Forum: Platinen KiCad Anfänger Fragen.


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von Sven W. (sven_w528)



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Hallo zusammen,

ich wollte mich nun mal mit dem erstellen von Platinen beschäftigen. 
Habe auch schon das ein oder andere Tutorial zu KiCad gelesen. Aber ich 
bleibe auf einem Problem sitzen und komme nichht weiter.

Ich möchhte zuerst eine Passive Schaltung entwerfen. Zum Anlass nehme 
ich ein Widerstandsnetzwerk (Array) was man so wie ich es brauche nicht 
kaufen kann. Bestücken möchte ich dann mit SMD Widerständen aus dem 
Handel. Nach unten hin sollen Pins aufgelötet werden im Raster 2,54 
damit ich dieses Array auf einen vorhande Platine stecken und verlöten 
kann.

Dazu folgen ganz sicher noch weitere Fragen, aber nun erstmal zu meinem 
Problem.

Im angehängten Bild "Array-Schalplaneditor" kann man ganz gut erkennen 
wie es aussehen soll. Nach unten hin die 10 Anschlüsse in Richtung 
vorhandener Platine. Die grünen Pfade sollen am ende auch die 
Leiterbahnen sein.

Im angehängten Bild "Array-Leiterplatteneditor" sieht man zwar die 
Leiterbahnen zwischen den Widerständen, aber die nach unten geführten 
nicht mehr.

Was muss ich tun damit diese dann auch im Leiterplatteneditor 
auftauchen?

Oder kann mir jemand ein gutes Tutorial empfehlen wo so Anfänger wie ich 
schnell zum ziel kommen (bei so einfachen Schaltungen wie dieser hier).

Vielen Dank
Grüße
Sven

von Anonymus B. (anonymus_bugmenot)


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Du musst sie mit einem Connector verbinden (in Bauteilen nach Connector 
suchen).

von Christian M. (christian_m280)


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Genau. Die gehen ja nirgends hin, also braucht es sie nicht! Wie willst 
Du sie denn anschliessen? Connector?

Gruss Chregu

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Also noch niemals ein Layout Programm (egal welches) benutzt.

Im Schaltplan teilst Du mit welche Verbindungen von wo nach wo gehen.
Im PCB Teil tauchen die dann als sogenannte Luftlinien auf.
Das sind aber noch längst keine Leiterbahnen, sondern nur eine 
freundliche Erinnerung das hier Leiterbahnen hingehören die Du erst noch 
zu zeichnen hast.

Da die 'unteren' Wires im Schaltplan nach nirgendwo gehen, existieren 
die im PCB nicht, weil es keine Verbindung ist.

Sven W. schrieb:
> schnell zum ziel
Du musst Layouten im allgemeinen und Kicad im speziellen lernen.
Du kannst auch nicht einfach irgendwas nach eigenen Vorstellungen machen 
sondern musst dich daran halten was ein PCB Hersteller deines Vertrauens 
fertigen kann, mit Daten die er verarbeiten kann, in einem Prozess den 
du bereit bist zu bezahlen.

Kicad ist bereits eine sehr mächtige SW.
Von absolut 0,0 Ahnung zu einer fertigen PCB zu kommen, wird nicht 
schnell und schmerzlos gehen.
Dazu ist die Lernkurve viel zu steil.

Vielleicht möchtest Du mit einer SW starten die sich gezielt an Anfänger 
richtet (z.B. Fritzing), dafür aber all den geilen shice nicht bietet 
mit dem Kicad aufwarten kann.

von M.A. S. (mse2)


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Michael schrieb:
> Kicad ist bereits eine sehr mächtige SW.
> Von absolut 0,0 Ahnung zu einer fertigen PCB zu kommen, wird nicht
> schnell und schmerzlos gehen.
> Dazu ist die Lernkurve viel zu steil.
>
> Vielleicht möchtest Du mit einer SW starten die sich gezielt an Anfänger
> richtet (z.B. Fritzing), dafür aber all den geilen shice nicht bietet
> mit dem Kicad aufwarten kann.
Das ist sicher richtig aber Sven hat sich ja zum Anfang eine wirklich 
einfache Sache ausgesucht (was schon mal gut ist).
Und falls das nicht eilig sein sollte, das Endprodukt in der Hand zu 
halten, dann ist es lohnenswert, sich in KiCad einzuarbeiten.
Es gibt zahlreiche Tutorials dazu.

von Daniel B. (dbuergin)


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Ich habe mit diesem Tutorial: 
https://www.youtube.com/watch?v=vV-yWVZqQQ8 und dem zweiten Teil eine 
kleine zweilagige Platine erstellt und fertigen lassen. War für mich 
alles drin was es gebraucht hat, und meine Kenntnisse waren sehr gering 
:-)

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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M.A. S. schrieb:
> lohnenswert, sich in KiCad einzuarbeiten
Selbstverständlich und ich ziehe es jedem anderen CAD vor.
Für Sven ist das allerdings nun doppelt schwer, weil er nicht mal die 
grundlegensten Basics der Leiterplattenentwicklung kennt.
Daher die Frage ob er nicht erst ins Bällebad möchte bevor er den Bungi 
Sprung vom Fernsehturm macht.
Einfach um den Frustlevel niedrig zu halten.

von Sven W. (sven_w528)


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Michael schrieb:
> Kicad ist bereits eine sehr mächtige SW.
> Von absolut 0,0 Ahnung zu einer fertigen PCB zu kommen, wird nicht
> schnell und schmerzlos gehen.
> Dazu ist die Lernkurve viel zu steil.

Ich habe dein Kommentar sehr ernst genommen und mich von gestern bis 
heute ordentlich rein gekniet. Fritzing habe ich in der tat kurz 
getestet und bin schon bei den einfachen dingen wie SMD Bauelement zu 
platzieren gescheitert. Geht wohl übder einen Umweg, ist aber irgendwie 
unschön.

Du hattest recht, die Lernkurve ist sehr steil...

Ich habe nun ein fertiges PCB. Ich habe gleich ein Panel draus gemacht 
und lass mir das jetzt so mal anfertigen.

Ich bin mir darüber im klaren das ich noch lange nicht viel und auch nur 
annähernd irgendwas weiß, aber ich bin einen großen Schritt für mich 
weiter gekommen.

@All: Vielen Dank für die Tipps mit dem Connector. Ich glaube das war 
auch der Punkt den ich brauchte um weiterzukommen.

Grüße
Sven

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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@Sven
Ist doch super.
Du hast Dich bis hierhin durchgebissen und hast eine bestellfähige PCB.
Ich könnte Aisler empfehlen. https://aisler.net/
Die können Kicad direkt importieren und Du bekommst genau das was im 
online Viewer zu sehen ist.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Michael.

Michael schrieb:

> Kicad ist bereits eine sehr mächtige SW.
> Von absolut 0,0 Ahnung zu einer fertigen PCB zu kommen, wird nicht
> schnell und schmerzlos gehen.
> Dazu ist die Lernkurve viel zu steil.

Richtig. Aber mit so einfachen Schaltungen fängt man halt an. So lernt 
man. Jeder Anfänger macht Fehler. War und ist bei mir nicht anders. Und 
das mit den Fehlern hört auch nie wirklich auf, es wird lediglich 
seltener.

> Vielleicht möchtest Du mit einer SW starten die sich gezielt an Anfänger
> richtet (z.B. Fritzing), dafür aber all den geilen shice nicht bietet
> mit dem Kicad aufwarten kann.

Mit Fritzing umgeht er aber diesen Lernpunkt. D.h. wenn es mal etwas 
mehr sein soll an Platine und Elektronik, läuft er vor die gleiche Wand. 
Und mal ehrlich, sooo hoch ist die Hürde nicht wirklich, also besser 
jetzt gleich damit Anfangen. Hilft vieleicht sogar mal, Busfahrpläne 
besser zu verstehen. Topologie ist allgemein. ;O)

Fritzing ist was für Leute, die einen extrem beschränkten Anspruch an 
ein Leiterplattenprogram haben, weniger für Anfänger. Fritzing Nutzer 
wollen in diesem Punkt nicht wirklich weiter kommen. Das sind eher Leute 
mit künstlerischem Anspruch, die mal eine einfache Platine benötigen. 
Meist der Nachbau eines obsoleten Musikelektronikobjektes.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Larius (Gast)


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Michael schrieb:
> Ich könnte Aisler empfehlen. https://aisler.net/
> Die können Kicad direkt importieren

Schauen die sich das KiCad file auch an und plausibilieren es oder 
melden sich, wenn was faul ist?

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Larry.

Larry schrieb:

>> Ich könnte Aisler empfehlen. https://aisler.net/
>> Die können Kicad direkt importieren
>
> Schauen die sich das KiCad file auch an und plausibilieren es oder
> melden sich, wenn was faul ist?

Das ist immer sehr problematisch. Leiterplattenhersteller beurteilen im 
allgemeinen nur, ob ein Board herstellbar ist, und nicht, ob das im 
Sinne des Entwicklers auch funktioniert. Dazu fehlen ihnen auch 
eigentlich meistens die Hintergrundinformationen. Und eigentlich auch 
die Zeit (müstest Du bezahlen) und oft die Expertise (müsstest Du auch 
Bezahlen).
Ob ein board herstellbar ist, ist einfacher zu testen, teilautomatisiert 
und der Leiterplattenhersteller hat gerade darin sein bestes Fachwissen. 
Die Möglichkeiten seines Maschinenparks und die Fähigkeiten seines 
Personals kennt er gut.

"Boarddateien" sind im allgemeinen auch noch etwas "interpretierbarer" 
als Gerberdaten.  Wenn Du etwas in eine Lage xyz geschrieben hast, die 
nicht zu den Standardlagen gehört, würde das meistens übersehen. Wer 
sollte den Wissen, dass dass eine extra Freistellung in der 
Lötstoppmaske oder ein extra Logo oder Schriftzug für den 
Bestückungsdruck ist? Darum ist es sicherer, Gerberdaten an den 
Leiterplattenfertiger zu geben. Die sind sehr eindeutig. Wenn er die 
Leiterplatten nach  Gerberdatensätzen fertigt, ist es das was Du 
bestellt hast......

Von daher ist es eigentlich nur eine mittelprächtige Idee, die 
Boarddateien (egal welches Layoutprogramm) zum Hersteller zu schicken. 
Gerberdaten erzeugen und inspizieren und für die Bestellung verwenden 
ist eigentlich der bessere Weg.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Larry schrieb:
> Schauen die sich das KiCad file auch an und plausibilieren es oder
> melden sich, wenn was faul ist?

Nein.
Warum sollten Sie?
Es ist Deine Aufgabe korrekte Daten zu liefern die nicht interpretierbar 
sind.
Aisler verarbeitet alles automatisch.
Händchenhalten bekommt man bei Contag Berlin für erheblich höhere 
Summen.

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