Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug gerade Lochreihen bohren?


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von Peter N. (alv)


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Hi

Ich brauche eine Lochreihe (Länge ca. 600mm, Lochdurchmesser 10-20mm).
Das sollen nur Lüftungslöcher sein, da sie aber in einer Sichtfläche 
sitzen, muß die Lochreihe optisch absolut gerade sein.

Ich sehe die einzige Möglichkeit, sowas hinzubekommen, mit einer 
Bohrschablone. Nur, was könnte man als Schablone zweckentfremden?

von Jörg R. (solar77)


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Peter N. schrieb:
> Ich brauche eine Lochreihe (Länge ca. 600mm, Lochdurchmesser 10-20mm).
> ..
> Nur, was könnte man als Schablone zweckentfremden?

Eine Lochrasterplatine.

von Udo S. (urschmitt)


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Alublech abwinkeln.
Der abgewinkelte Teil als Anschlag für vordere Kante.
Präzise zwei Löcher mit gewünschtem Abstand in das Blech bohren 
(lassen).
Ein Loch dient mit einem passenden Stift als Arretierung für den Abstand 
zum nächsten Loch.

Oder sowas besorgen:
https://www.amazon.de/Wolfcraft-4650000-D%C3%BCbelleiste/dp/B0002YYWK8?th=1

Gibt's nicht nur bei Amazon und nicht nur von Wolfcraft

von Percy N. (vox_bovi)


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Peter N. schrieb:
> Lochdurchmesser 10-20mm

Jörg R. schrieb:
> Eine Lochrasterplatine

YMMD

von Thomas W. (goaty)


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Mit dem Laserdrucker Schablone auf A4 drucken und dann die Mittelpunkte 
ankörnen ?

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Lochrasterplatine
Hätte ich auch als erstes gesagt, wenn es keine metrischen Abstände sein 
sollen. Mit einem 1mm-Bohrer vorbohren, dann aufweiten.

: Bearbeitet durch User
von Stefan W. (stefan_w234)


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Thomas W. schrieb:
> Mit dem Laserdrucker Schablone auf A4 drucken und dann die Mittelpunkte
> ankörnen ?

Früher hat man das mit Anreißnadel und Anreißlack gemacht, anschließend 
angekörnt und gebohrt. Wenn sowas nicht zur Vefügung steht ist die 
Variante mit der Schablone bestimmt die einfachste Lösung.

von Rüdiger B. (rbruns)


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Klebeband drauf, anzeichnen, ankörnen Bohren --> Fertig

von Jörg R. (solar77)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Lochrasterplatine
> Hätte ich auch als erstes gesagt, wenn es keine metrischen Abstände sein
> sollen. Mit einem 1mm-Bohrer vorbohren, dann aufweiten.

Eben;-) Nur Percy N. bohrt 10mm bis 20mm sofort.


Percy N. schrieb:
> Peter N. schrieb:
>> Lochdurchmesser 10-20mm
>
> Jörg R. schrieb:
>> Eine Lochrasterplatine
>
> YMMD

Du meinen wieder einmal nicht;-(

von Udo S. (urschmitt)


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Jörg R. schrieb:
> Nur Percy N. bohrt 10mm bis 20mm sofort.

Mach ich je nach Material auch.
Aber der TO hat nicht geschrieben ob es sich um Metall, Kunststoff, Holz 
oder Presspappe handelt.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Peter N. schrieb:
> die einzige Möglichkeit, sowas hinzubekommen, mit einer
> Bohrschablone

Und wer baut die Bohrschablone?
Anreißen, Körnen, Bohren.
Mechanik Grundlagen.

Wird so genau wie Du bereit bist zu arbeiten.

von Uwe B. (uwebre)


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Peter N. schrieb:
> Ich brauche eine Lochreihe (Länge ca. 600mm, Lochdurchmesser 10-20mm).
> Das sollen nur Lüftungslöcher sein, da sie aber in einer Sichtfläche
> sitzen, muß die Lochreihe optisch absolut gerade sein.

Ausgegangen von Metall:

Anreißen und körnen:
https://autoschrauber.de/know-how/mechanik-und-metall/feilen/grundkurs-metall/

Dann mit Bohrer 2-3mm vorbohren. (etwas kleiner als die Querschneide des 
Bohrers).
Nicht das Werkstück auf dem Tisch festspannen, mit der Hand halten.

Das geht mit etwas Übung und gut kalibriertem Augenmaß auf einen zehntel 
Millimeter genau.

Uwe

: Bearbeitet durch User
von Dieterich (einermehr)


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Hallo

Alles gute Empfehlungen - nur ist es so das je nach Material und dessen 
Färbung Abweichungen weit unterhalb von 1/10mm oder gar nur minimal 
schräge Bohrungen auffallen.
Aluminium mit dunkler Oberfläche scheint mir z.B. dafür besonders 
anfällig zu sein.
Wer jemals Ausschnitte sägen musste, die optisch 100% gerade und 
Winkelig wirken sollten, wird sicher mitbekommen haben, dass es selbst 
bei Material von nur 1mm stärke wichtig ist auch durchgehend 100 % 
lotrecht (90% Winkel) zu schneiden bzw, befeilen (und das ist händisch 
schon über Strecken von 50mm nahezu unmöglich bzw. ganz hohe 
Handwerkkunst) - 1Grad Abweichung im Lot fällt da rein optisch sehr 
deutlich und wirken  wie "schief geschnitten" (Teilweise auch abhängig 
vom Lichteinfall) obwohl eigentlich alles absolut gerade und zueinander 
und im 90 % Winkel ist - leider aber eben nur in der X und Y Achse nicht 
aber in der Z Achse (Der Stärke "Dicke des Materials)

von Thomas W. (goaty)


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90° Grad° - Test. Doch, das Sonderzeichen geht.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Dieterich schrieb:
> und das ist händisch
> schon über Strecken von 50mm nahezu unmöglich bzw. ganz hohe
> Handwerkkunst

Grundlagen Mechanik Bearbeitung für uns Industrieelektroniker.
Die Werkzeugmacher kamen mit 1/10tel nicht davon.
Die mussten einen Sechskant innen + außen aus Vollmaterial FEILEN der 
mit etwas Öl langsam durch die Öffnung glitt.
Gleitpassung eben.

Wenn es aussehen soll als hätte es jemand gemacht der es draufhatte, 
sollte es jemand tun der es draufhat.

Wie bohrt man denn schräg, auf einer Ständerbohrmaschine, wenn man das 
Blech gerade auflegt?
Du siehst Abweichungen weit unterhalb 1/10tel mm?
Ich behaupte das Du die nicht mal gemessen bekommst, wenn Du nicht mal 
gerade Bohren & Feilen kannst.

von Peter N. (alv)


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Jörg R. schrieb:
> Eine Lochrasterplatine.

Wäre eine Möglichkeit, wenn es 600mm lange Lochrasterplatten gäbe...

Thomas W. schrieb:
> Mit dem Laserdrucker Schablone auf A4 drucken und dann die Mittelpunkte
> ankörnen ?

Dieterich schrieb:
> nur ist es so das je nach Material und dessen
> Färbung Abweichungen weit unterhalb von 1/10mm oder gar nur minimal
> schräge Bohrungen auffallen.

Bekommt man nie so genau angekörnt und gebohrt. Eine Reihe Leds auf 
diese Weise verbaut, sieht schon krumm und schief aus.

von Thomas W. (goaty)


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Peter N. schrieb:
> Bekommt man nie so genau angekörnt und gebohrt. Eine Reihe Leds auf
> diese Weise verbaut, sieht schon krumm und schief aus.

Dann am besten auf einer CNC Laser-Anlage schneiden lassen, wenn die 
Anforderungen so extrem sind. Aber ob da die +-1µm machbar sind, damit 
es nicht "krumm und schief" aussieht ?

von Stefan W. (stefan_w234)


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Michael schrieb:
> Die Werkzeugmacher kamen mit 1/10tel nicht davon.
> Die mussten einen Sechskant innen + außen aus Vollmaterial FEILEN der
> mit etwas Öl langsam durch die Öffnung glitt.
> Gleitpassung eben.

Wie sagt der Volksmund: Der Mechaniker arbeitet aufs µ genau, der 
Schreiner auf einen Millimeter, der Zimmermann auf einen Zentimeter und 
der Betonbauer ist froh, wenn er das richtige Grundstück erwischt hat.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Stefan W. schrieb:
> der
> Schreiner auf einen Millimeter

Die prozentuale Abweichung des Schreiners ist oft besser als die des 
Mechanikers.

Peter N. schrieb:
> Bekommt man nie so genau angekörnt und gebohrt.
Doch, bekommt man.
Wer genau und kräftig anreißt hat einen Kreuzungspunkt der zentrierend 
wirkt.
Wer seinen Körner gleichmäßig angeschliffen hat, trifft den Punkt schon 
recht genau.
Und dann wird die Körnung verbessert bis der Punkt mittig sitzt und 
kräftig genug ist den Bohrer auch zu führen.
Erst dann wird klein vorgebohrt.
Mit einem Bohrer der gut und mittig angeschliffen ist.
Das kann man selber tun und auch durch Bohrproben unter Begutachtung von 
Span und Bohrung bewerten.
Danach wird aufgebohrt.

Schlampig angerissen, schlampig gekörnt und mit dem krummen 
Baumarktbohrer gebohrt und es ist natürlich krumm und schief.

von Udo S. (urschmitt)


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Michael schrieb:
> Wer seinen Körner gleichmäßig angeschliffen hat, trifft den Punkt schon
> recht genau.

Den Kreuzungspunkt kann man mit dem Körner mit etwas Übung fühlen.

Aber präziser als 1/10mm wirds nicht. Und selbst das ist schon 
sportlich.
Egal was das eine oder andere Genie hier sagt, diese Aussage stammt von 
einem Werkzeugmacher Meister bei dem ich Praktikum gemacht habe. Und der 
hat sein Handwerk beherrscht.

Aber Peter hat ja immer noch nicht verraten um welches Material es geht.

von Peter N. (alv)


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Michael schrieb:
> Wer seinen Körner gleichmäßig angeschliffen hat, trifft den Punkt schon
> recht genau.

In der Lehre hatte ich Zugriff auf einen Rundschleifer, da haben wir 
jede Menge Stanznadeln zu Körnern verarbeitet.

Heutzutage kann ich einen Körner nur freihand an einer Schmirgelscheibe 
anspitzen...

von Jörg R. (solar77)


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Peter N. schrieb:
> Jörg R. schrieb:
>> Eine Lochrasterplatine.
>
> Wäre eine Möglichkeit, wenn es 600mm lange Lochrasterplatten gäbe...

Das geht auch mit den Standardkarten 100*160mm. Ist halt etwas 
aufwendiger.

500mm Karten gibt es schon:

https://www.reichelt.de/lochrasterplatine-hartpapier-500x100mm-h25pr500-p8274.html?&trstct=pol_7&nbc=1

Eine Anlaufstelle wären auch Baumärkte. Hier gibt es gelochte 
Metallprofile.

von Peter N. (alv)


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Udo S. schrieb:
> Den Kreuzungspunkt kann man mit dem Körner mit etwas Übung fühlen.

Wenn man einen Höhenreißer hat.
Mit Lenial und Reißnadel gräbt man nicht so tief.

Udo S. schrieb:
> Aber Peter hat ja immer noch nicht verraten um welches Material es geht.

Das hab ich noch nicht entschieden. Wahrscheinlich aber Kunststoff, da 
mir Holz zu unpräzise ist.

: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Percy N. schrieb:
> Peter N. schrieb:
>> Lochdurchmesser 10-20mm
>
> Jörg R. schrieb:
>> Eine Lochrasterplatine
>
> YMMD

Es ist erlaubt, mit einem Zentrierloch anzufangen.

von Frank G. (frank_g53)


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Peter N. schrieb:
> Nur, was könnte man als Schablone zweckentfremden?

Ich würde die Lochreihe skizzieren und ausdrucken.
Die Ausdrucke aufkleben und Mittelpunkte der Löcher ankörnen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Frank G. schrieb:
> Peter N. schrieb:
>> Nur, was könnte man als Schablone zweckentfremden?
>
> Ich würde die Lochreihe skizzieren und ausdrucken.
> Die Ausdrucke aufkleben und Mittelpunkte der Löcher ankörnen.

Ich würde es auch so machen.

Übrigens würde ich vorschlagen, danach unbedingt mit einem Stufenbohrer 
zu arbeiten. In Blechen sind dann die Bohrlöcher absolut gratlos und mit 
gleichmässigen Rändern.

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Peter N. schrieb:
> Ich sehe die einzige Möglichkeit, sowas hinzubekommen, mit einer
> Bohrschablone

Geh auch mit einer Ständer-Bohrmaschine und einem Lineal + Körner.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Gerhard O. schrieb:
>> Die Ausdrucke aufkleben und Mittelpunkte der Löcher ankörnen.
> Ich würde es auch so machen.

Bei mir wird nichts ausgedruckt, ich klebe Karopapier auf und körne an. 
Auf meinem Bild sind es nur 5,5mm-Löcher in 1mm-Stahlblech, aber gerade 
genug, anständig auszusehen.

> Übrigens würde ich vorschlagen, danach unbedingt mit einem Stufenbohrer
> zu arbeiten. In Blechen sind dann die Bohrlöcher absolut gratlos und mit
> gleichmässigen Rändern.

Was immer man zur Verfügung hat, übliche Spiralbohrer funktionieren in 
dünnem Blech nicht, eiern herum und ziehen hoch. Ich habe einen Satz 
Zapfensenker (Fa. Bilz), die so hinterschnitten sind, dass sie nicht 
fressen. Will man aber nicht wirklich bezahlen.

Was den Grat angeht, da nimmt man eben mal einen Lochsenker in die Hand. 
Dreischneider-Senker mag ich nicht, die neigen zum Rattern und in 
weichem Kunstsoff zum Fressen.

von C. D. (derschmied)


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Manfred P. schrieb:
> Auf meinem Bild sind es nur 5,5mm-Löcher in 1mm-Stahlblech, aber gerade
> genug, anständig auszusehen.

Respekt, da gibt's nichts zu nörgeln. Dünn/Feinblech zu bohren ist in 
der Tat heikel, ob nun Alu, Stahl oder Messing. Da brauchts viel Gefühl, 
sonst gibt's Flurschaden oder Blut spritzt. Stumpfes Werkzeug ist da mit 
am gefährlichsten, man wendet zuviel Kraft auf, und das geht oft ins 
Auge. Die Lochsenker nehm ich auch gerne her, zählen aber zu den 
Werkzeugen die ich nicht in fremde Hände gebe. Sind zu schnell 
ruiniert... Kegelsenker lassen sich mit Übung und Gefühl auch von Hand 
nachschleifen wenn die Präzision nicht an vorderster Stelle steht.

Mit Blech helfe ich Dir gerne mal aus wenn Not am Manne ist. Alu 
gepulvert, VA geschliffen, Stahl schwarz... Was ich manchmal im 
Container liegen seh rötet selbst hartgesottene Augen.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Manfred P. schrieb:
> Bei mir wird nichts ausgedruckt

Brauch ich auch nicht dank Mach3 CNC

von Michael L. (nanu)


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Manfred P. schrieb:
> Was immer man zur Verfügung hat, übliche Spiralbohrer funktionieren in
> dünnem Blech nicht, eiern herum und ziehen hoch. Ich habe einen Satz
> Zapfensenker (Fa. Bilz), die so hinterschnitten sind, dass sie nicht
> fressen. Will man aber nicht wirklich bezahlen.

Für dünnes Blech und Löcher bis 5mm gibt's für kleines Geld 
Karosseriebohrer. Damit bekommt man auch aus der Hand schöne runde 
Löcher hin.

von Michael B. (alter_mann)


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Müssen die Öffnungen zwingend nackt bleiben?
Ansonsten wäre sowas die mögliche Lösung, ist sogar 60 cm lang. ;-)
https://www.amazon.de/L%C3%BCftungsgitter-Abdeckung-L%C3%BCftungs%C3%B6ffnungen-Abschlussgitter-Kleiderschrank/dp/B0BG5BRJJJ

von Sheeva P. (sheevaplug)


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Michael schrieb:
> Grundlagen Mechanik Bearbeitung für uns Industrieelektroniker.
> Die Werkzeugmacher kamen mit 1/10tel nicht davon.

Wir hatten aber auch ein Lehrenbohrwerk. :-)

von Manfred P. (pruckelfred)


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C. D. schrieb:
>> Auf meinem Bild sind es nur 5,5mm-Löcher in 1mm-Stahlblech, aber gerade
>> genug, anständig auszusehen.
> Respekt, da gibt's nichts zu nörgeln.

Danke, und das als Hobbywerker, der keine mechanische Grundausbildung 
hat.

Aber ich kann auch anders: Neulich ein Plastikgehäuse, da ist es mir 
nicht gelungen, zwei Telefonbuchsen sauber parallel zur Kante zu bohren 
- das war nicht mein Tag.

> Dünn/Feinblech zu bohren ist in
> der Tat heikel, ob nun Alu, Stahl oder Messing. Da brauchts viel Gefühl,
> sonst gibt's Flurschaden oder Blut spritzt. Stumpfes Werkzeug ist da mit
> am gefährlichsten, man wendet zuviel Kraft auf, und das geht oft ins
> Auge.

Nun ja, ich habe eine vernünftige Bohrmaschine und gute Zapfensenker, 
den mehreren Umstrukturierungen der Firma ***** sei gedankt. Ich habe 
auch eine 60x60cm-Richtplatte und einen digitalen Höhenreißer, das war's 
dann aber auch.

> Die Lochsenker nehm ich auch gerne her, zählen aber zu den
> Werkzeugen die ich nicht in fremde Hände gebe. Sind zu schnell
> ruiniert...

Generell sollte man garkein Werkzeug aus der Hand geben.

> Kegelsenker lassen sich mit Übung und Gefühl auch von Hand
> nachschleifen wenn die Präzision nicht an vorderster Stelle steht.

Kann ich nicht. Nett sind auch die Dreischneider, die in einem 
Schraubendrehergriff stecken und von Hand benutzt werden.

> Mit Blech helfe ich Dir gerne mal aus wenn Not am Manne ist. Alu
> gepulvert, VA geschliffen, Stahl schwarz... Was ich manchmal im
> Container liegen seh rötet selbst hartgesottene Augen.

Wenn Du denn in greifbarer Nähe sitzen solltest. Mit Blech habe ich das 
Problem, es nicht zuschneiden zu können, fummele dann mit Stichsäge und 
Feile stundenlang an einer simplen Frontplatte.

Früher im alten Werk mal kurz an die Tafelschere und an der Biegebank 
zwei Schalen gebogen, fehlt mir seit ewigen Jahren. Wenn da ein 
rechteckiger Ausschnitt rein musste, hat's der Kollege auf der Fräsbank 
erledigt.

von Sheeva P. (sheevaplug)


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Michael schrieb:
> Erst dann wird klein vorgebohrt.
> Mit einem Bohrer der gut und mittig angeschliffen ist.

Fürs Anbohren haben wir immer gerne Zentrierbohrer benutzt. Die sind 
schön kurz und stabil, so daß sie nicht federn können, und weiten die 
Bohrung dann je nach Bedarf auch noch ein wenig auf. Eine gute 
Ständerbohrmaschine, eine Kühlschmierung mit hohem Ölanteil und geringe 
Schnittgeschwindigkeit werden dabei allerdings wärmstens empfohlen.

von Harald W. (wilhelms)


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Manfred P. schrieb:

> Generell sollte man garkein Werkzeug aus der Hand geben.

"Täglich geht die Sonne auf, täglich weicht die Nacht dem Licht,
alles siehst du einmal wieder, nur verliehenes Werkzeug nicht."

von Harald K. (kirnbichler)


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Manfred P. schrieb:
> aber gerade genug, anständig auszusehen.

Mein Feinmechanikermeister hätte mich vom Hof gejagt. So unterscheidet 
sich das Anspruchsdenken; eine entsprechende Ausbildung versaut einen da 
recht gründlich.

von C. D. (derschmied)


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Harald K. schrieb:
> Mein Feinmechanikermeister hätte mich vom Hof gejagt.

Nanana, da hat aber jemand die Nase arg weit oben.

Harald K. schrieb:
> So unterscheidet sich das Anspruchsdenken; eine entsprechende Ausbildung
> versaut einen da recht gründlich.

Jepp, das hat sie Dich offensichtlich, da wird dann der Tellerrand 
schnell zum armseligen Horizont. Mit Interdisziplinär ist dann nichts 
mehr drin, man schreibt Kommentare wie obigen und geht seiner Umwelt mit 
unnützen Gängeleien auf den Nerv. Schachteldenken. Hast Du Manfreds Bild 
mittels forensischen Fotoanalyse aufgeschlüsselt oder woran machst Du 
Deine Kritik fest? Nach zwei Tagen in meinem Gewerk rennt Klientel 
Deines Formats idR flennend davon weil es außerhalb des Tellerands 
gnadenlos absauft.

Manfred P. schrieb:
> Wenn Du denn in greifbarer Nähe sitzen solltest. Mit Blech habe ich das
> Problem, es nicht zuschneiden zu können, fummele dann mit Stichsäge und
> Feile stundenlang an einer simplen Frontplatte.

Handskizze kritzeln, dann gibt's das sogar in abgekantet. Rest macht 
DHL.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Peter N. schrieb:
> In der Lehre hatte ich Zugriff auf einen Rundschleifer, da haben wir
> jede Menge Stanznadeln zu Körnern verarbeitet.

ich hab nur zwei: Einen normalen und'n "Klicker".

was braucht man noch?

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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C. D. schrieb:
> Hast Du Manfreds Bild mittels forensischen Fotoanalyse aufgeschlüsselt
> oder woran machst Du Deine Kritik fest?

Ich hab hingeguckt.

Sieh Dir mal die Ecke links oben an.

Die vierte schräge Reihe von links, der Abstand zwischen dem dritten und 
vierten Loch.

Gleichmäßige Lochabstände sehen anders aus.

von Uli S. (uli12us)


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2 Ringe, Innendurchmesser gleich Bohrungsdurchmesser, Unterschied zum 
Aussendurchmesser gleich dem gewünschten Abstand. Lineal, Wasserwaage 
oder halt irgendwas, worauf man die Ringe legen kann befestigen. Ersten 
Ring nehmen, bohren, einen Dübel in einen Ring stecken und im Loch 
abstecken,
2. Ring nehmen und von dort aus abbohren usw.
Die Ringe dürfen natürlich auch aussen vierkantig sein, rund ist nur 
dann nötig, wenns irgendwie um die Kurve gehen soll.

von Michael B. (laberkopp)


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Harald K. schrieb:
> Sieh Dir mal die Ecke links oben an.

Eigentlich machen nur die beiden Locher ganz oben ganz vorne und hinten 
die nicht ins Raster passen die Ansicht kaputt. Aber egal, es wird 
lüften.

von Rainer W. (rawi)


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Michael B. schrieb:
> Eigentlich ...

Harald meinte wohl eher die schwankenden Lochabstände bzw. Stegbreiten.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Udo S. schrieb:
> Aber präziser als 1/10mm wirds nicht.

Also wenn ein Hobbyist für Lüftungslöcher oder LED Matrixen eine 
Genauigkeit von <1/10tel mm benötigt, dann stimmt eher was zwischen den 
Ohren nicht.

Der Reiz an per Hand gefertigten Geräten war immer das man sieht das es 
kleine Variationen gibt.
Wie ein wertvoller Naturdiamant sich durch seine Fehler von einem 
makellosen, perfekten aber relativ wertlosen Industriediamanten 
unterscheidet.

In den kleinen Variationen sieht man den Fachmann und den Anspruch den 
er hatte Qualität zu fertigen.
Hingerotzt weil man man weder Geduld noch Befähigung hatte, SOLL es eben 
auch hingerotzt aussehen.

Harald K. schrieb:
> Die vierte schräge Reihe von links, der Abstand zwischen dem dritten und
> vierten Loch.
> Gleichmäßige Lochabstände sehen anders aus.
Das ganze Lochbild wurde nicht auf gleichmäßigkeit angelegt, die 
Schlitz-Zylinderschrauben sind häßlich, die untere Ecke der Frontplatte 
schaut über den Deckel hinaus, etc. pp.

Aber es ist definitiv Handgefertigt, mit Liebe zum Detail und nicht zu 
vernachlässigender Handwerkskunst.
Es ist ein Einzelstück und dafür sehr gut gelungen und eine Zierde für 
den der es gebaut hat.

von Peter N. (alv)


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Michael schrieb:
> Es ist ein Einzelstück und dafür sehr gut gelungen und eine Zierde für
> den der es gebaut hat.

Für mich ist es keine Zierde, wenn ich dann ständig bis in alle Ewigkeit 
meine Fehler sehe!

Perfekt ist gerade gut genug!

von Michael B. (laberkopp)


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Peter N. schrieb:
> Perfekt ist gerade gut genug!

Perfekt ist das angestrebte Ziel.

Gut genug ist dann das Erreichte, denn man wird nach einem 
Schönheitsfehler nicht ein zweites Mal bauen, das lohnt nicht.

von Harald K. (kirnbichler)


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Michael schrieb:
> Hingerotzt weil man man weder Geduld noch Befähigung hatte, SOLL es eben
> auch hingerotzt aussehen.

Wir haben hier im Forum jemanden, der das in beeindruckender Perfektion 
beherrscht, und uns auch immer mal wieder mit Bildern seines Tuns 
beglückt. Da kann der Allerwelts-Hinrotzer noch viel von lernen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Michael B. schrieb:
> Eigentlich machen nur die beiden Locher ganz oben ganz vorne und hinten
> die nicht ins Raster passen die Ansicht kaputt.

Ich habe mal gemalt ... optisch ansprechender wäre gewesen, jeweils drei 
Löcher weniger zu machen, oder vorne zwei mehr. Es ist nun so und ich 
muß mich nicht dafür schämen.

Michael schrieb:
> Das ganze Lochbild wurde nicht auf gleichmäßigkeit angelegt,

Da bin ich anderer Meinung, ich sehe 10 diagonale Reihen.

> die Schlitz-Zylinderschrauben sind häßlich,

Kann ich gerne ändern, wenn mir jemand ein paar M3-Flachkopfschrauben 
schenkt, für Senkköpfe ist nicht genug Material da.

> die untere Ecke der Frontplatte schaut über den Deckel hinaus

In dem Gehäuse war mal etwas anderes eingebaut. Da habe ich eine 
Aluplatte aufgesetzt, die unten leider übersteht.

> Aber es ist definitiv Handgefertigt, mit Liebe zum Detail und nicht zu
> vernachlässigender Handwerkskunst.

Nicht wirklich, das ist ein industrielles Stahlblechgehäuse ca. 70er 
Jahre, was ein zweites Leben bekommen hat.

> Es ist ein Einzelstück und dafür sehr gut gelungen und eine Zierde für
> den der es gebaut hat.

Nun übertreibe mal nicht. Auf jeden Fall finde ich es vorzeigbar und es 
war klar, dass im µC-net bevorzugt nach Fehlern gesucht wird.

Innenleben: 
https://www.mikrocontroller.net/attachment/340762/Messaufbau_Kueche_1000_60.jpg

Harald K. schrieb:
>> Hingerotzt ...
> Wir haben hier im Forum jemanden, der das in beeindruckender Perfektion
> beherrscht, und uns auch immer mal wieder mit Bildern seines Tuns
> beglückt. Da kann der Allerwelts-Hinrotzer noch viel von lernen.

Dem gegenüber bin lernresistent und meine Zähne sind nicht gut genug für 
die Lüftungslöcher.

von Harald K. (kirnbichler)


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Manfred P. schrieb:
> Dem gegenüber bin lernresistent

Ja, Du bist einfach viel zu schlecht im Hinrotzen. Was Du da geliefert 
hast, ist zwar nicht perfekt (siehe das, was ich über meinen Meister 
schrieb), aber um ungezählte Lichtjahre besser als das, was der 
Hohepriester des mistigen Hinrotzens schafft. Aber das ist ja auch für 
die Schüler, die davon irgendwas lernen sollen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Wenn man nicht absichtlich nach Fehlern sucht, sieht es doch 
gesamtbildlich ganz ordentlich aus. Bei so vielen Löchern ist Perfektion 
eher schwierig. Abgesehen davon wird das exakte Ankörnen mit zunehmenden 
Alter immer herausfordernder. Im jungen Alter geht das genaue Körner 
Positionieren ohnehin viel leichter zustatten, weil man noch wie ein 
Luchs scharf sieht.

Jetzt schummle ich im Alter halt. Ich habe mir auf dem XY Tisch meiner 
Fräse digitale Anzeigen angebaut. Dann drucke ich mir eine XY 
Koordinatentabelle aus und bohre dann mit dem Zentrierbohrer nach den 
angegebenen Koordinatenpaaren. Geht absolut zufriedenstellend.

VG,
Gerhard

: Bearbeitet durch User
von C. D. (derschmied)


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@Harald K:

Muss mich noch entschuldigen für meinen ungestümen Kommentar weiter 
oben. Als Wiedergutmachung hätte ich ein 10.9er Schräubchen meiner 
Sammlung abzugeben, M36 x 180. Mit Mutter und Scheiben, als Gegenpol zur 
Schlüsselfeile oder als Briefbeschwerer...

DerSchmied

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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C. D. schrieb:
> Muss mich noch entschuldigen für meinen ungestümen Kommentar weiter
> oben.

Alles gut, wir sind hier doch alle etwas gestüm unterwegs.

> Als Wiedergutmachung hätte ich ein 10.9er Schräubchen meiner
> Sammlung abzugeben, M36 x 180.

Danke für das Angebot, aber ich denke, daß ich derartig filigrane 
Gegenstände nicht angemessen unterbringen kann.

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