Identifikation eines Bauteils aus einem alten Labornetzteil

OP #7487483
Lesenswert?

Guten Abend,

Kann mir jemand von euch sagen, um welches Bauteil es sich hierbei handelt. Wie gesagt stammt die Platine aus einem alten Labornetzteil der Firma Elwe. Es sieht "widerstandsähnlich" aus, hat auch ungefähr die Größe und ist in Serie wechselstromseitig vor dem Gleichrichter angebracht. Das Teil ist abgeraucht und das auf dem Bild ist baugleich (zumindest optisch) mit dem welches ich benötigen würde. Eine Widerstandsmessung mit dem Multimeter ergab ca. 0,2 Ohm und Durchgang ist in beide Richtungen vorhanden. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Danke im Voraus, Markus

Angehängte Dateien:
OP #7487490
Lesenswert?

Hallo Harald, danke für die schnelle Info. Ich dachte zwar auch an einen 0-Ohm-Widerstand, kam mir aber komisch vor. Weshalb sollte der Hersteller sowas machen. Das Layout ist ja nicht übermäßig kompliziert. Aber was könnte da wirklich die Ursache sein. Wie gesagt, das Teil ist ja über 30 Jahre alt.

LG Markus

#7487514
Lesenswert?

M. W. schrieb:

Vermessen wurde das gesuchte Bauteil eines Baugleichen Netzteils

Und wie hast Du das Teil vermessen? Im aus- oder im eingebauten Zustand?

0.2 Ω kommt mir für einen 0-Ohm-Widerstand recht viel vor.

Welche Abmessungen hat das Ding? Kannst Du ein größeres Bild der Platine zeigen, auf der man mehr Bauteile sehen kann, damit man die Größe besser einschätzen kann?

(Ich hätte auf 1/8 Watt getippt, Michael meint 1 Watt .. und das hängt bei Widerständen und möchtegern-Widerständen von der Größe ab)

Gast #7487518
Lesenswert?

M. W. schrieb:

Ich dachte zwar auch an einen 0-Ohm-Widerstand, kam mir aber komisch vor. Weshalb sollte der Hersteller sowas machen. Das Layout ist ja nicht übermäßig kompliziert.

Vielleicht gibt es das Netzteil in verschiedenen Ausführungen, und ein anderes Modell braucht hier einen "richtigen" Widerstand. Daher musste der Bestückplatz vorgehalten werden. Und viele alte Automaten können keine Drahtbrücken, da nimmt man dann diese Widerstandsform.

#7487573
Lesenswert?

H. H. schrieb:

Harald K. schrieb:

Was muss man machen, um einen Null-Ohm-Widerstand abrauchen zu lassen?

Seine Strombelastbarkeit überschreiten.

So ein Widerstand ist doch eine Drahtbrücke mit einen Pseudo-Widerstandskörper umspritzt? Dann gehört einiges dazu, den durchzuschmoren....

Harald K. schrieb:

0.2 Ω kommt mir für einen 0-Ohm-Widerstand recht viel vor.

Hängt vom Meßgerät ab. Ich habe eins, das zeigt bei kurzgeschlossenen Meßspitzen 15 Ohm an...!

#7487709
Lesenswert?

Ein schwarzer Ring, der nicht zum Farbschema paßt, soll doch sonst ein Kennzeichen für Sicher(ungs|heits)widerstände sein. Dafür spricht, daß er mit mattem Lack überzogen ist (die Glanzschicht ist, wenn es kein Artefakt ist, nur auf der oberen Seite, also nach Einbau hat jemand rumgepinselt) und daß er vor dem Gleichrichter genau an der richtigen Stelle sitzt, um eine durchlegierte Diode oder einen kurzgeschlossenen Elko durch Abrauchen einzubremsen und das Gerät zu retten. Bauzeit des Geräts also vermutlich zwischen "Primär- und Sekundärsicherung wie in der Guten Alten Zeit [tm]" und "gar keine Sicherheitsmaßnahmen mehr wie heute".

Auch wenn ich keinen Marktüberblick über Null-Ohm-Widerstände im Lauf der Jahrzehnte habe, war deren schwarzer Ring doch immer mittig und der Lack immer glänzend (und ich glaube auch immer beige.)

Die Bauzeit des Geräts spricht dafür, daß man auch mal eine Charge Sonderwerte bestellen konnte, die dann halt nicht gekennzeichnet wurde. Nebendran der graue Widerstand hat ja gar noch Ziffern drauf. Vielleicht ist auch das die Lösung: auf der Unterseite ist der Zahlenwert gestempelt. Die Leistungswiderstände scheinen auch mal Ziffern getragen zu haben.

Was ist das eigentlich in dem großen Bild für ein merkwürdiges Schwarzes Loch in der Mitte, das zwar wie eine Platinenbohrung aussieht, aber dann doch halbe Widerstände verschluckt?

OP #7487726
Lesenswert?

Danke für Deine umfangreiche Ausführung. Alle mir bis jetzt bekannten 0-Ohm-Widerstände waren entweder beige oder blau und hatten den Ring in der Mitte. Ich denke ich kann mich jetzt nur auf die Messung ~2 Ohm verlassen bzw. muss ich das Bauteil ohnehin ausbauen und finde vielleicht wirklich auf der Unterseite noch einen aufgedruckten Zahlenwert. Ansonsten bestelle ich die 2-Ohm-Widerstände.

Ich danke euch allen für die zahlreichen und informativen Postings und euer Interesse am Thema.

Ich denke der Thread kann als closed betrachtet werden.

LG Markus

Gast #7487728
Lesenswert?

M. W. schrieb:

H. H. schrieb:

Nein.

Hätte ich auch gedacht. Erklärst Du es uns?

Dazu wäre eine extra Produktionslinie nötig, und das wäre viel zu teuer.

Man dreht einfach die Schichtdicke hoch, bis der Widerstand ausreichend klein ist, dann lässt sich das auf der vorhandenen Produktionslinie fertigen.

OP #7487846
Lesenswert?

Sorry für das Bild. Der Fleck ist mir gar nicht aufgefallen. Wahrscheinlich hab ich bei der Skalierung mittels Gimp versehentlich auf den Pinsel gedrückt. Hier kommt das Bild ohne Fleck.

Was mir noch aufgefallen ist, rechts oben, wo die Steckleiste ist, sind noch zwei solche Bauteile. Hier mess ich mit dem Multimeter bei beiden genau Null Ohm.

Angehängte Dateien:
#7489000
Lesenswert?

M. W. schrieb:

Was mir noch aufgefallen ist, rechts oben, wo die Steckleiste ist, sind noch zwei solche Bauteile.

Kann man auf dem Bild leider nicht erkennen, da die verwackelten Reflexionen wie ein halbes Dutzend Farbringe aussehen. :) Nur der Neugier halber, hat denn der Widerstand aus dem allerersten Bild tatsächlich einen Lackfehler oder ist das auch ein Artefakt?

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren