Forum: HF, Funk und Felder Auswirkung Epoxydharz auf HF


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von Markus R. (markus_r131)


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Hallo, ich habe im Internet nichts zu dem Thema Hf und Epoxydharz 
gefunden. Mir geht es konkret darum welche Auswirkung der Harz speziell 
auf vergossene HF-Schaltungen/Schaltkreise oder Stecker hat. Ich bin 
gerade dabei mir ein Milliwatt-Messgerät bis 10 GHz zu bauen nur habe 
ich SMA-Buchsen bei denen das PTFE in der der Buchse locker ist. Da ich 
diese SMA Buchsen nicht entsorgen möchte, wollte ich mal fragen ob es im 
GHz Bereich da zu diversen Problemen kommen kann. Z.B. wenn ich diese 
Buchsen zum Teil in das Gehäuse eingieße. Ich kenne es z.B. von Antennen 
im 70cm Bereich die mit einem Schrumpfschlauch ummantelt werden um die 
Eigenschaft der Antenne anzupassen ( AFU Umbau Siemens C-Netz Telefon )

Hier der Link zum Messgerät von PAØRWE bzw. DD7LP von Christian Petersen 
D.A.R.C Husum

https://pa0rwe.nl/?page_id=356

P.s. Der Harz den ich verwende ist speziell 2K Elektrovergussmasse und 
hat einen elektrischen Widerstand im ausgehärtetem Zustand von 
>9999Mohm. Leider steht im Datenblatt des Herstellers nichts zu den 
Dielektrsichen Eigenschaften.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7494615 wurde vom Autor gelöscht.
von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

ich würde davon aus zwei Gründen abraten:

Wellenwiderstand der SMA Buchsen. Die Geometrie und Abmessungen der 
Buchsenkonstruktion ist auf die dielektrische Konstante von PTFE und 
Luft abgestimmt. Jegliche Veränderung dort verändert den 50 Ohm 
Wellenwiderstand der Konstruktion und verschlechtert das ohnehin nicht 
perfekte VSWR oder Return Loss (R.L.).

Ferner weist jedes Dielektrikum Material Verluste auf. Epoxydharz gibt 
es speziell für HF Anwendungen. Früher wurde es Araldit genannt. Wie es 
heute bezeichnet ist, weiß ich nicht. UHU-PLUS hat angeblich recht gute 
HF Eigenschaften, zumindest bei Frequenzen bis 1GHz.

Gerhard

von Crazy Harry (crazy_h)


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Markus R. schrieb:
> der Harz

das Harz

der Harz ist ein Gebirge

: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Markus R. schrieb:
> Da ich diese SMA Buchsen nicht entsorgen möchte, wollte ich mal fragen
> ob es im GHz Bereich da zu diversen Problemen kommen kann. Z.B. wenn
> ich diese Buchsen zum Teil in das Gehäuse eingieße.

Dielektrische Verluste und Impedanzänderungen sind ein Volumeneffekt 
bezogen auf das Feld.
Es kommt auf daher auf die Geometrie und ggf. auf den Feldverlauf an der 
Klebestelle an.

von Mario M. (thelonging)


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Markus R. schrieb:
> Leider steht im Datenblatt des Herstellers nichts zu den Dielektrsichen
> Eigenschaften.

"Die Dielektrizitätszahl beträgt [...] etwa 4 ..."

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Epoxidharz#Eigenschaften

von Gerhard H. (ghf)


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Gerhard O. schrieb:

> Ferner weist jedes Dielektrikum Material Verluste auf. Epoxydharz gibt
> es speziell für HF Anwendungen. Früher wurde es Araldit genannt. Wie es
> heute bezeichnet ist, weiß ich nicht. UHU-PLUS hat angeblich recht gute
> HF Eigenschaften, zumindest bei Frequenzen bis 1GHz.

Araldit ist in den USA wohl immer noch ein Warenzeichen für Epoxidharz.
FR-4 ist im wesentlichen das gleiche, mit Zugabe von Glasfasergewebe
und Substanzen, damit es bei Feuer von selbst ausgeht.
( flame-retardend-4 )

Der gute HF-Klebstoff ist UHU-Hart. Auch bei 10 GHz, zumindest was
Verluste angeht. Dem Geruch nach vermute ich Polystyrol + Lösungsmittel.
Auch wenn die Verluste klein sind, wird sich eps-r wohl ändern wenn
man alles damit zumumpt.
Ich hab's bisher nur benutzt um dielektrische Pucks auf ihre Koppel-
Leiterbahnen zu kleben.


> Gerhard
Gerhard H   DK4XP

: Bearbeitet durch User
von Hp M. (nachtmix)


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Gerhard H. schrieb:
> Der gute HF-Klebstoff ist UHU-Hart. Auch bei 10 GHz, zumindest was
> Verluste angeht. Dem Geruch nach vermute ich Polystyrol + Lösungsmittel.

Nö. Ich habe zwar lange  keines mehr gekauft, aber jahrzehntelang 
handelte es sich bei Uhu-Hart um Cellulosedinitrat in einem 
Lösungsmittelgemisch (Nicht Ethanol + Diethylether wie bei der 1%-igen 
Kollodiumlösung aus der Apotheke). Deshalb konnte man Uhu-Hart auch als 
Raketentreibstoff verwenden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kollodiumwolle

Ich würde aber defekte SMA-Buchsen lieber entsorgen, als zu riskieren, 
dass irgend ein Kleister auf die Stecker von Messgeräten gelangt.

: Bearbeitet durch User
von Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)


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Hallo zusammen.

Hp M. schrieb:
> Nicht Ethanol + Diethylether wie bei der 1%-igen Kollodiumlösung
> aus der Apotheke

Nenne mir bitte die! Apotheke, in der du DAS! in den letzten 30 Jahren 
gekauft haben willst....
Bitte nicht Löwen-, Marien-, Hirsch-, Delphin-, Adler-Apotheke , mehr 
weiss ich nicht mehr und wo auch nicht.
Nenne Ross und Reiter. Ich bin gespannt. ;-)

73
Wilhelm

von Hp M. (nachtmix)


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Wilhelm S. schrieb:
> Nenne mir bitte die! Apotheke, in der du DAS! in den letzten 30 Jahren
> gekauft haben willst....
> Bitte nicht Löwen-, Marien-, Hirsch-, Delphin-, Adler-Apotheke

Was denn sonst?
So heissen die Apotheken hier nunmal.

Wenn du mir die Arbeitszeit bezahlst, kann ich auch noch die Rechnung 
dafür raussuchen, die der Steuerberater mir zur Aufbewahrung 
zurückgegeben hat.

von Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)


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Hp M. schrieb:
> Was denn sonst?  So heissen die Apotheken hier nunmal.

Wilhelm S. schrieb:
> ... mehr  weiss ich nicht mehr und wo auch nicht.
> Nenne Ross und Reiter.

Ich hatte nichts anderes erwartet.

Hp M. schrieb:
> ...kann ich auch noch die Rechnung
> dafür raussuchen, die der Steuerberater mir zur Aufbewahrung...

Auch du wirst deine Unterlagen nach den verpflichtenden 10 Jahren 
entsorgt haben.

73
Wilhelm

von Herbert Z. (herbertz)


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Früher, als man noch Spulen für HF-Geschichten viel selber gewickelt hat 
sah man sich genötigt diese Windungen festzulegen. Da gibt es neben 
Wachse auch Epoxikleber. Das Kriterium war bei dieser Angelegenheit die 
Wärmeausdehnung dieser Klebe - Substanzen.  Sie bestimmte dann auch den 
TK Wert der verklebten Spule. Andere Einflüsse haben metallfreie Kleber 
nicht auf die HF Eigenschaften einer Spule.
Der beste Kleber ist der mit den geringsten "Lebenszeichen" wenn sich 
die Temperatur ändert.

von Mark (Gast)


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Gerhard H. schrieb:
> Araldit ist in den USA wohl immer noch ein Warenzeichen für Epoxidharz.

Vorsicht, Araldite ist eine Marke wie Uhu. Der Araldite-Kleber kann auch 
auf anderer Basis als EP sein, so auch PU (Polyurethan) oder MMA 
(Methacrylat) wers genauer wissen will verbreitet keinen Unsinn und 
liest hier:

https://bm-chemie.com/de//?wpdmdl=17789&ind=1599126957611

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