Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik HDW Echometer - Bauteil auf Platine abgebrannt


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von Thomas H. (thom53281)


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Hallo liebes Mikrocontroller-Forum,

mir ist ein HDW Echometer zugeflogen. Falls jemand dieses Gerät nicht 
kennt, hier ist eines zu sehen:
https://picclick.de/Hagenuk-HDWA2-1A2-035-Echometer-TDR-Messger%C3%A4tReflektrometerKomlett-gepr%C3%BCft-294022255679.html

Nach kurzer Bestandsaufnahme scheint das Gerät weitestgehend zu 
funktionieren. Einzig der Impulserzeuger scheint nicht zu gehen. 
Deswegen bleibt auch das Bild dunkel. Es wird weder die Impulsbreite auf 
der Skala vorne angezeigt, noch gibt es einen Impuls.

Ich habe es daraufhin zerlegt und einen abgebrannten Widerstand 
gefunden. Siehe Foto, aber lässt sich leider schlecht fotografieren. Er 
ist zwischen den roten und dem grünen Kondensator.

Welche Strategie wäre nun die beste? Neuen Widerstand einlöten und 
schauen oder wird der Fehler womöglich woanders sitzen? Welche 
Informationen bräuchtet ihr, damit man das Problem genauer 
diagnostizieren kann? Da das Gerät relativ speziell ist, habe ich leider 
keine Schaltpläne oder ähnliches.

Danke!

: Bearbeitet durch User
von H. H. (Gast)


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Da wird wohl der benachbarte Tantalide einen Kurzschluss haben.

von Wastl (hartundweichware)


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Thomas H. schrieb:
> Er ist zwischen den roten und dem grünen Kondensator.

Ja, geht so .....

Thomas H. schrieb:
> aber lässt sich leider schlecht fotografieren.

Aber man kann mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms
die relevante Stelle markieren um keine Misverständnisse
oder Nachfragen aufkommen zu lassen.

Zu faul? Unfähig dazu?
Ach so, du hast kein Bildbearbeitungsprogramm. Na dann .....

von Thomas H. (thom53281)


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Nein, nicht zu faul, sondern gerade nur Handy verfügbar. Dachte man 
würde das mit der Beschreibung ohne Probleme finden. Anscheinend habe 
ich mich geirrt.

Ich bin auch eher davon ausgegangen, dass sicher gleich jemand nach 
weiteren Infos bzw. Teilen vom Gerät fragt und nicht dass dieses eine 
Foto ausreichend ist.

H. H. schrieb:
> Da wird wohl der benachbarte Tantalide einen Kurzschluss haben.
Überprüfe ich nachher gleich. :)


Edit: Respekt! Binnen weniger Minuten einen absoluten Volltreffer 
gelandet. Gerät geht wieder, siehe Foto. Muss es nur noch wieder 
zusammenbauen. freu

Vielen vielen Dank!

: Bearbeitet durch User
von Fritz G. (fritz65)


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Wastl schrieb im Beitrag
> Aber man kann mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms
> die relevante Stelle markieren um keine Misverständnisse
> oder Nachfragen aufkommen zu lassen.
>
> Zu faul? Unfähig dazu?
> Ach so, du hast kein Bildbearbeitungsprogramm. Na dann .....
Naja, ich habe keine 5 Sekunden nach dem Widerstand suchen müssen.

Wenn es tatsächlich der Tantal war, stellt sich natürlich die Frage, 
warum er die Grätsche gemacht hat. Überspannung? Gibt es einen 
Schaltplan zu dem Gerät?

von Dieter W. (dds5)


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Fritz G. schrieb:
> Wenn es tatsächlich der Tantal war, stellt sich natürlich die Frage,
> warum er die Grätsche gemacht hat.

Einen Kurzschluss bilden die Teile auch ganz gerne ohne äußeren Anlass, 
hohe Lade- und Entladeströme helfen dabei aber ungemein.

von Thomas H. (thom53281)


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Nunja, dass das Gerät Baujahr 1988 ist, ist vermutlich auch nicht 
förderlich. Ich habe den Kondensator jedenfalls ersetzt und wenn das 
selbe wieder passiert, dann weiß ich zumindest schon mal wo der Fehler 
liegt. Vielleicht probiere ich dann auch noch einen mit etwas höherer 
Spannungsfestigkeit. Bei Bedarf würde ich dann nochmal auf diesen Thread 
zurückkommen.

von Uli S. (uli12us)


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Du solltest den Rest auch ersetzen, die Dinger gehen ganz gern einfach 
so kaputt. Wenn du da neue einbaust hast die nächsten 30 Jahre Ruhe. 
Möglicherweise reichen da sogar ganz gewöhnliche Alu-Elkos.

von Thomas H. (thom53281)


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Den defekten Typ habe ich nun mangels vorhandener Alternativen durch 
einen normalen Elko ersetzt. Ich vermute aber, dass man hier nicht 
überall normale Elkos verwenden kann. Sonst hätte der Hersteller das 
vermutlich auch bereits getan.

Mein Plan wäre jetzt erst einmal, das Gerät mit einem anderen 
kalibrierten Gerät abzugleichen und zu schauen, ob denn jetzt alles 
funktioniert und ob die Werte verlässlich sind. Wenn das Gerät Probleme 
macht, dann muss man diese erst noch beheben. Erst dann kann man imho 
darüber nachdenken, etwaige weitere Elkos zu ersetzen. Sonst ist das 
womöglich zum Schluss noch eine Arbeit umsonst. Wenn ich weitere Elkos 
tausche, muss ich das Prozedere mit dem Prüfen natürlich nochmal machen.

von Uli S. (uli12us)


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Es soll schon bestimmte Anwendungen geben, für die Tantal-Elkos besser 
geeignet sind. Aber in den Jahren, aus denen viele solcher Geräte 
stammen, wurden die einfach überall eingebaut, ganz egal ob nötig oder 
nicht.
Vielleicht einfach, weil die damals neu waren oder besonders klein. Aber 
die haben halt ebenso eine begrenzte Lebenserwartung wie die in den 
60ern verbauten Teer bzw Wachs Kondis. Die heutigen Alu-Elkos sind für 
so gut wie alles ebenso gut geeignet. Aber es ist schon richtig, wenns 
lebt, dann erstmal testen. Und erst dann, wenn das Gerät langfristig 
benutzt werden soll, kannst du dran denken, den Rest der Elkos zu 
wechseln. Ist wie bei den Radios, da dachte niemand dran, dass die in 
nem halben Jahrhundert noch irgendwer benutzen würde.

von Thomas H. (thom53281)


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Also ich hab es jetzt mal ein paar Tage so nebenbei ausprobiert. An sich 
funktioniert soweit alles ohne Probleme. Aber eines habe ich doch 
festgestellt.

Es gibt bei dem Gerät mehrere Möglichkeiten, eine Länge zu ermitteln. In 
der Mitte des Geräts befindet sich ein Kippschalter mit drei Stellungen 
(links Taster, rechts Schalter). Dieser hat die Auswahlmöglichkeiten: 0 
- lx - 0/lx.

Wird der Schalter bzw. in dem Fall Taster nach links gedrückt auf 0, 
wird die Kabellänge in der Anzeige auf null zurückgestellt. Wird der 
Schalter auf 0/lx gestellt, so kann mit dem Gerät einwandfrei eine Länge 
ermittelt werden. Auf dem Schirm werden dann zwei separate Kurven 
angezeigt. Einmal die Kurve in Nullstellung und einmal die Kurve 
verschoben um den Längenwert. Man kann dann die Kurve nach links 
verschieben, bis sich das Ereignis (z. B. Kabelende) mit dem Startpunkt 
der 0-Kurve deckt.

Das Problem dabei ist, dass die Kurven direkt übereinander liegen. Einen 
offensichtlichen Fehler kann man so schon ohne Probleme ermitteln. Aber 
wenn man etwas nicht ganz so offensichtliches messen möchte, dann stört 
die 0-Kurve. Daher gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten, mit dem 
Gerät eine Länge zu ermitteln. Dabei wird der Schalter auf lx gestellt.

Zunächst mal ist der Bildschirm genauso wie ein gewöhnliches analoges 
Oszi eingeteilt. Bei einer eingestellten Länge von 1km entspricht z. B. 
ein Skalenteil genau 100m. Das ist aber nur für eine Grobermittlung 
tauglich. Man kann aber den Startpunkt der Kurve mit dem Poti für 
links/rechts auf einen der Teiler ausrichten. Danach kann sie wieder 
nach links verschoben und die Länge ermittelt werden.

Das Problem ist nur leider, dass das Poti für links/rechts eher 
unzuverlässig ist. Heißt, ich richte die Kurve aus und fange an, sie 
nach links zu verschieben und die Länge zu ermitteln. Plötzlich springt 
sie 30m nach links oder rechts. Ich kann dann den Kippschalter schon auf 
0/lx schalten und meinen Nullpunkt kontrollieren, aber das ist schon 
nervig und für eine exakte Messung eher suboptimal. :-)

Daher wird der nächste Step nun erstmal sein, dem Potiproblem auf den 
Grund zu gehen. Ich hab es schon mal eine Viertelstunde gedreht wie ein 
Weltmeister, aber es hat eher wenig gebracht. Auch die ganzen anderen 
Potis wollten einiges an Bewegung, gehen jetzt aber wieder weitestgehend 
ohne Probleme. Entweder es ist beim links/rechts nicht das Poti (z. B. 
eine kalte Lötstelle daneben, oder so) oder das Poti ist einfach kaputt. 
Das kann ich gerade noch nicht sicher sagen.

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