Forum: HF, Funk und Felder Erklärung TDA8077


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von Jonas Z. (jonas_zt9)


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Hallo zusammen,
kann mir jemand erklären wie genau diese Schaltung funktioniert?
Es geht um ein analog Radio. Ich würde gerne den Schaltungsaufbau von 
dem IC-Baustein TDA 8077 verstehen.
Stand meines Wissens sollte nach der Antenne ein Hochfrequenzverstärker 
kommen. Hierbei stellt sich mir schon die Frage, ob dieser 
vorselektiert.
Dann sollte ein Bandpass kommen, um die Frequenzen (zwischen 86,9 MHz 
bis MHz) zu filtern. Danach wird das Eingangssignal mit einer 
Oszillatorfrequenz gemischt um daraus Zwischenfrequenzen zu erhalten 
(darunter befindet sich eine Frequenz mit 10,7 MHz). Befindet sich der 
Oszillator in dem IC-Baustein oder muss die Schaltung außerhalb des 
Bausteins noch angebaut werden?
Nach der Mischstufe wird die Frequenz 10,7 MHz wieder mit einem 
Bandpassfilter gefiltert und anschließend demoduliert um die gewünschte 
Senderfrequenz ausgeben zu können (an einem Lautsprecher etc).

Stimmt dieser allgemeine Aufbau? Und wo finde ich die Einzelteile in dem 
Schlatplan?
gerne ausführliche Erklärungen.
Danke schon mal :)
Jonas

: Verschoben durch Moderator
von Obelix X. (obelix)


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Datenblatt und Application Notes vom TDA suchen. Ich bin zuversichtlich, 
dass du das alleine schaffst.

von Michael B. (laberkopp)


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Obelix X. schrieb:
> Datenblatt und Application Notes vom TDA suchen. Ich bin
> zuversichtlich, dass du das alleine schaffst.

Wird schwer, wenn er nichtmal den Bausteinnamen unfallfrei schreiben 
kann.

: Bearbeitet durch User
von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Jonas Z. schrieb:
> Hallo zusammen,
> kann mir jemand erklären wie genau diese Schaltung funktioniert?
Naja, prinzipiell so, wie Radios schon seit fast 90 Jahren funktionieren 
- und wie's dir die "freundlichen Oppas" im Nachbarthread schon 
nahebringen wollten ;-) Halt so mit Oszillator, Mischer, ZF und 
Demodulator.

> Es geht um ein analog Radio. Ich würde gerne den Schaltungsaufbau von
> dem IC-Baustein TDA 8077 verstehen.
Wieschon angeraten: Such dir das Originaldatenblatt des Chips. In der 
Fig.1 ist das Zusammenspiel zwischen Chipinnen- und Aussenwelt so ein 
bisschen dargestellt.
Keine Panik: Ja, das ist verwirrend.

> Stand meines Wissens sollte nach der Antenne ein Hochfrequenzverstärker
> kommen. Hierbei stellt sich mir schon die Frage, ob dieser
> vorselektiert.
> Dann sollte ein Bandpass kommen, um die Frequenzen (zwischen 86,9 MHz
> bis MHz) zu filtern.
Die grobe Selektion wird in deinem Schaltbild vom 82p, dem 68p 
Kondensator und 70nH Spule zwischen Antenne und Pin11 und 12 bestimmt.
Kannst ja mal spasshalber die Resonanzfrequenz dieses Schwingkreises 
ausrechnen :-)

> Danach wird das Eingangssignal mit einer
> Oszillatorfrequenz gemischt um daraus Zwischenfrequenzen zu erhalten
> (darunter befindet sich eine Frequenz mit 10,7 MHz).
FF: Fiese Falle: Ich zitiere mal aus dem Datenblatt:
"The circuit contains a frequency-locked-loop (FLL) system with an 
Intermediate Frequency (IF) of about 70 kHz."
Aber sonst ist bei fast allen anderen UKW-Radios die ZF wirklich bei 
10.7MHz, ischschwoer :-)

> Befindet sich der
> Oszillator in dem IC-Baustein oder muss die Schaltung außerhalb des
> Bausteins noch angebaut werden?
Der ist grossteils im IC hinter den Pins 4 und 5, sein Schwingkreis ist 
aber das ganze Gedoense ausserhalb an diesen Pins.

> Nach der Mischstufe wird die Frequenz 10,7 MHz wieder mit einem
> Bandpassfilter gefiltert und anschließend demoduliert um die gewünschte
> Senderfrequenz ausgeben zu können (an einem Lautsprecher etc).
Prinzipiell ja, hier bei diesem Chip aber nicht.
Da bilden die Bauteil an den Pins 6..10 zusammen mit im Chip 
befindlichen Widerstaenden sowas wie ein Bandpassfilter (eben nicht fuer 
10.7MHz, sondern hier fuer ca. 70KHz).

> Stimmt dieser allgemeine Aufbau? Und wo finde ich die Einzelteile in dem
> Schlatplan?
Welche Einzelteile?

Gruss
WK

von Harald K. (kirnbichler)


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Um den Suchenden das Suchen zu vereinfachen:

https://www.futurlec.com/Datasheet/Philips/TDA7088T.pdf

von Klaus R. (klausro)


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Dergute W. schrieb:
> Wieschon angeraten: Such dir das Originaldatenblatt des Chips. In der
> Fig.1 ist das Zusammenspiel zwischen Chipinnen- und Aussenwelt so ein
> bisschen dargestellt.

Ich habe es mal angehängt, da sich so doch leichter darüber schreiben 
lässt. Hier ist noch ein Link zum Datenblatt:
https://www.digchip.com/datasheets/download_datasheet.php?id=961247&part-number=TDA7088

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Das ist kein klassischer Superhet-Empfänger mit 10,7MHz 
Zwischenfrequenz:

"The circuit contains a frequency-locked-loop (FLL) system with an 
Intermediate Frequency (IF) of about 70 kHz"

Die ZF ist niedriger als die Bandbreite der ZF-Kreise (200-300kHz) eines 
üblichen UKW-Radios, es gibt keine Spiegelfrequenzunterdrückung.
Der einzige abstimmbare Kreis ist der des Oszillators. Vor dem Eingang 
sitzt nur ein breitbandiger Bandpass für den gesamten UKW-Bereich.

von Horst S. (Firma: Chaos Ltd) (hst)


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Ich bin auch nicht sicher, ob die im TDA7088 verwendete Methode 
(ZF=70kHz) zum generellen Vertändnis der Funktionsweise eines Empfängers 
beiträgt. Anbei ein Artikel aus dem Jahr 1966(!), der diese Methode, 
allerdings noch mit ZF=120kHz beschreibt.

Im Elektor Mai/1983 ("One Chip Radio") wird die Funktionsweise des 
TDA7000 (Vorläufer) im Detail beschrieben (z.B. die verwendete 
Korrelationtechnik).

Hier ein Link, der auch eine kurze Funktionsbeschreibung enthält (im IC 
werkelt übrigens eine FLL- und keine PLL-Schaltung zur Hubreduziereung 
auf 15kHz):

https://www.mikroe.com/ebooks/radio-receivers-from-crystal-set-to-stereo/fm-receiver-with-tda7088t-ic

Die Frage ist: wollen die Jungs lernen, wie ein klassischer Empfänger 
funktioniert, oder einfach so ein Ding mit wenig Aufwand aufbauen? Die 
TDAs liefern übrigens ein Audio-Monosignal. Ansonsten gibt es eine Menge 
Info im INet, wenn man ein bisschen Mühe aufwendet.

von Tom (tom_major)


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Horst S. schrieb:
> Im Elektor Mai/1983 ("One Chip Radio")

Die französische Ausgabe gibt's als download
https://www.worldradiohistory.com/INTERNATIONAL/Elektor%20France/Elektor-059-1983-05.pdf
Dort auf Seite 21 "pico radio FM".

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Ha - dat Dingens heisst bei den Franzosen tatsaechlich Mélangeur.
Das haett' ich ja nun nicht gedacht. Again what learned.

Gruss
WK

von Herbert Z. (herbertz)


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Gibt auch eine 7021T und einen passenden Stereodecoder 7040.
Wer mit hoher Nachbausicherheit ein Radio bauen will ist mit diesen 
Chips gut beraten. Andere Konzepte mit hoher ZF machen mehr Arbeit.

von Herbert Z. (herbertz)


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Gibt auch einen 7021T und einen passenden Stereodecoder 7040.
Wer mit hoher Nachbausicherheit ein Radio bauen will ist mit diesen 
Chips gut beraten. Andere Konzepte mit hoher ZF machen mehr Arbeit.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Hier ein Philips Datenbuch von 1990 (26 MByte) mit den Radio-ICs:
http://www.bitsavers.org/components/philips/_dataBooks/1990_Philips_IC01a_Radio.pdf

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