Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik AC LED Netzteil?


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von Tobias M. (auron)


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Habe mir letztens ein neues 230/12V Netzteil gekauft, weil das alte bei 
Umstellung von Halogen auf LED schöne Flickerdisco gemacht hat.
Ich hab beim bestellen nicht so genau aufgepasst, und mich dann 
gewundert, warum das neue Netzteil AC Output hat.
LED sind ja nunmal prinzipbedingt Dioden, warum macht man ein AC/AC 
Netzteil, wenn es denn dediziert für LED ist?
Mit dem Oszi angeschaut, das Netzteil macht Rechteck mit ca 22Khz, aber 
oszilliert die Amplitunde mit 100Hz?
Es muss ja irgendeinen Grund für den ganzen Aufwand geben, aber er 
erschließt sich mir nicht...

Das alte Netzteil schaut ganz ähnlich aus, hat aber 35W Mindestlast - 
ich vermute das war der Grund für das Geflacker bei 4*3W LED

edit: 220->230V

: Bearbeitet durch User
von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Tobias M. schrieb:
> Mit dem Oszi angeschaut, das Netzteil macht Rechteck mit ca 22Khz, aber
> oszilliert die Amplitunde mit 100Hz?
> Es muss ja irgendeinen Grund für den ganzen Aufwand geben, aber er
> erschließt sich mir nicht...

Spart den Ladekondensator nach dem Eingangsbrueckengleichrichter und 
macht dann auch noch primaerseitig "schoeneren" Stromverlauf.

Gruss
WK

von Gerald B. (gerald_b)


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Schreib doch mal den Typ des Netzteils dazu, alles andere ist Stochern 
im Nebel.
Es wäre z.B. möglich, das das Netzteil für tunable white LEDs ist, wo ww 
& cw antiparallel liegen und abwechselnd mit unterschiedlicher 
Periodendauer angesteuert werden.

von Andrew T. (marsufant)


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Tobias M. schrieb:
> Mit dem Oszi angeschaut, das Netzteil macht Rechteck mit ca 22Khz, aber
> oszilliert die Amplitunde mit 100Hz?
> Es muss ja irgendeinen Grund für den ganzen Aufwand geben, aber er
> erschließt sich mir nicht...

Einfach weil das 22kHz Schaltnetzteil aus ungesiebt gleichtgerichteter 
Netzspannung betrieben wird --
da sind halt doppelte Netzfrequenz (daher 100Hz) die den 22kHz Wandler 
100 mal pro Sekunde bestromen.

Der "Aufwand" ist also schlicht der Verzicht auf den primärseitigen 
Siebelko.
Ist schon seit Jahrzehnten üblich z.B. bei "einfachen" Hf-Netzteilen für 
die Halogen-12V-Lampen.

von Georg M. (g_m)


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Tobias M. schrieb:
> Habe mir letztens ein neues 220/12V Netzteil gekauft

Neu wäre 230.

von Michael B. (laberkopp)


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Tobias M. schrieb:
> Mit dem Oszi angeschaut, das Netzteil macht Rechteck mit ca 22Khz, aber
> oszilliert die Amplitunde mit 100Hz?

Das Ostillogramm sieht aus wie ein Halogenlampennetztteil aka 
elektronischer Trafo.

Klar folgt der der gleichgerichteten aber nicht gesiebten Netzspannung, 
du hast ja wohl auch ein (phasenan/abschnitt) dimmbares gekauft.

Da deine LED wohl Ersatz für Halogenglühbirnen sein sollen (GU5.3?), 
haben sie schnelle Gleichrichter und funktionieren damit.

Schön und qualitätsvoll ist aber anders.

von Tobias M. (auron)


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Gerald B. schrieb:
> Schreib doch mal den Typ des Netzteils dazu, alles andere ist Stochern
> im Nebel.
das da.
https://www.isoled.shop/de/led-trafo-12vac-0-70va-dimmbar-selv_111213.html

Liegt es an der "dimmable" Fähigkeit?

von H. H. (Gast)


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Tobias M. schrieb:
> Liegt es an der "dimmable" Fähigkeit?

Die lässt sich mit einem solchen NT recht einfach realisieren.

von Tobias M. (auron)


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Georg M. schrieb:
> Tobias M. schrieb:
>> Habe mir letztens ein neues 220/12V Netzteil gekauft
>
> Neu wäre 230.
:lol sorry, macht der Gewohnheit. Ich werd's anpassen.

von Peter R. (pnu)


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Das ist wohl ein Netzteil, das anstatt eines Eisentrafos einen 
Ferrit-trafo benutzt.

Die 230V werden per Brücke gleichgerichtet, aber den Ladekondensator 
spart man sich schon mal. Eine Schaltelektronik macht aus dem 
pulsierenden DC eine 20kHz-Spannung. Bei 20kHz kann man einen 
Ferrit-Trafo verwenden, der wesentlich weniger Windungen  pro V braucht 
und damit wesentlich weniger Kupfer benötigt.

Halogen Leuchtmitteln macht das komische Spannungsgemisch sekundär 
überhaupt nichts aus, bei LED-Schaltungen gibts halt Probleme.

Letzten Endes hat dieses Netzeil nur das Gewicht und den Kupferaufwand 
eines Schaltnetzteils und nicht das wesentlich größere eines 
50-Hz-netzteils.

: Bearbeitet durch User
von Tobias M. (auron)


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> Klar folgt der der gleichgerichteten aber nicht gesiebten Netzspannung,
OK, das erklärt die 100Hz - klar... Und ich hab überlegt, warum man das 
extra aufmoduliert. Jetzt verstehe ich auch den Kommentar mit dem 
eingesparten Kondensator auf Primärseite.

> Da deine LED wohl Ersatz für Halogenglühbirnen sein sollen (GU5.3?),
> haben sie schnelle Gleichrichter und funktionieren damit.
Komplett richtig getippt.

> Schön und qualitätsvoll ist aber anders.
Es passt eh nicht gut in den vorhandenen Sockel. Ich werde es durch ein 
DC Schaltnetzteil tauschen. Die LED können AC und DC.


Danke!

von Georg M. (g_m)


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Tobias M. schrieb:
> Liegt es an der "dimmable" Fähigkeit?

Ja.

Moderne LED-Leuchten sind nicht 
Phasenabschnitt/Anschnitt/Zuschnitt/Beschnitt etc. dimmbar, sondern 
haben ihren eigenen CC-LED-Driver mit der schon integrierten 
Dimmfunktion. Und deswegen ist für die LED-Deckenleuchten leider auch 
eine Fernbedienung notwendig.

von Michael B. (laberkopp)


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Tobias M. schrieb:
> das da

Steht ja deutlich 12V/AC dabei.

Wie gesagt, geht für HalogenersatzLEDs.

Peter R. schrieb:
> Das ist wohl ein Netzteil, das anstatt eines Eisentrafos einen
> Ferrit-trafo benutzt.

Wow, du hast die letzten 50 Jahre nicht ganz verschlafen.

von Εrnst B. (ernst)


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Beachte: Diese "elektronischen Halogen-Trafos" haben in der Anleitung 
eine Angabe über die maximale Kabellänge bis zum Leuchtmittel, und 
dürfen nur an Schienen-Systemen (mit geringem Abstand zwischen den 
Leitern) und nicht an Seilsystemen betrieben werden... Sonst leuchten 
irgendwann alle LEDs im Zimmer, egal ob angeschlossen oder noch im 
Karton.

von Tobias M. (auron)


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Εrnst B. schrieb:
> Beachte: Diese "elektronischen Halogen-Trafos" haben in der Anleitung
> eine Angabe über die maximale Kabellänge bis zum Leuchtmittel, und
> dürfen nur an Schienen-Systemen (mit geringem Abstand zwischen den
> Leitern) und nicht an Seilsystemen betrieben werden... Sonst leuchten
> irgendwann alle LEDs im Zimmer, egal ob angeschlossen oder noch im
> Karton.

:-) Nette Art Störstrahlung zu beschreiben. Die Anleitung war recht 
mager, um nicht zu sagen nichtexistent.
Aber alles klar, ein Grund mehr ihn zu tauschen. In der Tat hängt er 
schon nicht mehr am Netz ;-)

Danke noch mal an alle die beigetragen haben. Immer nett hier etwas neu 
zu verstehen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Michael B. schrieb:
> Klar folgt der der gleichgerichteten aber nicht gesiebten Netzspannung,
> du hast ja wohl auch ein (phasenan/abschnitt) dimmbares gekauft.
>
> Da deine LED wohl Ersatz für Halogenglühbirnen sein sollen (GU5.3?),
> haben sie schnelle Gleichrichter und funktionieren damit.

Da ist dann nichts mehr mit dimmbar. Meine LED-Strahler haben einen 
internen Schaltwandler, der gegen ein gedimmtes Netzteil arbeiten würde.

Tobias M. schrieb:
> :-) Nette Art Störstrahlung zu beschreiben.

Ich habe beim Bastelhöker 12V-Netzteile gekauft, die sind billiger und 
elektrisch allemal sauberer als dieser Lampentrafomüll.

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