Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Hardwareentwicklung: Ineffiziente Geschäftsprozesse


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von Wegwerf A. (1694095290)


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Wegwerfaccount um nicht gekündigt zu werden.

Folgende Situation als Hardwareentwickler: Unser ECAD Programm ist an 
unser Warenwirtschaftssystem angeschlossen. Jedes Bauteil im Schaltplan 
hat eine eindeutige ID, mit der es im WaWi-System zu finden ist.
Für deine Platine benötigst du eine ganze Reihe von Bauteilen, die es im 
System noch nicht gibt. Das können auch einfach nur Widerstandswerte aus 
der E192 Reihe sein, die sonst noch niemand gebraucht hat.

Nun geht es also los: Du meldest deine benötigten Teile dem dafür 
zuständigen Kollegen, der die Teile im WaWi-System anlegt. Ein anderer 
Kollege wird dann im Anschluss Symbol und Footprint anlegen.
Beide machen das nebenbei zum Tagesgeschäft. Es ist nun also so, dass du 
die Teile Montag morgens anfragst und dann Mittwochs irgendwann anfangen 
kannst die Teile zu benutzen. In der Zwischenzeit musst du irgendwie 
beschäftigt wirken. Sie würden es dir zwar nie ins Gesicht sagen, aber 
anhand der Reaktion merkt man, dass man den Kollegen hier nur zur Last 
fällt. ("Du brauchst schon wieder Bauteile...?")


Jetzt frage ich mich: Ist das normal, dass das so abläuft? Wie ist das 
in eurer Firma?

Dieses passive ausgebremst werden ist ein riesiger Demotivator für mich.

von Falk B. (falk)


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Wegwerf A. schrieb:
> Jetzt frage ich mich: Ist das normal, dass das so abläuft?

In größeren Firmen schon.

> Wie ist das in eurer Firma?

Das ECAD ist nicht ans SAP-System gekoppelt. Die meisten Hardwerker bei 
uns nutzen Eagle und machen sich ihre Symbole selber. Wenn man bei uns 
mit dem "großen" Mentor-System arbeiten muss, das nur Einer in Vollzeit 
bedient (Layout), muss man auch da die fehlenden Bauteile beantragen. 
Das dauert auch, oft deutlich mehr als 3 Tage. So what!

> Dieses passive ausgebremst werden ist ein riesiger Demotivator für mich.

Du machst dich sinnlos heiß. Du kannst ja deinen Schaltplan weiter 
zeichnen. Sei es, indem du vorhandene Symbole als Platzhalter nutzt oder 
im Vorab die neuen Bauteile sammelst und als Paket neu beantragst. Klar 
dauert das ne Weile, vielleicht auch länger als 3 Tage. So what! Mach 
was anderes. Wenn es dem Chef zu langsam geht, spiel ihm dem Ball zu. Du 
hälst dich an den Prozess.

von Andras H. (kyrk)


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Ich würde sagen, einfach damit leben. Die Firma ist halt so. Prozesse 
werden nie abgebaut, sondern immer dazugebaut.

Wenn das dich stört, und bist bereit Risiko zu tragen, dann versuche mal 
eine eigene Firma zu machen. Wer weiß, vielleicht kannst du etwas besser 
als die anderen Firmen, hast bessere Ideen oder schlankere Prozesse. 
Muss man einfach ausprobieren. Wenn du dann Erfolg hast, wirst gefeiert 
und alle werden deine Ideen kopieren. Also hast nur paar Jahre um aus 
deine Ideen wirklich viel Geld zu machen.
Ich habe daran auch schon gedacht, aber bin zu dem Ergebnis gekommen, 
dass ich das auch nicht besser machen könnte :(

Mittlerweile bin ich mit solchen Prozessen so, dass ich sage, ist ja 
nicht meine Firma, ich habe den Prozess nicht mir ausgedacht, vielleicht 
will man ja nicht dass man hier zu schnell arbeitet. Für manchen sind 
halt die Entwicklungen auch jetzt zu schnell. Also ich ärgere ich mich 
darüber nicht, ich halte dazu Distanz und gut ist es.

von Peter K. (chips)


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Wegwerf A. schrieb:
> Ist das normal, dass das so abläuft?

klar doch, aber du kannst ja mit dummys im Schaltplan arbeiten und hast 
während Layout und LP-Bestellung noch ein paar Wochen Zeit, die 
richtigen Symbole für Plan und Layout erstellen zu lassen und 
Musterteile zu organisieren

von Mann Fred (Gast)


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Wegwerf A. schrieb:
> Folgende Situation als Hardwareentwickler: Unser ECAD Programm ist an
> unser Warenwirtschaftssystem angeschlossen. Jedes Bauteil im Schaltplan
> hat eine eindeutige ID, mit der es im WaWi-System zu finden ist.
Ist ganz normal. Hier alles über SAP. Im Programm gibt es eindeutige 
Hinweise an den Designer, wenn ein Bauteil in Abkündigung ist, nicht 
geliefert werden kann oder umgekehrt ein Vorzugsbauteil ist, mit dem 
gute Erfahrungen bestehen, das man als Vorzugskunde bei Knappheit leicht 
bekommt oder das besonders günstig ist, weil es anderswo im Konzern 
schon massig verbaut wird.

Das Meiste, was man so braucht, ist dann früher oder später drin und 
verfügbar. Du übertreibst ein wenig. Wenn man das sinnvoll einsetzt, ist 
das eine große Hilfe. Vor allem kann so sehr schnell bei Abkündigung 
Ersatz gefunden und überarbeitungspflichtige Designs aufgefunden werden.

von Bruno V. (bruno_v)


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Wegwerf A. schrieb:
> Du brauchst schon wieder Bauteile...?")

Ich vermute, dass irgendwas falsch läuft: während spezielle Bauteile 
angelegt werden, sollte es für generische Bauteile einen temporären 
pragmatischen Weg geben. Hühnerfutter stellt der Bestücker für 
Prototypen sicher bei. Und welche Schaltung ist schon vor der ersten 
Platine final. Geht bei Euch jede Bestückungsänderung oder -Variante 
durch den Schaltplan?

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Ich verstehe nicht ganz, warum es nicht geht die fehlenden 
Symbole/Footprints zügig mittig im Design anzufertigen wenn man sie 
gerade braucht und wenn das Design stabil wird, einfach die neuen 
Symbole dem zuständigen Kollegen zukommen lassen, der nach Überprüfung 
seinerseites, jene dann ins System offiziell ein- und zuordnet. Das 
erspart Euch beiden bestimmt viel Frust und Arbeit. Irgendwie wäre das 
für mich ein machbarer Prozess. Sprich mal mit bei einem Bier mit ihm ob 
sich der Prozess nicht etwas anpassen kann und ihr effizient 
zusammenarbeiten könntet. Wäre ein Win-Win Unternehmen. Auch Prozesse 
werden meist von realitätsfremden Weltfremden erdacht und sind folglich 
modifizierbar, sofern ein Wille und Weg da ist:-)

Auch sollte man etwas flexibel sein, wo das technisch möglich ist.

Was mir auch noch einfällt ist, daß unsere Fertiger oft 
Alternativkomponenten (Hühnerfutter ohne besondere Vorgaben) 
vorschlagen, die günstiger sind.

Es hat wenig Sinn starr Komponenten statisch für die Ewigkeit ins System 
einzugliedern und bessere Möglichkeiten später nicht ausnützen zu 
können. Abgesehen davon ist der Bauteilemarkt so ephemerisch und 
dynamisch, daß diese starren Warenwirtschaftssysteme ohnehin immer 
traurig nachhinken, wenn da der Bearbeiter nicht auf Draht ist. Meist 
merken sie erst bei Neubestellung, was schon wieder EOL ist.

Diese starren Systeme sind meiner Meinung nach nur teilweise nützlich 
und müssen "Live" funktionieren. Der Bauteilemarkt ist ein wilder 
Dschungel voller Raubtiere die Komponenten systematisch ausgliedern.

Wir fertigen gewisse Produkte periodisch alle paar Jahre. Jedesmals 
müssen ein paar Ausweichkomponenten gesucht werden. Ganz schlimm sind 
Memory Devices und uC. Wir haben zertifizierte Produkte mit 10-20 Jahren 
Lebenszeit. Ein starres, totes und blond verwaltetes WWS ist da 
vollkommen unter-ausgenützt. Ein WWS muß live sein und von kompetenten 
Bearbeitern übersehen werden.

Gerhard

von P. S. (namnyef)


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Ich kenne das so, dass es in großen Firmen mit WaWi und Co. dedizierte 
Bibliothekare gibt, die dann auch nicht meckern, weil das einfach deren 
Job ist. Und Symbole, mit denen man den Schaltplan schon mal anfangen 
kann, bekommt man selbst da schon vorab. Spätestens zum Release der 
Leiterplatte muss halt dann alles da sein.

Deinen Schilderung zur Folge bist du wohl Berufsanfänger, der halt 
aktuell im wesentlichen nur eine Baustelle zu beackern hat. Lass mal 
etwas Zeit ins Land gehen, dann wird sich das mit "Montag Bauteil 
angefragt, nichts zu tun bis Bauteil fertig" schnell erledigt haben xD

von ArnoNym (bergler)


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Bei uns ist das so oder so ähnlich. Nur die zwei Vollzeit-ECADler legen 
Bauteile an, und das kann schon mal dauern. Der Rest von uns nutzt den 
Schaltplaneditor, hat da aber keine Rechte. Mit guten Gründen (siehe 
unten..).
Meine Strategie: Platzhalter nutzen.

Kleiner Denkanstoß:
Man sollte sich so oder so Mühe geben, auch mal Werte zu nutzen, die 
schon da sind. Meistens geht das. Jeder neue Widerstandswert ist eine 
nämlich neue Rolle im Lager. Das muss verwaltet, gelagert und eingekauft 
werden.
In der Verantwortung des Schaltungsentwicklers liegt es darum auch, 
diesen Aufwand kleinzuhalten. Dann musst du halt deine Spannungsteiler 
nach SAP auslegen, so ein Problem ist das (oft) nicht, weil es für die 
meisten Probleme mehrere Lösungen gibt.
Ohnehin solltst du die Stückliste kurz halten: Kommst du zum Beispiel 
über die maximal mögliche Anzahl, die man in den Bestücker einlegen 
kann, kann es passieren, dass zwei Durchgänge nötig sind. Jeden neuen 
Wert muss auch jemand manuell in die Maschiene einlegen, das kostst auch 
Geld!

Sowiso:
Das Ganze hat eine andere Seite. Wenn jeder Entwickler Bauteile anlegt, 
machen solche Dinge dann Leute, die nicht viel Erfahrung damit haben. 
Dann wird es z.B. passieren, dass es ein und dasselbe Bauteil mehrfach 
im SAP ist, weil nicht genau aufgepasst wurd.
Das liegt dan physikalisch auch mehrfach auf Lager, wird mehrfach 
beschafft und so weiter. Es beschäftigen sich Leute damit, das kostet 
Geld.
Und nein, das ist NICHT theoretisch. Ich haben schon in Firmen mit 
Produktion gerabeitet, die das Problem hatten. Und das war keine 
mittelständische Kleinbude, sondern eine Firma mit einem Umsatz >1GE. 
Ist der Datenbestand mal vermüllt, ist es extrem schwierig, das 
auszumisten. Aus Gründen, die hier zu weit gehen würden (z.B. 
hinterlegte Alternativhersteller).

PS:
Solche Dinge sind es, warum ich für eine Platine in der Arbeit viel mehr 
Arbeitsstunden brauche, als für eine fürs Hobby. Design für Serie und 
Massenfertigung ist genau aus solchen Gründen heraus so viel 
aufwändiger, als viele hier glauben.

von Rick M. (rick-nrw)


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Wegwerf A. schrieb:
> Jetzt frage ich mich: Ist das normal, dass das so abläuft? Wie ist das
> in eurer Firma?

Ich durchforste öfters unser "WaWi-System" nach Teilen.
Die sind teilweise auf deutsch hinterlegt, teilweise in Englisch.
Sicherung - Fuse
Schraube - Screw

Kein einheitliches System in der Ablage der Bezeichnungen.
Da dauert eine Suche schon mal 10 Minuten, bei 50 Teilen ist der 
Arbeitstag schon herum.

Neue Teile anlegen lassen, bei Norm Standardteilen - neue Schraube, das 
geht recht fix.
Bei anderen Teilen - Aua.
CAD-Zeichnung vom Hersteller etc.

von Jan H. (j_hansen)


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Wegwerf A. schrieb:
> In der Zwischenzeit musst du irgendwie beschäftigt wirken.

Zum Glück gibt's Home Office :)

von Mann Fred (Gast)


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Gerhard O. schrieb:
> Was mir auch noch einfällt ist, daß unsere Fertiger oft
> Alternativkomponenten (Hühnerfutter ohne besondere Vorgaben)
> vorschlagen, die günstiger sind.
Die hat man dann aber auch im System und bekommt sie zur Auswahl. Kein 
Designer kennt alle Baugruppen und Bestückungssituationen, die es mal 
gab. Besonders neue Leute haben keine Idee, was sie einbauen sollen. 
Ging mir auch immer so. Da hilft eine Bibliothek, die vorgibt, ob etwas 
sofort lieferbar ist, wenn "design to time" oder besonders billig ist, 
wenn "design to cost".

Auf diese Weise kann man sofort beim design beide Bauteile blocken:

Das eine ist sofort da und kann verbaut werden, das andere ist bei 
Endfertigung lieferbar. Beide werden vom System sofort angefragt.

> Es hat wenig Sinn starr Komponenten statisch für die Ewigkeit ins System
> einzugliedern und bessere Möglichkeiten später nicht ausnützen zu
> können.
Das ein Bauteil drin ist, heist nicht, dass man es nutzen muss. Im 
Gegenteil: Gerade die, die oft verbaut wurden, werden nämlich eben mal 
schnell gedankenlos eingebaut, sind aber eventuell schon obsolet, weil 
zu teuer, sich als schädlich erwiesen oder sonst was und der designer 
weiss es einfach noch nicht.

Wenn man ein PCB baut, kann man nicht jedes Bauteil einzeln prüfen. Man 
muss verbauen, was eingepflegt ist. Die Aktualisierung, muss eben der 
Einkauf durchführen. Was die Qualität angeht, muss die QA reinarbeiten.

Kein Designer hat das alles im Kopf.

> Abgesehen davon ist der Bauteilemarkt so ephemerisch und
> dynamisch
Ja eben. Sobald ein Bauteil eingebaut ist, wird sofort ein 
Bestellprozess ausgelöst: SAP fragt sich selber, ob und wo das Bauteil 
verfügbar ist und binnen Minuten oder Stunden hat man das konkrete Teil 
mit Preis zur Verfügung. Dann kann der Designer schauen, ob er was 
anderes einbauen will, darf oder muss. Und: Er hat auch immer das 
aktuellste Errata mit bei.

Es ist schön öfters vorgekommen, dass sich Preise während des Designs 
ändern und auch Bauteile rausgenommen werden, weil sie zu teuer sind, 
oder eine Macke diagnostiziert wurde. Daher hinterlegt man für die 
Problemteile immer eine Alternative und schaut auch bei der Optimierung 
nochmal, ob es besser geht. Z.B. ist das der Fall, wenn der Bestücker 
günstigere Preise hat, als ein anderer.

Das geht nur halbautomatisiert über Datenbanken, weil kein Designer Zeit 
hat, das händisch zu checken. Jede manuelle Suche nach Ersatzteilen, 
Alternativen, Varianten kostet 1-2h und ist nur bei teuren Bauteilen wie 
Prozessoren gerechtfertigt.

von Michael B. (laberkopp)


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Wegwerf A. schrieb:
> Ein anderer Kollege wird dann im Anschluss Symbol und Footprint anlegen

Hast du's gut, hier muss man das selber machen.

Mein Tip wenn es schneller gehen soll: zeichne es selber, es passt dann 
auch auf deine Vorstellung von Schaltplan und Layout, benutze zunächst 
dein eigenes und schick es dem Kollegen als Startpunkt seiner Arbeit. 
Der wird sich freuen, du musst nicht warten, und alle sind glücklich.

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Wegwerf A. schrieb:
> Ist das normal, dass das so abläuft? Wie ist das
> in eurer Firma?

Ich habe überlicherweise 5-10 Arbeitsaufträge in der Warteschlange. Wenn 
ich bei einem gerade nicht weiter komme, wende ich mich einem anderen 
zu. Mein Teamleiter informiert mich, wenn sich die Prioritäten ändern.

von Mann Fred (Gast)


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Steve van de Grens schrieb:
> Ich habe überlicherweise 5-10 Arbeitsaufträge in der Warteschlange.
Bei einem durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 2-4 Wochen pro 
Schaltplan / Layout, darf dann der 10. wirklich 30 Wochen warten?

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Manni T. schrieb:
> Bei einem durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 2-4 Wochen pro
> Schaltplan / Layout, darf dann der 10. wirklich 30 Wochen warten?

Ich bin Softwareentwickler. Und ja, unsere Projekte dauern üblicherweise 
mehrere Monate. Manche werden nie fertig, weil ständig Änderungswünsche 
eintrudeln.

von Mann Fred (Gast)


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Nun ja, das Thema ging ja eigentlich um Symbolerstellung und Abgleich 
mit dem WWS. :-)

von Stefan F. (Gast)


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Manni T. schrieb:
> Nun ja, das Thema ging ja eigentlich um Symbolerstellung und Abgleich
> mit dem WWS

Auch da kann man mehrere Aufgaben in der Warteschlange haben.

von Dirk K. (knobikocher)


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ArnoNym schrieb:
> Sowiso:
> Das Ganze hat eine andere Seite. Wenn jeder Entwickler Bauteile anlegt,
> machen solche Dinge dann Leute, die nicht viel Erfahrung damit haben.
> Dann wird es z.B. passieren, dass es ein und dasselbe Bauteil mehrfach
> im SAP ist, weil nicht genau aufgepasst wurd.
> Das liegt dan physikalisch auch mehrfach auf Lager, wird mehrfach
> beschafft und so weiter. Es beschäftigen sich Leute damit, das kostet
> Geld.
> Und nein, das ist NICHT theoretisch.

+1.

Wenn mehrere Entwickler in einer Firma arbeiten, ist dieses Vorgehen 
KEIN ineffizienter Geschäftsprozess.
Anderes Vorgehen: jeder Entwickler hat lokal seine Bib. an Bauteilen. 
Bauteile sind doppelt und dreifach vorhanden, Namen teilweise leicht 
unterschiedlich, Symbole und Footprints nicht identisch. Versuch dann 
mal ein Schaltplan/Layout von jemand anderem bearbeiten zu lassen. Oder 
halt nachträglich Änderungen einpflegen, weil Bauteil XY nicht 
verfügbar... Absolutes Chaos und ineffizient. Und das geht bei Design 
Rules weiter...

Wegwerf A. schrieb:
> In der Zwischenzeit musst du irgendwie
> beschäftigt wirken.

Sorry aber hiermithast du dich als ineffizienten Faktor 
herauskristallisiert! Wer auf ein Bauteil wartet, der muss nicht 
beschäftigt wirken... der macht derweil an andere Stelle im Schaltplan 
weiter, simuliert einen Schaltungsteil oder - OH WIE UNGEWÖHNLICH - 
schreibt Doku zur Hardware. Z.B. Messwerte mit Grenzwerten bestimmter 
Signal, z.B. ein Spannungsregler --> 5,01V +- 0,05V für die Prüfung der 
Baugruppe. Oder schreibt Entwicklungshinweise in den Schaltplan warum an 
dieser Stelle es so gelöst ist mit Verweis auf eine spezielle 
Anforderung mit der Berechnung dazu z.B..

von Dirk K. (knobikocher)


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Mir ist dazu noch ein Gedanke gekommen. Der Letzte Post ist länger als 
60 Minuten her, darum als eigenständiger Post:

@TO du hast von Anfang an dich schon als ineffizienter Faktor selbst 
identifiziert. Das wird aus folgenden Worten ersichtlich:


Wegwerf A. schrieb:
> In der Zwischenzeit musst du irgendwie
> beschäftigt wirken.

Wenn es wirklich absolut nichts zu tun gibt und du als AN untätig warten 
MUSST, dann kann der Vorgesetzte dir auch nichts anhaben.

Wegwerf A. schrieb:
> Wegwerfaccount um nicht gekündigt zu werden.

Hier wird aber ersichtlich: du weißt also dass deine Arbeitsunwille 
ein Kündigungsgrund (bzw. Ermahnung/Abmahnung) ist.

: Bearbeitet durch User
von Stefan F. (Gast)


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Wir nutzen innerhalb der Firma ein Chat System. Wenn mir gar nicht mehr 
einfällt, was ich noch tun könnte, dann frage ich dort. Es gibt 
eigentlich fast immer eine Kollegin oder einen Kollegen, der 
Unterstützung brauchen kann.

Manchmal kommt dabei auch eine gute Empfehlung heraus, was ich lesen 
könnte, um besser zu werden.

von Bruno V. (bruno_v)


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Stefan F. schrieb:
> innerhalb der Firma ein Chat System. Wenn mir gar nicht mehr einfällt,
> was ich noch tun könnte, dann frage ich dort.

Bei uns heißt das Chat System "Kaffemaschine", "Teeküche" oder 
"Kantine".

von Stefan F. (Gast)


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Bruno V. schrieb:
> Bei uns heißt das Chat System "Kaffemaschine", "Teeküche" oder
> "Kantine".

Das freut mich für dich. Ich bin neben dem GF der einzige, der noch 
regelmäßig ins Büro kommt.

von Wegwerf A. (1694095290)


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Andras H. schrieb:
> Ich würde sagen, einfach damit leben.

Darauf wird es zwangsläufig hinauslaufen.

Falk B. schrieb:
> Sei es, indem du vorhandene Symbole als Platzhalter nutzt

Das funktioniert für generische Bauteile aber scheitert dann bei Teilen 
für die es keinen direkten kompatiblen Ersatz gibt. Es unterbricht den 
Flow, der mich am effizientesten arbeiten lässt. Sicherlich Jammern auf 
hohem Niveau aber ich bin einfach nicht der Typ, der sich unnötig lang 
an einem Problem aufhält.

Manni T. schrieb:
> Wenn man das sinnvoll einsetzt, ist das eine große Hilfe.

Ich kann den Sinn hinter diesem System voll und ganz nachvollziehen. Es 
hat halt wie alles im Leben eine Schattenseite.

P. S. schrieb:
> Deinen Schilderung zur Folge bist du wohl Berufsanfänger, der halt
> aktuell im wesentlichen nur eine Baustelle zu beackern hat. Lass mal
> etwas Zeit ins Land gehen, dann wird sich das mit "Montag Bauteil
> angefragt, nichts zu tun bis Bauteil fertig" schnell erledigt haben xD

Korrekt. Das war natürlich etwas überspitzt formuliert. Sicherlich 
gehören Simulation und Doku auch mit dazu.

ArnoNym schrieb:
> PS:
> Solche Dinge sind es, warum ich für eine Platine in der Arbeit viel mehr
> Arbeitsstunden brauche, als für eine fürs Hobby. Design für Serie und
> Massenfertigung ist genau aus solchen Gründen heraus so viel
> aufwändiger, als viele hier glauben

Ich hab das anfangs auch nicht geglaubt, dass das so viel Mehraufwand 
ist. Im privaten Umfeld hat man sich irgendwann den zu der eigenen 
Arbeitsweise passenden Workflow zusammengebaut, der dann in der 
Arbeitswelt mit den vorgegebenen Prozessen kollidiert.

Dirk K. schrieb:
> Hier wird aber ersichtlich: du weißt also dass deine Arbeitsunwille ein
> Kündigungsgrund (bzw. Ermahnung/Abmahnung) ist

Nun, bisher war das Feedback, dass man mit meiner Arbeit mehr als 
zufrieden ist. Irgendwas mache ich also richtig.

von Dirk K. (knobikocher)


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Wegwerf A. schrieb:
> Nun, bisher war das Feedback, dass man mit meiner Arbeit mehr als
> zufrieden ist. Irgendwas mache ich also richtig.

Und woher dann dieser immense Selbstzweifel?

Wegwerf A. schrieb:
> Wegwerfaccount um nicht gekündigt zu werden.

Vielleicht solltest du nicht nur irgendwas richtig machen, sondern 
deinen Job inklusive Arbeitswille auf erforderlichem Niveau. Denn ich 
sage es erneut, ganz ohne anonymes Profil: wenn du der Meinung bist, du 
musst beschäftigt wirken anstelle beschäftigt zu sein - dann bist du 
der innefiziente Faktor.

Das wird nämlich irgendwann auch dein Vorgesetzter merken. Glaub mir ;)
Anstelle beschäftigt wirken wäre der vorbildliche Ansatz deinen 
Leerlauf, bedingt durch einen deiner Meinung nach ineffizienten Prozess, 
zu melden und für das Sternchen oben drauf gleich ein Vorschlag 
vorzutragen, wie der Prozess besser funktionieren kann.

Mahlzeit!

von Max (bit8)


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hat alles seine Methode, damit wird die Arbeit entschleunigt und die 
Kosten steigen, das geht dann soweit, dass der Inder plötzlich Deine 
Firma ersetzt.

von Mann Fred (Gast)


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Max schrieb:
> dass der Inder plötzlich Deine Firma ersetzt.
oder realistischer, die Abteilung ausgelagert wird. Ist hier schon 
passiert: Man hat optimiert und optimiert, Teile mit anderen Standorten 
zusammengefasst und Leute verlagert. Am Ende wurde dann festgestellt, 
dass die Kosten für den Standort pro Kopf gestiegen sind und der ganze 
Standort nicht mehr so rentabel war, obwohl er denselben Gewinn machte. 
Statt jetzt Teile zu vermieten wurde der Standort verkleinert. Da das so 
toll funktionierte, wurde auch die IT verlagert. Da aber die IT als 
Profitabteilung geführt wurde, um dort die Gewinne hinzuverlagern (man 
verleast einfach die PCs teuer und berechnet für jeden Pfurz eine 
Ticketgebühr und verlangt Geld für die Serverplatzmiete damit der 
Standort weniger Gewinn hat und weniger Steuern zahlen muss) war dann 
die Abteilung nicht mehr rentabel. Also wurde auch sie ausgelagert. IT 
und Entwicklung befanden sich zuletzt Indien bzw Rumänien.

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