Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik TDA7294 tiefes lautes Brummen wenn kein Audiosignal


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von Anton (deranton1804)


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Hallo allerseits,

ich habe mir mit einem TDA7294 einen Audioverstärker aufgebaut. Als 
Basis diente die Schaltung wie im Bild zu sehen (das Design stammt also 
nicht von mir, sondern ich habe es in TARGET neu gezeichnet und eine 
Platine erstellt).

Der Verstärker funktioniert soweit und der Klang ist astrein. Der 
TDA7294 wird nicht sonderlich heiß. Das Problem ist nur, dass immer wenn 
kein Audiosignal anliegt (z.B., wenn ich am MP3 Player auf Pause 
drücke), eine sehr lautes NF Brummen zu hören ist. Das Brummen beginnt 
erst relativ leise und schwellt dann innerhalb 0,5 Sekunden an und wird 
sehr laut. Ich meine, es ist dieses typische tiefe Brummen, welches auch 
zu hören ist, wenn man versehentlich bei einem Audioeingang Plus und 
Minus kurzschließt. So hört es sich zumindest an.

Ich habe den Schaltplan und auch die Platine bestimmt 20x sehr genau 
kontrolliert, mit Lupe und perfektem Licht, und alle Anschlüsse und 
Lötpunkte genau überprüft, kann aber keinen Fehler entdecken.

Dies ist bestimmt der 10. Verstärker den ich Aufgebaut habe und bisher 
habe ich noch jeden Fehler finden können. Ich muss hier aber auch 
zugeben, dass ich kein Profi-Elektroniker bin, sondern seit ca. 30 
Jahren professioneller Tontechniker und seit ca. 8 Jahren 
Elektronik-Hobbybastler bin und ich mir alles selbst beigebracht habe. 
Mir geht es auch darum, von Fehlern zu lernen und mehr Sachverständnis 
für Schaltungen zu entwickeln.

Meine Fehlersuche stößt hier aber an meine Grenzen und ich wollte 
fragen, ob bitte jemand von Euch die mehr Ahnung haben, mal drüber 
schauen könnte? Das würde mir sehr helfen!  Im Voraus vielen Dank schon 
mal!

Mit freundlichen Grüßen
Klaus

von Philipp M. (pm_siggi)


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Hallo Klaus,

Wie verhält es sich, wenn du:

- keine Quelle angeschlossen hast und der Eingang offen ist
- keine Quelle angeschlossen hast und den Eingang kurzschließt
- das Poti für die Lautstärke am Eingang am minimum stellst?

An und für sich sind die TDA7294 recht umgänglich. Selbst auf Lochraster 
problemlos zu meistern.

Hast du ein Bild vom Layout für uns?

Beste Grüße,
Phil

Nachtrag: Handys und mp3 Player schalten bei Pause gern den Ausgang 
hochohmig, um Energie zu sparen. Dabei verwandelt sich dann deine 
Eingangsleitung zu einer einwandfreien Antenne.

: Bearbeitet durch User
von J. T. (chaoskind)


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Anton schrieb:
> Das Brummen beginnt erst relativ leise und schwellt dann innerhalb 0,5
> Sekunden an und wird sehr laut

Klingt erstmal nach ner AGC, aber im Datenblatt gibt es keinen Hinweis 
darauf, das der TDA eine hat.

Mit R2 und R3(nach Schaltungsvorschlag im Datenblatt hier aus der 
Artikelsammlung) kannst du die closedloopgain einstellen, wenn ich das 
beim Überfliegen richtig verstanden hab. Evtl hat sich da irgendwas 
eingeschlichen, in deiner Umsetzung, wobei dann eigentlich unabhängig 
vom Eingangssignal was mit der Verstärkung nicht stimmen sollte....

My 2 cents

Philipp M. schrieb:
> Nachtrag: Handys und mp3 Player schalten bei Pause gern den Ausgang
> hochohmig, um Energie zu sparen. Dabei verwandelt sich dann deine
> Eingangsleitung zu einer einwandfreien Antenne.

Auch ein guter Hinweis.

: Bearbeitet durch User
von Monk (roehrmond)


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Mache an die Eingangsklemme (K2 kontakt 1 und 2) einen Widerstand mit 1k 
Ohm. Wenn das besser ist aber noch nicht gut genug, dann gehe auf 100 
Ohm runter.

Der Widerstand soll die Quelle belasten. Wenn dein MP3 Player 
abschaltet, empfängt die Zuleitung elektromagnetische Felder. Durch den 
Widerstand wird der Effekt reduziert.

: Bearbeitet durch User
von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Könnte niederfrequentes Schwingen sein. Ich habe das
früher mal bei Radio-NF-Verstärker erlebt die noch
mit Übertrager gearbeitet haben, die Schwingung entstand
bei unbelasteten Ausgang, also abgeschalteten Lautsprecher
und hochohmig angeschlossenen Kopfhörer. Hier könnten
es vielleicht auch ungünstige Masseverbindungen sein.
Masse möglichst großflächig machen und oder Sternförmig
auf einen einzigen gemeinsamen Punkt verbinden.
Von Vorteil wäre auch eine Zweiebenen-Platine, eine
davon als vollständige Massefläche und die andere dann
als Verdrahtung.

Siehe hier Seite 22:

https://www.uni-saarland.de/fileadmin/upload/lehrstuhl/moeller/Praktikum/P_SS2016/4_NFLeistungsverstaerker.pdf

von Andreas M. (andreas_m62)


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Früher haben wir die Eingangs-Potis immer andersrum eingebaut.
Da wurde mit dem Schleifer der Verstärkereingang auf Masse gezogen und 
nicht das Eingangssignal.

von Monk (roehrmond)


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Andreas M. schrieb:
> Früher haben wir die Eingangs-Potis immer andersrum eingebaut.

Die Schaltung ist in der Tat merkwürdig. Wenn man die Lautstärke auf 0 
dreht, wird die Quelle kurzgeschlossen. Ob sie das gerne hat?

von Ingo W. (uebrig) Benutzerseite


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Steve van de Grens schrieb:
> Die Schaltung ist in der Tat merkwürdig. Wenn man die Lautstärke auf 0
> dreht, wird die Quelle kurzgeschlossen.

Und bis kurz davor ändert sich kaum was an der Lautstärke, wenn die 
Quelle niederohmig ist (wie der Kopfhörerausgang des MP3-Players).

von Philipp M. (pm_siggi)


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Ingo W. schrieb:
>
> Und bis kurz davor ändert sich kaum was an der Lautstärke, wenn die
> Quelle niederohmig ist (wie der Kopfhörerausgang des MP3-Players).

Korrekt. Das habe ich vorhin am Strand gar nicht gesehen. Das Poti passt 
so definitiv nicht.

von Anton (deranton1804)


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Hallo zusammen,

erstmal einen großen Dank an alle. Es freut mich sehr, dass ihr euch die 
Mühe macht um zu helfen das Problem zu finden.

Hier ein Bild der von mir erstellten Platine. Mir ist natürlich klar, 
dass ich damit nicht den "Verstärker Design Hauptpreis" erhalten werde 
:-)
Aber, ich kann ja nur noch dazulernen.

Ich habe letzte Nacht bis Heute morgen früh alles nochmal nachgesehen 
aber finde einfach den Fehler nicht. Sowas hartnäckiges hatte ich noch 
nie.

Was ich noch vergessen hatte zu sagen ist, dass ich den TDA7294 für den 
Testbetrieb schon an einem Kühlkörper geschraubt habe, aber keine 
Isolierscheibe dazwischen, sondern nur die übliche Wärmeleitpaste.
Ich ging davon aus, (da das Gehäuse des TDA7294 mit -Vs verbunden ist)
und der Kühlkörper keinerlei elektrischen Kontakt zu irgendetwas anderem 
hat, dass es keinen Kurzschluss geben kann und auch das Brummen durch 
die nicht-isolierte Montage des TDA7294 verursacht werden kann.
Sehe ich das richtig?

Gruß
Klaus

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Beschissene Masseführung. Das Audiosignal (Audio-In) teilt sich die 
Masseverbindung auf weiten Wegen mit der Betriebsspannung des TDA, 
besonders auf der einzelnen Drahtbrücke sogar hinter den 
Siebkondensatoren.

: Bearbeitet durch User
von Anton (deranton1804)


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Ingo W. schrieb:
> Steve van de Grens schrieb:
>> Die Schaltung ist in der Tat merkwürdig. Wenn man die Lautstärke auf 0
>> dreht, wird die Quelle kurzgeschlossen.
>
> Und bis kurz davor ändert sich kaum was an der Lautstärke, wenn die
> Quelle niederohmig ist (wie der Kopfhörerausgang des MP3-Players).

Hallo Steve,

das ist exakt so wie es ist. Sobald das Poti auf 0 Ohm gedreht wird, 
fängt das ganze an zu Brummen. Es gibt in der Tat kaum eine nennenswerte 
Lautstärkenveränderung, wenn man das Poti weiter aufdreht. Das hat mich 
auch sehr gewundert.

Gruss
Klaus

von Anton (deranton1804)


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Ben B. schrieb:
> Beschissene Masseführung. Das Audiosignal (Audio-In) teilt sich die
> Masseverbindung auf weiten Wegen mit der Betriebsspannung des TDA,
> besonders auf der einzelnen Drahtbrücke sogar hinter den
> Siebkondensatoren.

Hallo Ben,

deine Kritik nehme ich gerne zur Kenntnis und mir ist bewusst, dass 
diese Platine kein Meisterwerk ist.

Es wäre aber hilfreicher, wenn du deine Kritik technisch erläutern 
könntest und Vorschläge machen würdest, wie/was ich ändern und 
verbesseren sollte.

Sind denn die von dir genannten Punkte ursächlich für das beschriebene 
Brummen wenn kein Audiosignal eingespeißt wird ?


MfG.
Klaus

von Monk (roehrmond)


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So schließt man das Poti richtig an:
https://devxplained.eu/user/pages/02.blog/potentiometers/potentiometer-as-voltage-divider.svg?g-919ce5c8

Korrigiere das mal. C1 und C11 können bleiben.

Sollte das Brummen dann noch bestehen, dann probiere den zusätzlichen 
Widerstand aus meinem vorherigen Beitrag 
Beitrag "Re: TDA7294 tiefes lautes Brummen wenn kein Audiosignal"

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Sind denn die von dir genannten Punkte ursächlich für das
> beschriebene Brummen wenn kein Audiosignal eingespeißt wird ?
Das weiß ich nicht, aber mich würde es nicht wundern.

Ich hab in meiner Endstufenbastler-Karriere schon so manches Kuriosum 
erlebt, etwa wie so'n Ding zum Kurzwellensender wird und es auf keine 
Ahnung welchen Wegen schafft, so viel Leistung abzustrahlen, daß ein 
damaliger Röhrenfernseher (diese Elektronenbeschleuniger für's 
Wohnzimmer, wer kennt sie noch) in der anderen Zimmerecke nur noch ein 
komplett weißes Bild anzeigt.

Google doch mal nach sternförmige Masseverbindung.

von Kurt A. (hobbyst)


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Ich habe in deinem Schaltplan den Anschluss des Poti eingezeichnet wie 
es normal gemacht wird. Vor dem Eingang des TDA7294 ist im Datenblatt 
noch ein Kondensator eingezeichnet.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Anton schrieb:
> kaum eine nennenswerte Lautstärkenveränderung,

Lineares Poti erwischt?

von Marci W. (marci_w)


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Kurt A. schrieb:
> Ich habe in deinem Schaltplan den Anschluss des Poti eingezeichnet wie
> es normal gemacht wird.

Ich würde den C an den "Eingang" des Potis hängen. Sonst gibt es bei 
Quellen mit DC-Anteil am Ausgang unangenehme Geräusche, wenn der Poti 
verstellt wird, wegen der Potentialverschiebung am C beim Verstellen.
Aber alles AFAIK und IMHO!

ciao

Marci

von Marci W. (marci_w)


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Dieter D. schrieb:
> Lineares Poti erwischt?

Ich denke, eher wegen der falschen Poti-Beschaltung, wie schon 
beschrieben. Ein lin-Poti hat nicht solche dramatischen Auswirkungen, 
wie Anton beschreibt.

ciao

Marci

von Motopick (motopick)


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Anton schrieb:

> Es gibt in der Tat kaum eine nennenswerte
> Lautstärkenveränderung, wenn man das Poti weiter aufdreht. Das hat mich
> auch sehr gewundert.

Da wird das Poti in dem Bereich schon weggekokelt sein.
Die typische Belastbarkeit liegt bei Kohleschichtpotis nur beu wenigen 
mW.

Nimm einfach ein Neues.
Und bau es diesmal richtigherum ein.

von Axel R. (axlr)


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Einkoppel-Kondensator, ja. UND (Gleichstrompfad am nichtinv.Eingang!) 
22K nach GND vom PIN3. (Seite2 und Seite4 im Datenblatt)
Audio_IN(GND) geht bitte mit einem Leiterzug separat und nur an den 
Minus vom C9. da darf kein anderer Strom drüber fließen. Also AUDIO_GND 
an der EIngangsbuchse auftrennen und untenlang bos auf Höhe C9 und da 
meinetwegen mit ner kleinen Drahtbrücke anbinden.
Cooler Schaltkreis, wären wir früher froh gewesen, sowas zu haben.

von Robert M. (r0bm)


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Kurt A. schrieb:
> Ich habe in deinem Schaltplan den Anschluss des Poti eingezeichnet wie
> es normal gemacht wird.

Da an den Eingängen des Verstärkers PNP Transistoren sitzen, benötigt 
der nichtinvertierende Eingang für den Bias-Strom unbedingt einen 
DC-Pfad nach Masse. Idealerweise wäre das ein Widerstand der identisch 
mit dem Gegenkopplungswiderstand R5 (22k) ist. In der Schaltung im 
Datenblatt wird das ebenfalls berücksichtigt. Davor sitzt dann ein 
Trennkondensator und das eigentliche Poti zur Lautstärkeregelung, 
diesmal aber richtig herum.

von Anton (deranton1804)


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Guten Abend zusammen,

ich habe das Poti. nun anders angeschlossen, so wie Steve und Kurt A. 
und einige andere bereits vorgeschlagen hatten. Und zwar ist es jetzt 
folgendermaßen verlötet:
Pin 1 des Poti. an Audioeingang K2
Pin 2, Schleifer des Poti. an Pin3 (IN+) des TDA 7294
Pin 3 des Poti. an GND

Der Verstärker funktioniert jetzt einwandfrei. Ihr lagt also richtig!
Im Nachhinein gesehen war das aber ein dummer Fehler von mir mit dem 
Poti.
,denn das hätte ich wissen können. Aber nach ca. 5 Jahren 
(notgezwungene) Bastelpause, vergisst man solche Basics :-)

Jedenfalls vielen Dank, ihr habt mir sehr geholfen!!
Ich werde auf jeden Fall eine ganz neue PCB erstellen weil der Prototyp 
auf dem Bild hier im Beitrag gefällt mir garnicht.

Eine Frage noch.
Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher wegen dem Kondensator zwischen 
Poti.-Schleifer und den Pin3 (IN+) des TDA7294. Dieser Kondensator 
sollte laut Datenblatt 470nF haben. Brauche ich den?

Vielen Dank nochmal!

Gruß
Klaus

von Anton (deranton1804)


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Nein mit Sicherheit nicht. Was ich verwendet habe ist 10K Log.

von Kurt A. (hobbyst)


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Ich werde auf jeden Fall eine ganz neue PCB erstellen weil der Prototyp 
auf dem Bild hier im Beitrag gefällt mir garnicht.

Bei dieser Vorlage musst du nur C1 etwas schieben um Platz für das Poti 
zu schaffen. Wenn es zwingend auf die PCB muss.

https://xtronic.org/circuit/amplifier/audio-amplifier-potency-tda7294/amp/

von Mani W. (e-doc)


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Anton schrieb:
> Eine Frage noch.
> Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher wegen dem Kondensator zwischen
> Poti.-Schleifer und den Pin3 (IN+) des TDA7294. Dieser Kondensator
> sollte laut Datenblatt 470nF haben. Brauche ich den?

Gut wär er, wenn mit Gleichstromanteilen am Eingangssignal zu
rechnen ist...

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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10k und 470nF ergeben eine Grenzfrequenz von 34 Hz.

Wenn DC-Anteile im Signal wären, würde ohne Kondensator das ggf. den 
Mittelpunkt der Endstufe verschieben und es würde beim Verstellen 
"Kratzgeräusche" aus der Box ertönen.

von Axel R. (axlr)


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So, wie im Datenblatt eben: 22K direkt am PIN nach Masse, 470nF (oder 
1µF?) Richtung Poti und dann dein Poti. So, wie du es nun neu 
angeschlossen hast.

von Axel R. (axlr)


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Dieter D. schrieb:
> 10k und 470nF ergeben eine Grenzfrequenz von 34 Hz.

Die 10K ändern sich, je nach Schleiferstellung. Ich würde auch für einen 
festen Eingangsstrom den 22K Festwiderstand einlöten, statt das Poti 
hierfür zu "misbrauchen". Da ist ja nicht umsonst ein 22K gegen GND 
eingezeichnet. Die Innenschaltung gibt das ja auch her, wie weiter oben 
ja schon richtig erörtert wurde.

: Bearbeitet durch User
von Axel R. (axlr)


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hab eben auch mal kurz nachgeschaut:
https://xtronic.org/circuit/amplifier/audio-amplifier-potency-tda7294/amp/

Ja - so wirds wohl gehen.

von Anton (deranton1804)


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Guten Morgen zusammen,

ich werde heute eure Tipps hinsichtlich den 22K Widerstand, den 470nF 
Kondensator und das herausnehmen des Poti. umsetzen und dann berichten.
Wenn diese Änderungen erfolgreich sind, werde ich das dann in die neue 
Platine berücksichtigen.

Ohne Poti., hätte ich dann natürlich keine Möglichkeit mehr, die 
Lautstärke am Verstärker zu regeln (was ja doch sehr praktisch ist), 
aber wenn es ohne das Poti. wie ihr sagt, besser ist, setze ich das so 
um.

Frage zur Isolorierung des TDA7294 Multiwatt15 Gehäuse:
Ich habe bisher noch keine Multiwatt15 Gehäuse verbaut. Kann mir jemand 
sagen, welche Isolierscheiben ich dafür nehmen kann und wo ich die 
kaufen kann? Ich finde einfach keine die für Multiwatt15 gedacht sind. 
Kann mir da jemand Tipps geben?

Vielen Dank schon mal!

Gruß
Klaus

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Silikon-Wärmeleitpad möglichst dünn nehmen und passend zurechtschneiden. 
Isolierscheibe unter der Schraube nicht vergessen, sonst stellt die 
Schraube eine leitende Verbindung zum Kühlkörper her wenn man nicht 
daran denkt.

von Harald W. (wilhelms)


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Anton schrieb:

> Ich werde auf jeden Fall eine ganz neue PCB erstellen weil der Prototyp
> auf dem Bild hier im Beitrag gefällt mir garnicht.

Im Datenblatt von "ST" gibts doch einen Layoutvorschlag. Könntest Du
den nicht einfach übernehmen?

: Bearbeitet durch User
von Anton (deranton1804)


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Ben B. schrieb:
> Silikon-Wärmeleitpad möglichst dünn nehmen und passend zurechtschneiden.
> Isolierscheibe unter der Schraube nicht vergessen, sonst stellt die
> Schraube eine leitende Verbindung zum Kühlkörper her wenn man nicht
> daran denkt.

Die sind aber sehr dick, auch die dünnsten Ausführungen.
Es muss es doch speziell für das Multiwatt15 Gehäuse passende
Standardlösungen geben?

von Anton (deranton1804)


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Harald W. schrieb:
> Anton schrieb:
>
>> Ich werde auf jeden Fall eine ganz neue PCB erstellen weil der Prototyp
>> auf dem Bild hier im Beitrag gefällt mir garnicht.
>
> Im Datenblatt von "ST" gibts doch einen Layoutvorschlag. Könntest Du
> den nicht einfach übernehmen?

Das stimmt. Aber das ich nicht was für mich den Reiz ausmacht. Selber 
(gute) Platinen designen, die dann auch noch mechanisch und elektronisch 
optimal funktionieren, ist für mich der eigentliche Reiz und 
Lernprozess.
Ich möchte ja von meinen Fehlern lernen. Abkupfern kann (fast) jeder :-)

von J. T. (chaoskind)


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Ben B. schrieb:
> sonst stellt die Schraube eine leitende Verbindung zum Kühlkörper her
> wenn man nicht daran denkt.

Übrigens auch, wenn man es absichtlich macht ;-)

von Robert M. (r0bm)


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Anton schrieb:
> Ohne Poti., hätte ich dann natürlich keine Möglichkeit mehr, die
> Lautstärke am Verstärker zu regeln (was ja doch sehr praktisch ist),
> aber wenn es ohne das Poti. wie ihr sagt, besser ist, setze ich das so
> um.

Du sollst das Poti natürlich nicht wegrationalisieren sondern es 
möglichst nicht gleichzeitig auch als Gleichstrompfad für den 
Eingangsbiasstrom des Verstärkers benutzen. D.h. zuerst das 10k 
Lautstärkepoti, danach ein Trennkondensator (470nF), ein 22k Widerstand 
nach Masse und schlußendlich geht es zum nichtinvertierenden 
Verstärkereingang. Die untere Grenzfrequenz liegt damit, selbst im 
ungünstigsten Fall (Poti in Mittelstellung), unterhalb 20Hz.

von Michael B. (laberkopp)


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Harald W. schrieb:
> Im Datenblatt von "ST" gibts doch einen Layoutvorschlag. Könntest Du
> den nicht einfach übernehmen?

Und dann ? Kein Ton, kein Bild.

Die Masseleitung des Eingangs endet einfach, unangeschlossen.

Das Layout ist fehlerhaft.

von Anton (deranton1804)


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Michael B. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> Im Datenblatt von "ST" gibts doch einen Layoutvorschlag. Könntest Du
>> den nicht einfach übernehmen?
>
> Und dann ? Kein Ton, kein Bild.
>
> Die Masseleitung des Eingangs endet einfach, unangeschlossen.
>
> Das Layout ist fehlerhaft.



Was meinst du mit "kein Bild"? Was hat diese Schaltung mit Bild/Video zu 
tun?

Du schreibst: "Das Layout ist fehlerhaft."
Meinst du wirklich, ST würde ein fehlerhaftes Layout bzw. Schaltplan 
weltweit veröffentlichen? Erläutere bitte. Das ist ja sehr interessant 
wenn dem so ist.

MfG.

Klaus

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Anton schrieb:
> Erläutere bitte.

Schau doch einfach ins Datenblatt rein, die Stelle habe ich sogar 
genannt.

Man muss sich wirklich fragen, wie unselbständig die Hartzer geworden 
sind.

Beitrag #7500312 wurde vom Autor gelöscht.
von Anton (deranton1804)


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Robert M. schrieb:
> Anton schrieb:
>> Ohne Poti., hätte ich dann natürlich keine Möglichkeit mehr, die
>> Lautstärke am Verstärker zu regeln (was ja doch sehr praktisch ist),
>> aber wenn es ohne das Poti. wie ihr sagt, besser ist, setze ich das so
>> um.
>
> Du sollst das Poti natürlich nicht wegrationalisieren sondern es
> möglichst nicht gleichzeitig auch als Gleichstrompfad für den
> Eingangsbiasstrom des Verstärkers benutzen. D.h. zuerst das 10k
> Lautstärkepoti, danach ein Trennkondensator (470nF), ein 22k Widerstand
> nach Masse und schlußendlich geht es zum nichtinvertierenden
> Verstärkereingang. Die untere Grenzfrequenz liegt damit, selbst im
> ungünstigsten Fall (Poti in Mittelstellung), unterhalb 20Hz.


Hallo Robert,

Ich hab das mal eingezeichnet so wie du es vorschlägst.
Meinst du so wie im Bild, ist das korrekt so?
Gruss
Klaus

von Anton (deranton1804)


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Michael B. schrieb:
> Anton schrieb:
>> Erläutere bitte.
>
> Schau doch einfach ins Datenblatt rein, die Stelle habe ich sogar
> genannt.
>
> Man muss sich wirklich fragen, wie unselbständig die Hartzer geworden
> sind.



Auf die Gefahr hin, dass ich mich hier mit einem Bot oder Troll 
unterhalte.
Wenn ich deine Worte richtig verstehe, meinst du also aus der Ferne 
beurteilen zu können, dass ich ein Harz4 Bezieher bin, nur weil ich den 
(angeblichen) Fehler im Datenblatt von ST nicht eigenständig finden 
kann?

Ich lasse das mal so mal stehen.

Vielen Dank für deinen „wertvollen“ Beitrag.

MfG.
Klaus

von H. H. (Gast)


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Anton schrieb:
> Meinst du wirklich, ST würde ein fehlerhaftes Layout bzw. Schaltplan
> weltweit veröffentlichen?

Sowas kommt immer wieder vor, nicht nur bei ST.

von Enrico E. (pussy_brauser)


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Michael B. schrieb:
> Und dann ? Kein Ton, kein Bild.

Das ist der beliebte Standardspruch, den haben wir früher immer 
angewendet wenn das Fernsehn keinen Muks mehr von sich gab.

Den Spruch nutze ich auch heute noch gerne, selbst wenn der Toaster oder 
der Rasenmäher nicht mehr funktioniert. Er ist im Laufe der Jahre 
einfach in Fleisch und Blut übergegangen ;)

: Bearbeitet durch User
von Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)


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Enrico E. schrieb:
>> Und dann ? Kein Ton, kein Bild.

Der Spruch geht etwas anders: Kein Bild, kein Ton? Wir kommen schon!

73
Wilhelm

von Robert M. (r0bm)


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Anton schrieb:
> Ich hab das mal eingezeichnet so wie du es vorschlägst.
> Meinst du so wie im Bild, ist das korrekt so?

Ja. Vor das Poti könntest du optional noch ein RC-Tiefpass (100 Ohm + 
1nF o.ä.) als HF-Filter vorsehen wenn du magst.

Anton schrieb:
> Du schreibst: "Das Layout ist fehlerhaft."
> Meinst du wirklich, ST würde ein fehlerhaftes Layout bzw. Schaltplan
> weltweit veröffentlichen? Erläutere bitte.

Ich sehe auch nicht warum die Masseleitung (SGND) des Eingangs nicht 
angeschlossen sein soll. Der Kontrast im Layout ist zwar nicht besonders 
gut aber es ist eindeutig zu erkennen, dass SGND zuerst zu Pin 4 führt 
und dann wieder zurück über eine Drahtbrücke und einer längeren Leitung 
schlussendlich in PGND endet.

: Bearbeitet durch User
von H. H. (Gast)


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Robert M. schrieb:
> Der Kontrast im Layout ist zwar nicht besonders
> gut aber es ist eindeutig zu erkennen, dass SGND zuerst zu Pin 4 führt
> und dann wieder zurück über eine Drahtbrücke und einer längeren Leitung
> schlussendlich in PGND endet.

Die Verbindung verbirgt sich unter der Darstellung des Kühlflansches des 
TDA.

von Michael B. (laberkopp)


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H. H. schrieb:
> Die Verbindung verbirgt sich unter der Darstellung des Kühlflansches des
> TDA.

Ja, aber darauf muss man erst mal kommen, quasi aus dem Schaltplan 
rückermitteln.

Aus dem Layout heraus geht die rechte und die linke Leiterbahn an 
sichtbare Pins, und die mittlere hat keinen Anschluss mehr.

Man hat das bei neueren Datenblättern wohl verbessert.

von Anton (deranton1804)


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Robert M. schrieb:
> Anton schrieb:
>> Ich hab das mal eingezeichnet so wie du es vorschlägst.
>> Meinst du so wie im Bild, ist das korrekt so?
>
> Ja. Vor das Poti könntest du optional noch ein RC-Tiefpass (100 Ohm +
> 1nF o.ä.) als HF-Filter vorsehen wenn du magst.
>
> Anton schrieb:
>> Du schreibst: "Das Layout ist fehlerhaft."
>> Meinst du wirklich, ST würde ein fehlerhaftes Layout bzw. Schaltplan
>> weltweit veröffentlichen? Erläutere bitte.
>
> Ich sehe auch nicht warum die Masseleitung (SGND) des Eingangs nicht
> angeschlossen sein soll. Der Kontrast im Layout ist zwar nicht besonders
> gut aber es ist eindeutig zu erkennen, dass SGND zuerst zu Pin 4 führt
> und dann wieder zurück über eine Drahtbrücke und einer längeren Leitung
> schlussendlich in PGND endet.

Hallo Robert,
heißt PGND Power Ground? Ich finde da im Datenblatt keine Hinweise zu. 
Oder ich sehe es einfach nicht.
Gruss
Klaus

von Myka (myka)


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Anton schrieb:
> PGND Power Ground? Ich finde da im Datenblatt keine Hinweise zu.

Du solltest generell Signalground und Powerground getrennt betrachten 
und an einem zentralen Punkt zusammen frühen. Im ( ich glaube neueren) 
Datenblatt des TDA ist ein anderes Layout vorhanden (s. Anhang). Mmn. 
besser als das andere.

von Robert M. (r0bm)


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Anton schrieb:
> heißt PGND Power Ground?

Ja, ist identisch mit GND am unteren Anschluß für die Stromversorgung.

von Anton (deranton1804)


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Robert M. schrieb:
> Anton schrieb:
>> heißt PGND Power Ground?
>
> Ja, ist identisch mit GND am unteren Anschluß für die Stromversorgung.

OK Danke dir. Wieder was gelernt

von Anton (deranton1804)


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Myka schrieb:
> Anton schrieb:
>> PGND Power Ground? Ich finde da im Datenblatt keine Hinweise zu.
>
> Du solltest generell Signalground und Powerground getrennt betrachten
> und an einem zentralen Punkt zusammen frühen. Im ( ich glaube neueren)
> Datenblatt des TDA ist ein anderes Layout vorhanden (s. Anhang). Mmn.
> besser als das andere.

Halllo Myka;

danke für den Tipp. Schau ich mir mal an.

Gruss
Klaus

von Anton (deranton1804)


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Hallo zusammen,

ich schaue mir gerade den originalen Schaltplan aus dem Datenblatt von 
ST an (siehe Bild) und  versuche die Schaltung besser zu verstehen.
Soweit alles gut.

Wo ich aber nicht durchblicke ist folgendes:
Beim Audio-Eingang am Kondensator C1 (da wo das AC-Symbol steht), ist 
doch, wenn ich es richtig sehe, dieser Eingang zusammen mit R1 und Pin4 
vom TDA7294 auch an Masse verbunden? Würde das nicht zu einem 
Kurzschluss führen?
Oder sehe ich da was  falsch?

Kann mich da jemand aufklären wie/ob das funktioniert?

Vielen Dank

Gruß
Klaus

: Bearbeitet durch User
von Enrico E. (pussy_brauser)


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Anton schrieb:
> Würde das nicht zu einem Kurzschluss führen?

Nein, über Pin 4 holt sich der Verstärker nur das Masse-Signal für seine 
interne Mute-Schaltung.

von Anton (deranton1804)


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Enrico E. schrieb:
> Anton schrieb:
>> Würde das nicht zu einem Kurzschluss führen?
>
> Nein, über Pin 4 holt sich der Verstärker nur das Masse-Signal für seine
> interne Mute-Schaltung.

Hallo Enrico,

vielen Dank für den Hinweis.

Schönen Abend noch.

Gruß
Klaus

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