Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Lötkolben Kaiweets KETS02 - empfehlenswert?


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von Volker (volmur)


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Moin,

ich bin bei Heises "Techstage"-Magazin auf den Kaiweets KETS02 gestoßen.

https://www.techstage.de/ratgeber/loet-grundlagen-warum-mobile-loetkolben-mit-usb-besser-sind-als-loetstationen/7vlfj5c?wt_mc=intern.red.techstage.newsticker.7-tage-news.teaser.teaser#nav-ring-13

Hat jemand von euch das gerät schonmal in der Hand gehabt und kann was 
darüber sagen? Der "Testbericht" ist ja geradezu überschäumend von Lob, 
da wird man argwöhnisch.

skippa

von Mario P. (mario_71950c)


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Das Niveau von Heise (Zitat aus dem Artikel):
"... verfügt über ... ein schickes OLED."

: Bearbeitet durch User
von Steve van de Grens (roehrmond)


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Geil ist auch die Beschriftung des Bildes von dem Dremel Gaslötkolben 
(den habe  ich):

"Solche Gaslötkolben eignet für kleine Reparaturen. Letztlich fehlt es 
aber an Leistung und Genauigkeit."

Leistung hat das Ding mehr als reichlich. Ich denke, den kann man 
mindestens
mit einem 100W Lötkolben vergleichen, wenn man voll auf dreht.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Interessant natürlich, dass er die T12-Lötspritzen nimmt, die man 
problemlos und günstig bekommt. Und er scheint baugleich mit dem FNIRSI 
HS-01.

In der Preisklasse spielen allerdings auch Pinecil, TS80, TS100 und 
TS100 - Da sind die Spitzen allerdings ein bisschen teurer.


Ich hab den TS101, weil nicht nur USB-C, sondern auch Netzteilbetrieb 
möglich ist und so für normale Arbeiten macht das Ding tatsächlich Spaß. 
USB-PD ist nun auch nicht Unübliches mehr.

Mit dem KETS02 hab ich keine Erfahrungen, aber ein Bonus der anderen von 
mir genannten Typen in der gleichen Preisklasse ist das 
Opensource-Projekt IronOS:
https://github.com/Ralim/IronOS

von Max I. (powermeter)


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Volker schrieb:
> Techstage

'Nuff said.

von Harald K. (kirnbichler)


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Sebastian R. schrieb:
> Interessant natürlich, dass er die T12-Lötspritzen nimmt, die man
> problemlos und günstig bekommt. Und er scheint baugleich mit dem FNIRSI
> HS-01.

Löt-was? Spritzen?

Nein, das ist nicht T12, das sieht nur so aus. Die sind kürzer als 
T12-Spitzen:

https://m.media-amazon.com/images/I/81BRLaKyMsL._AC_SL1500_.jpg
(Quelle: https://www.amazon.de/dp/B0CF57KK2W)


Hier zwei Beispiele für welche, die tatsächlich T12-Lötspitzen 
verwenden:

https://www.aliexpress.com/item/1005005948203665.html

Der braucht ein USB-PD-Netzteil, das 20V liefern kann.

https://www.aliexpress.com/item/1005005444784417.html

Dieses Modell wird über eine 5525-Hohlbuchse mit Strom versorgt, und 
funktioniert problemlos mit einem alten Notebook-Netzteil.


Den sogenannten "Test" kann man in der Pfeife rauchen. Wie fast jeden 
"Test" des Qualitätsmagazines "techstage".

von Kalle G. (derunsichtbare)


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Max I. schrieb:
> Volker schrieb:
>> Techstage
>
> 'Nuff said.

Werbeplattform, bei der Heise über Af_filiate-Links Geld verdienen 
möchte. Seriöse Test gibts da nicht. Die Kommentare haben sie inzwischen 
auch abgeschaltet, gab wohl zuviel Gegenwind.

Hier ist aber auch göttlich. Das Wort Af_filiate (natürlich ohne den 
Unterstrich) wird nicht zugelassen, weil "Der Beitrag scheint Spam zu 
enthalten". Na dann...

: Bearbeitet durch User
von Volker (volmur)


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Moin,

ja, Heises "Bento" ist übel, daher setzte ich das Wort testbericht auch 
in Anführungszeichen.

Volmur

von Manfred P. (pruckelfred)


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Kalle G. schrieb:
> Max I. schrieb:
>> Volker schrieb:
>>> Techstage
> Werbeplattform, bei der Heise über Af_filiate-Links Geld verdienen
> möchte.

Genau das, diese Beiträge lese ich garnicht mehr.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Ich zitiere aus einem Techstage-Artikel von Philipp Sussmann vom 
17.10.2023:
https://www.techstage.de/ratgeber/die-besten-tools-fuer-die-nerd-werkstatt-kamera-loetkolben-werkzeug-multimeter/ngw90sf#nav-ring-18

> Von Lötkolben mit USB-Stromversorgung raten wir erfahrungsgemäß ab.
> Diese sind viel zu schwach und erreichen keine ausreichende Temperatur.

Dagegen der aktuelle Artikel von Philipp Sussmann vom 15.12.2023:
https://www.techstage.de/ratgeber/loet-grundlagen-warum-mobile-loetkolben-mit-usb-besser-sind-als-loetstationen/7vlfj5c

>> Löt-Grundlagen: Warum mobile Lötkolben mit USB besser sind als
>> Lötstationen

Drecksseite. Damit ist über Techstage alles gesagt.

: Bearbeitet durch User
von Stephan S. (uxdx)


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... ein Einkaufswagen nach dem anderen, ganz unten wird die Bedeutung 
erläutert:

Af_filiate-Link

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Es gibt für etwas weniger Geld auch USB-Lötkolben für JBC Lötspitzen 
einmal 245 und dann 210. Der Preisunterschied ist jetzt nicht wirklich 
relevant, aber die 245er Spitzen gibts in fast 1000 verschiedenen 
Ausführungen bei denen für so gut wie jeden Zweck was dabei ist.

von Harald K. (kirnbichler)


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Hannes J. schrieb:
> Ich zitiere aus einem Techstage-Artikel von Philipp Sussmann vom
> 17.10.2023:
> 
https://www.techstage.de/ratgeber/die-besten-tools-fuer-die-nerd-werkstatt-kamera-loetkolben-werkzeug-multimeter/ngw90sf#nav-ring-18
>
>> Von Lötkolben mit USB-Stromversorgung raten wir erfahrungsgemäß ab.
>> Diese sind viel zu schwach und erreichen keine ausreichende Temperatur.

Mir widerstrebt es zwar, die Deppenparade namens "techstage" zu 
verteidigen, aber Du machst es Dir zu einfach.

Früher(tm) gab es USB-Lötkolben, die mit 5V versorgt wurden. Die hatten 
zwischen 5 und 8 Watt Leistung, taugten also für wenig mehr als sich die 
Finger zu verbrennen.

Mittlerweile gibt es USB-Lötkolben, die ein USB-PD-Netzteil 
voraussetzen. Und wenn das 20 Volt liefert, haben diese Lötkolben um die 
60 Watt Leistung. Und weil sie das mit direktbeheizten Lötspitzen 
kombinieren, stecken sie damit problemlos all' die Lötstationen in die 
Tasche, auf die man vor zehn, zwanzig Jahren noch stolz war, egal ob 
Ersa oder Weller.

Ich habe jahrzehntelang mit einer Magnastat gelötet, aber jetzt 
zugunsten von Lötkolben mit direktbeheizten Lötspitzen damit aufgehört. 
Derzeit nutze ich einerseits eine selbstgebaute Lötstation, die mit 
T12/T15-Lötspitzen (im Original von Hakko) arbeiten, und andererseits 
als Neuzugang eine Lötstation, die mit C245- und C210-Lötspitzen (im 
Original von JBC) arbeitet.

Als T12-Lötkolben habe ich auch einen der von mir weiter oben 
verlinkten, die mit einem simplen Notebooknetzteil betrieben werden 
können. Andere Ausführungen davon haben eine USB-C-Buchse und 
funktionieren mit einem USB-PD-Netzteil.

So beschissen "techstage" auch ist -- diesen "Gesinnungswandel" kann man 
denen nicht vorwerfen.

Die Idee, ein USB-Lötkolben wäre besser als eine Lötstation, die ist 
ohne Betrachtung des Anwendungsfalls natürlich kompletter Blödsinn. Mein 
JBC-Klon betreibt die C245-Lötspitzen mit 120 Watt, das ist mit USB 
nicht drin (zumindest zur Zeit nicht, denn es werden dafür mehr als die 
20 Volt benötigt, die typische PD-Netzteile liefern können).

Aber eines trifft zu: USB-Lötkolben sind sehr viel besser geworden und 
können ältere Lötstationen tatsächlich ersetzen. Eine Magnastat oder 
eine ähnlich alte Ersa-Lötstation nimmt viel Platz weg und ist (wegen 
der indirekten Heizung) auch definitiv schlechter.

Uli S. schrieb:
> Es gibt für etwas weniger Geld auch USB-Lötkolben für JBC Lötspitzen
> einmal 245 und dann 210.

Magst Du mal ein Beispiel verlinken?

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Der hier kann mit 245 Spitzen 
https://de.aliexpress.com/item/1005004883416928.html Es gibt auch 
irgendwo einen, der 210 Spitzen betreiben kann. Man braucht dafür halt 
noch ein PD- oder halt ein NT, das die benötigten 65W bei 19-20V zu 
liefern imstande ist. Ich hab einfach ein Laptop-NT und da nen USB-C 
Stecker dran gebaut. Vermutlich liefe das Teil aber auch mit nem 24V-NT 
mit Hohlstecker, wenn mans entsprechend umbaut.
Irgendwo hab ich auch ne Version gesehen, die zusätzlich zu USB noch ne 
Hohlsteckerbuchse hat.

: Bearbeitet durch User
von Stefan K. (stk)


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Uli S. schrieb:
> Der hier kann mit 245 Spitzen

Aber wohl nicht mit den originalen von JBC wenn er mit einem 65W USB PD 
Netzteil versorgt wird. in der Artikelbeschreibung steht: "In direct 
current mode, compatible with the JBC245 heating core, 20V reaches over 
150W of heating power." Die mitgelieferte Spitze dürfte ein Nachbau mit 
höherem Widerstand sein.

von Uli S. (uli12us)


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Doch, natürlich mit den original Spitzen. Aber leider schafft der das 
nicht in 6 Sekunden, 10 Sekunden sind aber auch nicht sooo schlecht. 
(Ich vermute mal, der Kolben für die 210er Spitzen heizt genausogut wies 
original.)  Sobald die Temperatur erreicht ist, ist das Teil genauso 
schnell wie eine Lötstation, da werden ja im Regelfall nur ein paar % 
der Heizleistung benötigt. Bloss bei hohem Wärmebedarf wirds da wohl 
Probleme geben. Aber da hat dann so gut wie jede Lötstation, wo nicht 
JBC-kompatibel draufsteht auch schon aufgegeben. Ja, es gibt einige 
wenige, die auch so gut sind, das bewegt sich dann aber in 
Preisregionen, da kann man auch schon eine originale LS kaufen.

Ich hab mir das Teil halt gekauft, weil im Repaircafe jedesmal die 
komplette LS mitschleppen nicht so gut kommt. Den Kolben mit nem 
Netzteil dagegen kann man locker mitnehmen. Da haben wir zwar einen aber 
das ist bloss so ein ungeregeltes 30W Dingens, was schon ein paar 
Minuten braucht, bis es aufgeheizt ist und dann bei jeder zweiten 
Lötstelle kleben bleibt.

von Stefan K. (stk)


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Uli S. schrieb:
> Doch, natürlich mit den original Spitzen.

Mit einem Laptop-Netzteil ausreichender Leistung sicher, bei einem 65W 
USB PD Netzteil bleiben bei mir Zweifel. Das Heizelement der Original 
C245-Spitzen hat einen Widerstand von etwa 2 Ohm, das L245 Heizelement 
hat nach einer Rezension bei Banggood etwa 6 Ohm. Laut der Rezension und 
einem Kommentar in einem element14-Blog funktioniert der L245 nicht mit 
der Kombination C245 Spitze und 65W USB PD Netzteil:

https://de.banggood.com/65W-L245-Electric-Soldering-Iron-Power-Supplying-Aluminum-Alloy-CNC-Shell-QC-PD-Type-C-Compatible-JBC245-p-1985240.html

https://community.element14.com/technologies/test-and-measurement/b/blog/posts/usb-c-soldering-iron-as-a-daily-tool
Da der Kommentar von shabaz

Oder kann man den L245 so einstellen, dass er per PD eine geringere 
Spannung anfordert und dann auch mit den C245 Spitzen arbeitet, dann 
natürlich auch mit geringerer Leistung?

In dem Blogbeitrag wird auch die Problematik der fehlenden Erdung der 
Lötspitze bei Nutzung von USB-C-Netzteilen angesprochen. Je nach 
Netzteil können etliche Volt Wechselspannung an der Spitze anliegen. Die 
bricht bei Blastung schnell zusammen, MOSFETs und andere empfindliche 
Bauteile könnte sie trotzdem schädigen .

von Harald K. (kirnbichler)


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Stefan K. schrieb:
> Oder kann man den L245 so einstellen, dass er per PD eine geringere
> Spannung anfordert und dann auch mit den C245 Spitzen arbeitet, dann
> natürlich auch mit geringerer Leistung?

Falls der "L245" der hier ist:

https://www.aliexpress.com/item/1005004883416928.html

bei dem steht:

> Voltage Settings: You can set the decoy voltage of 5-9-12-15-20
> directly in the menu, and set the protections voltage according
> to the charging adapter parameters.

Mit "decoy voltage" ist die via PD geforderte Spannung gemeint.

Stefan K. schrieb:
> In dem Blogbeitrag wird auch die Problematik der fehlenden Erdung der
> Lötspitze bei Nutzung von USB-C-Netzteilen angesprochen.

... aber auch eine simple Lösung genannt:

> The simplest solution is to use a USB-C supply with more than
> one USB socket and connect the metal shell from another USB
> socket to an earth bonding point.

Und "geerdet" werden muss die Lötspitze eh' nicht, sondern nur über 
einen (ausreichend hochohmigen) Widerstand mit der ESD-Lötunterlage 
verbunden werden.

Entscheidend ist, daß es zwischen dem, was gelötet wird, und dem 
Lötwerkzeug keine nennenswerten Potentialunterschiede gibt. Geerdet muss 
dafür überhaupt nichts sein.

: Bearbeitet durch User
von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Harald K. schrieb:
> Früher(tm)

ist gerade mal zwei Monate her.

> So beschissen "techstage" auch ist -- diesen "Gesinnungswandel" kann man
> denen nicht vorwerfen.

Gesinnungswandel innerhalb von zwei Monaten - in denen meines Wissens 
kein technologischer Durchbruch bei USB-Lötkolben stattgefunden hat.

> Aber eines trifft zu: USB-Lötkolben sind sehr viel besser geworden

Innerhalb von zwei Monaten? Weil einen T12 mit USB-C Anschluss hat sich 
schon jemand vor 4 Jahren gebaut.

Ich bleib dabei, Philipp Sussmann schreibt für Techstage Scheiße, je 
nachdem welche Aff*liate-Links er gerade unterbringen muss.

von Harald K. (kirnbichler)


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Hannes J. schrieb:
> Gesinnungswandel innerhalb von zwei Monaten - in denen meines Wissens
> kein technologischer Durchbruch bei USB-Lötkolben stattgefunden hat.

Das nicht, aber vielleicht hat der Schreiberling das zwischenzeitlich 
rausgefunden? Manch einer lernt ja dazu, und ist in der Lage, seine 
vorgefertigte Meinung an einen sich ändernden Erkenntnisstand 
anzupassen.

Andere können das nicht, die erreichen schon mit 14 den geistigen 
Vorruhestand.

Hannes J. schrieb:
> Ich bleib dabei, Philipp Sussmann schreibt für Techstage Scheiße, je
> nachdem welche Aff*liate-Links er gerade unterbringen muss.

Das kannst Du gerne tun, da "techstage" selbst auch ganz gut so 
beschrieben werden kann.

von Harald K. (kirnbichler)


Angehängte Dateien:

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Nachtrag:

Achte mal auf das Datum im Screenshot (Google-Suche "techstage usb löt")

Klickt man da drauf, landet man hier:

https://www.techstage.de/ratgeber/loet-grundlagen-warum-mobile-loetkolben-mit-usb-besser-sind-als-loetstationen/7vlfj5c


Das "techstage"-CMS wird wohl "bedarfsorientiert" angepasst.

von Uli S. (uli12us)


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Stefan K, das Teil kann mit allem was USB liefert betrieben werden, 
angefangen von 5V bis zu offiziell 20, es gibt auch ne Ausführung bis 
24V
Da ist offensichtlich ein Spannungswandler enthalten, der die niedrigere 
Eingangsspannung auf die der Spitze genehme Spannung hochsetzt. Klar 
dass, wenn die Ampere fehlen das Aufheizen, aber halt nur das, etwas 
länger dauert. Weil im Betrieb braucht so eine Lötstation, ganz egal, 
was für ein Name da auch draufsteht nur einen Bruchteil der 
Aufheizleistung.

von Volker (volmur)


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Moin,

unabhängig von der Qualität der Redaktion komme ich zu dem Schluss dass 
so ein USB-Lötkolben mit den Z12 Spitzen also durchaus eine brauchbare 
Variante ist.

Danke.

von Harald K. (kirnbichler)


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Uli S. schrieb:
> Da ist offensichtlich ein Spannungswandler enthalten, der die niedrigere
> Eingangsspannung auf die der Spitze genehme Spannung hochsetzt.

Nee, das ganz sicher nicht. Ist die Spannung geringer, fließt einfach 
nur weniger Strom (d.h. die Leistung ist geringer) und die Spitze 
braucht länger zum Aufheizen.

Volker schrieb:
> komme ich zu dem Schluss dass
> so ein USB-Lötkolben mit den Z12 Spitzen also durchaus eine brauchbare
> Variante ist.

T12. Die werden in Europa als T15 bezeichnet; aus irgendwelchen 
Marketingschwachsinnsgründen vertreibt Hakko (das sind die, die das 
Original machen) die Lötspitzen in unterschiedlichen Regionen unter 
unterschiedlichen Bezeichnungen. T12 ist Asien, T15 ist Europa. Muss man 
nicht verstehen.

von Ralf X. (ralf0815)


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Harald K. schrieb:
> T12 ist Asien, T15 ist Europa. Muss man
> nicht verstehen.

Asiaten sind idR kleiner.  :)

von Stefan K. (stk)


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Uli S. schrieb:
> Da ist offensichtlich ein Spannungswandler enthalten, der die niedrigere
> Eingangsspannung auf die der Spitze genehme Spannung hochsetzt.

Mit einem original C245 Heizelement mit etwa 2 Ohm muss/darf da nichts 
hochgesetzt werden. Heruntergestzt wird die Spannung aber wohl auch 
nicht, das würde zu zu hohen Strömen führen. Ich vermute, dass einfach 
die volle Spannung gepulst an das Heizelement kommt.

Meine 65W USB PD Netzeile sind bei 5, 9, 15 und 20 V mit 3 A bzw etwas 
darüber spezifiziert, da bleibt als absolut sichere Option nur 5V und 
damit sehr wenig Leistung, schon bei 9V wird der zulässige Strom während 
der Pulse überschritten. Bei kurzen Pulsen und ausreichend Kapazität am 
Ausgang des Netzteils wird das wohl noch funktionieren aber bei höheren 
Spannungen und damit auch Strömen könnte das Netzteil auch Schluckauf 
bekommen.

Ich habe eine JBC Station und mehrere Lötspitzen und bin an einer 
mobileren Version interessiert. Wenn ich aber spezielle L245 Spitzen mit 
6 Ohm Heizelement brauche ist der L245 schon weniger interessant.

von Harald K. (kirnbichler)


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Ralf X. schrieb:
> Asiaten sind idR kleiner.  :)

Die Zahlen vielleicht, die Lötspitzen sind identisch.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wenn man zertifiziert wahnsinnig ist: Man 
geht in eine geschlossene Anstalt oder ins Marketing.

von Stefan K. (stk)


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Uli S. schrieb:
> Irgendwo hab ich auch ne Version gesehen, die zusätzlich zu USB noch ne
> Hohlsteckerbuchse hat.

Das dürfte dann der L245P sein, mit 3,5 x 1,35 mm Buchse.
Auch wenn ich damit meine C245 Spitzen nicht oder nur eingeschränkt 
nutzen kann habe ich mir jetzt mal einen blauen L245P (vor)bestellt.

von Uli S. (uli12us)


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Ich habs jetzt extra mal mit ner original JBC-Spitze probiert. Wie 
gesagt die heizt rasend schnell auf, zwar etwas langsamer als bei der 
original Station, aber innerhalb 7Sek ist das Teil auf 330°C. Das was 
dieser Typ da behauptet hat, ist also Schmarrn. Ich hab extra geschaut, 
im Betrieb auch bei richtig heftigen Querschnitten braucht die mal 25%, 
das liefert das USB-Netzteil problemlos.

von Stefan K. (stk)


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Uli S. schrieb:
> Ich habs jetzt extra mal mit ner original JBC-Spitze probiert.
Danke für das Nachsehen.

Uli S. schrieb:
> Das was dieser Typ da behauptet hat, ist also Schmarrn.
Oder er hatte eine andere Version des Lötkolbens oder der Firmware oder 
zickigere Nezteile.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Harald K. schrieb:
> T12 ist Asien, T15 ist Europa. Muss man nicht verstehen.

Das liegt an der Bedeutung gewisser Zahlen (zum Teil Silbenähnlichkeit) 
in Asien, dass nicht die gleiche Bezeichnung gewählt werden konnte.

Unter schwierigen Umweltbedingungen im Freien versagen allerdings die 
Gaslötkolben. Da bewähren sich normale Lötgeräte an einer Power-Station 
betrieben.

von Harald K. (kirnbichler)



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Dieter D. schrieb:
> Das liegt an der Bedeutung gewisser Zahlen (zum Teil Silbenähnlichkeit)
> in Asien, dass nicht die gleiche Bezeichnung gewählt werden konnte.

Da Hakko eine japanische* Firma ist, halte ich das nicht für eine 
plausible Begründung. Wieso sollte eine Firma ihre auf dem eigenen Markt 
vertriebenen Produkte für andere Märkte umbenennen?

T12
https://www.hakko.com/english/products/hakko_fx952_tips.html#series_187
T15
https://www.hakko.com/english/products/hakko_fx952_tips.html#series_189

*) https://www.hakko.com/world_network.php

von Uli S. (uli12us)


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Das gibts dort aber öfters, Panasonic als Beispiel, die verkauften in 
Japan dieselben Geräte unter anderem Namen, Nikon hat das in den 70ern, 
80ern gemacht, da hiessen die Kameras in Japan geringfügig anders. Aber 
warum ist mir bis heute schleierhaft, als einziger Grund mag mir 
einfallen, dass die Eigenimporten vorbeugen wollten. Ob da der Schaden 
wirklich so grossartig war, wenn mal jemand ein Gerät von denen zur 
Reparatur geschickt hat, ausserdem gibts ja immer noch die Seriennummer, 
die kann man ja problemlos für jedes Land oder Kontinent eigens 
vergeben.

von Harald K. (kirnbichler)


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Bei Consumerprodukten ist das noch mal 'ne andere Nummer (übrigens kann 
sich auch Canon in Deine Liste einreihen, deren DSLRs aus der EOS-Reihe 
hießen in den USA aus irgendeinem Grund "Rebel").

Und bei Panasonic/Matsushita/National/Sanyo/Technics hängt da auch ein 
Rattenschwanz von Geschichte und Firmenübernahmen dran.

Aber unterschiedliche Nummern für Lötspitzen? Nee. Das ist zu bizarr.

von Stefan K. (stk)



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Stefan K. schrieb:
> Das dürfte dann der L245P sein, mit 3,5 x 1,35 mm Buchse.
> Auch wenn ich damit meine C245 Spitzen nicht oder nur eingeschränkt
> nutzen kann habe ich mir jetzt mal einen blauen L245P (vor)bestellt.

Der L245P ist gestern angekommen. In dem kleinen Kartönchen waren nur 
der Lötkolben, eine L245-Lötspitze und eine aufschraubbare Schutzkappe, 
aber keine Bedienungsanleitung. Zum Vergleich hab ich eine Original JBC 
Spitze daneben gelegt.

Mit der mitgelieferten L245-Spitze lauft der Lötkolben problemlos an 
einen Lenovo 65W USB PD Netzteil mit fest angeschlossenem USB-C Kabel.

Mit Original JBC C245 Spitzen läuft er an diesem Netzteil nur sehr 
eingeschränkt: In der 20V und 15V Einstellung geht das Netzteil sofort 
nach dem Betätigen einer Taste in den Hiccup-Modus, 12V kann das 
Netzteil nicht und bei 9V bleibt nur noch wenig Leistung. Bei einem 
Kaltwiderstand von nur 2,3 Ohm bei der C245-Spitze und 6,3 Ohm bei der 
mitgelieferten L245-Spitze hatte ich mit diesem Verhalten schon 
gerechnet.

Für weitere Tests habe ich ein einstellbares Netzteil mit max. 16V 40A 
und ein MEAN WELL Schaltnetzteil LRS-150-24 genutzt.
(Das Meanwell gibt es bei Pollin eimal zum normalen Preis und einmal als 
LRS-150-24-DDP deutlich günstiger. Ich habe 2 Stück von den "Schnäppchen 
und halte die für ganz normale LRS-150-24. Nichts auf dem MEAN WELL 
Aufkleber deutet auf etwas anderes hin und der PF ist, anders als in der 
Artikelbeschreibung von Pollin, deutlich unter 0,95. An einer 
elektronischen Last liefert es bei minimaler Spannungseinstellung von 
etwa 20,5V problemlos über mehrere Minuten mehr als 9A.)

Mit einer Strommesszange an einem USB-Oszilloskop habe ich mir den 
Verlauf der Stromaufnahme beim Einschalten des auf 320 Grad 
eingestellten Kolbens angesehen. Alle Werte sind natürlich nur grobe 
Anhaltspunkte, die Spitzen sind nicht direkt vergleichbar, ich habe 
Endtemperatur nicht überprüft...

Mit der L245-Spitze und dem 20,5V-Netzteil dauert der erste Teil des 
Aufheizvorgang bis zum Einsetzen der Regelung etwa 6s, auf dem Display 
des Kolbens wird nie mehr als 320 Grad angezeigt.
Mit dem 65W 20V USB PD Netzteil dürfte es ganz ähnlich aussehen, aber da 
kann ich die Sromzange nicht einsetzten. Auf Messungen bei niedrigeren 
Spannungen habe ich bei dieser Spitze verzichtet.

Mit der C245-Spitze und 20,5V geschieht das Aufheizen extrem schnell und 
es kommt zu einem deutlichen Temperatur-Überschwinger, auf dem Display 
werden kurzzeitig 340 Grad angezeigt und es kommt zu einer langen Pause 
bei den Strompulsen.
Bei 15V wird auf dem Display kein Überschreiten der Temperatur mehr 
angezeigt und die Pause nauch dem Aufheizen ist deutlich kürzer.
Bei 12V dauert der Aufheizvorgang nur minimal länger als bei der 
L245-Spitze mit 20,5V.
Bei 9V schließlich, was der einzigen funktionierenden Einstellung an 
meinem 65W USB PD Netzteil entspricht, dauert der Aufheizvorgang länger 
und es bleibt nur wenig Leistung zum Löten.

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Sehr seltsam, da scheints doch Unterschiede zu geben. Bei meinem Test 
mit nem 19V 4,xA Netzteil über USB-PD gabs überhaupt keine Probleme. Ich 
weiss jetzt aber nicht mehr, ob ich da nur das mitgelieferte Messer 
probiert hab, oder auch eine Originalspitze. Etwas störend finde ich die 
fehlende Anleitung. Die Temperatur lässt sich zwar auch ohne das 
einstellen, aber die ganzen anderen Werte schafft man höchstens durch 
Zufall. Rein kommen geht recht einfach, aber wie kommt man ausm Menü 
wieder raus. Dasselbe bei Ein /Aus.

von Stefan K. (stk)


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Uli S. schrieb:
> Sehr seltsam, da scheints doch Unterschiede zu geben. Bei meinem Test
> mit nem 19V 4,xA Netzteil über USB-PD gabs überhaupt keine Probleme.

Oder das Netzteil geht bei Überlast nicht in den Hiccup-Modus. Mit einem 
Netzteil, das bei Überlast in die Strombegrenzung geht, dauert nur das 
Aufheizen länger, zumindest solange ein Spannungs-Mindestwert nicht 
unterschritten wird.

Uli S. schrieb:
> Rein kommen geht recht einfach, aber wie kommt man ausm Menü
> wieder raus.

Die mittlere Taste nach Auswahl des Wertes und Bestätigung durch kurzes 
Drücken der mittleren Taste wieder lang drücken. Jedes lange Drücken 
führt beim loslassen der Taste wieder eine Menuebene hoch bis zum 
Verlassen des Menus.

Uli S. schrieb:
> Dasselbe bei Ein /Aus.

Aktiv Ausschalten habe ich bisher nur durch Unterbrechen der Stromzufuhr 
geschafft. Bleibt das Teil unbewegt geht es erst in den Schlafmodus und 
schaltet sich später soweit ab, dass es wie beim Einschalten mit einem 
Tastendruck geweckt werden muss.

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Mir fällt da grade ein, man kann da ja mehrere Festtemperaturen 
einstellen.
Eventuell packt das Teil auch Null Grad, dann könnte mans damit 
abschalten.

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