Forum: PC Hard- und Software Telefonieren mit Linux-PC über Fritzbox, wie?


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von Horst V. (hoschti)


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Hallo Forengemeinde!

Nachdem meine Suche in den Beiträgen mich nicht wirklich weitergebracht 
hat, frage ich mal direkt in die Runde. Aber bitte seid nachsichtig, da 
ich nicht der Vollprofi in Sachen DLS und Telefon bin. Aber ich bin 
lernwillig und daher auch über Links zum Thema froh.

Zunächst mal meine Ausstattung:
 - DSL, Verbindungstyp: VDSL2 17a G.Vector, ITU G.993.5 (asu der FB 
ausgelesen),
 - Fritzbox 7590,
 - Internet-/Telefon-Anbieter 1&1,
 - Telefone am Analog-Port und über S0-Bus (ISDN-Anlage),
 - PC mit Linux per LAN-Kabel an der FB angeschlossen
 - USB-Headset

Jetzt zu meiner Frage:
Wie kann ich vom PC aus mit dem Headset telefonieren? Ich habe mir schon 
mal eini paar Client-Programme angeschaut (aber nur oberflächlich und 
recht kurz). Die wollen dann recht früh die VoIP Einstellungen bzw. 
Zugangsdaten haben. Sind das die Zugangsdaten der Fritzbox zum Provider 
hin? Sorry, wenn die Frage blöd klingt, aber ich kenne mich da absolut 
nicht aus (s.o.).

Falls noch Infos fehlen, bitte nachfragen. Werde ich möglichst bald 
nachliefern. Ich sitze aber nicht ständig vorm PC. Kann also auch mal 
einen Tag dauern, bis ich mich wieder melde.

Ich würde mich über nützliche Unterstützung freuen!
Hoschti

von Stephan S. (uxdx)


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Ich nutze seit einigen Jahren Linphone und binde das an per SIP an 
meinen Telefon-Anbieter, der Router ist da völlig egal.

: Bearbeitet durch User
von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Oder allgemeiner ausgedrückt: Such' dir ein sog. "Softphone", das unter 
Linux läuft und SIP2-kompatibel ist. Davon sollte es ziemlich viele 
geben.

: Bearbeitet durch User
von C-hater (c-hater)


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Horst V. schrieb:

> Wie kann ich vom PC aus mit dem Headset telefonieren?

Grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten:

1) Direkte Anmeldung des Clients beim SIP-Provider. Damit ist der Client 
aber komplett raus aus der Verwaltung der TK-Anlage über die FB. Beide 
wissen rein garnichts voneinander und kommen sich sehr wahrscheinlich 
gegenseitig in's Gehege. Nicht gut.

2) Der Client darf nicht über SIP angebunden werden, sondern über das, 
was die FB bereitstellt. Also DECT, ISDN, oder POTS. Und er muß 
entsprechend der gewählten Anbindung auch physisch und logisch mit der 
FB verbunden und dort entsprechend konfiguriert werden.

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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C-hater schrieb:

> 1) Direkte Anmeldung des Clients beim SIP-Provider.

Das könnte bei einer Fritzbox mit integrierter TK-Anlage Probleme machen 
(auch wenn diese nicht benutzt wird), weil die FB "ums Verrecken" den 
SIP-Port 5060/61 nicht passieren lässt. War bis vor ca. 1 Jahr 
jedenfalls noch so.

Lösung: FB ohne TK-Anage (30er, 40er) oder Router von anderem Hersteller 
(z.B. TPLink, Cisco, Draytek usw.)

von Rüdiger B. (rbruns)


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3.4 IP-Telefone (LAN / WLAN)

    Telefonanschluss in der FRITZ!Box auswählen. Um mit der Einrichtung 
zu beginnen wählen Sie bitte den Anschluss „LAN/WLAN (IP-Telefon)“ aus 
der Liste. ...
    Zugangsdaten festlegen. ...
    Rufnummern zuordnen. ...
    Einstellungen übernehmen. ...
    Telefon verbinden.

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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C-hater schrieb:

> 2) Der Client darf nicht über SIP angebunden werden, sondern über das,
> was die FB bereitstellt. Also DECT, ISDN, oder POTS. Und er muß
> entsprechend der gewählten Anbindung auch physisch und logisch mit der
> FB verbunden und dort entsprechend konfiguriert werden.

Doch natürlich, die FB arbeitet doch hervorragend selbst als 
SIP-Registrar. Man kann das Softphone also auch in der FB registrieren 
und diese vermittelt es dann an das externe SIP-Konto (einzelne 
Rufnummer) bzw. den SIP-Trunk (Nummernblock) des Providers ...

von Tim S. (Firma: tsx89) (freak_ts) Benutzerseite


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Richte eine neue VoIP Nebenstelle in der FritzBox ein. Dort vergibst du 
SELBER die Zugangsdaten. Die Box erteilt dann eine interne Rufnummer 
(**621?) und mit den Daten kannst du dich über Sip-Clients anmelden.
[Edit: zu spät]

: Bearbeitet durch User
von C-hater (c-hater)


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Frank E. schrieb:

> Doch natürlich, die FB arbeitet doch hervorragend selbst als
> SIP-Registrar.

Ooops, das wußte ich nicht. Wenn das so ist, ist das klar der richtige 
Weg.

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Um das nochmal deutlich zu machen (für den TO):

- seit einiger Zeit gibt es als "Telefonanschluss" von Zuhause zum 
Provider sowieso nur noch IP-Telefonie

- die Fritzbox ist als TK-Anlage/"Vermittler"/Wandler mit einem 
SIP-Konto (Einzelrufnummer) oder SIP-Trunk (Nummernblock) schon beim 
Provider angemeldet (siehe "eigene Rufnummern")

- die Fritzbox dient als Medienconverter, d.h. sie stellt ihrerseits 
"Telefonanschlüsse" bereit, wo du analoge 
Telefone/Faxe/Türsprechanlagen, ISDN-Telefone, DECT-Handsets oder auch 
VOIP/SIP-Telefone dranhängen kannst

- VOIP/SIP-Telefone gibts nun in Hardware (sieht aus wie ein 
"gewöhnliches" Telefon mit LAN-Anschluss oder auch rein in Software als 
"Softphone). Das läuft dann als Programm auf dem PC/Laptop oder auch 
Tablet oder gar Smartphone

- soll sich so ein VOIP/SIP-Telefon (oder Softphone) an der Fritzbox 
anmelden, musst du zunächst ein "Konto" für dieses Telefon in der 
Fritzbox einrichten. Dabei vergibst du einen Benutzernamen und ein 
Passwort (merken!) und du stellst ein, auf welche Anrufe das Tel. 
reagieren soll und über welche Nummer es raus wählt (falls es mehrere 
gibt).

- im Softphone musst du die Adresse des "SIP-Servers" angeben, das ist 
die IP der Fritzbox, meist (aber nicht immer) ist das die 192.168.178.1. 
Dann brauchst du noch die vorhin erwähnten Zugangsdaten ... das sollte 
reichen. Irgendwo/irgendwie zeigt dir das Softphone eine erfolgreiche 
"Registrierung", manchmal als grünen Punkt oder im "Status" ... feddich.

- dann musst du dir noch Gedanken machen, welche Audio-Kanäle das 
Softphone auf dem Rechner nutzen soll. Bei einem Headset (Analog/USB 
oder Bluetooth) hast du ja Hörer und Mikrofon, bei einem 
Laptop/Tablet/Smartphone auch, bei einem Desktop ist meist kein Mikro 
eingebaut ...

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Mit Linphone hatte ich von einer Weile durchwachsene Erfahrung. 
Registrierung an Kabel-Fritz und Klingeln ging problemlos. Die 
Audio-Seite zickte jedoch. Mit Headset hatte ich teils 
Einweg-Kommunikation. Lauthören, also Raum-Mikro und Lautsprecher, gab 
ergab 1 Sekunde Verzögerung und Echo.

Ich hatte das dann aber nicht weiter verfolgt, um nicht dauernd andere 
Leute zu nerven, und weil das Hauptziel schon erreicht war: es klingelte 
zusammen mit dem DECT-Telefon.

: Bearbeitet durch User
von Tobo M. (chipi)


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von Horst V. (hoschti)


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Vielen Dank an alle! Da ist ja in knapp zwei Stunden jede Menge Info 
angekommen. Ich werde mich da mal durchkämpfen.

Noch eine Frage: Kennt jemand einen guten und einfachen Client für Linux 
(Ubuntu) aus eigener Erfahrung? Ich kann mir dann einiges an Testarbeit 
sparen.

Danke!

von Stephan S. (uxdx)


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Frank E. schrieb:
> C-hater schrieb:
>
>> 1) Direkte Anmeldung des Clients beim SIP-Provider.
>
> Das könnte bei einer Fritzbox mit integrierter TK-Anlage Probleme machen
> (auch wenn diese nicht benutzt wird), weil die FB "ums Verrecken" den
> SIP-Port 5060/61 nicht passieren lässt. War bis vor ca. 1 Jahr
> jedenfalls noch so.
>
> Lösung: FB ohne TK-Anage (30er, 40er) oder Router von anderem Hersteller
> (z.B. TPLink, Cisco, Draytek usw.)

Das musst Du mal meinen Fritzboxen 7490 und 7530 erzählen, die wissen 
seit Jahren nichts davon und lassen meine Asterisk-Anlagen fröhlich 
telefonieren und Linphone (unter Umgehung der Asterisk) direkt "sippen".

von Stephan S. (uxdx)


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Horst V. schrieb:
> Noch eine Frage: Kennt jemand einen guten und einfachen Client für Linux
> (Ubuntu) aus eigener Erfahrung? Ich kann mir dann einiges an Testarbeit
> sparen.

Linphone. s.o. oder https://wiki.ubuntuusers.de/Internet-Telefonie/

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Stephan S. schrieb:

> Das musst Du mal meinen Fritzboxen 7490 und 7530 erzählen, die wissen
> seit Jahren nichts davon und lassen meine Asterisk-Anlagen fröhlich
> telefonieren und Linphone (unter Umgehung der Asterisk) direkt "sippen".

Das habe ich mir nicht ausgedacht.
Konkret ging es um eine 3CX-Installation auf einem Mini-PC auf Basis des 
Debian-Iso. Die 3CX enthält einen "Firewall-Test", der die benötigten 
Ports auf Erreichbarkeit testet. 5060 und 5061 waren hinter einer 73er 
oder 74er FB immer rot markiert. Erst der Umstieg auf eine 30er FB 
brachte sofort die Erlösung ...

Möglicherweise gestattet Asterisk oder dein Provider die Nutzung anderer 
Ports, die 3CX war da störrisch.

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Potentielle Problem mit Routern, die wirklich nichts von VoIP zwischen 
internem SIP und externem SIP-Anbieter wissen, und in keiner Weise 
mitspielen, entstehen nicht durch das SIP selbst, sondern durch das RTP 
der Sprachkanäle in Verbindung mit dem NAT des Routers oder der 
Firewall.

Das ist natürlich lösbar. Ob STUN, Portranges, UPnP, ... Aber es kann 
sein, dass man darauf achten muss, will man nicht nur, das der Andere 
einen hört, sondern auch zuhören können.

: Bearbeitet durch User
von Stephan S. (uxdx)


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Frank E. schrieb:
> Stephan S. schrieb:
>
>> Das musst Du mal meinen Fritzboxen 7490 und 7530 erzählen, die wissen
>> seit Jahren nichts davon und lassen meine Asterisk-Anlagen fröhlich
>> telefonieren und Linphone (unter Umgehung der Asterisk) direkt "sippen".
>
> Das habe ich mir nicht ausgedacht.
> Konkret ging es um eine 3CX-Installation auf einem Mini-PC auf Basis des
> Debian-Iso. Die 3CX enthält einen "Firewall-Test", der die benötigten
> Ports auf Erreichbarkeit testet. 5060 und 5061 waren hinter einer 73er
> oder 74er FB immer rot markiert. Erst der Umstieg auf eine 30er FB
> brachte sofort die Erlösung ...
>
> Möglicherweise gestattet Asterisk oder dein Provider die Nutzung anderer
> Ports, die 3CX war da störrisch.

https://www.3cx.de/voip-sip/stun-server/

Meine Asterisken und Linphone laufen auf Port 5060

: Bearbeitet durch User
von Tim S. (Firma: tsx89) (freak_ts) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

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Horst V. schrieb:
> ...Kennt jemand einen guten und einfachen Client für Linux

"Twinkle" gibt es auch noch [Den verwende ich derzeit @ Debian] Macht an 
der FritzBox keine Probleme.

https://wiki.ubuntuusers.de/Twinkle/
sudo apt-get install twinkle

: Bearbeitet durch User
von Horst V. (hoschti)


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Danke an alle für die Vorschläge. 👍

Die schaue ich mir die Tage mal an.

von Scyte R. (scyte)


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Falls die Registrierung direkt beim Anbieter nicht geht:
Die es gibt eine Sicherheits-Option in den Fritzboxen, die sicherstellt, 
das man sich vom Heimnetz nicht draußen anmeldet. Evtl. ist die 
aktiviert, Haken raus und es läuft wieder.

von Benedikt L. (Firma: Dem Ben seine Leiche) (dembenseineleiche) Flattr this


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Firtzboxen können auch SIP-Server sein und em gearteten Client eine 
Basis anbieten.
ebenstelle SIP und so. Reinklicken und loslegen!

von René H. (mumpel)


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Es würde auch ein Telefon mit CTI und Headset-Funktion (Kabelgebunden 
oder BT) gehen, falls es unter Linux CTI/TAPI gibt.

von Horst V. (hoschti)


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Tim S. schrieb:
> Horst V. schrieb:
>> ...Kennt jemand einen guten und einfachen Client für Linux
>
> "Twinkle" gibt es auch noch [Den verwende ich derzeit @ Debian] Macht an
> der FritzBox keine Probleme.
>
> https://wiki.ubuntuusers.de/Twinkle/
> sudo apt-get install twinkle

Den habe ich jetzt mal getestet. Nachdem ich die passenden Einstellungen 
in Twinkle drin habe geht's problemlos. Danke für den Screenshot, Tim!

Nochmal danke an alle, die mich mit sinnvollen Beiträgen zum Ziel 
geleitet haben!

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