Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Auslötpistole in 2023


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von Markus N. (Firma: ---) (dlr)


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Hallo,

ich bin auf der Suche nach einer Auslötpistole. Diese wäre bei mir 
täglich im Einsatz. In der Regel für normale (ältere) Platinen im KFZ 
Bereich. Pfostenstecker auslöten, Relais auslöten, ICs auslöten, 
Batteriehalter auslöten etc.

Druckluft habe ich leider keine an meinem Arbeitsplatz. D.h. die 
Auslötpistole müsste rein elektrisch funktionieren.

Freue mich über Empfehlungen.

Vielen Dank.

: Bearbeitet durch User
von MaWin O. (mawin_original)


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>in 2023
Das ist kein korrektes Deutsch.

>Druckluft habe ich leider keine an meinem Arbeitsplatz. D.h. die
Auslötpistole müsste rein elektrisch funktionieren.
Ganz ohne Elektrik.
https://www.reichelt.de/entloetpumpe-soldapult-ds-017-deluxe-antistatisch-ds-017-ls-p225336.html?&nbc=1

von Bernd G. (Gast)


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Von JBC: Desoldering Iron DR560, DDE oder DME Steuereinheit und elektr. 
Vakuumeinheit MSE. Alles andere ist Spielkram.
Ja, und es kostet Geld.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Hakko FR-400 (300W) oder FR-410 (140W). Dazu ein oder mehrere Nozzle 
Quick Changer.

Allerdings entsprechen die FR-4x0 nicht deiner Anforderung nach Jahrgang 
2023.

: Bearbeitet durch User
von Carsten W. (eagle38106)


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Na, der Fragesteller meinte wohl eher was in der Preislage um 400€:
https://tbk-onlineshop.de/produkt/hakko-fr-301-20-entloetpistole/

von Bernd G. (Gast)


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Carsten W. schrieb:
> Na, der Fragesteller meinte wohl eher was in der Preislage um 400€:

Muss er selbst wissen. Gewicht 3 kg klingt nicht sehr überzeugend. 
Jedenfalls nicht für mich.

von Gerald K. (geku)


Angehängte Dateien:

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: Bearbeitet durch User
von Wolfgang S. (wolfgang_s278)


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: Bearbeitet durch User
von Roland E. (roland0815)


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Bernd G. schrieb:
> Von JBC: Desoldering Iron DR560, DDE oder DME Steuereinheit und elektr.
> Vakuumeinheit MSE. Alles andere ist Spielkram.
> Ja, und es kostet Geld.

https://www.weller-tools.com/eu/de/industrielles-loeten/produkte/loetstationen/wr-3000m

Die geht genauso gut wie JBC und auch mit eingebauten Pumpen.

Ist eine Eierlegende Wollmilchsau für drei Geräte. Lötkolben/Pinzette, 
Heißluft und Absaugkolben.

von Rainer D. (rainer4x4)


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Bernd G. schrieb:
> Muss er selbst wissen. Gewicht 3 kg klingt nicht sehr überzeugend.
> Jedenfalls nicht für mich.

Ach was. Schaust Du in das herstellereigene Datenblatt, und nicht auf 
irgendeine Anbieterseite. Dann bleiben nur noch 520 Gramm.

von Harald K. (kirnbichler)


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https://www.elektor.de/digital-desoldering-station-zd-915

Das ist ein klassischer Entlötkolben mit (indirekt) beheitzter 
Hohllötpitze und Vakuumpumpe. Das Handgerät hat auch noch die vom 
Threadstarter angefragte Pistolenform.

von J. S. (jojos)


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Ich habe so eine ZD-915 und bin ganz zufrieden damit.
https://www.amazon.de/Regelbare-digitale-Entl%C3%B6tstation-ZD-915-ESD/dp/B00T6FYP1A
Wichtig ist die Düse immer sauber zu halten und nach Gebrauch mit den 
mitgelieferten Drähten zu reinigen, sonst verzundern die schnell. Das 
passiert bei den teuren Weller oder Ersa aber auch.

von Rainer D. (rainer4x4)


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J. S. schrieb:
> Ich habe so eine ZD-915 und bin ganz zufrieden damit.
Bei meiner verklebt das Lot am Ende des Röhrchens durch das Heizelement. 
Also direkt bevor es in das Sammelglas eintritt.
Ich muss jedesmal das Glas entnehmen und mit Heissluft das Lot 
verflüssigen um es aus dem Röhrchen zu bekommen. Das nervt enorm.
Schade das es dafür keine Austauschdüsen mit Röhrchen gibt.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Rainer D. schrieb:
> Bei meiner verklebt das Lot am Ende des Röhrchens durch das Heizelement.

Schon mal mit etwas Graphitfett oder einem anderen temperaturfesten 
Gleitmittel in dem Röhrchen versucht?

So sonderlich temperaturfest muss das Gleitmittel wahrscheinlich nicht 
mal sein wenn das Lot dort bereits nahe am Erstarren ist.

von Daniel B. (dbuergin)


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J. S. schrieb:
> Ich habe so eine ZD-915 und bin ganz zufrieden damit.
> 
https://www.amazon.de/Regelbare-digitale-Entl%C3%B6tstation-ZD-915-ESD/dp/B00T6FYP1A
> Wichtig ist die Düse immer sauber zu halten und nach Gebrauch mit den
> mitgelieferten Drähten zu reinigen, sonst verzundern die schnell. Das
> passiert bei den teuren Weller oder Ersa aber auch.

Funktioniert bei mir auch seit Jahren ohne Probleme. Bin aber nur 
Gelegenheits-Entlöter. Vom Gefühl her ist es kein Profigerät, z.B. das 
Entnehmen des Glasröhrchens ist bei mir mühsam und hackelig. Das möchte 
ich nicht jeden Tag machen. Aber für den Preis passt das für mich.

Daniel

von Bernd G. (Gast)


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Warum schreiben die Empehlungsbedürftigen nie dazu, ob sie es privat 
oder gewerblich nutzen wollen/müssen?

von J. S. (jojos)


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Die ZD-915 benutze ich privat im eher seltenen Einsatz. Die Weller oder 
Ersa, ich weiß es nicht mehr weil es schon über 30 Jahre her ist, war im 
täglichen Reperaturbetrieb von Computern. Da ist mir in Erinnerung 
geblieben das die häufig verstopft war. Die war aber auch meistens lange 
eingeschaltet, das hatten wir hinterher geändert. Vielleicht sind die 
neueren Düsen aber auch härter und langlebieger.
So eine Verstopfung wie von Rainer D. beschrieben hatte ich noch nicht. 
Vielleicht Temperatur zu niedrig eingestellt? Das Glasrohr sitzt 
tatsächlich sehr stramm und ist etwas fummelig zu öffnen.

Ein KFZ Steuergerät hatte ich vor wenigen Monaten auch repariert, da ist 
eine sehr harte Versiegelung auf der Platine. Das freizukratzen hat mehr 
Zeit gekostet als das Entlöten.

: Bearbeitet durch User
von Rainer D. (rainer4x4)


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J. S. schrieb:
> So eine Verstopfung wie von Rainer D. beschrieben hatte ich noch nicht.
> Vielleicht Temperatur zu niedrig eingestellt?

Welche Temperatur nutzt Du?
Bei mir ists auf 360 Grad eingestellt. Ich möchte die Spitze auch nicht 
kaputt brennen.

von Thomas W. (goaty)


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Bei mir verstopft das Röhrchen am Ende (im Glas) auch regelmäßig.
Es wird natürlich nicht so heiß wie die Spitze vorne.
Habe für jede Düse einen passenden Draht zum durchstoßen.

von Markus N. (Firma: ---) (dlr)


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Hallo zusammen,

ganz herzlichen Dank für die Ideen, Anregungen und Erfahrungsberichte.

Also ich bin ein gewerblicher Nutzer und bei mir wird das Ding quasi 
täglich im Einsatz sein. Daher suche ich eine solide Lösung, muss aber 
offen gesagt gleichzeitig auch sehr auf die Anschaffungskosten achten.

2 JBC Lötstationen habe ich bereits im Einsatz und bin damit höchst 
zufrieden. Die funktionieren zuverlässig, seitdem ich sie habe (ca. 3 
Jahre). Leider sind die mit der oben genannten JBC DR560 nicht 
kompatibel. Daher wäre das wieder eine sehr erhebliche Investition, die 
erst wieder erwirtschaftet werden muss. Die High-End-Lösungen um 3K sehe 
ich momentan auch noch nicht als machbar an. Wobei der 
Werkzeugfetischist in mir die schon gerne hätte, aber da sind andere 
Anschaffungen erst mal wichtiger.

Einfache Entlötpumpen und Heißluftföhnlösungen sind für meine 
Anwendungen nicht geeignet. Die Platinen gehören in der Regel zu 
Steuergeräten und häufig auch seltener Elektronik. Da kann ich mir keine 
Fehler aufgrund ungenügenden Werkzeugs erlauben. No offendse, im 
Hobbybereich kann man das sicher so machen und da ist Zeit ja in der 
Regel auch kein Thema; bei mir allerdings schon.

Wichtig wäre für mich, dass es verschiedene Düsen für verschiedene 
Drahtdurchmesser gibt und dass die Ersatzteilversorgung gesichert ist. 
Nichts ist schlimmer, als keine Ersatzteile zu bekommen. Daher fallen 
noname Lösungen für mich leider raus.

Hat jemand Erfahrungen mit der Hakko FR 301-20 gemacht? Die wäre von den 
Anschaffungskosten überschaubar.

Oder hat jemand einen Tipp wo man hochwertiges Lötgerät ggf. gebraucht 
bekommt. Die ganzen Ebays und Kleinanzeigen habe ich natürlich im Auge.

Und noch Danke…

von Carsten S. (dg3ycs)


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Markus N. schrieb:
> Also ich bin ein gewerblicher Nutzer und bei mir wird das Ding quasi
> täglich im Einsatz sein. Daher suche ich eine solide Lösung, muss aber
> offen gesagt gleichzeitig auch sehr auf die Anschaffungskosten achten.

Was bedeutet "täglich im Einsatz" jetzt tatsächlich?
ZWar jeden Tag in Benutzung, aber nur 4-5 Bauteile am Tag auslöten?

Oder echten durchgehenden Einsatz, wie z.B. in einem reinen 
Reparaturbetrieb für THT bestückte Elektronikbaugruppen?

Das ist eigentlich wichtiger zu unterscheiden als ob der Anwender das 
privat oder gewerblich einsetzt. So manche private Löt/Entlötausrüstung 
wird vielfach stärker genutzt als das was bei vielen beruflichen 
Entwicklern auf dem Tisch steht.

Ich habe privat z.B. eine Weller Entlötstation, für meinen Löttisch bei 
meinem AG (Entwicklung, also Arbeiten an Prototypen und gelegentlich 
Reparaturen aus QS Gründen) habe ich mir eine einfache Günstig-Station 
vergleichbar ZD915 bestellt. Reicht völlig aus und das Arbeiten damit 
ist auch nicht schlechter als meine Weller...
Einzig das entleeren des Glasröhrchens ist etwas fummeliger. Dauert 
vielleicht doppelt so lange wie bei meiner privaten. Daher die Frage wie 
hoch die Nutzungsrate am Tag ist. Bei einer Leerung am Tag absolut 
egal...

Bei meinem vorherigen AG (Entwicklung Med-Technik, ab und zu mal 
Unterstützung der Kollegen aus dem Service wenn da Personalnot war, also 
etwas mehr Einsatz für die Entlötstation) hatte ich (zusätzlich zum 
"richtigen" Lötkolben) die ZD987 Doppelstation auf dem Tisch...

Auch keine Probleme ausser das so alle 1-2 JAhre mal das Heizelement 
verstorben ist. (Bei mind. 50% der Arbeitstage zumindest mehrere Stunden 
eingeschaltet.) Da die Ersatzpistole komplett gerade mal 15 euro 
gekostet hat, so viel wie eine ErsatzDÜSE bei den Markenprodukten, kein 
Problem. Einfach immer eine als Ersatz in der Lade haben...

Alleine das Heizelement für meine private Weller hätte, als das vor ein 
paar Jahren gestorben ist, über 200 Euro gekostet. Hatte da nur 
wahnsinnig viel Glück ein unbenutztes für 40 Euro über Ebay zu 
bekommen...

Wenn das aktuelle mal über den Jordan geht wird es als Ersatz auch 
einfach eine günstige ZD915 o.ä. geben.
Im Gegensatz zu Lötkolben selbst gibt es bei dem Einsatz der 
Entlötkolben bei weitem nicht diese gravierenden Unterschiede in den 
Auswirkungen für die tägliche Arbeit.

Gruß
Carsten

von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,

Rainer D. schrieb:
> Bei meiner verklebt das Lot am Ende des Röhrchens durch das Heizelement.
> Also direkt bevor es in das Sammelglas eintritt.

Rainer D. schrieb:
> Bei mir ists auf 360 Grad eingestellt. Ich möchte die Spitze auch nicht
> kaputt brennen.

Beim Entlöten darf es ruhig etwas mehr Temperatur sein.
Stelle mal so 20C-30C mehr ein! ICh habe meine Weller meist auf 400C und 
die ZD915 ähnliche auf der Arbeit meist so auf 390C eingestellt. Das 
funktioniert ganz ordentlich!
Selbst bei diesen Temperaturen und täglicher Benutzung hält eine Spitze 
locker 1/2 bis 1 Jahr! Und das bei Ersatzteilpreisen von 1-2 Euro/Stück!
(Ganze Pistole inkl Spitze, Glasröhrchen, Anschlusskabel um 20 Euro)

Und GANZ WICHTIG:
Lange genug saugen!
Ein klassischer Fehler, mit dem es auch so mancher Kollege immer wieder 
geschafft hat meine Station zu verstopfen, ist den Sauger nur kurz zu 
betätigen. Dann ist das Lot zwar aus dem Bohrloch raus, aber lange noch 
nicht im Gläschen angekommen. ist dann der Unterdruck zu früh weg, dann 
gammelt und oxidiert (wird ja fleissig weiter erhitzt) das Lot inkl. 
Schmutz in der Spitze vor sich hin.

Also wenn das Bohrloch frei ist noch immer mind. 2-3 Sekunden 
weitersaugen!

Markus N. schrieb:
> Nichts ist schlimmer, als keine Ersatzteile zu bekommen. Daher fallen
> noname Lösungen für mich leider raus.

Gerade für die NoName Lösungen gibt es die Ersatzteile an jeder Ecke. 
Und das zu Spotpreisen. Da kann man sich auch mal hinreichend Ersatz von 
mitbestellen.
Mal ganz davon abgesehen das eine komplette Station inkl. allem Zubehör 
und neuer Gewährleistung oftmals günstiger ist als ein "wesentliches" 
Ersatzteil (Heizelement, Elektronik oder Teile des Kompressors) eines 
Markengerätes.
Aufpassen muss man nur bei den Pistolen selbst. Da gibt es mittlerweile 
zwei inkompatible Versionen. Da das Heizelement andere Daten hat 
funktioniert das, auch mit "richtiger" Pinbelegung nicht an den für die 
jeweils andere Pistole ausgelegten Stationen. Problem ist die 
Temperaturerkennung.
Bis jetzt hat das bei mir und im Bekanntenkreis immer geklappt einfach 
auf die Pinzahl des Steckers zu achten. (sechs oder sieben)
Aber ob das wirklich ein zuverlässiges Kriterium ist weiß ich nicht 
sicher... Nur das eine 6-Pin Pistole auch mit angepasstem Stecker nicht 
an einer 7Pin Station funktioniert und umgekehrt. Haben wir ausprobiert.

Gruß
Carsten

von Peter K. (chips)


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wie wäre es mit einer Weller WR2000, wie WR3M - aber nur 2 Kanäle,
neuwertig mit Entlötkolben für 1122 bzw. Preisvorschlag
https://www.ebay.de/itm/404380353619

von Bernd G. (Gast)


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Markus N. schrieb:
> Hat jemand Erfahrungen mit der Hakko FR 301-20 gemacht?

Nein. Aber ich gehe davon aus, dass Hakko einwandfrei funktionierende 
Werkzeuge liefert. Das Gewicht hält sich ja nach neuesten Erkenntnissen 
auch in akzeptablen Grenzen.

von MaWin O. (mawin_original)


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Bernd G. schrieb:
> Nein. Aber ich gehe davon aus

Super Beitrag.

von Patrik (hornetfighter)


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Hallo Markus N.

es liegt zwar über Deinem angestrebtem Budget, aber ich hätte eine 
Metcal Reworkstation MRS-1100 zu verkaufen. Bei Interesse kann ich Dir 
gerne Infos zukommen lassen. Lg.Patrik.

von Peter K. (chips)


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hier gibts eine Weller WR2M mit Entlötkolben DSX80:
https://www.ebay.de/itm/314738318829
für 850€ VHB aus Belgien

von Markus M. (adrock)


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Bernd G. schrieb:
> Von JBC: Desoldering Iron DR560, DDE oder DME Steuereinheit und elektr.
> Vakuumeinheit MSE. Alles andere ist Spielkram.
> Ja, und es kostet Geld.

Hatte mir Anfang des Jahres die JBC DDSE-2QD gegönnt (da ich schon 
vorher eine einfache JBC hatte wusste ich um die gute Qualität). Hat ein 
normales T245 Handstück, die Vakuumpumpe und das Handstück zum Entlöten. 
Mit am günstigsten gibt es die tatsächlich bei Bürklin für um die 2kEUR.

Es ist für's Hobby purer Luxus, aber das Entlöten geht damit so 
unfassbar gut im Vergleich zur manuellen Saugpumpe oder Entlötlitze mit 
Flux. Es schont zudem die Bauteile als auch das Board im Vergleich zur 
Heißluftpistole. Für alle THT Teile ab 4 Pins eigentlich ein Muss wenn 
man es professionell nutzt.

Das Problem bei den manuellen Methoden ist - insbesondere bei 
mehrlagigen Platinen - das oft immernoch irgendwo auf der Oberseite oder 
im Via Zinn festhängt das den Pin nicht freigibt und sich nicht richtig 
gut absaugen lässt. Irgendwann kriegt man es meistens hin, aber schön 
ist eben anders.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Markus M. schrieb:
> Es ist für's Hobby purer Luxus, aber das Entlöten geht damit so
> unfassbar gut im Vergleich zur manuellen Saugpumpe oder Entlötlitze mit
> Flux.

Naja, zwischen dem 2000-EUR-Teil und der Entlötlitze gibt es noch die 
von mir weiter oben im Thread 
(Beitrag "Re: Auslötpistole in 2023") verlinkte 
deutlich günstigere Variante (ZD-915), die im wesentlichen exakt das 
gleiche macht wie das 2000-EUR-Teil. Fürs Hobby kann man mit der auch 
schon recht weit kommen.

Interessant wäre es, zu untersuchen, ob die Lötspitzen von Hakko auch 
für ZD-915/917 passen; die grundlegende Bauform sieht sich verdächtig 
ähnlich.

https://tbk-onlineshop.de/produkt-kategorie/hakko-loettechnik-und-entloettechnik/loetspitzen-auswahl/n61-entloet-duesen-zu-fr301-und-fr410/

https://www.myvolt.de/Loetspitze-Entloetspitze-1-0mm-fuer-ZD-915-ZD-917/P51047-10

von Gunnar F. (gufi36)


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Harald K. schrieb:
> günstigere Variante (ZD-915), die im wesentlichen exakt das gleiche
> macht wie das 2000-EUR-Teil. Fürs Hobby kann man mit der auch schon
> recht weit kommen.

ich habe diesen Fred zum Anlass genommen, mir die ZD-915 zu kaufen, auch 
wenn ich das privat nur selten brauche. Bin aber sehr zufrieden mit dem 
Teil. Hatte im vorigen Job so eine teure Löt/Entlötstation von Weller 
und damit kann sich die billige durchaus messen. Wie lange und gut die 
Spitzen halten, muss sich freilich erst zeigen. Der Trend geht zum 
Zweitkolben (Reichelt 20€) und Ersatzteile Vorhalten. Bei mir 
zumindest...

von Harald K. (kirnbichler)


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Gunnar F. schrieb:
> Der Trend geht zum
> Zweitkolben (Reichelt 20€) und Ersatzteile Vorhalten.

Es ist allemals besser, nicht ganz so perfektes Werkzeug zu haben als 
sich perfektes Werkzeug nicht leisten zu können.

von Peter K. (chips)


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Peter K. schrieb:
> hier gibts eine Weller WR2M mit Entlötkolben DSX80:
> https://www.ebay.de/itm/314738318829
> für 850€ VHB aus Belgien

ist weg

von Stefan W. (stefan_w234)


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Macht sowas niemand außer mir gerne mit einem Lötbad? Man bekommt ein 
brauchbares Gerät für wenige 100 Euro. Und mit etwas Übung geht das 
Auslöten von bedrahteten Bauelementen viel schneller und schonender als 
jeden Pin einzeln freizusaugen.

von Peter K. (chips)


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Stefan W. schrieb:
> Macht sowas niemand außer mir gerne mit einem Lötbad

kann ich mir nicht so recht vorstellen, bei Vias in Masseplane, bei 
beidseitig SMD ?
kannst mal ein Beispiel zeigen ?
dann lieber Unterhitze und Heissluft

kommt bei mir auch nicht so oft vor, am ehesten RJ45, Elkos;
Trafos löte ich mit der Weller DSX80 frei mit Vorheizen;
einreihiges (Elkos, Trans) oder RJ45 geht gut mit der JBC C245-913 - 
schonmal probiert ?

von Stefan W. (stefan_w234)


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Peter K. schrieb:
> kann ich mir nicht so recht vorstellen, bei Vias in Masseplane, bei
> beidseitig SMD ?
> kannst mal ein Beispiel zeigen ?
> dann lieber Unterhitze und Heissluft

Vogelfutter auf BOT kann man mit Kaptonband abkleben oder mit Spotmaske 
abdecken, letzteres dauert natürlich länger bis zum Trocknen. Also 
wenn's eilig ist lieber kleben.

Erst letzte Woche hatten wir wieder Diskussionen. Meine Kollegin hat 
eine nagelneue JBC Reparaturstation. Das ist ein tolles Teil (sollte es 
auch für das Geld) und sie ist auch immer skeptisch wenn ich sage, sie 
soll es mit dem Lötbad probieren. Wenn ich mich dann durchgesetzt hab 
ist sie meistens überrascht wie gut das geht...

von Bernd G. (Gast)


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Stefan W. schrieb:
> Macht sowas niemand außer mir gerne mit einem Lötbad?

Ich warte jetzt auf den ersten Vorschlag, wo jemand den Bremsenreiniger 
ins Spiel bringt.

von Gunnar F. (gufi36)


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Stefan W. schrieb:
> Macht sowas niemand außer mir gerne mit einem Lötbad? Man bekommt ein
> brauchbares Gerät für wenige 100 Euro.

Stefan, du hast eine negative Bewertung bekommen! Nanu?
Mal sehen, wie viele ich schaffe!

Ich habe früher die Platinen einfach in den Backofen gelegt. Ein paar 
Minuten durchs Fenster spekuliert, bis die Lötaugen begannen zu brodeln, 
dann mit Handschuhen raus, paff, da lagen die Bauelenente auf dem Boden. 
Viele Präzisions-IC-Fassungen und alles mögliche sonst.
Lötbad habe ich auch probiert... War aber echte Sauerei, meins war 10cm 
im Durchmesser und ich habe alles mögliche verbrannt, inklusive der 
Finger. Sind aber noch dran! Und nein, auch 30 Jahre später, bin ich 
noch nicht an Bleivergiftung eingegangen. Naja, Symptome zeige ich 
schon. Übergewicht!

von Peter K. (chips)


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Bernd G. schrieb:
> Ich warte jetzt auf den ersten Vorschlag, wo jemand den Bremsenreiniger
> ins Spiel bringt

was soll das ? der Kommentar ist weder witzig, noch hilfreich für 
irgendwas;

höchstens abwertend, ohne überhaupt den Gegenüber oder dessen Background 
zu kennen

: Bearbeitet durch User
von Bernd G. (Gast)


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Peter K. schrieb:
> was soll das ?

Das kann ich dir sagen. Der Fragesteller sucht etwas für den 
professionellen und gewerblichen Einsatz und fragt nach einem 
pistolenförmigen oder sonstigen vakuumunterstützen Entlötgerät. Jetzt 
kommen bereits Lötbäder ins Spiel.
Der Bremsenreiniger ist allerdings aus anderen Threads, wo meist etwas 
gereinigt oder gar VP-gelötet werden soll und dort genauso sinnlos ist, 
wie hier das Lötbad oder der Bunsenbrenner.
Alles, was gut funktioniert, wurde bereits weiter oben angedeutet.

von Harald K. (kirnbichler)


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Gunnar F. schrieb:
> Ich habe früher die Platinen einfach in den Backofen gelegt. Ein paar
> Minuten durchs Fenster spekuliert, bis die Lötaugen begannen zu brodeln,
> dann mit Handschuhen raus, paff, da lagen die Bauelenente auf dem Boden.

Wie schaffst Du es mit der Methode, nur ein Bauelement zu entfernen 
und den Rest in einem Zustand zu belassen, daß es sich lohnt, ein neues 
Bauteil einzulöten und die Platine weiterzubetreiben, also das zu 
machen, was man gemeinhin "Repararieren" nennt?

Hmm. Im Backofen dann wohl doch nicht.

von Peter K. (chips)


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Bernd G. schrieb:
> Das kann ich dir sagen. Der Fragesteller sucht etwas für den
> professionellen und gewerblichen Einsatz und fragt nach einem
> pistolenförmigen oder sonstigen vakuumunterstützen Entlötgerät. Jetzt
> kommen bereits Lötbäder ins Spiel.

Der TO schrieb aber auch die Anwendung:
Markus N. schrieb:
> Pfostenstecker auslöten, Relais auslöten, ICs auslöten,
> Batteriehalter auslöten etc.

dazu hat Stefan W. einen Alternativvorschlag geäußert - mit dem er 
professionelle berufliche Erfahrung hat und auch schon eine versierte 
Kollegin überzeugt hat - wieso soll die Methode nicht gut funktionieren 
?
bei einseitig bestückten LP kann ich mir das schon vorstellen

du weißt ja nicht mal, was für ein Lötbad er meint - lass dir das doch 
erstmal zeigen, bevor du schon eine (Ab-) Wertung abgibst - also mich 
interessiert das schon!
@Stefan: kannst du mal Beispiele zeigen ?

von Stefan W. (stefan_w234)


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Hallo Peter, wir kennen uns ja bereits. Ich kann dem Kollegen Bernd 
versichern, dass ich mich tatsächlich auch schon eine Weile beruflich 
mit Löttechnik beschäftige.

Ich hab gerade Urlaub, kann aber nächste Woche gerne mal ein paar 
unverfängliche Bilder hochladen. Wir nutzen das Ersa T10S Kleinlötbad. 
Du bekommst das Bauteil in zwei bis drei Sekunden lose und kannst es 
dann einfach rausziehen. Das bedeutet minimalen thermischen und 
mechanischen Stress für Bauteile, Vias und Laminat.

von Stefan W. (stefan_w234)


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Peter K. schrieb:
> einreihiges (Elkos, Trans) oder RJ45 geht gut mit der JBC C245-913 -
> schonmal probiert ?

Die 913er jetzt noch nicht, ich hab keine JBC am Platz. Da müsste ich 
raus in die Abteilung. Aber das geht auch mit der Weller WD2M und 
passendem Lötkolben mit dicker Spitze gut.

Bernd G. schrieb:
> Das kann ich dir sagen. Der Fragesteller sucht etwas für den
> professionellen und gewerblichen Einsatz und fragt nach einem
> pistolenförmigen oder sonstigen vakuumunterstützen Entlötgerät.

Gleichzeitig hat er auf ein begrenztes Budget hingewiesen. Ich 
persönlich finde es da legitim, eine Alternative für unter 200 Euro 
vorzuschlagen mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht hab. Soll ich 
dich nächstes Mal vorher fragen?

von Stefan W. (stefan_w234)


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Markus N. schrieb:
> Oder hat jemand einen Tipp wo man hochwertiges Lötgerät ggf. gebraucht
> bekommt. Die ganzen Ebays und Kleinanzeigen habe ich natürlich im Auge.

Du bist doch gewerblicher Anwender. Lass den Außendienstler von 
Weidinger oder einem der Marktbegleiter vorreiten, erklär ihm was du tun 
willst und sag ihm dass du ein Testgerät für eine oder zwei Wochen 
willst.

von Harald K. (kirnbichler)


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Stefan W. schrieb:
> Wir nutzen das Ersa T10S Kleinlötbad.

Ist wohl das hier:

https://www.ersa-shop.de/images/product_images/popup_images/0t56.jpg

Und wie lötest Du damit ein Bauteil aus einer dicht bestückten Platine 
aus, die weiterhin bestückt bleiben soll?

Wenn nebeneinander im 2.54mm-Raster fünf DIL-ICs sitzen, aber nur das 
mittlere ausgelötet werden soll, wie machst Du das mit einem 
Kleinlötbad?

https://www.mikrocontroller.net/attachment/605429/8TK3005_3840.jpg

Diese Platine ist noch sehr luftig bestückt, aber trotzdem:
Löte doch mal D40 (54LS138, untere Platinenmitte) aus (und stell' Dir 
einfach vor, daß nichts auf dieser Platine gesockelt ist).

Geht das mit deinem Lötbad? Wie?

von Stefan W. (stefan_w234)


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Harald K. schrieb:
> Geht das mit deinem Lötbad? Wie?

Öhm... Bottomseite mit Flussmittel besprühen, Platine so draufhalten 
dass das auszulötende Bauteil in der Mitte ist, drei Sekunden warten, 
Bauteil mit der Pinzette oder Zange abheben, fertig. Benachbarte 
Lötstellen schmelzen natürlich mit auf, wenn sie nicht abgedeckt sind, 
das macht aber nichts. SMD klebt man mit Kaptonband ab, THT besser mit 
Spotmaske.

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