Mechanik lernen

#7455559
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Am besten, Du besuchst nochmal die Schule, und holst die Physikstunden nach. Denn viel mehr als das Hebelgesetz (und damit auch Drehmoment u.a.) ist ja dazu nicht nötig. Ansonsten nennt sich das Gebiet "Technische Mechanik", wenn es um komplexere Dinge wie Kraftdreiecke, technische Material-Eigenschaften, ... geht.

#7455578
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Jo, 7./8. Klasse Physik sollten da fast reichen dafür. Wenns unbedingt durch nen 3d Drucker soll, sollte zum Finden von Modellierungsprogramme per Google normalerweise nicht sonderlich viel Raffinesse nötig sein, Stichwort z.B. Fusion360 - Tutorials gibts dafür auch wie Sand am Meer bei Youtube.

#7455617
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Hallo Zusammen, kann mir jemand sagen, wie man sich ein Grundwissen in Mechanik aneignen kann?

Irgendeine Lehre machen. Ausserdem, wie oben schon jemand sagte, spielen mit entsprechendem Spielzeug damit man ein allgemeines Gefuehl dafuer entwickelt was moeglich ist. Auch sowas wie 3D Vorstellungskraft, wie fest zieht man eine Schraube an, sowas halt.

Und nein der Physikunterricht ist nicht die Loesung, rechnen tut man vielleicht als Maschienenbauingenieur, aber auf dem Level darunter hat man das im Gefuehl. Letzeres schadet im uebrigen auch Ingenieuren nicht und macht den Unterschied aus zwischen einem Guten und einem der besser in die Verwaltung, Verkauf, Management geht.

Andererseits, so ein 3D Drucker ist extrem nuetzlich sobald man den Einstiegslevel der Leute die nur von Thingiverse runterladen, hinter sich gelassen hat. Er ist aber auch ein Spielzeug mit dem man vieles aus der Mechanik lernen kann indem man einfach probiert und verbessert.

Vanye

Gast #7455635
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#7455653
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Hallo

Falk S. schrieb:

Metallbaukasten, Lego Technik, Fischertechnik, irgendein Experimentierbaukasten halt...

Ist tatsächlich ein Anfang.

Was auffällt und eventuell auch Grundlage der Frage des TOs ist:

Für die E-Technik gibt es auf jeden Niveau und in Wort und bewegten Bild Informationen und Wissensvermittlung, selbst Experimentierkästen und Hardware mit externer Erklärung (in 1001 Videos und Internetauftritte) sind immer noch zu finden.

In der Mechanik findet sich jenseits der von Falk S. genannten "Anfängerhardware" wo (nahezu) immer nur nachgebaut wird, nur reine Literatur, die sich im besten Fall noch an Auszubildende im Facharbeiterumfeld, meist aber an Studierende richtet.

Entsprechend wenig Praxisbezug ist vorhanden und entsprechend gut verständlich (ironie...) sind die "Erklärungen".

Was bei Literatur für die Berufsausbildung (mit recht viel im Hobby unnötigen Ballast, wenn es nur um das Verstehen der Mechanik und des "Wie macht man es" geht) noch so einigermaßen was bringt, ist bei Hochschulliteratur für den lernwilligen Hobbyisten überhaupt nicht mehr vorhanden.

Wo wird denn z.B. anschaulich und verständlich (!) Kinematik erklärt?

Wo wird erklärt, warum bestimmte Gewindetypen genutzt werden und wie sich das Anzugmoment ergibt ? (Und eben nicht einfach mit x Nm anziehen, sondern: Du sollst mit x Nm anziehen, weil sich folgende Kräfte und... ergeben).

Warum x verschiedene Stahlsorten? (Und dann nicht mit der Billigantwort: "Verschiedene Eigenschaften" "antworten")

usw.

Jens G. schrieb:

Ansonsten nennt sich das Gebiet "Technische Mechanik", wenn es um komplexere Dinge wie Kraftdreiecke, technische Material-Eigenschaften, ... geht.

Eben für so etwas gibt es nichts Vergleichbares, wie man es aber zu hauf bei der E-Technik für die (noch) Laien und Hobbyisten findet.

Vanye R. schrieb:

Irgendeine Lehre machen. Ausserdem, wie oben schon jemand sagte, spielen mit entsprechendem Spielzeug damit man ein allgemeines Gefuehl dafuer entwickelt was moeglich ist. Auch sowas wie 3D Vorstellungskraft, wie fest zieht man eine Schraube an, sowas halt.

Man macht keine Lehre, um sich fürs Hobby weiterzubilden und um einfach nur mehr zu wissen und hinter die Kulissen schauen zu können.

Mit "Spielzeug" und selbst mit "ernsthaften" Anwendungen, wo man aber aller Werte vorgegeben bekommt (z.B. Anzugsmomente) bzw. auf Erfahrungswerte aufbaut, bleibt man immer auf dem Niveau:

Rote LED und 5V = 470 Ohm Vorwiderstand.

100nF ist immer der richtige Wert bei Entkopplungskondensatoren.

78xx Serie - die nimmt man, um eine konstante Spannung zu erzeugen.

Ich baue nach Schaltplan und Anleitung, Abändern ist mir zu gefährlich.

An Netzspannung gehe ich nicht ran...

usw.

Und während man als motivierter Laie auch ausschließlich für das Hobby ganz schnell und über verschiedenste Quellen weit ab von Hochschulliteratur (wenn man will, aber auch mit eben jener) das sein Niveau steigern kann, ist das in der Mechanik sehr schwer und eben (nahezu) nur mit Hochschulliteratur möglich...

OP #7455657
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Phasenschieber S. schrieb:

Zu meiner Zeit hat man zum Geburtstag, so zum 6. oder 7., einen Märklin Metallbaukasten bekommen. Davon habe ich sehr viel gelernt. Gibt es sicher heute noch:

Ich hatte auch zwei Kästen dieser Art. Was mir da allerdings fehlt, sind z.B. Zahnräder oder Zahnleisten oder Schnecken.

Und ja, ich habe grade gesehen, dass es bei Lego Technic das alles gibt, allerdings auch zu einem relativ stolzen Preis.

Gast #7455663
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Frank H. schrieb:

Ich hatte auch zwei Kästen dieser Art. Was mir da allerdings fehlt, sind z.B. Zahnräder oder Zahnleisten oder Schnecken.

Gab es auch von Märklin. Es gab verschiedene Aufbaustufen. Den Grundkasten, Aufbaustufe 1 bis ultimo. Es gab sogar Elektromotoren und Übersetzungen.

#7455664
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Hallo

Gerade nochmal das typische Forenproblem gesehen Es wird viel mit dem Hebelgesetz und mindestens einmal sogar explizit mit den Servoproblemen geantwortet

Aber:

Frank H. schrieb:

Beispiel: Ich möchte z.B. eine Vorrichtung bauen / drucken, die per Servo eine Spraydose (Kältespray) zum Sprayen bringt. Wie geht man da vor?

Was ein Beispiel ist, und dass man zur Erklärung eines Problems erstmal einfache Beispiele nimmt, die eigentlich jeder verstehen sollte, ist hier so einigen (wieder mal)nicht klar.

Der Servo und die Spraydose ist nur ein einfaches Beispiel, worauf der TO hinaus will (ist zumindest stark anzunehmen, musste hier im Forum nämlich schon öfter ähnliche Erfahrungen machen) ist zu erfahren wie man stellvertretend durch das Serverbeispiel das notwendige Drehmoment bestimmt, wie man den Antrieb (Antriebe generell) technisch ausführt, was man so alles beachten muss, wo die kleinen und gemeinen Fehler liegen usw.

Nochmal:

Der TO hat anhand eines --> Beispiels<-- (eines recht einfachen Stellvertreters, ein einfaches vielen bekanntes Modells und Problems,...) gefragt, es geht eben nicht explizit um genau das geschilderte "Problem"...

#7455866
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Frank H. schrieb:

Hallo Zusammen, kann mir jemand sagen, wie man sich ein Grundwissen in Mechanik aneignen kann?

Beispiel: Ich möchte z.B. eine Vorrichtung bauen / drucken, die per Servo eine Spraydose (Kältespray) zum Sprayen bringt. Wie geht man da vor?

Bei so einfacheren Beispielen...erstmal schauen was man so an Material da hat und wie nan das am Besten dafür verwendet. Und dann einfach mal anfangen.

Hm ich glaub ein Anfang wäre mal ein Fachkunde Metall Buch...so für den groben Überblick. Du könntest auch einfach mal ne alte Maschine (Nähmaschine, Schreibmaschine) zerlegen und schauen wie die funktioniert, hilft auch fürs Verständnis.

Ansonsten ists glaub ich schwer tipps zu geben wie man das am besten lernt. Ich würd sagen...fang einfach an und scheiss erstmal auf die Theorie, das wird ganz schnell ganz kompliziert (z.B. Schraubenauslegung). Lern durch Erfahrung und Fehler. Wenn du dann auf ein Problem stösst, kannst immer noch hier fragen oder nachlesen. Wichtig ist mal der Anfang

Gast #7455892
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Mechanik ist genauso ein allumfassender Begriff wie Elektronik.

Da gibt es viele verschiedene Spielwiesen. Da muss man spezifizieren was man eigentlich damit meint.

Frank H. schrieb:

Beispiel: Ich möchte z.B. eine Vorrichtung bauen / drucken, die per Servo eine Spraydose (Kältespray) zum Sprayen bringt. Wie geht man da vor?

Zum Drücken eines Spraykopfes braucht es eine gewisse Kraft. Eine Vorrichtung die diese Kraft aufbringen soll, wird nicht klein und leicht sein.

Um diese Aufgabe zu lösen würde ich in die Pneumatik ausweichen. Dazu bräuchte es dann wiederum einen Kompressor.

Ich habe mal einen Flaschenverkorker gebaut, siehe Bild, der wurde mit einer Fußtaste ausgelöst. Da könntest du auch eine Spraydose drunter stellen, die würde ordentlich sprühen ;-)

Nur so als Denkanstoß :-)

Angehängte Dateien:
#7455962
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Rudi K. schrieb:

aber bei dem Metallbaukasten muss man ja schrauben. Welches Kind kann das heute noch. Da ist es viel einfacher, das Lego-Plastik-Gelumpe zusammen zu klipsen. Auch wenn es dann besch...en aussieht.

Wow - ich dachte diese "Altmännersprüche" und das "denken" dahinter wäre seit mindestens ende der 80er Jahre ausgestorben.

Oder meinst du eigentlich Jugendliche?

Denn ja, ->Kinder<- mit 3 oder auch 6 Jahren werden tatsächlich Schwierigkeiten haben, Modelle mit Metallbaukästen zusammenzubauen - das hatten die aber auch schon, als du vom Alter in Jahren und hoffentlich auch vom Kopf her jung warst.

Und (auch) für Kinder gibt es diese Klemmbausteine - mit denen übrigens auch Erwachsene anspruchsvolle Funktions- und oder Architekturmodelle bauen.

Klemmbausteine sind ganz bestimmt kein "Gelump", sondern gerade für Kinder ein wertvolles Spielzeug - informier dich mal...

#7456045
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Frank H. schrieb:

Zu meiner Zeit hat man zum Geburtstag, so zum 6. oder 7., einen Märklin Metallbaukasten bekommen. Davon habe ich sehr viel gelernt. Gibt es sicher heute noch:

Ich hatte auch zwei Kästen dieser Art. Was mir da allerdings fehlt, sind z.B. Zahnräder oder Zahnleisten oder Schnecken.

Die gabs bei den Metallbaukästen (Märklin, Trix) auch, allerdings erst in den teureren Ergänzungsbaukästen.

Und ja, ich habe grade gesehen, dass es bei Lego Technic das alles gibt, allerdings auch zu einem relativ stolzen Preis.

Auch die Metallbaukästen hatten damals "stolze Preise".

#7456112
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Als ADHS-ler mit technischem Diplom - habe ich als Kind meinen Trix(?) Stabilbaukasten mit den schönen M3 Messingschlitzschrauben nach kürzester Zeit im Schrank beerdigt. Dauerte mir zu lang alles ewig zu verschrauben - um es nachher wieder zu zerlegen. Einige Teile habe ich dann als Kind für Dauereinrichtungen wie ein elektronisches Ballspielziel und ähnliches verbaut, dazu ein Fünfjahresvorrat M3...

Lego war da für mich besser, da schneller/flexibler - und brachte ähnlich gutes mechanisches Grundverständnis. Und Getriebe konnte man mit Legotechnik auch schön zusammenbauen... Oder den Bagger mit der Pneumatik von Legotechnik... Da schließt sich auch gleich der Kreis zu Hebeln - Baggerausleger. Da kann ich meinen Eltern heute noch dankbar für sein.

Und die Mechanik Grundlagenvorlesung im Studium beschreibt ja dann doch ein paar grundlegende Konzepte - die so im Physikunterricht nicht drankamen. Ich sag nur "Freischneiden".

Aber das ist auch etwas Veranlagungssache. Der eine hat ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, der nächste ist sportlich...

(Firma: Autotronic) #7456195
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Frank H. schrieb:

Was mir da allerdings fehlt, sind z.B. Zahnräder oder Zahnleisten oder Schnecken.

Die kreativen Metallbaukästen von eitech gibt es auch heute noch und dazu sogar ein extra Zahnradsortiment C132. Sogar die 4mm Achsen von Fischertechnik passen exakt in die Zahnradnaben rein.

Angehängte Dateien:
#7456951
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Ich verstehe jetzt nicht, warum das Spielen mit Konstruktions- kästen hier madig gemacht wird.

Ich habe da Grundlagen gelernt, meine Tochter hat mit Begeisterung die Fischer-Technik gebaut. (Die restauriert gerade einen uralt Landrover).

Das geht halt nicht auf dem Bildschirm.

Viele Grüße Bernd

#7457026
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Frank H. schrieb:

Beispiel: Ich möchte z.B. eine Vorrichtung bauen / drucken, die per Servo eine Spraydose (Kältespray) zum Sprayen bringt. Wie geht man da vor?

Als Junge habe ich eine Menge gelernt, indem ich Geräte vom Müll auseinandergenommen habe, um zu sehen, wie sie funktionieren. Mache ich teilweise jetzt noch, wenn mir was neues in die Hände fällt.

Für dein Beispiel sieh dir mal einen elektrischen Thermostat fürs Heizungsventil an. Ein winziger Motor, der aber mit der Mechanik eine große Kraft auf den Regelstift ausüben kann. Der Gegendruck einer Spraydose ist nix dagegen.

Da aber in der Physik nichts geschenkt wird, geht das auf Kosten der Zeit.

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