Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Makita 18V Akku Kapazitätsmessung


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von Timo N. (tnn85)


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Hi,

hab mir für meinen Schrauber einen neuen Makita 18V Akku mit 
Schnelllader gegönnt (im Pack mit einem Makitagerät). Beides Original 
vom Versandhaus. Dazu noch einen China-Nachbauakku.
Beide laut Angebot mit 5Ah, wobei auf dem Chinateil 5,5Ah drauf steht.
Da ich ein Kapazitätsmessgerät mein Eigen nennen kann, wollte ich die 
Dinger (weil sie ja jetzt noch neu sind) einem Test unterziehen und habe 
sie beide mit dem Originalladegerät voll geladen (Ladeschlussspannung 
bzw gemessene Spannung nach Ladung waren bei 20,7V Makita und so 20,5V 
China) und dann mit folgenden Parametern entladen:

Entladestrom: 5A (=1C)
Entladeschlussspannung: 13V (=2,6V/Zelle)

Der Chinaakku kam auf sage und schreibe 2434mAh.
Überraschung! Nein, nicht wirklich. Gleich mal reklamiert.

Der Makitaakku kam aber neu auch "nur" auf 4515mAh.
Ok, ist jetzt kein geeichtes Messwerkzeug, aber ich habe es mit 
geeichten verglichen und die Messung war schon sehr gut. Außerdem ist 
die Abweichung von 5000mAh ist schon so erheblich.
Hat so eine Messung von euch schon mal jemand gemacht?
Da der Macpac des Geräts mir schon ganz leicht verschrammt vorkam und 
das Gerät mit Akku im Macpac schon angesteckt und nicht verpackt 
drinlag, als ich es bekam, gehe ich davon aus, dass es eventuell eine 
Retoure ist.
Die paar kleinen Schrammen etc machen mir nicht viel, aber ein Akku mit 
10% weniger Kapazität bei Neukauf schon.
Ich hätte den Akku natürlich jetzt noch auf 2.5V/Zelle entladen können 
etc, aber es hätte nicht maßgeblich etwas an der Kapazität geändert.

Was denkt ihr?

von Jack V. (jackv)


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Timo N. schrieb:
> Entladestrom: 5A (=1C)
> […]
> Was denkt ihr?

Die angegebene Kapazität wird oft bei 0,3C und idealer Temperatur 
bestimmt – konkrete Angaben sollten im Datenblatt der Zellen zu finden 
sein. Ich denke, man sollte seinen Messaufbau daran orientieren, bevor 
man was ganz Anderes misst und sich dann bitterlich beschwert.

Weiterhin denke ich, dass 4,5Ah bei 1C ein außerordentlich gutes 
Ergebnis ist.

von Roland F. (rhf)


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Hallo,
Jack V. schrieb:
> Weiterhin denke ich, dass 4,5Ah bei 1C ein außerordentlich gutes
> Ergebnis ist.

Mehr als außerordentlich.

rhf

von Timo N. (tnn85)


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Jack V. schrieb:
> Die angegebene Kapazität wird oft bei 0,3C und idealer Temperatur
> bestimmt – konkrete Angaben sollten im Datenblatt der Zellen zu finden
> sein. Ich denke, man sollte seinen Messaufbau daran orientieren, bevor
> man was ganz Anderes misst und sich dann bitterlich beschwert.
>
> Weiterhin denke ich, dass 4,5Ah bei 1C ein außerordentlich gutes
> Ergebnis ist.

Es geht um Orientierung und nicht um beschweren.
Woher nimmst du den Wert 0,3C?

Ich habe mal nach den Zellen gegooglet und hier:
https://www.werkzeug-news.de/threads/welche-akku-zellen-sind-bei-welchem-hersteller-verbaut.39500/#post-355976
wird in der verlinkten Tabelle
https://docs.google.com/spreadsheets/d/1y2jpoUwTOCbt6W3V7BTANON0qFRX7MPgF3T8NVuv8oo/edit?usp=sharing
aufgeführt, dass es für Makita BL1850 diese Zellen verbaut werden:
https://www.murata.com/-/media/webrenewal/products/batteries/cylindrical/datasheet/us18650vtc5a-product-datasheet.ashx?la=en-us&cvid=20220207015420000000

Ich gebe dir Recht. Die Kapazität wird hier auch nur bei 0,2C gemessen. 
Meine Messung war also falsch. Allerdings kommt in der Messung laut 
Datenblatt auch jede Entladung über 0.2C (=500mA) bis hoch zu 6C (=30A) 
auf über 2500mAh Kapazität.

Temperatur von 23°C kommt hin.

von Uli S. (uli12us)


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Deine 2,6V Schlussspannung erscheinen mir sehr niedrig, normalerweise 
geht man nur auf 3V runter. Also nochmal weniger. Es gibt aber das 
Gerücht, dass die Akkus erst nach einigen Lade/Entladezyklen die volle 
Kazapität erreichen. Ob da was dran ist, keine Ahnung.

von Re D. (Gast)


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Timo N. schrieb:
> Ich gebe dir Recht. Die Kapazität wird hier auch nur bei 0,2C gemessen.
> Meine Messung war also falsch. Allerdings kommt in der Messung laut
> Datenblatt auch jede Entladung über 0.2C (=500mA) bis hoch zu 6C (=30A)
> auf über 2500mAh Kapazität.

Deine Quellen sind höchst zweifelhaft. Für die Messung mit 0,2 C durch 
und berichte.

von Jan H. (j_hansen)


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Uli S. schrieb:
> Deine 2,6V Schlussspannung erscheinen mir sehr niedrig,
> normalerweise
> geht man nur auf 3V runter. Also nochmal weniger. Es gibt aber das
> Gerücht, dass die Akkus erst nach einigen Lade/Entladezyklen die volle
> Kazapität erreichen. Ob da was dran ist, keine Ahnung.

Die Makita 5Ah-Akkus schalten ab wenn die Spannung zu niedrig wird. D.h. 
Makita selbst testet wahrscheinlich eher noch mehr runter.

von Timo N. (tnn85)


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Re D. schrieb:
> Deine Quellen sind höchst zweifelhaft.

Was führt dich zu dieser Aussage und welche Quellen meinst du?

Das Datenblatt von Murata erscheint mir eine sehr glaubhafter Quelle zu 
sein.
Es handelt sich um eine Powertools-Zelle mit bis zu 35A

Re D. schrieb:
> Für die Messung mit 0,2 C durch
> und berichte.

Bin ich dabei.

Uli S. schrieb:
> Deine 2,6V Schlussspannung erscheinen mir sehr niedrig, normalerweise
> geht man nur auf 3V runter. Also nochmal weniger. Es gibt aber das
> Gerücht, dass die Akkus erst nach einigen Lade/Entladezyklen die volle
> Kazapität erreichen. Ob da was dran ist, keine Ahnung.

Nein, normal geht man sogar noch runter auf 2.5V. Aber die Energie von 
2.6 auf 2.5V ist lächerlich gering.

Dieser hier:
https://lygte-info.dk/review/batteries2012/Sony%20US18650VTC5A%202600mAh%20(Green)%20UK.html

hat die Zellen auch untersucht. Ist aber nur auf 2.8V runter gegangen 
(laut Diagramm).
Bei 5A Discharge kommt er auf ca. 2,4Ah pro Zelle. Also 4,8Ah bei dem 
2P-Akku von Makita. Auch etwas mehr als meine 4,5Ah.

Ich mache noch einen Test mit 0,2C. 4,5Ah erscheint mir etwas wenig, 
aber ich vernehme, dass die meisten hier es i.O. finden.

von Armin X. (werweiswas)


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Hi

Zum Einen haben die Zellen selbst Streuungen.
Zum Anderen nehmen die meisten mir bekannten Akkuhersteller die 
Zellnennkapazität als Grundlage für die Angabe ihrer Akkupacks.
Und wenn die Zellen mit 2540mAh angegeben waren wird halt dennoch 
aufgerundet...
Bei geringerem Strom steigt auch die Zellspannung wieder an so dass da 
durchaus noch 100 - 200mAh drin sein können.
Was ich auch schon beobachtet habe ist, dass wenn grad keine Zellen des 
bislang etablierten Herstellers verfügbar sind, auch schon mal 
"vergleichbare" Zellen eines anderen Herstellers verbaut werden.
Leider sieht man bei den Makita nicht ob da augenblicklich Murata Zellen 
drin sind. Diese sollten nahezu an die Akku-Nennkapazität heranreichen. 
So meine Erfahrung.

Dein Ergebnis mit den Clones überrascht mich nicht. Habe da auch schon 
Einen Akku vorgefunden der zwar mit, laut Aufdruck, guten Samsung 25R 
Zellen bestückt war aber den Nennstrom bei weitem nicht geschafft hat, 
bei der Entladung zu heiß wurde. Auch wurde die Kapazität nicht 
erreicht.
Da hatten wohl zuvor schon Chinesen die Chinesen beschissen.

Noch was am Rande: Du hast niemals ein geeichtes Gerät. Wenn dann ein 
kalibriertes, also eines welches mit einem rückfürhbar überprüften Gerät 
verglichen wurde.
Die Eichung wird nur von Ämtern vergeben und ist bei weitem nicht so 
präzise. Besser als 1% reicht da meist.

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)



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Ich habe mich mit dem Thema auch schon beschäftigt. Üblicherweise werden 
bei der Kapazitätsmessung 0,2C Entladestrom verlangt, Beginn des 
Entladevorgangs eine Stunde nach Vollladung. Das steht so in den 
Datenblättern der Li-Ion-Zellen, kann man da nachlesen.

Bei 1C Entladestrom ist daher mit etwas weniger Kapazität zu rechnen und 
man kann auch verallgemeinert sagen, daß man die Zellen (entgegen zu den 
manchmal nur 2,5V im Datenblatt) nicht unter 3,3 oder 3,2V zu entladen 
braucht. Also für den genauen Wert bei der Kapazitätsmessung ja, aber 
nicht im Normalbetrieb. Unter 3,3V kommt nicht mehr viel, die Spannung 
bricht extrem schnell ein und wahrscheinlich altert die Zelle gerade in 
diesem Betriebsbereich besonders schnell.

von Timo N. (tnn85)


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Armin X. schrieb:
> Zum Einen haben die Zellen selbst Streuungen.
> Zum Anderen nehmen die meisten mir bekannten Akkuhersteller die
> Zellnennkapazität als Grundlage für die Angabe ihrer Akkupacks.
> Und wenn die Zellen mit 2540mAh angegeben waren wird halt dennoch
> aufgerundet...

Streuung ok. Bei den Murata/Sony Zellen geht die aber von 2500mAh nach 
oben.
Und die Makita sind ja mit 5000 mAh angegeben.
Ich kann mir nur vorstellen, dass etablierte Hersteller wie Makita bei 
dem Preis es auch nicht wagen dort irgendwelche Zellen einzubauen, die 
nach unten streuen.

Armin X. schrieb:
> Was ich auch schon beobachtet habe ist, dass wenn grad keine Zellen des
> bislang etablierten Herstellers verfügbar sind, auch schon mal
> "vergleichbare" Zellen eines anderen Herstellers verbaut werden.
> Leider sieht man bei den Makita nicht ob da augenblicklich Murata Zellen
> drin sind. Diese sollten nahezu an die Akku-Nennkapazität heranreichen.
> So meine Erfahrung.

Das kann sein, erwartet werden aber dennoch 2 x 2,5Ah Zellen und nicht 
2,2Ah.

Armin X. schrieb:
> Dein Ergebnis mit den Clones überrascht mich nicht. Habe da auch schon
> Einen Akku vorgefunden der zwar mit, laut Aufdruck, guten Samsung 25R
> Zellen bestückt war aber den Nennstrom bei weitem nicht geschafft hat,
> bei der Entladung zu heiß wurde. Auch wurde die Kapazität nicht
> erreicht.
> Da hatten wohl zuvor schon Chinesen die Chinesen beschissen.

Ja, mich auch nicht. Wollte es nur mal schwarz auf weiß haben. Glaub die 
Chinesen wissen das schon ganz genau, wenn da Samsung draufsteht, aber 
die Zellen zu günstig dafür sind. Beide profitieren davon. Die wenigsten 
Kunden messen das nach oder können es nachmessen.

Armin X. schrieb:
> Noch was am Rande: Du hast niemals ein geeichtes Gerät. Wenn dann ein
> kalibriertes, also eines welches mit einem rückfürhbar überprüften Gerät
> verglichen wurde.
> Die Eichung wird nur von Ämtern vergeben und ist bei weitem nicht so
> präzise. Besser als 1% reicht da meist.

Ja, hab ich auch keins. Kalibriertes auch nicht. Ich hab es nur mal mit 
einem Kalibrierten verglichen. Kalibriert und Geeicht wieder mal 
vertauscht -> Asche über mein Haupt. Passt jedem mal.

Ben B. schrieb:
> Bei 1C Entladestrom ist daher mit etwas weniger Kapazität zu rechnen

Ja, aber wieviel. Laut Murata-DS ja nicht mit sehr viel.

Ben B. schrieb:
> verallgemeinert sagen, daß man die Zellen (entgegen zu den
> manchmal nur 2,5V im Datenblatt) nicht unter 3,3 oder 3,2V zu entladen
> braucht. Also für den genauen Wert bei der Kapazitätsmessung ja, aber
> nicht im Normalbetrieb. Unter 3,3V kommt nicht mehr viel, die Spannung
> bricht extrem schnell ein und wahrscheinlich altert die Zelle gerade in
> diesem Betriebsbereich besonders schnell.

Das ist korrekt.

von No Y. (noy)


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Ich hab vor kurzem auch einen Makita BL1850 gekauft und dieser kam 
ebenfalls mit leuchten Schrammen und ohne Umverpackung(bis auf so eine 
weiße Kontaktabdeckung aus Plastik an.
Aber der Code ließ sich bei Makita für die erweiterte Garantie 
registrieren. Also schonmal erster möglicher Hinweis für Neuware.
Weiterhin war noch so Fett in den Schlitzen des Akkus und der Akku hat 
auf nichts reagiert. Also die Anzeige des Akkus und auch in einem 
Schrauber tat sich kein mucks..
Erst nach dem laden ging auch alles. Ich vermute der BMS hat einen 
"Auslieferungszustand" wo halt nichtmal die LED Anzeige geht..

Das waren dann die 2 weiteren Hinweise auf Neuware.. Halt OEM verpackt..



Was ich noch interessant fand. Den größten Entladestrom hat wohl der 4Ah 
Typ und die größte Kapazität halt der 6Ah Typ bei kleinerem 
Entladestrom... Die 5Ah sind daher so beliebt da diese beides halbwegs 
können und Preis/Leistung am besten sind. Die 6Ah sind halt schon 
deutlich teurer als die 5Ah und von 4 zu 5 ist es nur wenig mehr...

: Bearbeitet durch User
von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Wie schon geschrieben wurde, die Akkukapazität wird fast immer bei 0,1C 
bis 0,3C bestimmt. Im Kleingedruckten der Datenblätter sollte das auch 
vermerkt sein.
Das hat mit der realen Nutzung weing zu tun, da zieht ein Akkuschrauber 
bis zu 4C und mehr, aber das hat sich so eingebürgert....

Old-Papa

von Timo N. (tnn85)


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No Y. schrieb:
> Aber der Code ließ sich bei Makita für die erweiterte Garantie
> registrieren.

Guter Hinweis. Muss ich noch machen.

Ich gehe aber nicht davon aus, dass es sich nicht um einen Originalakku 
handelt. Das habe ich nicht gemeint. Ich dachte es könnte sich um eine 
Retoure handeln. Nach dem Test jetzt, bin ich aber guter Dinge.

Hab jetzt mit 1,0A getestet. Temperatur wird keinen riesen Einfluss 
gehabt haben. War angenehm kühl (um die 20°C) und bei 1A wird er ja auch 
nicht so belastet. Entladetest hat ca. 30 min nach dem Ende des 
Aufladens angefangen.

Ergebnis: 4905 mAh. Ich bin zufrieden und wieder was gelernt. Werde 
zukünftig mit 0.2C testen.

von Wastl (hartundweichware)


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Timo N. schrieb:
> Ergebnis: 4905 mAh. Ich bin zufrieden und wieder was gelernt.

Ich "lerne" daraus dass es stimmt dass neue Akkus erst nach
ein paar Ladezyklen ihre volle Kapazität entwickeln.
(meine Vermutung dass dein Akku noch ziemlich neu ist)

von Armin X. (werweiswas)


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Old P. schrieb:
> Das hat mit der realen Nutzung weing zu tun, da zieht ein Akkuschrauber
> bis zu 4C und mehr, aber das hat sich so eingebürgert....

Ich habe solche Akkupacks schon mit bis zu 50A bis auf 12,5V herunter 
entladen. Bei nur 40A kamen aus den Makita Akkupacks mit, damals noch, 
Sony-Zellen bis zu 4,9Ah raus! Die Temperatur der Zellen geht dabei aber 
auch bis etwa 90° hoch. War ich selber überrascht.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Timo N. schrieb:
> Streuung ok. Bei den Murata/Sony Zellen geht die aber von 2500mAh nach
> oben.
> Und die Makita sind ja mit 5000 mAh angegeben.

10% zu wenig sind unschön, aber nicht wirklich zu beanstanden.

Deine Chinesen sind doch mit 2500mAh richtig gut, normalerweise stehen 
da 6Ah drauf und tatsächlich kommen 800mAh raus.

> Ich kann mir nur vorstellen, dass etablierte Hersteller wie Makita bei
> dem Preis es auch nicht wagen dort irgendwelche Zellen einzubauen, die
> nach unten streuen.

Für eine Sony US18650VTC5A steht im Datenblatt Entladung mit 0,2C bis 
2,0 Volt herunter!

Bei allen guten Li-Zellen, die ich bislang gemessen habe, ist der 
Unterschied über den Entladestrom erstaunlich gering.

Du müsstest den genauen Typ der Zellen kennen und auf deren Datenblatt 
referenzieren. Das ist garnicht so einfach, weil die Zellen nicht immer 
eindeutig bedruckt sind.

Je nach Hersteller sehe ich Unterschiede im Spannungsverlauf, deren 
Messung sich allerdings mit dem Datenblatt deckt.

Ich habe mal bei Pollin drei 18650 gekauft, LG und Sony - alle drei 
haben auf Anhieb die Nennkapazität tatsächlich geliefert. Man sollte 
sich aber auch nicht in die eigene Tasche lügen, ich bin zufrieden, wenn 
mein Akkutester 5% schafft.

Einen Formierungseffekt, leichte Verbesserung der Kapazität nach 
mehreren Zyklen, habe ich bislang nur an Zellen gesehen, die gebraucht 
schon länger gelagert sind.

Man kann eine Religion davon machen und 10 Leute haben 13 Ansichten ...

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Wastl schrieb:
> Ich "lerne" daraus dass es stimmt dass neue Akkus erst nach
> ein paar Ladezyklen ihre volle Kapazität entwickeln.
> (meine Vermutung dass dein Akku noch ziemlich neu ist)

Das ist längst Geschichte (obwohl das manchmal noch in 
Akku-Beipackzetteln steht)
Bei NiCad und später NiMH hatte das noch eine gewisse Berechtigung, bei 
Li-Technik nicht mehr.

@Armin X,
da die Kapazität immer das Produkt Ampere x Zeit darstellt, kannst Du 
auch mit 40A die Kapazität bestimmen. Doch da dann zellenintern die 
unweigerlichen Widerstände und der bei Wärmeentwicklung etwas veränderte 
"elektrochemische Ablauf" "zuschlagen", geht die Zelle dabei eher in die 
Knie. Und wenn man (wie ich mal) bei unbekannten Zellen höhere Ströme 
raussaugt, als eigentlich von der (für die) Zelle vorgesehen, dann 
steigt ruck-zuck der Innenwiderstand an. Die von Pollin mal angebotenen 
18650er von LG waren eigentlich für max. 3-5A vorgesehen, in meinem 
Akkuschrauber ging (trotz 2p5s) nur kurze Zeit was und leer....

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Timo N. (tnn85)


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Old P. schrieb:
> Die von Pollin mal angebotenen
> 18650er von LG waren eigentlich für max. 3-5A vorgesehen, in meinem
> Akkuschrauber ging (trotz 2p5s) nur kurze Zeit was und leer....

Powertools scheint halt die Premiumanwendung für 18650er zu sein. Es 
wird kompakter Bauraum benötigt, extrem hohe Entladeleistung und hohe 
Kapazität.
D.h. man kann halt nicht wie bei Ebike/E-Scooter/E-Roller Akkus aus 
mehreren parallel verbundenen Zellen nehmen um damit die Entladeleistung 
zu erhöhen, sondern muss das wirklich auf Zelleeben lösen. Wundert mich 
nicht, dass die Sony US18650VTC5A max Discharge Current von 35A haben. 
Standard 5-10A Zellen werden da ihren Dienst schnell quittieren.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Old P. schrieb:
> Die von Pollin mal angebotenen
> 18650er von LG waren eigentlich für max. 3-5A vorgesehen, in meinem
> Akkuschrauber ging (trotz 2p5s) nur kurze Zeit was und leer....

Mal den Strom messen und sich wundern, von nichts kommt keine Leistung.

Als ich mein Haus beackert habe, hatte ich einen 9,6V-Schrauber mit 
NiCd-Pack. Akkupack tot, einen 12V-BleiGel mit gut einem Meter Kabel 
dran. War nichts, der Leitungswiderstand bringt das Gebilde um, da waren 
in Spitze über 60 Ampere unterwegs.

Timo N. schrieb:
> Powertools scheint halt die Premiumanwendung für 18650er zu sein. Es
> wird kompakter Bauraum benötigt, extrem hohe Entladeleistung und hohe
> Kapazität.

Viel Strom und Kapazität passen nicht überein, Hochstromzellen liegen in 
der Kapazität etwas niedriger als andere.

> Wundert mich
> nicht, dass die Sony US18650VTC5A max Discharge Current von 35A haben.
> Standard 5-10A Zellen werden da ihren Dienst schnell quittieren.

Richtig, eine US18650VTC5A habe ich für den Umbau eines Akkustaubsaugers 
von 3xNiCd auf LiIon verwendet, selbst dieser alberne Puster zieht bis 
zu 20 Ampere.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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In den meisten dieser Schrauber-Akkupacks sind 2 Zellen parallel, also 
in einem 5Ah Akkupack stecken hochstromfähige 2500mAh Zellen, die in 
2er-Blöcken parallelgeschaltet sind und dann halt so viele in Reihe wie 
man braucht (meist 4 oder 5 für 14,4 oder 18V).

von Uli S. (uli12us)


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Manchmal stecken ja auch 21700 Zellen drin, die sind ja nicht wesentlich 
grösser, können aber dank dem um ca 30% grösseren Volumen deutlich 
höhere Ströme bei gleicher Kazapität liefern, bzw andersrum, kommt halt 
auf den genauen Aufbau an.

von Armin X. (werweiswas)


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Old P. schrieb:
> da die Kapazität immer das Produkt Ampere x Zeit darstellt, kannst Du
> auch mit 40A die Kapazität bestimmen. Doch da dann zellenintern die
> unweigerlichen Widerstände und der bei Wärmeentwicklung etwas veränderte
> "elektrochemische Ablauf" "zuschlagen"

Diese Zusammenhänge sind mir klar, keine Sorge. Nach Ampere mal Sekunden 
habe ich auch die Kapazität bestimmt. Bei 40A werden übrigens 0,66Ah und 
bei 60A 1Ah pro Minute entnommen.
Wegen der Wärmeentwicklung: Die macht sich bei den Strömen positiv 
bemerkbar. Der Effekt ist bei NCA-Zellen übrigens stärker zu beobachten 
als bei NMC. Beim Zuschalten der Last fällt spontan die Spannung ab die 
dann zunächst wieder ein wenig zu steigen beginnt ehe sie dann stetig 
abfällt. Das macht bei einem 18V Akku vielleicht 0,1V aus, fällt aber am 
Graph auf.
Ich habe hier übrigens auch schon 12Ah Packs (5S3P mit INR21700-40T)mit 
bis zu 100A entladen. Daher weiß ich worüber ich rede wenn ich behaupte, 
dass die die angegebenen 35A Entladestrom NICHT bis zur vollständigen 
Entleerung schaffen. Die werden dabei einfach zu heiß.

Timo N. schrieb:
> Wundert mich
> nicht, dass die Sony US18650VTC5A max Discharge Current von 35A haben.

Auch hier gilt, wie eben angesprochen, dass die die 35A NICHT schaffen 
bis leer ohne zu überhitzen!
Im Kleingedruckten steht nämlich immer was von wegen "cut off" + einer 
Temperaturangabe...
Mit die Besten sind die VTC5 aber schon.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Ich nehme pauschal immer diese grauen Dyson-Akkupacks aus der 
Altbatteriekiste mit, weil die schöne Hochstromzellen haben und davon 5 
oder 6 gleiche.

Dabei ist mir neulich ein Nachbau in die Hände gefallen, ordentlich mit 
Wung Fu oder wie die Firma halt hieß, beschriftet, der statt ca. 2,5 Ah 
wie die originalen sagenhafte 5 Ah haben sollte. Bei gleicher Baugröße, 
also zwangläufig seriellen Einzelzellen. Die angegebenen Wattstunden 
waren auch doppelt soviele, also kein "mausgerutscht"-Fehler, sondern 
glasklarer Betrug mit Vorsatz.

Aufgeschraubt und siehe da, 6 Zellen. Und zwar Molicel INR18650-P26A, 
mit nominellen 2600 mAh. Wie der Akkuhersteller da das Doppelte 
reinkriegen will, wird sein Geheimnis bleiben.

Mein Hioki Milliohmmeter meint 120 mR für alle 6 Zellen in Reihe. Das 
ist für einen gebrauchten Nachbauakku vom Müll so nah an der 
Spezifikation, daß ich von, laut diversen Dampferforen sehr 
hochwertigen, Originalzellen ausgehe. Aber warum dann die Kapazität auf 
das Doppelte hochlügen? Das macht man doch eher, wenn man sowieso 
Rotzzellen mit Sägemehl einbaut.

Bei den Molicels ist übrigens die 35A Entladung nur mit 
Temperaturbegrenzung bei 80° erlaubt. Ohne Überwachung darf man nur 25A.

von Jack V. (jackv)


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Wollvieh W. schrieb:
> Mein Hioki Milliohmmeter meint 120 mR für alle 6 Zellen in Reihe.

Um was für ein Gerät handelt es sich genau? Wenn es entsprechend der 
Bezeichnung „Milliohmmeter“ tatsächlich „nur“ ein Widerstandsmessgerät 
ist, hast du damit alles Mögliche gemessen – aber nicht den 
Innenwiderstand der Zellen.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Ich denke ein gewöhnliches Ohmmeter würde den Innenwiderstand von Akkus 
durch die Größe der ihm entsteigenden Rauchwolke andeuten. Das ist ein 
Meßgerät speziell für Akkuzellen.

von Armin X. (werweiswas)


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Wollvieh W. schrieb:
> Ich denke ein gewöhnliches Ohmmeter würde den Innenwiderstand von Akkus
> durch die Größe der ihm entsteigenden Rauchwolke andeuten.

Nicht bei der "geringen" Spannung. Zumindest bei den meisten 
Multimetern.

Die Batteriemessgeräte messen mit einer Wechselspannung die der 
Gleichspannung überlagert wird. Somit fällt auch bei deranschließenden 
Wechselspannungsmessung des Spannungabfalles die Gleichspannung des 
Akkus weg.

von Jack V. (jackv)


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Wollvieh W. schrieb:
> Das ist ein
> Meßgerät speziell für Akkuzellen.

Könntest du es bitte benennen? Ich bin immer noch auf der Suche nach 
einem Gerät, mit dem sich der Innenwiderstand von Akkus zuverlässig, mit 
brauchbarer Auflösung und reproduzierbar bestimmen lässt. Die hier 
vorhandenen Ladegeräte aus dem RC-Bereich schwächeln leider insbesondere 
beim letzten Punkt.

von Armin X. (werweiswas)


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YR1030 oder YR1035 sind zwei Suchbegriffe die mir spontan einfallen.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Jack V. schrieb:
> Wollvieh W. schrieb:
>> Das ist ein
>> Meßgerät speziell für Akkuzellen.
>
> Könntest du es bitte benennen? Ich bin immer noch auf der Suche nach
> einem Gerät, mit dem sich der Innenwiderstand von Akkus zuverlässig, mit
> brauchbarer Auflösung und reproduzierbar bestimmen lässt. Die hier
> vorhandenen Ladegeräte aus dem RC-Bereich schwächeln leider insbesondere
> beim letzten Punkt.

https://www.tequipment.net/Hioki3560.html

Es ist ein Hioki 3560 AC m-Ohm Hitester. Listenpreis damals allerdings 
angeblich $2700. Im Link hat es klickbare Nachfolger. Die sind aber 
glaube ich nicht wesentlich billiger. :)

von Uli S. (uli12us)


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Es gibt ein Ladegerät von Xtar VP4+ Dragon, das hat ein extra mohm 
Messgerät. Das funktioniert ganz gut, wenn auch recht umständlich.
Da wird erst die Spannung, anschliessend der Widerstand gemessen.
Ich hatte mir das mal gekauft, das lief auch ganz ok, ich habs aber 
zurückgeschickt, weil einer der Ladeschächte immer nen falschen Wert 
ausgegeben hatte. Der zeigte immer wimre rund 200mAh zu wenig an.
Das mag aber ein Einzelfall gewesen sein.
https://www.akkuteile.de/xtar-vp4-plus-dragon-ladegeraet-fuer-li-ion-ni-mh-und-3s-akkupacks_500203_1518

von Jack V. (jackv)


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Uli S. schrieb:
> Es gibt ein Ladegerät von Xtar VP4+ Dragon, das hat ein extra mohm
> Messgerät.

Die meisten gehobeneren Ladegeräte für Rundzellen, sowie nahezu alle 
Ladegeräte für RC-Akkus haben die Funktion, den Innenwiderstand anzeigen 
zu können. Bislang habe ich da allerdings allenfalls grobe Schätzungen 
gesehen.

OT: „extra mohm Messgerät“ → :D

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Das stimmt schon, sehr viele Ladegeräte können mOhm messen, im Gegensatz 
zum VP4+ allerdings nur im Ladeschacht. Dieses Teil jedoch hat 2 extra 
Elektroden zum messen der Spannung und danach Widerstand. Mich hat das 
jedoch eher genervt, für den beschriebenen Zweck bietet sich das jedoch 
an.
Dass das eher eine grobe Schätzung statt ner Messung ist, spielt für den 
eigentlichen Zweck keine grosse Rolle, da gehts nur um die Einschätzung, 
taugt, taugt nicht. Ob da jetzt 15 oder 35mOhm dort steht, ist nicht so 
wichtig. Wenn man mehrere Akkus kombiniert, sollten die Werte halt alle 
recht eng beieinanderliegen.

von Jack V. (jackv)


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Uli S. schrieb:
> Ob da jetzt 15 oder 35mOhm dort steht, ist nicht so
> wichtig.

Nun ja … ich halte mehr als das Doppelte schon für ’nen bedeutsamen 
Unterschied.

Uli S. schrieb:
> Wenn man mehrere Akkus kombiniert, sollten die Werte halt alle
> recht eng beieinanderliegen.

Das ist die Stelle, an der die mir vorliegenden Geräte in der Regel ihre 
Unbrauchbarkeit offenbaren: bei drei Messungen ein und derselben Zelle 
habe ich in oft drei deutlich (siehe oben) voneinander abweichende 
Ergebnisse. Gerade wenn man so Akkus in Serie zusammenschaltet, sind 
+100% Ri auch in der Praxis untauglich zur Beurteilung.

Deswegen fragte ich oben nach dem Gerät – ich wäre auch durchaus bereit, 
für reproduzierbare Ergebnisse einen mittleren dreistelligen Betrag 
hinzugeben. Vierstellig ist’s mir das dann allerdings dann doch nicht 
wert.

von Walter K. (walter_k488)


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Makita ist wie Bosch blau einfach nur Baumarktschrott! Die Profis wissen 
schon, weshalb sie für Festool fast das doppelte zahlen!

von Andreas M. (elektronenbremser)


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Walter K. schrieb:
> Makita ist wie Bosch blau einfach nur Baumarktschrott!

Aha, woher weißt du das?

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Makita ist wie Bosch blau einfach nur Baumarktschrott! Die Profis
> wissen schon, weshalb sie für Festool fast das doppelte zahlen!
Wenn Du schon solchen Blödsinn laberst, weißt Du wahrscheinlich nicht 
einmal, an welchem Ende man einen Akkuschrauber halten muss. Dann wird 
die Arbeit mit den Geräten natürlich etwas schwieriger, tut mir leid für 
Dich.

von J. S. (engineer) Benutzerseite


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Walter K. schrieb:
> Makita ist wie Bosch blau einfach nur Baumarktschrott!

offiziell ist doch grün bei Bosch die Heimwerkerqualität, oder?

Ich habe Sägen von Makita und Metabo und bin soweit zufrieden. Die 
Metabo läuft schon seit 2017. Die Makita ist neu, kostete aber als 
1600er nur 115,--. Wieviel billiger will man das noch haben?

Ich benutze im Übrigen noch ganz klassisch 230V und Kabel. Dann sägt das 
Teil, wann ich will und nicht dann, wenn der Akku will.

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