Wartung Weller Lötstation

OP #7442196
Lesenswert?

Hi muss ich den Kopf hier sauber machen? Wie? Irgendwie funktioniert meine Wellerstation nicht mehr ganz gut wie vor einem halben Jahr wo ich es gekauft habe. Danke

Angehängte Dateien:
(Firma: matzetronics) #7442204
Lesenswert?

Der von dir markierte Teil ist nicht so wichtig wie die Hülse mit der Lötspitze. Klopf die Spitze mal aus der Hülse raus und schau sie dir an. Entscheidend ist der Wärmekontakt vom Ende der Heizpatrone zum Ende der Lötspitze. Das sollte auch alles gut verschraubt werden nach dem Putzen, damit der Wärmekontakt wieder stimmt. Ansonsten würde ich die Lötspitze mit feinem Sandpapier reinigen und an der Heizpatrone höchsten kurz mal rüberziehen, um den Grind zu entfernen.

#7442254
Lesenswert?

Der von dir markierte Teil ist ganz besonders wichtig weil dort durch planes anliegen der Loetspitze der Waermeuebertrag geschieht. Also mal mit 1000er Schmirgel leicht abziehen und dabei darauf achten das Ebenheit und Winkligkeit erhalten bleibt.

Ich frag mich allerdings was du mit deinem Loetkolben so machst? Farbe anruehren? Chinesische Flussmittel aus Sondermuell? Tiefes eintunken in Loetfett vom Opa?

So sieht mein WSP80 auch nach Jahren nicht aus.

Vanye

Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #7442543
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:

Entscheidend ist der Wärmekontakt vom Ende der Heizpatrone zum Ende der Lötspitze.

Das ist doch zur Hälfte genau die markierte Stelle. Die andere Hälfte ist die zugehörige Fläche der Lötspitze.

Mat. K. schrieb:

Irgendwie funktioniert meine Wellerstation nicht mehr ganz gut wie vor einem halben Jahr

Und was funktioniert nicht mehr so gut. Wenn ich mir die Hülse so ansehe kommt mir eine Frsge in den Sinn: welche Temperatur stellst du denn üblicherweise ein?

#7442946
Lesenswert?

ich habe 395 Grad eingestellt.

Ich nutze 370Grad. Zum einen aus Tradition weil das den 7er Spitzen der alten WTCP entspricht. Zum anderen ist das die hoechste Temperatur bei der Flussmittel noch gut arbeitet und nicht sofort verbrennt, aber auch so hoch das man schnell loeten kann.

Aber ich denke nicht das dies dein Problem ist. In der Firma hab ich ein paar Spezis die glauben unbedingt 400Grad einstellen zu muessen und die Loetkolben sehen da auch nicht so aus.

Es gibt aber auch Leute die loeten nur mit 320Grad. Das ist ein bisschen Geschmacksache.

Vanye

#7442986
Lesenswert?

Mat. K. schrieb:

Hi ich habe 395 Grad eingestellt. "Geht nivht so gut" soll heissen der Lötzinn schmilzt nicht oder schwer. Wieviel grad stellt man den so ein?

305 für verbleites Zinn, 325 für bleifrei. Wenns ganz grob werden soll mal 350.

Klingt als wenn die Spitze schon taub ist.

Im Zweifel die Station mal einschicken und checken lassen.

Ich nutze auch die Kolben an der Station mit der Digitalanzeige. 81E oder so.

#7443063
Lesenswert?

Vanye R. schrieb:

Ich nutze 370Grad. Zum einen aus Tradition weil das den 7er Spitzen der alten WTCP entspricht.

Das ist viel zu heiß. Das braucht man nur bei Lötgeräten mit deutlichen thermischen Widerständen zwischen Heizung und Lötspitze, wie sie halt die Magnastat hatte.

Vanye R. schrieb:

aber auch so hoch das man schnell loeten kann.

Wenn die Lötgeschwindigkeit von der Temperatureinstellung abhängt, ist eben der thermische Widerstand zwischen Spitze und Heizung zu groß, so daß die Heizung nicht ausreichend schnell Wärme nachführen kann.

Das bekommen heutige Lötkolben erheblich besser hin, die haben direktbeheizte Lötspitzen (T12/T15 oder C245) und sind binnen weniger Sekunden auf Solltemperatur. Und mit denen kann man auch bei 320° problemlos und schnell löten, die Lötspitzen vergammeln weniger schnell und das Flussmittel kann seine eigentliche Aufgabe erfüllen (statt in erster Linie für diesen tollen Lötgeruch zu sorgen).

#7443111
Lesenswert?

Das ist viel zu heiß.

Immer wieder interessant wenn mir Leute erklaeren das ich nicht loeten kann :-D

Wenn die Lötgeschwindigkeit von der Temperatureinstellung abhängt,

Leider auch Unsinn der ausschliesslich auf deinem Erfahrunghorizont beruht. Akzeptier doch einfach das andere Leute es anders, vielleicht sogar besser machen. Ich hab gerade noch 6Stk von diesen LEDs verloetet:

https://ams-osram.com/products/leds/multi-leds/osram-multi-chip-led-lrtbr98g

Einfach zack zack mit der 0.2er Loetspitze im WSP80. Kannst du das auch?

Das bekommen heutige Lötkolben erheblich besser hin, die haben direktbeheizte Lötspitzen

Ah, ein JBC Jünger. Schau, wenn du dir die Bilder oben anschaust und dir den schwarzen Knusper wegdenkst, der dort nicht normal ist, dann ist ein WSP80 mit angeschraubter Spitze eine direkt bezeizte Spitze.

Vanye

#7443115
Lesenswert?

Klingt als wenn die Spitze schon taub ist.

Nein, das Problem ist der schwarze Kohlenstoff an der Spitze der dafuer sorgt das die Spitze nicht mehr direkt beheizt ist sondern thermisch nun wunderbar isoliert ist. Und da die kleinen Loetspitzen des WSP80 selber kaum thermische Masse besitzen bricht dann natuerlich sofort die Temperatur zusammen.

Im Zweifel die Station mal einschicken und checken lassen.

Einfach erst mal putzen....

Vanye

#7443128
Lesenswert?

Vanye R. schrieb:

Einfach zack zack mit der 0.2er Loetspitze im WSP80. Kannst du das auch?

Ich habe eine ganze Zeit lang als Bestücker gearbeitet, ich weiß, wovon ich rede. Und ich hab' mit 'ner Magnastat gearbeitet, weil die so träge ist, mit einer 8er Lötspitze (also noch heißer). Ich weiß also auch, wann man zu heiß lötet, und warum.

Vanye R. schrieb:

dann ist ein WSP80 mit angeschraubter Spitze eine direkt bezeizte Spitze.

Nein, weit, weit entfernt davon.

#7443206
Lesenswert?

viele WSP/WP80 sehen so aus und funktionieren gut -

Meine sehen nicht so aus und das sollte auch nicht so sein.

Das ist ja wie ein Spannungsregler an dessen Ausgang man noch einen 100R Widerstand schaltet und sich dann wundert das die Ausgangsspannung Lastabhaengig schwankt.

Genau sowas will ich mit dem Loetkolben auch nicht!

Vanye

#7443223
Lesenswert?

Dazu muss man sagen, dass der WSP80 in der deutschen Elektroindustrie lange Jahre der Brot-und-Butter-Lötkolben schlechthin war, auch bei uns in der Firma (mittelständischer EMS-Dienstleister) sind noch mindestens 40 Stück im Einsatz. Wenn das Heizelement verzundert ist genügt es, die Kontaktfläche zur Lötspitze vorsichtig mit feinem Schleifpapier oder Schleifvlies zu reinigen.

Was die üblichen Temperaturdiskussionen betrifft: der ZVEI empfiehlt für die typischen SAC-Lote eine Temperatur zwischen 320 und 370 Grad. So kenne ich es auch aus der IPC.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren