Normalos) doch ein bisschen komplex ist, wenn man es 
wirklich selber entwickeln will.

Meine Angaben seien falsch... die Info, das Selbstbau durch die 
Hintertür eingeschränkt wird stammt aus einem Youtube Video eines 
größeren (im Sinne von Reichweite, Abonnentenzahl) Amateurfunk 
Youtubers, der die neue Verfügung, die sich um die aktuelle Klasse N 
dreht, damals durch gegangen ist...Punkt für Punkt... und dort waren 
eben entspr. Klauseln wie das auf einmal "Selbstbau erlaubt sei, das 
Gerät vor Betrieb jedoch an eine Prüfstelle geschickt werden muss, um 
die Einhaltung der Normen festzustellen" ... toll, da kann ich auch 
einfach mit meiner abgeschlossenen Elektronik-Lehre was bauen, und es 
dann in Eigenregie für ein paar Tausend € prüfen lassen... ganz ohne AFU 
Lizenz.

Die Aussage, das Analog ATV verboten wurde, weil es "zu viel Bandbreite 
brauch" (Da bezog ich mich auf 23cm, weil 70cm wohl schon lange verboten 
ist) stammt daher, das ein 13 Jähriger (warum auch immer) ein totales 
Interesse an analoger Elektronik hat (Besitzt VCR, CRT Tv usw usv), und 
ein ernsthaftes Interesse daran hatte, die AFU Lizenz zu machen. 
Gemeinsam mit besagtem Ex Klasse A AFU, der seine Liz. damals wegen der 
nun Exfrau abgeben musste ("Strahlen...") aber dennoch bei dem Thema 
sehr informiert ist, weil er selbst auch vor hatte, dieses oder 
nächstes Jahr die Lizenz zu machen... diese Leute haben recherchiert, 
und dann kam eben dies auf.


Wie dem auch sei. Das ist vorerst mein letzter Beitrag zu diesem Thema. 
Die Umgangsform hier ... "hat zu viel Freizeit" und generell, wie meine 
Aussagen manipuliert werden, und in ein falsches Licht gerückt werden, 
ist nicht das, was ich erwartet hatte. Die guten Zeiten von "Radio WCS 
Piratensender Forum" "Senderbau . ch . vu " Forum sind halt leider 
vorbei.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stefan K. schrieb:

> In den früheren 2000ern, wo es nicht nur eine Vielzahl anderer Foren gab
> (die
> es Heute nicht mehr gibt) in denen viel mehr User waren, und ein großes
> Interesse an "Scan-Baren" Frequenzen gab, über die diskutiert wurde...
> dachte ich einfach, einige dieser User finden sich hier ein, und man
> diskutiert über
> dieses Thema.

Was willst du darüber noch diskutieren?

Die Behörden sind mittlerweile alle auf verschlüsselte Kommunikation 
gegangen, aus gutem Grund. Viele andere haben das vorher schon gemacht. 
Das wirst du auch durch Diskussion darüber nicht zurück drehen können.

Der AM-Rundfunk ist aufgrund des schlechten Verhältnisses zwischen 
Aufwand (Kosten) und Nutzen (Zahl der tatsächlich erreichten Hörer) 
stark reduziert worden. Kann man gut oder schlecht finden, aber 
Diskussionen darüber werden das auch kaum ändern.

CB-Funk hat auch nicht mehr die Bedeutung wie früher, seit man 
kostengünstig übers Internet (oder auch übers normale Telefonnetz) 
labern kann, wie man möchte. Mit horrenden Telefongebühren sah das eben 
in den 1990er Jahren noch völlig anders aus. Aus ähnlichem Grunde ist 
auch auf den meisten Amateurfunk-Relais bei weitem nicht mehr so viel 
los wie früher.

Öffentlich ausgesendete Informationen wie Wettersatelliten kannst du 
nach wie vor empfangen, aber nicht mit einem 08/15 Scanner, weil sie 
einiges mehr an Bandbreite belegen. Aber SDRs gibt's ja inzwischen wie 
Sand am Meer und auch preiswerte, nur eine Antenne brauchst du dafür. 
Wettermeldungen auf Mittel- oder Kurzwelle kannst du auch empfangen – 
falls dich das Sturmtief in der Biskaya oder andere nautische 
Warnnachrichten interessieren …

Was erwartest du sonst noch? Wer Wert auf Privatheit von Informationen 
legt (Militär, Botschaften etc.) hat schon immer seinen Kram 
verschlüsselt. Das kannst du empfangen, aber außer einer Analyse, welche 
Modulationsart benutzt wird, hilft dir das nicht viel.

> …, was der BNETZA mehr Einkünfte brächte, …

Das ist eine Behörde, kein Unternehmen. Deren Aufgabe ist es nicht, 
"Einkünfte" zu erzielen. Die muss nur ihre Kosten decken, was sie zu 50 
% als hoheitliche Aufgabe aus dem Staatshaushalt macht, zu 50 % von den 
Frequenznutzern bekommt.

> Was den Amateurfunk für mich und andere attraktiv machen würde, wäre
> eine Einteilung. Durch Regelungen wie die 1mW Freigabe wäre es
> "Radiofreunden" möglich, legal auf ihren Rörenradio, oder den schönen
> Kofferradio aus 1970 zu senden

Das hat aber halt nichts mit Amateurfunk zu tun. Sinn und Zweck des 
Amateurfunks sowie die diesem Funkdienst zugewiesenen Frequenzen sind 
international geregelt, genauso wie dem Rundfunkdienst zugewiesene 
Frequenzen international geregelt sind.

Du bräuchtest eine Allgemeinzuteilung für kleine Leistungen für die 
diversen Rundfunkbänder (Lang-, Mittel- und Kurzwelle), ähnlich wie die 
50-nW-Zuteilung für das UKW-Band, mit dem man Musik von seinem 
MP3-Player zum Autoradio bekommt etc.

Die Sache ist halt: du bräuchtest irgendjemand, der das im 
entsprechenden Ministerium durchboxt. Bei der 50-nW-Allgemeinzuteilung 
hatte ja die Industrie ein Interesse dran, damit sie dafür Geräte 
verkaufen kann. Entsprechend konnten Lobbyisten (die ja keineswegs nur 
negativ sein müssen) dort aktiv werden. Bei allem, was Amateurfunk 
betrifft, treten die Amateurfunkverbände als Lobbyisten auf. Aber wer 
sollte für eine Allgemeinzuteilung, die eigentlich nur auf Bastler 
ausgerichtet ist, beim Ministerium baggern gehen? Wie auch willst du 
sicherstellen, dass entsprechende Geräte zumindest minimale technische 
Anforderungen erfüllen (Frequenzstabilität, Aussendungen außerhalb der 
Nutzfrequenz, Bandbreite des Signals)? Normalerweise gibt es für sowas 
harmonisierte EN-Normen und "benannte Stellen", die die Konformität 
feststellen dürfen.

Ich sehe sehr wohl, dass es nett wäre, solch eine "offizielle" Regelung 
zu haben, aber ich sehe sie aus den genannten Gründen nicht kommen. 
Daher bleibt dir weiterhin wohl einfach nur der "halblegale" Weg: 
solange du keinen störst, interessiert es keinen. Damit bist du halt 
komplett selbst verantwortlich, keine zu hohe Nutzleistung abzustrahlen, 
keine Störungen anderer Dienste zu verursachen etc. pp.  Das wärst du 
allerdings übrigens auch, wenn es dafür ansonsten eine legale Regelung 
gäbe. Selbst, wenn eine "benannte Stelle" mal etwas gemessen hast, bist 
du nämlich als Inverkehrbringer trotzdem final verantwortlich für das 
Produkt.

> ... wo mir übrigens auch unterstellt wird
> "Höchstens GEMA Gebühren", ich jedoch mehrfach erwähnt habe, das es sich
> dann um "Sprachaussendungen" handeln würde.

Ja, daher eben "höchstens" GEMA. Wenn du nichts GEMA-pflichtiges 
sendest, dann ist der Punkt nicht relevant.

> Kaum sind diese Personen Funkamateure, ist Radio uninteressant.

Vielleicht war es schon vorher uninteressant? Du unterstellst anderen, 
dass sie die gleichen Interessen wie du haben müssten.

> Als
> diverse AM Sender ab geschalten wurden, habe ich über die Bänder
> gedreht, einigen QSOs zugehört, aber nicht einen OM quassseln hören, das
> jetzt die AM Sender ab geschalten wurden.

Siehe oben: du kannst dir darüber den Mund fusselig quatschen, aber was 
ändert es denn? Der Betrieb dieser Sender kostet recht immens Geld, und 
die, die das Geld ausgeben müssen, überlegen sich, ob sie damit 
tatsächlich noch viele Hörer erreichen.

Aber um deine Argumente zu widerlegen: der DARC hat sich danach 
entschlossen, wöchentlich ein paar Stunden AM-Rundfunk auf Kurzwelle zu 
gestalten. Hat mit Amateurfunk nicht viel zu tun, außer dass da halt 
auch über Afu-Themen geredet wird. Es gibt Leute, die sich das gern 
anhören und Leute, die das nicht interessiert.

Auch gab es in Afu-Zeitschriften Beiträge beispielsweise über einen 
niederländischen privaten kleinen Mittelwellensender. Beiträge über 
historische Funktechnik (also auch alte Rundfunksender, Antennenanlagen 
etc.) gab es da eh schon immer.

Was sonst würdest du noch erwarten? Demonstrationen vor den 
Landesmedienanstalten? Warum sollte dafür ausgerechnet die (eher kleine) 
Gruppe der Funkamateure zuständig sein, wenn sich die breite Masse der 
Leute offenbar nicht dafür interessiert?

> Mit einer fairen Lösung im Amateurfunk ... extremer "nachlässigkeit" bei
> den Bandbreiten einzelner Frequenzen, unter der Auflage, konkret "in
> Stein" vorgegebene Sendeleistungen zu haben (z.B. < / = 5mW bei 2m wenn
> Antenne Länge kürer 30cm) wäre es möglich, mal eben so ein einfaches
> Funkgerät zu bauen. 5mW schafft man mit 2-3 Transistoren...

Kannst du machen, wird dich keiner dran hindern. Wenn du auf dem 
Afu-Band sendest, solltest du ein Rufzeichen haben, dann reden auch 
andere mit dir. Wenn das Ding miserabel klingt, werden sie es dir sagen, 
wenn es gut klingt, werden sie es einfach so hinnehmen. ;-)

Ich habe auf Kurzwelle mit einem Meißner-Oszillator mit einer einzelnen 
("Bleistift"-)Röhre und 100 mW Ausgangsleistung gesendet. Hat mich 
keiner dran gehindert, und immerhin haben es zwei Gegenstationen 
geschafft, mein sehr stark "wanderndes" Signal aufzunehmen und zu 
bestätigen (eine in Thüringen und eine im Süden Frankreichs). Der 
gesamte Sender bestand aus 7 Bauteilen. Das hat mich viel mehr gefreut 
als jede Verbindung quer über den Atlantik mit einem 100-W-Sender.

> Tschechien hat nur -15dB Nebenaussendungen.

Die Quelle, die das belegt, würde mich interessieren. (Gern auch auf 
Tschechisch, ich kann das lesen.)

> aber wer sich nur mal mit der SSB
> Technik vertraut machen möchte, und im Bereich von < 1W ... 1W unterwegs
> ist, dem sei vergeben, wenn er die 40 dB nicht schafft,

Bitte informier dich. Im Amateurfunk gibt es bereits spezielle Regeln 
für Sender kleiner Leistungen: es gibt nämlich nebem dem in dBc 
festgelegten Abstand für unerwünschte Aussendungen (der sich überdies an 
europäischen Normen interessiert, daher würde mich deine Quelle für die 
Behauptungen zu Tschechien interessieren) noch einen zweiten absoluten 
Grenzwert, und Funkamateure dürfen sich den für sie einfacher 
erreichbaren der beiden Werte aussuchen. Das dürfen andere Funkdienste 
nicht.

> Meine Angaben seien falsch... die Info, das Selbstbau durch die
> Hintertür eingeschränkt wird stammt aus einem Youtube Video eines
> größeren (im Sinne von Reichweite, Abonnentenzahl) Amateurfunk
> Youtubers, der die neue Verfügung, die sich um die aktuelle Klasse N
> dreht,

Und die Aussage so eines Youtubers hat jetzt genau welche Autorität?

Die Verordnung, die die Klasse N einführt, ist mittlerweile gerade mal 
eine Woche alt¹), alles davor war eine Diskussion um "work in progress". 
Nicht alles, was an Kritiken aus den Amateurfunkverbänden gekommen ist, 
wurde berücksichtigt (bspw. hat man den Remote-Betrieb leider doch nur 
auf Klasse A beschränkt), aber vieles ist doch anders, als es die 
ursprüngliche Diskussionsgrundlage noch schrieb.

Die Möglichkeit, auch für Klasse N den Selbstbau zu gestatten, war 
übrigens immer eine Grundforderung der Amateurfunkverbände, und ich sehe 
in der Verordnung dahingehend keinerlei Einschränkungen. Auch die 
Möglichkeit, die Konformität der selbst gebauten Geräte selbst 
festzustellen (und natürlich für die Korrektheit dieser Feststellung 
verantwortlich zu sein), sehe ich da nirgends eingeschränkt.

Einen offiziellen Fragenkatalog für Klasse N gibt es allerdings noch 
nicht (nicht, dass ich wüsste).

> Die Aussage, das Analog ATV verboten wurde, weil es "zu viel Bandbreite
> brauch" (Da bezog ich mich auf 23cm, weil 70cm wohl schon lange verboten
> ist)

Nochmal: das mag (laut Bandplan) nicht erwünscht sein. "Verboten" ist es 
nicht, bitte schau dir die AFUV an.

Die Einhaltung des Bandplans ist ein "Knigge" für Funkamateure, der die 
Minimierung gegenseitiger Störungen zum Ziel hat. Wenn du nun ein 
analoges TV-Signal mit ein paar Milliwatt über das gesamte 70-cm-Band 
verteilst, um es drei Ecken weiter empfangen zu können, wirst du damit 
niemanden groß stören. Anders sieht das natürlich aus, wenn du das mit 
den maximal zulässigen 750 W PEP machst, dann würde man dir sehr wohl 
unkollegiales Verhalten vorwerfen.


¹) https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2023/160/VO.html

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