Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Wie schaut eurer Meinung nach aktuell der Markt für (Backend) Software Entwickler aus?


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von Code A. (codeaeffchen)


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Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren in Wien als (Backend) Software 
Engineer. Seit 5 Jahren habe ich keinen neuen Job mehr suchen müssen, 
der aktuelle flog mir vor 3 Jahren zu: Ich wurde von einem Ex-Kollegen 
zu seiner Firma abgeworben.

Nachdem die Arbeit hier mich nicht mehr übermäßig freut und es auch der 
Firma nicht so gut geht, wollte ich mal meinen Lebenslauf entstauben und 
nachsehen, wie es so mit Jobangeboten ausschaut und: Ich bin entsetzt!

Ich habe vor einigen Jahren noch gelegentlich low-tech und händisch 
Aufzeichnungen zur Anzahl von Jobangeboten in einer excel Tabelle 
geführt: Die aktuelle Menge an Jobs zu den meisten Technologien die mich 
interessieren ist auf, teilweise, fast die Hälfte gefallen. Das macht 
mir natürlich Angst. Da verstopfen seit dem 100-200.000 mehr Menschen 
diese überfüllte Stadt und trotzdem sinkt die Auswahl an Jobs! Mir ist 
schon klar, dass es damals einen verrückten "Digitalisierungsboom" 
gegeben hat, im Laufe dessen die großen, alten Firmen von Dinosaurier 
Technologie auf irgendwelche halbwegs modernen, dockerisierten Backends 
umgestiegen sind und in der Frontend-Welt gerade der SPA boom stattfand, 
aber trotzdem.

Soweit ich das verstehe ist dieses Forum ja sehr deutschlandlastig. 
Darum, und weil ich hier in Wien nicht festgewurzelt bin, wollte ich 
euch fragen, wie schaut es denn eurer Erfahrung nach in den großen, 
populären, deutschen Arbeits-Städten aus? Berlin, München, Frankfurt... 
Hamburg? Wie hat sich dort der Jobmarkt in den letzten 5, 10 Jahren 
entwickelt? Bekommt auch dort noch immer jeder einen Job der "Hello 
World" schreiben kann oder bläst bei euch der Wind jetzt auch härter?

von Ben S. (bensch123)


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Niemand braucht halt diese Bullshit Jobs in einer Wirtschaftskrise. 
Diese Stellen werden als erstes gestrichen bzw. diese Firmen pleite.

Bei mir in der Region ist die Auswahl an Informatik Jobs bescheiden. Und 
die Bezahlung nicht besser, als bei vielen anderen 08/15 Jobs (welche 
dann natürich auch noch wesentlich spannender sind, als diese 
Sesselpupserarbeit).

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Code A. schrieb:
> Bekommt auch dort noch immer jeder einen Job der "Hello World" schreiben
> kann

Im Prinzip ja, man denke an Cariad, der Versuch von VW die Autosoftware 
selbst zu schreiben. 1000 Deppen wurden eingestellt von denen keiner 
programmieren kann, aber jeder Häuptling sein möchte.

Man glaubt managementmässig, wenn man 10 Frauen einstellt, bekommt man 
die Babys in 1 Monat. Das Scrum Team Prinzip hat den Entwickler zu einer 
austauschbaren Nummer gemacht, nur die Summe der workforce zählt noch, 
glaubt man im Management. Nichts könnte ein grösserer Irrtum sein jedes 
herausragende Projekt wurde bisher von 1 Indianer erschaffen, maximal 
von 2 Freunden, nicht von einer Labertruppe, schon gar nicht von 10 oder 
1000 mittelmässigen.

ABER: Software ist leicht transportabel, kann im home office erstellt 
werden, man muss nicht mal deutsch können, daher lagern Firmen das germe 
nach Indien aus. Die können zwar auch nicht programmieren, kosten aber 
nur 1/4, und das drückt die Preise auch hier.

Wer wirklich was kann, ein spezielles gesuchtes Thema, der hat auch kein 
Problem 250k einzusacken. Aber die paar Leute, die nachweislich das 
können was gesucht wird, das sind eine Hand voll, die allermeisten 
(weltweit) Softwareentwickler produzieren nur Schrott.

Und: es wurden gerade massenhaft dieser Leute auf die Strasse gesetzt 
von quasi allen grossen Softwarefirmen, der Markt für Mittelmässigkeit 
ist tot.

von Ben S. (bensch123)


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Michael B. schrieb:
> Und: es wurden gerade massenhaft dieser Leute auf die Strasse gesetzt
> von quasi allen grossen Softwarefirmen, der Markt für Mittelmässigkeit
> ist tot.

Nicht nur für Mittelmäßigkeit. Der ganze Massenmarkt wurde bedient und 
es gibt eine Akadeikerschwemme aka Informatikerschwemme bei 
gleichzeitiger Reduzierung der Arbeitsplätze in diesem Bereich. Es gibt 
wesentlich mehr potentielle Bitschubser als Stellenangebote.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Daher gehe ins Handwerk. Dort fehlt das Personal.

von Roland E. (roland0815)


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Für richtige Softwareentwickler gibt es auch Nachfrage.
Codeaffen mietet man aus Indien, die sind billiger...

: Bearbeitet durch User
von Herbert B. (Gast)


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Code A. schrieb:
> Da verstopfen seit dem 100-200.000 mehr Menschen
> diese überfüllte Stadt und trotzdem sinkt die Auswahl an Jobs!
Wieso "trotzdem" - gerade deshalb muss das heissen.

> Wie hat sich dort der Jobmarkt in den letzten 5, 10 Jahren
> entwickelt?
Er ändert sich, wie schon immer. Wen das überrascht - willkommen im 
realen Leben, jetzt bist du erwachsen geworden.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Code A. schrieb:
> wie schaut es denn eurer Erfahrung nach in den großen,
> populären, deutschen Arbeits-Städten aus? Berlin, München, Frankfurt...
> Hamburg?

Das ist immer Subjektiv. Ich bekam bei meinem letzten Stellenwechsel 
sehr deutlich Altersdiskriminierung zu spüren, trotz überall "wir suchen 
händeringend" Behauptungen.

> Wie hat sich dort der Jobmarkt in den letzten 5, 10 Jahren
> entwickelt?

Guggst du hier https://www.stepstone.de/ oder auf einem anderen großen 
Stellenportal um einen Eindruck zu bekommen.

> Bekommt auch dort noch immer jeder einen Job der "Hello
> World" schreiben kann oder bläst bei euch der Wind jetzt auch härter?

08/15 Entwicklung ist längst nach Asien ausgelagert. Das sind Jobs die 
nie wieder zurück kommen werden. Wird es an den momentan beliebten 
Standorten zu teuer zieht die Karawane weiter, aber nicht zurück.

Spezialkenntnisse, gar nicht so sehr im Software-Bereich, sondern in den 
zu bearbeitenden Problemdomänen sind gesucht. ABER bezahlen will das 
niemand. Das nennt sich dann Fachkräftemangel. Ein Mangel an billigen, 
willigen, hochspezialisierten 25jährigen Fachkräften mit 15 Jahren 
Berufserfahrung die gerne 80 Std./Woche arbeiten.

Nebenbe, in den von dir genannten Städten
>  Berlin, München, Frankfurt... Hamburg
sind die Mieten unerträglich geworden. Mit dem Durchschnittsgehalt eines 
Softwareentwicklers bist dort zwar nicht an der Armutsgrenze, aber es 
tut schon weh, auch im Speckgürtel drum herum.

von Herbert B. (Gast)


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Hannes J. schrieb:
> 08/15 Entwicklung ist längst nach Asien ausgelagert.

Was ist 0815 Entwicklung?

von Herbert B. (Gast)


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Michael B. schrieb:
> ABER: Software ist leicht transportabel, kann im home office erstellt
> werden, man muss nicht mal deutsch können, daher lagern Firmen das germe
> nach Indien aus. Die können zwar auch nicht programmieren, kosten aber
> nur 1/4, und das drückt die Preise auch hier.

Ihr mit eurem ahnungslosen "nach Indien ausgelagert"-Gesülze. Ist das ne 
Macke von euch Elektrikern? Zu lange an der Batterie gelutscht oder die 
Finger in der Steckdose gehabt?

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Herbert B. schrieb:
> Hannes J. schrieb:
>> 08/15 Entwicklung ist längst nach Asien ausgelagert.
>
> Was ist 0815 Entwicklung?

https://www.duden.de/rechtschreibung/nullachtfuenfzehn

von Michael B. (laberkopp)


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Herbert B. schrieb:
> Ihr mit eurem ahnungslosen "nach Indien ausgelagert"-Gesülze. Ist das ne
> Macke von euch Elektrikern? Zu lange an der Batterie gelutscht oder die
> Finger in der Steckdose gehabt?

Eben so ahnungslos wie man nur sein kann in Firmen die zunehmend mehr 
Tätigkeiten nach Indien verlagern. Besonders lustig wenn man in einer 
Firma die Fehler mitbekommt und in der nächsten sieht wie sie dieselben 
Fehler machen. Und damit ist noch lange nicht Schluss, die dritte möchte 
auch gern, BWL Hengste sind halt oft merkbefreit, ist ja auch egal was 
nach deren Boni geschieht.

Dir fehlt es offensichtlich an Lebenserfahrung, die deinen Sprüchen nach 
nur vom Schulhof stammt.

von Herbert B. (Gast)


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Michael B. schrieb:
> Dir fehlt es offensichtlich an Lebenserfahrung, die deinen Sprüchen nach
> nur vom Schulhof stammt.
Eurem Dauerdummgequatsche nach dürfte hier in .de längst kein einzige 
Softwareentwicklerstelle mehr existieren. Schau mal in die 
Stellenanzeigen und staune. Das dumme Gequassel von der Abwanderung nach 
Indien höre ich schon seit 30 Jahren und trotzdem macht hier in .de 
jeden Tag ne weitere Softwarebude auf, gerade in der ach so nixkönnenden 
Branche wie 0815-Webentwicklung. Nach eurer Elektrikerlogik hier im 
Forum müssten die alle längst verschwunden sein.

von Rick M. (rick-nrw)


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Dieter D. schrieb:
> Daher gehe ins Handwerk. Dort fehlt das Personal.

Qualifiziertes Personal

von Cyblord -. (cyblord)


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Rick M. schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> Daher gehe ins Handwerk. Dort fehlt das Personal.
>
> Qualifiziertes Personal

Das Problem beim Handwerk ist dass man meistens irre früh, bei jedem 
Wetter irgendwo in die Pampa muss. Das ist sehr schlecht für meine Haut.
Ausnahme wäre z.B. KFZ Mechaniker. Die Branche wird aber durch E-Auto 
und Verbrennerverbot auch demnächst ganz schön umgerührt.

von Michael B. (laberkopp)


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Cyblord -. schrieb:
> Ausnahme wäre z.B. KFZ Mechaniker.

Bäh. Ständig ölige Finger und dreckige Klamotten und festgegammelte 
Schrauben. Das reicht mir schon beim Selberschrauben. Auch 
Geschirrspüler repariere ich ausgesprochen ungern.

Daher ist man doch zur Elektronik gekommen. Glücklicherweise lassen sich 
heute manche Autodefekte auch sauber beheben.

https://youtu.be/GqKYszMd-Fk
https://youtu.be/oRKhKq4BBQY

von Ada J. Quiroz (inschnier)


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Michael B. schrieb:
> Bäh. Ständig ölige Finger und dreckige Klamotten und festgegammelte
> Schrauben. Das reicht mir schon beim Selberschrauben. Auch
> Geschirrspüler repariere ich ausgesprochen ungern.

Cyblord -. schrieb:
> Das Problem beim Handwerk ist dass man meistens irre früh, bei jedem
> Wetter irgendwo in die Pampa muss.

Wie wäre es als Möbeltischler? Wenig Baustelle, kein Öl und mit guter 
Werkstatt und Absaugung wenig Staub und Dreck.

von Christian M. (likeme)


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außerdem hast du entscheidende Nachteile als Österreicher, siehe 
Bild;-):
https://www.coursera.org/articles/back-end-developer

von Michael B. (laberkopp)


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Nialz schrieb:
> Wie wäre es als Möbeltischler? Wenig Baustelle, kein Öl und mit guter
> Werkstatt und Absaugung wenig Staub und Dreck.

Theoretisch gut, die Hälfte meiner Möbel baue ich selber, aber Absaugung 
fehlt leider und Metall und Holz müssen sich dieselbe Werkstatt teilen 
was in Putzorgien ausartet - oft genug schleppe ich Kreissäge, Bandsäge 
und Abrichte lieber nach draussen weil das Schleppen weniger Arbeit als 
das Putzen ist.

Beitrag #7510445 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Jürgen W. (lovos)


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Viele sind überrascht

https://twitter.com/i/status/1709775238223847917


Jobsuche
36k€ p.a. Vollzeit 30T Urlaube.

Aber es gibt frisches Obst im Büro


Teil II
https://twitter.com/i/status/1709775351008686146

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7510475 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Michael B. (laberkopp)


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Martin schrieb im Beitrag #7510475:
> Was sich manche Leute auf ihr Studium einbilden...

Immerhin befähigt sie das direkt in eine Fuhrungsposition einzusteigen - 
ob bei McDonalds oder McKinsey bleibt aber offen.

Hey, das ist twitter.

von Cyblord -. (cyblord)


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Martin schrieb im Beitrag #7510475:
> Jürgen W. schrieb:
>> Teil II
>> https://twitter.com/i/status/1709775351008686146
>
> Wenn das meine Frau wäre, würde ich liebend gerne jedem 36k zahlen, der
> sie mir Vollzeit vom Hals schafft. Ist das eine Schauspielerin, oder
> meint die das ernst? Was sich manche Leute auf ihr Studium einbilden...

Sie beschreibt sich:

"motherf*cking Queen of Klugscheißing, Autorin, Vater von 0 Kindern, 
chronisch krank, offen anthroposophisch. "

Früher war sowas in einer Anstalt. Heute im Netz.

von Reinhard S. (rezz)


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Herbert B. schrieb:
> und trotzdem macht hier in .de
> jeden Tag ne weitere Softwarebude auf, gerade in der ach so nixkönnenden
> Branche wie 0815-Webentwicklung.

Wieviele machen denn jeden Tag zu? :P

von Carsten S. (dg3ycs)


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Cyblord -. schrieb:
> Martin schrieb im Beitrag #7510475:
>> Jürgen W. schrieb:
>>> Teil II
>>> https://twitter.com/i/status/1709775351008686146
>>
>> Wenn das meine Frau wäre, würde ich liebend gerne jedem 36k zahlen, der
>> sie mir Vollzeit vom Hals schafft. Ist das eine Schauspielerin, oder
>> meint die das ernst? Was sich manche Leute auf ihr Studium einbilden...
>
> Sie beschreibt sich:
>
> "motherf*cking Queen of Klugscheißing, Autorin, Vater von 0 Kindern,
> chronisch krank, offen anthroposophisch. "
>
> Früher war sowas in einer Anstalt. Heute im Netz.

Ist wohl eher ein Re-Post...

von Weich W. (Firma: Weichwarengesellschaft mbH) (hand_werker)


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Code A. schrieb:
> Soweit ich das verstehe ist dieses Forum ja sehr deutschlandlastig.
> Darum, und weil ich hier in Wien nicht festgewurzelt bin, wollte ich
> euch fragen, wie schaut es denn eurer Erfahrung nach in den großen,
> populären, deutschen Arbeits-Städten aus? Berlin, München, Frankfurt...
> Hamburg?

Hier in München sieht es gut aus, allerdings haben auch die Mieten sehr 
stark angezogen (21% in 2 Jahren). Da kann es gut sein, dass du in Wien 
besser dran bist, selbst mit eventueller Gehaltsverbesserung in D. In 
Frankfurt und Berlin wird es nicht viel besser aussehen. Es kommen 
immmer mehr Flüchtlinge (demnächst vielleicht auch noch aus Taiwan, 
Israel, ... wer weiß?) und auch ansonsten konzentriert sich alles mehr 
und mehr auf die Ballungsräume. 100% Home Office hat sich nicht auf 
breiter Front durchgesetzt. Paar Firmen machen das vereinzelt, aber man 
muss auch ehrlicherweise sagen, dass man einen Full-Remote-Mitarbeiter 
auch aus Polen einstellen kann. So eine wichtige Arbeit KANN man aus der 
Ferne gar nicht leisten, die so hohe Gehälter rechtfertigen würde.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Martin schrieb im Beitrag #7510475:
> Ist das eine Schauspielerin, oder meint die das ernst?

Die Quelle des Videos ist TikTok. Es gibt durchaus Personen, die leben 
in so einer Blase.

Mit etwas Medienkompetenz sollte man aber auch wissen, das TikTok für 
das Heimatland andere Kriterien in den Algorithmen verwendet und somit 
hier im Westen was anderes hochgespült wird. Brian Roemmele "Words of 
Wisdom" Posting  3:44 nachm. · 19. Okt. 2022 auf Twitter erläuterte das 
und welche Folgen damit beabsichtigt sind.

Viele Entwicklerarbeiten werden in Zukunft von KI-Systemen, wie ChatGPT 
abgenommen werden. Es wird dafür in naher Zukunft einen Pay-Service 
geben, wo die wirklich interessanten Informationsaustausche geben wird.

von Herbert B. (Gast)


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von Ada J. Quiroz (inschnier)


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Dieter D. schrieb:
> Die Quelle des Videos ist TikTok. Es gibt durchaus Personen, die leben
> in so einer Blase.

Cyblord -. schrieb:
> Sie beschreibt sich:
>
> "motherf*cking Queen of Klugscheißing, Autorin, Vater von 0 Kindern,
> chronisch krank, offen anthroposophisch. "
>
> Früher war sowas in einer Anstalt. Heute im Netz.

Vollkommen. Natürlich hat die Dame recht damit, dass es einfach 
lächerlich ist mit frischem Obst und 36k brutto zu werben. Das habe ich 
vor 10 Jahren als Berufseinsteiger in einer Hinterhoffirma mit 7 Mann 
bekommen.

Aber ansonsten laufen schon komische Personen da draußen rum. Also das 
ganze Gehabe so nebenbei.

Vermutlich dreht es sich auch um irgendwelche hippen, grünen Jobs, 
welche niemand benötigt.

: Bearbeitet durch User
von Mark B. (markbrandis)


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Michael B. schrieb:
> ABER: Software ist leicht transportabel, kann im home office erstellt
> werden, man muss nicht mal deutsch können, daher lagern Firmen das germe
> nach Indien aus. Die können zwar auch nicht programmieren, kosten aber
> nur 1/4, und das drückt die Preise auch hier.

Nein. Die Inder können schon programmieren. Das ist nicht der Punkt.

Der Punkt, den viele nicht begreifen, ist der:
Programmieren zu können ist eine notwendige Bedingung, um Software zu 
entwickeln. Aber eben keine hinreichende.

Ohne Domänenwissen kann man keine vernünftige Software erstellen. Wer 
keine Ahnung von Luftfahrt hat, der kann keine Software für Flugzeuge 
programmieren. Wer keine Ahnung von Medizintechnik hat, der kann keine 
Software für einen Herzschrittmacher oder ein EKG implementieren. Wer 
keine Ahnung vom Finanzwesen hat, der kann keine vernünftige Software 
für eine Bank erstellen.

Herr, lass Hirn vom Himmel fallen, auf dass die Manager dieser Welt dies 
eines Tages doch noch verstehen...

: Bearbeitet durch User
von Mark B. (markbrandis)


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Herbert B. schrieb:
> Ihr mit eurem ahnungslosen "nach Indien ausgelagert"-Gesülze. Ist das ne
> Macke von euch Elektrikern? Zu lange an der Batterie gelutscht oder die
> Finger in der Steckdose gehabt?

Leider ist das die Realität. Es gibt in Indien eine ganze Branche, die 
in Europa und Amerika kräftig die Werbetrommel rührt und das Märchen von 
der viel billigeren Software aus Indien erzählt. Was man dabei natürlich 
geflissentlich verschweigt: Es funktioniert nur deshalb überhaupt 
einigermaßen, weil die Fehler die in Indien gemacht werden dann in 
Europa und Amerika wieder ausgebügelt werden. Jetzt darfst Du genau 
einmal raten, wie gut das den Kollegen in EU und USA gefällt. :-(

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Mark B. schrieb:
> Die Inder können schon programmieren.

Leider nein.

Das Problem ist die offensichtlich andere Mentalität.

Sie behaupten sie können alles, mit 20 Jahren sind sie schon Experten in 
dutzenden Programmiersprachen, Betriebssystemen, Anwendungsprogrammen 
und Geschäftsprozessen, aber wenn man sie testet ist da nur grosse 
Leere. Es mag Inder geben die wirklich was können, aber davon ist den 
Recruitern meiner Firmen keiner über den Weg gelaufen. Firmen, ich hab 
den Spass 3 x erlebt da BWL Hengste ja lernresistent sind. Es wurden 2 x 
Millionen versenkt mit klarster Aufgabenbeschreibung (u.a. bestehendes 
Programm portieren), und das Zeug musste hier noch mal neu geschrieben 
werden. Nicht dass man nicht gewarnt hätte. Und was die an 
Verwaltungstätigkeit gekostet haben, geht auf keine Kuhhaut, weil sie 
wie Kleinkinder jeden Handschlag kommunizieren wollen.

Hingegen Russen, Belarussen, Ungarn alle Top.

von Cyblord -. (cyblord)


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Michael B. schrieb:
> Sie behaupten sie können alles, mit 20 Jahren sind sie schon Experten in
> dutzenden Programmiersprachen, Betriebssystemen, Anwendungsprogrammen
> und Geschäftsprozessen, aber wenn man sie testet ist da nur grosse
> Leere.

Das kann ich bestätigen.

Es fehlt aber nicht nur schlicht am Handwerk sondern auch an 
Eigeninitiative. Es wird gemacht was vorgegeben wird. Nicht mehr. Es 
wird nicht mitgedacht. Der Kontext spielt keine Rolle, das Endprodukt 
nicht verstanden. Warum auch? Heute arbeitet man an weißer Ware und 
morgen an einem Entladekran. Juckt nicht.
Und so ist das Ergebnis. Entweder mal hat in D genug Leute welche 
dauernd die Inder überwachen oder es wird nie was tauglichen rauskommen. 
Was dann zu einen riesen Overhead in den Teams in D führt und die das 
dann besser selber machen würden.

von Mark B. (markbrandis)


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Michael B. schrieb:
> Mark B. schrieb:
>> Die Inder können schon programmieren.
>
> Leider nein.

Leider doch.

Du hast ein Auto? Du wärst überrascht, wie viel Code in den 
Steuergeräten heutzutage aus Indien kommt. (Beispiel: Bosch)

Du fährst mit dem Zug? Du wärst überrascht, wie viel Code in der 
Leittechnik heutzutage aus Indien kommt.

> Sie behaupten sie können alles

Nein, nicht "sie". Sondern die Leute, die den Managern in EU/US es so 
verkaufen, dass Inder alles können und das viel billiger.

Die Leute auf den unteren Ebenen, auch die leitenden Angestellten auf 
den unteren Ebenen, haben das schon sehr lange verstanden dass dem nicht 
so ist. Aber das nützt halt nichts, wenn von weiter oben die Vorgabe 
kommt nach Indien zu verlagern.

Das Problem sind nicht die Inder. Das Problem sind dumme Manager in 
Europa und den USA.

: Bearbeitet durch User
von Mark B. (markbrandis)


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Michael B. schrieb:
> Hingegen Russen, Belarussen, Ungarn alle Top.

Ist klar: Wenn man eine bestimmte Nationalität hat, kann man alles 
tipptopp. Ansonsten nicht. :-/

von Mark B. (markbrandis)


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Cyblord -. schrieb:
> Und so ist das Ergebnis. Entweder mal hat in D genug Leute welche
> dauernd die Inder überwachen oder es wird nie was tauglichen rauskommen.
> Was dann zu einen riesen Overhead in den Teams in D führt und die das
> dann besser selber machen würden.

Das ist korrekt, und entspricht ja auch dem was ich oben gesagt habe: 
Dass man ohne Domänenwissen nicht vernünftig Software entwickeln kann.

Das Domänenwissen ist bei den Entwicklern in Europa bzw. in den USA.

von Reinhard S. (rezz)


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Cyblord -. schrieb:
> Es wird gemacht was vorgegeben wird. Nicht mehr. Es
> wird nicht mitgedacht. Der Kontext spielt keine Rolle, das Endprodukt
> nicht verstanden.

Das ist aber meinem Eindruck nach ein internationales Problem und auch 
nicht auf Software-Entwicklung beschränkt.

Manche sagen dazu auch Dienst nach Vorschrift.

von Oliver S. (oliverso)


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Mark B. schrieb:
> Du fährst mit dem Zug? Du wärst überrascht, wie viel Code in der
> Leittechnik heutzutage aus Indien kommt.

Der ICE 19876 fährt heute als D-Zug an statt von Gleis 1 vom 
Bahnhofvorplatz ab, in umgekehrter Wagenreihung, und statt nach Berlin 
zum U-Bahnhaltestelle Kleckersdorf Ost…

Oliver

von Rick M. (rick-nrw)


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Cyblord -. schrieb:
> Und so ist das Ergebnis. Entweder mal hat in D genug Leute welche
> dauernd die Inder überwachen oder es wird nie was tauglichen rauskommen.
> Was dann zu einen riesen Overhead in den Teams in D führt und die das
> dann besser selber machen würden.

Gilt nicht nur für Software.

https://www.programmwechsel.de/lustig/management/cartoon-projekte.png

An "Wie das Projekt dokumentiert wurde" arbeite ich gerade und versuche 
die Dokumentation eines 7 Jahren alten Projektes in dem sich jetzt ein 
Bauteil geändert hat gerade zu ziehen.
Beteiligten Lieferanten und Unterlieferanten sind u.a. in Polen.
Die damals an dem Projekt beteiligten sind alle nicht mehr im 
Unternehmen.

Also kein reines Softwareproblem.
Software - bis es da Probleme gibt, bin ich nicht mehr im Unternehmen,
ANÜ-Vertrag läuft demnächst aus.


Michael B. schrieb:
> Mark B. schrieb:
>> Die Inder können schon programmieren.
>
> Leider nein.
>
> Das Problem ist die offensichtlich andere Mentalität.

Die programmieren das was sie sollen, nicht mehr.
Die Erfüllen die Vorgaben, aber nicht unbedingt was benötigt wird.

Software für Blinker links wird von einem anderen programmiert als der 
der Blinker rechts.

Da das was benötigt wird oftmals nur so ungefähr beschrieben wird, wird 
das Ergebnis oft einfach Mist.

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Es mag Inder geben die wirklich was können, aber davon ist den
> Recruitern meiner Firmen keiner über den Weg gelaufen.

Also ich hab schon mit Indern zusammengearbeitet die es echt drauf
hatte und richtig gut waren. Allerdings arbeiten die halt fuer
indische Firmen und haben es nicht notwendig auszuwandern oder
fuer irgendeinen Hungerlohn in D zu arbeiten wo sie noch dazu
weit von der Familie weg sind.

Einfach zu sagen Inder sind "so und so" ist letztlich auch
ein Voruteil/Rassismus weil man sich die Welt da draussen
zu einfach denkt.

Was mich allerdings an denen schonmal nervt ist ihr "Singlish"
Die sind sehr schwer zu verstehen weil sie English praktisch
singen.

Vanye

von Ada J. Quiroz (inschnier)


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Vanye R. schrieb:
> Einfach zu sagen Inder sind "so und so" ist letztlich auch
> ein Voruteil/Rassismus weil man sich die Welt da draussen
> zu einfach denkt.

Vanye R. schrieb:
> Was mich allerdings an denen schonmal nervt ist ihr "Singlish"
> Die sind sehr schwer zu verstehen weil sie English praktisch
> singen.

Welch Voruteil, du machst dir die Welt bzgl. dem "Singlish" zu einfach.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Welch Voruteil, du machst dir die Welt bzgl. dem "Singlish" zu einfach.

Das kann stimmen. Ich was bisher nur in Nordindien und habe mit Indern 
aus dem Sueden zusammengearbeitet. Westen und Osten sind mir unbekannt. 
Da koennte ich falsch liegen.

Vanye

von Ada J. Quiroz (inschnier)


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Vanye R. schrieb:
> Das kann stimmen. Ich was bisher nur in Nordindien und habe mit Indern
> aus dem Sueden zusammengearbeitet. Westen und Osten sind mir unbekannt.
> Da koennte ich falsch liegen.

Achso, weil du ein paar Inder aus dem Norden und Süden kennengelernt 
hast, sprechen die alle dort so?

von Larius (Gast)


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Ben S. schrieb:
> Niemand braucht halt diese Bullshit Jobs in einer Wirtschaftskrise.
> Diese Stellen werden als erstes gestrichen bzw. diese Firmen pleite.

Heute hatte ich eine interessante Unterredung mit einer Dame der Firma 
P. die sich auf Arbeitsvermittlung spezialisiert hat und Nachwuchs 
sucht(e):

Sie hatte mich schon vor einem Jahr kontaktiert, weil sie viele 
Jobangebote hat. Nachdem ich sie vergangene Woche kontaktierte, weil ich 
nun so langsam abschließe, hatte ich erwartet, dass sie mir einige ihrer 
Kunden nennen kann.

Es kam ein etwa 1h Gespräch zustande, aus dem hervor ging, dass sie (wie 
ich annahm) noch vor Monaten die Entwickler aus den Händen gerissen 
bekam, nun aber ihre eigenen Leute, die sie in der Datenbank schon nicht 
mehr alle unter bekommt (Zeitarbeit) und niemanden sucht. Sie hat nur 
die Daten aufgenommen.

Wäre ich vergangenes Jahr fertig geworden, hätte ich einen Job mit fast 
70.000 anfangen können. Jetzt ist es momentan 0.

von Herbert B. (Gast)


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Larius schrieb:
> Wäre ich vergangenes Jahr fertig geworden, hätte ich einen Job mit fast
> 70.000 anfangen können. Jetzt ist es momentan 0.

Such dir selber einen Job und nicht über windige Vermittler, dann hast 
du 20/20 Angeboten.

von Rudi R. (rudi_r)


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Wir sind in der Rezession. Es wird viel unsinnige Software entwickelt 
und es wird nun folgerichtig ausgemistet. Elon Musk hat es doch bei 
Twitter vorgemacht und viele Leute entlassen (Waren das nicht ca. 80 
%?). Sawsan Chebli hat sich doch auf Twitter blamiert mit einem 
Vorher-Nachher-Bild. Vorher: Ein Twitter-Team mit viele jungen Frauen. 
Nachher: Gruppenbild mit Musk, mit vielen pickligen Nerds.

Was Inder angeht, hatte ich bislang schlechte Erfahrungen. Da gab es 
Unix-Experten, die nur mühsam auf der Shell arbeiten konnten. Die 
meisten Inder, mit denen ich zu tun hatte, waren von indischen 
Support-Firmen, die sich auf Wartung von Servern und Oracle-Datenbanken 
spezialisiert haben, und diese Leistung weltweit verkaufen. Unser Kunde 
sitzt dann in Kanada, aber Indien ist dann verantwortlich für den 
Server.

Ein Detail, wo die Probleme haben: Einen systemd-Task so einzustellen, 
dass das unsere bereitgestellte Server-Applikation mit Systemstart 
korrekt startet. Die startete dann mit Root-Rechten.

von Max (bit8)


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Das hat hier wirklich B Zeitungslevel, und der ist immerhin nicht so 
schlecht geschrieben.

Weil es bei X im Trend ist zu entlassen mache ich das auch, weil es "in" 
ist.
Völlig Peter G. logik.
In diesem Sinne warte ich auf den Trend von von der Brücke springen, 
dann hat man hier vielleicht "Ruhe"?

Vielleicht ist es mal deutlich angekommen...

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