Vax W. schrieb:
Ich habe keine Ahnung, warum sich jemand das im Jahr 2023 noch antut
(passend belichten, aetzen, bohren, Nieten einsetzen und vernieten, kein
Loetstop, kein Bestueckungsdruck).
JLCPBC (und andere) liefern Dir 100x100-Platinen fuer 'nen Fuenfer (EUR
4.62 genau), Mit Steuer frei Haus nach zwei Wochen. Die Qualitaet haette
ich nie hinbekommen, galvanische Durchkontaktierung.
Ob derartige geistige Ergüsse vor ihrer Veröffentlichung auch nochmals reflektiert werden?
Ich glaube kaum, dass weder der TE, noch andere Bastler sich die Hände wund- und den Buckel krumm-nieten, in dem eine manuelle Massenproduktion eingeleitet wird. Viel eher handelt es sich hierbei um "rapid prototyping", was meiner Meinung nach bei den meisten kreativen Projekten, die nicht nach dem bereits etablierten Schema-F ablaufen, unabdingbar ist.
Ob die professionelle Fertigung nun fünf oder zehn Euro kostet, ist dabei doch komplett irrelevant. Das Basismaterial, die Chemikalien, und vor allem die eigene Lebenszeit haben auch allesamt ihren Wert. Für mich und viele andere ist jedoch gerade dieses schnelle Feedback, welches Hauseigene Prototypen ermöglichen, die Freude an der ganzen Sache. Wenn ich zwei Wochen darauf warten muss, um etwas Handfestes auf den Tisch zu bekommen, ist die Euphorie auch gleich wieder dahin.
Ein Bestückungsdruck ist gerade in dieser Phase mehr als überflüssig, dafür gibts die BOM. Belichten und Bohren wollen natürlich geübt sein, das steht außer Frage. Für das Vernieten brauche ich, selbst bei ein paar Dutzenden Nieten (was fast nie vorkommt) nicht einmal fünf Minuten. Mit der Pinzette durchstecken, durch Klebeband fixieren, mit einer Anreißnadel bördeln und mittels Durchtreiber passender Größe sowie einem gezielten Schlag verewigen.
Wenn dann alle Entscheidungsfragen gefällt wurden, wird das finale Produkt natürlich vom Spezialisten hergestellt.